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Tales of Starlight 1: Anothers Life

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Schmerz/Trost / P16 / FemSlash
Chibi-Usa / Sailor Chibi Moon / Serenity III Pegasus / Helios Seiya Kou / Sailor Star Fighter Taiki Kou / Sailor Star Maker Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II Yaten Kou / Sailor Star Healer
25.04.2021
06.02.2022
46
232.945
10
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160 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
14.08.2021 6.029
 
Guten Morgen ihr Lieben,


Da mein Mann und ich heute in den wunderschönen Harz fahren und Kurzurlaub machen, gibt es das nächste Kapitel schon heute.


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende. <3
Und DANKE für all eure lieben Reviews. Ich freue mich, wenn ich mit meiner Story euch ein wenig verzaubern kann. Ich bin glücklich, dass ihr diese Story ebenso feiert wie ich. :D Aber wir sind noch lange nicht am Ende. Wir haben jetzt die Hälfte der Fanfiktion passiert. *Hände reib* Ich bin sehr gespannt, wie euch die zweite Hälfte der Story gefällt.
Fühlt euch alle gedrückt.


Eure Anki


_________________




>>Wenn wir einen Blick auf den Kalender werfen, ist klar, dass der Sommer vorbei ist, auch wenn die Sonne uns noch ein paar heitere Tage beschert. Umso ungewöhnlicher finden die Meterologen die sonderbare Lichtstimmung, die seit ein paar Tagen in Tokyo vorherrscht. Trotz strahlendem Sonnenschein ist es mitten am Tag trübe. Hinter mir sehen sie zwei Aufnahmen im Vergleich. Rechts Tokyo und links Osaka...<<

„Sie berichten schon wieder davon“, seufzte Taiki und warf einen Blick durch die offene Terrassentür ins Wohnzimmer.
„Ja. Das ist Gesprächsthema, Nummer Eins.“ Yaten stützte sich auf ihren Rechen ab und sah hinauf gen Himmel.
„Stündlich kommen neue Nachrichten rein. Da scheint es sich langsam zuzuspitzen. Was auch immer es ist.“ Seiya verteilte das zusammengekehrte Laub auf den Beeten und folgte dann Yatens Blick. In Nagasaki hatten sie auch strahlenden Sonnenschein. Aber hier gab es nichts, was die Kraft der Herbstsonne schmälerte. Herbst. Jetzt wo sich so langsam das Laub verfärbte, wurde ihr immer mehr bewusst, wie lange sie nun eigentlich schon auf der Erde waren. Das dauerte alles viel zu lange, in Anbetracht der Tatsache, dass Kinmoku sämtlichen Angriffen immer noch schutzlos ausgeliefert war. Bisher hatten sie keine Anzeichen gesehen, dass Galaxia oder ihre Anhänger ihnen gefolgt waren. Sie wusste nicht, ob sie mittlerweile zu anderen Planeten weitergezogen war, ob sie immer noch auf Kinmoku wütete oder ob ihre Heimat mittlerweile komplett zerstört war. In ihrer Magengegend zog es sich krampfhaft zusammen. Der Gedanke war unerträglich. Mittlerweile hatten sie sich auf der Erde gut eingelebt und an manchen Tagen erwischte sie sich dabei, dass sie das Leben hier sogar genoss. Vor allem dann, wenn Len wieder einmal dafür sorgte, dass sie nicht so verbissen an den Songs für die morgige Jamsession arbeiteten, weil alles perfekt sein sollte. Es tat Seiya in der Seele weh, hier in Ruhe leben zu können, während die Bewohner Kinmokus womöglich um ihre Existenz kämpfen mussten.
„Seiya, ist alles okay mit dir?“, fragte Yaten besorgt. „Egal was ist, der Ast kann auch nichts dafür.“
„Hm, was?“ Seiya sah ihre Freundin verständnislos an. Diese deutete nur auf den Ast in ihrer Hand, den Seiya nach und nach mit zitternden Händen in Stücke brach.
„Was geht dir durch den Kopf?“ Taiki trat zu ihnen. Sie sah Seiya abschätzend an.
„Ich musste an Zuhause denken“, gestand Seiya. Mittelerweile hatten sie aufgehört alles in sich reinzufressen. Die Zeit, die sie hier verbrachten, schweißte sie mehr zusammen, als all die Jahre zuvor auf Kinmoku. „Was dort wohl gerade abgeht? Glaubt ihr Galaxia ist noch dort? Immerhin sind wir nun schon mehrere Monate hier... Es macht mich fuchsig, dass wir rein gar nichts wissen...“
„Ich muss auch ständig daran denken“, murmelte Yaten. Sie lehnte sich an den schmiedeeisernen Zaun, der das Grundstück umfasste.
„Ich hoffe nur, dass Galaxia gemerkt hat, dass vier Sailorkristalle nicht mehr auf dem Planeten sind. Dann lässt sie vielleicht von Kinmoku ab...“, überlegte Taiki, klang dabei aber nicht sonderlich von dieser Aussage überzeugt.
„Meinst du? Vielleicht macht sie das gerade erst sauer und sie lässt ihre Wut an den Bewohnern aus...“
„Nun mal' den Teufel doch nicht an die Wand, Yaten.“ Seiya wollte sich das definitv nicht vorstellen. Wie von selbst schaltete sich ihr Kopfkino an. Aber es lief kein schöner Film. Durch Trümmer und über – Nein. Das wollte sie nicht zuende denken. Über die Anzahl der Opfer sollte sie sich definitiv keine Gedanken machen. Zumindest nicht, wenn sie nichts unternehmen konnte. Eines war jedoch sicher: keine der Sunlights würden sich Galaxia ergeben und sich ihr anschließen. Dafür war ihr Stolz viel zu groß. Aber was war, wenn es keinen mehr gab, der die Bewohner beschützen konnte? Das bisschen Magie, was Johtaja beherrschte, würde nur bedingt reichen, um Kinmoku und seine Bewohner zu schützen, schon gar nicht wenn der Kristall zerstört war. „Oh, können wir das Thema wechseln. Mich überrollen gerade sämtliche miese Gedanken“, stöhnte Seiya und raufte sich die Haare.
