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The Tank, The Swan And The Balloon

von Theurgy
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Aragorn Boromir Haldir Legolas
20.04.2021
29.06.2021
13
31.581
9
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11.06.2021 2.091
 
Kapitel 7


Kaum zuhause angekommen, fühlte Legolas sich furchtbar einsam. Aragorn hatte ihm zu verstehen gegeben, dass er ihn an diesem Abend nicht mehr sehen wollte und so stand der Elb etwas verloren in seinem großen Wohnzimmer. Seufzend ließ er sich auf sein Sofa fallen und zog sein Handy hervor...

Boromir schaltete den Fernseher auf und stand auf.
„Hat dir der Film gefallen? Stört es dich, wenn ich Musik anmache?“
„Ja und nein!“ Haldir mischte ihnen einen neuen Rum-Cola und wartete geduldig, bis der Mensch wieder neben ihm Platz genommen hatte. Sein Handy vibrierte.
„Sorry…“, er lächelte Boromir an und entsperrte das Display.
Können wir reden?
Er tippte seine Antwort. Ich bin bei Boromir. Wenn dich das nicht stört, er hat bestimmt nichts dagegen, wenn du vorbei kommst.
Es dauerte ein wenig, bis Legolas‘ nächste Nachricht eintraf. Lieber unter 4 Augen.
Dann morgen früh? Ich bring Frühstück mit…
Ok, bis morgen…
Haldir warf das Handy achtlos hinter sich auf das Polster und wandte sich Boromir zu, der ihn fragend ansah.
„Legolas?“
„Ja. Ist anscheinend nicht gut gelaufen heute Abend.“
„Willst du nicht zu ihm gehen?“
„Nein, jetzt bin ich hier – bei und mit dir.“
Boromir sah ihn eindringlich an, während er seufzte.„Willst du nicht endlich anfangen, um ihn zu kämpfen?“
Überrascht ließ Haldir sein Glas sinken und schüttelte trocken lachend den Kopf. „Nein, den Kampf hab ich schon vor langer Zeit verloren, durch meine eigene Schuld. Jetzt ist er mit Aragorn zusammen und werde einen Teufel tun, mich da einzumischen.“
„Du hast also das Feld geräumt?“
„Vor Ewigkeiten… ich habe Legolas richtig übel behandelt und es war nur zu logisch, dass wir uns irgendwann trennten. Er wäre ein Idiot gewesen, wenn er bei mir geblieben wäre.“
„Ich weiß nicht, wie lange das her ist, aber hast du dich seitdem nicht geändert?“
„Schon, aber auch die Selbsterkenntnis, was für ein Arsch ich war und die Arbeit an mir selbst reichen nicht, um alles begangene Unrecht wieder gut zu machen.“
„Hm…“, Boromir wusste nicht so recht, was er dazu sagen sollte, er kannte ja nur wenige Bruchstücke aus Haldirs Vergangenheit und wollte nichts Falsches sagen. Schließlich fügte er hinzu „Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass du so arschig gewesen bist…“
„Oh doch. Du kennst nur meine guten Seiten…“ Haldir lachte.
„Die gefallen mir dafür ziemlich gut“, Boromir zog den Elben zu sich.
„Na, du wirst doch nicht dein Herz verlieren, oder?“
Diesmal war es der Mensch, der lachte. „Himmel nein. Mach dir darüber keine Sorgen.“
„Mache ich nicht, es war nur eine Frage…“
Boromir rückte ein Stück weg. „Ich mag dich, wirklich, als Freund und ja, auch als Bettgefährte. Ich genieße es, dass keiner von uns sich für den Anderen verstellen muss und dass ich mich felsenfest auf dich verlassen kann. Dir kann ich alles anvertrauen ohne dass du mich dafür verurteilst. Aber Liebe? Platonisch, freundschaftlich, aber nicht wie ich eine Frau lieben würde.“
