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Für immer Wilde Hühner!

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Het
Charlotte Slättberg /Sprotte Friedrich Baldwein / Fred
21.04.2021
08.06.2021
9
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21.04.2021 462
 
Als Sprotte beim Wohnwagen ankam, lehnte bereits ein Fahrrad am Zaun des Grundstücks. Misstrauisch betrachtete sie das marode Rennrad, denn es gehörte keiner ihrer Freundinnen. Bis auf Wilma fuhren die Wilden Hühner alle Hollandräder, und Wilma hatte ein Mountain Bike.
Dann jedoch entdeckte Sprotte einen Bandsticker, der das Rad eindeutig als Willis kennzeichnet. Niemand sonst den sie kannte hörte solche Musik! Und Frieda hatte ein neues Fahrrad erwähnt, wobei neu nicht unbedingt die Beschreibung war, die Sprotte hierfür gewählt hätte.

Sicher wartete Willi hier auf Frieda. Sie hatten es zwar noch nicht offiziell gemacht, vermutlich aus Rücksicht gegenüber Melanie, aber es war ein offenes Geheimnis, dass sie seit der Klassenfahrt ein Paar waren. Im Gegensatz zu Fred und ihr. Sprotte seufzte.
Ihre Beziehung war auf der Klassenfahrt zerbrochen, einfach so nach zwei Jahren. Denn Sprottes größte Angst hatte sich bewahrheitet, ihre ständige Eifersucht war plötzlich nur allzu gerechtfertigt gewesen, denn Fred hatte sie betrogen, mit dieser Sabrina...
Sprotte spürte die Wut in sich aufsteigen und schob den Gedanken schnell zur Seite. Nicht dass sie noch anfing zu heulen, so wollte sie Willi sicher nicht gegenübertreten! Also konzentrierte sie sich auf den Gedanken an die Hühner, die sicher schon sehnlich auf ihr Mittagessen warteten und betrat das Grundstück.

"Hey Sprotte!" Willi winkte ihr aus dem Wohnwagen zu. "Hi! Lässt Frieda auf sich warten?", antwortete sie. Das war ungewöhnlich, Frieda war eigentlich immer pünktlich.
"Hm neee, ich bin zu früh", druckste Willi herum, "ich wollte nämlich eigentlich mal mit dir reden."
Was kam nun? Wollte er sie um ihre Zustimmung zu einer Beziehung mit ihrer besten Freundin bitten? Bei dem Gedanken musste sie innerlich grinsen.
"Es ist wegen Fred." Schlagartig verschwand ihre Fröhlichkeit und die Wut kehrte zurück. "Schickt er dich?"
"Nein nein, überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil!", beeilte er sich zu sagen, als er ihren Gesichtsausdruck sah. "Ich will mit dir reden, weil er es nicht tut. Er hat euch aufgegeben, will nicht um dich kämpfen. Er sagt, er kann sich selbst nicht verzeihen was passiert ist. Er vertraut sich selbst nicht mehr und denkt, dass du ihm dann erst recht nicht mehr vertrauen kannst! Aber... Naja also ihr gehört doch zusammen, das wissen doch alle."

Sprotte konnte sich nicht erinnern, schon einmal so viele Worte auf einmal als Willis Mund gehört zu haben. Entweder Frieda färbte bereits auf ihn ab, oder es musste ihm wirklich wichtig sein. Doch so oder so, für Sprotte änderte das nichts.
"Nun, damit hat er ganz recht!", presste sie heraus. Kalt und endgültig klang sie dabei. Dann drehte sie sich um und ging langsam zurück zu ihrem Fahrrad. Sollte Frieda doch die Hühner füttern, sie wollte nur weg!
 
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