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Zeitzeugen

KurzgeschichteRomance, Freundschaft / P12 / Gen
Mamoru Chiba / Tuxedo Mask / Endymion Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II
24.04.2021
22.07.2021
5
15.067
18
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
22.07.2021 3.299
 
Hallöchen meine Lieben,❤️


letztes Mal stellte ich eine Frage in den Raum die mir einstimmig beantwortet wurde. Und da ich hier bin, um euch eure Wünsche zu erfüllen …

… hier nun ein Kapitel aus Mamorus Sicht, aber ACHTUNG!!! ES WURDE NOCH „NICHT“ KORREKTUR GELESEN!! *grins*


Hoffentlich gefällt es euch und nun viel Spaß damit!

Fühlt euch alle gedrückt!

… eure Ghost …

❤️  ❤️  ❤️


Viel länger als es nötig gewesen wäre stand er nun in der Küche aus einem vergangenen Leben und sah der Kaffeemaschine beim Werken zu, so als ob es das interessanteste Geschehen auf der großen, weiten Welt wäre. Tatsache war allerdings, dass es ihm an Mut mangelte zu ihr hinauszugehen. Seine geheuchelte Stärke war nichts weiter als Tarnung um ihr erst überhaupt entgegentreten zu können. Hier in seiner alten Wohnung zu stehen, in der es schien als sei die Zeit stehen geblieben, fühlte sich so unwirklich an wie die Situation selbst, in der sie sich nun beide befanden. Dieses Leben gehörte ihnen nicht länger, war nicht mehr real, rief er sich wiederholt in den Gedanken, so als ob er versuchen würde sich selbst zu überzeugen. Es wäre Wahnsinn eine Minute länger daran festhalten zu wollen, doch es war so wie mit einem lieb gewonnen Kleidungsstück. Auch wenn es bereits verwaschen war und sich auf dem Stoff die ersten Risse abzeichneten, wollte man es partout nicht ablegen und versuchte dennoch dämlicherweise die bereits entstandenen Löcher zu flicken.

Ihr selbst war gar nicht aufgefallen wie lange sie tatsächlich diesen alten Regenschirm gedankenverloren angestarrt hatte, doch ihm war keine Sekunde davon entgangen. Usagi mochte vielleicht denken, dass es ihn nicht berührte, dass sie ihn nicht länger berühren konnte, nur sie ahnte nicht einmal ansatzweise, wie sehr sie sich täuschte. Jede ihrer Bewegungen, ihr Erscheinungsbild, das was sie sagte und ganz besonders das worüber sie so verbissen schwieg, konnte er glasklar erkennen, als ob die Ankunft auf japanischem Boden auf eine Art magische Weise den Schleier gelüftet hätte, den er mit Vorlieb schon so lange mit sich trug.

Den ganzen Flug über hatte er ihr Bild in den Händen gehalten und seit langer Zeit hatte er es sich gestattet seinen Emotionen freien Lauf zu lassen sowie auch seinen Tränen. Es gab da einmal eine Zeit, in der er sich dachte, dass sie ein für alle Mal versiegt wären, aber schlussendlich wurde er eines Besseren belehrt. Seit dem Unfall seiner Eltern behielt er Gefühle grundsätzlich gut verborgen für sich allein, bis sie ihm über den Weg lief und sich sein Leben von einem Moment auf den Nächsten zu wandeln begann. Nicht einmal in seinen wildesten Träumen hätte er geahnt, dass irgendjemand jemals zu ihm hindurchdringen könnte, nur war Usagi nicht irgendjemand. Sie war etwas ganz besonders, ein Unikat, ein Geschenk des Himmels und letzten Endes, womit er kaum gerechnet hätte, war auch sie diejenige die die Pforten der Hölle erneut öffnete und nun schmorrte er darin, ganze achtzehn Monate und drei Stunden. Nein! Ihm ging es „nicht“ gut! Ihm ging es ganz und gar nicht gut, doch wieso seine Qual ausgerechnet seinem Peiniger gestehen?! Für ihn war klar, dass er abschließen musste. Um jeden Preis wollte er verhindern, dass sie die Möglichkeit bekam ihm erneut weh tun zu können.

