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Zeitzeugen

KurzgeschichteRomance, Freundschaft / P12 / Gen
Mamoru Chiba / Tuxedo Mask / Endymion Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II
24.04.2021
21.09.2021
9
29.044
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
21.09.2021 4.960
 
So meine Lieben! Ich präsentiere euch das vorletzte Kapitel!

Viel Freude damit!


… eure Ghost …




Tage wurden von Wochen abgelöst und gingen in Monate über. Es regnete seltener, die Sonnenstrahlen wurden wärmer und allmählich trauten sich die ersten Blümchen an die Oberfläche. Im Juuban Park herrschte reges Treiben. Das Frühlingsfest wurde vorbereitet. In dieser Zeit waren sich Mamoru und Usagi dann und wann begegnet, nicht zu selten aber auch nicht alltäglich und sie musste zugeben, dass er sich wie erwartet verhielt. Während sie sich zu Beginn reserviert gab, war er höflich, zuvorkommend, beinahe ekelig freundlich jedoch stets auf Distanz bedacht, als ob er Angst davor hätte sich an ihr zu verbrennen. Sie handhabte es nicht anders und vermied es tunlichst ihn in irgendeiner Weise zu berühren und hey! Es funktionierte sogar! Ihre Freunde hielten sich bedeckt, wieso auch immer und sogar Usagis Mutter drängte kein einziges Mal auf ein klärendes Gespräch. Alles Umstände die kryptischer nicht sein konnten aber notwendig waren, um ihr Seelenheil nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Alles schien sich zum Guten zu wenden aber wirklich unbeschwert leben, konnte keiner von ihnen. Ganz besonders Usagi war nicht fähig der Angst abzuschwören, ihn eines Tages mit einer Anderen zu begegnen. Noch immer befanden sich seine alten Nachrichten auf ihrem Smartphone. Einhundert und einmal ertappte sie sich bei dem Versuch sie löschen zu wollen, den Daumen über der delete Taste schwebend, aber sie konnte nicht Worte voller Liebe vernichten, denn dann hätte es sein können, dass sie die Endgültigkeit besiegelte, dann hätte sie das Gefühl, als ob sie diejenige wäre, die dem Vergessen das letzte Schloss öffnete. Ungeachtet der Tatsachen, der Umstände lebte sie immer noch für diese eine Liebe. Anstatt wie jeder normale Mensch, alles dafür zu tun, um sie zu vergessen, würde sie auf ewig alles dafür machen um sich zu erinnern, nicht weil sie ein Sadist war, sondern weil es ihre Geschichte wert war weiterzuleben, wenn auch nur als Erinnerung.

Mamoru saß auf der Couch. Sein Blick lag auf dem Bildschirm seines Smartphones. Langsam wurde es Zeit, dass er das alte Ding entsorgte. Mittlerweile stürzte das System einmal täglich ab und auch das Mikrofon war beschädigt, aber nein. Es war noch zu früh. Er brauchte nur noch ein wenig Zeit, versuchte er sich einzureden. Damit hatten sie stundenlang, nächtelang miteinander telefoniert. Wenn es draußen gewitterte, Blitze den Himmel für einige Sekunden lang aufleuchten ließen, lag er auf seinem Bett, das Telefon am Ohr, lauschend, ob sie friedlich eingeschlafen war. Erst als ihre Atemzüge ruhiger wurden, er dieses regelmäßige Ein- und Ausatmen vernahm, konnte auch er entspannen. Wenn ihn jetzt jemand fragen würde welches sein Lieblingslied sei, so würde er antworten „Ihre friedlichen Atemzüge, während sie schläft“. Rückblickend bereute er so viel, dass er viel zu oft beschäftigt war, mit der Uni, mit dem Lernen, mit so unbedeutenden Dingen des Lebens und sich somit selbst der Möglichkeit beraubt hatte dieser wunderschönen Melodie etwas länger zu lauschen. Jedes verfluchte Mal, wenn er die Augen schloss, rief er sich diesen vermaledeiten Abend seiner Rückkehr ins Gedächtnis und nicht nur das. Auch die letzten Tage vor seinem Abflug, der Abschied, seine Zeit in Amerika … Auch er hatte Fehler gemacht!

Seitdem er zurück war, schlief er nicht eine einzige Nacht lang durchgehend. Die Arbeit laugte ihn zusätzlich aus und er verfiel Tagträumen, die alle samt von ihr handelten, bis er anfing seinen Geisteszustand anzuzweifeln und sich deshalb beurlauben ließ. Er fühlte sich nicht länger zurechnungsfähig, weshalb er sich auch in diesen zwei Tagen in seinem Apartment verschanzte. Quälend langsam vergingen die Stunden als notorischer Stubenhocker und alles um ihn herum erweckte den Anschein, als würde es nur noch schlimmer werden. Er hatte sie nicht nur nicht vergessen, er vermisste sie!

