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The Tank, The Swan And The Balloon

von Theurgy
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Aragorn Boromir Haldir Legolas
20.04.2021
29.06.2021
13
31.581
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09.06.2021 2.816
 
Kapitel 6


An diesem Samstagnachmittag bot sich in Aragorns Wohnung ein ungewohntes Bild – Legolas, Boromir und Haldir hatten sich zusammen auf seine kleine Couch gequetscht und beobachteten Aragorn mit grinsenden Gesichtern.
„Was? Bin ich hier auf der Anklagebank? Was guckt ihr mich so an?“
„Es ist einfach nur witzig dir zuzusehen, wie du wie ein nervöses Huhn vom Kleiderschrank zum Spiegel taperst.“
„Ja… wie witzig…“, Aragorn verdrehte die Augen, woraufhin Boromirs Lachen etwas lauter wurde, „Legolas, was meinst du? Weiß, oliv oder schwarz?“ Er hielt die Auswahl an neuen Hemden in die Höhe. Legolas stand kopfschüttelnd auf und ging zu seinem Freund hinüber.
„Was hast du nur? Im Gegensatz zu dem, was uns auf schon auf der Straße entgegengeschlagen ist, wird das heute Abend richtig entspannend. Er ist mein Vater!“
„Hm, was kriegt ihr denn zu hören?“ Haldir nahm eine Schluck Kaffee und beobachtete das Paar, das nun gemeinsam vor dem Kleiderschrank stand.
„Oh, was hatten wir da schon alles? Schwuchtel, Arschficker, Schwanzlutscher, aber es gab auch Rassenschänder, früher hätte man uns an die Wand gestellt und noch mehr nette Dinge. Vollkommen anders, als es bei uns war…“, Legolas sah Haldir kurz an, war in der nächsten Sekunde allerdings selbst irritiert über das, was er gesagt hatte und widmete sich lieber wieder der Hemdenfrage.
Der Soldat hingegen sah ihn weiterhin an und in seinen Blick mischten sich Melancholie und Bitterkeit – in dem Moment allerdings, als diese Emotionen überhandnehmen wollten, ergriff Boromirs Hand, unbemerkt von den Anderen, die seine und drückte diese – freundschaftlich, loyal, zuversichtlich - und dankbar erwiderte Haldir die stumme Geste.
„Was macht ihr heute noch?“ Aragorn wand sich seinen beiden Freunden zu und schien das, was sich einen Wimpernschlag vorher auf seiner Couch abgespielt hatte, nicht bemerkt zu haben.
„Ich muss heute Abend erstmal arbeiten…“, Boromir streckte sich, „Danach? Haldir, wollen wir etwas machen?“
„Gerne! Soll wir uns den Film anschauen, von dem du letztens erzählt hast?“
„Hört sich nach einem perfekten Plan an. Dann sammel mich später ein, ich muss mich jetzt auf den Weg machen, wenn ich vorher noch etwas schlafen will…“
„Du hattest doch frei, oder nicht?“, Legolas sah ihn fragend an.
„Schon, aber irgendetwas… oder besser irgendwer… hielt mich vom Schlafen ab“, er grinste und schlug Aragorn aufmunternd auf die Schulter, „Mach dir nicht solche Sorgen, das wird schon! Viel Spaß nachher.“
„Danke!“, der Mann erwiderte die freundschaftliche Geste und versuchte, so zuversichtlich auszusehen, wie Boromir klang.
Grade, als die Haustür leise ins Schloss fiel, seufzte Aragorn auf. „Ich geh jetzt ins Bad“, mit diesen Worten gab er Legolas einen Kuss und verschwand.
„Du machst dir Sorgen, oder?“ Haldir kannte Legolas lange genug, um problemlos in dessen Gesicht lesen zu können.
„Ja, du kennst meinen Vater. Er war alles andere als begeistert als ich ihm von uns erzählt habe und ich befürchte, er wird mit seinem Unmut nicht hinterm Berg halten.“
„Vielleicht tust du ihm auch unrecht, warte erst einmal ab, wie es wird. Hinterher wirst du bestimmt feststellen, dass deine Sorgen unbegründet waren.“
„Ich hoffe, du hast Recht, aber so ganz mag ich nicht daran glauben. Er… er redet noch oft von dir und fragt nach, wie es dir geht…“
Haldirs Herz durchfuhr ein Stich. „Das ist nett von ihm, hat aber in Bezug auf Aragorn nichts zu sagen“, er lachte und umarmte Legolas, „Habt einen schönen Abend ihr beide. Grüß deinen Vater von mir… später… nicht unbedingt heute, das wäre irgendwie unpassend.“
„Mach ich. Euch beiden auch einen schönen Abend, ihr werdet ihn ja sicherlich haben…“
Haldir nickte lächelnd und war kurz darauf ebenfalls verschwunden.

