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Tales of Starlight 1: Anothers Life

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Schmerz/Trost / P16 / FemSlash
Chibi-Usa / Sailor Chibi Moon / Serenity III Pegasus / Helios Seiya Kou / Sailor Star Fighter Taiki Kou / Sailor Star Maker Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II Yaten Kou / Sailor Star Healer
25.04.2021
23.01.2022
43
214.683
9
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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14.11.2021 5.325
 
Dieses Wochenende zu verdauen fiel allen schwer. Der Angriff und Shinkos Zusammenbruch steckte allen noch in den Knochen. Der Sonntag war für Seiya gelaufen. Den Rest des Tages verbrachte sie im Bett. Zum einen war sie nach dieser Nacht extrem müde, zum anderen war ihr Magen immer noch der Meinung, dass es ihm alles etwas viel war – vor allem wann immer ihr der Traum in den Sinn kam. Sie musste sich zwar nicht übergeben, aber wirklich Appetit hatte sie auch nicht. Ganz zu Schweigen vom Schlafen. Jedes Mal, wenn ihr die Augen zufielen, schreckte sie wieder auf, weil sie Angst vor diesem Traum hatte. Dabei wollte sie einfach nur schlafen.
„Argh...‟ Seiya stöhnte und setzte sich auf. Es war bereits früher Nachmittag. Sie hatte auf das Mittagessen verzichtet, in der Hoffnung, den restlichen Tag durchschlafen zu können. Falsch gedacht. Schwerfällig hievte sie sich aus dem Bett und schlurfte zur Balkontür. Sie öffnete die Tür, um etwas frische Luft zu schnappen. Sie durfte nicht wieder in diesen Teufelskreis fallen und nächtelang nicht schlafen. Vor allem mit dem bevorstehenden Konzert. Sie brauchte alle Kraft, die sie kriegen konnte. Und viel regenerierte sie im Schlaf. Geschafft lehnte sie im Türrahmen. Wann hatte ihr Leben begonnen so zermürbend zu sein? Sie war ja eigentlich ganz schön taff, aber irgendwann kam auch sie an ihre Grenzen. Warum musste sie sich auch auf all die Gefühlsduselei einlassen? Das hatte sie nun davon.
Doch noch bevor sie weiter in diesen Gedanken versinken konnten, spürte sie, wie sich ein Paar Arme um ihre Bauch schlangen. Kurz darauf legte Kikai ihren Kopf auf Seiyas Schulter ab. „Ich dachte du schläfst längst.‟
Seiya seufzte. Da war der Grund für ihre Gefühlsduselei und den wollte sie unter keinen Umständen missen. „Ich würde ja gerne … aber irgendwie... Ich kann nicht schlafen...‟ Seiya legte ihre Hände auf Kikais und drückte sie sanft. „Ich habe Angst, dass ich wieder träume. Ich weiß es ist Quatsch, aber...‟
„Ich finde das nicht Quatsch‟, sagte Kikai sanft. „Der Traum war ja nicht ohne und nach diesem Tag. Aber gar nicht zu schlafen ist auch keine Option. Komm...‟
„Musst du nicht bald los?‟, fragte Seiya ein wenig geknickt. Nach diesem Wochenende, wollte sie Kikai eigentlich nicht alleine Zuhause hocken lassen. Das war nach dem Besuch von Helios schon so gewesen. Sie wollte nicht, dass Kikia mit ihren eigenen Gedanken alleine blieb.
„Ja, aber … Was für eine Freundin wäre ich denn, wenn ich dich jetzt alleine lasse. Außerdem will ich auch nicht alleine sein. Ich fahre morgen früh einfach kurz Zuhause vorbei.‟ Mit diesen Worten zog Kikai Seiya einfach mit sich. Diese stolperte ein wenig ungalant hinter Kikai hinterher, da Kikai immer noch die Arme um sie geschlungen hatte. Mit einem Uff, fielen sie ins Bett.
Kikai war immer so herrlich unkonventionell. „Das ist lieb‟, sagte Seiya, als sie sich richtig ins Bett legte. Es ärgerte sie zwar trotzdem etwas, dass sie sich von so einem Traum aus der Bahn werfen ließ, aber nach dem Wochenende, waren auch ihre Nerven einfach überspannt.
„Erzähl doch mal. Was geht dir so durch den Kopf?‟ Kikai legte sich neben Seiya und zog sie in ihren Arm. „Ich höre dir zu!‟
„Ach Kiki...‟ Seiya seufzte.
„Lass das bitte.‟ Kikai knuffte sie liebevoll.
„Wieso? Ich finds niedlich.‟ Ein Lächeln huschte über Seiyas Gesicht.
„Also, als niedlich würde ich mich jetzt nicht bezeichnen wollen.‟ Kikai zog eine Schnute.
„Na doch. Vor allem, wenn du solch einen Schmollmund ziehst. Das ist niedlich.‟ Seiya hauchte Kikai versöhnlich einen Kuss auf die Lippen.
