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Küchentanz

von Schrotti
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / Het
Florian David Fitz OC (Own Character)
25.04.2021
08.05.2021
28
32.500
 
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04.05.2021 1.109
 
Also flogen wir auf die Insel.
Dort waren wir noch freier als in München. Die Finca stand alleine, und im nahe gelegenen Dorf kannte man Flo als regelmäßigen Urlauber, aber dort interessierte man sich noch weniger als in München dafür, wer er war und was er machte.
An einem Morgen lag Flo nicht neben mir als ich aufwachte. Das war ungewöhnlich, normalerweise kuschelten wir uns gegenseitig wach und standen dann gemeinsam auf.
Aber als ich runterkam und die Terrasse betrat, saß er schon frisch geduscht und angezogen am Tisch und lächelte mich an.
„Ich hab gar nicht mitbekommen, dass du aufgestanden bist.“, sagte ich entschuldigend.
„Ich war auch besonders leise.“, meinte er. „Ich habe überlegt, dass wir heute einen Ausflug machen können und wollte dazu ein bisschen was planen. Hast du Lust?“
„Klar, wo geht’s denn hin?“
„Höhlenschwimmen.“
„Das habe ich noch nie gemacht.“
„Na dann wird es ja höchste Zeit.“
Nachdem ich soweit war, setzten wir uns ins Auto und fuhren einmal quer über die Insel an die Ostküste.
Wir hielten an einer ziemlich abgelegenen Bucht und stärkten uns in dem einzigen Restaurant vor Ort mit Salat und Brot. Anschließend brachte uns einer der Mitarbeiter mit einem Boot aufs Meer.
Kurz vor der Küste hielt der Bootsführer und redete mit Flo auf spanisch. Mittlerweile hatte ich mitbekommen, dass Flo fließend spanisch sprach.
Was konnte dieser Mann eigentlich nicht?
Der Bootsführer zeigte auf den Eingang zu einer Höhle und Flo nickte.
„Bereit?“
„Ehm, wozu genau?“
„Na ausziehen, ins Wasser springen, rüber schwimmen.“
Ich lachte. „Ja, bin ich.“
Ich entledigte mich meiner kurzen Hose und dem Shirt, darunter trug ich einen Bikini.
Flo tat das selbe und kurz darauf sprangen wir vom Boot ins Wasser.
Wir schwammen einige hundert Meter, bis wir den Eingang zur Höhle erreicht hatten.
In der Höhle war es wie in einer anderen Welt. Ich dachte eigentlich, dass diese Höhlen wahre Touristenmagnete waren, aber hier waren wir alleine. Was vielleicht auch an der Jahreszeit lag, im Sommer war hier sicher die Hölle los.
Wir ließen uns in dem dunklen Wasser treiben und betrachteten die Tropfstein Formationen. Es sah wunderschön aus, und als Flo zu mir schwamm und mich umarmte, fühlte ich einen überwältigenden Glücksmoment.
„Danke, dass du mich hier her gebracht hast, das ist wirklich umwerfend.“
Er lächelte mich an. „Ich freue mich, wenn du dich freust. Ich finde es auch faszinierend.“
Wir blieben eine ganze Weile in dieser Höhle und schwammen erst zum Boot zurück, als es im Wasser doch etwas zu kalt wurde.
Zurück an Land fuhren wir weiter über die Insel. Wir kamen nach Sineu, wo wir über einen Trödelmarkt bummelten.
Ein Stand mit rohen Specksteinen erweckte meine Aufmerksamkeit.
Ich hatte schon als Kind Specksteine bearbeitet, zuhause bei meinen Eltern gab es immer noch eine riesige Sammlung meiner Werke. Angefangen von runden Schlüsselanhängern zu Herzen und schließlich Tieren. Ich hatte im Laufe der Jahre einen Zoo erstellt.
Seit ich nach Berlin gezogen war, hatte ich keinen Speckstein mehr angefasst, weil ich mit anderen Sachen beschäftigt gewesen war.
Aber dieser weiße Stein mit hellbraunen Stellen erregte meine Aufmerksamkeit.
Ich kaufte ihn und hatte schon genau im Kopf, was ich daraus machen würde, wenn ich wieder zurück in Berlin war.