Aragorn schluckte, als sich das schmiedeeiserne Tor hinter Legolas Wagen lautlos schloss. Der dicke Klos, der ihm in seinem Hals saß, ließ sich davon allerdings nicht vertreiben. Der Kies unter den Rädern knirschte, während sie die lange, gewundene Einfahrt, die durch kleinen Park führte, hinauffuhren. Der Mann war noch damit beschäftigt, sich verwundert umzusehen, als sich die Villa, die Thranduil bewohnte und in welcher Legolas groß geworden war, in sein Sichtfeld schob. Angestrahlt von im Boden eingelassenen Lichtern hob sie sich weiß gegen den inzwischen dunkelblauen Himmel ab. Eine breite Marmortreppe führte hinauf zu einer hellgrauen Tür, nein, es war mehr ein Tor, das in Thranduils Zuhause führte.
Legolas parkte nachlässig auf dem großen runden Kiesplatz vor der Treppe und stieg aus. Aragorn tat es ihm gleich, nur langsamer, bedächtiger und, wie er selbst zugeben musste, eingeschüchtert von dem, was er sah.
Ein Springbrunnen plätscherte vor sich hin und die hübschen Skulpturen auf ihm erregten Aragorns Aufmerksamkeit.
„Kommst du?“ Legolas‘ Stimme riss ihn aus seinen abschweifenden Gedanken und verwundert sah er, wie sein Freund die Treppen hinaufeilte, die Tür öffnete und sich abwartend erneut zu ihm umdrehte.
„Ja… ja… natürlich…“, der Mann beeilte sich, seinen Freund, vor allem aber dessen Vater, nicht warten zu lassen.
Ehrfurchtsvoll trat er in die Eingangshalle, die so riesig war, dass seine Wohnung wahrscheinlich mehrmals hineingepasst hätte. Der Boden war mit feinstem Carrara Marmor ausgelegt, er kannte diesen aus dem Baumarkt. Auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, dass Thranduil beim Bau seines Hauses seine Fliesen direkt in solch einem schnöden Geschäft gekauft hatte.
Graue Säulen ragten an den Wänden empor, an ihnen rankten sich Pflanzen hinauf bis beinahe zur Decke und bildeten einen schönen Kontrast zum ansonsten vorherrschenden Weiß.
Einen noch stärkeren Kontrast bildeten allerdings die Möbel aus teuren Ebenholz. Alles wirkte sorgsam ausgesucht und modern, ohne Kühle oder das Gefühl von Leblosigkeit zu verbreiten.
„Kann man einfach so in das Haus deines Vaters spazieren? Oder war ich zu abgelenkt, um mitzubekommen, dass du aufgeschlossen oder geklingelt hast?“
Legolas lachte. „Mein Vater schließt nie irgendwelche Türen ab, er hasst das Gefühl, eingesperrt zu sein. Aber dennoch würdest du keine zwei Schritte in diese Halle setzen können, ohne von mindestens einem Security aufgehalten zu werden…“
„Ich sehe aber niemanden…“
„Sie sehen uns, schon seitdem wir das Tor passiert haben werden wir auf Schritt und Tritt beobachtet.“
Ein elbischer Diener in einem feinen Anzug trat lautlos an sie heran. „Herr Legolas, wie schön, dass sie hier sind…“
„Ah, der gute Celeborn. Darf ich vorstellen – Aragorn.“
„Es freut mich sehr“, der Diener neigte den Kopf ein wenig und musterte Aragorn unauffällig mit ausdrucksloser Mine, „Ihr Vater ist im großen Salon und erwartet sie bereits. Soll ich sie hinführen?“
„Nicht nötig“, Legolas lächelte den Elben an.
„Sehr wohl. Wenn sie etwas benötigen sollten, stets zu Diensten.“ Mit diesen Worten verneigte er sich erneut und ging so ungehört, wie er gekommen war.
„Na dann, auf geht’s…“, Legolas steuerte auf eine der vielen Türen zu, die von der Halle abgingen und zog seinen Freund dabei förmlich hinter sich her.
Aragorn dachte, er wäre von dem Gesehenen schon genug beeindruckt, doch der Gedanke zerschlug sich, als er von Legolas durch die Tür zum großen Salon gezogen wurde.
Alles, wirklich alles in diesem Raum war sündhaft teuer, um das zu erkennen, musste Aragorn kein Experte sein. Ein großer Kamin stand an der gegenüberliegenden Wand des Raumes, die rechte Seite wurde komplett von einer Fensterfront eingenommen, die den Blick auf einen Teil des hinteren Gartens freigab. Vor dieser stand ein Billardtisch und ein kleinerer, runder, wie Aragorn ihn aus alten Filmen kannte, in denen vornehme Damen nach dem Essen im Salon Karten spielen während die dazugehörigen Herren am Kamin saßen und rauchten.
In der Mitte des Raumes stand eine riesige Couchgarnitur, auf der rechten Seite eine Bar, die der im The Swan mühelos Konkurrenz machen konnte – und genau hinter dieser stand Thranduil Grünwald persönlich und sah seine Besucher aufmerksam an.
Mit einem Lächeln, dass unübersehbar seinem Sohn galt, kam er hinter der Bar hervor und trat näher an die beiden heran.
„Schön, dass ihr gekommen seid…“
Aragorn schluckte zum gefühlt hundertsten Male nur um festzustellen, dass sich zu dem Klos auch noch ein staubtrockener Mund gesellt hatte.
Thranduil umarmte seinen Sohn und wandte sich dann dem Mann neben diesem zu.
„Ada, das ist mein Freund Aragorn…“
„Aragorn…“, es war an der Stimme des Hausherrn deutlich zu hören, dass dieser eine unausgesprochene Frage in den Raum gestellt hatte.
Der Mann ergriff die nach ihm ausgestreckte Hand und antwortete. „Nur Aragorn. Es freut mich, sie kennenzulernen.“
Etwas Undefinierbares mischte sich in die Augen seines Gegenübers, doch bevor Legolas Freund weiter darüber nachdenken konnte, unterbrach ein leises Klopfen die Stille.
„Benötigen sie noch etwas?“ Celeborns Stimme löste Dankbarkeit in Aragorn aus.
„Nein danke. Sagen sie der Köchin nur, das Essen soll pünktlich serviert werden und dann machen sie Schluss für heute.“
„Sehr wohl. Vielen Dank!“ Mit diesen Worten verschwand der Butler wieder.
„Nun denn, setzen wir uns doch… was möchtet ihr trinken?“

Wenige Minuten später drehte Aragorn versonnen das Glas mit teurem und wahrscheinlich uraltem Whiskey in seinen Händen, während er dem Gespräch von Legolas und Thranduil lauschte. Der junge Elb erzählte von seinem Studium und der Mensch kam nicht umhin zu bemerken, wie froh er war, nichts sagen zu müssen. Diese Freude währte jedoch nicht lange, denn plötzlich legten sich das Paar eisblauer Augen auf ihn und Thranduil richtete das Wort an ihn.
„Ihr habt euch also in Elronds Club kennengelernt?“
„Ja, wir arbeiten dort schon eine ganze Weile zusammen.“
„Und diese… Beziehung stört dort niemanden?“
Irritiert zog Aragorn die Augenbrauen zusammen. „Nein, wir arbeiten nicht direkt zusammen. Ich bin ja die meiste Zeit draußen…“
„Hm… und neben dieser Arbeit sind sie auch noch im Baumarkt beschäftigt?“
„Richtig, die Arbeit als Türsteher ist nur ein Hinzuverdienst.“
„Was haben sie denn vorher gemacht, also ich meine, welche Ausbildung haben sie?“
Das Läuten einer Glocke verhinderte, dass Aragorn antworten konnte und zeigte ihnen gleichzeitig an, dass das Essen serviert werden konnte und so wechselten die drei hinüber ins Esszimmer, dessen erlesene Einrichtung den Menschen nun nicht mehr im Geringsten wunderte. Kaum hatte er Platz genommen, fühlte er wieder die kalten, blauen Augen auf ihn gerichtet.