„Das hast du alles sehr passend gesagt, mein Freund, bis auf die Sache mit der Frau, da kann ich dir persönlich nicht zustimmen.“
Diesmal war es Boromir, der ihnen nachschenkte. „Stell dir das mal vor, wir beide, händchenhaltend in der Stadt…“, er prustete los, wurde dann aber sofort ernst, „Es ist heftig, was Legolas heute erzählt hat… also was ihm und Aragorn alles entgegengeschleudert wird. Warum sagte er, es war bei euch nicht so?“
„Weil es auch tatsächlich nicht so war. Wir waren kaum Anfeindungen ausgesetzt und wenn, dann waren es irgendwelche Betrunkenen nachts. Hm, vielleicht ist es bei Elben einfach etwas Anderes? Wir werden im Allgemeinen ohnehin als weicher angesehen als menschliche Männer… Ein Paar homosexueller Elben ist nichts Besonderes, bei Menschen ist das auch noch… ok, aber ein Paar aus beiden? Anscheinend ist es heute immer noch nicht so akzeptiert, wie es sein sollte…“
„Ich weiß nicht, ob ich damit klarkommen würde. Denkst du denn, die beiden gehen damit wirklich so locker um, wie sie vorgeben?“
„Nein! Glaub mir, es tut schon weh, wenn dich jemand öffentlich als Schwanzlutscher beschimpft, aber gesagt zu bekommen, dass man früher an die Wand gestellt worden wäre, ist eine ganz andere, viel ekelhaftere Nummer!“
„Du hast Recht…“, nachdenklich strich Boromir mit einem Finger über Haldirs Unterarm.
„Ohne das, was ihnen geschieht, in irgendeiner Art zu rechtfertigen, aber sie mussten mit diesem Gegenwind rechnen. Was das Ganze natürlich nicht besser oder einfacher macht…“ Der Elb stellte sein Glas ab und nahm Boromirs Hand. Nachdenklich betrachtete er ihre verschränkten Finger.
„Danke“, sagte er schließlich und sah seinem Gegenüber in die braunen Augen.
„Wofür?“
„Für vorhin…, dass du meine Hand gedrückt hast. Deine Loyalität bedeutet mir wirklich viel. Es ist schön, dich als Freund zu wissen. Ich weiß, dass ich dir nicht viel aus meiner Vergangenheit erzähle und das, obwohl ich so oft die Fragen in deinen Augen lese. Sei dir sicher, es liegt nicht daran, dass ich dir nicht vertrauen würde, ich kann es nur einfach nicht.“
„Es ist schon in Ordnung.“
„Ist es denn in Ordnung, dass ich mit dir ins Bett gehe, obwohl mein Herz gebunden ist? Dass ich es tue in der Hoffnung, die Qual der Vergangenheit loszuwerden?“
„Geht es dir denn besser… mit uns?“
„Ja… ich fühle mich sicher bei dir, angenommen und nicht bewertet. Mir geht es besser, wenn wir zusammen sind, immer, nicht nur im Bett.“
„Dann ist es gut. Ein seltsamer Weg hat uns zusammengeführt. Du versuchst, deine seelische Last loszuwerden und ich habe in dir jemandem, dem ich nicht imponieren muss, der mich so akzeptiert, wie ich wirklich bin, der mich nicht anhimmelt, sondern bei dem ich komplett loslassen kann. Ob das gesund ist, mag dahingestellt sein, aber darum geht es nicht. Wie lange es dauern wird? Wer weiß es schon. Aber ich kann dir versprechen, dass ich auch danach als Freund an deiner Seite sein werde.“
„Danke Boromir…“, Haldir beugte sich vor, küsste den Anderen und bald darauf verloren sich die beiden in ihrer ganz eigenen Welt.

Nein, zu diesem Zeitpunkt hatte Haldir wirklich nicht vor, sich in die neue Beziehung seines Exfreundes einzumischen. Er konnte sich da aber auch noch nicht vorstellen, dass er diesen guten Vorsatz irgendwann über Bord werfen würde...