„Na, wenn du meinst.‟ Seiya seufzte angetan, als Kikai begann ihr den Nacken zu kraulen. Sie schauderte wohlig und fuhr sofort wieder etwas runter. Es war nur eine kleine Geste, aber sie beruhigte Seiya ungemein. „Also... Sprich! Es ist alles etwas zu viel, oder?‟, fragte Kikai schließlich und traf damit ziemlich gut den Nagel auf den Kopf.
„Irgendwie schon. Ich frage mich ständig, ob Shinko wieder auf die Beine kommt? Was, wenn nicht? Diesen Verlust zu verkraften... weißt du... Yaten hatte Recht, mit dem was sie immer sagt: sich auf jemanden einzulassen, ihn ins Herz zu schließen, verletzt einen im schlimmsten Fall. Ja. Das tut alles verdammt weh, aber ich kann es mir einfach nicht anders vorstellen. Es ist gut so wie es ist. Es war die richtige Entscheidung Shinko, Len und dich einzuweihen. Auch wenn wir … wenn ich teilweise viel zu sehr in diesem Leben versackt bin. Dass nun auch diese heile Welt aus den Angel zu brechen droht, verunsichert mich. Sie war die Basis für unsere Mission. Ich weiß, es nur davon abzumachen, ist nicht klug, aber nach all dem was in meiner Heimat passiert war, brauchte ich diese heile Welt, um wieder zu mir zu finden. Ich werde das Gefühl nicht los, dass jetzt alles irgendwie ins Chaos stürzen wird. Und dann erinnert mich mein Hirn im Traum auch noch an den Supergau. Sobald ich die Augen schließe, geht mein Kopf alle Worst Case Szenarien durch... Dabei will ich einfach nur ordentlich schlafen.‟
„Ach Seiya.‟ Sie spürte Kikais Lippen an ihrer Schläfe. „Ich verstehe deine Sorgen vollkommen. Aber sie sind nur so stark, wie du ihnen Aufmerksamkeit schenkst. Es klingt vielleicht hart, aber Shinko ist 90. Magische Vergangenheit hin oder her... Ich bewundere sie zutiefst, dass sie das bisher alles so durchgestanden hat. Aber ich wünsche mir einfach, dass sie nicht mehr leiden muss. Und irgendwann kann der Körper auch nicht mehr. Du merkst es doch gerade selbst... Und nun stell dir vor, du wärst 90!‟
„Ich weiß...‟ Seiya atmete einmal geräuschvoll aus. Kikai konnte das Ganze noch aus einer mehr rationaleren Situation sehen. Auch Kikai mochte Shinko, vor allem weil sie ihr eine Art Zuflucht gegeben hatte, aber sie war weder ihre Enkelin, noch hatte ihr Leben von ihrer Hilfe abgehangen. Aber Kikai war einfach gut im Kopfwaschen. Auf ihre liebevolle Art. „Du hast ja recht... das aber zu akzeptieren ist eine ganz andere Sache...‟
„Das ist wahr. Sowas ist schwer. Und versteh mich nicht falsch. Auch mich würde ihr Tod treffen. Aber nichts passiert ohne Grund. Wenn Shinko nach alldem was passiert ist, nun bereit ist zu gehen, wird das womöglich einen Grund haben.‟ Kikai hielt inne, als musste sie selbst kurz über diese Worte nachdenken. „Das klingt zwar komisch... Aber ich habe einfach im Gefühl, dass sich alles am Ende einfach zusammenfügen wird, egal was passiert. Und wir werden das Beste draus machen. Wenn ihr die Sicherheit und eine Basis braucht, um euch auf eure Mission stürzen zu können, schaffen wir zusammen eine Neue. Ich werde euch bei allem unterstützen. Wenn es dieser Ort und Shinko nicht mehr sein kann, dann werden Len und ich eure Kostante sein. Auch in einer Freundschaft heißt es: in guten wie in schlechten Zeiten. Jetzt stecke ich nun schon mit in diesem merkwürdigen Fantasydrama und ich will – verdammt noch mal – dessen Ende sehen. Und ich erwarte ein Happy End! Dafür tu ich alles. Wir stehen das zusammen durch. Kapiert?‟
„Kikai...‟ Seiya verbarg ihr Gesicht in ihrer Halsbeuge. Und wieder war jemand in ihren schwachen Minuten da, die für sie stark war. Und Kikai hatte selbst eine ganz besondere Art von Magie in sich. Sie schaffte es immer, dass man sich besser fühlte, dass der Blick wieder klar wurde, selbst wenn die Worte manchmal ein wenig hart klangen. „Ehrlich... Ich bewundere dich...‟, meinte Seiya ehrlich.
„Wieso?‟, fragte Kikai leise.
„Du steckst das alles so weg. Ich meine … ich hab mich vor dir in eine Frau verwandelt und dir was von anderen Welten erzählt, von Magie und von Helios und Schicksalssternen ganz zu schweigen. Wie schaffst du es, immer weiter zu machen?‟
„Mein Lebensmotto.‟
