Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Tales of Starlight 1: Anothers Life

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Schmerz/Trost / P16 / FemSlash
Chibi-Usa / Sailor Chibi Moon / Serenity III Pegasus / Helios Seiya Kou / Sailor Star Fighter Taiki Kou / Sailor Star Maker Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II Yaten Kou / Sailor Star Healer
25.04.2021
06.02.2022
46
232.945
9
Alle Kapitel
158 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
09.09.2021 6.341
 
Meine Lieben,

von einigen herbeigesehnt, von anderen gefürchtet... Heute schon (weil is ja Freitag) kommt Seiyas und Kikais Date. Ich sage dazu erst einmal nichts. Am Ende des Kapitels werde ich mich dazu äußern. Genießt es einfach. :D

***

Jetzt möchte ich einfach noch mal etwas loswerden und ich denke ich spreche da für alle Autoren, denen es ähnlich geht: BITTE lasst die Finger von meinen Ideen oder meinen erfundenen Charakteren. Leider kommt es öfters einmal vor, dass ich nicht nur Ideen in anderen Geschichten sehe, sondern sogar denselben Wortlaut. Ich erkenne meinen Schreibstil, wenn ich ihn sehe. ;) Im Augenblick habe ich wenig Zeit andere Fanfiktions zu lesen, aber ich appeliere an eure Ehrlichkeit. Wenn euch etwas gefällt und ihr die Idee oder was auch immer aufgreifen wollt, dann fragt bitte vorher. Wir beißen nicht. Daher … Nicht von anderen mopsen, selbt wenn es „nur“ für Fanfiktions ist. Ich für meinen Teil stecke da sehr viel Zeit und Herzblut rein. Ich sitze so gut wie jeden Abend hier und schreibe diese Geschichten. Jeden Abend für mehrere Stunden. Ihr könnt hoch rechen, was das für Arbeitszeit bedeutet. Auch wenn OCs in Fanfiktions zumeist etwas verpöhnt sind... In jedem einzelnen OC steckt ein Teil von mir. Je länger ich über sie schreibe, umso lebendiger werden sie. Sie sind alle wie kleine Kinder, die ich hinaus ins Abenteuer schicke. Und ich liebe jeden einzelnen. Natürlich habe ich nichts dagegen, sie einmal auszuleihen... aber darüber möchte ich informiert werden, mit entsprechender Referenz.
Ihr seht also: wenn es um meine Babies geht, werde ich zu Mamabär ;) Ich wollt doch auch nicht, dass eure Sachen von jemand anderem geklaut werden. :)
So. Das war mein Wort zum Freitag.

Jetzt wird gedated. <3
Eure Anki

__________________


Seiya trat unruhig von einem Bein aufs andere, während er mit der Spitze seines Pferdeschwanzes spielte. Man, was war er nervös. Den ganzen Tag hatte er schon nichts Essen können, hatte noch einmal beim Restaurant angerufen, ob mit der Reservierung alles klappte. Die letzte Stunde hatte er im Badezimmer verbracht, geduscht, sich landfein gemacht und gegrübelt, was er anziehen sollte. Er war so verzweifelt gewesen, dass er Yaten um Rat gefragt hatte. Yaten! Um Rat gefragt! Dabei hatte er sich selbst total albern gefunden. Verhielten sich alle Teenager vor ihrem ersten Date so? Dabei war es für ihn ja nicht mal eines. Zumindest klang das so offiziell. Es war eigentlich nur ein Essen mit einer – ja doch mittlerweile – Freundin. Da war nichts dabei und er hatte auch keine Hintergedanken. Also warum das ganze Theater? Er verstand sich selbst nicht. Yaten offenbar auch nicht. Denn sie hatte nur mit den Schultern gezuckt und vorgeschlagen, er könne ja nackt gehen. Yaten – wie immer eine große Hilfe. Letztenendes hatte sich Seiya für eine helle Stoffhose, einem schwarzen longsleeve Shirt und einer roten Jacke entschieden. Das konnte so verkehrt nicht sein. Nicht zu schick aber auch keine Gammelklamotten. Sich als Frau schick zu machen, wäre ihm definitiv leichter gefallen, auch wenn er da lieber praktisch und lässig als wirklich schick bevorzugte. Aber das ging nicht. Kikai kannte nur seine männliche Form. Bis jetzt hatte er sich auch noch nicht entschieden, ob er daran etwas ändern wollte. Also musste er sein erstes Date als Mann bestreiten. So ganz behagte es Seiya nicht, da er befürchtete sich vielleicht im Eifer des Gefechts zu verplappern, oder dass Kikai einfach Fragen stellte, die ihn auf Messers Schneide brachten. Erst hatte er sich überlegt, sich ein paar Antworten auf mögliche Fragen zu überlegen, beziehungsweise mit Len ein paar Probegespräche zu führen. Das hatte er dann aber ganz schnell wieder ad acta gelegt. Er wollte natürlich rüberkommen, nicht wie ein Nachrichtensprecher. Er war der Süße und Wilde der ThreeLights. So wollte er sich auch verhalten. Aber da das ein wenig seinem Naturell entsprach, würde er dahingehend sicher weniger Probleme haben. Hoffte er zumindest.
Lange Rede, kurzer Sinn. Am Ende hatte er einfach beschlossen, alles auf sich zukommen zu lassen. Was anderes blieb ihm auch einfach nicht übrig. Er war auch extra etwas eher losgefahren, damit er ja nicht zu spät kam. Zu allem Überfluss war er auch noch ein paar Mal am Eingang des Restaurants vorbeigelatscht, weil er so in Gedanken war und sich der Eingang, getreu des Themas, möglichst unauffällig in seine Umgebung eingliederte. Und nun stand er hier rum und wartete, dass Kikai auftauchte. Er brannte darauf sie etwas näher kennenzulernen, denn Kikai überraschte ihn immer wieder. Das mochte er. Sie war bei den Probeaufnahmen im Tonstudio dabei gewesen. Dort hatte Kikai ihnen eröffnet, dass sie für ihren Vater als Studiomusikerin arbeitete. Aber das war noch nicht alles gewesen. Als Kikai dann auch noch hinter dem Schlagzeug gesessen hatte, hatte sie Seiya komplett in ihren Bann gezogen. Er war total beeindruckt. Das hatte vor allem ihren Songs noch etwas „Bums“ gegeben, wie sie es so treffend betitelt hatte. Vor allem „See me“ hatten ein paar Drums gut getan. Er war neugierig, welche spannenden Seiten er noch an ihr entdeckte. Seiya seufzte. So langsam konnte es ja nun mal losgehen. Gerade als Seiya einen Blick auf die Uhr werfen wollte, kam sie angeschlendert. Bei ihrem Anblick war Seiya wirklich froh, nicht im Gammellook erschienen zu sein. Kikai hatte sich wirklich hübsch gemacht. Ihre schlanken Beine steckten in einer wirklich engen Jeans, dazu ein leicht schimmerndes silbernes Top, darüber eine Lederjacke. Ihre braunen Locken hatte sie auf einer Seite zusammengeflochten. Ein paar grüne Augen strahlten ihn an. Was für ein Auftritt. Plötzlich kam sich Seiya sehr uncool und verdammt jung vor. Als Kikai ihn in diesem Aufzug anlächelte, begann sein Herz zu stolpern. Was war das denn? Kaum jemand brachte sein Herz zum Stolpern. Bevor er darüber sinnierte, wer diese Person gewesen war, ging er Kikai lieber einige Schritte entgegen. Es war eindeutig noch uncooler, während des Dates an eine andere Frau zu denken. Seiya schluckte. Plötzlich wurde ihm bewusst, dass es auch für ihn ein richtiges Date war. Er wollte, dass es eines war. Kikai hatte ihn im Tonstudio einfach umgehauen.
„Hi. Wartest du schon lange?“, fragte Kikai gut gelaunt.
„Nö.“ Seiya schüttelte den Kopf. Auch wenn es unter Japanern unüblich war, waren sie bei ihrer Verabschiedung im Tonstudio zu einer Umarmung übergegangen. Seiya würde das gerne auch als Begrüßung einführen. Zu seiner Erleichterung nahm Kikai die Einladung zur Umarmung strahlend an.
„Dann ist ja gut“, sagte sie und wandte sich dann dem unauffälligen Eingang entgegen. „Ich bin schon ganz aufgeregt. Ich war noch nie hier. Es soll aber großartig sein.“
„Ja. Ich bin auch schon gespannt. Wollen wir?“, fragte Seiya ungeduldig. Er wollte, dass es endlich richtig losging.
„Natürlich wollen wir. Vielen Dank“, sagte Kikai als Seiya ihr die Tür aufhielt. Ein Gentleman zu sein war schwierig, wenn man normalerweise die Dame war. Aber sie war schon immer ein ganzer Kerl gewesen. Das konnte sie heute Abend gleich mal unter Beweis stellen.
Sie kamen in einen kleinen Raum, eingefasst in schwarzen Panelen. Kaum hatten sie ihn betreten, ertönte eine leise Stimme.
„Seiya Kou?“
„Ja!“, antwortete Seiya, während er versuchte den Ursprung der Stimme auszumachen. Sie schien von überall her zu kommen. Doch mehr sagte die Stimme nicht. Seiya und Kikai sahen sich verwundert an, als ein paar Minuten erst einmal nichts passierte. Kikai zuckte nur mit den Schultern. Als Seiya sich entschloss einmal nachzuhacken, tauchten plötzlich neben ihnen zwei in schwarz gekleidete Ninjas auf. Seiya erschrak sich zu Tode. Und das als Kriegerin! Er hatte die Ninjas nicht kommen sehen. Kikai quietschte einmal kurz auf, lachte dann aber leise.
„Folgt uns unauffällig“, zischte der Ninja zu seiner Linken. „Los. Uns darf keiner sehen!“
Es dauerte einen kurzen Moment, bevor Seiya raffte, was hier abging. Sofort war er Feuer und Flamme.
„Geht nicht verloren“, hauchte der Ninja zu seiner Rechten. Seiya grinste Kikai an und hielt ihr die Hand hin. Diese nahm sie und erwiderte das Grinsen. Dann folgten sie den Ninjas durch eine Geheimtür im Boden in das Restaurant. Was immer Seiya erwartet hatte, das war es nicht. Vor ihnen tat sich ein kleines Dorf auf, was allerdings eher wie eine Festung anmutete. Die kleinen Wege des Dorfes waren wirklich wie ein Labyrinth und er musste aufpassen, dass er bei dem ganzen Staunen, die Ninjas nicht aus den Augen verlor.
„Das ist so cool“, lachte Kikai begeistert. Mittlerweile rannten sie den Ninjas Hand in Hand hinterher, vorbei an kleinen Hütten, herabhängenden Moosen, Wasserfällen und Teichen. Seiya fühlte sich seltsam in der Zeit zurückversetzt. Hatte es so einmal hier in Japan ausgesehen? Herrlich. Seiya hatte sich natürlich etwas von Len zu den Ninjas aufklären lassen und hatte sich etwas belesen. Aber sowas hatte Seiya noch nicht erlebt. Noch nie war der Gang zu einem Essen so aufregend gewesen. Im Palast der Prinzessin zu speisen, hatte definitiv etwas für sich, aber eine gehörige Portion Action konnte nie schaden. Und zu seiner großen Freude, schien Kikai genau der Typ für sowas zu sein. Volltreffer. In mehrerlei Hinsicht, dachte sich Seiya, beim Blick in Kikais strahlende Augen.
Die beiden Ninjas führten sie in eine der Hütten, wo schon ihr Tisch auf sie wartete. Sie wollten sich gerade bei ihren Begleitern bedanken, da waren die beiden auch schon wieder verschwunden. Seiya schüttelte lachend den Kopf. Sie setzten sich einfach. Er hatte ja schon Fotos in der Anzeige gesehen, aber live hier zu sein, war noch mal eine ganz andere Erfahrung. Er konnte sogar Grillen zirpen hören. Kikai sah ebenso begeistert aus, wie er sich fühlte und hatte obendrein vom Laufen noch eine ganz gesunde Gesichtsfarbe.
„Wasser?“, bot Seiya einfach an, als er eine Karaffe mit Wasser und zwei Becher stehen sah.
„Oh gerne...“ Kikai nickte, während sie sich immer noch staunend umsah. „Das ist wirklich abgefahren. Danke.“ Sie prosteten einander zu und löschten erst einmal ihren Durst.
„Sowas habe ich auch noch nicht erlebt. Ich -“ Seiya kam in seinem Satz gar nicht weiter, denn plötzlich tauchte hinter ihm ein Ninja auf und hielt ihm eine Schriftrolle vor die Nase, auf der die Speisekarte geschrieben stand. Mit rasendem Herzen, nahm Seiya die Rolle dankend entgegen, während der Ninja auch Kikai eine in die Hand drückte. Seiya hatte nur mal einen kurzen Blick auf seine Karte geworfen, da war der Ninja auch schon wieder weg.
„Oh man...“ Seiya versuchte sein Herz zu beruhigen. Er musste wohl damit rechen, dass die von überall her kamen. Kikai lachte sich nur ins Fäustchen.
„Du hättest dein Gesicht sehen müssen.“
„Lache nicht. Wahrscheinlich hättest du genauso ausgesehen, wenn er hinter dir erschienen wäre.“ Doch auch Seiya musste lachen.
„Bestimmt.“ Sie warf einen Blick auf die Karte und runzelte die Stirn. „Seiya...“
„Ich will nichts hören. Nimm was du möchtest!“, sagte Seiya bestimmt. Er wusste, warum Kikai zögerte. Die Preise für ein Menü waren nicht ohne. Zwischen 8.000 und 18.000 Yen. Das war ordentlich, aber dafür bekam man dafür auch einiges geboten. Auch Seiya war das eigentlich zu viel. Doch Len hatte darauf bestanden.
„Na gut.“ Kikai lächelte dankbar. Für einen Augenblick war es ruhig, nur das leise Murmeln anderer Gäste, Wasserrauschen und die Grillen waren zu hören. Gerade als sie beide die Schriftrollen beiseite legten, weil sie sich entschieden hatten, tauchte wieder ein Ninja auf. Dieses Mal kam er von Oben, hing über der Brüstung und notierte sich ihre Bestellung. Seiya musste schnell feststellen, dass dies definitiv kein Restuarant war, in dem man intensivere Gespräche führen konnte, denn an Action und Entertainment mangelte es nicht. Während sie auf ihre Vorspeise warteten, brach in den Gassen ein Tumult los. Neugierig steckten Seiya und Kikai die Köpfe aus ihrer Hütte, nur um sie dann schnell wieder einzuziehen, weil zwei Schwertkämpfende Ninjas an ihnen vorbei hechteten. Sie redeten etwas von einem Schatz und einem Diebstahl. Den Schatz hatte er beim reinkommen gesehen. Eine riesige Schatztruhe in einem kleinem See. Das war total Seiyas Ding. So gerne er sich mit Kikai unterhalten wollte, das verschob er lieber auf einen ruhigen Ort. Das schien Kikai nicht weiter zu stören. Sie untersuchten lieber den Raum und rieten, woher der nächste Ninja kommen würde. Es gab so viele Möglichkeiten und auch wenn sie meinten alles im Blick zu haben, erschreckten sie sich doch wieder, als die Vorspeise serviert wurde. Kräcker in Form von Shuriken, mit dem dazu passenden Dipp. Seiya musste sich sehr zusammenreißen um nicht die Flugfähigkeit der Kräcker zu testen. Die waren definitiv ein Hingucker und echt lecker. Auch die anderen Speisen standen dem in nichts nach. Die Küche war etwas gehobener. Es erinnerte ihn an manche Abende im Palast. Allerdings waren die Essen fast langweilig im Gegensatz zu diesem Menü. Alle Speisen waren wirklich aufwendig hergerichtet, natürlich alles dem Thema entsprechend. In einem Gang steckte sogar ein Schwert. Das war Seiyas Highlight. Mal ganz davon abgesehen, dass er noch nie Krabbenfleisch gegessen hatte, kam das was vom Tier über war auf einer Crapefruit. In dieser steckte der Säbel. Und der war echt. Der Ninja wies ihn an, das Schwert doch rauszuziehen. In der Hoffnung sich nicht völlig vor Kikai zu blamieren, zog Seiya geschickt das Schwert heraus. Fast sofort strömte Eisrauch aus den Öffnungen und bedeckte den ganzen Tisch. Kikai jubelte, während Seiya mit dem Schwert möglichst cool posierte. Der anwesende Ninja zückte eine Kamera und machte ein Foto der beiden. Auf Anweisung machte er noch eines, auf dem Seiya und Kikai in einer coolen Kampfpose posierten.
„Wenn ihr nachher bezahlt, könnt ihr es euch anschauen und ausdrucken lassen. Wenn ihr wollt.“ Er nannte auch einen Preis, der im Gegensatz zu den Essenspreisen, sehr human war.
„Erstmal anschauen wie es geworden ist“, schlug Kikai vor. Seiya nickte. Bei actionreichen Fotos war die Gefahr schnell groß, dass man wirklich dämlich und unvorteilhaft ausschaute. Aber selbst das würde ihn an diesem Abend nicht wirklich stören. Er hatte lange nicht mehr so viel Spaß gehabt. Es wurde auch nie langweilig, denn zwischen den Gängen wurden sie wunderbar unterhalten. Von Zaubertricks, über eine kleine Feuershow war alles dabei. Seiya war fast ein wenig traurig, als es vorbei war. Als sie am Wunschbrunnen vorbeikamen, warfen sie ein wenig Kleingeld hinein. All das Geld was darin landete, wurde gespendet.
„So, dann wollen wir mal schauen“, sagte Kikai, als sie die letzte Hütte im Dorf betraten. Dort gab es eine Theke und einen Bildschirm. Auf diesem konnten sie die Fotos sehen, die gemacht wurden.
„Das erste nicht“, sagte Seiya sofort. „Da sehen wir beide etwas unvorteilhaft aus.“
„Stimmt. Aber das zweite ist so witzig. Schau, wie er da hängt.“ Kikai zeigte auf den Ninja, der an der Wand baumelte. „Die spendiere ich, okay?“ Erst wollte Seiya protestieren, nickte dann aber. So würde Kikai sicher kein schlechtes Gewissen mehr wegen den Preisen haben.
Nachdem sie gezahlt hatten, sprang ein Ninja hinter dem Thresen vor. „Folgen Sie mir!“
„Auf Wiedersehen.“
„Vielen Dank.“ Seiya und Kikai verbeugten sich artig vor dem Mitarbeiter und folgten dem Ninja durch einen dunklen Gang nach draußen. Als sie wieder auf der Straße standen, brauchten beide einen Moment, um wieder runterzukommen und sich an das Licht zu gewöhnen. Die Sonne war gerade untergegangen.
„Puh...“ Seiya atmete einmalt tief durch. Auch wenn es im Restaurant gut belüftet war, so war er doch froh die kühle Herbstluft atmen zu können. Er atmete ein paar Mal tief durch. „Das war was. Damit hatte ich nicht gerechnet.“
„Aber es war wahnsinnig cool. Danke, dass du mich mitgenommen hast, Seiya.“ Kikai lächelte glücklich.
„Nichts zu danken.“ Seiya erwiderte das Lächeln. „Ich hatte auch wahnsinnig Spaß.“ Es wäre wirklich schade, wenn ihr Date jetzt schon zuende wäre. Er wollte Kikai nach diesem Erlebnis nicht einfach nach Hause schicken. Außerdem genoss er ihre Gesellschaft. Sie schien sich auch für die selben Dinge wie er zu begeistern. Zudem hatten sie noch nichtmal richtig Zeit gehabt sich zu unterhalten. „Wollen wir noch ein bisschen spazieren gehen und uns die Beine vertreten?“, fragte er schließlich.
„Sehr gerne.“ Kikai nickte. „Wollen wir zum Hafen gehen?“
„Klar.“ Sie schlenderten in die Richtung. Zuerst unterhielten sie sich noch angeregt über das gerade erlebte. Seiya hatte bis jetzt keine Sekunde bereut, diesem Date zugestimmt zu haben.

„Sag mal, Seiya. Nun wurden wir nun schon in ein geheimes Ninjadorf entführt. Bist du auch einer? Immerhin weiß ich auch nicht wirklich etwas über dich“, fragte Kikai irgendwann, während sie am Hafen entlang gingen. Seiya schluckte. Auch wenn die Frage sehr charmant formuliert war, war es eine Frage, die er befürchtet hatte. Er ließ sich einen Augenblick Zeit mit der Antwort, beobachtete die Lichter, die sich auf der Wasseroberfläche spiegelten. Dass er Kikai etwas antwortete stand außer Frage. Er war sich nur nicht sicher was. „Du musst es mir natürlich nicht sagen. Euer Märchen am Mittwoch war zwar schön … aber wirklich etwas von euch verraten, habt ihr nicht. Außer, dass ihr nicht aus Japan kommt, was ja offensichtlich ist.“
„Nein. Bin ich auch nicht.“ Seiya seufzte. Er blieb stehen und sah Kikai an. Eigentlich wollte er ehrlich sein. Aber konnte er ihr auch vertrauen? Würde sie die Wahrheit vertragen können? „Ich komme von weit her... es ist ein wenig kompliziert...“
„Ich verstehe...“ Kikai erwiderte den Blick nachdenklich. Seiya konnte sich nicht helfen. Im Zwielicht der blauen Stunde sah Kikai wirklich hübsch aus, fast ein wenig mystisch und geheimnisvoll. Und diese vollen Lippen. Die sahen verdammt verführerisch aus. Seiya schalt sich. Er hatte gerade weit andere Probleme, als die Überlegung, ob er Kikai küssen sollte oder nicht. So ganz konnte er seine Gedanken gerade nicht steuern. Das war ihm alles etwas viel an Gefühlswirrwarr. „Okay. Machen wir einen Deal.“ Kikais Worte holten Seiya sofort wieder in die Realität zurück. „Ich verrate dir mein größtes Geheimnis und du mir deines. Ich fange auch an.“
„O-okay.“ Noch bevor Seiya die Worte hatte aufhalten können, hatte er auch schon zugestimmt. Verdammt. Kikais Geheimnis konnte wahrscheinlich nicht mit seinem mithalten. Trotzdem war er neugierig, was es war, wenn sie meinte, ihn damit ein wenig aus der Reserve locken zu können. Kikai kam ihm etwas näher, als durfte das ja kein anderer wissen.
„Du musst wirklich versprechen es niemanden zu sagen! Ansonsten schleife ich dich zurück ins Restaurant und verwende ein paar Shuriken. Ich bin gut im Werfen!“
„Nein. Keine Sorge. Ich schwöre.“ Seiyas Herz raste. Es musste Kikai wahnsinnig wichtig sein. Da er wollte, dass auch sein Geheimnis nicht die Runde machte, würde er einen Teufel tun, Kikai zu verraten.
„Hm...“ Kikai war nun ganz nahe. Er konnte ihre etwas kalten Lippen an seinem Ohr spüren. Eine Gänsehaut legte sich auf seinen Körper. Was jetzt auch kam, Seiya war sich plötzlich sehr sicher, dass es alles ändern würde. „Eigentlich... stehe ich auf Frauen“, hauchte sie Seiya ins Ohr. Diesem wurde heiß und kalt zugleich. Was? Innerlich stöhnte Seiya laut auf. Und sie stand hier als Kerl. Was war das denn für ein Date? Ironie des Schicksals? Es machte auch nichts besser, dass es in seiner Magengegend anfing zu kribbeln. Und er war sich sicher, dass es nicht am Essen lag, dass er gegessen hatte. Er war ganz kirbbelig, als würden hunderte kleine Ameisen in einem Körper Samba tanzen. Wenn nur die geringste Chance bestünde, dass Kikai ihn nicht gleich ins Hafenbecken schubbste, dann könnte der Abend wirklich noch interessant werden. „Nun du“, flüsterte Kikai. „Und anschließend reden wir drüber.“
„Na gut... Du musst jetzt ganz stark sein“, sagte er und schob Kikai von sich weg. „Sieh jetzt genau hin“, bat Seiya. Er trat etwas von Kikai weg, warf einen prüfenden Blick von Rechts nach Links und verwandelte sich dann zurück in ihre weibliche Form. Ihr Shirt war eng genug, dass Kikai durch die offene Jacke genau sehen müsste, was sich verändert hatte. Sie spürte Kikais Blick auf sich, doch sie sagte nichts. Es vergingen einige Minuten, die für Seiya die Hölle waren. Wenn es wenigstens irgendeine Reaktion geben würde. Doch Kikai starrte sie nur mit leicht offenem Mund und aufgerissenen Augen an. Seiya sah ein wenig verunsichert zurück. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals. Auch wenn sie auf eine Antwort brannte, wollte sie Kikai die Zeit geben, das zu verarbeiten. Und immerhin war sie noch nicht davon gerannt, oder war aus Schock ins Hafenbecken gesprungen.
„Du weißt schon, dass das ein paar weitere Fragen aufwirft, die du mir beantworten musst“, sagte Kikai schließlich. Sie kam wieder näher und sah Seiya von oben bis unten ungläubig an.
„Meinetwegen darfst du auch anfassen. Die sind echt“, platzte es pötzlich aus Seiya heraus.
„Was?“ Kikai starrte Seiya ganz entgeistert an. „Nein. Doch nicht hier.... Außerdem will ich nicht, dass du dich dabei unwohl fühlst.“
„Okay.“ Seiya konnte nicht anders als leise zu lachen. Das waren Kikais Sorgen, nachdem sie sich verwandelt hatte? Und schon wieder hatte Kikai sie mit ihrer Reaktion überrascht. „Aber nur fürs Protokoll... Wir stehen am selben Ufer, Herzchen.“
„Du verarschst mich doch!“ Kikai boxte Seiya gegen den Oberarm und schüttelte dabei immer wieder den Kopf.
„Wieso sollte ich? Das ist ernst...“, erwiderte Seiya sofort. „Au, lass das!“
„Oh man... Seiya... Du bist doch Seiya?“
„Ja. Die Leibhaftige.... ich erkläre dir gerne alles. Aber nicht hier.“ Seiya war nicht wohl dabei dieses Thema auf offener Straße zu besprechen. Genaugenommen war es schon unklug gewesen, sich zu offenbaren. Immerhin waren die Straßen Nagasakis um diese Zeit noch gut gefüllt. Seiya seufzte. Wenn Yaten und Taiki das wüssten, würde sie einen Kopf kürzer gemacht werden. Aber sie hatte nicht vor den beiden das zu erzählen. Das musste sie Kikai auch noch verklickern. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Wahrscheinlich hatte Kikais Geständnis sie zu der Handlung verleitet. Es weckte etwas in ihr, etwas womit sie sich eigentlich nie hatte beschäftigen wollen.
„Kommst du noch mit zu mir?“, fragte Kikai leise. „Ich wohne alleine, da hätten wir wirklich Ruhe.“
„Okay.“ Seiya stimmte zu, ohne weiter darüber nachzudenken. Ihr Bauchgefühl zwang sie regelrecht dazu.
„Gut.“ Kikai packte einfach Seiyas Hand und zog sie mit sich. „Komm. Ist auch nicht weit.“ Und wahrscheinlich auch wärmer, überlegte Seiya, während sie Kikai folgte. Ihr fiel wieder ein, dass Kikai ja bereits volljährig war. Da brauchte sie sich nicht wundern, wenn sie alleine wohnte.

„Komm rein.“ Kikai öffnete die Wohnungstür und schaltete das Licht an. „Ich habe zwar nicht mit Besuch gerechnet, aber sei's drum.“
„Alles gut...“ Seiya zog sich an der Tür die Schuhe aus und sah sich dann neugierig um. Dass Kikais Familie nicht am Hungertuch nagen musste, sah sie sofort. Laut Len waren eher viele kleine Wohnungen in Japan gang und gebe. Vor allem für Alleinstehende. Kikais Wohnung jedoch hatte einen kleinen Flur, von dem zwei Türen abgingen.
„Hier rechts ist das Badezimmer“, erklärte Kikai, als sie Seiya den Flur entlang führte. Er endete in einem großzügigen Wohnessbereich in dessen einer Ecke ein großer Schreibtisch mit Computer und einiger Aufnahmetechnik stand.
„Ich dachte du lebst in Tokyo?“, fragte Seiya verwundert. Diese Wohnung sah aber so aus, als würde sie hier regelmäßig hausen. Auch die vielen Zimmerpflanzen sahen gesund und munter aus.
„Nein. Ich studiere nur dort. Da ich jetzt aber mit diesem Semester fertig bin, ziehe ich wieder komplett hier her. In Tokyo hatte ich nur ein Zimmer in einem Studentenwohnheim. Da ich aber schon während des Studiums immer viel mit meinen Vater gemacht habe und natürlich mit ins Label einsteigen werde, wollte ich irgendwann meine eigene Wohnung... außerdem … spielt da meine sexuelle Orientierung auch eine große Rolle bei. Willst du auch einen Tee?“, fragte sie, während sie den Wasserkocher füllte.
„Gerne. Danke.“ Seiya sah ihr einfach dabei zu. Offenbar schien Kikai in dieser Hinsicht Probleme mit ihren Eltern zu haben, wenn sie deswegen auszog.
Während das Wasser kochte, wandte sich Kikai zu Seiya und sah sie unverblümt von oben bis unten an. Die Stimmung war irgendwie angespannt. Seiya hatte keinen Plan warum. Die heitere und gelöste Stimmung von vorhin war verflogen. Es war ihr nicht unangenehm, dennoch war sie sich nicht sicher, wie sie sich nun verhalten sollte. Aber Kikai offenbar schon.
„Ich muss mal was kontrollieren“, murmelte die Braunhaarige, trat an Seiya heran und ließ ihre Hand langsam zu ihrem Busen gleiten. Seiya schnappte überrascht nach Luft, während Kikai die Brust sanft massierte. „Wirklich echt....“
„Sag ich doch“, hauchte Seiya, nachdem sie eher unbewusst die Luft angehalten hatte. Sie atmete seufzend aus. Das fühlte sich verdammt gut an. Es jagte ihr einen wohligen Schauer über den Körper, sorgte dafür, dass das Verlangen von Kikais Lippen zu kosten, fast unerträglich wurde. Seiya wusste gar nicht was mit ihr los war. Dieses Gefühl war von jetzt auf gleich da und hatte sie vollkommen überrumpelt. Sie konnte einfach nicht anders. Sie musste es tun. Etwas in ihr drängte regelrecht dazu. Zögerlich lehnte sich Seiya hinab zu Kikai. Diese kam ihr ein wenig entgegen, bis sich ihre Lippen zu einen süßen Kuss trafen. Heilige... Plötzlich war Seiyas Kopf wie leergefegt. Doch bevor Seiya sich entscheiden konnte, was sie jetzt tat, löste Kikai vorsichtig den Kuss.
„Also, wer bist du wirklich?“, fragte Kikai nur ein paar Millimeter von Seiyas Lippen entfernt.
„Ich kann mich nicht konzentrieren, mit deiner Hand auf meiner Brust...“, gestand Seiya mit einem schiefen Lächeln auf den Lippen.
„Oh, sorry...“ Kikai nahm die Hand weg. In diesem Augenblick klickte der Wasserkocher und holte die beiden wieder aus dieser für Seiya doch sehr merkwürdigen Stimmung zurück. „Setz dich doch einfach aufs Sofa, während ich den Tee fertig mache.“
„Okay...“ Seiya war froh, sich erst einmal zurückziehen zu können. Es war nicht so, dass es ihr nicht gefallen hatte – ganz im Gegenteil. Sie hungerte nach mehr, konnte sich aber nicht so recht erklären, woher dieses Gefühl plötzlich kam. Bei Len war das nicht so intensiv gewesen. Und eigentlich hatte sie das als einmalige Erfahrung abgetan. Sie war schließlich nicht für irgendwelche Techtelmechtel hier. Aber irgendwas machte Kikais ganze Art mit ihr. Sie hatte einiges in ihrem hübschen Kopf, war zudem noch gut gebaut und nicht auf den Mund gefallen. Als Seiya sich dabei erwischte, wie sie auf Kikais Hintern starrte, räusperte sie sich und schaute sich angestrengt im Zimmer um. „Du magst Pflanzen, kann das sein?“, war das Unverfänglichste, was ihr einfiel.
„Ja. Ich liebe sie. Sie sorgen für eine positive Atmosphäre und reinigen zudem die Luft.“
„Ich kann auch nicht ohne Pflanzen um mich herum. Meine Heimat ist voll davon und Blumen an jeder Ecke ...“, murmelte Seiya ein wenig abwesend.
„Dann erzähl mal. Wer bist du?“, sagte Kikai und reichte Seiya eine Teetasse.
„Danke.“ Seiya seufzte. „Sagt dir Sailor Moon etwas?“ Nach der Erfahrung mit Len, war das anscheinend ein guter Punkt um in das Thema einzusteigen.
„Die Kriegerin für Liebe und Gerechtigkeit. Hab sie nur mal in den Medien gesehen... Was ist mit ihr?“, wollte Kikai wissen.
„Ich bin auch eine... also eine Kriegerin, allerdings für meinen Heimatplaneten...“
„Echt jetzt? Als du sagtest, du kommst von weit her, habe ich nicht erwartet, dass es aus dem All ist...“ Kikai starrte sie entgeistert an.
„Na doch...“ Seiya erzählte Kikai von ihrem Heimatplaneten, ihrer Prinzessin, dem Angriff und wie sie hier gelandet waren. „Mittlerweile bin ich mir sicher, dass wir wahnsinniges Glück hatten bei Lens Großmutter auf dem Anwesen gelandet zu sein. Er und Shinko waren uns wirklich eine große Hilfe... ich wüsste nicht, wo wir ohne sie wären...“
„Ihr sucht wirklich eine Prinzessin... krass... jetzt machen die ganzen Lyrics und das Sterne-Ding noch mehr Sinn...“ Kikai trank schweigend ihren Tee, bevor sie Seiya mit einem interessierten Blick musterte. „Und was hat es mit dem Jungs-Ding auf sich...“
„Im Gegensatz zu meiner Heimat ist Homosexualität hier nicht die Regel. Es erschien uns allen einfach besser, Liebeslieder an eine Frau lieber als Jungs zu singen... Die Verwandlung ist reine Magie... und zusätzlich eine gute Tarnung.“
„Da magst du recht haben.“ Kikai lehnte sich seufzend zurück. „Meine Eltern sind sehr konservativ. Da sie zudem noch in der Öffentlichkeit stehen, wollen sie mit Homosexualität nichts zu tun haben. Deswegen habe ich Angst mich zu outen. Ab und an date ich einfach einen Mann, damit sie Ruhe geben. Sie fragen ständig nach einem Mann in meinem Leben und solange ich mich noch nicht überwinden kann, breche ich halt die Herzen der Männer... Deswegen wollte ich das Date nur mit dir alleine... Tut mir Leid.“
„Autsch... jetzt fühle ich mich benutzt.“ Trotzdem lachte Seiya leise. Sie war irgendwie erleichtert, dass nicht nur ihre weiße Weste alles andere als rein war.
„Sorry... wirklich....“ Kikai sah etwas geknickt drein. Aus einem Impuls heraus, legte Seiya ihren Arm um sie.
„Ach, schon gut. Ich verstehe deine Hintergründe. Das ist nicht einfach...“
„Dass du nun aber eine Frau bist und zudem nicht von der Erde, ändert alles...“ Kikai stellte ihre Tasse auf dem kleinen Beistelltischchen ab. Dann sah sie Seiya keck an. „Aliens hab ich mir aber immer etwas anderes vorgestellt... nicht so … sexy...“
Seiya schluckte. „Hab ich jetzt dein Weltbild zerstört?“ Als Kikai das sagte, kroch Seiya ein wohliger Schauer über den Rücken.
„Ja, irgendwie schon. Mein erster Impuls war es auch, einfach wegzurennen, nachdem du dich verwandelt hast...“, verriet Kikai nun doch etwas kleinlaut.
„Wieso?“ Was war das denn bitte für eine Frage? Seiya schalt sich. Das war doch klar wieso. Das sollte eigentlich eine natürliche Reaktion sein, wenn sich ein Mann vor einen physisch in eine Frau verwandelte. Aber irgendwie schienen die Menschen taffer zu sein als erwartet. Oder eine höhere Macht, sorgte dafür, dass sie nur auf diese Exemplare stießen. Was es auch immer war. Sie war irgendwie wahnsinnig glücklich, dass Kikai nicht reiß aus genommen hatte.
„Mal ganz abgesehen vom Schock... Ich mag dich Seiya. Auch als Typ. Deine ganze Art ist so erfrischend unkompliziert. Ich habe gleich gemerkt, dass die Chemie zwischen uns stimmt. Und jetzt bist du auch noch in Wahrheit eine Frau... Das bringt meine Gefühlswelt ganz durcheinander, weißt du das?“
„Ähm... war nicht mit Absicht“, sagte Seiya leise. Wenn Kikai wüsste, wie durcheinander sie Seiyas Gefühlswelt brachte. Damit konnte sie so gar nicht umgehen. Sie hatte keine Ahnung, was sie tun sollte. Das überforderte sie ein wenig, denn nie im Leben hatte sie vor gehabt sich mit solchen Emotionen auseinanderzusetzen, geschweige denn sie ausleben zu wollen. Wo auch immer das hinführte? So langsam fühlte sie sich dagegen etwas machtlos.
„Das weiß ich doch.“ Kikai kam Seiya ein wenig entgegen. Ihr erster Impuls war zurückzuweichen, aber etwas in ihr hinderte sie daran. Es war auch dieses Etwas, dass Kikai hatte küssen wollen, als diese ihre Hand auf Seiyas Busen gelegt hatte. Bei der Erinnerung daran wurde sie wieder ganz kribbelig. „Und vermutlich werde ich mich erst outen, wenn ich wirklich mein Herz an eine andere Frau verliere.“ Kikai legte verträumt den Kopf schief. „Du wärst wirklich eine gute Kandidatin dafür. Aber ich steh nicht so auf Fernbeziehungen.“
Das brachte Seiya zum Lachen, auch wenn es eigentlich nicht lustig war. „Ich wünsche dir von ganzen Herzen, dass du die Eine findest...“, hauchte Seiya ehrlich. Kikai war nun wieder so nahe. Das brachte sie völlig aus dem Konzept.
„Danke... aber was ist mit dir? Wartet jemand zuhause auf dich?“
„Nein...“ Nicht, wie Kikai es meinte. „Aber eigentlich...“ Nein. Sie konnte nicht auch noch Kikai sagen, dass sie eigentlich keine Ahnung hatte, was sie tun sollte, keine Ahnung wie sich verliebt sein anfühlte, keine Ahnung was sie, verdammt noch mal, hier eigentlich tat.
„... bist du noch süß und unschuldig?“, vollendete Kikai den Satz. Seiya sah ertappt zur Seite. War sie so einfach zu lesen? Oder brachte das einfach die Erfahrung? Kikai war nun noch etwas älter als Len. Auch wenn sie es vor ihren Eltern geheim hielt, würde sie sicher schon ihre Erfahrung gesammelt haben. Wie sonst, sollte Kikai wissen, dass sie auf Frauen stand? Und sie? Seiya fühlte sich plötzlich wie ein unschuldiges Kitz in die Enge getrieben. Ihr Selbstbewusstsein hatte sich tief in ihr Inneres zurückgezogen. Das war alles ein wenig viel. Es war nicht klug einem Menschen so nahe zu kommen und schon gar nicht etwas mit ihm anzufangen. Aber was scherte sich Seiya um Regeln? Mit dem heutigen Abend, hatte sie diese eh gebrochen. Aber es war Kikai. Ihr Bauchgefühl vertraute ihr voll und ganz. Dennoch schob Seiya Kikai leicht von sich. Dann erhob sie sich.
„Ich sollte jetzt gehen.“
„Was?“ Bevor zu Kikai durchdrang, was sie gerade gesagt hatte, war Seiya schon an der Tür. „Nein... bitte... geh nicht...“ Kikai hatte von hinten die Arme um Seiya geschlungen. Die Schwarzhaarige erstarrte zur Salzsäule. Kikai drückte ihren Körper fest an Seiyas. Sie konnte die Berührungspunkte überall auf ihrem Körper spüren, wie Kikais Arme ihre Seite umschlungen, wie sich Kikais Brust an Seiyas Rücken presste.
„Ich...“ Mit dieser Umarmung hatte Kikai sie vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt.
„Bitte... Deine Loyaliät und Pflichtbewusstsein in aller Ehre... Seiya... Das bedeutet doch aber nicht, dass du deine Gefühle verschließen musst... Ich spüre es doch... Und ich bin nicht blind...“ Auch wenn Kikai in Seiyas Rücken murmelte, drang jedes noch so kleine Wort zu Seiya durch. „Auch du darfst dich dem hingeben...“
„Kikai...“ Seiya löste behutsam Kikais Arme und drehte sich zu ihr um. „Bin ich so leicht zu durchschauen?“
„Nein. Aber ich war genauso...“ Kikai legte eine Hand an Seiyas Wange. Diese schloss genussvoll die Augen. „Wir sind uns ähnlicher als du denkst...“
Seiya seufzte schwer und legte ihre Stirn auf Kikais Schulter ab. Wo war sie da nur reingeraten? Wo kamen auf einmal all die Gefühle, das Verlangen nach Nähe her? „Seiya, du brauchst verdammt viel Zuneigung“, hatte Len einmal gesagt. Wahrscheinlich hatte er recht. Sie war so in ihren Diensten, ihre Kämpfen und ihren Pflichten festgefahren, dass sie das Wesentlichste aus den Augen verloren hatte. War es das? Wurde sie deshalb volle Kanne von diesen Bedürfnissen übermannt?
„Wir werden aber keine gemeinsame Zukunft haben“, stellte Seiya einmal klar.
„Das ist mir Bewusst. Aber was bringt es an die Zukunft zu denken, wenn wir vergessen im Jetzt zu leben...“, antwortete Kikai sanft. „Sieh mich an, Seiya...“ Seiya hob den Kopf, nur um in ein paar liebevolle grüne Augen zu schauen. „Glaub mir. Auch wenn du es vielleicht jetzt nicht willst. Auch du wirst irgendwann dein Herz verlieren und dann wird dir alles andere egal sein. Aber bis dahin... musst du nicht einsam sein...“ Mit diesen Worten zog sie Seiya einfach zu sich und drückte ihre Lippen auf die der Schwarzhaarigen. Damit brachte sie Seiyas Fassade endgültig zum Einsturz. Sofort erwiderte Seiya den Kuss, schlang die Arme um Kikai, drückte sie an sich. Der stürmische Kuss wurde leidenschaftlicher. Wie von selbst öffneten sich ihre Lippen, sodass sich ihre Zungen treffen konnten. Noch ein wenig zaghaft erkundete Seiya den anderen Mund, verlor jedoch mehr und mehr die Zurückhaltung als Kikai ihre Hände wandern ließ. Das machte sie schier wahnsinnig. Ein wenig ruppiger als gewollt, drückte Seiya Kikai an die Wand, ließ auch ihre Hände langsam wandern. Eigentlich hatte sie schon so lange darauf gewartet, sich vorgestellt, wie es sich wohl anfühlen würde. Als ihre Hände Kikais Busen erreichte, entfuhr dieser ein leises Stöhnen. Ein Laut, der Seiya durch Mark und Bein ging. Für solche Laute verantwortlich zu sein, brachte ihr Blut in Wallungen. Das gefiel ihr.
„Komm...“, hauchte Kikai gegen Seiyas Lippen, als sie den Kuss unterbrachen, um Luft zu holen. Seiya folgte Kikai ins Schlafzimmer. Sofort zog Kikai Seiya mit sich aufs Bett. „So ist es gemütlicher...“
Seiya gab nur ein zustimmendes Brummen von sich. Das war definitiv besser. So war auch die Gefahr geringer, dass ihre Beine irgendwann einfach nachgaben, weil ihre Knie weich wurden. Was auch immer Kikai für einen Schalter bei ihr umgelegte hatte, jetzt genoss sie es. Ihr Blut pulsierte lebendig durch ihre Adern, das leise Rauschen in ihren Ohren, störte sie nicht. Ganz im Gegenteil. Sie wurde mutiger. Während ihre Lippen wieder zureinanderfanden, ließ Seiya ihre Hände wandern, schlichen sich unter Kikais Oberteil. Die warme weiche Haut fühlte sich wunderbar an. So verführerisch. Sie wollte so viel wie möglich davon erkunden. Also schob sie es immer weiter nach oben, bis Kikai es einfach abstreifte.
„Gleiches Recht für alle...“, murmelte sie. Seiya ließ es sich bereitwillig ausziehen, ohne einen Gedanken daran zu verschweden, dass sie gar keinen BH trug. Zu Beginn des Abends, war das schlicht weg unangebracht gewesen. Das schoss wohl auch Kikai durch den Kopf, denn sie hielt kurz inne, lächelte dann aber und drückte Seiya auf das Bett zurück. Sie ließ ihre Lippen federleicht über Seiyas Bauch gleiten, hinauf zu ihrer Brust. Es brachte Seiya schier um den Verstand, als Kikai begann ihren Busen zu liebkosen. Sie stöhnte auf und hätte sich vor Überraschung fast selbst den Mund zugehalten. Doch schalt sie sich einen Narren. Was war denn schon dabei? Es gefiel ihr und Kikai sollte das ruhig hören. Und es waren nicht die einzigen Laute, die Kikai ihr entlockte. Seiya wusste gar nicht, dass sie solche Töne von sich geben konnte. Aber es war leicht sich dem hinzugeben. Jetzt wo Kikai sie aus ihrer Höhle gezerrt hatte, fragte sie sich schon, warum sie all die Jahre auf das verzichtet hatte?
„Wir können aufhören, wenn es dir zu viel wird?“, hauchte Kikai zwischen zwei hungrigen Küssen. „Noch könnte ich es...“
„Machst du Witze?“, knurrte Seiya und fing sich ihre Lippen wieder ein, drückt ihren Unterleib an Kikai. „Ich mache keine halben Sachen. Jetzt will ich alles...“
Kikai lachte nur leise. „Genau, das wollte ich hören.“


_______________

Seiya macht eben keine halben Sachen. …. (das sagt sie ja auch zu Akane)
Eigentlich wollte ich es nicht so weit kommen lassen. Aber irgendwoher muss Seiya ja ihre Erfahrung und Selbstbewusstsein haben. Es muss doch einen Grund geben, warum sie so auf Bunny zu geht, sogar ein wenig forsch und unverblühmt... Dass sie Gefühle über ihre Mission stellt...
Und so sehr ich Bunny und Seiya auch liebe... Es ist und bleibt die Vorgeschichte, wo Bunny und Seiya sich noch nicht real life begegnet sind. Das dürft ihr nicht vergessen.
Und mittlerweile ist es wirklich eines meiner Lieblingskapitel. Ich mag den frischen Wind, den Kikai in die Truppe bringt. :D Wer brauch schon Vitamin D, wenn er Vitamin K haben kann. Nicht wahr, Ina!?

Das Restaurant gibt es wirklich. Es ist aber nicht in Nagasaki, sondern in Tokyo. Aber wer wird denn schon kleinlich sein.
Schaut euch das lieber mal an. Ist das nicht cool? Obwohl das Essen nichts für mich wäre.
Restaurant


 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast