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Tales of Starlight 1: Anothers Life

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Schmerz/Trost / P16 / FemSlash
Chibi-Usa / Sailor Chibi Moon / Serenity III Pegasus / Helios Seiya Kou / Sailor Star Fighter Taiki Kou / Sailor Star Maker Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II Yaten Kou / Sailor Star Healer
25.04.2021
06.02.2022
46
232.948
10
Alle Kapitel
160 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
28.11.2021 3.464
 
Hallöchen ihr Lieben,


ich wünsche euch einen schönen ersten Advent. Krass, dass bald schon wieder Weihnachten ist. Wo ist die Zeit nur hin? Aber wenn ich mir diese Geschichte hier so ansehe, merke ich schon, woe viel meiner Freizeit geblieben ist. *lach* Das hier ist ein kleines Zwischenkapitel, in dem aber etwas sehr wichtiges besprochen wird und was ein wenig erklärt, warum Yaten und Taiki im Anime so sind, wie sie sind.

Ich hatte ja anfangs gesagt, dass ich die fünfte Staffel nicht anrühren werde, bis auf die erste Episode. Nun... ich hab es mir anders überlegt. Aber ich werde sie nicht nacherzählen. Wie ich das gelöst habe, werdet ihr im übernächsten Kapitel sehen, denn noch zwei Kapitel, dann geht’s in Tokyo richtig los. Muhahaha. :D Bis dahin habe ich noch ein kleines Schmankerl für euch. Viele haben mich nach einem Bild von Len gefragt. Ihn könnt ihr ab jetzt auf dem Instagramaccount von EndofJune und mit bewundern. :D Len


Aber noch sind wir in Nagasaki und müssen einen großen Verlust verdauen.

In diesem Sinne.

Viel Spaß beim Lesen.

Eure Anki


P.S. Vielen Dank für alle die bishierhin gelesen haben und vor allem mir einen Kommentar dagelassen haben, sei es hier oder auf Instagram. Ihr seid toll! Ich werde euch allen antworten, wenn es meine Zeit zulässt.

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Eigentlich gab es in diesem Haus keinen Hausaltar. Für Shinko wurde extra einer angelegt: Foto, Räucherschale, ein paar Kerzen und die Urne mit den Überresten von Shinkos Knochen. Die Familie hatte sie schon vor ein paar Tagen aufgestellt, doch bisher hatte sich Seiya nicht getraut sich wirklich damit zu befassen. Nicht weil er Sorge hatte die Familie zu stören, sondern weil er das Gedankenkarussell fürchtete. Demnach war er wirklich froh, dass er einen Großteil der Zeit im Label zubringen konnte. Heute sahen sie sich in Ruhe die Aufnahmen des Konzertes an. Seiya fand es an sich ein wirklich gelungenes Konzert, aber sich selbst so auf der Bühne zu sehen, war schon irgendwie komisch. Er studierte jede Bewegung und jeden Ton haargenau. Da ging definitiv noch was. Aber in Anbetracht der Umstände hatten sie sich gut geschlagen.
„Oh mein Gott, schaut mal“, rief Kikai, nachdem die Kamera von der Band zum Publikum geschwengt war. „Das ist Sota! Halte mal an, Dad!“
„Echt?“ Seiya besah sich das Standbild genauer. „Tatsächlich. Jui, Ava und Maya auch...“
„Dafür, dass er immer betont hatte, dass er nicht unsere Zielgruppe ist, sieht er sehr gücklich aus“, schmunzelte Taiki.
„Stimmt. Sieht nicht so aus, als hätten ihn die Mädels dazu gzwungen“, überlegte Yaten.
„Ihr kennt die?“, fragte Ongaku neugierig.
