Geschichte: Fanfiction / Bücher / Bis(s) / White Flag

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White Flag

von feranae
GeschichteDrama, Fantasy / P12 / Mix
Carlisle Cullen Emmett McCarty Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale OC (Own Character)
25.04.2021
05.05.2021
7
21.904
 
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Dieses Kapitel
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05.05.2021 2.741
 
Mit weit aufgerissenen Augen starrte Claire auf die bräunlich angelaufenen Seiten. Mit einem Schwung richtete sie sich auf - während des Lesens hatte sie sich kopfüber aus ihrem Bett gehangen - und überflog die gleichen Worte wieder und wieder. Es war, als weigere sich ihr Verstand, das Gelesene zu akzeptieren. ‚Kalte Wesen‘. Dieser Name kreiste ununterbrochen in ihren Gedanken, seit sie ihn zum ersten Mal gelesen hatte. Als hätte er einen Schalter in ihrem Kopf umgelegt. Es ergab alles Sinn. Die Blässe, die Augen, die Ablehnung anderen Schülern gegenüber. Ihr Unwohlsein, wenn sie bei ihnen war. Die merkwürdigen Auren. Alles passte. Aber Vampire an einer High School? Wie war das möglich? Und warum? Warum waren jahrhundertalte, magische Wesen so scharf darauf, in die Schule zu gehen? Doch je mehr Fragen sie sich stellte, desto weniger konnte sie sich beantworten. Konnte es möglich sein, dass sie nicht doch falsch lag? Dass das alles riesige Zufälle waren und sie völlig unschuldigen - wenn auch sonderbaren - Mitschülern Vampirismus vorwarf? Innerlich ratterte sie alle Merkmale von Vampiren herunter, die sie je in ihrer Ausbildung gelernt hatte. Frustriert stellte sie fest, dass es nicht allzu viele waren. Dennoch konnte sie sich an ein Kennzeichen erinnern, das sie noch nicht überprüft hatte. Empfindlichkeit vor der Sonne. Bisher hatte sich der goldene Feuerball noch nicht im verregneten Forks blicken lassen.

Plötzlich schoss Claire eine Idee durch den Kopf und blitzschnell war sie aufgesprungen. Mit schnellen Schritten rannte sie zur Deckenluke und stieg zum zweiten Mal am heutigen Tage das verstaubte, dunkle obere Stockwerk hinauf. Hastig krabbelte sie unter den Schrägen entlang an den zugedeckten Möbeln vorbei und schnappte sich den Karton, den sie zuletzt durchsucht hatte. „Irgendwo muss es doch sein…“, dachte sie sich und schmiss die ledernen Werke achtlos hinter sich. Sie konnte sich noch daran erinnern, dass der gesuchte Band einen dunkelvioletten Umschlag besaß. Da war er! Hektisch nahm sie sich die verstaubte Schrift und ließ den Berg an Büchern unbeachtet hinter sich liegen. Darum würde sie sich später kümmern, das hier hatte Priorität, redete sie sich ein und stürmte die morschen Treppenstufen nach unten. In ihrem Zimmer angekommen, warf sie sich erneut auf ihr Bett und durchblätterte das neue Werk nach dem Ritual, das sie für die Untersuchung ihrer These brauchte.

„Komm schon, es muss hier drin sein. Wo sonst, wenn nicht in einem Buch über Atmokinese?“, dachte sie sich verbissen. „Gefunden!“, triumphierend grinste sie.

Rasch überflog sie das ‚Ritual für das Erbarmen des goldenen Vaters‘ und fällte den Entschluss, es noch heute durchzuführen. Wenn die Cullens morgen bei Sonnenschein nicht in der Schule auftauchen würden, hätte sie ihren Beweis. Siegessicher blickte sie auf die smaragdgrüne Tinte. Sie war sich tatsächlich nicht sicher, auf welches Ergebnis sie hoffen sollte. Wären die Cullens Vampire, wüsste sie zwar nicht, wie sie damit umgehen sollte, doch immerhin hätte sie Gewissheit. „Ich könnte mich auch einfach in Englisch am Papier schneiden.“, kreuzte es ihre Gedanken, doch diese Idee verwarf sie sofort wieder. Das würde ihre Mitschüler unnötigerweise in Gefahr bringen. Außerdem würde sie es allein niemals mit einem Vampir aufnehmen können. Somit war ihre Entscheidung gefallen: Noch heute würde sie das Ritual durchführen.