Heute sollte jedoch seinem Einsiedlerleben ein reges Ende beschert werden, an dem niemand Geringerer verantwortlich war als ein großgewachsener, blonder Kaffeebesitzer. "Grillen im Juuban Park“, lautete die Nachricht und weiter: "Du erscheinst selbstverständlich freiwillig, ansonsten …“ Ja, Ja, Ja!! Den Rest konnte er sich bildlich vorstellen. Er würde kommen!

„Ich bin ja so gespannt, was du alles vorbereitet hast!“, rief sie freudig, nahm Makoto den abgedeckten Flechtkorb ab und schnüffelte daran. „U.S.A.G.I.!!“ Rei war in Lichtgeschwindigkeit herbeigeeilt, um ihrer Freundin das Diebesgut zu entreißen. „Hey! Denkst du ernsthaft, dass ich rohes Fleische essen würde?!!“ „Es sind Nahrungsmittel und du bist und bleibst Usagi!“ "Du wirkst gekränkt!“, scherzte Ami und drängte sich zwischen die zwei Streithähne. „Doch! Ein wenig kränkt es mich schon!“, murmelte Usagi, musste es sich aber verkneifen dabei zu lachen. „Glaubt ihr Motoki hat seine alten Unifreunde auch eingeladen?!“, lenkte Minako ein und gab somit ihren Freundinnen zu denken. Wer dachte schon wirklich an Essen neben heißen Junggesellen?!

Ein Umhang des Schweigens legte sich über die kleine Frauenclique, als sie ihren Stammplatz unter der großen Linde ansteuerten. Jede von ihnen hing ihren eigenen Gedanken nach. Naja … fast jede!

Rei datete zwar seit einem halben Jahr Yuitschiro, nur schienen sie keinen Schritt weiter zu kommen und Ami … Ryo und sie hatten vor einiger Zeit miteinander Schluss gemacht. Sie setzten sich nach einem ausschweifenden Streit zusammen an den Tisch, erstellten eine Pro- und Kontraliste und trafen anhand Dieser eine Entscheidung, alles in Einvernahme, versteht sich. Minako war heute begehrter denn jeh und konnte sich kaum vor dem regen Männerandrang erretten, nur war der entscheidende Funke nicht übergesprungen. Vielleicht war ja das Grillfest so etwas wie ein Omen?! Dort sprühten doch Funken ohne Ende oder etwa nicht?! Makoto verschwendete nicht länger einen Gedanken an irgendwelche Männer, außer vielleicht an einen ganz bestimmten Mann, mit dem sie heute ihr einjähriges Jubiläum feiern würde, „Motoki“. „Muss Liebe ekelig schön sein!“, grunzte Minako und rollte dabei mit den Augen. „Ja Mako! Hör endlich auf so provokant zu grinsen!“ Kam das wirklich von Ami?! „Ja naja … ich meine ja nur, nicht das es mich stören würde … es … ah was solls … mir fehlt Ryo!“ Ein synchron ausgesprochenes „Oh“ machte die Runde, bevor es erneut ganz still wurde.

Und Usagi?! Als sie unlängst allein im Crown saß, lernte sie einen alten Kommilitonen von Mamoru näher kennen. Da sie beide ohne Begleitung dort saßen, hatten sie kurzerhand beschlossen zusammen eine Tasse Kaffee zu trinken, woraus sich unverhofft ein stundenlanges Gespräch entwickelt hatte, ganz nach dem Motto lass uns aus einsam zweisam machen. Der Plan schien aufzugehen. Das erste Mal seit langem konnte sie aus vollem Herzen lachen, loslassen und einfach  sie selbst sein. Soweit sie informiert war, würde Daisuke heute auch kommen, wohingegen sie sich bei Mamoru nicht so sicher war. Er schien die letzten Tage und Wochen so reserviert und müde. Ob er Probleme auf der Arbeit hatte?! Pah! Am liebsten hätte sie sich selbst geohrfeigt! Wieso nur konnte sie es nicht endlich dabei belassen! Innerlich schallte sie sich einen Dummkopf, aber sie konnte einfach nicht anders und doch würde sie Daisuke eine Chance einräumen. Zwar hatte sie seit ihrer gemeinsamen Nacht Mamoru noch nie mit einer Frau gesehen, aber sie wusste, dass er Dates hatte. Womöglich, wenn sie gewillt gewesen wäre mehr zu erfragen, wie tief zum Beispiel diese Freundschaften gingen, hätte sie ihre innere Spionin raushängen lassen können, aber sie wollte alles andere, nur das bestimmt nicht.