„Ich verstehe dich Seiya.“ Taiki klopfte ihrer Anführerin tröstend auf die Schulter. „Doch irgendwie gibt es momentan kaum etwas Schönes, worüber man sich freuen könnte.“
„Na immerhin gibt es noch die Jamsession, auf die wir uns freuen“, überlegte Seiya.
„Ja, aber Len ist im Moment nicht gut drauf und Shinko geht es auch bescheiden. Es wurde erst so schlimm, als dieses komische Wetter auftauchte.“ Yaten warf einen Blick zur Terrassentür, als würde sie erwarten, das Shinko jeden Augenblick in der Tür erschien. Doch Shinko lag schon seit Tagen auf der Couch und bewegte sich nur sehr mühsam von A nach B. Eigentlich konnte sie sich nur mit Hilfe von einer von ihnen oder Len bewegen. Seiya seufzte. Len kümmerte sich aufopfernd um seine Großmutter, dass er kaum Zeit für etwas anderes hatte. Die Schwarzhaarige würde ihm gerne helfen, aber wahrscheinlich war es im Augenblick einfach nur am Besten, dass sie nicht auch noch umsorgt werden mussten.
„Wir wissen doch alle wie es sich anfühlt, wenn es unseren Familien schlecht geht, wenn...“
Seiya unterbrach Taiki. „Wir wollten doch nicht drüber nachdenken.“ Doch Seiya seufzte und senkte betreten den Blick. „Len macht einiges durch. Ich bewundere ihn für diese Stärke. Wir sollten einfach alles tun, um ihn zu unterstützen.“ Seiya wollte sich so gerne auf den morgigen Abend freuen, aber ihre Gedanken kreisten immer wieder um die selben Dinge. „Es ist schon krass, wie sehr man sich an das Leben hier gewöhnt, wie schnell einem jemand ans Herz wachsen kann.“
„Ja. Das ist das Problem“, sagte Yaten ernst. „Wir lassen uns viel zu sehr auf die Menschen ein und was haben wir davon? Noch mehr was uns verletzen kann. Ich halte das ehrlich gesagt nicht mehr aus. Ich sage euch... egal was in Zukunft passiert, wir sollten es vermeiden uns zu sehr mit den Menschen einzulassen. Irgendwann verschwinden wir wieder von hier... Es wird schon schwer genug werden, das hier-“ Yaten machte eine ausladende Handbewegung über den Garten in Richtung Haus. „Das hier alles zurückzulassen. Wir sind nicht hier um Freundschaften zu schließen...“
Die Gefährtinnen sahen sich schweigend an. Sie wussten, dass Yaten recht hatte. Je mehr sie ihr Herz an etwas hingen, umso schwerer wurde es, einfach weiter zu machen als wäre nichts gewesen. Aber ganz ohne ging es auch nicht, wie sich herausgestellt hatte. Sie brauchten Hilfe und in der Not Freunde zu haben, hielt Seiya auch für unabdingbar. Dennoch musste sie Yaten recht geben. Je mehr Leute sie an sich heranließen, umso gefährlicher konnte es werden, umso leichte konnte ihre Tarnung auffliegen. Auch wenn sie ein sehr geselliger Typ war, trug sie immer noch als Anführerin die Verantwortung. Sie musste dafür sorgen, dass es ihren Gefährtinnen gut ging, dass sie sicher durch diese ganze Misere kamen. Sie mussten -
KLIRR
Die Starlights sahen sich erschrocken und gleichzeitig alarmiert an. Sofort ließen sie alles stehen und liegen und rannten zurück ins Haus. Seiya hoffte inständig, dass nur etwas runtergefallen und nicht das Shinko gestürzt war. Sie kamen zeitgleich mit Len im Wohnzimmer an, dem ebenfalls der Schrecken ins Gesicht geschrieben stand.
„Was ist passiert?“, fragte Seiya an Shinko gewandt. Sie stellte erleichtert fest, dass wirklich nur ein Glas auf den Boden gefallen war. Shinko hatte es anscheinend fallen gelassen, denn sie deutete auf den Fernseher. Horror stand ihr ins Gesicht geschrieben. Seiya setzte sich neben sie und legte ihr beruhigend einen Arm um die Schulter, während Len etwas zum aufkehren holte. Seiya folgte dem Fingerzeig zum Fernseher. Schon wieder, oder immer noch, lief ein Beitrag über die Zustände in Tokyo. Seiyas Herz sank in die Hose, als sie sah, was Shinko so schockiert hatte. In Tokyo war es nicht mal nur mehr dunkel. Ein Großteil Tokyos lag unter etwas, dass aussah wie riesige Spinnenweben. Und das war noch nicht mal das, was dafür sorgte, dass es ihr eiskalt den Rüken herunter lief.
„Das ist...“, begann Seiya, doch beendete Shinko den Satz.
„Das ist wie in meinem Traum“, flüsterte sie fassungslos. „Aber ich träume doch nicht... Seiya... ist das ein Traum?“
„Ich fürchte nicht...“
„W-was ist das? Wird es mich... wird es mich umbringen?“
Seiya drückte Shinko näher an sich. „Keine Angst... ich bin bei dir... Du bist nicht alleine.“ Sie wiegte Shinko sanft in ihren Armen. In diesem Augenblick wurde ihr schmerzlich bewusst, wie zerbrechlich Shinko wirklich war, dass eine so geistesstarke Frau nicht nur ihrem Alter, sondern ihrer Ängste zu erlegen schien. Seiya konnte sich nur ansatzweise vorstellen, was in Shinkos Kopf vor sich gehen musste. Wie würde es ihr wohl gehen, wenn ihr schlimmster Albtraum wahr werden würde?