„Also, was haben sie gelernt?“
„Ada, lass uns doch erst einmal essen…“
„Warum? Wir unterhalten uns auch ständig beim Essen, außerdem wolltest du doch, dass ich deinen Freund kennenlerne, also werde ich doch fragen dürfen…“
Dieser eine Satz machte mehr als deutlich, auf wessen Initiative hin dieses Essen stattfand und Aragorn kam nicht umhin zu bemerken, dass er sich immer unwohler fühlte.
„Ich habe nichts gelernt. Meine Eltern starben recht früh und so war ich gezwungen, für mich selbst aufzukommen. Geld zu verdienen war wichtiger, als zu lernen und ich konnte es mir nicht leisten, Jahre mit einer schlecht bezahlten Ausbildung zu verbringen.“ Seine Stimme verriet einen leicht provozierenden, gereizten Unterton, der Thranduil selbstverständlich nicht entging.
„Hm, verstehe…“, Thranduil verkniff sich die Floskel, dass ihm Aragorns Verlust der Eltern leidtat, denn er hatte weder sie gekannt, noch kannte er den Menschen und von reinen Höflichkeitsbekundungen hielt er in der Regel wenig. Eine Weile aßen die drei schweigend, doch dann beschloss Thranduil, dass er genug von dem ganzen Abend hatte, auch, wenn dieser noch nicht weit fortgeschritten war. Sein Haus war kein Theater und er nun mal ein miserabler Schauspieler. Es war an der Zeit, dem Ganzen ein schnelles Ende zu setzen, bevor er sich selbst noch mehr quälen musste.
„Nun, dann wird es ja jetzt für sie um einiges einfacher werden – mit Legolas an ihrer Seite.“
„Ada!“
„Bitte? Ich befürchte, ich verstehe sie nicht.“
„Sie können mir eines glauben, ich erkenne teure Kleidung, wenn ich sie sehe,“ betont langsam nahm er einen Schluck Rotwein, „und sie wollen mir doch nicht erzählen, dass sie das, was sie anhaben, selbst bezahlt haben?“
„Ada, das ist doch völlig egal!“
Ein Blick von Thranduil genügte und Legolas schwieg.
„Nein, es sind Geschenke von ihrem Sohn gewesen.“
„Und wer von euch beiden war der Ansicht, dass das, was sie im Schrank haben, nicht gut genug für einen Besuch in meinem Haus sei?“
Legolas stand so ruckartig auf, dass der Stuhl umfiel, was sein Vater jedoch lediglich mit einer hochgezogenen Augenbraue quittierte. „Es reicht.“
„Heb bitte den Stuhl wieder auf.“
Auch Aragorn erhob sich, jedoch langsamer und gesitteter. „Lass gut sein, ich muss ohnehin los. Morgen früh muss ich im Baumarkt sein.“
„Aber wir sind grade mal bei der Vorspeise…“, Legolas sah hilflos zwischen seinem Vater und seinem Freund hin und her, er musste jedoch erkennen, dass Thranduil keinerlei Anstalten machen würde, etwas an der Situation zu ändern oder Aragorn gar aufzuhalten.
„Mir… ist der Appetit vergangen“, er wandte sich an Thranduil, „Vielen Dank für die Einladung.“ Mehr sagte er nicht, anstatt dessen ging er zielstrebig auf die Tür des Esszimmers zu.
„Warte, ich bringe dich noch raus!“

Vor der Haustür nahm der Elb die Hände des Menschen in seine. „Es tut mir so leid…!“
„Das ist doch nicht deine schuld!“
„Ich… eigentlich würde ich sofort mit dir kommen, aber ich kann das Gesagte so nicht stehen lassen.“
„Du solltest mit deinem Vater meinetwegen nicht in Streit geraten.“
„Aber so wie er sich verhalten hat, geht das nicht. Bist du mir sehr böse, wenn ich hierbleibe?“
„Nein“, Aragorn küsste Legolas und der Elb erwiderte diesen Kuss nur allzu gerne.
„Nimm wenigstens meinen Wagen!“
„Du wirst ihn später brauchen. Sag mir einfach, wo die nächste Bushaltestelle ist.“
„Kommt gar nicht in Frage“, Legolasangelte den Schlüssel aus seiner Hosentasche und drückte ihn seinem Gegenüber in die Hand. Nur widerwillig nahm Aragorn ihn an.
„Soll ich nachher noch zu dir kommen?“
„Vielleicht ist es besser, wenn ich einfach ins Bett gehe – oder brauchst du morgen früh dein Auto?“
Legolas schüttelte den Kopf.