„Ja. Sie waren mit bei den Jamsessions“, erklärte Seiya. „Sota war unser kritischter Zuhörer.“ Eigentlich hatte er es schade gefunden, dass sie keine Zeit mehr für die Jamesessions gehabt hatten. Die Prioritäten hatten sich von jetzt auf gleich vollkommen verändert. Und daran war nur Kikai schuld. Ein seliges Lächeln legte sich auf Seiyas Lippen.
„Was ist?“, fragte Yaten stirnrunzelnd.
„Ich erinnere mich nur gerade an unser erstes Treffen mit Kikai... und ihrem Klemmbrett.“ Kikai hatte schon damals immer für Ordnung und gute Stimmung zwischen ihnen drein gesorgt. Hatte sie einfach mit aufgenommen und in ihre kleine Musikwelt entführt. Und nun tat sie es in die große.
„Ja, das Klemmbrett.“ Taiki lächelte.
„Wo hast du es gelassen?“, wollte Yaten wissen.
„Hier!“ Kikai zog es aus ihrer Tasche. „Es ist nicht nur ein Klemmbrett, sondern ein Mehrzweckgerät.“
„Ein Mehrzweckgerät“, wiederholte Seiya langsam. „Was kann es denn noch?“
„Euch den Arsch versohlen, wenn ihr in Tokyo nicht spurt“, grinste Kikai.
„Tokyo?“ Ongaku sah hellhörig in die Runde.
„Ja. Das steht hier auf meiner To Do Liste“, sagte Kikai und deutete auf das Blatt, welches an ihrem Klemmbrett befestigt war. „Ihr habt euch doch entschieden, nicht wahr?“ Sie wandte sich an die ThreeLights. Das brachte selbst Yaten zum Seufzen. Keine konnte die ThreeLights so gut lesen wie Kikai.
„Ja, das haben wir.“ Taiki nickte. „Uns hält so gesehen nichts mehr hier. Demnach ist es uns egal, wo wir leben.“
„Das hat bestimmt mit eurem Verlust zu tun. Das tut mir Leid, dass ihr so denkt.“ Ongaku sah sie mitfühlend an. „Dennoch glaube auch ich immer noch, dass das ein guter Schritt wäre. Vor allem nachdem euer Konzert so ein Erfolg war.“
„Wir sind auf jeden Fall bereit“, sagte Seiya entschlossen. Ob der Tapetenwechsel allen so gut tat, würde sich noch herausstellen.
„Gut. Das wird bestimmt noch ein zwei Wochen dauern, aber Kikai wird sich um alles kümmern. Sobald ihr Nagasaki verlasst, ist sie für euch verantwortlich“, erklärte Ongaku mit einem wohlwollenden Blick auf seine Tochter. „Also. Was setzt du auf deine Tokyo-To-Do-Liste?“
„Als erstes eine Wohnung suchen. Ihr könnt ja schließlich nicht im Hotel leben. Glaubt mir... in Tokyo wird das auf Dauer sehr teuer und ihr wollt doch nicht euer hart verdientes Geld nur für ein Hotel auf den Kopf schmeißen?“
„Ähm … nee... Ich hätte schon gerne meine Ruhe...“, sagte Yaten.
„Das denke ich doch.“ Kikai notierte etwas. „Aus Unizeiten habe ich noch Kontakte.“
„Bitte keine Studentenbude“, flehte Taiki.
„Nein, nein. Keine Sorge.“ Kikai schien kurz etwas zu überlegen, denn sie klopfte mit ihrem Kuli auf dem Klemmbrett herum. Seiya störte das nicht, aber Yaten offenbar, denn er beugte sich zu Kikai herüber und legte seine Hand auf ihre, damit sie nicht mehr damit wackeln konnte.
„Bitte lass das. Das macht mich kirre. Lass uns lieber an deinen Gedanken teilhaben.“
„Ist ja schon gut.“ Kikai nahm den Kuli und malte Yaten ein Smiley auf die Hand.