Als sie ankamen, stand bereits ein kleines Grüppchen rund um Motoki versammelt, der heute den Unglaublichen Hulk mimte. Seinen Brustkorb zierte eine übergroße, muskelbesetzte Schürze in Grün. Das Ungetüm hatte sogar eingenähte Muskelpölsterchen! Selbst die Marvelmacher wären stolz auf diesen Anblick, dachte Usagi, als ihm auch schon Makoto um den Hals fiel. Schnell sah sie weg und lies ihren Blick über die Anwesenden schweifen, bis sie an einer Person hängen blieb. Daisuke hob die Hand zur Begrüßung. Sie tat es ihm nach und gerade als sie im Begriff war zu ihm rüberzugehen hörte sie ihn. „Keine schlechte Wahl! Daisuke ist ein guter Freund von mir!“ Mamorus raue Stimme fuhr über sie wie ein Reibeisen.

Autsch! Den Atem anhaltend stoppte sie mitten im Schritt und wirbelte um sich. Fast traf sie der Schlag! Er sah absolut großartig aus in seiner dunklen, leicht verwaschenen Denimjeans und einem dünnen, weißen Baumwollshirt, welches ihm locker in der Hüfte hing. Sein dichtes, pechschwarzes Haar war leicht verwuschelt und glänzte in der Sonne, seine Augen verbarg eine dunkle Sonnenbrille, aber auch ohne sie zu sehen, wusste sie um deren Einzigartigkeit. Das Leben war so schrecklich ungerecht ausgerechnet einem Mann diese Schönheit zuzugestehen! „Das soll dich aber nicht aufhalten!“, versetzte er ernst und nahm daraufhin die Sonnenbrille ab. Sein stechender Blick traf sie unvermittelt. Wieso nur tat er das?! Was sollte dieser Spruch!? Was versprach er sich davon? Ihren verwirrten Gesichtsausdruck ignorierend fuhr er unbeirrt fort. „Ich habe euch letztes Mal im Crown zusammen gesehen und meinte zu glauben, dass ihr euch sehr gut verstanden habt!“ Ooooookaaay! Hatte er ihr etwa nachspioniert!?  „Ja! Ich glaube ich mag ihn!“, lautete deshalb die knappe Antwort. Er lächelte gekünstelt, aber sie verstand seinen Blick absolut nicht. Was sie wusste war, dass er sie extrem nervös machte und sie wich instinktiv nach hinten zurück. Zu nahe! Er stand ihr viel zu nahe. Die Gefahr ihn zufällig berühren zu können war immens. Schon komisch! Der Mann, den sie liebte, war gerade im Begriff sie mit einem seiner Freunde zu verkuppeln. Alle Achtung! Das hätte sie Mamoru nicht zugetraut. Die Frage, die sich ihr berechtigterweise stellte war, ob er nun zu IHREM Glück handelte oder ob er damit seine eigenen Interessen verfolgte, wie auch immer Diese aussehen mochten. „Hallo Mamoru! Entschuldige bitte die Verspätung!“, hörte sie eine weibliche Stimme rufen. Momentan gefror ihr das Blut in den Adern.

Usagi verlor sich im Moment. Ihr war nicht mehr klar wo sie sich befand oder was sie nun sagen sollte. Um sich nicht vorsätzlich zu blamieren, schwieg sie lieber und wartete ab, bis das Mädchen zu ihnen trat. Über ihren Kopf hinweg begrüßte sie noch einmal Mamoru, drängte sich zwischen sie und drückte ihm so ganz nebenbei einen keuschen Kuss auf die Wange. Die imaginäre Ohrfeige saß, aber erstaunlicherweise tat sie nicht weh. Sie bemerkte die zarte Röte die ihm die Wangen hinaufkroch, den weichen Blick auf der Fremden und fing im Stummen an zu Gott zu beten. Sie bat ihn um Kraft und darum, dass alles akzeptieren zu können. Wie durch einen Tunnel hindurch hörte sie die Fremde sagen: „Hey! Ich heiße Anne und bin eine gute Freundin von Mamoru und wer bist du?!“

Tja! Das war eine durchaus gute Frage! Wer war sie?! Bis gerade eben hatte sie es doch noch gewusst. „Das ist Usagi!“, übernahm Mamoru für sie das Sprechen. Ach ja stimmt! Usagi war ihr Name! Verflixt und zugenäht! Das ist Usagi, äffte sie ihn im Stummen nach und zuckte im gleichen Atemzug zusammen. Etwas hatte sie doch soeben an der Hüfte berührt oder besser gesagt jemand. Ein Seitenblick genügte damit ihr das Herz im Halse stecken blieb. Da stand er! Ihr Ritter in grüner Shorts. Daisuke blinzelte ihr verschwörerisch zu als er sich auch schon von ihr abwandte, um Mamoru und die Neue zu begrüßen. Wie hieß sie gleich nochmal?! Nicht sie selbst, denn daran wurde sie bereits erinnert sondern Mamorus Begleitung! Hatte sie sich überhaupt vorgestellt?! Sie wusste es nicht mehr! Warum konnte sie sich nicht erinnern!? Ihr Gehirn war ab und zu war langsam, aber so begriffsstutzig wie jetzt war es noch nie. Schnell kamen Mamoru und Daisuke ins Gespräch an dem sich auch das Mädchen reg beteiligte, allein Usagi brachte kein Wort heraus. Anstatt sich darum zu bemühen in die Realität zurückzukehren damit sie nicht dastand als vollkommene Idiotin sah sie neben sich hoch an Daisuke, der mindestens einen Kopf größer war als sie selbst, ganz genauso wie Mamoru aber mehr als die Größe hatten die beiden Männer nicht gemein.

Wie bereits erwähnt war Daisuke groß, schlank und muskulös. Die Sonne hatte seinem blondbraunen Haar einen goldenen Schimmer gegeben und sein zarter brauner Teint unterstrich das vollkommen helle Blau seiner Augen, die kurz schelmisch aufleuchteten. War es legitim einen Mann als süß zu bezeichnen?! Er trug eine olivgrüne Bermudashorts und ein leicht zerknittertes weißes Hemd, welches er bis hin zu den Ellenbogen hochgekrempelt hatte. Manch ein Mädchen würde für einen solchen Kerl töten, aber war sie eine davon?! Gehörte sie wirklich zu diesen Frauen, obwohl leugnen war zwecklos. Er war wirklich ein Traum von einem Manne, lustig, ernst wenn das Gespräch es ihm abverlangte und weltoffen. Das alles konnte sie nach nur einem Treffen über ihn sagen. Seine breite Hand hielt sie immer noch, jetzt etwas fester als gerade eben, aber es fühlte sich nicht unangenehm an. So nun reichte es! Usagi du musst unbedingt wieder zu dir kommen und endlich kehrte wieder Leben in ihren Körper. Sie nahm einen tiefen Atemzug und erst jetzt begriff sie, dass sie die ganze Zeit über die Luft angehalten hatte.

Tatsächlich konnte sie wieder die Stimmen rings um sich hören und oh … Warum schaute Mamoru auf einmal so finster drein? Hatte sie möglicherweise doch etwas gesagt, von dem sie nichts wusste. Oje oje! Rede Usagi! Um Gottes Willen sprich! „Ähm entschuldigt bitte! Mir war soeben etwas übel geworden aber geht schon wieder. Wahrscheinlich stand ich nur zu lange in der Sonne!“, mischte sie sich nun ihrerseits ins Gespräch. Schützend verschränkte sie die Arme vor der Brust. Was hatte Mamoru zu Beginn nochmal gesagt?! Soweit sie sich entsinnen konnte, hatte er sie mit ihrem Namen vorgestellt, aber erwähnte er auch in welcher Beziehung sie zueinander standen oder entfiel ihm dieses so unbedeutende Detail?

Höflich stellte sich die Neue abermals mit ihrem Namen vor und Usagi unterzog sie währenddessen einem Schnellcheck. Brünett, groß, schlank, Katzenaugen – grün und sie trug ein leichtes, gelbes Sommerkleidchen in dem ihre endlos langen Beine ausgezeichnet zur Geltung kamen. Im Gegensatz zu Anne war sie höchstens Durchschnitt. „Bist du dir sicher, dass es wieder geht?!“, hörte sie Mamoru besorgt nachfragen und noch einmal wurde Daisukes Griff um ihren Körper einen Deut fester, ja beinahe besitzergreifend! Erst jetzt dämmerte Usagi wem dieser wütend ,verzerrte Blick galt. Nicht ihr, nicht Anne, sondern einzig und allein der Hand an ihrer Hüfte. War er etwa eifersüchtig?! Aber nein! Lächerlich! Das konnte gar nicht sein doch wenn ja, was natürlich seeehr unwahrscheinlich war, würde sie es ein bisschen auskosten.