„Dein Lebensmotto?‟
„Ja. Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als immer weiterzumachen. Auch wenn ich natürlich auch mal nen Rappel kriege. Verstehst du aber, was ich damit sagen will? Oder nennen wir es Kikais Klemmbrett Kompetenz. Immer wieder aufrichten, Klemmbrett schnappen und sich durchs Leben schlagen.‟
Seiya gluckste. Das war so typisch Kikai. „Kikis Klemmbrett Kompetenz? Das meinst du doch nicht ernst?‟
„Na doch. Bildlich gesprochen.‟ Kikai lachte leise. „Ich möchte nur, dass du verstehst, was ich sagen will. Du bist stark genug, das alles durchzustehen, deine Gefährten da hindurchzuführen und eure Prinzessin zu finden. Du hast ein sehr gutes Bauchgefühl, Charme und einen rechten Haken. Irgendwas davon, wird dich immer durch Probleme bringen.‟
„Das hast du schön gesagt. Danke...‟ Seiya spürte, wie sie selbst leicht nickte. Sie verstand vollkommen, was Kikai meinte. In all dem Chaos durfte sie ihre eigene Stärke nicht aus den Augen verlieren und es war verdammt gut, dass sie Freunde hatte, die sie immer gerne wieder daran erinnerten. „Du hast Recht. Ich weiß, was du meinst. Ich muss es nur schaffen, mich immer selbst daran zu erinnern. Mich selbst aufzuraffen.‟
„Du hast eine Mission. Ein Ziel. Das bringt schon sehr viel Energie. Und ich kenne dich Seiya. Bis du dieses Ziel nicht erreicht hast, wirst du immer weiter machen. Was die Träume angeht... Solange du keine hellseherischen Fähigkeiten hast, sind das erst einmal nur Träume. Ich weiß, dass es schwer ist. Auch ich kennen Albträume... aber... ich versuche mich dann immer erst einmal auf die Gegenwart zu besinnen. Wir beide liegen jetzt hier. Und den Umständen entsprechend geht es uns gut. Jetzt im Augenblick können wir leider auch nichts für Shinko tun. Was wir jetzt einfach tun können, ist zu schlafen.‟
„Einmal Kopfwaschen gratis. Danke Kikai.‟ Seiya gähnte ungeniert. Sie war auch todmüde. Jetzt wo Kikai ihre Gedanken wieder in die richtige Richtung gelenkt hat, merkte sie, wie ausgelaugt sie wirklich war. „Egal was kommt... ich werde euch beschützen... mit allem was ich habe.‟
„Das weiß ich. Das habt ihr heute gezeigt. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir da echt das Herz in die Hosen gerutscht ist. Dich kämpfen zu sehen...‟ Kikai sprach nicht weiter. Seiya konnte sich denken, was in ihr vorging. Für Außenstehnde war das immer ein Schock. Zumal es bei ihnen ja noch eine weitere Komponente gab.
„Ich weiß...‟ Seiya schloss die Augen. „Mir ging es genauso, als ich gesehen habe, wie das Monster ins Haus verschwand...‟ All die Sorgen auszusprechen, nahm etwas Ballast von ihr – als hätte jemand in ihrern Gedanken aufgeräumt oder eben mit einem imaginären Klemmbrett weggescheucht. „Aber...‟ Seiya gähnte wieder.
„Okay. Genug von alldem. Wir sollten schlafen‟, murmelte Kikai.
„Ja...‟ Seiya versuchte sich einfach auf Kikais Atmen zu konzentrieren und nicht auf ihre Sorge vor dem nächsten Traum. „Erzählst du mir noch irgendwas Schönes?‟
„Hum... Eine Geschichte ist es nicht, aber mir kommt gerade etwas anderes in den Kopf...‟
Seiya sah kurz auf. Ein Lächeln lag auf Kikais Lippen. Es war so friedlich und so entspannt, dass Seiya sich noch einmal aufrichtete und die Lippen küsste. „Danke, Kikai.‟
Kurz erwiederte Kikai den Kuss. „Schlaf gut, Seiya‟, hauchte sie schließlich. Seiya ließ sich wieder zurück in die Kissen sinken, schloss die Augen und lauschte Kikais Stimme, die leise zu singen begann.
If I lay here. If I just lay here. Would you lie with me and just forget the world? … Forget what we're told, before we get too old. Show me a garden that's bursting into life. … All that I am. All that I ever was, is here in your perfect eyes, they're all I can see. … I don't know where, confused about how as well. Just know that these things will never change for us at all.‟
Seiya seufzte und spürte, wie ihr Körper langsam schwer wurde. Endlich würde der erlösende Schlaf kommen. Sie wusste, dass sich die Dinge änderten. Die Zeit würde vergehen, sie wussten nicht, was in der Zukunft war, aber etwas würde sich niemals ändern: ihre tiefe Freundschaft zu Kikai.