„Seiya, was hat das zu bedeuten?“, murmelte Shinko, klammerte sich mit dem bisschen Kraft, die sie noch hatte, an Seiyas Arm.
„Ich weiß es leider auch nicht.“ Dadurch, dass sie sich so auf Shinko konzentrierte, konnte sie die Energien nicht erspüren. Sie wusste nicht, ob eine dunkle Energie davon ausging, ob sie diese aus der Ferne überhaupt fühlen konnten.
„Was ist denn los?“ Len, Taiki und Yaten hatten sich ebenfalls auf die Sofas Gesetzt und sahen Shinko und Seiya verwundert an.
„Warum seht ihr so aus, als habt ihr einen Geist gesehen?“, fragte Len und nahm die Hand seiner Großmutter, die Shinko ihm reichte.
„Wir haben dieses Bild schon einmal im Traum gesehen“, erklärte Seiya leise.
„Bitte was?“ Yaten und Taiki sahen Seiya schockiert an. „Warum hast du nichts gesagt?“
„Weil ich es für einen Traum, für eine Traumwelt gehalten habe“, erwiederte Seiya. Natürlich hatte sie versucht, nicht zu viel in die Traumbilder hineinzuinterpretieren, und auch wenn sie sich immer nur an Bruchstücke erinnerte, war sie sich hundertprozentig sicher, dass es eines der Bilder aus ihrem Traum war. Shinko hatte es genauso beschrieben.
„Du auch, Granny?“, fragte Len besorgt.
„Ja... Seit der Sonnenfinsternis...“
„Aber... das ist schon Monate her...“ Len sah von seiner Großmutter zum Bildschirm und dann zu den Starlights. „Was ist hier eigentlich los? Wisst ihr was darüber?“
„Was siehst du uns an, frag Seiya!“, meinte Yaten nur, ohne den Blick vom Fernseher abzuwenden.
„Seiya?“ Der Blick den Len ihr zuwarf, tat ihr im Herzen weh. Er würde alles für seine Großmutter tun. Und nicht zu wissen, was sie so quälte, machte ihn regelrecht mürbe. Der sonst so aufgeweckte Wirbelbwind hatte schlimme Augenringe. Außerdem blickte ihr ein junger Mann entgegen, kein Teenie. Wieder fühlte sie sich verdammt jung und unerfahren. Aber das war sie nicht. Zumindest nicht unerfahren. Sie hatte schon so viel in ihrem jungen Leben erlebt, was wahrscheinlich für das Leben eines Normalsterblichen reichen würde. Dennoch konnte sie Len verstehen.
„Ich habe dir doch von meinen Träumen erzählt... Im Letzten habe ich sowas auch schonmal gesehen, aber was es damit auf sich hat... weiß ich nicht...“
„Von was für Träumen sprichst du?“ Taiki sah sie fragend an. Das hatte sie ihren Freundinnen bisher noch verschwiegen gehabt. Zumal sie ihre Phantastereien nicht unbedingt für wichtig gehalten hatte.
Seiya zuckte mit den Schultern. „Ich erinnere mich nicht mehr wirklich daran. Nur dass es eigentlich schöne Träume gewesen waren, die mir ein schönes Gefühl vermittelt hatten.“ Von ihrer Traumbekanntschaft, sagte sie dennoch nichts. Daran würde sie sich liebend gerne erinnern, aber das tat sie leider nicht. „Sie hatten sich so echt angefühlt... Naja und nachdem mir Shinko von ihren Träumen erzählt hatte, habe ich dieses Bild auch im Traum gesehen. Ich dachte es war, weil es mir noch von Shinko im Kopf geblieben war.“
„Und du hast es nicht für nötig gehalten, uns über solche Albträume aufzuklären, nachdem wir uns über Flüche unterhalten haben.“
„Flüche?“, sagte Shinko erschrocken.
„Yaten!“ Seiya sah die Kleinste der Starlight warnend an. Eigentlich hatten sie es Shinko nicht sagen wollen. Nun würde sie noch mehr Angst haben.
„Was ist mit mir?“, fragte Shinko und sah einen nach dem anderen an.
„Wir wissen es nicht.“ Seiya seufzte, sah Shinko entschuldigend an. „Wir hatten überlegt, ob du nicht vielleicht mit irgendeiner dunklen Macht in Berührung gekommen bist.“
„Kannst du denn was spüren?“, wollte Len wissen.
„Hm...“ Seiya versuchte sich zu konzentrieren, aber vermutlich würde sie auf die Entfernung sowieso nichts spüren. Wenn sie schon die Aura ihrer Prinzessin nicht spüren konnte, dann wahrscheinlich auch nichts anderes. Es half auch nichts, dass sie alle erwartungsvoll ansahen.
„Nicht richtig...“ Seiya atmete einmal tief durch, schloss die Augen und versuchte sich all den Eindrücken um sich herum zu öffnen. Auch wenn es nicht Galaxia zu sein scheint, so verspürte sie doch unterschwellig eine dunkle Energie über dem Land liegen. Vermutlich würde das Gefühl in Tokyo stärker werden. Was es auch immer war, es machte Seiya unruhig. Wenn da draußen wirklich eine Bedrohung für die Erde war, dann war Kakyuu in Gefahr. Was wenn sie in Tokyo gelandet war? Was wenn diese Wesen sie fanden? Natürlich war Kakyuu alles andere als wehrlos. Aber wenn sie noch nicht wieder bei Kräften war? Was dann?
„Vielleicht eine neue Gefahr, gegen die Sailor Moon kämpfen muss...“, überlegte Len. Seiya riss die Augen auf. Sie kannten die Erdenkriegerinnen nicht. Aber wenn dem so wäre, würden die Kriegerinnen der Erde kämpfen müssen. Seiyas Gedanken überschlugen sich. Sie würde so gerne mal nach Tokyo, um da nach dem Rechten zu schauen. Eine Gefahr für das Land, bedeutete auch Gefahr für Kakyuu.
