Geschichte: Fanfiction / Bücher / Bis(s) / White Flag

 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

White Flag

von feranae
GeschichteDrama, Fantasy / P12 / Mix
Carlisle Cullen Emmett McCarty Cullen Isabella "Bella" Marie Swan Jasper Whitlock Hale OC (Own Character)
25.04.2021
05.05.2021
7
21.904
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
25.04.2021 2.768
 
¨’*·~-.¸¸,.-~*‘ Hey und herzlich willkommen zu dieser Fanfiktion. ¨’*·~-.¸¸,.-~*‘




Die Idee zu dieser Geschichte kreist schon länger in meinen Gedanken, doch irgendwie konnte ich mich nie dazu aufraffen, sie aufzuschreiben, geschweige denn sie zu veröffentlichen. Sie war immer eher das Szenario, das ich mir zum Einschlafen oder beim Joggen ausgemalt habe, weil ich in dadurch jeder Fantasie nachgeben konnte und mich an keinerlei Regeln der Logik halten musste.


Warum habe ich meine Meinung schlussendlich doch geändert? Nun ja, ich habe nach knapp zwei Jahren diesen Account wiedergefunden und war direkt gepackt von dem Wunsch, selbst etwas zu veröffentlichen, nachdem ich auf einige unglaublich gute Geschichten anderer Mitglieder gestoßen bin. Da hat mich das Schreibfieber gepackt und ich dachte mir: „Was kann schon schief gehen?“. Wir ignorieren hier geflissentlich, dass das normalerweise der Moment ist, in dem alles schief geht.


Eine kleine Warnung, bevor es mit der Geschichte losgeht: Wie bereits angekündigt, habe ich meiner Fantasie hierbei keine Grenzen gesetzt. Heißt: Ich habe eine Gruppe nicht-menschlicher Wesen hinzugedichtet, um die es hier auch gehen wird. Somit löst sich meine Geschichte in diesem Punkt von den originalen Filmen/ Büchern ab. Das nur als kleine Warnung, damit ihr wisst, auf was ihr euch einlasst. :)  




Es freut mich, dass ihr hier seid. Ich würde mich sehr über eine ehrliche Rückmeldung freuen.


-Sophie






It's the same old theme since 1916

In your head, in your head

They’re still fighting

With their tanks and their bombs

And their bombs and their guns

In your head, in your head they are dying



Adrian hielt das Mikrofon außer Atem, aber mit einem riesigen Grinsen im Gesicht in die Menge. Zusammen mit den anderen zweihundert Zuhörern schrie Claire die nächsten Zeilen des Lieds in Richtung der schmalen Bühne. Sie strahlte, als sie sah, wie Adrian auflachte und wieder in das Cover einstieg.



Die Stimmung in dem kleinen Saal war ausgelassen, die Fans der Band tanzten zusammen und sangen lauthals bei jedem Lied mit. Die bunten Lichter glitzerten auf Claires verschwitzter Haut, die im Takt des Liedes auf und ab sprang und sich zur Musik bewegte. Sie wischte sich die verklebten Haarsträhnen von ihrer Stirn und konnte nicht anders, als breit zu grinsen, als sie sich in der Menge umsah und so viele glückliche Menschen erkannte, die mit der Musik verschmolzen waren. Der Sänger verstummte, als die letzten Töne des Liedes erklangen und wandte sich an seine Zuhörer.



Er rang nach dem zweistündigen Konzert offensichtlich um Atem, aber seine Augen strahlten vor Glück. „Ihr seid echt der Wahnsinn.“, hauchte er atemlos und wurde von einem lauten Jubeln unterbrochen, in das auch Claire einstieg. Grinsend schaute sie zu Adrian und sah, dass er lächelnd den Kopf schüttelte. Als das Jubeln abgeklungen war, fuhr er fort: „Deswegen haben Connor, Katie und ich uns zu Abschluss etwas Besonderes überlegt.“

Er drehte sich zu seinen Bandkollegen um und gab das Mikrofon in die Hände der schwarzhaarigen Gitarristin.