Am Dienstag bekam Len den Anruf, dass Shinko aufgewacht ist. Da sie über 48 Stunden am Stück bewusstlos gewesen war, hatten die Ärzte angefangen sie künstlich zu ernähren, da ihr Körper so schon schwach war. Am Donnerstag wurde sie allerdings wieder nach Hause gebracht. Nicht, weil es ihr bedeutend besser ging, sondern weil es ihr letzter Wunsch war. Eines wollte sie unbedingt noch sehen: das erste Livekonzert der ThreeLights und zwar von ihrem eigenen Bett aus. Seiya war aus allen Wolken gefallen, als die ThreeLights von einer Probe heimkamen und sie Shinko in ihrem Zimmer vorfanden. Len hatte sie dann aufgeklärt. Weder Len noch Shinko machten beide einen Hehl daraus, dass es nicht sonderlich gut aussah. Nun saßen sie alle zusammen bei Shinko am Bett und unterhielten sich mit ihr, schwelgten in gemeinsamen Erinnerungen. Dabei flossen nicht nur einmal Tränen. Es wurde zwar mit keinem Wort ausgesprochen, was seit diesem Tag im Haus zu spüren war, aber auch Seiya versuchte sich nun mit dem Gedanken abzufinden, dass nichts für ewig ist – auch nicht Shinkos Leben. Außerdem, wer war sie, dass sie sich ein Leben für Shinko wünschte, nur damit es ihr besser ging? Wenn Shinkos Zeit nun um war, sollte sie das akzeptieren. Aber was verlangte sie von sich? Sie war 15. Eigentlich sollte sie sich nicht ständig den Kopf um den Tod zerbrechen müssen. Es verwirrte ihr junges Ich. Es war schwer das alles zu verarbeiten, während sie sich auf das Konzert vorbereiteten. Das war ihr Job und die einzige Chance Kakyuu zu erreichen, auch wenn sie viel lieber die Zeit mit Shinko verbringen würde. Aber das war nicht möglich. Sie versuchten so oft es ging bei ihr zu sein, wenn es ihre Zeit zuließ.
Den Freitagnachmittag vor dem Konzert hatten die ThreeLights frei. Und auch wenn sie sich trotzdem auf ihr erstes richtiges Konzert einstimmen mussten, verbrachten sie die freie Zeit mit Len an Shinkos Seite. Selbst Kikai hatte darauf bestanden Shinko zu besuchen. Als der Pflegedienst gegangen war, der nun täglich hier ein und aus marschierte, versammelten sie sich alle bei Shinko.
„Morgen ist euer großer Tag“, sagte Shinko mit leiser Stimme. Mittlerweile hatte sie nicht mal mehr viel Kraft zum Sprechen. Daher wusste Seiya auch nicht, ob Shinko wieder von Albträumen geplagt wurde. Sie wollte sie auch nicht extra damit belasten. Sie konnte es in Shinkos Nähe eh kaum aushalten, ohne selbst in Tränen auszubrechen. Seiya hatten während des Krieges schon einige Menschen sterben sehen, aber das war im Kampf. Jetzt miterleben zu müssen, wie langsam das Leben aus einem Körper entwich, brach sie. Und sie war sich sicher, dass es ihren Gefährtinnen ebenso erging. Daran würde sie bestimmt ewig zu knabbern haben. Sie hatte sehr gerne die Kontrolle über alles, aber dagegen war sie schlichtweg machtlos. Das lag nicht mehr in ihren Händen. Das Einzige was sie wollte, war Shinko lächeln zu sehen. Deswegen tat sie alles, was sich Shinko wünschte. Sie hatte aufgehört zu zählen, wie oft sie ihr zum Einschlafen „Hallelujah“ vorgespielt hatte. Dieser Song hatte sie vereint und das sollte auch bis in den Tod so sein. Wenn Seiya sich vorstellte, wie Len sich fühlen musste, wenn es ihr selbst schon hundsmiserabel ging, wurde ihr gleich anders. Trotzdem versuchten sie alle, sich Shinko gegenüber relativ normal zu verhalten. „Seid ihr denn schon aufgeregt“, wollte Shinko wissen und holte Seiya aus ihren Gedanken zurück.
„Geht so“, sagte Seiya. Darüber machte sie sich eigentlich keinen Kopf. Wie auch, wenn ihr eigentlich nur eine Frage im Kopf herumspukte, sobald sie das Haus verließ: ob Shinko überhaupt noch lebte, wenn sie wieder kam? Da war für Aufregung gar kein Platz.
„Das kommt bestimmt erst kurz vorher“, antwortete Yaten. Seiya wusste, dass es ihren Gefährtinnen ähnlich ging.
„Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Glück. Auf der Erde sagt man dazu: Hals- und Beinbruch.“ Auf Shinkos Lippen erschien ein schwaches Lächeln. „Gebt mir mal eure Hände“, bat sie die ThreeLights. Die drei zögerten nicht und reichten sie ihr. „Ich weiß, ihr wollt für eure Prinzessin singen... aber ich würde sehr gerne eure Heimat sehen... so wie sie einst war, voller Blumen und Lieder? Zeigt ihr mir Kinmoku? Das könnt ihr doch?“ Seiya schluchzte auf. Auch von Yaten war etwas ähnliches zu vernehmen. Wie sollte sie ihr Gesicht wahren, wenn Shinko so etwas sagte?
„Ja. Das machen wir sehr gerne“, antwortete Taiki, da Yaten und Seiya unfähig waren zu sprechen. Wie sollten sie das nur auf die Bühne bringen? Sie würden an Shinko denken müssen. Seiya sah jetzt schon alle Dämme brechen. Sie wechselte einen Blick mit Kikai, die ihr zunickte.
„Ich weiß sogar welchen Song wir dafür nehmen... dazu müssten wir aber die Setlist verändern“, sagte Kikai. „Ich weiß, eigentlich ist das euer privater Song, aber ich finde Shinko sollte ihn auf diesem Weg hören.“
„Du meinst: Hikari no umi de?“, fragte Taiki und Kikai nickte.
„Was meinst du, mein Kind?“ Da ihr Name gefallen war, sah Shinko Kikai schwach, aber dennoch neugierig an.
„Die Drei haben einen Song für dich geschrieben“, verriet Kikai. „Eigentlich wollten sie ihn dir ganz privat nach dem Konzert vortragen... Aber ich glaube es ist besser, ihn auf der Bühne zu spielen. Ganz klassisch, nur ihr drei und ein Klavier. Wie bei eurem ersten Auftritt bei der Jamsession.“
„Wirklich? Das habt ihr für mich getan?“, fragte Shinko gerührt.
„Ja.“ Seiya nickte. Sie seufzte schwer. „Den müssen wir aber definitiv am Ende bringen, weil ich nicht garantieren kann, dass ich hinterher noch ein Wort rausbekomme...“
„Seiya...“ Shinko drückte ihre Hand und sah sie liebevoll an. „So viel bedeutet euch der Song.“
„Falsch“, sagte Yaten kaum hörbar. „So viel bedeutest du uns...“