„Das ist nicht unser Kampf“, sagte Taiki bestimmt mit einem wissenden Blick zu Seiya. „Wir sollten uns aus allen Kämpfen raushalten, solange sie nicht uns oder die Prinzessin betreffen. Wir haben andere Sorgen.“
„Und woher willst du wissen, dass Kakyuu dadurch nicht in Gefahr ist?“, gab Seiya zu bedenken. „Was wenn sie in Tokyo ist?“
„Meinst du?“ Yaten wurde hellhörig.
„Wir können es nicht wissen, schon gar nicht von hier aus... Aber im worst case...“ Seiya wünschte es sich natürlich nicht. Aber sie mussten erst einmal alle Möglichkeiten mit einbeziehen.
„Und was willst du tun?“ Yaten sah Seiya abschätzend an. Die Schwarzhaarige war sich sicher, dass die anderen beiden Starlights genau wussten, was in ihrem Kopf vorging.
„Wir können nicht einfach ebenso mal nah Tokyo fliegen und nach dem Rechten schauen.“ Auch Taiki sah Seiya so an, als würde sie nur wieder eine Dummheit aushecken.
„Warum nicht?“ Seiya verschräkte die Arme. Sie wollte eigentlich nicht die Anführerin raushängen lassen, aber ihr war einfach nicht wohl dabei, einfach hier herumzusitzen. „Ich würde ruhiger schlafen können, wenn ich mich vor Ort versichert habe, dass Kakyuu nicht dort ist. Beziehungsweise ich sie dort nicht spüren kann.“
„Aber wir wollten uns doch nicht verwandeln. Wir sollten wirklich keine Aufmerksamkeit erregen.“ Taiki appelierte an ihre Vernunft. Seiya seufzte. Es war nicht einfach die Anführerin zu sein, wenn das Fußvolk immer wiedersprach. Nein. Taiki und Yaten waren kein Fußvolk. Sie war dankbar für ihre Einwände, da Seiya ansonsten einmal öfter mit dem Kopf durch die Wand wäre. Aber in diesem Fall würde sie nicht nachgeben.
„Ich weiß. Aber stellt euch Mal die Prinzessin gefangen in solchen Spinnweben vor!“
„...“ Yaten starrte Seiya grimmig an. „Ich hasse dich!“
„Warum? Weil ich recht habe?“, fragte Seiya mit erhobenen Augenbrauen.
„Ja...“
„Moment. Wenn der Erdling mal was anmerken darf...“ Len hatte bisher geschwiegen und sich alles in Ruhe angehört. „Ihr wollt jetzt nah Tokyo fliegen. Einfach so, in diesen Albtraum da?“ Len deutete auf den Bildschirm des Fernsehers. „Nur um zu gucken, ob ihr von da eure Prinzessin spüren könnt? Das stimmt mich nicht sehr zuversichtlich.“ Er sah die Mädels besorgt an. „Was wenn ihr angegriffen werdet?“
„Dann kämpfen wir“, antwortete Seiya sofort. Sie erwiederte Lens Blick. Dieser ließ sich trotzdem nicht beirren.
„Aber was, wenn euch etwas passiert? Wer sucht dann nach eurer Prinzessin?“
„Wir können Lens Bedenken nicht einfach ignoriren. Das sind wichtige Gedanken“, meinte Taiki.
„Das ist mir bewusst. Aber wollt ihr nicht wissen, was da abgeht? Was das überhaupt ist? Ich verstehe all eure Bedenken, aber hier rumzusitzen und der Dinge zu harren, die da kommen mögen, erachte ich nicht für ratsam. Wir sollten trotzdem wissen, was auf der Erde vor sich geht, vor allem wenn es nach Magie aussieht...“ Seiya wusste, dass sie im Recht war. „Wenn ihr nicht wollt, gehe ich alleine.“ Das zog immer.
„Spinnst du?“ Yaten haute Seiya gegen den Arm. „Du wirst nicht alleine losziehen, klar!“
„Dann müsst ihr mitkommen. Denn ich werde gehen und nach dem Rechten schauen.“ Seiya rieb sich die Stelle, wo Yaten sie geschlagen hatte. Die Kleine sah nicht danach aus, aber sie hatte Kraft, vor allem wenn sie ihren Unmut damit zum Ausdruck brachte.
„Na schön...“ Taki seufzte resignierend. „Wir gehen die Lage peilen...“
„Echt jetzt?“ Len und Yaten sahen sie fassungslos an. „In die Höhle des Löwen zu gehen...“ Len schüttelte ungläubig den Kopf.
„Tun wir doch gar nicht. Wir werden möglichst Kämpfe vermeiden“, betonte Taiki noch einmal.
„Was meinst du eigentlich dazu, Shinko?“, fragte Yaten, als erhoffte sie sich Hilfe von Shinko, Seiya und Taiki von ihrem Vorhaben abzubringen. Diese sah jedoch immer noch ein wenig apathisch auf den Fernseher. „Shinko?“ Als Yaten sie etwas lauter ansprach, zuckte sie zusammen.
„Hm. Was ist?“ Seiya sparte sich die Frage, ob alles okay war. Das war es ja offensichtlich nicht. Aber sie wusste auch nicht wie sie Shinko helfen konnte. Mehr über diese Spinnenweben und das Traumbild herauszufinden, erschien ihr das einzig Nützliche.
„Wir wollen nach Tokyo und uns die Sache mal anschauen“, erklärte Seiya.
„Da hin?“, fragte Shinko verängstigt.
„Ja. Vielleicht finden wir heraus, was es ist und können dir helfen...“ Seiya versprach nichts, aber ein paar tröstende Worte konnte Shinko gebrauchen.