„Ähm … Ja danke! Mir geht es ausgezeichnet! Nur ein kleiner Anfall von Schwäche, der NICHTS zu bedeuten hat.“ Der Wink mit dem Zaunpfahl schien beim Schwarzhaarigen angekommen. Darauf ging sie erst gar nicht ein sondern stimmte in die soeben geführte Unterhaltung, über die kommenden Sommerpläne, mit ein. Anne erzählte, dass sie vor hatte mit ein paar Freunden, die Mamoru miteinschlossen, ans Meer zu fahren irgendwo in den Süden Japans. Daisuke würde in der Stadt bleiben um zu arbeiten und sie hatte noch keine Pläne geschmiedet, als auch schon wieder das Wort an sie gerichtet wurde. „Möchtest du vielleicht mit Motoki, Makoto und mir zum Bergsee fahren?!“ Oh!! „Wann?!“ Das hatte sie nicht wirklich gesagt! Scheinbar doch, nach dem Gesichtsausdruck Daisukes zu schließen und erst der von Mamoru sprach ganze Bände. „Nächstes Wochenende.“ Irrerweise nickte sie und das Gesicht ihres Gesprächspartners erstrahlte augenblicklich. „Mamoru, Anne wieso schließt ihr uns nicht an und vielleicht können wir die Mädels ja auch mitnehmen, wenn wir mit den zwei Crownbussen fahren würden.“, goss er weiter Öl ins Feuer. Nicht das es nötig gewesen wäre, denn Mamoru schien bereits auf 180 zu sein. Der Schwarzhaarige sah aus als würde er seinem Freund gleich an die Gurgel gehen. Die tiefe Denkfalte zwischen seinen Augen verriet ihn, ganz zu schweigen von seinem mörderischen Blick, mit dem allein Daisuke bedachte.  „Das! Das ist eine sehr gute Idee! Ich bin auf jeden Fall dabei! Eine kleine Auszeit würde mir bestimmt guttun!“ Provokation! Sie hatte es wahrlich drauf!! „Was du nicht sagst!“, fiel ihr Mamoru prompt ins Wort. Sarkasmus auf einer ganz neuen Ebene. Sie waren beide über sich hinausgewachsen! Jetzt reichte es aber. Genug war genug!!!

„Auf ein Wort!“, knurrte sie ihn an. Das Anne und Daisuke überrascht zu sein schienen, war wohl die Untertreibung des Jahrhunderts, aber das war gerade Usagis geringste Sorge. Ohne die Neulinge auch nur eines Blickes zu würdigen, entwand sie sich aus der, lieb gemeinten, Umarmung und griff nach Mamorus Hand. Das erste Mal seit langer, langer Zeit berührte sie ihn, beziehungsweise zog sie ihn regelrecht hinter sich her und er lies sich nur zu gerne von ihr entführen.

Sie ging schnell, im Schlepptau 90kg geladenes Dynamit, im Hintergrund Stimmwirrwar, aber sie war so sehr in Rage, dass sie kaum noch an sich halten konnte. Wäre sie eine Comicfigur, so würden wahrscheinlich Rauchschwaden pfeifend aus  den Ohren schießen. Dumpf hörte sie im Rücken Reis beruhigende Stimme die Anne und Daisuke davon abhielt ihnen zu folgen. Ein Hoch auf die besten Freundinnen der Welt!

Am verwinkelten Teich angekommen, den sie und Mamoru in vergangenen Zeiten aufgesucht haben, lies sie seine Hand los. Hier waren sie ungestört. „WAS IST DEIN VERDAMMTES PROBLEM CHIBA?“ „Dasselbe könnte ich dich fragen!“, pfefferte er ihr ungerührt entgegen, stand aber seelenruhig dar, sehr im Kontrast zu seinem Ausbruch. Falls er vorgehabt haben sollte sie zu verunsichern, so konnte sie ihm nur mehr ihre Glückwünsche aussprechen, denn das hatte er ganz großartig hinbekommen. „Was?!“, zischte sie. „Ich dachte du und Daisuke kommt euch gerade näher und dann wirfst du dich ihm gleich um den Hals!“ „Was zum …“ Unsicher raufte sie sich durchs offene Haar, welches ihr wild und verschwitzt ins Gesicht hing. Feucht klebte ihr das royalblaue Kleid aus Seidengemisch zwischen den Oberschenkeln, als sie sich verzweifelt im Kreis zu drehen begann um schlussendlich auf einem großen flachen Stein Platz nahm. Mamoru folgte ihr und blieb schließlich dicht vor ihr stehen.

Einmal mehr repräsentierte er ihr seine Erhabenheit. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie es vermieden ihn anzusehen, doch als sie endlich aufblickte, stellte sie fest, dass er auf sie hinabsah. Sein Gesicht war frei von jeglicher Emotion, beinahe gleichgültig. Sie versuche ihn anzulächeln als sich ihre Mundwinkel gefährlich nach unten verzogen. Ihr war kalt im Schatten, trotzdem lief ihr der Schweiß die Schläfen entlang. Das alles war zu viel auf einmal! Sie hoffte inständig nicht in Ohnmacht zu fallen.

„Setz dich!“, forderte sie ihn auf. Der scharfe Ton ihrer Stimme schnitt sogar die warme Luft entzwei. Er verstand nicht recht und sie wiederholte sich. „Setz dich endlich!“ Diesmal folgte er der Aufforderung und ging in die Hocke.Nun begegneten sie einander auf der gleichen Ebene und erweckten den Schein als seien sie ebenbürtig, zumindest für den Moment.  