Als er in Amerika landete, gab er sich zunächst seiner Trauer gegenüber geschlagen und lebte sie Tag für Tag, Nacht für Nacht auch äußerlich aus, danach stürzte er sich wie ein Wahnsinniger in Unmengen Arbeit und Studium. Was im Anschluss folgte waren wilde One-Night-Stands und dann im letzten Halbjahr eine sogenannte Beziehung …

„Pah“, schnaubte er frustriert auf. Das Wort Beziehung auch nur zu verwenden war die Übertreibung des Jahrhunderts. Für die Frau, mit der er sich monatelang das Bett teilte, war es womöglich eine Beziehung, doch für ihn war es nur ein weiterer, schwacher Versuch Usagi ein für alle Mal abzuhacken, so wie sie ihn einst, nur hatte sie es bereits am ersten Tag geschafft sich unwiderruflich in sein Herz zu brennen und er sah ein, dass die einzige Möglichkeit sie zu vergessen darin bestand sich dieses Organ aus der Brust herauszureißen und das konnte er nun mal nicht. Also akzeptierte er diesen hinderlichen Umstand und gab sich dafür die doppelte Mühe Cathrin ein guter Partner zu sein.

Die Tage vor seiner Abreise, selbst nachdem sie einvernehmlich ihre vermeidliche Beziehung für Beendet erklärten, hatte er es beinahe geschafft sich einzureden, dass ihm Usagi nicht länger etwas bedeutete, so lange bis er beim Wühlen in seinem Rucksack, ihr gemeinsames Bild in die Hände fiel. Bleierne Müdigkeit belastete seine Seele. Und dann … Alles und Nichts brach gleichermaßen über ihn herein. Erinnerungen, alte Momente, Geheimnisse, Wünsche und Zukunftspläne formten sich aus einem übriggebliebenen Häufchen Asche und die längst erloschene Glut fing Feuer, bis sich daraus ein allesverzehrender Flächenbrand entwickelte und ihn samt Haut und Haar verschlang und genau hier und jetzt wurde ihm so einiges klar. Sie hatte ihn in dieses Feuer gezerrt! Die alte Bitterkeit brach sich Bahn. Ihr konnte er niemals entkommen, denn auch ohne körperlich anwesend zu sein, war sie für ihn immerwährend präsent. Es war zum verrückt werden! Er war verrückt geworden, denn er sah sie in jedem noch so verborgenen Winkel, in jeglicher Form und Variation, in den ersten Schneeglöckchen, die das Ende des Winters einläuteten, hörte sie in kitschigen Liebesschnulzen und fühlte wie die Reste ihrer Liebe ihn zu wärmen vermochten, wenn er innerlich zu frösteln begann. Herrgott nochmal! Wieso legte sie es darauf an ihn weiterhinzu quälen!? Reichte ihr nicht der bereits entstandene Schaden?! Wollte sie noch auf den Überresten seiner Seele einen Freudentanz aufführen?!! Ganz gleich wie sie gedachte ihn aus der Reserve zu locken, er würde ihr kein weiteres Mal einen Freibrief ausstellen!! In seinem Beruf sowie Studium mochte er erfahren und furchtlos sein – im wahren Leben war er nichts weiter als ein Feigling. „Selbst schuld!“, murmelte er und griff nach den Tassen. „Du musstest sie ja mit in deine Wohnung nehmen!“ Seufzend trat er den Weg ins Wohnzimmer an.

Dort angekommen, stellte er überrascht fest, dass sie sich immer noch im Eingangsbereich aufhielt, stellte die Kaffeetassen geräuschlos ab und nahm auf dem Zweisitzer Platz. Lange war er Usagi hinterhergejagt und nun war er eines aussichtslosen Marathons müde. Selbst wenn sie sich keine zehn Schritte entfernt von ihm befand, wollte er diesen Weg nicht mehr bestreiten, also entschied er sich abzuwarten.

Lange hatte er nicht die Zeit diesem Gedanken nachzueifern, denn sie erschien wie aus dem Nichts. Mamoru nahm ihren nachdenklichen Blick, auf die Tassen, in sich auf und versuchte in sie hineinzufühlen, etwas worin er damals ein Spezialist war, nur heute schien die Welt spiegelverkehrt zu stehen. Zögerte sie seinetwegen oder gar ihretwegen oder wegen der verzwickten Situation, in der sie sich beide zusammen befanden?! Er nahm an, dass sie ihm gegenüber Platz nehmen würde, um Abstand zu gewinnen aber sie tat doch tatsächlich das komplette Gegenteil. Als er fühlte wie die Polsterung neben ihm nachgab, verkrampfte sich sein ganzer Körper. Um sich nichts anmerken zu lassen, nahm er einen ausgiebigen Schluck aus seiner Tasse. Das seinem Mund dabei ein Seufzer entfleuchte, schien ihr, zumindest für den Moment, entgangen zu sein. Er wiederum war heilfroh, dass er keine Schnappatmung bekam, als ihm ihr wohlvertrauter Duft in die Nase stieg und anfing mit seinen Sinnen zu jonglieren. Usagi tat es ihm gleich. Auch sie hatte allem Anschein nicht vorgehabt als Erste zu sprechen. Das war doch lächerlich! Immerhin waren sie beide keine kleinen Kinder mehr und so entschied er das meterdicke, arktische Eis zwischen ihnen mit nur einem kräftigen Schlag zu durchbrechen. Er wandte ihr den Kopf zu und meinte: „Erzähl! Was gibt es neues?!“

Verächtlich kräuselte Usagi die Lippen und saugte dabei an ihren Zähnen. Ihm war nicht klar, ob sie es selbst bemerkte oder ob auch das zu ihrer inszenierten Unzulänglichkeit gehörte– ihre ganz spezielle Art Missbilligung auszudrücken. „Was willst du wissen?!“, kam der Gegenangriff prompt. Aber hallo! Was zum Geier war das denn?! Der harsche Ton war ihm gänzlich neu, genauso wie der abschätzige Blick, mit dem sie ihn bedachte. In einem Punkt war er sich zu eintausend Prozent sicher. Sie spielte ein Spiel, dessen Regeln er nicht kannte oder verstand - vorerst nicht, aber das konnte sich sehr schnell ändern! Ihm blieben zwei Optionen. Entweder er stieg auf diese Art von Unterhaltung ein, oder er stellte seine eigenen Spielregeln auf. Mamoru entschied er sich für das Letztere. Er wusste nur zu gut wie er sie zu nehmen hatte. Die einzige Möglichkeit einem zickigen Mädchen gegenzuhalten war ruhig Blut zu bewahren. Gegenüber solchen Frauen war er sprachlich bewandert, nur bei Usagi beschritt er damit Neuland.

Innerlich rang er um Fassung, doch äußerlich zeigte er nicht ein Anzeichen von Verunsicherung, sondern ging zum Gegenangriff über. Als hervorragenden Beobachter blieben ihm ihre unregelmäßigen Atemzüge nicht verborgen, noch übersah er das deutliche Unbehagen in ihrem Blick. Ihm reichten diese Indizien aus um sie als Beweise, für ihre eigene Verunsicherung abzulegen, um den Ball ins gegnerische Feld abzufeuern. „Usagi! Sei bitte nicht so zickig! Nicht mir gegenüber. Das …“ Überrascht sah er so etwas wie Traurigkeit, in dem hellen Blau ihrer Augen, aufblitzen, was ihn gegenwärtig veranlasste innezuhalten und sich seinen nächsten Schritt genau zu überlegen. Auch wenn das soeben Gesehene von nur kurzer Dauer war, konnte er es kaum ertragen. Noch nie konnte er den Gedanken verkraften sie traurig zu wissen und am allerwenigsten wollte er der Auslöser einer solchen Emotion sein. „Es passt nicht zu dir!“, versetzte er mit zärtlicher Stimme hinfort. Selbst wenn er versucht hätte diese Worte neutral zu verpacken, war ihm auch schon im Vorhinein klar, dass er es nicht konnte und darum spielte er nicht länger sondern war bereit die Karten auf den Tisch zu legen, in der winzigen Hoffnung, dass sie es ihm gleichtun würde.