„Ich verstehe... Wir werden euch bestimmt nicht davon abbringen können, nicht wahr?“ Shinko sah die Starlights eine nach den anderen an. Diese schüttelten den Kopf.
„Vor allem, Seiya nicht“, fügte Yaten noch hinzu.
„Kommt ihr klar?“, wollte Seiya wissen. Sie wollte Len und Shinko nicht einfach so zurücklassen. Vor allem da Len eigentlich auch aussah, als bräuchte er einfach Mal ein bisschen Zeit für sich.
„Ja.“ Len nickte. Er seufzte schwer und rieb sich mit den Händen übers Gesicht. „Vielleicht ist es besser, wenn ihr mal nachseht. Immerhin seit auch ihr Sailorkriegerinnen... Aber passt ja auf euch auf. Ich will euch in einem Stück wiederhaben.“
„Versprochen.“ Seiya zog Len einfach in ihre Arme. „Du musst aber nicht extra wach bleiben... ich weiß nicht wie lange es dauert...“
„Schon okay. Seid einfach vorsichtig.“
„Drückt mich auch noch mal, bevor ihr geht“, bat Shinko. „Ich weiß zu schätzen, dass ihr das alles auf euch nehmt.“
„Natürlich“, sagte Yaten, die Shinkos Bitte sofort nachkam. Auch Taiki und Seiya drückten Shinko zum Abschied. Auch wenn sie unedingt nach Tokyo wollte, so hatte sie doch ein ungutes Gefühl Shinko und Len hier alleine zu lassen. Seiya warf noch einmal einen nachdenklichen Blick in Richtung des Fernsehers. Nun wurde ihr wirklich bewusst, was Yaten vorhin im Garten gemeint hatte. An jemanden zu hängen, machte alles einfach nur noch komplizierter.

„Also. Wie ist der Plan, Anführerin?“, fragte Healer, nachdem sie sich verwandelt hatten. Sie brauchte alle drei einen Moment, um das sacken zu lassen. Abgesehen von Fighter hatten sie sich seit Monaten nicht mehr verwandelt. Mit dieser Verwandlung kamen eine Menge Erinnerungen zurück. Nicht nur an Kinmoku. Fighter erinnerte sich dunkel daran, dass sie in ihren Träumen auch als Senshi unterwegs gewesen war. Es verschaffte immer eine gewissen Anonymität. Trotzdem fühlte es sich merkwürdig an, den Fuku jetzt zu tragen.
„Na, wir fliegen nach Tokyo und schauen uns dort um. Ich habe die Hoffnung, dass unsere Sinne als Senshi noch sensibler sind und wir all die Auren klarer spüren können“, überlegte Fighter. Wobei sie sich nicht sicher war, was sie lieber hätte: keine Spur von Kakyuu, oder dass sie ihre Energie in dieser Hölle spürte? Im Augenblick war ihr wahrscheinlich ersteres lieber.
„Ich hoffe nur für uns, dass wir nicht aufgespürt werden und das Galaxia noch nicht hier in der Nähe ist...“ Maker seufzte. „Das ist wirklich nur eine Ausnahme. Eigentlich wollten wir uns ja extra tarnen.“
„Dann halten wir unser Energielevel so niedrig wie möglich und verzichten auf unsere Sternenformen“, schlug Fighter vor. „Das dauert vielleicht etwas länger, aber ist am sichersten.“ Ihre Sternenform brauchten sie hauptsächlich um durchs All zu reisen. Als Sterne konnten sie auch so fliegen.
„Gut. Machen wir das so.“ Maker nickte. „Ich weiß in welche Richtung Tokyo liegt. Ich fliege vor.“
„Hab nichts gegen einzuwenden.“ Healer nickte.
„Dann los“, sagte Fighter, nachdem sie noch einmal einen Blick auf das Haus geworfen hatte. Sie stieß sich kräftig vom Boden ab und stieg hinauf in den abendlichen Himmel. Dank der aufkommenden Nacht, würde man sie nicht so leicht sehen.
Die Starlights flogen schweigend nebeneinander her. Unter ihnen zogen Schemen von Städten und Landschaften vorbei, auf die sie eigentlich nur am Rande achteten. Es gab nicht viel zu sagen. Zumindest wusste Fighter nicht was sie noch sagen sollte, viel zu sehr war sie von dem erfüllenden Gefühl überwlältigt, das nach ihrem Start ihren ganzen Körper ausfüllte. Auf Kinmoku waren sie täglich in ihrer Senshiform unterwegs gewesen, spätestens dann, wenn sie im Palast zu tun hatten. Jetzt schwerelos durch die Nacht zu gleiten und den kühlen Herbstwind im Gesicht zu spüren, ließ ihr Herz schneller schlagen. Trotz der angespannten Situation, genoss sie den Flug. Ihr Körper fühlte sich so leicht an, als waren alle Sorgen von ihr abgefallen. Auch wenn sie natürlich noch da waren, konnte und wollte Fighter dieses gute Gefühl nicht wegschließen. Das war, was sie war. Eine Sailorkriegerin! Ein Stern, der auf dem Weg war wieder seine volle Leuchtkraft zu erhalten. Es war seltsam einfach so über das Land zu fliegen, die Stadt, in der sie die letzten Monate verbracht hatten, zu verlassen. Sie waren nicht mal auf die Idee gekommen sich mehr von der Erde anzuschauen – zumindest fernab von Büchern und Fernsehprogrammen. Es gab bestimmt viel zu sehen. Und was Fighter bisher so gesehen hatte, war die Erde ein wunderschöner Planet. Aber sie waren nicht für Sightseeing hier. Außerdem hing sie jetzt schon an zwei Menschen. Sie durfte sich nicht auch noch in den Planeten verlieben. Sobald sie Kakyuu gefunden hatten, kehrten sie wieder heim. Womöglich würde sie die Erde nie wieder sehen. Dennoch stellte sich ihr die Frage, warum Kakyuu eigentlich zur Erde geflogen war? Wenn sie jetzt so darüber nachdachte, war Kakyuu bestimmt nicht aus einer Laune heraus so weit gereist. Es muss etwas auf der Erde geben, von dem sie sich Hoffnung versprach. Sie versuchte sich an die Sage der Mondkönigin zu erinnern, aber bekam sie nicht mehr zusammen. Das Einzige an das sie sich erinnerte, war das strahlendes silbernes Licht immer alles zum Guten gewendet hatte. Fighter seufzte. Na, wenn es mal so einfach wäre. Aber ein starkes Licht der Hoffnung konnten sie definitv brauchen. Vor allem Shinko.