Den ThreeLights war es kaum möglich sich nun professionell auf ihr Konzert vorzubereiten. Da die anderen Songs alles saßen, probten sie Shinkos Song ein paar Mal. Sie hatten beschlossen einfach ehrlich zu ihren Fans zu sein. Auch wenn sie in erster Linie für Kakyuu auf der Bühne standen, brauchten sie ihre Fans und Kikai betonte immer wieder, dass die Menschen Emotionen sehen wollten. Also würden sie den Fans auch sagen, was in ihnen vorging.
„Werden wir sie finden?“, fragte Yaten, als sie durch den dunklen Gang vor zum Bühnenaufgang gingen. Sie mussten sich zusammenreißen. Auch wenn heute eigentlich nur Shinko ihnen im Kopf herumspukte, hatten sie eine Mission zu erfüllen. Deswegen versuchte Seiya alle Emotionen erst einmal Beiseite zu schieben. Diese konnte er am Ende des Konzertes rauslassen. Vor allem da das Konzert live übertragen wurde, mussten sie alles geben, was sie hatten.
„Klar finden wir sie“, antwortete Seiya ernst. „Deswegen sind wir extra den weiten Weg hierher gekommen.“
„Wir müssen einfach, wir müssen“, pflichtete Taiki ihm bei. Sie durften alles tun, nur nicht ihre Hoffnung aufgeben.
„Los jetzt … es ist Zeit zu arbeiten...“ Die ThreeLights wechselten einen Blick miteinander, der mehr sagte als Worte es je konnten. Dieses Konzert war der Anfang und gleichzeitig das Ende von allem. Es war Pflicht und Passion zugleich, Fluch und Segen. Als Seiya die Stufen zur Bühne hinaufschritt und die Fans schreien hören konnte, weckte es seinen Adrenalin im Körper. Er genoss die Aufmerksamkeit. Er genoss es auf der Bühne zu stehen. Er gab einfach alles: für sich, seine Fans, für seine Prinzessin und für Shinko. Seiya wusste, dass wenn er sich je einen Job in der Zukunft wünschen dürfte, es Musiker wäre. Musik war so viel mehr, als nur Unterhaltung. Sie übermittelte nicht nur Emotionen, sondern auch Botschaften und diese schrie er teilweise hinaus in die Welt. Er rief nach seiner Prinzessin. Kakyuu... Siehst du uns? Kannst du uns hören? Wir sehen anders aus, aber das sind wir. Ja, genau... hier auf der Bühne...
Natürlich erwartete er keine Antwort von ihr. Sie war nun so lange verschwunden, dass es wirklich ein Wunder wäre, würde sie plötzlich auftauchen. Aber in gewisser Weise tat sie es. Allerdings nur vor seinem inneren Auge. Er dachte teilweise so sehr an sie, dass er alles andere ausblendete: Yaten, Taiki, die Band, Kikai hinten am Schlagzeug, die Fans und auch Shinko. Für Seiya war es so, als stünde er auf einen einsamen Berg und schrie seine Botschaft hinab aufs Land, in der Hoffnung sie würde erhört werden. Zumindest wurde seine Stimme gehört, denn die Fans jubelten ihm begeistert zu. Ihr erstes Konzert war ein voller Erfolg. Doch so ganz konnte er es nicht genießen. Und er wusste, dass es Taiki und Yaten auch so erging. Die erste Zugabe war nun vorbei. Nun kam ihr letzter Kraftakt. Seiya wusste, dass er hinterher total erschöpft sein würde. Nicht nur das Konzert zehrte an seinen Kräften, sondern auch die Botschaften. Diese schüttelten sie ja nun nicht einfach so aus dem Ärmel. Seiya atmete einmal tief durch, als er noch einmal ans Mikrofon trat.
„Vielen Dank. Wir freuen uns sehr, dass wir den Abend gemeinsam verbringen konnten. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe euch auch.“ Die Fans jubelten ihm entgegen. Ja, daran konnte er sich definitiv gewöhnen. Doch das Gefühl konnte er auch wann anders genießen. Jetzt ging es einfach nur noch um Shinko. „Unser aller erstes Konzert ist etwas sehr besonderes. Also wollen wir es auch mit einem außergewöhnlichen Song beenden. Wir sind heute hier … für euch...“ Und für Kakyuu... „... obwohl ein Mensch, der uns sehr viel bedeutet am Ende seines Lebens angekommen ist...“ Es war augenblicklich still in der Halle. „Als uns bewusst wurde, dass uns dieser Mensch für immer verlassen wird, haben wir überlegt, wie wir ihr unsere Gedanken und Gefühle am besten übermitteln können... Wir haben für sie diesen Song geschrieben und wir werden ihn auch nur ein einziges Mal spielen. Also... wenn ihr etwas habt, das leuchtet... bitte haltet es nach oben. Das hier ist für dich Granny. Wir danken dir für alles, was du für uns getan hast. Ohne dich, wären wir heute nicht hier... DANKE!... Das hier ist Hikari no umi de – im Lichtermeer...“ Schon als Taiki das Intro spielte, sah Seiya, wie die ersten Leuchtstäbe nach oben gehalten wurden.