Als sie hörte, wie sich der Schlüssel in der Haustür umdrehte, wurde ihre gute Laune direkt gedämpft. Ihrer Mutter gleich gegenüber stehen zu müssen, bereitete ihr jetzt schon Übelkeit. Ihr Magen kribbelte unangenehm und ihr wurde schlagartig heiß.

„Ich bin wieder da!“, hörte sie die Stimme ihrer Mutter rufen. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen schritt sie die Treppen so langsam wie möglich herunter, auch wenn sich alles in ihr dagegen sträubte.

„Hallo Mom.“, unsicher blickte sie auf den Boden vor sich.

„Wie war dein Tag?“, hörte sie ihre Mutter fragen. Verwundert blickte sie in die grauen Augen ihrer Mutter und stellte verwirrt fest, dass Teresa Green tatsächlich lächelte.

„Ganz gut. Es ist nicht sonderlich viel passiert heute.“, antwortete sie vorsichtig. Sie stand dem plötzlichen Stimmungswechsel ihrer Mutter misstrauisch gegenüber. „Und deiner?“, fügte sie unsicher hinzu. Irgendwas stimmte hier nicht.

„Meiner war wirklich gut. Ich habe eine neue Kollegin kennengelernt und wir haben uns ganz wunderbar verstanden.“, schwärmte die ältere Frau und schenkte ihrer Tochter ein breites Grinsen. „Wir sind für morgen verabredet.“

Da fiel es ihr siedend heiß ein. Ihr panischer Blick huschte zur Küchenuhr und überfordert stellte sie fest, dass June sie in einer halben Stunde abholen würde. „Scheiße“, fluchte sie leise, woraufhin sie sich einen verwirrten Blick von Seiten ihrer Mutter einfing.

„Was ist denn los?“, fragte diese mit hochgezogenen Augenbrauen.

„Ich bin mit zwei Mädchen aus meiner Schule verabredet. June holt mich in einer halben Stunde ab.“, ratterte sie so schnell wie möglich herunter.

„Ach, das ist doch wunderbar. Ich freue mich so sehr, dass du endlich Anschluss findest.“, meinte die Braunhaarige fröhlich und lächelte ihre Tochter breit an.

Bei dieser schrillten die Alarmglocken nun noch lauter. Okay, irgendwas war faul. Doch sie beschloss, sich darum später zu kümmern, warf ihrer Mutter ein unsicheres Lächeln zu und raste die Treppe trampelnd hoch. In rekordverdächtigem Tempo hastete sie unter die Dusche und sprang gefühlte Sekunden später wieder heraus. Sie hatte sich bereits mit dem Gedanken angefreundet, mit nassen Haaren zu dem Treffen zu kommen. Nun stand die nächste Station an: Kleidung. Ärgerlich bemerkte sie, dass sie ihren Koffer immer noch nicht ausgeräumt hatte. Morgen würde sie es - eventuell - machen. Nach dem Vorbild der Bücher auf dem Dachboden flogen nun auch die bunten Stoffstücke in hohem Bogen hinter sie. So lange, bis sie breit grinsend das perfekte Outfit in ihren Händen hielt: Ein weißes, bauchfreies Oberteil mit V-Ausschnitt, einen hellblauen Jeansrock und ein viel zu großes, blau weiß-kariertes Flanellhemd. Gerade, als sie ihr fertiges Werk im Spiegel betrachtete, klingelte es an der Haustür.


So schnell sie konnte, sprintete sie die Treppe hinunter. Sie wollte unbedingt verhindern, dass June auf die launische Version ihrer Mutter traf. Doch es war zu spät: Gerade als sie auf Socken hinter der Eckehervor in den Flur schlitterte, öffnete ihre Mutter bereits aufgeregt die Tür. Davor stand eine leicht verwirrt dreinblickende June, deren Blick sich jedoch schnell klärte.

„Oh, Hallo. Sie müssen Mrs. Morgan sein. Ich bin June Richardson, Claire und ich gehen zusammen zur Schule.“, stellte sie sich freundlich vor und reichte der Frau vor sich die Hand. Diese grinste nur noch breiter, als sie es ohnehin schon tat.