„Wir sollten bald Tokyo erreichen“, sagte Maker, die immer noch vor ihr flog. Selbst wenn Maker das nicht gesagt hätte, wüsste sie, dass sie ihrem Ziel nahe sein mussten. Die dunkle und drückende Energie war schon deutlich spürbar. Fighter schnappte nach Luft. Sie schnürte ihr den Brustkorb zu. Wenn sie das hier schon so deutlich spürten, wie musste es wohl Mitten in Tokyo sein? Auch Healer und Maker stöhnten auf. Was auch immer das war, es war nicht nur für ein Kaffeekränzchen auf der Erde. Diese Energie war sehr bedrohlich. Fighter Sinne waren angespannt. Sie wollte keine Regung, keine aufblitzende Aura verpassen. Auch wenn es schwer war, versuchte sie sich nur auf Kakyuus Energie zu konzentrieren. Aber da war nichts. Nicht einmal ein kleiner Funken. Ob das nun wirklich ein gutes Zeichen war, wagte Fighter zu bezweifeln. Wo auch immer Kakyyu sich vesrteckt hielt, Fighter konnte nur hoffen, dass sie in Sicherheit war.
„Bei den Sternen... dass....“ Healer fehlten die Worte, als sie Tokyo erreichten.
„Ach du Scheiße!“, platzte es aus Fighter raus. Es auf einem Bildschirm zu sehen, war das eine, das jetzt live vor Augen zu haben, ließ es ihr eikalt den Rücken runterlaufen. Das war noch viel schlimmer, als das, was sie von ihrem Traumbild in Erinnerung hatte. Ganz Tokyo lag unter einem Meer von Spinnenweben. Sie zogen sich von einem hohen Punkt zum nächsten, von Haus zu Haus und wie ein Kissen, mit dem man seinem Opfer die Luft abschnüren konnte. Die Stadt unter ihnen schien regelrecht zu ersticken. Alles Licht wurde geschluckt. Das Licht, was vom Mond und den Sternen zur Erde fiel, erreichte die Straßen der Stadt nicht.
„Davon hat Shinko geträumt? Wie schreckklich?“ Maker sah fassungslos hinab zu dem, was sie von der Stadt sehen konnten. Und das war nicht viel. Da die Starlights im Himmel schwebten, sahen sie von oben auf die Stadt hinab und konnten nur Schemen ausmachen.
„Ja... Kein Wunder, dass es ihr so schlecht geht.“ Fighter schluckte schwer, um die Enge in ihrem Hals loszuwerden. „Wie auch immer sie etwas von dieser Energie abbekommen hatte, das ist tiefschwarze Magie...“
„Die ist so stark, dass ich keine anderen Energien spüren kann“, keuchte Maker. „Selbst wenn Kakyuu hier sein sollte, kann ich sie nicht finden.“
„Ich auch nicht.“ Fighter schüttelte den Kopf. Das war ein Ding der Unmöglichkeit. Aber was machten sie jetzt? Sie konnten doch nicht einfach wieder gehen und die Stadt sich selbst überlassen. Aber sie wussten so gar nichts vom Gegner. Jetzt einfach so etwas zu unternehmen, wäre viel zu riskant. Trotzdem. Fighter konnte es nicht mit sich ausmachen, rein gar nichts zu tun.
„Schaut mal. Was ist das? Ein fliegendes Zelt?“ Fighter folgte Healers Fingerzeig in Richtung Horizont. Da schwebte tatsächlich ein riesiges Zelt über der Stadt.
„Da ist noch eins“, sagte Fighter und deutete auf ein kleineres Exemplar. „Die müssen für das hier verantwortlich sein“, schloss Fighter, denn die Spinnweben schienen von den Zelten auszugehen. Über der Stadt schwebten gleich ein paar. Doch das im Zentrum war das Größte. „Was machen wir jetzt?“
„Na was wohl? Zusehen, dass wir Land gewinnen“, antwortete Healer sofort, während sie Fighter einen warnenden Blick zuwarf.
„Healer hat Recht. Wenn Kakyuu hier ist, können wir sie nicht aufspüren. Aber ich glaube nicht, dass sie hier ist. Selbst wenn sie noch verletzt ist, wird sie sich nicht in solch eine Gefahr begeben“, erklärte Maker. „Wir sollten wieder abhauen. Hier können wir nichts tun.“
„Aber die Menschen einfach in dieser Hölle zurücklassen?“ Es widerstrebte Fighter zutiefst die Stadt sich selbst zu überlassen. Das hatte sie schon mit Kinmoku getan. Jetzt noch einmal für das Leid von Millionen von Menschen verwantwortlich zu sein, tat ihr im Herzen weh.
„Das ist nicht unsere Aufgabe, sondern die der hiesigen Sailorkriegerinnen“, ewiderte Maker bestimmt.
„Siehst du die hier irgendwo?“ Fighter machte eine ausladende Handbewegung. Und selbst wenn, sie könnten ihnen bestimmt helfen.
„Die werden sich da schon drum kümmern. Das Ding ist ja nicht zu übersehen“, stellte Healer einmal klar.