Wir Lichter
werden dich begleiten
auf deinem allerletzten Pfad
Wir Lichter
leuchten dir den Weg
hinaus aus dem Leben
in eine bessere Welt.

Wir Lichter
werden dich begleiten
auf deiner Reise durch die Nacht
Wir Lichter
leuchten in dein Herz
Schließe die Augen
lass dich einfach leiten

Hab keine Angst.
Ich bin bei dir!
Ich führe dich
nach Haus!

Im Meer des Lichts -
lass dich treiben
Schließ' die Augen,
lass die Seele zieh'n
Im Meer des Lichts -
werde ich dich finden
irgendwann werden
wir uns wiederseh'n.

Seiya versuchte krampfhaft nicht in Tränen auszubrechen, während er sich vorstellte, wie er mit Yaten, Taiki und Shinko gemeinsam über eine Sternenbrücke nach Kinmoku schlenderten. Um sie herum ein Lichtermeer, dass sie nach Haus geleitete. Nach Hause in ihr winziges Sonnensystem aus drei Sonnen, einem Planeten und ein paar kleinen weiteren Himmelkörper, die ihre Bahnen um die Sonnen und den Planeten zogen. Auch wenn dieses Bild nicht dem glich, was er zuletzt von seiner Heimat gesehen hatte, sollte Shinko kein Bild der Zerstörung sehen. Sie sollte den Frieden und die Schönheit Kinmokus sehen und sich daran erfreuen. Shinko? Hörst du uns? Siehst du das? Das ist Kinmoku, unser Zuhause. Ich werde immer sehr sentimental bei diesem Anblick. Ja, in unserem Sonnensystem gibt es drei Sonnen, was aber dank unseres Schutzkristalls kein Problem ist. Magie schützt uns.
Fast hätte sich Seiya versungen, als er in Gedanken an Shinko sprach. Aber was machte das schon? Es war einfach ein sehr emotionaler Song für ihn. Das würden die Fans schon verstehen.

Wir Lichter
werden dich begleiten
denn du bist niemals allein‘
Wir Lichter
helfen deiner Seele ruhen
erhellen die Gedanken
wenn das Leben Fragen stellt.

Wir Lichter
werden dich begleiten
auf deiner Reise durch die Nacht
Wir Lichter
leuchten in dein Herz
Schließe die Augen
lass dich einfach leiten

Hab keine Angst.
Ich bin bei dir!
Ich führe dich
nach Haus!