Ihr abgewandter Blick störte ihn maßlos. Nichts wünsche er sich sehnlicher, als dass sie ihn wieder ansah, nicht zuletzt, damit er sich selbst nicht verlor und wenigstens einen Ansatzpunkt hatte. Vieles konnte sie mit Worten, Mimik oder Gestik vor ihm verbergen, nur ihre Augen, diese funkend blauen Kristallseen, verrieten sie -immer-!

Sie konnte nicht ahnen, wie sehr es ihn in den Fingern juckte sie zu berühren. Das blonde Haar fiel ihr lang über die Schulter und er erinnerte sich nur zu genau wie es sich zwischen seinen Fingern anfühlte. Das Gefühl war überwältigend, sodass sich seine Hände verselbstständigten und das taten, was sie kannten, einer Bewegung folgten, die sie verinnerlicht hatten, nämlich hineinzugreifen und ihr das seidig schimmernde Blond über die Schulter zu streichen und auch sie agierte, wie sie es schon seit jeher tat.

Ihr Blick traf ihn mit der Wucht eines einschlagenden Kometen und zertrümmerte seinen Brustkorb mit einem einzigen Aufprall. Einmal mehr brach sie ihm das Herz, allein damit, dass sie ihn einen Blick wie damals schenkte, voller Liebe und Zuversicht. Er konnte es kaum länger ertragen sie selbst anzusehen, aber etwas an ihr hielt ihn fest und selbst wenn er es gewollt hätte, wäre er nicht fähig gewesen sich dieser Magie zu entziehen. Die Erkenntnis war niederschmetternd. Sie begehrte ihn! Alles Leugnen brachte nichts! Seit dem Augenblick als er in dieses Flugzeug gestiegen war, hatte er sich geschworen es niemals so weit kommen zu lassen und nun warf er allen Ernstes all die schmerzhaften Erinnerungen über Board und war bereit sich in eiskaltes Gewässer zu stürzen, von dem er wusste, dass es kein Entrinnen mehr gab?! Gegen eine scharfe Zunge existierten Verteidigungsstrategien die unanfechtbar waren, gegen Schläge konnte man sich verteidigen aber gegenüber „ihrem“ Begehren konnte er sich nicht verschließen. Die rosa gefärbten Wangen tauchten in ein dunkles weinrot. Wie durch eine dicke Schicht Nebel hindurch nahm er wahr, dass sie zu ihrer Tasse griff, die bereits leer getrunken war. Sie tat also so als wäre sie voll und er konnte gar nicht anders als zu lächeln. Nach so langer Zeit also hatte er immer noch die gleiche Wirkung auf sie.

Noch bevor er wusste, wie ihm geschah schwankte seine innere Angespanntheit in pure Lust um. Noch nie zuvor wollte er sie sehnlicher, brauchte er sie mehr und das jagte ihn eine Heidenangst ein. Mit einem vollgepackten Koffer an Emotionen fuhr er mit 180 km/h unangegurtet Achterbahn, doch ein ganz bestimmtes Gefühl erkämpfte sich schlussendlich die Oberhand. Er wollte es nicht wahrhaben, noch konnte er damit richtig umgehen. In seiner Brust breitete sich ein wunderbarer Seelenfrieden aus, der nur von der kraftvollen Erektion gestört wurde, die nicht einmal Halt vor der engen Jeans machte. Es war zum Mäuse melken. „Hast du jemanden kennengelernt?!!“, sprudelten die Worte aus ihrem Mund und schwupp war alles Andere Geschichte. Selbst die Gegend unter der Gürtellinie wurde mit nur dieser Frage außer Gefecht gesetzt und er vergaß für einen kurzen Moment, dass er ein liebeskranker, zutiefst verunsicherter Idiot war.