„Und wenn nicht? Wenn sie es nicht schaffen? Im Augenblick leben auch wir hier auf der Erde, vergesst das nicht.“ Fighter versuchte ihre Gefährtinnen den Ernster der Lage klar zu machen. Nur weil es nicht ihre Baustelle war, hieß das noch lange nicht, dass sie dadurch nicht auch Probleme bekommen würden.
„Dennoch sollten wir uns aus allen Streitigkeiten raushalten, die uns nichts angehen.“ Maker schüttelte den Kopf. „Ich verstehe was du meinst, Fighter, aber wenn uns was passiert, ist keiner mehr hier, der die Prinzessin finde und beschützen kann.“
„Führe uns ja nicht ins Unglück“, warnte Healer und griff Fighters Arm, als hatte die Sorge, dass Fighter einfach auf und davon fliegen würde.
„Aber...“ Langsam gingen Fighter die Argumente aus. „Wir müssen aber zumindest etwas tun, um Shinko zu helfen... Wenn sich das Zeug ausbreitet...“ Sie mochte den Gedanken nicht zuende bringen.
„Fighter, wir -“
„Kriegerinnen der Sterne...“ Maker wurde von einer sanften männlichen Stimme unterbrochen. Fighter kam sie irgendwie bekannt vor. Die drei Kriegerinnen sahen sich verwundert um. Es konnten nur sie gemeint sein. Aber außer ihnen, war niemand zu sehen. „Kriegerinnen aus dem weitentfernten Sonnensystem... das ist nicht euer Kampf!“
Fighters Herz begann zu rasen. Diese Stimme kannte sie. Wo auch immer ihr Hirn die Erinnerung auskramte, sie wusste genau, wer das war. „Pegasus? Bist du das? Zeig dich!“
„Pegasus?“ Healer sah Fighter verständnislos an. „Was ist das?“
„Weißt du wessen Stimme das ist?“, fragte Maker verwundert.
„Ja. Aus meinen Träumen.“ Fighter sah sich nach einem Anzeichen von Pegasus um.
„Du und diese Träume?“, meckerte Healer. „Das hier ist bittere Realität. Obwohl er recht hat, mit dem was er sagt.“
„Kriegerinnen der Sterne...“ Vor den Starlights blitzte es kurz golden auf, dann materialisierte sich Pegasus vor ihnen. In dieser tristen Einöde, strahlte der Wächter der Träume regelrecht.
„Ein Pferd...“, stellte Healer überrascht fest und hob beide Augenbrauen.
„Ein fliegendes Pferd...“, korrigierte Maker und starrte Pegasus an. „Wer bist du?“
„Das tut nichts zur Sache. Das kann euch Fighter nachher erklären“, erwiderte Pegasus leise.
„Richtig. Viel wichtiger ist es, wie du uns gefunden hast“, fragte Healer misstrauisch. So tierlieb sie auch war, ein sprechendes Pferd mit Flügeln und einem Horn auf der Stirn, war auch für Healer eine Seltenheit.
„Pegasus...“ Fighter starrte den Wächter verwirrt an. „Was machst du hier? Das ist definitv kein Traum.“
„Nein. Ist es nicht. Ich habe deiner Energie gespürt, Fighter.“ Pegasus sah Fighter direkt in die Augen. Wie schon in ihren Träumen, blickte die gütigen Augen direkt in ihre Seele. „Ich bin hier, um euch aufzuhalten.“
„Wie meinst du das?“ Dass Pegasus extra deswegen in der realen Welt erschien, machte Fighter stutzig.
„Ich weiß deinen Einsatz sehr zu schätzen, Fighter. Du hast ein gutes Herz. Aber ich habe dir schon einmal gesagt, dass eure Zeit noch nicht gekommen ist. Das ist nicht euer Kampf.“
„Hah... siehste, selbst das Pferd, sagt das“, lachte Healer freutlos auf und boxte Fighter in den Arm. Diese schob Healer einfach weg.
„Aber...“
„Ihr dürft nicht zu den Dead Mooners gehen. Das hiesige Sailor Team kümmert sich darum. Kümmert euch um eure Aufgabe“, sagte Pegasus eindringlich.
„Was ist mit unserer Prinzessin? Wenn sie hier ist...“ Nun hatte Fighter drei Stimmen gegen sich. Sie wollte sich nun erst recht in den Kampf stürzen, aber wenn selbst Pegasus davon abriet, sollte sie wohl ihren Dickkopf ausschalten.
„Sie ist nicht in Gefahr“, sagte Pegasus nur. „Ich habe nicht viel Zeit.“ Er sah eine Kriegerin nach der anderen an. „Kriegerinnen der Sterne... spart euch eure Kräfte. Hier gibt es für euch nichts zu tun. Lebt wohl!“ Noch bevor eine der Starlights noch etwas erwidern konnte, leuchtete Pegasus Horn auf und er verschwand.
„Was war das denn bitte?“, fragte Healer. Sie blickte immer noch auf die Stelle, an der Pegasus verschwunden war.
„Das ist jetzt egal. Viel wichtiger ist, dass wir seine Worte ernst nehmen sollten“, sagte Maker bestimmt. „Fighter? Du hast ihn gehört. Wir sollten schnell wieder verschwinden. Und dann erklärst du uns, was es mit Pegasus auf sich hat!“
„Hm...“, machte Fighter in Gedanken. Sie musste sich eingestehen, dass Pegasus und auch Maker und Healer recht hatten. Sich blindlinks in einen Kampf zu stürzen, wo sie noch nicht einmal die Gegner kannten, war einfach nur dumm. Sie seufzte schwer und gab sich geschlagen. Ihr Gefühl sagte ihr, dass Kakyuu nicht in Gefahr war. Sie hätte zwar gerne etwas für Shinko getan, aber sie wüsste nicht was. „Gehen wir“, sagte Fighter schließlich und sah ihre Gefährtinnen entschlossen an.