„Zum Ende des Konzertes wollen wir eine ganz besondere Person auf die Bühne rufen. Eine Person, ohne die wir niemals so weit gekommen wären und der wir viel zu selten ‚Danke‘ sagen.“, verkündete sie. Ihre Augen suchten Claire und als sie sie in der ersten Reihe fanden, streckte Katie den Arm in Richtung der Blondine.

Als diese realisierte, dass sie gemeint war, riss sie ungläubig die Augen auf und schüttelte vehement den Kopf. Damit hatte sie nicht gerechnet. Ihre Reaktion ließ die Gitarristin schmunzeln. Sie wandte sich an das Publikum: „Leider ist unsere Freundin ein wenig schüchtern, deswegen sollten wir sie etwas motivieren.“.

Die Band fing an, zu klatschen und alle Zuhörer stimmten ein. Claire senkte peinlich berührt den Blick und verfluchte innerlich die gesamte Band. Diese Idee stammte hundertprozentig von Katie, das sah ihr ähnlich. Sie schnaubte leicht auf und wog ihre Möglichkeiten ab.

Aus dem stickigen Raum konnte sie wohl kaum fliehen, dafür waren zu viele Leute im Weg. Außerdem würden ihre Freunde sie damit die nächsten Jahre über aufziehen. Also bleib nur eine Option: Ihrer besten Freundin nachgeben, auf die Bühne gehen und hoffen, dass alles schnell vorbeiging.



Somit bahnte sie sich mit gesenktem Kopf den Weg durch die klatschende Menschenmasse und nahm die dunkle Treppe links neben der Bühne. Nach etwa vier Stufen stand sie schon am Bühnenrand und lief mit rasendem Herzen auf ihre Freunde zu. Als sie in das Sichtfeld der Zuhörer trat, jubelten diese erfreut auf. Überfordert mit der gesamten Situation grinste Claire unsicher in deren Richtung und winkte ihnen zu. Angekommen bei ihren Freunden schloss Adrian sie in die Arme. Sein ganzer Körper war warm und er roch nach Schweiß, doch sie hatte ihn noch nie so glücklich gesehen.

Er bugsierte sie an den Schultern in die Mitte der Bühne und hielt sie in seinem Arm. Claire musste einige Male gegen das Scheinwerferlicht blinzeln und hauchte ein leises „Wow“, als sie die Masse an Zuhörern sah. So viele Gesichter starrten sie erwartungsvoll und abwartend an, sodass sie gar nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte. Ihr Herz pochte laut in ihrer Brust und ein leichter Schweißfilm bildete sich auf ihrer Stirn.



Adrian, der sie immer noch mit seinem linken Arm umschlossen hatte, ergriff das Wort:

„Das hier ist Claire, die beste Freundin und gute Seele der Band.“

Nach einer kurzen Pause fügte er stolz grinsend hinzu: „Meine Freundin.“

Erschrocken blickte besagtes Mädchen ihren Freund an. Sie hatten eigentlich abgemacht, ihre Beziehung zumindest vor den Fans geheim zu halten. Zwar waren es nicht sonderlich viele, immerhin war die Band noch unbekannt und die Fanbase somit ziemlich übersichtlich, trotzdem war ihr es nicht ganz geheuer.



Neben dem anfänglichen Schock keimte Glück in ihrer Brust auf, als sie in die strahlenden Augen ihres Freundes blickte. Er drückte sie lächelnd an sich, gab ihr einen Kuss auf den Kopf und ließ sich vom Publikum bejubeln. Es war ein komisches Gefühl, von knapp zweihundert Menschen gefeiert zu werden, aber Claire bemerkte verwundert, dass es sich gut anfühlte. Ein ehrliches Grinsen schlich sich auf ihr Gesicht und zum ersten Mal, seitdem sie die schmale Bühne betreten hatte, fühlte sie sich wohl.



„Wir wollten uns einfach mal dir bedanken, Claire. Danke, dass du uns immer unterstützt und an uns geglaubt hast. Ohne dich wären wir niemals so weit gekommen. Danke für alles.“, fing Katie an, die plötzlich neben Claire stand und ihre Hand nahm. In den Augen der Blonden sammelten sich die ersten Tränen. Sie war unglaublich gerührt von den Worten ihrer besten Freundin. Schnell wischte sie sich die heißen Freudentränen aus den Augen und lächelte der Gitarristin dankbar zu.