Nachdem sowohl ich als auch Florian ein paar Einkäufe erledigt hatten, fuhren wir weiter, zurück an die Westküste.
Dort hatte Flo einen Tisch in einem traumhaften Restaurant reserviert. Es war in einen Felsen gebaut worden, hatte eine offene Feuerstelle und war an diesem Abend nur sehr spärlich besucht, so dass wir fast alleine waren.
Die mit Fackeln beleuchteten Felsen, das Feuer, der Blick über die Bucht vor uns, das alles war atemberaubend.
„Womit habe ich denn soviel Aufmerksamkeit verdient?“, fragte ich Flo, als wir bei Aioli, Oliven und Brot die Aussicht genossen.
„Nur das beste für dich.“, lächelte er.
„Warst du schon mal hier? Mit einer deiner Ex Freundinnen vielleicht?“
„Nein.“ Er lachte. „Ich war mit meinen Eltern und meiner Schwester hier.“
„Es ist so unglaublich romantisch.“, stellte ich fest.
„Ja, es ist wirklich ziemlich schön. Aber was noch wichtiger ist, das Essen ist mega gut.“
„Ach Sparky...“, sagte ich nur, musste aber grinsen. „Wieso seid ihr Männer nur immer so unromantisch.“
„Bin ich doch gar nicht. Aber ich hab Hunger.“

Wir machten in diesem Urlaub noch einen weiteren Ausflug nach Palma einige Tage später.
Wir bummelten durch die Gassen, aßen zwischendurch eine Kleinigkeit und ließen uns am Hafen die Sonne ins Gesicht scheinen.
Auf dem Rückweg zum Auto kamen wir an einem Schmuckgeschäft vorbei. Dort gab es ausschließlich Schmuck mit der berühmten Majórica Perle.
Normalerweise war ich überhaupt nicht so sehr interessiert an Schmuck, aber diese Teile waren unglaublich schön. Auch Florian bemerkte, dass es sich wirklich um tolle Schmuckstücke handelte.
„Würdest du eher so eine weiße in Gold eingefasst mögen, oder doch lieber sowas wie diese dunkelgraue in Silber?“, fragte er und zeigte auf die verschiedenen Teile.
„Definitiv diese dunkelgraue in Silber als Kette. Die ist wunderschön, ich bin fast ein bisschen verliebt. Aber die kosten bestimmt ein Vermögen.“
„Ich glaube, die sind gar nicht so teuer.“, meinte Flo. „Meine Mutter hat sich mal so eine weiße gekauft, die hat um die 200 Euro gekostet wenn ich mich richtig erinnere.“
„Das ist ein Vermögen Flo.“, sagte ich lachend.
„Ja okay, das ist schon kein Schnäppchen. Aber diese richtigen Austern Perlen kosten wirklich ein Vermögen, im Vergleich dazu sind die hier noch günstig. Das wollte ich damit sagen.“
„Naja, irgendwann mal.“, sagte ich und löste mich vom Anblick der Schmuckstücke.
Die letzten Tage bis zu unserer Abreise verbrachten wir dann doch wieder alleine in der Finca.
Auch nach fast einem Jahr konnten wir unsere Zweisamkeit immer noch so richtig genießen.
Wir schwammen im Pool, sonnten uns, machten Spaziergänge mit Loki und saßen abends draussen während irgendwas leckeres auf dem Grill brutzelte.
Und unsere Nächte waren unverändert leidenschaftlich. Es war, als würden wir nie genug vom anderen bekommen können. Obwohl wir jetzt schon soviele Nächte miteinander verbrachte hatten und uns so gut kannten, wurde es nicht langweilig. Im Gegenteil. Wir entdeckten immer noch neue Seiten am anderen.
Umso trauriger war es, dass wir uns bald darauf erstmal wieder trennen mussten.
Ich musste zurück nach Berlin, meine Prüfung stand kurz bevor und danach hatte ich den Catering Job.
Flo würde bis zum Drehbeginn für Vincent im Juli in München bleiben. Es war überhaupt noch nicht abzusehen, wann wir uns wieder sehen würden.
Erst Ende September hatte er wieder einen Termin in Berlin zur Premiere von Männerherzen. Das waren noch vier Monate bis dahin.
Aber Flo tröstete mich. „Wir finden bestimmt vorher noch die ein oder andere Gelegenheit uns zu sehen.“
Ich hoffte es sehr!
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