„Es freut mich so, dich kennenzulernen. Du kannst mich aber gerne Teresa nennen, wir sind hier nicht so formal. Du glaubst gar nicht, wie glücklich ich darüber bin, dass Claire endlich An - “, da unterbrach sie ihre Tochter: „Hey June. So, Mom, wir müssen jetzt aber auch wirklich los. Ashley wartet bestimmt schon auf uns. Ich weiß noch nicht, wann wir wieder da sind.“ Mit den Worten war Claire schon fast aus der Tür getreten, ehe ihre Mutter sie aufhielt: „Ach, mach dir keine Gedanken darüber. Nimm nur einen Schlüssel mit, falls es spät wird. Weißt du, ich war ja auch mal jung, ich- “

„Ja, Mom, ich hab den Schlüssel dabei. Tschüss.“, sagte sie hastig und schloss die Tür schnell hinter sich. Was war nur mit ihrer Mutter los? Heute Morgen noch hatte sie kein Wort mit ihr gewechselt und jetzt fing sie mit ihren Jugendgeschichten an?

Sie wurde von Junes Kichern aus ihren Gedanken gerissen.

„Deine Mom ist ja echt lustig drauf.“, meinte diese belustigt grinsend, woraufhin Claire nur angestrengt die Augen verdrehte.

„Keine Sorge, mein Dad ist genauso. Obwohl, nein. Er ist schlimmer.“, beruhigte ihre Mitschülerin sie, was sie zum Lächeln brachte.

„Ich wusste nicht genau, wo ich parken sollte. Du wohnst ja echt mitten im Nirgendwo.“, meinte June, als die beiden in ihren silbernen Transporter am Wegesrand einstiegen. „Jetzt mal ernsthaft, ich wohne schon mein ganzes Leben lang in Forks und ich hab noch nie mitbekommen, dass hier einer wohnt. Und Forks ist ja bei Gott keine Großstadt.“, regte sie sich gespielt empört auf, ehe sie ihre Beifahrerin belustigt ansah. Doch plötzlich wurde ihr Blick ernst: „Obwohl…“, sie zögerte einen Moment. „Ich habe mal gehört, dass die Cullens auch irgendwo im Wald wohnen. Hast du sie hier schonmal gesehen?“, wollte sie neugierig wissen.

Bei diesem Kommentar verrutschte Claires Lächeln. Die Cullens wohnten bei ihr in der Nähe? Der Gedanke daran, dass sie wohlmöglich nur ein paar hundert Meter von ihr entfernt lebten, brachte ihr Herz zum Rasen. Vermeintliche Vampire in ihrer Nachbarschaft? Ein Unwohlsein breitete sich in ihrem Magen aus. Wie oft war sie schon zur gleichen Zeit wie sie im Wald gewesen? Wie oft war sie ein Haar davon entfernt gewesen, von ihnen angegriffen zu werden? Ihr Puls schoss in die Höhe und ihre Hände begannen, zu zittern. Sie versuchte, sich mit tiefen Atemzügen zu beruhigen. Immerhin wusste sie nicht einmal, ob die blasse Familie wirklich aus Vampiren bestand. Das würde sie morgen herausfinden, fügte eine kleine Stimme unterbewusst hinzu.

„Hey, ist alles in Ordnung? Du bist echt blass.“, hörte sie Junes besorgte Stimme neben sich. Ihre nachdenklichen Augen musterten sie aufmerksam.

„Ja, alles gut. Mir ist nur kurz schwindelig geworden.“, stammelte sie. June schien es ihr zu glauben.

„Also, du hast meine Frage noch nicht beantwortet.“

„Oh, ach ja. Also ich hab noch nichts von denen mitbekommen. Kann aber sein, dass sie irgendwo in der Nähe wohnen.“, merkte sie schulterzuckend an und versuchte, so desinteressiert wie möglich zu klingen. June machte sich nicht die Mühe, ihre Faszination den Cullens gegenüber zu verbergen.

„Wie findest du die eigentlich?“, fragte diese mit einem breiten, doppeldeutigen Grinsen.

„Wie soll ich sie denn finden? Wirken jetzt nicht sonderlich sympathisch auf mich. Die scheinen ja nicht viel von uns zu halten.“, ‚Zum Glück‘, fügte sie in Gedanken hinzu.

„Ach, komm schon. Selbst du kannst nicht leugnen, dass die alle echt gut aussehen. Ich meine, hast du sie dir schonmal angeguckt?“, fragte die Blonde fast schon empört.