„Können wir bitte das Thema wechseln?!“ Ohne es auch nur zu erahnen, hatte sie unverhofft seinen wunden Punkt getroffen. Auch wenn sie nicht länger zusammen waren und selbst wenn er wusste, dass er im eigentlichen Sinne ein freier, ungebundener Mann war, der tun und lassen durfte wonach ihm beliebte, fühle er sich über allen Maßen hinweg schuldig. Das kleine Monster in seinem Kopf schrie lautstark: „Betrug“, aber er ließ sich davon nicht beirren. Nein! Er hatte sie weder betrogen, noch war er ihr sinngemäß fremdgegangen und am allerwenigsten war er ihr Rechenschaft schuldig. Mit einem Mal war es vorbei mit seiner standhaften Selbstbeherrschung. Wie konnte sie es wagen, sich anzumaßen, in seinem Leben zu wühlen und genau das war es was sie zum Hören bekommen sollte. „Ich versuche nur-„, fing sie an.  „Du versuchst nur dich erneut in mein Leben zu mischen und alles durcheinanderzubringen!“, pfefferte er ihr entgegen und sah weg. Es war um einiges leichter sie anzuschreien, wenn er sie nicht buchstäblich vor Augen hatte. „Wer ist hier jetzt nun die Zicke?!“ Die Überraschung stand ihm vermutlich ins Gesicht geschrieben, als er reflexartig mit Kopf in ihre Richtung wirbelte. Es war nicht zu übersehen, dass sie ihren Kopf hängen, lies. Wieso ihm das immer noch zu schaffen machte, war ihm allerdings ein Rätsel. Sie hatte immerhin das alles zu verantworten nicht er!!! Über seinem Haupt hing ein Fluch, dachte er frustriert.

„Wieso tust du das?!“, seufzte er. „Wieso tue ich was?!“ Arrrgh! War sie wirklich so dämlich oder spielte sie nur eine hervorragende Schauspielerin?! „Wieso bist du so scharf darauf dir selbst Schmerz hinzuzufügen?!“ Inständig hoffte er, dass sie es dabei belassen würde. Mit dem was nun folgen sollte, sprengte sie nicht nur den Grenzposten, sondern den ganzen verfluchten Grenzübergang. „Wie heißt sie?!“ Sie wollte es tatsächlich nicht anders, doch inwieweit war er bereit etwas preiszugeben!? Sollte er ihr brühwarm von allen vier Frauen erzählen, mit denen er so lange gevögelt hatte, bis ihnen Hören und Sehen verging oder ihr nur von Catherine erzählen mit der er es ernsthaft versuchen wollte?! Oder sollte er sogleich zugeben, dass er alles dafür getan hätte um über den Schmerz, den sie ihn hinzugefügt hatte, hinwegzukommen, dass er für keine von ihnen je etwas empfunden hatte oder sie gar geliebt?! Dass jedes Mal, wenn er die Augen öffnete, er allein ihr bezauberndes Gesicht vor sich sah, genauso wie jeden Abend, wenn er sie schloss!? Sogar in seine Träume war sie ihm gefolgt !! Dass er wie ein kleiner Schuljunge, den die Hälfte des Rückfluges geheult hatte, weil ihm bewusst war, dass er sie ansehen musste aber nicht berühren durfte, weil ihm zum eintausendsten Mal klar wurde, dass es für immer vorbei war?!! Was wollte sie wirklich von ihm?! Wie viel Schmerz durfte er ihr hinzufügen und wie viel konnte er selbst noch ertragen, ohne daran endgültig zu zerbrechen?! Er war verzweifelt! Was sollte er nur machen?! Viel zu weit war sie zu ihm vorgedrungen und noch während er versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, landete der Ball, der gegnerischen Mannschaft inmitten seines Tores. Nichts! Rein gar nichts konnte er dagegen tun.

„Manchmal braucht man ein Drama, um sein Adrenalin anzukurbeln und außerdem bin ich nicht gleich in Tränen ausgebrochen, was doch ein gutes Zeichen ist oder etwa nicht!“ Ihr aufgesetztes Lächeln wirkte grotesk verzerrt. „Mamoru du wirst doch nicht ernsthaft erwarten, dass ich stillschweigend dasitze und mich dein Leben von heute auf morgen nicht die Bohne interessiert!“ Die Worte sprudelten unaufhaltsam aus ihr heraus. „Aufhören“ – schrie alles in ihm. „Versuch mit mir wie mit einer guten Freundin zu reden … –„ Ihr scheiß Ernst?!! „… denn das sind wir immer schon gewesen –„ DAS waren wir noch nie! Wir waren niemals „NUR“ fucking Freunde!! „…-schon bevor wir ein Paar wurden hat uns mehr verbunden-„ GENUG!!! Halt endlich den Mund, hätte er am liebsten geschrien. Er musste sie bremsen! „Sie hieß Catherin!!“, brüllte er regelrecht. Ohne sich dessen bewusst zu sein was er soeben preisgegeben hatte, überschlugen sich seine Gedanken. Ihm war alles einerlei! Hauptsache sie hörte auf von ihnen als „guten Freunden“ zu quasseln. Erst als er erneut ihren Blick einfing, erkannte er den fatalen Fehler, doch nun gab es keine Wahlmöglichkeit mehr. Sie befanden sich  in einer  Einbahnstraße und vielleicht war es auch gut so. Geheimnisse würden niemals einen Platz zwischen ihnen finden, so auch heute. Er würde ihr alles gestehen und sie müsste danach entscheiden, ob sie mit ihm „BEFREUNDET“ sein möchte. Mehr würde sich zwischen ihnen nicht mehr abspielen, versicherte er sich selbst. Aber wenn dem so war, wieso schmerzte ihn allein dieser Gedanke mehr als die möglichen Konsequenzen, wenn sie einen Neuanfang wagen sollten!?

Nein! Genug ist genug! Die Stimme in seinem Kopf dröhnte. Natürlich spürte er ihren Schmerz! Er wusste, dass er ihr mit der Wahrheit weh getan hatte, doch sah sie denn nicht, dass es ihm nicht anders erging?!! Nur schwach vermutete er ihren Antrieb. „Du versuchst wie immer das Richtige zu tun, nicht wahr und bemerkst dabei nicht wie sehr du dir damit selbst schadest?!“ Sie schwieg daraufhin. Er hatte es kommen sehen. Sie war diejenige die die Büchse der Pandora geöffnet hatte und nun wusste sie nicht mehr damit umzugehen?! Nein! Damit würde er sie nicht davonkommen lassen. Sie würden das heute Nacht zu Ende bringen und es ausdiskutieren oder sich gegenseitig erschlagen! So oder so! Er würde einen Teufel tun und lockerlassen, also schrie er seine Wut aus sich heraus. „Glaubst du das du dir damit einen Gefallen tust oder gar mir?!“

Er konnte es beinahe bildlich sehen! Ihr mühevoll erbautes Kartenhaus brach in sich zusammen. Noch nie hatte er eine so entnervende Frau gekannt – Landplage und Engel zugleich. Leise, beinahe zu leise flüsterte sie: „Das Schlimmste ist etwas richtig machen zu wollen und trotzdem alles zu verlieren!“ Wow! Sie hatte den Punkt versenkt! So sah sie es also?! Mamoru bekam das Gefühl als würde die Decke über ihn zusammenbrechen. Luftnot überkam ihn. Ihr Geständnis riss ihn entzwei. „Was für eine Idiotin ich bin …“ WAS? Ihre Augen lagen auf ihren gefalteten Händen, einer so hilflosen Geste, dass sich sein Herz bei diesem Anblick, schmerzhaft zusammenzog. „Nur weil ich mich auf niemand anderen einlassen konnte, dachte ich das …-„ „Bitte Usako! Hör endlich auf dich zu quälen! Das bringt doch nichts!“ Am liebsten wäre er vor ihren Augen in Tränen ausgebrochen.

„Hast du mit ihr geschlafen?!“, platzte es aus ihr heraus. Die imaginäre Ohrfeige hallte noch lange im Raum. Entschlossen mit der Wahrheit herauszurücken, schenkte er ihr reinen Wein ein. „JA!“ Zumindest war es der Teil -einer- Wahrheit.

Noch bevor er Gelegenheit bekam sie am Handgelenk zu packen, war sie bereits aufgesprungen. Das sie auf Fluchtmodus schalten würde hatte er geahnt. So gut kannte er die Frau, die er „immer“ noch liebte. Das er sie aufhalten wollte wusste er nur zu gut, doch ob er sie aufhalten sollte war die Frage die er sich stellen sollte …



Liebe Leutchen! Hoffentlich hat euch das Kapi aus Mamorus Sicht gefallen! Sollen wir noch Eines draufhauen oder aus ihrer Perspektive mit der Story fortfahren!? ☺️
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