Er kam nicht drum herum sie sich ansehen zu müssen und bei Gott. Trotz der Wut, die sie in ihm entfachte, trotz des Verrates, den sie an ihm begangen hatte und trotz oder gerade wegen ihres  süßen Aufzuges wurde er schwach. Zu lebhaft erinnerte er sich wie sehr es geliebt hatte sie in seinen Armen zu halten als wäre es erst gestern gewesen. „Ich wünsche mir doch nur, dass du vorsichtiger bist!“, stöhnte er frustriert auf. Wollte oder konnte sie ihn nicht verstehen!? „Und ich dachte immer, dass ich mutiger sein sollte.“ Ihre Worte trafen ihn wie ein Fausthieb mitten in die Magengrube, wo er seine Eigenen darin wiedererkannte. Die Hände zu Fäusten geballt hinderte er sich selbst daran ihr die verirrte Strähne aus dem Gesicht zu streichen. „Usagi versteh, dass ich es nur gut mit dir meine. Du bist meine Freundin und dementsprechend bist du mir wichtig.“ Herrlich, wie selbstverständlich er das Wort ‚Feundin‘ aussprach. Beinahe hätte er sich daran verschluckt. „Dann verhalte dich gefälligst wie ein Freund und nicht wie ein Vater der seine unerzogene Tochter belehrt!“ Benommen von ihrer Schönheit fuhr er mit seinen Augen die Konturen ihres vollkommenen Körpers nach. Sie war vieles aber ganz sicher kein Kind mehr. „Du weißt, dass ich dich nicht so sehe!“ „Wow! DU bist wirklich sehr überzeugend!“, meinte sie trocken. „Geh es langsam an! Mehr verlange ich nicht von dir! Lass dir Zeit!“ Sein Mund zuckte so als ob er noch etwas sagen wollte, doch anstatt dessen erhob sich. Ihre Nähe tat ihn nicht gut, sie nahm ihm die Luft zum Atmen. Länger sah er sich nicht im Stande mit ihr alleine zu sein. Anne musste sich ja sonst was denken. Entschlossen zu gehen, steuerte er auf den Trampelpfad zu, aus dessen Richtung sie gekommen waren, als ihm auffiel wo sie sich gerade befanden. Es war ihm ehrlich entgangen. Dieser Ort war wie eine Zeitpforte zu der schönsten Zeit seines Lebens. Die alte, stolze Buche unter der sie sich einst das erste Mal geküsst hatten versperrte ihm wie ein Mahnmal den Weg. Selbst die Natur schien sich gegen ihn verschworen zu haben. Fehlte nur noch, das der Baum anfing ihn zu tadeln. Überraschen würde es ihn keinesfalls, wenn man bedachte wie sich ein sonst so harmloses Grillfest entwickelt hat.

„Du gehst zurück zu ihr! Wieso sollte ich nicht das Gleiche tun?!“ Es widerstrebte ihm zutiefst dieser Andeutung Beachtung zu schenken und doch drehte er sich zu ihr um. Usagi wirkte entgegen ihrem Alter ziemlich abgeklärt und nüchtern. Nicht viel war von dem sorglosen Mädchen von damals übergeblieben und er fühlte sich dafür verantwortlich.

Mittlerweile war sie mutig an ihn herangetreten, stand keine Handbreite von ihn entfernt, sodass ihn dieser allzu vertraute Duft nach Vanille die Sinne vernebelte. „Nur weil du mich nicht willst und dir nicht dieses Mehr vorstellen kannst, projiziere es nicht auf andere!“ Hart musste er schlucken. Natürlich musste sie alles falsch interpretieren. „Du weißt, dass das nicht stimmt!“ „Natürlich stimmt es! DU wolltest das ich gehe und ich bin gegangen und nun verlangst du von mir das Leben einer Nonne zu führen, während du deines weiterlebst?! Ist das deine Vorstellung von Gerechtigkeit Mamoru?!“ Er zögerte kurz ehe er ihr antwortete, doch war es klar, dass er wusste was sie meinte. „Du siehst es falsch! Genau das will ich nicht.“ Doch! Ganz genau das wollte er! Lächelnd, so als ob sie ihn durchschaut hätte, nickte sie bestätigend als sich im nächsten Augenblick ihre Augen begegneten. Mamoru litt indes an erheblicher Atemnot. Was machte er hier und wieso nur konnte er nicht gehen!!? „Dann kläre mich auf! Sag mir was du willst!“, hauchte sie. Was er wollte?! Er wollte sie für sich beanspruchen und war nicht bereit sie in den Armen eines anderen Mannes zu sehen! „DICH!“, presste er mühevoll hervor. „Immer nur wollte ich dich!“

Er hatte losgelassen. Die Wahrheit ließ sich nicht länger verleugnen. Einmal mehr hatte er gegen seine Prinzipien verstoßen. Mamoru gestand ihr zwar die Wahrheit, versprach aber Nichts aus tief verwurzelter Angst seine Versprechen nicht halten zu können, denn er war nicht bereit weder sich noch sie zu verletzen. Schon damals hatte sie ihm bewiesen, dass sie nicht imstande war ihn zu halten, wenn das Leben komplizierter wurde und er war mittlerweile zu kaputt um sie an sich zu binden.