„Guten Morgen, du siehst beschissen aus!“
Legolas öffnete seine Wohnungstür weiter und gab den Weg in seine Wohnung frei. „Danke, du siehst danach aus, als hättest du dir die Nacht mit Alkohol und Sex um die Ohren geschlagen.“
„Hab ich ja auch!“, lachend warf Haldir die Tüte mit Backwaren auf den Küchentisch und schnappte sich einen frischen Kaffee.
„Freut mich, dass wenigstens dein Abend gut war…“, der jüngere Elb tunkte ein Croissant in Erdbeermarmelade und kaute lustlos darauf herum.
„Ich habe mir bei deiner Nachricht schon gedacht, dass es nicht wirklich gut für euch lief…“
Nicht wirklich, so kann man es auch nennen.“ Legolas sah sein Gegenüber mit einem undefinierbaren Blick an, so dass dem Soldaten nicht Anderes übrig blieb, als fragend die Augenbrauen zu heben.
„Du bist sauer, weil ich nicht zu dir gekommen bin, oder?“
„Nein, das ist es nicht. Es lief einfach nur miserabel und… ach, ich hätte einfach jemanden zum Reden gebraucht…“
Haldir überging den letzten Satz. „Was war denn mit Aragorn?“
„Er sagte mir, er müsse heute früh raus zur Arbeit und hielt es daher für besser, dass ich gestern noch zu ihm kam.“
„Oh…“, ein leises Schlürfen war zu hören.
„Mein Vater hat es fertiggebracht, ihn noch vor dem Hauptgang so zu demütigen, dass er abgehauen ist.“
Haldir schwieg.
„Anschließend hat er mir sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass er Aragorn nicht akzeptieren wird und ihn auch nicht mehr in seinem Haus sehen will. Du kannst dir vorstellen, dass ich darüber reichlich sauer war.“
„Hm…“
„Was ist, du sagst ja gar nichts…“
„Hast du ehrlich gedacht, dass es anders laufen wird?“
Für eine Sekunde glomm Wut in den saphirblauen Augen auf, doch dann wich sie Enttäuschung. „Ich hatte es mir zumindest gewünscht. Aber vielleicht hast du Recht, ich hätte es einfach besser wissen müssen.“
„Aragorn deinem Vater nicht vorzustellen, wäre auf Dauer aber auch keine Option gewesen. Dass die beiden sich irgendwann treffen, war unausweichlich.“
„Stimmt auch wieder.“
„Können wir uns vielleicht auf die Couch verziehen? Sitzen ist etwas… unangenehm…“, Haldir versuchte, Legolas aufzumuntern, doch wieder erntete er nur einen undefinierbaren Blick. Schließlich folgte Thranduils Sohn ihm seufzend…

Ihre Lippen waren vom Küssen gerötet und geschwollen. Immer und immer wieder trafen sich ihre Zungen, umspielten sich, dominierten und wurden dominiert. Die empfindliche Haut an der Halsseite unter der das Leben unaufhörlich pulsierte, wurde mit kleinen, zarten Küssen bedacht, ehe die Lippen auf ein Schlüsselbein trafen. Warme Finger schoben den dort beginnenden Stoff beiseite, legten blasse Schultern frei. Die Zunge hinterließ eine feuchte Spur, als sie mit der harten, rosa Erhebung spielte. Ein leises Keuchen entkam Legolas und er presste sich fester gegen seinen Partner, doch sein Oberkörper wurde in die Kissen hinter ihm gedrückt. Die Zunge setzte ihren Weg fort, stupste in den Nabel und entlockte den Elben damit ein Kichern. Hände beschäftigten sich mit Gürtel und Hose und bald darauf fielen Legolas‘ noch verbliebene Kleidungsstücke achtlos zu Boden, wo sie einen kleinen, knubbeligen Haufen bildeten.
Legolas wurde ungeduldig, unruhig und hob sein Becken den verheißungsvollen Lippen entgegen, die sein stilles Flehen erhörten und sich um seine pralle Härte schlossen. Aus dem Keuchen wurde ein Stöhnen, das anschwoll, als sich ölige Finger zwischen seine Backen schoben und langsam in seinen Körper vordrangen. Legolas‘ Atem wurde abgehackt, die Stimulation war zu viel, zu überwältigend, als dass er seinen Orgasmus hätte unterdrücken können.
Er fühlte, wie er sich in die warme Mundhöhle ergoss, hörte seinen Namen und sah den tobenden Sturm in den Augen des Mannes über ihm als sich dieser in ihn drängte, noch bevor die letzten Wellen seines Höhepunktes abgeklungen waren.
Die perfekte Vereinigung von Sterblichkeit und unendlichem Leben.