„Du warst von Anfang an an unserer Seite. Du hast uns mehr als nur einmal zusammengehalten und uns angetrieben, weiterzumachen. Dafür werden wir dir ewig dankbar sein.“, meinte Connor, der sich bis dato noch nicht geäußert hatte. Er war immer eher der stille Typ gewesen. Mehr und mehr Tränen sammelten sich in Claires Augen und sie konnte nicht anders, als leise aufzuschluchzen. Eine Wärme breitete sich in ihrer Brust aus und sie war unbeschreiblich glücklich in diesem Moment.



Ihr Freund bemerkte die Tränen und zog sie eng an seine Brust. Sie fühlte sein Herz schnell in seiner Brust pochen und atmete seinen einzigartigen Duft ein. Er drückte sie sanft von sich weg und sah in ihre grünen Augen. Vorsichtig wischte er ihr die Tränen von den Wangen, seine Hände berührten kaum ihre Haut. Fast so, als habe er Angst, sie kaputt zu machen. Er schenkte ihr ein warmes Lächeln, ehe er sich das Mikrofon von seinem Freund zurückstahl.



„Egal, was wir hier sagen werden, es wir nie an das herankommen, was wir wirklich fühlen. Deswegen wollen wir es mit Musik ausdrücken. Claire, den nächsten Song haben wir für dich geschrieben.“, das war das Signal für Connor und Katie anzufangen, zu spielen. Auf Kommando fingen die beiden unter dem Jubel des Publikums an und nach einigen Takten stimmte Adrian ein.



Die sanften Töne des ruhigen Liedes trafen die vertraute, liebevolle Atmosphäre, die sich während der Ansprache der Band angebahnt hatte, perfekt und Claire schloss die Augen und sog jede Sekunde dieses Momentes in sich auf. Sie ließ sich von der Musik treiben und war gefangen in diesem einzigartigen Augenblick. Die Wärme des stickigen Saals umschloss sie wie eine zarte Umarmung, die Lautsprecher ließen ihren Körper vibrieren und sie wusste, dass dies der schönste Moment ihres Lebens war. Die Tränen kullerten nun unaufhaltsam aus ihren Augen und als sie diese wieder öffnete, blickte sie in ein Meer aus Taschenlampen. Fast jeder einzelne Zuhörer reckte ein kleines Licht in die Luft und schwang es im Takt der Musik. Wie hunderte kleine Glühwürmer tanzten die weißen Punkte in dem schwarzen Konzertsaal. Claire konnte es kaum fassen und starrte mit weit aufgerissenen Augen in die Menge. Dankbar blickte sie zu ihren besten Freunden. Katie sah aus, als hätte sie mit den Tränen zu kämpfen und Connor hatte ein leichtes Lächeln auf den Lippen.

Adrian hingegen sah zu ihr und sie konnte die Liebe in seinem Blick erkennen. Sie hielten den Blickkontakt, bis die letzten Töne der Gitarre verschallt waren.



Die Scheinwerfer der Bühne schalteten sich in diesem Moment wieder ein und der Saal wurde mit Jubel geflutet. Claire lief auf ihren Freund zu, schnappte sich auf dem Weg gleich noch die überraschte Gitarristin und bevor sie die beiden stürmisch in die Arme schloss, winkte sie den Schlagzeuger zu sich, der mehr oder weniger motiviert zum Rest der Gruppe trottete.

Claire klammerte sich fest an ihre Freunde und hauchte ein leises „Danke“, ehe sie sich wieder voneinander lösten.

Sie trat stillschweigend an den Bühnenrand und wartete das Schlusswort der Musikgruppe ab, bevor die drei zu ihr hinter die Bühne liefen.



Die vier unterhielten sich noch etwas, wobei das Gespräch eher daraus bestand, dass Claire sich zum zehnten Mal bei ihnen bedankte und den Auftritt ihrer besten Freunde lobte.