„Bist du mir jetzt böse?“
„Ach was. Nur meinem Vater… aber das kläre ich jetzt gleich. Komm gut nach Hause!“
Erneut küssten die beiden sich, ehe Aragorn sich auf den Weg zum Auto machte. Bevor er einstieg, schenkte er Legolas noch ein Lächeln, das allerdings traurig und verloren wirkte.

Legolas fand seine Vater nicht mehr im Speisezimmer, dafür aber wieder im großen Salon, vor.
Wütend ging er an den Kühlschrank hinter der Bar und nahm sich ein Bier, öffnete es und leerte es zur Hälfte in einem Zug.
„Möchtest du kein Glas?“ Unbeeindruckt von der offensichtlichen Wut seines Sohnes mixte Thranduil weiterhin an seinem eigenen Drink.
„Nur Snobs trinken zuhause Bier aus Gläsern!“ Mit einem lauten Schnauben ließ sich der jüngere Elb auf die Couch fallen. „Bist du nun zufrieden? Musste das sein?“
„Womit sollte ich zufrieden sein?“
„Damit, dass du Aragorn gedemütigt und aus dem Haus geekelt hast?!“
„Auch wenn du anscheinend eine andere Meinung von mir hast, ich ziehe kein Vergnügen daraus, jemanden zu demütigen oder aus meinem Haus zu ekeln.“ Thranduil setzte sich und schlug die langen, schlanken Beine übereinander.
„Wieso hast du es dann getan?“
„Er ist doch freiwillig gegangen…“
„Komm, du weißt genau, was ich meine. Du warst einfach… ach ich weiß gar nicht, was ich dir sagen soll, ohne beleidigend zu werden…“
„Legolas – dieser Mann passt weder hierher noch in die Kleidung, in der er steckte und erst recht passt er nicht zu dir.“
„Und du meinst, das nach einer Stunde beurteilen zu können?“
„Ich konnte es nach einer Sekunde.“
„Ok, du wirst ihn hier also nicht akzeptieren, tust du es denn in meinem Leben?“
„Ihn akzeptieren? Das muss ich wohl, es ist dein Leben.“
„Aber du bist mit unserer Beziehung nicht einverstanden, oder?“
„Nein, das bin ich nicht!“ Der ruhige Tonfall brachte Legolas in Rage, so dass er es auf der Couch nicht mehr aushielt und anstatt dessen anfing, in dem großen Raum umherzuwandern.
„Ich könnte mich irgendwann damit arrangieren, dass er ein Mensch ist – meinetwegen. Die Tatsache, dass er kein Geld hat, du dafür umso mehr, das kann in einer Beziehung schon schwierig werden, aber auch damit lässt sich zurechtkommen, doch dass er nicht einmal eine Ausbildung hat… ich bitte dich… wie soll er dir denn intellektuell das Wasser reichen? Worüber wollt ihr euch denn unterhalten, wenn ihr euch im Bett ausgetobt habt? Welcher Gast in welche Ecke vom Club gegöbelt oder wer es mit wem auf dem Klo getrieben hat?“
„Du wirst ordinär.“
„Als ob du niemals so sprechen würdest… Du und er, ihr spielt nun mal nicht in derselben Liga.“
„War ja klar! Ich hätte wissen müssen, dass du keinen mehr an meiner Seite akzeptieren wirst, nachdem ich mit Haldir zusammen war. Dir wäre es doch am liebsten, ich wäre immer noch mit ihm zusammen, oder? Dass er mich beschissen und betrogen hat, spielt dabei doch gar keine Rolle. Für dich ist er der zweite Sohn, den du nie hattest und keiner wird ihm in deinen Augen je das Wasser reichen können…“, wütend funkelte er seinen Vater an.
„Ich habe Haldir doch mit keinem Wort erwähnt…“
Legolas stockte mitten in der Bewegung, sah Thranduil erstaunt und irritiert gleichermaßen an und ließ resignierend die Schultern sinken.
„Setz dich wieder zu mir mein Sohn.“
„Nein Ada, ich will mich nicht mehr setzen. Es ist also dein letztes Wort, dass du mit Aragorn als meinem Freund nicht einverstanden bist?“
„Ja.“
„Dann ist alles gesagt!“ Ohne Verabschiedung verließ Legolas die Villa seines Vaters, zog fluchend sein Handy aus der Tasche und rief sich ein Taxi.
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