„Ich hatte befürchtet, du wärst sauer auf mich.“ Legolas schmiegte sich an Aragorns Schultern und vermied es, den Anderen anzusehen. Die gesamte Situation mit seinem Vater war ihm überaus unangenehm.
„Auf dich nicht. Auf deinen Vater ehrlicherweise schon. Ich verstehe nicht, wieso er so ablehnend mir gegenüber war…“
Kurz überlegte der Elb, seinem Partner Thranduils Gründe offenzulegen, doch schnell entschied er sich dagegen – wer wollte schon hören, für wie minderwertig er gehalten wurde?
„Er ist in manchen Dingen ziemlich schwierig…“, sagte er anstatt dessen.
„Meinetwegen. Aber ich lasse mich nicht demütigen, von niemanden. Mag sein, dass ich weder so viel Geld habe wie du noch dieselbe Bildung genießen durfte, aber das gibt keinem das Recht, mich so runterzuputzen. Das Thema ist für mich erledigt.“
„Du wirst ihm also keine zweite Chance geben?“
„Wird er selbst das denn tun? Nein, werde ich nicht.“
Legolas seufzte tief und überlegte, ob er dem noch etwas hinzufügen sollte und wenn ja – was, doch das Klingeln seines Handys unterbrach die wirren Gedankengänge.
„Ist das ok, wenn ich rangehe?“
„Sicher…“, Lippen trafen für einen kleinen Kuss auf seine Stirn und mit einem erneuten Seufzer erhob er sich.
Ada, stand in schwarzen Buchstaben auf dem leuchtenden Display.
„Ja?“
„Ich dachte schon, du gehst nicht ran. Was machst du?“
„Aragorn ist hier…“
Für einige Sekunden herrschte Stille in der Leitung.
„Weswegen rufst du an?“, fragte der jüngere Elb schließlich, als ihm das Schweigen zu viel wurde.
„Ich wollte dir nur mitteilen, dass ich in einigen Tagen für eine etwas längere Geschäftsreise aufbrechen muss, und deshalb würde es mich freuen, wenn du übernächsten Samstag oder Sonntag zum Essen kommen würdest. Ich fliege am Montag danach…“
Diesmal ging die Stille von Legolas aus.
„Bist du noch dran?“
„Ja… ja natürlich. Ich weiß noch nicht, ob ich da kann.“
„Warum? Bist du arbeiten? Dann können wir uns auch mittags treffen.“
„Nein, das ist es nicht. Aber Aragorn und ich haben beide an diesem Wochenende frei und wollten wegfahren.“
„Achso…“, es war Thranduil anzuhören, dass ihm diese Antwort ganz und gar nicht passte und dass er darüber hinaus gerne noch mehr gesagt hätte.
„Ich überleg es mir, ok?“
„Mach das. Sag mir dann einfach Bescheid.“
„Klar. Bis dahin Ada.“
Mit einem erneuten Seufzer warf Legolas das kleine Telefon auf seine Couch.
„Was ist denn?“
„Mein Vater hat mich zum Essen eingeladen, ausgerechnet an dem Wochenende, an dem wir weg wollten…“
„Und nun?“
„Ich weiß es nicht.“
„Aber das Hotel ist schon gebucht und wir beide haben uns doch auf das Wochenende gefreut, oder?“
„Natürlich und wir fahren auch. Trotzdem muss ich vorher bei meinem Vater vorbei und mich verabschieden…“
„Gut, wenn du meinst…“ Aragorn streckte sich, gähnte und mummelte sich tiefer in die Decke während Legolas mit verwundertem Ausdruck auf der Couch sitzen blieb.
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