Die Sehnsucht war heute größer als jede Vernunft und so sehr er sich dagegen sträubte, kam er nicht gegen sich selbst an. Er wünschte sie in seinen Armen zu halten, ihr ins Ohr zu flüstern, wie sehr er sie liebte, wie sehr er sie vermisst hatte, ihren Körper ganz langsam und zärtlich zu erkunden und ihr zu versichern, dass er sie vor jedem Leid beschützen würde. Wieso nur sagte SIE nichts. War das was er preisgab so falsch!? „Und was dann?!“, fragte sie anklagend. „Ich kann dir nichts versprechen!“ Usagi reckte ihm herausfordernd das Kinn entgegen. „Willst du gehen?“ „Willst du das ich bleibe?“

Mamoru beugte sich zu ihr hinunter, sie kam ihm den letzten Schritt entgegen, ihre Körper berührten sich, ihre Herzen erkannten einander und passten sich dem Rhythmus des jeweils anderen an, wie zwei Umherirrende die sich endlich wiedergefunden hatten, klammerten sie sich an das letzte Fünkchen Hoffnung. Beide blieben sie einander eine Antwort schuldig. Sein Gesicht war nur noch wenige Zentimeter von dem ihrem entfernt. Ihr stockte der Atem. Er lächelte auf sie hinunter, doch in seinen Augen lag ein Hauch zuviel an Unsicherheit, die sie trotz allem rühre. Sie lächelte zurück. „Ich würde dich so unglaublich gerne küssen.“, gestand er. Sekunden verstrichen. Er war ihr so nah, wenn sie den Kopf nur ein kleines bisschen angehoben hätte, so hätte sie ihn erreichen können als sich Mamorus Arme um ihre Taille legten. Seine Finger waren genauso kalt wie ihre und zum ersten Mal kam ihr der Gedanke, dass er trotz der Ruhe die er ausstrahlte, möglicherweise genauso nervös war wie sie. „Mamoru … ich …“

„Mamoooooruuuuuu, Maaaaaaaaaamoruuuuu wo seid ihr!??? Ist alles OK?!“ Anne! Das Szenario veränderte sich! Plötzlich wirkten Mamorus Gesichtszüge wie versteinert und ohne es wirklich zu wollen, stolperte sie einige Schritt zurück. Seine Augen blieben jedoch noch in ihren verankert. Er konnte beobachten, wie sich ein Schleier aus Trauer über seine sonst so klaren Bergseen legte und wie aus dem nichts sprang Anne zwischen den Büschen hervor. „Das Essen ist fertig! Alles klar bei euch!!? Ist etwas passiert?!“  

Der Zauber löste sich auf und mit einem dumpfen Knall wurden sie zurück in die Gegenwart geschleudert. „Kommt ihr nun?!“, trällerte Anne nichtsahnend und nahm Mamorus Hand. Es schien so als wäre sie darin bereits geübt. Usagi verfolgte mit Schrecken wie seine Finger sich mit der einer Anderen verflochten. Ihre Seifenblase zerplatzte ein für alle Mal. Sie musste hier dringend weg! Sie ertrug es nicht länger sie miteinander zu sehen. „Geht ruhig!“, sagte sie an Anne gerichtet und dann zu Mamoru. „Mir ist gerade der Appetit vergangen!“

Ohne eine Möglichkeit zu haben sich zu erklären schleifte ihn Anne auch schon hinter sich her. Er wollte sich gerade losreißen, aber Usagi war bereits verschwunden. Vielleicht war es auch besser so. Die Gefahr das Schicksal noch einmal herauszufordern war einfach zu groß.