Beiläufig blickte sie auf ihr Handy, um nach der Uhrzeit zu schauen, als sie sah, dass sie acht verpasste Anrufe von ihrer Mutter hatte. Ein ungutes Gefühl breitete sich in ihrem Magen aus und ihr wurde schlagartig schlecht. Ihr Herz schlug schneller und mit zitternden Händen wählte sie die Nummer ihrer Mutter.



Adrian hatte ihren plötzlichen Stimmungswechsel bemerkt und blickte sie besorgt an. Sie schüttelte als Antwort auf seine hochgezogene Augenbraue nur leicht den Kopf und stellte sich an den hintersten Rand des Backstagebereichs, um möglichst viel Ruhe zu haben. Nervös trommelte sie mit den Fingern auf ihre Jeans und schaute sich ängstlich im Raum um. Ihre Mutter rief sie nie an, es sei denn, es gab einen Notfall.

Nach gefühlten Stunden knackte endlich die Leitung und die abgehetzte Stimme ihrer Mutter meldete sich: „Claire, ist alles gut bei dir? Wo bist du?“.

Die Worte ihrer Mutter überschlugen sich beinahe und sie konnte die Panik in ihrer Stimme hören, was ihr Herz nur noch mehr zum Rasen brachte. Teresa Green wurde nie panisch, sie war die Ruhe in Person.

„Was ist denn los, Mom? Ist irgendwas passiert?“, fragte Claire zunehmend besorgter. „Dafür ist jetzt keine Zeit. Wo bist du?“, sie konnte hören, dass die Lage ernst war.

„Noch bei Bart´s. Adrian hatte doch gerade seinen Auftritt.“, erklärte sie und begann, an ihrem Nagel zu kauen. Sie konnte es nicht ertragen, nicht zu wissen, was los war.

„Sieh zu, dass du da wegkommst. Geh zu sofort in den Park in der Jackson-Street. Wir treffen uns am Springbrunnen. Beeil dich.“, ratterte ihre Mutter herunter und kurz darauf hörte sie schon das Tuten in der Telefonleitung. Verwirrt klappte sie ihr Handy zu und steckte es zurück in ihre Hosentasche.



Ihre Gedanken rasten. War ihrer Mutter etwas passiert? Ging es Tante Debbie gut? Völlig aufgelöst lief sie in Richtung des Notausganges, wo sie jedoch von den starken Armen ihres Freundes aufgehalten wurde. Er packte sie an den Schultern und hielt sie eine Armlänge von sich entfernt fest. Er legte den Kopf leicht schief und schaute sie fragend an. Sie konnte an seinem Blick erkennen, dass er sich Sorgen machte.



„Irgendwas ist passiert, ich muss los.“, stammelte Claire und riss sich desorientiert aus seinen Armen. Doch kaum hatte sie sich aus seinem Griff befreit und war gen Ausgang gestürmt, packte er sie am Handgelenk und zog sie erneut zu sich. Er legte seine Hand an ihren Kopf und blickte sie besorgt an.

„Was ist denn los, Schatz?“, fragte er ernst.

„Ich weiß nicht. Aber ich muss weg. Bitte, Adrian“, flehte sie dringlich und presste ihre Lippen angestrengt aufeinander.

Adrian ließ sie auf ihre Bitte hin los, woraufhin sie, so schnell sie konnte, rannte. Das „Melde dich!“, von ihrem Freund vernahm sie kaum noch, als sie die Tür aufriss und ihr die kalte Nachtluft ins Gesicht schlug.

Sie atmete tief ein und ihre Lungen hießen die frische Luft nach Stunden in dem stickigen Saal willkommen. Es brauchte einen Moment, bis sie sich orientieren konnte, doch danach sprintete sie in Richtung des Parks. Sie nahm ihre Umgebung kaum noch wahr, die in dunklen Schlieren links und rechts neben ihr vorbeizog. Ihr Lungen brannten und ihr Herz schlug unbarmherzig gegen ihre Rippen. Nach einigen hundert Metern keuchte sie vor Schmerz auf, doch sie konnte jetzt nicht aufhören, zu rennen. Alles in ihr schrie, stehenzubleiben, doch sie zwang ihre Beine, sie weiter in Richtung ihres Ziels zu tragen. Schritt um Schritt, Meter um Meter kam sie dem kleinen Park näher und konnte allmählich die vertrauten Umrisse ihrer Mutter vor dem mickrigen Springbrunnen erkennen.