„Das ist vernünftig.“ Maker legte Fighter eine Hand auf die Schulter. „Es wird schon alles gut werden.“
„Hoffen wir mal.“ Die Freundinnen nickten einander zu und machten sich auf den Rückweg. Während sie durch die Nacht flogen, erklärte Fighter wer Pegasus war. Sie versuchte es zumindest. Ihre Erinnerungen waren immer noch sehr wage. Aber ihr Instinkt sagte ihr, dass sie ihm vertrauen konnten. Deshalb blieb ihnen auch nichts anderes übrig, als auch dem Sailor Team der Erde zu vertrauen. Wer auch immer sie waren.

„Seid leise...“, flüsterte Taiki während sie die Tür aufschloss. Im Erdgeschoss war es still. Wahrscheinlich hatte auch Len dieses Mal nicht auf sie gewartet. Er hatte auch nicht sonderlich gut ausgesehen. „Wir sollten Shinko nicht wecken. Sie braucht ihren Schlaf. Sie sah nicht gut aus.“
„Ein Schlaf voller Albträume...“, zischte Seiya missmutig. Aber gar nicht schlafen, war auch keine Lösung. Das hatte sie ja am eigenen Leib zu spüren bekommen. Sie schlichen in die Küche und machten sich noch einen Tee. Seiya warf einen Blik auf die Uhr am Herd. Es war weit nach zwei Uhr Nachts. Da waren sie länger unterwegs gewesen, als es sich für sie angefühlt hatte. Jetzt wo sie langsam zur Ruhe kam, merkte sie aber, dass der Flug ganz schön geschlaucht hatte. Sie war nichts mehr gewohnt. Das war schlecht. Eigentlich müssten sie jeden Tag ein Kampftraining abhalten, um in Form zu bleiben. Aber da sie sich ja eigentlich nicht verwandeln sollten, fiel das flach. Diese Nacht hatte ihnen gezeigt, dass sie trotz allem aufgespürt werden konnten. Wahrscheinlich würden sich Taiki und Yaten nicht noch einmal zu so etwas überreden lassen. Mit ihrem Tee bewaffnet, gingen die Freundinnen nach oben.
„Schlaft gut“, sagte Yaten müde. Sie gab sich nicht die Mühe ein Gähnen zu unterdrücken.
„Ja, du auch.“
„Gute Nacht.“ Seiya sah ihren Gefährtinnen kurz nach, wie sie in ihren Zimmern verschwanden, anschließend verschwand auch sie in ihrem Zimmer. Auch sie war durch. Sie putzte sich im Halbschlaf noch die Zähne und fiel dann ins Bett. Normalerweise verschaffte ihr eine Begegnung mit Pegasus inneren Frieden. Heute jedoch hatte sie ein ganz schlechtes Gefühl. Aber vielleicht lag es auch an dieser Gefahr, die über dem Land schwebte. Jedenfalls schlief Seiya mit einem sehr schlechten Gefühl ein.
Dieses war auch noch da, als sie am Morgen aufstand. Ihr erster Blick ging aus dem Fenster. Erleichtert öffnete sie die Balkontür. Irgendwie hatte sie nach gestern erwartet, dass es Nagasaki nach dem Aufwachen ebenso aussehen würde wie in Tokyo. Aber nichts. Strahlender Sonnenschein. Trotzdem drückte etwas auf Seiyas Herz. Sie wusste nur nicht was es war. Sie warf einen Blick auf die Uhr. Fast 11 Uhr. Nett von Len, dass er sie hat schlafen lassen. Wahrscheinlich hatte er sich denken können, dass sie erst spät zurückgekommen waren. Sie machte sich kurz frisch, zog sich etwas über und ging nach unten. Schon während sie die Treppe hinunterging, wusste sie, dass etwas nicht stimmte. Es lag eine ganz bedrückte Stimmung auf dem Haus. Sie ging ins Wohnzimmer. Aber da war niemand. Ob Shinko auch noch schlief? Seiya hörte Geräusche in der Küche und lenkte ihre Schritte dort hin. Oder sie machte Essen. Auch gut. Sie hatte eh Hunger. Doch es war nicht Shinko, die in der Küche hantierte, sondern Len. Es hätte Seiya auch gewundert, wenn Shinko in ihrem Zustand Essen kochte.
„Len...“, sagte Seiya und trat in die Küche. Der Rothaarige hatte ihr den Rücken zugewandt und räumte gerade Pfannen in den Schrank.
„Seiya...“ Len seufzte schwer und drehte sich zu ihr um. Sofort rutschte Seiya ihr Herz in die Hose. An Lens Blick sah sie, dass etwas ganz und gar nicht in Ordnung war.
„Was ist passiert? Wo ist Shinko?“, fragte Seiya ohne Umschweife. Es konnte nur etwas mit Shinko sein. Len sah aus, als würde er jeden Augenblick anfangen zu weinen.
„Im Krankenhaus...“


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Ihr Lieben. Eine kleine Erklärung, sollte sich jemand wundern, warum Pegasus hier auftaucht. Ich habe natürlich Berechnungen angestellt, um zu gucken, ob das passt. Laut Sailor Moon Wiki, wird das Auftauchen der Dead Mooners am 01. April datiert. Die Starlights landen im Sommer auf der Erde, kur nach Seiya Geburtstag (30.07). Ich denke wir haben jetzt September oder Oktober und so langsam müsste es mit dem Kampf gegen Nehelennia für die anderen losgehen. So meine Rechnung. Also der erste Endkampf, nicht den aus der 5. Staffel. Da ist dann irgendwie Frühling. Also müsste es ja den Winter über friedlich gewesen sein.
Pegasus geht zu den Starlights, nachdem er Sailor Moon und Co gewarnt hat, dass sie in dieser Nacht nicht zu den Dead Mooners gehen sollen. Hab mir die Folgen extra noch mal angeschaut, ob Pegasus da noch Zeit für hätte die Starlight aufzuhalten. ;)

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