Mamoru und Anne waren fast am Sammelplatz angelangt, da stampfte ihnen auch schon eine wutentbrannte Rei entgegen. Ohne ein Wort der Freundlichkeit zu verlieren, donnerte es. „Was hast du getan, um Usagi zu verscheuchen!?!“ Anne war verwirrt. „Was sollte er ihr schon angetan haben! Sie war doch diejenige die wie eine Furie abgegangen ist!“, schnauzte sie die Priesterin lautstark an. „DU!“, schrie die Schwarzhaarige. „Du voreingenommenes Miststück!“ „Mamoru hörst du das?!“ Aber Mamoru wusste, dass es vor Rei kein Entkommen gab und war bemüht darum Schadensbegrenzung zu betreiben. „Anne, ich glaube du gehst jetzt lieber zu den anderen!“ „A- a- Aber!“, fing sie an hilflos umherzustottern. „Kein Aber Fräulein! Mach die Fliege!“ „REI!“, ermahnte sie Mamoru. „Liebst du die Kleine?!“ „Bitte was?!“ Er verstand Reis Beweggründe aber dennoch war es Anne gegenüber nicht in Ordnung. „Liebst du dieses Mädchen!?“, den Zeigefinger auf Anne gerichtet. Fassungslos stand Anne zwischen den Streitenden, aber an der Antwort lag ihr mindestens so viel wie dieser Verrückten. Immerhin war sie mit Mamoru mehrere Male ausgegangen und sie empfand definitiv etwas für ihn. „Rei das kannst du nicht machen!“ Beide Hände in die Hüfte gestemmt, drückte sich drei an Anne vorbei.

„Was ist?! Hat es dir die Sprache verschlagen?!“ Mamoru musste einsehen, dass egal was er tat er trotzdem in dieser Sackgasse landen würde. „Hab wenigstens einmal den Mut ein Mann zu sein und erspare zumindest Einer die Enttäuschung!“ „Nein ich liebe sie nicht!“, zischte er durch die zusammengebissenen Zähnen und Anne wartete nicht länger ab sondern rannte wie ein aufgescheuchtes Reh davon.

„Na großartig! Wolltest du das damit erreichen?! Hast du so wenig Feingefühl Rei? Was ist bloß in dich gefahren?“, aber Rei ließ sich nicht in die Irre führen. Sie befand sich auf einer lebenswichtigen Mission und war bereit dafür auch über Leichen zu gehen, selbst wenn eine davon Mamorus sein sollte.

„Liebst du Usagi?!“ Genervt fuhr er sich übers Gesicht. „Dein Ernst?“ „Mein voller Ernst!“ „Ich kann das nicht!“ „Und ob du das kannst!“ „Lass gut sein Rei!“ „In zwei Leben nicht!“ Mamoru sah sich geschlagen. „JA!! JA!! JA!! ICH LIEBE SIE!! Aber-„ und noch bevor Rei in den Genuss kam ihren Mund zu öffnen kam ihr Mamoru zuvor. „Es ist vorbei! Du weißt nicht was-.“ „Ich weiß mehr als dir lieb ist und nun-„,

Voller Eifer fing sie an in ihrer kleinen Umhängetasche zu kramen, bis sie einen lavendelfarbenen Umschlag in den Händen hielt. Zweimal sah sie von ihm auf das Stück Papier und zurück, nahm einen tiefen Atemzug und das Kuvert wechselte den Besitzer. „Usa weiß nichts davon! Ich habe mir vor einer Woche ein Buch von ihr geliehen und darin fand ich das und bevor du irgendwelche Einwände erheben kannst, lass mich bitte zu Ende erzählen. Natürlich wusste ich, dass ich kein Recht hatte ihr oder dir nachzuspionieren, aber er war nicht verschlossen und dann sah ich deinen Namen darauf und konnte nicht anders! Eins kam zum Anderen … Sie hat ihn kurz nach eurer gemeinsamen Nacht geschrieben. Er sieht abgenutzt aus, was mich zu dem Schluss bringt, dass sie ihn mehr als nur einmal gelesen hat. Sie liebt dich Mamoru, mehr als du dir vorstellen kannst! Und Mamoru?!“ "Ja?!" "Lass nicht zu, dass ich das bereuen muss!", und kaum das sie ausgesprochen hatte, machte sie auf Absatz kehrt und flitzte davon. Mamoru indes richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf den Umschlag. „Mamoru“

So wie Rei wusste, dass ihr Handeln nicht rechtens war, so wusste es auch er, aber etwas in ihm trieb ihn dazu seine Bedenken zu übergehen und so ging er zurück an ihren gemeinsamen Platz, nahm das Papier aus dem Kuvert und begann zu lesen …

Lieber Mamoru,


tief in mir weiß ich, dass dich dieser Brief niemals erreichen wird und doch sitze ich nun hier und bin am Schreiben. Stell dir vor, es ist kurz nach Mitternacht, Geisterstunde wie es manch einer benennt …




Hallöchen nochmal … ☺️

Nun hat er ihren Brief also erhalten aber was damit anstellen!? Niemand hatte ihm oder Rei die Berechtigung erteilt ihn zu lesen. So schön auch alles klingen mag ist und bleibt es ein Vertrauensbruch, ein Eindringen in die Intimsphäre einer Frau, deren Herz noch blutet … ☺️✌
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