„Also- “, begann sie in einem neutralen Ton, doch eine wild gestikulierende June unterbrach sie abrupt: „Ne, ne, ne. Komm mir ja nicht in dem Tonfall. Gib es doch einfach zu: Die Cullens sind verdammt heiß.“, grinste ihre Mitschülerin breit.

Mit einem resignierenden Seufzer gab sie sich geschlagen: „In Ordnung, objektiv betrachtet sind sie ganz attraktiv.“

„Ha! Ich wusste es doch.“, die Fahrerin führte einen kleinen Freudentanz auf, soweit ihr Platz vor dem Lenkrad es zuließ. „Jetzt sag schon, wen findest du am hübschesten?“, und mit einem Blick auf Claires unbeeindrucktes Gesicht ergänzte sie hektisch, aber bestimmend: „Und jetzt komm mir ja nicht mit dem ‚Ich habe keinen Favoriten‘. Wir haben alle einen.“, erklärte sie verschwörerisch grinsend.

„Okay, okay. Lass mich nachdenken.“

„Nix nachdenken. Ich frische dein Gedächtnis nochmal auf. Also, wir haben Emmett: Groß, stark, muskulös- “

„Ich weiß, wie die alle aussehen. Ich gehe mit denen auch zur Schule, falls du`s vergessen hast.“, meinte Claire ausweichend. Ihr war die Röte bereits ins Gesicht geschossen. Dieses Gespräch war ihr mehr als unangenehm, gerade weil sie die Cullens aus einem komplett anderen Blickwinkel sah als ihre Mitschüler. Für sie waren sie eine uneinschätzbare Gefahr.

„Ich merke schon, du bist nicht so in den Mädchengesprächen drin. Für’s Erste lasse ich dich gehen, beim nächsten Mal bin ich aber nicht so gnädig.“, zwinkerte ihr June als Antwort auf ihr Zögern zu.

„So, Themenwechsel. Welche Musik willst du hören? Mach mal das Handschuhfach auf, da liegen ein paar CD’s drin. Das wird mir mehr über dich verraten als tausend Stunden reden.“, verschwörerisch blinzelte sie ihr zu.

Als Claire die besagte Klappe öffnete, sprang ihr eine bunte Kollektion von Plastikhüllen wortwörtlich entgegen. Das kleine Fach war bis zum Anschlag gefüllt, sodass die ersten CD’s ihr direkt entgegenfielen. Neugierig hob sie die ersten Verpackungen auf. Nach einigem Abwägen entschied sie sich schließlich für ‚In the Zone‘ von Britney Spears aus 2003. Die Auswahl war ihr jedoch wirklich schwer gefallen. Von Eminem über Queen bis hin zu den Pussycat Dolls war alles dabei gewesen.


Als die ersten Töne von ‚Me against the music‘ erklangen, blickte sie in das breit grinsende Gesicht der Blonden. „Gute Wahl!“, lobte sie ihre Beifahrerin und trommelte den Takt des Liedes auf ihr Lenkrad. Doch bevor der Song endete, waren die beiden an ihrem Ziel, einem kleinen, unscheinbaren Diner an der Hauptstraße angekommen.



Sobald die beiden Mädchen das Lokal betraten, wurden sie von einer winkenden und rufenden Ashley begrüßt, die bereits einen gemütlichen Ecktisch reserviert hatte.

June ließ sich direkt neben Ashley auf die schmalen, roten Polster der Bank fallen, während Claire auf dem Stuhl gegenüber Platz nahm.



Die Stimmung während des Essens war ausgelassen und fröhlich. Die drei Schülerinnen lachten viel und obwohl Claire die anderen erst seit zwei Tagen kannte, fühlte sie sich in der Gruppe aufgenommen und willkommen. Sie fühlte sich wohl bei June und Ashley. Gerade erzählte Letztere die Geschichte, wie sie ihren kleinen Bruder als Kind immer in der Gartenhütte eingesperrt hatte, woraufhin sich die Rothaarige vor Lachen den Bauch hielt. June grinste ebenfalls breit, doch ihr Lächeln erlosch, als sie an Ashley vorbei zur Tür blickte. Ihre Augen wurden merklich größer und ein leises „Fuck!“, entfloh ihr. Ihre Begleitungen blickten sie fragend an, ehe sie hastig erklärte: „Dreh dich jetzt nicht um, Ash, aber Will ist gerade gekommen.“. Claire konnte die Panik in den Augen der Angesprochenen erkennen und sah, wie sie immer kleiner auf ihrem Platz zusammensackte. „Oh Scheiße, was will der denn hier?“, meinte sie unsicher und presste ihre Lippen angestrengt aufeinander.

