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Zeitzeugen

KurzgeschichteRomance, Freundschaft / P12 / Gen
Mamoru Chiba / Tuxedo Mask / Endymion Rei Hino / Sailor Mars Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II
24.04.2021
27.10.2021
10
31.210
30
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Dieses Kapitel
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24.04.2021 1.683
 
Hallöchen ihr Lieben! ❤️


Ein kleines Lebenzeichen von mir in Form eines „three Shot“. Ich hoffe, dass ich nicht verlernt habe zu schreiben und ihr es genießen werdet!


Drücke euch alle ganz fest!

Eure Ghost☺️


❤️؃؃❤️


Sie tauchte in das Meer voller Sternen über ihr. Es war ein magischer Anblick, der sie von Sekunde zu Sekunde weiter in sich hineinsog, ihr den Atem raubte, bis sie das Gefühl überkam selbst ein Teil dieses überirdischen Bildes zu sein, einer ewig bestehenden Unendlichkeit, die es bereits vor ihr gab und die nach ihrer Existenz genauso wunderschön auf die Erde hinabsehen würde. Sterne! Sie funkelten wie winzig kleine Diamanten in ihrer vollkommenen Schönheit, aber auch sie würden eines Tages verglühen, denn nichts war dafür bestimmt ewig zu leben. „Nichts ist für die Ewigkeit!“, murmelte sie in sich hinein, während sich über das blau ihrer Augen ein trüber Schleier legte. Mittlerweile war es später Abend. Gequält seufzte sie auf. Ihr ausgestoßener Atem bildete bereits kleine Wölkchen. Wann war die Zeit bloß vergangen … Gestern noch war es doch Herbst … Sie fühlte ein schmerzhaftes Ziehen in ihrem Brustkorb.

Dieses grässliche Gefühl kannte sie mittlerweile zu gut. Es war ihr beinahe so vertraut wie die Luft die sie einatmete und sie hatte ebenso gelernt damit umzugehen … Nur manchmal … Manchmal schmerzte dieses dämliche Herz immer noch und versuchte sie mit fiesen Tricks, wie Tränen oder Erinnerungen in die Knie zu zwingen, doch sie stand immer noch felsenfest mit beiden Beinen im Leben. Niemals wieder würde sie zulassen, dass es die Oberhand über sie gewann. Einmal hatte sie nachgegeben, nur ein einziges Mal und was war geschehen?! Er hatte es in Stücke gerissen, bis es beinahe verblutet wäre. Nein! Mamoru Chiba hatte es nicht nur in zwei Hälften geteilt, sondern dreifach durch den Fleischwolf gejagt, bis ihr Hören und Sehen verging, bis sie dachte, dass sie an ihrem Elend sterben müsste und das allein mit nur einer einzigen Entscheidung! Ein einziger Moment, der Bruchteil einer Minute, ein Wort reichte aus um ein ganzes Leben zu verändern!

Diesen Moment am Flughafen würde sie niemals vergessen können. Selbst wenn sie noch hundert Leben leben würde.

Sein Blick, der auf ihr haftete, während die Stimme eines fremden Mannes durch sämtliche Lautsprecher dröhnte. „Flug 147 nach Boston …“ Ihr Herzschlag dröhnte ihr in den Ohren sodass alles weitere was er sagte nicht mehr zu ihr hindurchdrang. Selbst die Geräusche der vorbeiströmenden Menschenmengen wurden verschlungen.

Usagi konnte den Schmerz in seinen Augen allzu deutlich erkennen der ihren Eigenen wie ein Spiegel reflektierte und doch befanden sie sich beide in diesem Augenblick am Flughafen. Ganze sechs Jahre kannten sie einander. Drei davon waren sie befreundet und den Rest verbrachten sie zusammen als Liebespaar. „Flug 147 …“ Mit einem halbherzigen Lächeln riss sie sich los von seinem Anblick, den sie nicht mehr länger ertragen konnte. Ihre Augen folgten hilfesuchend den wechselnden Schriftzügen der Anzeigentafel links oberhalb des Empfangsschalters, in der irren Hoffnung darin Trost zu finden. Sechs wundervolle Jahre nur damit ihr hier und heute ein Mitarbeiter der Japan Airlines mit mechanischer Stimme mitteilen konnte, dass es endgültig vorbei war. Nein! Wenn sie ehrlich war, gab sie Mamoru nicht wirklich die Schuld daran, denn immerhin hatten sie die Sache mit Amerika zusammen beschlossen, doch sie war diejenige die einer Fernbeziehung nicht zustimmte noch seinem Angebot in Tokio zu bleiben. Es wäre nicht fair gewesen von ihm zu verlangen seine Träume aufzugeben, denn immerhin waren sie bereits vor ihr ein Teil von ihm. Die Wahrheit war, dass sie allein die Erkenntnis schmerzte, dass er tatsächlich darüber nachdachte sie für eineinhalb Jahre zu verlassen.

Als sie ihm ihre Entscheidung mitteilte war er zunächst fassungslos, versuchte sie zu überreden, bettelte, flehte sie regelrecht an es sich noch einmal anders zu überlegen, doch als sie schlussendlich den Mut fand ihm fest in die tränennassen Augen zu sehen und voller Entschlossenheit zu sagen, dass es vorbei wäre, stand er auf und ging. Einfach so! Ganze drei Wochen waren sie sich aus dem Weg gegangen, bis sie sich zufällig eines Nachmittags im Juuban Park über den Weg liefen. Weglaufen konnte sie ja wohl schlecht, wo er sie bereits gesehen hatte, und irgendwie landeten sie keine fünfzehn Minuten später in einem der unzähligen Parkkaffees.

Die Sonne schien brennend heiß über ihren Köpfen hinweg und animierte, das gefühlt eintausendste Vögelchen, zum Singsang. Alles in allem ein perfekter spätsommerlicher Nachmittag, der in vollkommenen im Kontrast zu Usagis Laune stand, aber nichts destotrotz schaffte es das Wetter ein wenig auf sie abzufärben. Aus der anfänglich steifen Konversation entwickelte sich ein offenes Gespräch, indem Mamoru ihr mitteilte, dass er ihre Beweggründe nun nachvollziehen könne und obwohl sie sich ganz genau das gewünscht hatte, fühlte es sich dennoch an wie ein eiskalter Schlag mitten ins Gesicht, eine weitere Verletzung, ein neuerlicher Betrug an ihrer Liebe, ein weiterer Beweis, dass ihm sein Studium wichtiger war als sie.

„Wirst du mit den Anderen zum Flughafen kommen?!“ Seine Frage ließ sie aufhorchen. Zur Abschiedsparty, die Motoki für seinen besten Freund organisiert hatte, konnte sie nicht die Kraft aufbringen aber ihn ziehen zu lassen, ohne die Möglichkeit zu haben ihn nur noch ein einziges Mal zu berühren, brachte sie nicht über sich. So sehr sie es auch wollte, konnte sie nicht anders als zu nicken. Ein ehrliches Lächeln war die Antwort.

Als zwei Liebende durchschritten sie einst den Eingang dieses unbekannten Kaffees und gingen hinaus als zwei alte Bekannte. Ihr Herz brach entzwei!

In vollem Bewusstsein hatte sie vor heute genau eineinhalb Jahren diese weitreichende Entscheidung gefällt und natürlich war sie davor eintausend und eine andere Möglichkeit durchgegangen, doch wie gesagt, allein die Tatsache, dass er darüber nachdachte auf einen anderen Kontinent zu ziehen hat sie in ihrem Vorhaben bestärkt. Selbstverständlich gönnte sie der Liebe ihres Lebens den Erfolg und sie wusste von Anbeginn an über seine Pläne Bescheid nur tief in ihrem Inneren verborgen, hegte sie die Hoffnung, dass die Liebe, die Liebe zu ihr ihn dazu bewegen würde in Tokio weiter zu studieren aus eigener Überzeugung heraus und nicht weil sie ihn darum bat. Harvard war ohne Zweifel eine Ehre, aber er konnte überall auf der Welt ein guter Arzt werden nur wollte er nicht hier dieser großartige Arzt werden. Vielleicht war es ja egoistisch und falsch, aber sie wollte weder sich noch ihn an etwas binden, von dem beide nicht wussten, dass es auch zu 100% funktionieren würde. Wieso einen noch größeren Schmerz riskieren als sie ihn ohnehin bereits verspürte. Allein ein Quäntchen mehr auf ihrer Seele hätte sie mit Gewissheit umgebracht.

Ihre Freunde waren ein wenig früher gegangen, um ihnen ihre Privatsphäre zu gewährleisten. Hätten sie es bloß nicht getan!!

Wie verhielt man sich eigentlich, wenn man von einem Menschen Abschied nahm, dem man sich mit Körper und Seele verschrieben hatte? Sie wusste es nicht und hasste gleichzeitig ihn und sich selbst dafür!!!

Für jedes verdammte Problem gab es einen Ratgeber, ein Handlungsschema welchen man folgen konnte. An die abertausenden Bücher über bescheuerte Diäten füllten die Regale der Buchhandlungen neben Ratgebern aller Art. „Traumprinzen angeln“ und umgekehrt, „Finde deinen inneren Frieden“, „Lebe in der Natur“, „Lebe mit der Natur“, „Sei die Natur“, „G-Punkt Suche leicht gemacht“, „Kamasutra für Anfänger“, „Kamasutra für fortgeschrittene“, „Liebeskummer besiegen“, „Liebeskummer ertränken“, „Lernen leicht gemacht“, „Lernen noch leichter gemacht“, „Lernen für Dummies ganz einfach“, „Entführung durch Aliens“, „Aliens unter uns“, „Mit einem Alien schwanger?“ … Aber noch niemand ist auf die ausgefallene Idee gekommen über die wirklich wichtigen Dinge zu schreiben und nun war es so weit. Die Zeit des Abschieds war gekommen und sie glotzte immer noch auf die Anzeigentafel, als ob sie die Prophezeiung beinhalten würde, anstatt sich an ihm satt zu sehen. „Ich …“ hörte sie ihn sagen und sogleich verstummen.

Erging es ihm vielleicht doch wie ihr selbst?! Aber nein! Wenn dem so wäre, dann stünden sie jetzt ganz wo anders, rief sie sich noch einmal stur ins Gedächtnis.

Noch ein letztes Mal nahm sie ihren ganzen Mut zusammen. Ihre Blicke trafen sich zeitgleich mit dem letzten Passagieraufruf. Wenn er sich nicht schleunigst in Bewegung setzen würde, würde das Flugzeug ohne ihn abheben. Am liebsten wäre sie in dem ozeanblau seiner Augen ertrunken.

Der Weg eines Lebens enthüllt sich nur schrittweise und nur in der Rückschau können wir verstehen und um zu verstehen hatte sie über ein Jahr gebraucht. Sie verstand sein Zögern, verstand seine Verunsicherung und verstand seine Sprachlosigkeit. Zwar blieb er stumm, aber sie wusste es dennoch! Er hatte gewartet bis zum letzten Augenblick, auf den Kuss, den sie ihm nicht schenkte, auf das „ich liebe dich“ welches ihr nicht mehr über die Lippen kam, auf ein Zeichen von ihr, von Gott, von dem Mann aus dem Lautsprecher, aber selbst er war verstummt. Stattdessen beugte Usagi sich hinunter zu seiner Tasche, um sie ihm zu reichen. Für einen Sekundenbruchteil berührten sich ihre Fingerspitzen, doch sie lies los, bevor sie noch etwas tun konnte, was sie später bereuen würde. Sie hatte sich doch geschworen stark zu bleiben! Heute bereute sie nur eines! Ihn gehen gelassen zu haben!!!

In den vergangenen Wochen und Monaten hegte ich die Hoffnung, dass das Schicksal mit etwas Glück alles zusammenfügen würde, zusammenbringen würde was zusammen gehört, doch wie oft schon versinkt der Mensch in seinem eigenen Labyrinth des Irrglaubens?! Hey! Was hatte ich schon groß zu erwarten?! Immerhin hatten wir nicht ein einziges Mal miteinander telefoniert oder Nachrichten ausgetauscht. Ich stieß dich von mir weg ohne es zu wollen und du hast schließlich das Gleiche getan und nun stehe ich dennoch hier! Es sind nur eineinhalb Jahre vergangen … für mich allerdings gefühlt eine Ewigkeit.

Die ersten Schneeflocken fielen. „Usagi nun mach schon! Hinein mit dir! Sein Flugzeug landet gleich!“ Usagi hatte gar nicht bemerkt, dass Rei zu ihr herausgekommen war. Wie lange sie schon neben ihr stand?! „Beweg dich endlich!“, und schon hatte sie ihre beste Freundin am Handgelenk gepackt und zog sie nun wie ein Kleinkind hinter sich her. „Flug 238 von Boston nach Tokio ist gelandet!“ Jeder einzelne Bluttropfen gefror ihr in den Adern.

Die gleiche mechanische Stimme wie damals, ein unveränderter Flughafen, die gleiche Stadt, die selbe Clique nur sie war heute eine andere!
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