„Argh... Kikai... Manchmal frag ich mich echt, wer von uns der Teenie ist.“
„Ich begegne euch nur auf Augenhöhe“, konterte Kikai lächelnd. „Okay, hört mal zu. Morgen wird zu kurzfristig sein, aber übermorgen fliege ich nach Tokyo, kläre das mit der Wohnung und suche euch eine Schule, damit euch auch ja nicht langweilig wird. Ich denke Azabu-Juban wäre ein gutes Pflaster für euch. Ein etwas wohlhabeneres Viertel, ziemlich zentral. So seid ihr immer inmitten des Geschehens, wenn euch danach ist.“
„Schule?“, stöhnte Seiya. Das war zwar auch abgemacht gewesen, aber nach der Hexe von Privatlererin war es ihm leicht vergangen.
„Ja Schule. Ihr seid alle drei doch nicht dumm. Bei dem was ich so gesehen habe, dürftet ihr das locker hinbekommen. Und Seiya... ein Wort: Football.“
„Ich hasse dich...“
Da lachte selbst Ongaku. Womöglich hatte er auch noch genau im Kopf, was bei Seiyas letzten Footballspiel alles vorgefallen war. „Vielleicht spielst du dann ja gegen Dai.“
„Das Spiel muss ich sehen.“ Kikai grinste. „Wahrscheinlich werden sie alle eher Spalier stehen, weil du ihren müden Haufen so aufgemischt hast.“
„Oder sie rennen mich alle um...“ Da fiel Seiya etwas ein. „Sind die beiden denn noch ein Paar?“
„Ja.“ Kikai nickte. „Allerdings haben sie einen Extraraum mit Dusche. Das ist den anderen wohl doch noch zu unangenehm.“
„Na ja.... wenigstens hat sie keiner rausgeschmissen.“ Seiya war froh, dass sie zumindest auf der sportlichen Ebene akzeptiert und geschätzt wurden. Das andere würde auch noch werden. Alles eine Sache der Gewöhnung.
„Aber zurück zum Thema.“ Kikai schrieb noch etwas auf. „Wenn ich weiß, was, wann, wo, wie besorge ich euch Flugtickets. Aber das klären wir, wenn ich wieder da bin.“
„Ich sorge dafür, dass euch unsere Zweigstelle ein Auto stellt“, schloss Ongaku.
„Ja mach das mal. Vielleicht pappen sie auch noch das ThreeLights Logo drauf“, schlug Kikai vor. „Klotzen nicht Kleckern ist meine Devise.“
„Warum nicht.“ Ongaku nickte. „Ein bisschen angeben könnt ihr ja. Bleibt den Leuten immer gut in Erinnerung.“
„Genau. Es ist erst gut, wenn jeder sagt: ach die schon wieder.“
„Da sind wir wohl voll und ganz auf euch ansgewiesen“, sagte Seiya. Auch wenn er natürlich selbst gerne die Kontrolle hatte, war er bei sowas raus. Er kannte sich dafür einfach zu schlecht aus, ebenso Taiki und Yaten. Außerdem vertraute er Kikai voll und ganz. Sie würde nichts tun, was ihnen schaden würde, immerhin kannte sie ihr primäres Ziel und stand voll und ganz dahinter. Mal abgesehen davon war es gut jemanden zu haben, der ihnen in den Hintern trat. Und Seiya wusste, dass Kikai das viel zu gerne tat. Wenn sie dann noch Lens Unterstützung hatte, konnten die beiden ihnen ein Apfel für ein Ei verkaufen. Schlimm.
„Dafür sind wir da“, sagte Ongaku selenruhig. „Die Termine, die ihr hier in Nagasaki habt, finden wie geplant statt, alles andere verlegen wir dann nach Tokyo. Für den Umzug habt ihr natürlich frei. Alle neuen Termine wird euch Kikai dann mitteilen.“
„Okay.“ Taiki nickte, schielte aber zu seinen Gefährten. Seiya tippte Kikai unterm Tisch mit seinem Fuß an. Über die Termine mussten sie dann noch reden. Da sollten sie sich definitiv abstimmen. Sie mussten gehört und gesehen werden. Und das wusste Kikai. Aber es war trotzdem gut sie immer mal wieder daran zu erinnern, denn sie war definitiv auch eine Kandidatin, die in ihrem Eifer gerne Mal übers Ziel hinausschoss. Da nahmen sich Seiya und Kikai nichts. Kikai stuppste zurück. Es würde schon alles gut werden. Das würden sie zwar noch sehen, aber die Hoffnung durften sie einfach nicht aufgeben.

„Ich melde mich einfach, wenn ich wieder zurück bin, dann besprechen wir alles weitere“, sagte Kikai, als sie vor dem Anwesen anhielt.
„Natürlich, vielen Dank, Kikai.“ Taiki klopfte ihr auf die Schulter und stieg dann aus, Yaten folgte ihm.
„Ach was.“ Kikai winkte ab, grinste, als Seiya den Kopf zwischen den Vordersitzen vorstreckte. „Und was ist mit dir? Willt du nicht aussteigen?“
„Doch. Aber... Hm... Moment.“ Das war echt unbequem. Seiya wechselte kurz nach vorne, bedeutete Yaten und Taiki, dass sie ruhig schon reingehen konnten. „So...“ Er rutschte auf den Beifahrersitz.
„Was hast du denn noch auf dem Herzen?“, fragte Kikai und wandte sich Seiya zu.
„Ich will nur, dass du auf dich aufpasst.“ Seiya lehnte sich im Sitz zurück und sah durch die Frontscheibe hinauf in den Himmel. „Ich kann sie zwar im Augenblick nicht spüren, aber Galaxia ist irgendwo da draußen. Wenn du in Tokyo bist, kann ich nicht auf die aufpassen...“
„Ach, Seiya... Mir passiert schon nichts. Ich habe doch den Galaxia Crashkurs von dir. Aber wenn es dich beruhigt, kann ich auch aus Tokyo anrufen...“
„Ja bitte.“
„Seiya...“ Er spürte Kikais Blick auf sich. „Machst du dir wirklich so Sorgen … um mich.“
„Ja. Natürlich. Mit Galaxia da draußen ist nicht zu spaßen. Ich will nur nicht, dass mein Traum wahr wird...“, sagte Seiya leise.
„Ich verstehe. Aber du weißt doch. Unkraut vergeht nicht.“
„Aber Rosen muss man pflegen, Kikai!“
„Ach Mensch... Komm mal her...“ Als Kikai ihn umarmen wollte, kam sie mit dem Ellenbogen an die Hupe. Seiya lachte.
„Wenn das mal kein Statement ist...“
„Ach sei still du vorwitziger Teenie.“ Auch Kikai musste lachen. „Mir wird schon nichts passieren... okay?“
„Na gut...“ Seiya nickte. Wahrscheinlich war er einfach nur zu übervorsichtig. Als Kikai einen neuen Versuch starten wollte, ihn zu umarmen, hielt Seiya sie zurück. „Ich weiß was Besseres.“ Er beugte sich zu ihr und legte seine Lippen auf ihre. Es war merkwürdig Kikai als Mann zu küssen, aber das war egal, denn das Gefühl dahinter war das Gleiche. Kikai schien das ebenfalls nicht zu stören, dess sie erwiederte den Kuss liebevoll.
„Ich melde mich aus Tokyo, okay?“, hauchte sie, als sie sich wieder voneinander lösten.
„Okay...“
„Und nun ab mit dir.“ Kikai scheuchte ihn aus dem Auto.
„Bis dann!“ Seiya sah ihr kurz nach, bevor er ins Anwesen schlenderte. Als er ins Foyer trat, sah er Len, Yaten und Taiki vor dem Hausaltar sitzen. Auch wenn er diesen bisher immer gemieden hatte, setzte er sich dazu.
„Was hast du denn noch mit Kikai besprochen?“, fragte Taiki ohne den Blick von der Urne abzuwenden.
„Dass sie auf sich aufpassen soll. Hab sie noch einmal an Galaxia erinnert.“ Sofort senkte Seiya die Stimme, als ihm wieder einfiel, dass sie ja nicht mehr alleine im Haus waren.
„Alles gut Seiya. Der Rest der Familie ist nicht da. Die kümmern sich gerade um die Beisetzung“, sagte Len.
„Ah... wann ist sie denn?“, wollte Seiya wissen. Vielleicht konnten sie noch dabei sein.
„In 40 Tagen.“
„So lange hin?“, fragte Seiya überrascht.
„Ja. Die Urne steht zumeist 49 Tage im Haus. So lange hat wohl Buddah gebraucht um in seiner Meditation aufzusteigen. Es ist ein Symbol der Reinigung“, erklärte Len. „Ihr könnt gerne dabei sein, wenn ihr wollt.“
„An sich ja... aber... ich glaube das wird nichts.“ Len sah Seiya fragend an. „Wir gehen nach Tokyo. Ongaku hat uns das ja schon vor Ewigkeiten vorgeschlagen.“
„Oh. Achso. Ja...“ Len nickte.
„Du kehrst doch auch irgendwann zurück, um fertig zu studieren, oder?“, fragte Taiki. „Es wäre auch einfach komisch, wenn wir hier alleine bleiben. Wir sind immer noch eure Gäste...“
„Ich verstehe.“ Len nickte. „Ich kehre aber nicht gleich nach Tokyo zurück. Bis zur Beisetzung bin ich definitiv noch hier. Außerdem muss ich das mit dem Erbe klären. Das Haus gehört ja jetzt mir.“ Er seufzte schwer. „Ich muss gestehen, dass ich manchmal schon vergesse, dass ihr nur auf der Durchreise seid...“
„Ja, das geht schnell... Man gewöhnt sich viel zu einfach an die Dinge“, meinte Seiya.
„Und eigentlich sind wir schon viel zu lange hier“, meldete sich nun Yaten zu Wort. Er starrte immer noch auf das Foto von Shinko. „Ich frage mich warum Kakyuu sich immer noch nicht zeigt... Wir sind nun bald ein Jahr hier... Nichts...“
„Vielleicht versteckt sie sich vor Glaxia“, überlegte Len. „Wenn ihr sie spüren könnt, wird es eure Prinzessin doch auch bestimmt können.“
„Natürlich“, sagte Seiya ohne Umschweife, Kakyuus Sinne waren noch um einiges schärfer als ihre eigenen.
„Vielleicht zeigt sie sich deswegen nicht.“
„Möglich. Oder sie scheut sich, weil immer jemand bei uns ist“ Taiki lehnte sich etwas zurück und stützte sich mit den Armen ab.
„Das ist doch Quatsch“, erwiederte Seiya. „Es gibt bestimmt unzählige Möglichkeiten warum sich Kakyuu noch nicht gezeigt hat, aber der gehört sicherlich nicht dazu. Kakyuu ist gesellig und vertritt jede Form von Zusammenarbeit. Das sollten wir nicht vergessen.“
„Das mag sein. Aber haben wir nicht schon genug getan?“, fragte Yaten. „Allmählich wird es etwas demotivieren so gar kein Lebenszeichen zu haben...“
„Dann müssen wir ihr noch mehr zeigen, dass wir da sind. Wir müssen noch mehr arbeiten. Wenn wir in Tokyo sind, wird sich einiges ändern...“
„Wie meinst du das?“, fragte Len ein wenig erschrocken von Taikis ernsten Tonfall.
„Bitte versteh das jetzt nicht falsch Len... aber dass wir uns mittlerweile so nahestehen war nie beabsichtigt und ist eine absolute Ausnahme“, murmelte Yaten vor sich hin. „Mal ganz davon abgesehen, dass wir euch unnötig in Gefahr bringen, machen wir uns obendrein natürlich auch Sorgen... Ich vertraue dir und Kikai, aber für mich wars das dann auch. Das darf uns nie wieder passieren.“
„Yaten hat Recht. Solange wir noch hier sind, dürfen wir uns nicht weiter ablenken lassen, und schon gar nicht unsere Herzen verlieren. Sowas raubt uns nur Kraft, die wir anderswo besser gebrauchen könnten“, stimmte Taiki Yaten zu. Seiya schwieg und beobachtete Lens Reaktion auf diese harschen Worte. Seiya wusste, dass seine Gefährten Recht hatten. Und er hatte es eben im Auto bei Kikai wieder selbst bemerkt. Seine Gedanken sind einfach nicht da, wo sie sein sollten. Sie sollten sich auf ihre Prinzessin konzentrieren. Denn mit Auftauchen Galaxias lief ihnen die Zeit davon. Ganz zu schweigen von der ungewissen Situation auf Kinmoku.
„Ich verstehe euren Standpunkt, bin aber trotzdem der Meinung, dass ihr nicht zwanghaft versuchen solltet den Menschen aus den Weg zu gehen oder ganz und gar zu entsagen. Ihr seid mittlerweile Stars. Das ist so schon nicht möglich. Ihr werdet immer mit den Menschen zu tun haben und wenn sich daraus Freundschaften entwickeln, ist das alles andere als verwerflich.“ Len sah ein wenig verletzt aus. Diese Worte schienen den Sunnyboy doch ganz schön getroffen haben. „Ich hatte eigentlich gehofft, dass ihr das mittlerweile verstanden habt, aber da habe ich mich wohl getäuscht.‟
Yaten schniefte und nahm Shinkos Foto in die Hand. „Es tut mir Leid, Len. Ich verstehe auch, was du uns sagen willst, wofür du kämpfst.... aber wir werden immer Fremde auf diesem Planeten sein und wahrscheinlich werden uns nicht alle wohlwollend entgegenkommen. Wir hatten unsagbares Glück gerade auf euch zu treffen.... Aber egal wie wir es drehen und wenden, es ist nicht unsere Heimat.... so sehr es sich vielleicht in den letzten Monaten so angefühlt hatte... Aber am Ende kämpfen wir einfach nicht an der selben Front...“ Yaten musste einen Augenblick innehalten. Er kämpfte mit den Tränen. „Für uns gibt es nur eine Frau, die uns alles bedeutet, die wir finden müssen. Und Shinko hat das von Anfang an verstanden und akzeptiert. Egal wie sehr mein Herz jetzt blutet, egal wie sehr sie mich an meine eigene Großmutter erinnert hat... wir dürfen nie wieder zulassen, dass uns jemand zu nahe kommt. Bei dir und Kikai ist es nun mal so. Aber ich werde in Tokyo bestimmt nicht meine Zeit damit verbringen Freunde zu finden... Manchmal würde ich am liebsten alles vergessen.“
„Geht mir ähnlich. Ich möchte eigentlich, dass das, was hier geschehen ist, auch hier bleibt. Ich weiß wie viel dir Kikai bedeutet, Seiya... aber für mich läuft das, sobald wir Tokyo betreten, alles auf professioneller Schiene. Wir sind Kollegen. Mehr nicht. Sie wird unsere Managerin sein. Sie macht ihren Job, wir unseren. So einfach ist das.“
Seiya schluckte. Das konnte er nicht. Er konnte nicht einfach so tun, als wäre nichts gewesen. Auch wenn es ihn traurig machte, konnte er doch nicht alles um sich herum ausschließen.
„Was ist denn mit euch los?“, fragte Len aufgebracht. „Hört ihr euch mal reden? Ich dachte wir sind Freunde? Ich dachte ihr hättet in all der Zeit etwas gelernt.“
„Sind wir doch auch. Aber uns reichen zwei. Es ist schrecklich genug, Shinko verloren zu haben... Wenn euch etwas passiert, … Wahrscheinlich wollen wir selbst einfach nicht verletzt werden... verstehst du?“, versuchte Taiki sich zu erklären. „Seiya... was sagst du denn dazu? … Hey, Seiya...“
„Hm?“ Seiya zuckte aus seinen Gedanken. Er hatte jedes einzelne Wort seiner Gefährten aufgenommen und es tat ihm im Herzen weh, dass sie meinten, sie könnten dem einfach entsagen. Aber so waren die beiden. Seiya konnte es ihnen nicht mal übel nehmen. Das war ihr verzweifelter Versuch zu sagen, dass ihnen das alles zu viel war und dass sie Angst hatten.
„Sag ihnen, dass ihr Verhalten kindisch ist“, sagte Len geknickt.
„Nein... das ist es nicht...“ Seiya seufzte und sah Len offen an. „Es ist einfach ein Schutzmechanismus. Sie wollen einfach nicht mehr verletzt werden. … Len... die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir nicht nur Shinko, unsere Retterin, verloren haben. Meine Mutter ist verschwunden und wer weiß schon, wen von unseren Familien und Freunden wir überhaupt wieder sehen werden. Ich glaube Taiki und Yaten, wollen damit einfach nur sagen, dass sie schätzen, was sie jetzt haben, aber zum Wohle der Mission lieber für sich bleiben würde. Ich weiß zwar nicht, ob das funktionieren wird, aber ich verstehe es.“ Len wollte schon etwas sagen, als Seiya die Hand hob und ihn bat ihn ausreden zu lassen. „Was nicht heißt, dass ich das auch kann. Was auch immer auf mich zukommt, ich machen das Beste daraus. Wenn Taiki und Yaten damit abschließen wollen, okay, aber ich brauche auch euch als Vertraute, Len. Du bist uns bleibst unser Sidekick, auch wenn wir in Tokyo noch weniger Zeit haben werden...“
„Also wirklich... lasst das ja nicht Kikai hören... die wird euch den Marsch blasen“ Len schüttelte unverständlich den Kopf. „Aber wahrscheinlich werde ich niemals verstehen können, welche Last wirklich auf euren Schultern lastet. Aber ich hoffe, dass es in Tokyo vielleicht jemanden gibt, der euch eines Besseren belehrt. Jede Last wird leichter, wenn ihr sie teilt. Merkt euch das.“
„Das denke ich auch, aber wenn sie es so wollen.“ Seiya lehnte sich etwas vor und besah sich nun endlich einmal die Urne. Sie war schlicht weiß. Irgendwie schien es ihm als war ihre ganze Zuversicht mit darin verschlossen. Ihm wurde bewusst, wie Shinko sie alle zusammengehalten hatte. Doch Shinko war nicht mehr da. Von Shinko war nicht mehr über als die paar Knochen in diesem Gefäß. Seiya wischte sich die Tränen aus den Augen.
„Wir haben ihr viel zu verdanken“, sagte Taiki leise.
„Ja. Ohne sie hätten wir Len nicht getroffen“, flüsterte Yaten.
„Und ohne Len wären wir Kikai nie begegnet...“ Ganz vorsichtig berührte Seiya die Urne. Das glatte Material fühlte sich kalt und befremdlich an, ganz anders als die Berührungen Shinkos, an die sich Seiya erinnerte. Diese warem warm und voller Zuneigung. Er würde sie nie wieder spüren. Etwas so endgültiges zu akzeptieren war gar nicht so einfach und Seiya wusste, dass er das nur mit den vier Menschen an seiner Seite schaffte. Nun legten auch Yaten, Taiki und Len ihre Hand auf Shinkos Urne. Wenigstens in einem Punkt waren sie sich alle einig.
„Danke Shinko. Für alles. Wir werden dich niemals vergessen.“
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