June schien den verwirrten Blick des dritten Mädchens zu bemerken. „Das ist Ashleys Ex. Ein riesiges Arschloch, das kannst du dir gar nicht vorstellen.“, erklärte sie wütend.

Jetzt drehte sich auch die Rothaarige zur Tür um, durch die gerade eine Gruppe von fünf Jungen eintrat. Eigentlich hätte sie sich gar nicht umdrehen müssen, um sie zu bemerken, denn sie sprachen in einer solchen Lautstärke miteinander, dass das ganze Restaurant Zeuge der Bettgeschichten des schwarzhaarigen Jungens ganz rechts wurde.

„Ignorier sie einfach, Ash. Du weißt doch, was das für Vollidioten sind.“, versuchte ihre Freundin die Braunhaarige aufzumuntern. Doch diese saß weiterhin zusammengesackt auf der Bank und vermied es, von ihrem leeren Teller aufzusehen.



Trotz der Versuche ihrer Mitschülerinnen ließ sich Ashley im Laufe des weiteren Abends nicht von ihrer deprimierten Stimmung abbringen. Bedrückt verließen die Mädchen das Diner einige Minuten später. Doch als Claire am Tisch der jungen Männer vorbei lief, ließ sie es sich nicht nehmen, mit einem Wink ihres Handgelenks das Glas des Blonden, der sich als Will herausgestellt hatte, umzuwerfen. Dadurch verteilte sich die gesamte Cola auf seinem Schoss, woraufhin er laut fluchend aufsprang und zur Toilette stürmte. Das brachte selbst Ashley dazu, schadenfroh zu grinsen.



June setzte Claire gegen 22 Uhr wieder vor ihrer Haustür ab und verabschiedete sich mit einem „Bis Morgen!“, ehe sie davonfuhr.

Mit einem breiten Grinsen schloss sie die Haustür auf. Sie hatte seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr so viel Spaß gehabt. Leicht tänzelnd machte sie sich auf in ihr Zimmer. Es war stockfinster in dem kleinen Haus, ihre Mutter schien also schon zu schlafen.


In ihrem Zimmer angekommen, stach ihr das violette Buch auf ihrem Bett sofort ins Auge Das Ritual!, fiel es ihr ein, ehe sie blitzschnell alle benötigten Utensilien zusammensuchte. Der Drang, die Wahrheit über die mysteriöse Familie herauszufinden, hatte die Überhand zurückgewonnen, sodass sie die Erinnerungen an die Ereignisse des Abends hinten anstellte. Das Ritual hatte Vorrang, entschied sie und durchwühlte ihre lederne Tasche nach den geforderten Gegenständen. Suchend kramte sie in den Weiten des schwarzen Beutels und fand noch einige weiße Kerzen in diesem. Das verzierte Glas mit schwarzem Salz, ihr Kompass und das violette Buch landeten ebenfalls darin. Die anderen benötigten Utensilien musste sie sich jedoch aus dem Schrank für Ritualzubehör im Wohnzimmer holen. Auf leisen Sohlen tapste sie durch den Flur herunter in die untere Etage. Mit zusammengekniffenen Zähnen öffnete sie so leise wie möglich den massiven Holzschrank und zuckte bei jedem Quietschen leicht zusammen. Jedes Mal riss sie den Blick panisch zum oberen Ende der Treppe, doch sie konnte kein Anzeichen dafür erkennen, dass sie ihre Mutter geweckt hatte. Vorsichtig öffnete sie die breite Haustür und schlich aus dem Haus.



Im Wald angekommen, fiel ihr auf, was für eine unglaublich dumme und gefährliche Idee das war. Sie führte ein Ritual mitten in der Nacht in einem Wald durch, in dem vermeintliche Vampire lebten, deren Existenz sie überprüfen wollte. Sie atmete tief durch und redete sich ein, dass sie auch mit den Cullens zur Schule ging und dort wesentlich mehr Menschen - und somit Blut - waren. Trotzdem war ihr Herzschlag um Einiges schneller, als die Kerzen um sie herum zu brennen begannen.
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