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Das Spiel

von Mellyn
Kurzbeschreibung
OneshotHumor / P6 / MaleSlash
Inej Ghafa Jesper Llewellyn Fahey Kaz Brekker/Rietveld Wylan Van Eck
20.04.2021
20.04.2021
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Wylan saß am Schreibtisch und ging mit Inej Dokumente durch, als Jesper, ohne zu klopfen, hereinplatzte. Das Anklopfen hatte er sich abgewöhnt, seit er offiziell in einem der prächtigsten Herrenhäuser von Ketterdam lebte.
Inejs Kopf ruckte hoch, als sie aus ihrer Konzentration gerissen wurde, doch sie entspannte sich, als sie Jesper sah. Wylan hingegen hatte sich an Jespers Auftritte gewöhnt und hob nur flüchtig den Blick.
„Was ist?“, fragte er.
„Wylan, Inej, merkt euch diesen Tag!“, rief Jesper theatralisch. Die beiden hoben die Augenbrauen. „Endlich, endlich gibt es ein Kartenspiel, in dem ich Kaz besiegen könnte“, verkündete er.
Inej stieß ein Schnauben aus. „Könntest? Du meinst, Jesper Llewellyn Fahey macht sich vor, Kaz Brekker, den größten Taktiker in Ketterdam, besiegen zu können?“
Bei seinem Zweitnamen warf er ihr einen giftigen Blick zu. Sie zog ihn damit auf, seit sie von Colm wusste, dass es diesen Namen gab.
Wylan runzelte die Stirn.
„Warst du im Barrel?“, fragte er besorgt.
„Ja, aber ohne gespielt zu haben“, sagte Jesper stolz.
„Was ist dann mit dir los? Bist du betrunken?“, fragte Wylan erleichtert.
Strahlend schüttelte der Scharfschütze den Kopf und warf ein buntes Kartendeck auf den Tisch, das weder Inej noch Wylan kannten.
„Ich präsentiere euch: UNO!“
„Was?“ Inej hatte noch nie davon gehört. „Und darin willst du Kaz besiegen?“ Skeptisch musterte sie ihn.
Jesper nickte. „Das habe ich vor.“
Wylan legte einen Stapel ungeöffneter Briefe zur Seite, um Platz auf dem Tisch zu schaffen. „Also gut, erkläre es mir“, forderte er seinen Freund auf.
Jesper nahm die Karten in die Hand und setzte zum Sprechen an, als Inej aufstand und zur Tür lief. Wäre sie aus dem Fenster geklettert, wären die Nachbarn wieder zu Wylan gekommen, um ihn vor Einbrechern zu warnen.
„Ich hole Kaz, übernimm dich nur nicht“, sagte sie und als sie schon auf dem Flur war, rief sie über die Schulter: „Ich setze fünf Kruge. Auf Wylan!“ Dann war sie fort.
Jesper stand wie versteinert vor Wylan. „Wie…wie kann sie mich nur so verraten?“, sagte er dramatisch und griff sich wie verletzt ans Herz.
„Sieh es mal so“, sagte Wylan mit einem kleinen Lächeln, „du kannst fünf Kruge gewinnen.“
Jesper richtete sich wieder auf und grinste so breit, dass seine Zähne blitzten. „Dann fangen wir mal an.“

Eine ganze Weile später betraten Kaz und Inej das Haus, nachdem Kaz mehrmals versucht hatte, klar zu machen, dass er nicht Jespers Schoßhündchen war, das kam, wenn er rief. Inej hatte seinen Protest gekonnt ignoriert und ihm nur seinen Hut und seinen Stock zugeworfen.
In Wylans Arbeitszimmer fanden sie die beiden hochkonzentriert vor einem bunten Kartenstapel sitzen. Diese neuartigen Karten waren Kaz unbekannt und weckten sein Interesse.
„Wie läuft's, Fahey?“, fragte er beiläufig und stellte sich an den Tisch.
„Oh, gut“, kam die Antwort, „ich habe fast gewonnen.“ Daraufhin legte er eine seiner zwei Karten ab und grinste. „Uno.“
Über Wylans Gesicht zog ein verschlagenes Lächeln, als er langsam eine seiner beiden Karten zog. Überrumpelt sah Jesper ihn an.
„Nein. Tu das nicht“, flehte er. „Bitte, Wy, nach allem, was wir durchgemacht haben…“
„Ich liebe dich, aber du hast mir keine andere Wahl gelassen. Es tut mir leid, Jes.“ Doch sein Blick und das Lächeln verrieten, dass dem überhaupt nicht so war und die Schadenfreude blitzte durch. Damit legte er eine schwarze Karte ab, in deren Ecken eine 4+ stand. „Uno.“
Als hätte Wylan ihm ein Messer ins Herz gerammt, starrte Jesper ihn an.
„Welche Farbe?“, krächzte er, nachdem er vier Karten gezogen hatte. Verwirrt blickten Kaz und Inej zwischen den beiden hin und her.
„Blau“, sagte Wylan und Jesper sackte in sich zusammen, als er eine blaue Eins legte.
Wylan legte seine letzte Karte. „Uno-uno.“
Kaz ließ einen belustigen Blick über Jesper schweifen und nahm die Karten in seine behandschuhten Hände.
Inej stupste Jesper leicht an. „Du schuldest mir fünf Kruge.“
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