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Schicksalhafte Begegnung

von Rerafina
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Blaise Zabini Draco Malfoy George Weasley Magische Wesen OC (Own Character)
21.04.2021
20.06.2021
27
69.906
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03.05.2021 3.111
 
Draco

Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Mit all seiner Selbstbeherrschung verhinderte er ein Zittern seiner Hand, als er diese hob um an der Tür zu klingeln. Draco war um Punkt acht Uhr vor der Wohnung von Rerafina angekommen. Seinen schwarzen Wagen hatte er vor der Tür kurz abgestellt, um sie von oben abzuholen. Er atmete tief durch. Seine Nervosität war lächerlich, es handelte sich hier schließlich nicht um sein erstes Date. Angeekelt von seiner eigenen Unsicherheit, straffte Draco die Schultern und drückte schließlich die Klingel.
Es dauerte nur ein paar Sekunden bis die Tür aufschwang. Draco blickte neugierig in den langen Flur der Wohnung., welcher weiß gestrichen und mit drei großen Gemälden an der Wand dekoriert war.
„Komm rein, ich bin gleich so weit“, rief Rerafina aus einem anderen Raum. Zögernd trat Draco ein und schloss die Tür hinter sich. Er blickte sich um. Die Bilder waren ein Zusammenspiel aus weißer, schwarzer und goldener Farbe. Sie waren sehr schön und entsprachen ganz seinem minimalistischen Stil.
Ein Geräusch von Krallen die über den Boden kratzten, richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den Gang vor ihm. Ein Tierwesen blinzelte ihn mit kleinen schwarzen Augen an. Der Jarvey stand in der Türe die anscheinend in den Wohnraum des Apartments führte. Gebannt standen die beiden sich gegenüber, bis der Jarvey das Maul öffnete und laut sagt: „Dummer Junge. Heißer Junge.“
Draco grinste, während er Rerafinas entsetztes Keuchen aus dem Raum zu seiner linken hörte. Die Tür öffnete sich und sie trat auf den Flur. Dracos Herz hörte kurz auf zu schlagen, als er ihren Anblick in sich aufsog. Sie trug einen bordeauxfarbenen Einteiler. Ihre langen Beine wurden von dem fließenden Stoff verhüllt, während ihre schmale Taille und ihre Brüste betont wurden. Ihre Schultern waren nackt und ihre seidigen Haare fielen über ihre rechte Seite fließend in glänzenden Wellen hinab.
„Kannst du nicht einmal deine vorlaute Klappe halten, Nero?“, zischte sie den Jarvey an, der kichernd wieder davon rannte. Hysterisch lachend verschwand Nero um die Ecke und rief: „Rerafina bumst Sexgott.“
Draco hob amüsiert eine Augenbraue, als Rerafina entrüstet nach Luft schnappte und sich mit der Hand an den Kopf fasste. „Womit habe ich das nur verdient“, flüsterte sie.
Mit leicht geröteten Wangen drehte sie sich zu ihm um. Ein Lächeln huschte über ihrer beiden Lippen.
„Hi“, sagte Draco leise.
„Hi“, erwiderte Rerafina sinnlich und kam in ihren hohen schwarzen Schuhen auf ihn zu. „Entschuldige, dass du warten musstest.“
Ihr betörender Duft stieg ihm in die Nase, als er sie zur Begrüßung auf die Wange küsste. Sein verräterisches Herz raste, während er die Tür wieder aufhielt und ihr den Vortritt ließ. Lächelnd griff sie nach einer kleinen goldenen Handtasche die auf einem Schränkchen an der Wand stand. Mit einem Abschiedsgruß für Nero verliesen sie die Wohnung, während sie sich immer wieder Blicke zu warfen.

Vor dem Wohnhaus angekommen, ging Draco auf seinen Wagen zu. Galant hielt er die Beifahrertüre für Rerafina auf, die ihn belustigt ansah.
„Ich hätte nicht gedacht, dass du Mauto fährst“, lächelte sie.