Sie sah sich panisch um, doch als sie ihre Tochter auf sich zu gerannt kommen sah, atmete sie erleichtert aus.



Auf den letzten Metern verlangsamte die Blondine ihre Schritte und kam keuchend vor ihrer Mutter zum Stehen. Sie stützte ihre Hände in ihre Oberschenkel, ehe Teresa sie zu sich hochzog und fest in ihre Arme schloss. Claire verstand nicht, was los war und drückte ihre Mutter etwas von sich. Als sie ihr in Gesicht sah, fühlte sie, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte. Ihr sonst so perfekte Makeup war zerlaufen, ein bläulicher Schimmer zierte ihre Lippen und allgemein war die mittelalte Frau noch blasser als sonst.



„Mom, was ist los?“, hauchte sie besorgt, die Augen weit aufgerissen.

Der Brustkorb ihrer Mutter hob sich, sie atmete tief ein und sprach mit zitternder Stimme: „Alectra und Jenny sind tot. Es ist so gekommen, wie sie es vorhergesagt haben.“

Sie wurde immer wieder von heftigen Schluchzern unterbrochen und blickte ihre Tochter ängstlich an.

Diese hielt erschrocken die Luft an. Das konnte - nein das durfte - nicht wahr sein. Tränen sammelten sich auch in ihren Augen, ehe sie ihrer Mutter wieder in die Arme fiel. Einige Minuten lang verharrten sie in dieser Position, Claires Gedanken rasten unermüdlich.

Bilder von Jenny und ihr tauchten vor ihrem inneren Auge auf, wie sie im Sommer zusammen picknickten. Beide Mädchen saßen auf der karierten Decke, die Jenny aus dem Schrank ihrer Mutter gestohlen hatte. Claire hatte ihrer Freundin gerade erzählt, dass Adrian und sie nun ein Paar waren. Jenny Augen waren als Antwort darauf gefühlt auf die doppelte Größe angewachsen und sie hatte die Hände schockiert vor dem Mund zusammengeschlagen, ehe sie anfing, breit zu grinsen und ihre Freundin fest in die Arme schloss. Dass sie dabei die Hälfte des Essens umwarf, war Claire in diesem Moment egal gewesen.



Sie wurde aus ihrer Erinnerung gerissen, als ihre Mutter die Umarmung löste.

Claire traute sich kaum, die Frage zu stellen, die ihr auf der Zunge brannte, doch ihre Mutter nahm ihr diese Entscheidung ab, indem sie auf die Koffer neben sich deutete, die der Jüngeren bis dato nicht aufgefallen waren.



„Wir müssen hier weg. Sie werden jeden einzelnen von uns suchen und erst aufhören, wenn wir alle tot sind. Wir werden heute noch umziehen.“, erklärte Teresa überraschend gefasst.

Claire blieb der Mund offenstehen. Das konnte sie doch nicht machen! Was war mit Adrian? Oder mit Katie und Connor? Sie hatte sich nicht einmal verabschiedet. Wut stieg in ihr auf, sie ballte die Fäuste und eine Welle von Zorn durchflutete ihren Körper. Nicht auf ihre Mutter, sondern auf die Mörder, die sie zu diesem Schritt zwangen. Bevor Claire jedoch protestieren konnte, hob ihre Mutter bestimmend die Hand und ließ sie damit weiterhin schweigen.



„Keine Diskussion. Tante Agatha hat ein Safe-Haus in Washington, das seit ihrem Tod leer steht. Da werden wir hinziehen. Wir fahren jetzt zum Flughafen, ich habe gerade noch zwei Tickets für einen Flug in fünf Stunden gekauft. Deine nötigsten Sachen habe ich zusammengepackt. Abby weiß Bescheid, sie hat mir den Schwur geleistet.“, erklärte ihre Mutter nüchtern.

Claire fühlte sich plötzlich leer. Fast so, als hätten Jenny und Alectra all ihre Freude mit sich in das Reich der Toten genommen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast