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Tales of Starlight 1: Anothers Life

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Schmerz/Trost / P16 / FemSlash
Chibi-Usa / Sailor Chibi Moon / Serenity III Pegasus / Helios Seiya Kou / Sailor Star Fighter Taiki Kou / Sailor Star Maker Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II Yaten Kou / Sailor Star Healer
25.04.2021
06.02.2022
46
232.945
9
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Dieses Kapitel
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25.04.2021 3.433
 
Der Boden bebte als neben ihnen ein schwarzer Blitz niederschoss und nur ein paar Meter entfernt die Erde aufriss. Die Erschütterung war so stark, dass es jeden noch so standfesten Bewohner Kinmokus zu Fall brachte. Auch die Sailor Starlights verloren jede das Gleichgewicht und landeten unsanft zwischen den Trümmern der Stadt. Immer wieder zuckten schwarze Blitze vom Himmel, der sich in einen bedrohlichen violetten Umhang gehüllt hatte. Von den drei Sonnen war rein gar nichts mehr zu sehen und wenn, würden sie nur blutrot auf den unter Beschuss stehenden Planeten hinabsehen. Das Land wurde nur noch von den Feuern und Explosionen erhellt, die durch die Blitze und Angriffe entfacht wurden. Doch hatten die Starlights keine Zeit sich dem Ausmaß der Zerstörung bewusst zu werden. Es herrschte ein großes Durcheinander auf dem einst so friedlichen Planten am Rand der Milchstraße. Schon lange war das einstige vor Farben leuchtende und reine Land mit Staub, Geröll und Blut beschmutzt. Das sonst so stete Murmeln und Summen an jeder Ecke war verstummt. Stattdessen wehte ein bedrohlicher Wind und sang in einem wahnsinnig tiefen Ton ein Lied der Zerstörung. Von überall her drangen panische Schreie und Rufe der Bewohner, die wie ein aufgeschreckter Hühnerhaufen versuchten der Lage Herr zu werden.
Inmitten des Chaoses hockten die drei Teenager, die hilflos mit ansehen mussten, wie die Anhänger Galaxias jedem Bewohner, der nicht schnell genug Schutz suchte, den Sternenkristall raubten.
Ausnahmslos jeder färbte sich nach kurzer Zeit schwarz und verwandelte den einstigen Menschen in ein Monster – einen Phagen. Wenn sie sich nicht gegenseitig angriffen, stellten sie den noch Lebenden nach oder zerstörten ziellos die Stadt. Fighter konnte es nicht glauben. Die glorreiche und schöne Hauptstadt Kinmokus war nur noch ein Schatten ihrer selbst, ein Schlachtfeld, ein Ort voller Tod und Gewalt. Die schwarzhaarige Kriegerin rappelte sich auf, riss eine junge Frau zur Seite, damit sie nicht von einem herbastürzenden Dach erschlagen wurde.
„WIR GEHEN ZUM PALAST!“, schrie Fighter und versuchte den Tumult um sich herum zu übertönen. „WIR NEHMEN DICH MIT!“, sagte sie an die junge Frau gewandt, die dankbar nickte. Fighter schob sie in Makers schützende Arme, bevor sie einem Phagen ihre Attacke ins Gesicht donnerte. „LOS! WIR KÖNNEN HIER NICHTS TUN!“
„ABER...“ Healer sah nicht besonders überzeugt aus und sah fassungslos auf das, was von der Stadt noch übrig war.
„FIGHTER HAT RECHT! ALLEINE KÖNNEN WIR GAR NICHTS TUN“, rief Maker und begann sich geduckt mit der jungen Frau im Arm einen Weg durch das Geröll zu bahnen. Healer folgte ihr. Fighter bildete den Schluss. Sie wollte ihre Gefährtinnen im Blick haben. Wenn ihnen die Sternenkristalle gestohlen wurden, brachte es niemanden etwas. Gegen die vielen Phagen kamen sie einfach nicht an. Eigentlich durften sie auch gar nicht hier sein. Ihre primäre Aufgabe war es – komme was wolle – die Prinzessin zu beschützen. Die Prinzessin, die sich jetzt irgendwo in dem Durcheinander befand und hoffentlich nicht gänzlich schutzlos war. Die Starlights waren auf ihrer regelmäßigen Patroillie auf dem Palastgelände gewesen, als in der nahegelegenen Haupstadt einige Explosionen zu sehen waren. Sie wollte nur kurz nach dem Rechten sehen, doch dann ging alles ganz schnell. Binnen von Minuten hatte sich der gesamte Himmel zugezogen und Galaxia war erschienen, hatte die ersten Geschosse abgefeuert und dann ihr Gefolge auf sie gehetzt. Und nun? Fighter schluckte aufkommende Tränen herunter. Jetzt war definitiv nicht die Zeit zum Heulen. Ihr Planet war auf dem besten Weg in den Untergang gerissen zu werden.
„WARTET!“, rief Healer und holte sie in die Gegenwart zurück. „DA IST MAANI!“ Fighter folgte Healers Fingerzeig. Eine zwei Meter große Wildkatze hockte im Schutz einiger umgestürzter Bäume. Sie gehörte Healers Familie und kam wie gerufen. Fighter wusste genau, was Healer vor hatte.
„LOS. WIR SIND SCHNELLER AUF VIER PFOTEN!“, brüllter Fighter über eine nahe Explosion hinweg. Normalerweise würden sie sich einfach in ihre Sternenform verwandeln und zum Palast fliegen, aber sie würden niemals Passanten zurücklassen. Als sie bei der Großkatze ankamen, sahen sie, dass sich zwei weinende Kinder zwischen ihren großen Tatzen versteckten. Alle würde Maani nicht transportiert kriegen, vor allem da aus den Trümmern immer mehr Menschen gekrochen kamen. Sie konnte sie doch nicht einfach hier zurücklassen!
„HEALER! NIMM DIE ÜBERLEBENDEN AUF MAANI MIT, SO VIEL WIE GEHEN. MAKER UND ICH FLIEGEN HINTERHER!“
„SICHER? BITTE FOLGT UNS SOFORT! ICH WILL EUCH NICHT HIER ZURÜCKLASSEN!“, schrie Healer verzweifelt.
„JA. WIR FOLGEN EUCH. LOS JETZT!“, versprach Maker und half den Passanten aufzusteigen. Fighter gab ihnen Rückendeckung. Als alle auf der Katze saßen, stieg Healer auf und lenkte das Reittier sofort in Richtung Palast. Maker stieß sich mit Schwung vom Boden ab und flog hinterher. Gerade als Fighter ebenfalls starten wollte, sah sie wie drei goldenen Lichtstreifen über sie hinwegglitten. Ihr sackte das Herz in die Hose. Die Sunlights! Fighter hielt inne und sah hinauf. Ihr Blick traf den traurigen Blick ihrer besten Freundin, die gerade Wegs in den Herd der Zerstörung unterwegs war. Sie hinterfragte es nicht und hielt sie nicht zurück. Es war verdammt noch mal ihre Aufgabe die Bewohner und den Planeten zu beschützen. Dennoch hätte sie Dancer am liebsten vom Himmel gerissen, ihr gesagt, dass sie sie liebte und sich mit ihr zusammen in den Kampf gestürzt. Aber sie beide wussten, dass sie das nicht konnte. Fighter gehörte zur Leibgarde der Prinzessin. Ihre Aufgabe war der Schutz der Prinzessin, denn sollte ihr etwas zustoßen, bedeutete es das Ende von Kinmoku. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als ihr über ein sehr, sehr schiefen Lächeln viel Glück zu wünschen. Sie formte mit den Fingern ein Herz. Dancer nickte nur und verschwand. Fighter seufzte und sah zu, dass sie hier weg kam. Sie musste schleunigst zur Prinzessin.
Während sie über das Land schoss, den Blitzen auswich und von oben mit ansehen musste, wie ein Bewohner nach dem anderen in einen Phagen verwandelt wurde, fragte sie sich ernsthaft, ob sie diesen Kampf gewinnen konnten, ob sie Dancer jemals wieder sehen würde?
Kurz bevor sie den Palast erreichte musste sie notlanden, denn sie wurde beschossen. Sie rollte sich über die Schulter ab und sprang hinter einer Säule in Deckung. Fighter hatte keine Ahnung, wer sie da unter Beschuss setzte und sie hatte auch keine große Lust es herauszufinden. Sie hockte in ihrem Versteck und zermartete sich den Kopf, wie sie hier wegkam. Wenn sie jetzt kopflos aus der Deckung sprang, würde sie bestimmt eines der Geschosse treffen. Aber sie konnte hier nicht einfach so die Sache aussitzen. Sie hatte so schon keine Ahnung wie lange sie unterwegs war, wie lange sie schon angegriffen wurden. Ihr Zeitgefühl hatte sich gänzlich verabschiedet, alles verlief so schnell und dann doch irgendwie wieder wie in Zeitlupe ab. Sie musste etwas tun. Sie verlagerte ihr Gewicht – bereit zum Kampf. Doch wäre sie beinahe umgeknickt, als sie auf einen Stein trat. Dieses blöde Ding! Doch eigentlich könnte dieser Stein ihr ein paar wichtige Sekunden verschaffen. Wenn sie es schaffte den Beschuss nur für ein paar Sekunden von sich abzulenken, hätte sie die Möglichkeit zu fliehen. Jetzt oder nie! Fighter nahm den Stein und warf ihn so weit sie konnte in die entgegengesetzte Richtung in die sie wollte. Mit einem lauten Knacken und Rascheln landete der Stein in einem Gebüsch. Sofort wurden die Attacken dort hin gelenkt. Fighter überlegte nicht lange, hechtete nach vorne, verwandelte sich wieder in ihre Sternform und schoss davon. Erst als sie die schüteznden Tore des Palastes erreicht hatte, bremste sie ab und wäre beinahe frontal in Maker und Healer gekracht, die sie besorgt musterten.
„Wo zur Hölle warst du?“, fragte Healer aufgebracht und packte Fighter am Kragen.
„Erzähle ich euch unterwegs... Los!“ Fighter versuchte die vorwurfsvollen Blicke ihrer Gefährtinnen zu ignorieren und scheuchte sie in den Palast hinein. „Habt ihr die Sunlights gesehen?“
„Ja...“, seufzte Maker, während sie durch die steinernen Gänge rannten. „Sie sind direkt ...“
„Ich weiß...“ Fighter schluckte. Wie hoch war wohl die Wahrscheinlichkeit, dass sie das überlebten? „Ich musste mich verabschieden... Ich werde sie wom-“
„SAG ES NICHT!“, blaffte Healer ihre Anführerin an.
„Wisst ihr wo die Prinzessin ist?“, fragte Fighter stattdessen und sah sich hektisch um. Wenn sie dachte, sie wären im Palast in Sicherheit, hatte sie sich getäuscht. Auch hier flogen ihnen steinerne Geschosse um die Ohren und noch gefährlichere Lichtstrahlen. Sooft es ihnen möglich war, schossen sie ihre Attacken gegen die Phagen ab. Mittlerweile hatten sie die Hemmung verloren auf die Monster zu schießen, die einstmals Bewohner des Planeten waren. Es blieb ihnen einfach nichts anderes übrig. Hier ging es schlichtweg ums Überleben.
„Nein... In ihren Gemächern?“, mutmaßte Maker und bog in diese Richtung ab. Dort wäre sie fast in jemanden hinein gerannt. Als Fighter sah, wer dort stand, atmete sie einmal durch.
„MUM!“ Sie lief zu ihrer Mutter, die ebenfalls einen Starlightsfuku trug.
„Mum!“ Auch Maker und Healer waren erleichtert ihre Mütter noch in einem Stück zu sehen, vor allem da ihre Mütter keine Kriegerinnen mehr waren. Es war schwer sich nicht die Frage zu stellen, wie lange sie wohl noch durchhalten würden? Fighter spürte wieder Tränen in sich aufsteigen. Sie versuchte sie so krampfhaft zurückzuhalten, dass ihr der ganze Hals und das Gesicht wehtaten.
„Kinder!“, rief Striker erleichtert. „Bei den Sternen...“
„Mum, hast du die Prinzessin gesehen?“, fragte Fighter aufgebracht. Auch wenn sie ungern ihre Mutter zurückließ, mussten sie zur Prinzessen. Das war ihre Aufgabe, ihr Schicksal. Dafür wurden sie geboren.
„Die Prinzessin war auf dem Weg zum Dach, um nach der Blüte des Lichts zu sehen“, antwortete Striker und sah ihre Tochter traurig an. Die Mütter und Töchter standen sich inmitten des Krawalls, der Schreie und Explosionen gegenüber und schauten einander an. Fighter versuchte den Kloß im Hals herunterzuschlucken. Gerade jetzt verlief wieder alles wie in Zeitlupe. Alle wussten, dass wenn sie sich jetzt trennten, die Wahrscheinlichkeit groß war, dass sie einander nicht mehr wiedersahen. Die Starlights stürzten sich in die Arme ihrer Mütter und schluchzten.
„Ihr müsst gehen. Egal was passiert, achtet auf die Prinzessin, denn ohne sie, sind wir dem Untergang geweiht. Seiya... höre immer in dich hinein... höre auf deinen Instinkt und schalte deinen Dickkopf aus, dann wirst du die richtige Entscheidungen treffen. Vergiss niemals: es ist wichtig wer hinter euch und nicht wer vor euch steht!“, sagte Striker sanft, während sie ihrer Tochter liebevoll durch die Haare strich.
„Ich hab dich lieb, Ma...“, krächzte Fighter mit brüchiger Stimme. Sie wusste, dass ihre Mutter recht hatte. Sie wusste genau, wo ihr Platz war und er war nicht hier.
„Ich dich auch, mein Kind. Los jetzt.“ Striker gab Fighter einen kleinen Schubs. Auch Maker und Healer verabschiedeten sich von ihren Müttern. Nur widerwillig gingen sie weiter. Fighter hatte ein ganz ungutes Gefühl. Ihr war es so, als schnürte ihr jemand die Kehle zu. Die Starlights waren eigentlich schon fast in den nächsten Gang abgebogen, als Fighter ein hässliches Lachen hörte. Also hatte ihr Gefühl sie nicht getäuscht. Es brauchte all ihre Körperbeherrschung dem Impuls zu wiederstehen und zurückzulaufen. Stattdessen dreht sich Fighter noch einmal um und wagte einen Blick zurück. Just in diesem Moment trafen zwei goldenen Geschosse Striker in der Brust. Aus ihrer Brosche er schien eine Blüte, die kurze Zeit später Strikers grausilbernen Sternenkristall preisgab. Striker hatte sich schützend vor Swea und Talvi geworfen und bezahlte das mit ihrer Existenz.
„MA, NEEIIIIIN“, brüllte Fighter. Sie war schon auf dem halben Weg zurück, als sie inne hielt. Mit letzter Kraft sah Striker sie an. Auch wenn ihr Tränen aus den Augenwinkeln liefen, war Strikers Blick fest auf Fighter gerichtet. Fighter schrie frustriert, während sie einem Geschoss auswich. Ihr Auftrag war klar. Es brachte niemanden etwas, wenn auch sie ihre Sternenkristalle verloren. Fighter schluchzte herzzerreißend auf, ballte die Hände zu Fäusten und machte auf den Absatz kehrt. „Los... Wir müssen die Prinzessin finden.“
„WAS? ABER...“ Healer sah Fighter entrüstet an. „Wir können Ma nicht einfach zurücklassen.“
„Und dann?“, schniefte Fighter. „Dann sind wir die nächsten... W-wir müssen die Pinzessin finden und beschützen.“ Fighter hatte keine Nerven mit Helaer zu diskutieren. Sie zerrte die Kleinste der Starlights einfach weiter. Wenigstens Maker gab keinen Ton von sich. Wahrscheinlich stand sie unter Schock. Aber was sollte sie auch tun? Auch sie wäre lieber bei ihnen geblieben. Aber sie trug hier die verdammte Verantwortung für die Starlights. Irgendjemand musste sie schließlich immer wieder daran erinnern, was ihre eigentliche Pflicht war. Und das war nun mal sie. Ein Mädchen von 14 Jahren, deren Schultern eigentlich noch viel zu zart waren, um eine solche Verantwortung zu tragen, egal wie gut trainiert sie war. Egal wie taff Fighter sich auch immer gab. Das hier war einfach zu viel für sie.

Striker hatte recht gehabt. Die Starlights fanden die Prinzessin auf der Plattform in der Baumkrone, zusammen mit Johtaja dem Prinzen und ihren Mentoren, Tieto und Suojaa.
„Wo sind die Sunlights?“, fragt Johtaja, die eigentlich seine Schutzbefohlenen waren.
„Sie sind unten in der Stadt“, erklärt Maker. Fighter konnte gar nichts sagen. Sie trtat zur Prinzessin und wechselte mit ihr einen Blick. Fighter musste nichts sagen. Kakyuu würde beim Blick in Fighters Gesicht wissen, was passiert war. Die Prinzessin senkte für einen kurzen Moment betreten den Blick, bevor sie ihn entschlosen wieder hob. Sie sah auf das was von ihrem strahlenden Königreich noch übrig war. Auch wenn in Fighter alles schrie, sich das Ausmaß des Angriffs nicht auch noch anzusehen, konnte sie nicht anders. Sofort bereute sie es. Ihr drehte sich der Magen um. Feuer und Rauchschwaden bedeckten das Land auf dass immer mehr schwarze Blitze einschlugen. In der Ferne, zwischen den Überresten der Stadt sah sie etwas goldenes aufblitzen. Die Sunlights! Sie hielten sich wacker. Doch für wie lange? Sie mussten doch etwas tun können? Fassungslos standen sie schweigend beieinander und starrten in den Abgrund.
„Es hilft alles nichts...“, murmelte Kakyuu. „Mein Volk... mein geliebter Planet...“ Fighter sah auf, als Kakyuu sich bewegte. Die Prinzessin schloss die Augen und hob die Arme. Kurz darauf begann sie rot zu leuchten. Fighter riss geschockt die Augen auf. Sie würde doch nicht? Zwischen Kakyuus Händen bildete sich ein großer rot leuchtender Feuerball, der immer mehr und mehr an Masse gewann. Er war schon bald so groß, dass er ein paar Blätter des Olivenbaumes versenkte.
„Prinzessin!“, versuchte Fighter zu ihr durchzudringen, doch reagierte Kakyuu nicht.
„FIGHTER!“, rief Maker warnend. Fighter schnellte herum. Ein Phage hatte es tatsächlich bis hier hinauf in die Baumkronen geschafft. Sofort stellten sich die Starlights schützend um die Prinzessin auf. Tieto und Soujaa waren sofort an Johtajas Seite. Doch noch bevor der Phage angreifen konnte, schickte Kakyuu den riesigen Feuerball los. Als dieser ihre Händer verließ, breitete sich das Licht des Feuerballs über das gesamte Land aus. Fighter konnte kaum glauben, was sie da sah. So weit ihr Blick reichte, wurde Kinmoku in warmes rotes Licht getaucht, welches auch bald sie einschloss. Es war angenehm warm und sehr tröstend. Fighter konnte nicht anders als die Augen zu schließen, um diese Sekunden des Friedens zu genießen.
„Bei de Sternen, TIMO!“, rief Healer überrascht. Fighter öffnete verwundert die Augen. Dort wo eben noch der Phage gestanden hatte, lag Timo, der Küchenchef des Palastes.
„Das...“ Erschrocken, aber auch fasziniert, wandte Fighter ihren Blick der Prinzessin zu. Diese stützte sich außer Atmen an dem Schutzkirstalls Kinmokus ab.
„Alle Phagen sind wieder zurückverwandelt“, sagte Tieto aufgeregt. „Fragt sich nur, wie lange das so bleibt...“ Fighter war schon immer bewusst gewesen, dass Kakyuu sehr mächtig war, aber dass sie solche Kräfte besaß, hätte sie nicht einmal in ihren kühnsten Träumen gedacht. Wenn es denn ging, stieg ihre Bewunderung für die Prinzessin noch mehr.
„FIGHTER, TRÄUM NICHT“, brüllte Maker mit entsetztem Blick auf die Prinzessin. Viel zu spät erblickte Fighter den Energiestrahl, der geradewegs auf die Prinzessin zu raste. Fighter setzte zum Sprung an, doch sie war zu spät. Der Strahl schlug in unmittelbarer Nähe der Prinzessin ein. Es gab einen lauten Knall, ein Klirren und einen Schrei, der ihr durch Mark und Bein ging. Doch konnte sie nicht sagen, ob es der Schrei der Prinzessin oder ihr eigener war.
„PRINZESSIN!“, schrie Fighter schockiert und bahnte sich hustend einen Weg durch die Rauchwolken. Der Rauch brannte in ihren Augen. Durch ihren verschleierten Blick konnte sie nur Schemen wahrnehmen. Sie wischte sich mit dem behandschuten Arm über die Augen. Doch es half nicht wirklich etwas. Erst als sich der Rauch gesenkt hatte, konnte sie das Ausmaß erkennen. Inmitten eines riesigen Kraters stand Kakyuu. Unversehrt. Die Augen vor Schreck weit aufgerissen, der ganze Körper zitternd. Vor ihr auf dem Boden lag Johtaja, der sich schwer verletzt versuchte aufzurrappeln. Doch das war nicht das, was Fighter am meisten aus der Bahn warf. Vor entsetzen taumelte sie ein paar Schritte zurück. Der Kristall! Der Schutzkristall! Er war weg. Zerstört! Einfach so. Von ihrer Blüte des Lichts war nichts weiter übrig, als tausende von Splittern? Ihr Körper fühlte sich an wie taub. Sie konnte nichts sagen. Die Worte blieben ihr im Hals stecken. Irgendwo in der Ferne hörte sie eine der großen Uhren, die einen neuen Tag verkündete. Ein neuer Tag? Es hatte sich nicht so angefühlt, als hätten sie eine gesamte Nacht gekämpft. Aber wenn jetzt ein neuer Tag anbrach, dann würde das bedeuten, dass dieser Tag der letzte Tag des Sternenmonats war. Fighter schnappte nach Luft und sank auf die Knie. Was sollte nur aus ihnen werden? Sie mussten doch etwas tun können?
Dasselbe schien sich auch Kakyuu zu fragen, denn sie sah sich immer noch schockiert um. Dann plötzlich wurde ihr Blick sehr traurig. Alarmiert sprang wieder Fighter auf. Kakyuu verwandelte sich in ihre Senshiform und sah noch ein letztes Mal hinunter auf ihr zerstörtes Königreich.
„PRINZESSIN!“, rief Fighter und rannte zu ihr. Aber sie war zu langsam. Kakyuu sah sie kurz entschuldigend an, verwandelte sich in ihre Sternenform und stob in den Himmel hinauf.
„PRINZESSIN!“, schrie Healer verzweifelt.
„Los. Hinterher!“, rief Tieto. „Folgt ihr!“
„Aber...“ Die Starlights wechselten total ratlos einen Blick. Sie beobachteten aus ihrer Schockstarre, wie Johtaja sich in den Schutz der Baumkrone schleppte und dort zusammensank.
„Wir brauchen sie heil wieder“, keuchte Johtaja. „Sie ist unsere letzte Hoffnung.“
Fighter nickte. Ihr war bewusst, dass sie gehen musste, auch wenn sich alles in ihr dagegen sträubte, alles in ihr schrie, sich in den Kampf zu stürzen. Bis zum bitteren Ende. Aber sie hatten eine Bestimmung zu erfüllen. Außerdem hatte Johtaja recht. Ohne die Prinzessin waren sie verloren, würden sie nicht einmal die Chance haben ihren Planeten irgendwann wieder aufzubauen.
„Gut, gehen wir...“
„Aber Fighter“, sagte Healer geschockt. „Wir können doch nicht alle im Stich lassen.“
„Aber alle beschützen können wir auch nicht. Nur der Prinzessin ist es möglich“, blafft Fighter Healer an. In ihr tobte alles. Auch sie wollte nicht gehen. Sie konnte doch nicht einfach alle zurücklassen...
„Beeilt euch, sie kommen....“ Suojaa trat auf die Starlights zu. Mit ihrer Schnauze schob die nachtblaue Wölfin drei Splitter des Kristalls vor die Füße der Starlights. „Nehmt sie mit. Die Magie werdet ihr bestimmt brauchen, um euch zu tarnen.“ Wie in Trance nahmen die Starlights die Kristallsplitter an sich, die sich kurz darauf mit ihren Broschen verbanden, in denen ihr Sailorkristall geschützt wurde. „Passt auf euch auf.“
Fighter hätte so gerne noch etwas gesagt, hätte sich liebend gerne von ihrer flauschigen Freundin verabschiedet, doch ihr versagte die Stimme. Sie konnte nicht mehr. Sie musste hier weg, bevor sie es sich anders überlegte. Healer und Maker folgten ihr widerwillig. Sie hatte sich noch nie so schrecklich gefühlt. Wie naiv sie doch war. Bis dato war sie immer stolz darauf gewesen, eine Sailor Kriegerin zu sein. Aber bisher hatte sie auch niemals in einer Ausnahmesituation kämpfen müssen. Da war niemand, der sie an die Hand nahm, da war niemand der sie beschützte, denn es war ihre verdammte Aufgabe die anderen … ihre Prinzessin zu beschützen. Sie musste einfach funktionieren. Egal was auf sie zu kam, sie durfte nie wieder so naiv sein und glauben, dass sie allem gewachsen war. Denn das war sie nicht, denn sie war verdammt noch mal erst 15 Jahre jung. Ihre einzige Sorge sollte es sein, dass sie ja das nächste Schuljahr schaffte, welches Konzert sie als nächstes besuchte oder mit wem sie als nächstes ausging. Zumindest waren dass die Sorgen der Gleichaltrigen. Sie selbst hatte vor allem für letzteres keinen Nerv. Dafür hatte sie keine Zeit und sowieso kein Interesse. Ihr Herz gehörte ganz allein der Prinzessin und Kinmoku, denn dafür war sie geboren wurden, dafür würde sie bis zum bitteren Ende kämpfen und für niemanden anders. Nichts und niemand würde das jemals ändern.
Diesen beschissenen Geburtstag würde wahrscheinlich nichts in ihrem Leben jemals toppen können.


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Ich denke das Kapitel spricht für sich. Wer sich aber fragt, warum ich Kakyuu eine Feuerball „Attacke“ gegeben habe: Kakyuu bedeutet übersetzt Feuerball. Das nur so am Rande. :) Ich fand es passend.
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