Draco schloss ohne zu antworten die Türe nachdem sie eingestiegen war und eilte zu seiner Wagenseite.
„Ich fahre nicht nur Mautos, ich habe sie entworfen“, sagte er mit leicht arrogantem Unterton. Als sie nicht so überrascht reagierte, wie er sich erhofft hatte, blickte er sie an. „Was du offensichtlich schon wusstest.“
Entschuldigend lächelte sie zu ihm: „George hat sowas erwähnt.“
„Langsam wird der Weasley unangenehm.“
Rerafina kicherte. Ihre Augen musterten den Wagen und Draco fuhr los.
„Gefällt er dir denn?“, fragte Draco nachdem er sich wieder im Verkehr eingereiht hatte.
„Tatsächlich habe ich sowas protziges erwartet.“
Er lachte laut auf. „Warum das denn?“
„Ich weiß nicht. Es passt einfach.“
Während der Autofahrt unterhielten sie sich eine Weile über belanglose Dinge. Die Beklommenheit und Aufregung die Draco vor dem Treffen gehabt hatte, schwand allmählich. Auch Rerafina wurde etwas lockerer. Schon bald lachten die beiden ausgiebig.

Nach einer Autofahrt von ungefähr 15 Minuten hielt Draco an einem kleinen Restaurant nahe der Themse an. Es war ein lauer Frühsommerabend mit einer frischen Brise. Er stieg aus, warf den Schlüssel einem jungen Burschen am Eingang des Lokals zu und öffnete dann wieder die Beifahrertür. Lächelnd reichte er ihr eine Hand um ihr aus dem Wagen zu helfen.
„Na sieh einer an, ein Gentleman“, schnurrte sie leise. Elegant stieg sie aus dem Wagen der sogleich von dem Jungen zum Parkplatz gefahren wurde.
„Nicht bei jedem“, erwiderte Draco verschmitzt und zwinkerte ihr zu. Gemeinsam gingen sie auf die Eingangstür zu, wobei er ihr sanft eine Hand auf den unteren Rücken legte. Seine Finger begannen vor schieben, bei der Berührung des Stoffs ihres Jumpsuits zu kribbeln. Als sie vor der Tür standen, öffnete sich diese sich schwungvoll. Ein betörender Geruch nach italienischem Essen schlug über sie herein, als ein kleiner dicker Zauberer mit einer weißen Schürze vor sie trat.
„Aaaahhh Mr. Malfoy, welch Freude sie wieder hier zu sehen“; sprach der Mann mit einem starken italienischen Akzent.
Draco schüttelte freundlich seine Hand: „Alfonso, es ist mir ein Vergnügen wieder hier zu sein.“
„Bellissiomo!“, der Mann wandte sich nun Rerafina zu, „und welch eine schöne Begleitung sie haben. Signora, wenn Sie mir folgen würden?“

Als Draco und Rerafina im hinteren Teil des kleinen Raumes angekommen waren, setzten sie sich an einen kleinen schlichten Holztisch.
„Schön hier“, sagte sie, während sie sich in dem Gastraum umsah. Die Wände waren mit dunklem Holz getäfelt und Kerzen hingen an den Wänden. Auch auf dem Tisch vor ihnen stand eine Kerze, die dämmeriges Licht spendete.
Alfonso dribbelte mit zwei Gläsern Sekt zur Begrüßung sowie etwas Brot erneut an ihren Tisch.
„Danke Alfonso“, sagte Draco und nahm die Speisekarten entgegen.
Der Besitzer wartete geduldig, bis die beiden sich etwas aus der Karte ausgesucht hatten, bevor er mit dem Versprechen, das Essen mit den perfekten Weinen zu begleiten, davon wuselte.
Draco musterte Rerafina bewundernd, während sie dem kleinen Zauberer hinterher sah. Dieser verschwand hinter einer Ecke in Richtung Theke, weshalb sie ihre Aufmerksamkeit wieder ihm zuwandte.
„Hast du gestern gut überstanden?“, fragte sie noch immer lächelnd.
„Eigentlich habe ich die ganze Zeit nur geschlafen.“
Beide kicherten, bei der Erinnerung wie viel Alkohol sie beide getrunken hatten.
„Blaise kam dann abends noch mit einer Pizza vorbei. Die hat mir dann doch das Leben gerettet.“
Ihre Augen blitzen bei seinen Worten amüsiert auf.
„Blaise ist der dunkelhäutige der bei dir stand?“, fragte Rerafina und Draco nickte zustimmend.
„Ich erinnere mich noch flüchtig an ihn. Er hat doch damals dieses Mädchen von dir weggezogen?“
Perplex blinzelte er die Frau vor sich an. Es überraschte ihn, dass sie so genau noch die Details ihrer Treffen vor Augen hatte. Schließlich war die besagte Situation in seinem dritten Schuljahr gewesen, und das lag fast vierzehn Jahre zurück. In seinem Kopf ging er in schneller Reihenfolge nochmal das Szenario durch. Damals hatte sie sich hinter einem Baum versteckt, um auf ihn zu warten.
„Ja, das ist richtig. Blaise hatte schon immer ein gutes Feingefühl dafür, wann er einschreiten muss.“
Rerafina grinste bei den Worten: „Ach, sowas können Männer haben?“
Amüsiert nahm Draco sein Glas in die Hand und nahm einen Schluck des prickelnden Getränks. Der Sekt erinnerte ihn stark an das Geschehene vor zwei Tagen. Bei dem Gedanken an ihre nackte Haut bekam er eine leichte Gänsehaut. Froh darüber, dass sie es auf Grund des Hemdes nicht sehen konnte, erwiderte er förmlich: „Nicht viele von uns haben dieses Talent. Aber einige sind damit gesegnet.“
Lachend nahm auch Rerafina einen Schluck. Dem Blick den sie ihm anschließend zuwarf, konnte er entnehmen, dass sie ebenfalls an die Zeit im See dachte. Sie räusperte sich leicht: „Ihr kennt euch schon vor der Zeit in Hogwarts?“
„Nein, wir haben uns in der ersten Klasse kennengelernt. Wir waren im gleichen Haus und haben deshalb fast jede freie Minute miteinander verbracht“, erklärte er. Kurz zögerte er, unsicher darüber, ob er seine nächste Frage stellen sollte. Doch schließlich gewann die Neugierde, mehr über sie zu erfahren. „Darf ich dir eine Frage stellen?“
„Natürlich“, sagte Rerafina und wirkte etwas überrascht.
„Warum warst du nicht mit uns anderen in Hogwarts?“
Ein merkwürdiger Ausdruck legte sich auf ihr schönes Gesicht. Ihre Hand, die noch immer am Stiel des Glases lag, wurde ganz steif. Er schien einen empfindlichen Nerv getroffen zu haben, denn es dauerte eine Weile bis sie schließlich antwortete. Mit einem intensiven Blick auf ihn, als würde sie überlegen ob er vertrauenswürdig war, sprach sie sehr langsam: „Weil ich eine Grindelwald bin.“

Rerafina

Rerafina schluckte nervös. Dieses Thema war immer etwas heikel. Manche Menschen wie George, ihrem Vorgesetzten oder ihre Assistentin, hatten es sehr gut aufgefasst und nach einem kurzen Moment der Überraschung wieder wie gewohnt mit ihr gesprochen. Doch andere kamen mit der Information nicht so gut zurecht. Dazu gehörten auch einige Kollegen aus dem Ministerium, die ihr mit Misstrauen, Feindseligkeit oder sogar Abscheu gegenüberstanden.
Es gab nicht viele Themen in ihrem Leben, die ihr unangenehm waren. Doch dieses gehörte definitiv dazu. Sie wollte, dass Draco damit umgehen konnte, er musste es einfach. Überrascht stellte sie fest, dass sie die Luft angehalten hatte. Sofort atmete sie, so leise wie möglich, wieder aus. Gebannt sah sie den blonden Mann vor sich an.
Dieser blinzelte erneut und setzte sich aufrecht hin: „Grindelwald? Du stammst von Gellert Grindelwald ab?“
Zögerlich nickte Rerafina auf diese Worte. Aus seiner Reaktion konnte sie nicht lesen, ob er zu der ersten Sorte Mensch gehörte oder zu der zweiten. Verunsichert wandte sie den Blick von ihm ab und sah auf den Tisch vor ihr. Sie hasste diese Art von Konfrontation. Als kleines Mädchen hatte sie nie verstanden, warum ihre Abstammung so ein Problem für alle war. Das kam erst mit der Zeit als sie neue Leute kennen gelernt hatte und diverse Rückschläge hatte erleben müssen. Es war ihr noch immer unbegreiflich wie man sie dafür Strafen konnte, dass ihr Großvater ein schwarzer Magier gewesen waren.
„Das ist alles?“, fragte Draco plötzlich. Sie hob schnell wieder den Kopf und sah, dass er den Kopf leicht schief gelegt hatte, als würde er erwarten, dass eine weitere Erklärung folgen würde. Erleichterung machte sich wärmend in ihr breit, wie Sonnenstrahlen, die ihre Haut berührten.
„Ähm… ja?“ Noch immer skeptisch, ob nicht doch noch eine andere Reaktion von ihm kommen würde, zog sie die Brauen etwas zusammen.
Als Draco laut auflachte entspannte sie sich wieder. Wenn er ihr bis jetzt nicht an die Gurgel gegangen war, dann würde er es auch jetzt nicht mehr tun. Interessiert blickte sie ihm in sein schönes schmales Gesicht, während er sie mit einem glühenden Blick ansah. Erfreut stellte sie fest, dass eines ihrer Geheimnisse nicht dazu geführt hatte, dass sein Verlangen nach ihr sich schmälerte.
„Das scheint für dich kein Problem zu sein?“, fragte sie, um sich zu versichern, seine Reaktion richtig interpretiert zu haben.
Draco lehnte sich wieder lässig in seinen Stuhl. Seine grauen Augen blitzen im Schein der Kerze vor ihm auf. „Was soll ich damit für ein Problem haben? Du bist eine Grindelwald, na und? Ich bin ein Malfoy. Mein Vater hat dem dunklen Lord schon immer gedient. Ich selbst war ein Todesser.“ Die lockere Art, wie er ihr seine Geschichte so kurz zusammenfasste, erstaunte sie sehr. Natürlich kannte sie die Geschichte der Malfoys.
Nachdem Professor McGonagall ihr damals in ihrem sechsten Schuljahr geschrieben hatte, dass sie nicht mehr nach Hogwarts kommen durfte, nahm sie es sich zur Aufgabe so viel wie möglich über die Welt der Zauberei zu dieser Zeit zu erfahren. Ihre Eltern hatten immer Versucht, sie vor allem zu beschützten und es ihr nicht zugetraut mit dem Tod und der Zerstörung die diesem Brief gefolgt waren zurecht zu kommen. Durch verschiedene Quellen wie Radio, Zeitungen oder Briefe der Lehrkräfte aus Hogwarts, hatte sie vom Krieg erfahren der um sie herum getobt hatte.
Durch den Fidelius-Zauber geschützt, hatte die Familie Grindelwald das Treiben der restlichen Zaubererwelt überstanden. Rerafina selbst hatte sich im Alter von 17 Jahren unzählige Male mit ihren Eltern angelegt, da sie helfen wollte, die dunklen Mächte zu stürzen.

Eine Berührung an ihrem Bein brachte sie wieder zurück an den Tisch, an dem wo sie mit Draco saß. Er hatte sie mit seiner Fußspitze vorsichtig am Knöchel berührt um sie aus ihren Gedanken sorgsam wieder zu ihm zu bringen.
Entschuldigend blickte Rerafina ihn an: „Entschuldige, ich war im Gedanken.“
Draco lächelte zärtlich und sagte etwas leiser: „Ist es denn ein Problem für dich, das ich ein Malfoy bin?
Hektisch schüttelte sie den Kopf: „Nein nein nein, das ist es nicht. Ich bin eher beeindruckt von deinem Selbstbewusstsein das du hast, obwohl du eine nicht ganz so schöne Vergangenheit hast.“
Nachdenklich nahm Draco sein Glas erneut in die Hand und trank einen Schluck. Sein Fuß strich noch immer sanft über ihren Knöchel bis zu Mitte ihrer Wade. Die Schmetterlinge, die sich auf Grund seiner Berührung in ihr breit machten, füllten ihren ganzen Körper aus. Mit stark klopfenden Herzen erwiderte sie die sanfte Berührung seines Fußes mit etwas Druck ihrerseits.
Dracos Mundwinkel hoben sich etwas, bevor er weitersprach: „Ich habe in meiner Vergangenheit Fehler gemacht, ja das stimmt. Aber ich glaube, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Selbst als ich damals vor Professor Dumbledore stand und den Auftrag hatte ihn zu töten, war er es der mir die Hand gereicht hatte. Er wollte mich davor bewahren, den größten Fehler zu machen, den man sich selbst antuen kann und mir eine zweite Chance geben. Diese habe ich leider erst zu spät genutzt, aber dafür lebe ich sie heute wohl intensiver.“
Ein dunkler Schatten war während seiner Worte über sein Gesicht gefallen. Teilweise sprachlos davon, dass Draco ihr seine Geschichte so federleicht anvertraute, so war sie gleichermaßen beeindruckt von seiner Denkweise. Sie setzte sich etwas auf, hob die Hand von ihrem Kelch und legte die schmalen langen Finger auf seine Hand, die ebenfalls auf der Tischplatte lag.
Langsam verzog sich der Schatten um seine Züge wieder, als er seine Hand umdrehte und mit dem Daumen begann ihren Handrücken zu streicheln.
„Was machst du nur mit mir, dass ich dir das alles so schnell erzähle“. Seine Stimme war nicht mehr als ein Flüstern. Sein Daumen strich ihr weiter über den Handrücken, während seine kühlen Finger ihr Handgelenk berührten. Sie war sich sicher, dass er ihren rasenden Puls spüren konnte. Die Blicke intensiv ineinander verhakt, sagte für kurze Zeit keiner ein Wort. Schließlich wurden sie von dem ankommenden Essen unterbrochen, was unglücklicherweise zu einem Auflösen des Körperkontaktes führte.

Während des vorzüglichen Essens hatten sie leichtere Themen angestimmt. Sie unterhielten sich über die Zeit in Hogwarts und welche Fächer ihre Lieblingsfächer gewesen waren. Dabei kristallisierte sich heraus, dass sie beide Zaubertränke gemocht hatten, jedoch ihre wahren Interessen verschieden waren. Draco hatte sich stets für Zauberkunst interessiert, während Rerafina sich in die Welt der magischen Tierwesen gestürzt hatte.
Nachdem sie beide ihre Pasta aufgegessen hatten und dazu einen vollmundigen Rotwein genossen hatten, kam Alfonso noch einmal an den Tisch.
„Wie wäre es mit einem Dessert vom Chefkoch und einem Kaffee?“, fragte der freundliche italienische Zauberer.
„Das klingt wundervoll Alfonso. Für mich gerne einen Espresso. Und für dich?“, er sah sie fragend an.
„Einen Cappuccino bitte“, sie lächelte Alfonso freundlich an, der ganz begeistert von ihr schien.
„Aber natürlich, mia signora e mio signore.“ Mit diesen Worten verschwand der Kellner wieder vom Tisch und lies die beiden alleine.
Sie saßen bereits seit knapp zwei Stunden zusammen in dem kleinen Lokal, dass sich langsam begann zu leeren. Doch Draco schien es nicht eilig zu haben.
Rerafina lehnte sich entspannt und zufrieden in ihrem Stuhl zurück. Sie hatte das große Weinglas mit dem Rotwein in der Hand, als sie die stetige Sehnsucht nach Dracos Brührungen übermannte. Ihre Fußspitze in dem schwarzen hohen Schuh begann an seiner Wade sanft auf- und abzustreichen.
Draco betrachtete sie nachdenklich. Nun war Rerafina es, die ihren Kopf leicht schieflegte und fragte: „Alles in Ordnung?“
Mehrere Herzschläge lang antwortete Draco ihr nicht. Schließlich jedoch öffnete er die Lippen und sagte: „Warum bist du wirklich nicht mit uns richtig auf Hogwarts gegangen?“
In Rerafinas Brust begann ein unangenehmes Ziehen. Sie unterbrach den Körperkontakt wieder und zog ihre Beine unter ihren Stuhl. In ihrem Magen begann ein anderes Gefühl die Schmetterlinge, die sie den ganzen Abend schon zu überwältigen drohten, zu verdrängen. Sie hatte den Blick von seinen intelligenten grauen Augen abgewandt und sah aus dem kleinen Fenster das neben ihnen war. Draußen war die Dunkelheit bereits ins Land gezogen. Der Himmel war nur noch weit hinten am Horizont eine schmale hellblaue Linie, die sich in einem tiefen Indigoblau verlief.
In ihrem Kopf rasten die Gedanken. Draco hatte das Puzzle von ihrer Geschichte versucht zusammen zu setzten, soviel war ihr sicher. Sie hatte gehofft, das letzte Teil davon noch eine Weile für sich behalten zu können. Doch er war nicht dumm. Der eigentliche Grund, warum sie nicht mit den anderen Schülern regulär nach Hogwarts gehen durfte, war der gleiche Grund der dafür gesorgt hatte, dass ihre Familie sich so in den Hintergrund verzogen hatte. Angst hatte ihren Vater dazu gebracht, seine Frau und Tochter von der Zaubererwelt und der Muggelwelt zu verbergen. Angst davor, dass ihnen etwas zustoßen könnte. Angst davor, dass den wichtigsten Frauen seines Lebens das gleiche passieren könnte, was schon einmal vorgefallen war.
Rerafina fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. Dass sie eine Grindelwald war, war kein Geheimnis mehr. Sie erzählte es nicht jeden, aber allein auf Grund ihres Berufs, mussten es mehrere Menschen erfahren. Doch diesen zweiten Teil ihrer Geschichte hatte sie bis jetzt nur einem Menschen erzählt. George Weasley war der einzige Freund in ihrem Leben, der auch diese dunkle Geschichte von ihr kannte.
Unbewusst hatte sie das Glas mit dem Rotwein wieder auf den Tisch gestellt. Ihre Hand lag locker auf der Platte, als eine Berührung sie wieder Draco zu wenden ließ. Sein Blick war weich und er nahm sanft ihre Hand in seine.
Für einen weiteren Augenblick sog Rerafina seinen schönen Anblick in sich auf. In ihr tobte ein Kampf aus einem Feuerwerk von Zuneigung und dem sauren Gefühl der Trauer. Gedankenversunken kaute sie auf einem Teil ihrer Unterlippe, als sie einen Entschluss fasste. Sie wollte, dass das mit Draco funktionierte und irgendwann würde sie es ihm bestimmt sowieso erzählen.
Sie setzte sich wieder aufrecht hin, erwiderte den Druck seiner Hand und sprach mit belegter Stimme: „Ich durfte nicht mit euch nach Hogwarts, weil mein Vater Angst hatte. Angst davor, dass er mich genauso verlieren würde, wie meinen Bruder.“
Draco sagte kein Wort, hielt nur noch immer zärtlich ihre Hand. Sie atmete noch einmal tief ein und schloss bei den nächsten Worten die Augen. Schweren Herzens sprach sie den Grund ihrer tiefsten Albträume aus: „Mein Bruder wurde auf seinem Weg zum ersten Schuljahr getötet.“
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