Sie begleiteten Shinko durch die Atmosphäre Kinmokus hinab auf den Planeten, zeigten ihr als erstes den Schutzkristall und den Palast, der sich an den Stamm eines riesigen Olivenbaumes schmiegte. Sie zeigten ihr die blühenden Palastgärten, in denen die Starlights selbst mit Prinzessin Kakyuu saßen. Siehst du sie? Das ist unsere Prinzessin. Sie ist so eine schöne, starke, aber auch gütige Frau, eine würdige Führerin für die Bewohner Kinmokus. Wir brauchen sie, Kinmoku braucht sie. Dank ihr kann alles so schön blühen. Seiya versuchte Shinko alles zu zeigen: die wilden und sanften Seiten Kinmokus, das Meer, die Wälder, die Berge, die Menschen, wie sie sich regelmäßig zu Festen trafen, sangen und tanzten und dem Planeten dankten, dass sie auf ihm Leben durften. Du siehst, es ist alles etwas anders als auf der Erde, keine Autos, keine Wolkenkratzer... alles sehr natürlich. Für manche ist es das Paradies... Für uns ist es das auf jeden Fall.

Im Meer des Lichts -
lass dich treiben
Schließ' die Augen,
lass die Seele zieh'n
Im Meer des Lichts -
werde ich dich finden
irgendwann werden
wir uns dort wiederseh'n

Vertraue mir!
Ich bin bei dir!
Ich führe dich
nach Haus!

Im Meer des Lichts -
lass dich treiben
Schließ' die Augen,
lass die Seele zieh'n
Im Meer des Lichts -
werde ich dich finden
irgendwann werden
wir uns dort wiederseh'n

Seiya versuchte wirklich so sehr, nicht auf der Bühne zu weinen, dass ihm am Ende der ganze Körper weh tat. Doch irgendwann konnte er nicht mehr. Spätestens als wirklich fast jeder Mensch etwas Leuchtendes gefunden hatte und es hoch hielt. Vor ihnen flackerte wahrlich ein Lichtermeer. Seiya weinte nicht nur, weil es so wunderschön war, sondern weil er wusste, dass die Fans es nicht für die ThreeLights taten, sondern für Shinko. Len und Kikai hatten wirklich recht gehabt. Die Menschen waren wirklich sehr empfänglich für sowas. Und da stellte sich Seiya plötzlich die Frage, wie viel von ihren Botschaften die Menschen wirklich verstanden? Aber eigentlich war das auch egal, so lange die Botschaften, die erreichten, für die sie bestimmt waren. Und das waren heute Abend Kakyuu und Shinko.
Auch wenn Seiya sehr gerne auf der Bühne stand, war er froh, als er sie verlassen konnte. Sie hatten sich noch lang und breit bei den Fans bedankt, aber irgendwann konnte Seiya nicht mehr. Kaum waren sie in ihrer Umkleide, brach er weinend zusammen. Er kauerte sich auf dem Boden und machte sich ganz klein.
„Oh mein Gott, Seiya...“ Sofort waren Yaten und Taiki bei ihm. „Was hast du?“
Doch Seiya konnte nichts sagen. Die Tränen, die er weinte, schnürten ihm die Kehle zu. Und egal wie sehr Yaten und Taiki versuchten ihn zu beruhigen, konnte er einfach nicht aufhören. Er spürte es einfach. Das wars. Er fühlte es einfach. Wenn sie jetzt nach Hause kamen, würde Shinko nicht mehr auf sie warten.

Als sie ein paar Stunden später das Anwesen betraten, spüte Seiya sofort, dass sich seine Befürchtungen bewahrheitet hatten. Es herrschte eine ganz merkwürdige Stimmung im Haus. Gerade als er sich zurückverwandeln wollte, um in Shinkos Zimmer zu gehen, kam ihm Len entegegen, der den Kopf schüttelte.
„Bleibt bitte die ThreeLights“, sagte er leise mit brüchiger Stimme. Spätestens als er in Lens Augen sah, wusste er es. Das schienen auch Taiki und Yaten zu merken, denn sie wurden ganz still. Von Yaten hörte er nur einen undeutbaren Ton, der wahrscheinlich ein Schluchzen werden sollte. Doch Seiya selbst war in diesem Augenblick irgendwie sehr gefasst. Die Gewissheit zu haben war schrecklich und erlösend zugleich. Sich nicht mehr jeden Tag fragen zu müssen, ob Shinko den nächsten Tag erleben würde, hatte ihn mehr mitgenommen als gedacht. Len führte sie ins Musikzimmer.
„Heute Morgen sind meine Eltern, Mamoru und meine Schwester angekommen. Ich habe vergessen es euch zu sagen. Tut mir leid...“ Len musste eine Pause machen. Er war kurz davor zu weinen. Seiya setzte sich zu ihm und nahm ihn in die Arme. „Ich habe meiner Mutter natürlich gesagt, dass ihr hier lebt, aber das ihr die Popgruppe ThreeLights seit, die bei Granny ein Dach über den Kopf gefunden haben... Sie wird sich euch noch vorstellen, aber...“ Len schluckte. „Wichtig ist erst mal, dass ihr weiter hier wohnen könnt...“
„Wann....?“, fragte Taiki nur. An ihrem Tonfall wusste Seiya sofort, dass auch Taiki stark um Haltung rang. Taiki war niemand der öffentlich in Emotionen ausbrach. Sie behielt lieber die Nerven. Aber irgendwann war auch Taiki durch. Und der Moment war gekommen. Als Len nun doch in Tränen ausbrach, konnte sich nun auch Taiki nicht mehr zurückhalten. Sie hockten alle vier in dem Zimmer, das allen wahnsinnig viel bedeutete und sie in gewisser Weise zusammengebracht, in dem sie so viel Zeit verbracht hatten. Sie weinten gemeinsam. Wie lange wusste Seiya nicht. Es war ihm auch herzlich egal. Er fühlte wie ihn seine eigenen Gefühle übermannten. Als sie hier angekommen waren, hatte er seine Mutter beweint, den Verlust seiner Heimat und das Scheitern einer Mission. Er konnte nur schwer verarbeiten, dass er nun hier auf der Erde saß und den Tod eines Menschen beweinte, der wie eine Mutter zu ihm gewesen war. So fühlte es sich für Seiya zumindest an: als hätte er seine Mutter ein zweites Mal verloren.
„Um auf deine Frage zurückzukommen“, versuchte Len das Gespräch wieder aufzunehmen, als sie irgendwann zu schwach waren, um noch mehr in Tränen auszubrechen. „Wir haben euer Konzert als Familie zusammen angesehen. Grannys Augen haben geleuchtet. Sie hat sich so angestrengt das gesamte Konzert zu sehen. ...“ Len atmete einmal tief durch. Diese Worte schienen ihm sehr schwer über die Lippen zu kommen. „Aber ich habe gemerkt, dass sie eigentlich nur noch lebte, um euch auf der Bühne zu sehen... Am Ende war sie schon fast weg, hat aber immer gesagt, wie schön Kinmoku doch ist... Meine Familie hat es für Wahnvorstellungen gehalten... Aber … ja … das wars dann... Ich soll euch sagen, dass sie so stolz auf euch ist und sie sich eigentlich bei euch bedanken muss, weil ihr das letzte Jahr ihres Lebens erhellt habt. Ihre letzten Worte werde ich nie vergessen...“
...
„Jetzt kann ich beruhigt gehen...“
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Jetzt laufen mir selbst die Tränen...
...
Eigentlich würde ich das hier gerne einfach so stehen lassen. Aber es gibt noch ein paar kleine Sachen, die ich erwähnen möchte.
Auf Inas und meinem Instagram-Account könnt ihr ein Bild von Shinko sehen. Shinko
...
...
Der Song, den Kikai Seiya vorsingt, ist „Chasing Cars‟ von Snow Patrol.
Hier eine wunderschöne Version.

Chasing Cars

Den Song der ThreeLights für Shinko habe ich selbst geschrieben. Grundlage war ein Gedicht, was ich mal während meiner Schulzeit (also schon eeeewig her) geschrieben habe. Es hießt „Lichter werden dich begleiten“. Der Titel fiel mir irgendwann wieder ein und ich fand es so passend als letztes Geleit für Shinko.
Ich habe dieses Kapitel ersehnt... nicht weil Shinko von uns geht... aber weil ich es genauso schreiben wollte, weil ich es haargenau auf einen Konzert erlebt haben. Auf dem Konzert einer meiner Lieblingsbands Saltatio Mortis... also damals, als sie noch nicht so berühmt waren, kam der Sänger Alea auf die Bühne und sagte so ungefähr, dass seine geliebte Oma vor ein paar Tagen verstorben ist, dass er das Konzert aber nicht absagen wollte, weil er uns liebt, wir ihm Kraft geben und vor allem weil seine Oma seine Musik so geliebt und immer an ihn geglaubt hat. Da waren wir schon alle total berührt... Dann kam der Song Nichts bleibt mehr für Alea ein sehr persönlicher Song, doch er konnte ihn nicht singen, weil er so weinen musste. Also haben wir diesen Song für ihn gesungen... die Fans... Auch wir haben geheult. Das war einer der wenigen Male, die ich Alea umarmt habe, weil er nach dem Song von der Bühne sprang und sich von der ersten Reihe in die Arme nehmen ließ. Mir kommen heute noch die Tränen, wenn ich an dieses Moment denke. Das war glaube der berührenste Moment, den ich je auf einem Konzert erlebt habe. Und es ist einfach nur geil, wenn hunderte, ja fast tausende Menschen einen Song aus vollem Hals singen...
Daran musste ich jedenfalls denken, als ich dieses Kapitel schrieb, bzw immer wenn es um die Beziehung zwischen Shinko und den ThreeLights ging.
Das wollte ich nur mal loswerden...
Bis zum nächsten Mal.


Und nun entzünde ich eine Kerze für Shinko.
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