Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
05.05.2021 8.025
 
Huhu ihr Lieben
hier ist die nächste Runde.
Kleiner Spoiler, ab dem nächsten Kapitel wird es erst mal etwas ruhiger ;)
Ich hoffe ihr habt spaß mit diesem hier.
Liebste Grüße Kitana



7.

Vielleicht hatte ich mich auch geirrt, dachte ich, als ich einige Stunden später erwachte und sich an der vorherrschenden Situation nichts geändert hatte. Seufzend erhob ich mich, kniete mich neben meinen Bruder und berührte ihn sanft an der Stirn. Etwas hatte sich doch verändert, er glühte.
„Kakashi?..bist du wach?“ ich hoffte, er würde endlich wieder mit mir sprechen, ich fühlte mich überfordert, das Gefühl der Einsamkeit biss sich fest und meine Hilflosigkeit wuchs. Traurig wand ich mich ab, wollte mich damit abfinden, dass er wohl doch noch nicht wieder wach zu bekommen war, als ich seine schwache Stimme hinter mir hört.
„Hast du wirklich keine schönen Erinnerungen an deine Kindheit?...Nicht eine?“ Er klang geknickt, etwas verstört, weshalb ich ihm direkt ins Gesicht sah und ihn eigentlich beruhigen wollte, doch sein Anblick ließ mich verstummen.
Sein Auge lag mit einem glasigen Glanz auf mir, schien aber eher durch mich hindurch zu sehen, fern von dem analytischen, wachen Blick, den ich an ihm kannte. Mir war bewusst, dass sein Zustand sich in der Nacht nicht verbesserte, wie auch und dennoch verunsicherte mich sein Verhalten. Warum kam ihm ausgerechnet diese Frage in den Sinn? Beschäftigte ihn das so sehr?
„Kakashi ich weiß nicht wie ich es sagen soll... ich erinnere mich fast überhaupt nicht an meine Kindheit...“ So behutsam wie möglich versuchte ich es ihm bei zu bringen, ich empfand es als unwichtig, für den Moment, doch schien es ihn nicht los zu lassen.
„Natürlich nicht, es ist ja auch alles viel komplizierter...Ich habe so viele Fehler gemacht und es ist meine Schuld, dass es soweit gekommen ist...“ er drehte sich auf den Rücken, atmete schwer und starrte einige Sekunden an die Decke. „Du hattest recht, dein ganzes Leben habe ich dich manipuliert, versucht die Dinge vor dir zu verstecken, dir etwas vorzuspielen, was ich nicht war...Ich bin das Letzte...Und habe dir soviel angetan...“
Verwirrt blinzelte ich, worauf wollte er hinaus?
„Wenn es wegen dem ist, was ich die letzten Wochen immer wieder gesagt habe, ich habe das nicht so gemeint...weißt du...“
Er schüttelte den Kopf, griff sich an die Stirn und sein Blick entfernte sich noch etwas mehr, trotzdem unterbrach er mich.
„Nein, alles was du in deiner Rage gesagt hast stimmt....Es ist wahr, so wahr...“ seine Stimme wurde rauer, versagte ihm und ich wollte ihm gerade etwas zum trinken besorgen, als er sich räusperte. Sein Kopf hatte sich wieder in meine Richtung gedreht und er sah mich mit verschleiertem Blick an. „ Du bist nur eine halbe Hatake, dir fehlt eine ganz bestimmte Fähigkeit, um dein Chakra zu kontrollieren... Das gab es bisher nur ein mal, nur ein einziges Mal. Ich las davon, da warst du gerade zwei Jahre alt. Ich habe gewusst was es bedeutet, ich habe es gewusst...“ Er klang verwirrt und seine Äußerungen ergaben für mich keinen Sinn.
Ihm fielen die Augen zu, was von seiner Verfassung zeugte, doch er hatte ein Neugierde geweckt, die unbedingt befriedigt werden wollte.
„Kakashi, wovon sprichst du?“
Er lachte bitter, schluckte und schüttelte den Kopf: „ Dein erster kleiner Ausbruch war mit 1,5 Jahren, du hast damals einen Stromausfall im ganzen Haus verursacht....den Vorfall habe ich unter den Teppich gekehrt und mit niemandem darüber geredet... Allerdings habe ich damals begonnen Nachforschungen an zustellt... Früher war es Gang und Gebe, dass die Hatakes nur mit Blitzelementträgern Kinder bekommen haben, eine Art ungeschriebenes Gesetz....“ er lachte wieder, es musste für ihn genauso unsinnig klingen, wie für mich. „Es kostete mich viel Mühe und einige schlaflose Nächte, bis ich heraus fand.. welcher Grund dahinter steckte....Ich stieß auf eine ganz bestimmte Geschichte... Die Mutter war ein Hatake und der Vater ein Wasserelement. Der kleine Junge, den es damals betraf, wurde 6 Jahre alt, nur 6....“ wieder schluckte er, hustete leicht: „ Die ersten Ausbrüche begannen bei ihm, als er drei war, seine Eltern versuchten es zu verheimlichen, doch es wurden mehr, sie wurden intensiver. Mit jedem neuen emotionalen Erlebnis entluden sich mehr und mehr Blitze. Die Eltern waren verzweifelt. Eines Tages hatten die Eltern einen heftigen Streit, ihre Ehe hielt der Belastung, um den Kleinen und ihr Geheimnis kaum stand, der Junge bekam alles mit. Wut, Trauer, Verzweiflung trieben ihn, sein Chakra geriet in Wallungen und ohne jede Möglichkeit der Kontrolle, ballte es sich in seinem Inneren, bevor es auf einen Schlag freigesetzt wurde...der kleine Junge überlebte es nicht, seine Eltern starben und das Dorf erlitt einen verheerenden Schlag....So viel zu dem was ich damals heraus gefunden hatte...“ Müde rieb er sich die Stirn, es kostete ihn gerade all seine Kraft, das konnte ich sehen, doch ich stoppte ihn nicht, ich musste jetzt wissen, was das alles bedeutete.
„Hira ich hatte Angst...Du warst immer das, was mir noch am meisten bedeutet hat und ich hatte Angst dich zu verlieren.... Du warst 2 Jahre, als ich schwerverletzt von einer Mission zurück kehrte, Mana-San hat dich damals zu mir ins Krankenhaus gebracht... Du hast furchtbar geweint, hattest Angst, warst verstört und es führte eins zum anderen. Minato und Mana erlebten deinen zweiten größeren Ausbruch, einer deiner Blitz traf mich an der Schulter und wir hatte Glück, dass ich im Krankenhaus gewesen bin...Der elektrische Impuls hatte bei mir schwere Herzrhythmusstörungen verursacht, sie konnten ohne Schaden behoben werden, dennoch war es mir nicht möglich unser Geheimnis weiter zu verbegren. An dem Tag musste ich den beiden Rede und Antwort stehen, wir entwarfen gemeinsam den Plan, sollten sich die Ausbrüche häufen oder stärker werden, müssen wir das Chakra versiegeln. Meine kleine Hira, ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass dich dein Chakra zerstört....“
Meine Hand schob sich auf seine Stirn, besorgt zog ich meine Augenbrauen nach oben, ich hatte das Gefühl, dass er immer heißer wurde: „ Warte kurz, ich hole dir erst mal Wasser...“
Mein Bruder griff nach meinem Arm, ließ mich nicht gehen.
„Nein, du hast ein Recht darauf es zu erfahren, du sollst wissen, dass dich keine Schuld an dem trifft, was passiert ist.. es war mein Fehler....“ Sein Griff lockerte sich, er hatte für einige Sekunden erschöpft die Lider geschlossen, bevor er weiter erzählte: „Du hattest Nächte lang fürchterliche Albträume, während derer sich immer wieder kleinere Entladungen freisetzten. Ich kam auf den Gedanken dir die Albträume zu nehmen, wollte auf jeden Fall einen Ausbruch verhindern. Ich regulierte mit meinem Sharingan deinen Schlaf. Es funktionierte und ich dachte mir, was in der Nacht geht, könnte dir auch am Tag helfen, negative Ereignisse besser zu verkraften, dir ein Ausgleich zu schaffen... Weißt du, die Leute im Dorf haben schon immer viel geredet. Man sollte dich mir weg nehmen. Ein Kind das ein Kind groß zieht. Der weiße Dämon, der seinen Kameraden auf dem gewissen hat, ist eine Gefahr für ein Kind...es nahm kein Ende. Es verstärkte deine Albträume, gefährdete deine psychische Stabilität.... Die Kinder waren inzwischen so beeinflusst, dass keiner mit dir spielen wollte, sie meinten du hättest die selben Haare wie ich und seist deshalb genauso ein Dämon....“ Sein Mund verzog sich bitter, dann schüttelte er wieder den Kopf: „ Liebe und Glück sind Emotionen die lange wirken und Schaden auf der Seele reparieren können.. doch Wut und Verzweiflung schaffen es, gerade errichtete Mauern binnen weniger Sekunden einzureißen. Jedes verdammte mal, wenn wir durch das Dorf gegangen waren, standest du kurz vor einem Ausbruch, weshalb ich Mana-San bat, niemals mit dir alleine durchs Dorf zu laufen. Ich schaffte es mit Hilfe meines Sharingan deine Emotionen zu regulieren und einen Ausbruch zu verhindern, allerdings spürte ich schon nach kurzer Zeit, dass du alles positive nicht mehr sahst. Du erlebtest es aktiv mit mir, doch erinnern konntest du dich am nächsten Tag nicht mehr daran, es war wie verhext... Dann kam der Abend... Ich war so furchtbar müde Hira und es war so egoistisch von mir... Rin bat mir an, bei uns zu bleiben und ich nahm das Angebot an. Nur eine Nacht schlafen, hatte ich mir gedacht und verließ mich komplett auf Rin, ohne das sie überhaupt wusste, worauf sie sich einließ. Ich bemerkte zu spät, dass etwas nicht stimmte, dein Ausbruch war soweit fortgeschritten, dass ich dich nicht mehr erreichen konnte...Ich hätte dich verloren, wenn wir nicht gehandelt hätten...“
Kakashi pausierte und mir fehlten ehrlich gesagt die Worte, ich musste das alles erst mal verdauen.
„Ich dachte wir hätten es geschafft, dass jetzt alles gut werden würde und versuchte das Gefühl zu verdrängen, dass unser Weg hier noch nicht zu Ende war. Ich verschleierte mit meinem Sharingan immer wieder Situationen, in denen du von meiner Arbeit oder dem Gerede der Leute hättest psychisch bedrängt werden können. Ich wollte zumindest für dich eine heile Welt. Es tut mir so leid.  Die Grenzen zwischen dem, was wirklich vorgefallen war und dem, was ich dir weiß machte, verschwammen immer mehr. Dein Gehirn begann sich selber daraus zu befreien und der Einfluss meines Auges schwand. Die positiven Eindrücke, die ich dir geben wollte, fielen wie durch ein Sieb, wobei dir negativen Emotionen haften blieben. Der Fall war für dich sehr tief, die Tatsache, das Gefühl zu haben, den Menschen vor sich, nicht wirklich zu kennen, tut verdammt weh und seine Welt plötzlich nicht mehr zu verstehen, ist beängstigend. Ich hätte es kommen sehen müssen, doch war ich wohl damals doch noch zu naiv, zu glauben, es könnte ewig so weitergehen. In meiner Arroganz vergaß ich, dass ich selbst der Unsicherheitsfaktor in der Gleichung war. Denn als Rin starb, war ich nicht mehr in der Lage dir schöne Momente zu schenken und ich war ein Idiot zu denken, ich würde das schon alleine schaffen. Das nächste halbe Jahr waren Minato-Sensei und seine Frau, die die mir halfen für Stabilität zu sorgen. Ich verlor mich selbst, fühlte nichts mehr außer tiefe Trauer und Schuld. Es fraß mich auf. Nicht unbedingt der beste Umgang für ein Kind. Das Timing war perfekt, du kamst langsam in die Pubertät, deine eigene Gefühlswelt wollte sortiert werden, doch ich konnte das nicht abfangen..Ich hab versagt... Du hattest durch mich nicht den Halt, den du gebraucht hättest, ich war kalt und zurück gezogen und bot Orochimaru so platz, sich in deinem Geist einzunisten.“
Seine Atmung hatte sich beschleunigt, die innerlichen und äußerlichen Schmerzen mussten unerträglich sein und dennoch stellte ich ihm die Frage: „Warum?...Warum hast du mich immer aus allem raus gehalten...warum hast du verhindert, dass ich dich kenne und dir vielleicht sogar eine Stütze bin...? Mein Chakra war doch versiegelt, wieso hast du immer weiter gemacht?“ Mit einem Mal wirkte er unheimlich klar, obwohl seine Sinne durch das hohe Fieber komplett vernebelt sein müssten.
„Hira, aus Angst, du könntest das selbe Monster in mir sehen, was ich in mir sehe.Du solltest eine Kindheit haben, weit weg von dem Shinobi Dasein, weg von dem Blut an meinen Fingern und weit weg von meiner Schuld.. Es ist so unheimlich egoistisch, aber ich hätte es nicht ertragen dich zu verlieren, egal wie, ob durch Ablehnung oder...“ Er ließ den Satz offen, das war auch in Ordnung, ich wusste worauf er hinaus wollte. Ich stieß meine angehaltene Luft aus, erhob mich und schritt ohne ein weiteres Wort nach Draußen. Es fühlte sich für den Moment so an, als würde ich seine Nähe nicht ertragen und bevor ich, in meinem klar denkenden Zustand, etwas sage, was ich bereuen könnte, würde ich erst mal schweigen.
Einige Zeit lief ich ziellos am Ufer des kleinen Flusses entlang, betrachtete hier und dort einige kleinere Steine, warf oder schoss sie durch die Gegend, bis mir einer in die Hände fiel, den man prima als Gefäß benutzen konnte. Ich freute mich, endlich eine Möglichkeit Kakashi mit Wasser zu versorgen, vergnügt lächelte ich vor mich hin.
Noch schneller, wie das Lächeln gekommen war, verschwand es. Ich war doch wirklich zu bescheuert, was hatte ich nur getan. Ich hatte meinen Bruder mit dem hohen Fieber einfach zurück gelassen, er hatte seit zwei Tage nicht getrunken und war schwer verletzt. Mit zittrigen Händen griff ich nach dem Stein und sah mich um. Mir entglitten die Gesichtszüge, ich hatte mich gedankenverloren mehrfach im Kreis gedreht und hatte nun keine Ahnung mehr aus welcher Richtung ich gekommen war. „Himmel, nein...“ panisch griff ich mir in meine weißen Haare, das Thema sterben kam mir wieder in den Sinn und ich wollte nicht, dass er stirbt. „Reiß dich zusammen, verdammt, reiß dich zusammen....“ ich schloss die Augen, versuchte mich zu beruhigen und schrie einmal ganz laut nach Kakashi. Es hallte in der Schlucht, meine Stimme breitete sich zu beiden Seiten aus und nach einigen Sekunden, in denen ich nicht glaubte, dass es ihm möglich war zu reagieren, hörte ich wie mehrere kleine Steine geworfen wurden.
Das leise, aber stetige klicken der Kiesel, führte mich wieder zu der Höhle.
Mein Bruder blickte mich von unten her an: „ Verlaufen?“ Ich nickte beschämt. Nicht einmal einen Weg konnte ich mir merken, dabei gab es nur zwei Möglichkeiten. Ich schnaubte frustriert.
„hmpf..“ der unterdrückte Schmerzenslaut zu meiner Rechten ließ mich aufsehen. Kakashi krallte sich mit der linken Hand ins Bein, die andere hatte er auf die Brust gelegt, konnte sie leicht bewegen, doch so blau-violett wie sie angelaufen war, musste sie ebenfalls höllisch schmerzen.
„Hira? Würdest du nach meinem Bein sehen, bitte? Ich halte es kaum aus...“ Diese Aussage ließen alle Alarmsignale in mir los schrillen, mein Bruder gab zu, etwas nicht auszuhalten. Fahrig ließ ich den Stein fallen, ging um ihn herum und kniete mich neben sein rechtes Bein. Der Fuß war leicht verdreht, weshalb ich das Hosenbein anhob und es mir näher ansah. Ein Fehler, geschwollen und blutunterlaufen, stach mir der Knöchel ins Auge und ich wagte es nicht, die Hose auch nur ein Stück weiter nach oben zu schieben: „ Was muss ich tun?“
Er antwortete nicht gleich, weshalb ich verwundert in sein Gesicht sah. Kakashi hatte die Augen fest zusammen gepresst, stieß die Luft in kurzen Abständen aus und ich ahnte, er hatte furchtbare Schmerzen. Dann hörte ich ihn gepresst sagen: „ Der Schuh...zieh ihn aus...“
Nickend griff ich hin, öffnete ihn soweit es ging und zog vorsichtig daran. Jede Vorsicht die ich walten ließ, half nicht, Kakashi schrie gepeinigt auf, was mich veranlasste den Schuh fallen zu lassen und das Bein hektisch abzulegen. Ich bemüht mich konzentriert zu bleiben, auch wenn ich bereits jetzt die leichte Übelkeit spüren konnte und betrachtete den Fuß eingehend. Erschrocken zuckte ich, als Kakashi mich plötzlich fast neben meinem Ohr ansprach: „Kannst du die Hose noch zerschneiden, wir müssen es uns ansehen...“ Er hatte sich aufgesetzt, lehnte allerdings mit dem Kopf benommen an der Felswand.
„Was machst du, bleib liegen..“ ich wollte ihn zurück drücken, doch er hob die Hand.
„Hira, ich muss es sehen, sonst kann ich dir nicht sagen, ob wir was machen können....“ er schnaufte geschafft, hielt sich aber tapfer in der Stellung.
Ich griff in seine Beintasche und zog eines seiner Wurfmesser hervor, schnitt den Stoff längs ein und klappte ihn beiseite.
Sofort wurde mir schlecht, ich hielt mir die Hand vor den Mund und Kakashi seufzte resignierend: „Da können wir nicht viel machen...“
Mich entsetzte seine nüchterne Einschätzung, sie machte mich zornig. Wie konnte der Kerl, verdammt noch mal, so locker bleiben. Der verdammte Knochen guckte da raus. Mit Entsetzen dachte ich daran zurück, dass ich ihn gezwungen hatte zu laufen, wir sind gemeinsam durch den Fluss hier her und...Ich schüttelte den Kopf, wie war es möglich, dass mein Bruder überhaupt noch so klar dachte, sich fortbewegte drehte und ihr obendrein versuchte die Angst zu nehmen.
„Wie kannst du so ruhig bleiben?Wie soll es weiter gehen? Wie bring ich dich denn nach Hause?“
Ich fauchte, funkelte ihn wütend an und warf gestikulierend meine Hände in die Luft.
„Wir warten... wenn ich mich etwas erholt habe, lass ich Pakkun und die anderen nach Yugao und Tenzou suchen, notfalls..schick ich sie nach Konoha...mach dir keine Sorgen wir kommen nach Hause....“ Na seine Zuversicht hätte ich auch gern. Ich blieb neben ihm sitzen und starrte an die Wand. Da draußen irgendwo waren Yugao und Tenzou, aber auch Ori-Sensei, schon alleine die Vorstellung von seinem Gesicht ließ mich zittern.
„Hira, nimm dir eine von den Nahrungspillen und geh etwas trinken...wenn du mir umfällst habe ich ein großes Problem...“ er grinste mich schief an.
„Was ist mit dir? Nimmst du keine von den Pillen?“ Ich nahm ihm das kleine längliche Objekt aus der Hand, legte es mir in den Mund und schluckte es runter.
„Ich hatte vorhin schon... nur etwas Wasser...“ ich stutzte, nicht weil er Wasser verlangte, sondern weil er wieder komplett entkräftet klang, seine Lider sanken auf einander und erschöpft stieß er die Luft aus. Ich wurde hektisch, wenn er wieder in den Dämmerzustand geraten würde, wie gestern, dann würde ihn das Hohe Fieber austrocknen: „ Hey, bleib wach ja? Ich hole dir Wasser...bleib mir wach ok?“ träge öffnete er die Auge, sah mir hinterher, während ich aufsprang und mit meinem Stein in der Hand los rannte.
Als ich mit dem Wasser zurück kehrte, traute ich meinen Augen nicht, mein Bruder hatte die Hose weiter aufgerissen und einige Nadeln in Höhe seines Knies gesteckt. Lehnte nun deutlich blass an der Wand, die Augen geschlossen.
„Scheiße, Kakashi...“ fluchte ich entsetzt, doch sofort riss er die Augen wieder auf, ich stieß den angehaltenen Atem wieder aus und seufzte erleichtert: „Du hast mir Angst gemacht...“ wieder hatten sich Tränen in meinen Augen gesammelt. Meine Fassung war angeschlagen, ich deutete auf sein Knie: „ Was wird das?“ Sein Mund verzog sich zu einem halben grinsen, bevor er sich zurück lehnte: „ So ist es erträglicher... „
Meine Hand fuhr unter seinen Kopf, stützte ihn leicht und half ihm beim trinken, ich lief nochmals los und flößte ihm eine weitere Füllung meiner Schale ein, dann noch mal.
Sein Fieber raubte ihm beinahe das Bewusstsein, er sagte zwar, die Schmerzen seien erträglicher aber er sah nicht gerade entspannt aus. Ich spürte meine eigene Unruhe, ich hatte Angst davor, dass er wieder das Bewusstsein verlor. Er sollte mir sagen, dass es ihm gut geht, aufstehen und mit mir nach Hause gehen. Ich wollte mich mit ihm auf unsere Couch setzen, alles klären, was zwischen uns stand. Doch stattdessen, lag er hier schwerverletzt vor mir, ich hatte keine Möglichkeit ihm die Schmerzen zu nehmen und ihn so zu sehen tat furchtbar weh. Ich kauerte mich neben ihn, zog meine Knie nah an meinen Körper und wippte wieder leicht vor und zurück. Das machte ich öfter seit einigen Wochen. Das leichte Schaukeln beruhigte mich und half mir meine Gedanken zu ordnen.
„Warum  hast du mir gerade jetzt, in dieser Situation, das alles erzählt? Es verwirrt mich und doch gibt es mir ein besseres Gefühl...?“ ich musterte seine angestrengten Züge, immer wieder hielt er kurz die Luft an, brachte aber auf meine Frage hin ein schwaches Lächeln zustande.
„Weil es wichtig ist für dich zu wissen, dass du keinerlei Schuld an dem ganzen hier trägst... Mein Sharingan hat dich empfänglich gemacht für Hass und Selbstzweifel und ich war nicht Stark genug, um dich davor zu schützen...“
Ich zwang mich vor mir auf den Boden zu starren. Die Frage nach dem Bild, was ich von ihm hatte, kam wieder in mir auf und ich schmunzelte leicht vor mich hin. Seine Superman Fähigkeiten, von denen ich dachte, sie würden von allen so bewundert werden, bewunderte ich immer noch. Mein Bruder erschien mir nur nach dieser Erzählung menschlicher. Das kalte, abweisende „Monster“, welches den Hass geschürt hatte und mich Jahre lang in meinem Denken beeinflusste, wurde durch sein Geständnis vernichtet. Und in mir entstand das Bedürfnis, ihm genau das zu sagen: „Weißt du Kakashi... Es gab ein Monster bei uns zuhause...Es war kalt, abweisend, verschlossen. Ich fürchtete mich davor, eines Tages von dem Monster gefressen zu werden.Ich hatte Angst es würde mich nicht anerkennen, mich verstoßen, weil ich keine Fähigkeiten besaß und mich genau so, wie alle um mich herum sagten, fallen lassen würde, weil ich eine Bürde bin...“ Ich murmelte das etwas in meine Knie, auf die ich mich gebettet hatte, sah ihn nun aber direkt an. Sein erschöpfter Blick lag auf mir und ich spürte die Schuldgefühle, die er in sich trug. Mit den Füßen voran rutschte ich zu ihm hin, ließ meine Finger durch seine Haare gleite, bevor ich weiter sprach: „...Aber dieses Monster ist eigentlich Lieb... Alles was es tat, tat es aus Liebe. Weißt du, ich glaube das Monster hat vergessen, dass es nicht alleine dafür verantwortlich ist, die Welt zu retten. Es hatte unglaubliche Schmerzen erlitten, die es nicht geteilt hat und hätte sich selbst damit zerstört.“
Tränen lösten sich aus seinen Augen, er schnaufte kräftig, versuchte seine Emotionen wieder unter Kontrolle zu bringen, scheiterte aber an seiner physischen Verfassung. Er war zu erschöpft, um sich wirklich dagegen zu wehren. Meiner Meinung nach musste das jetzt alles mal raus, weshalb ich noch ein drauf setzte: „ Dieses liebevolle Monster, darf auch mal schwach sein...sich menschlich zeigen...das tut nicht nur dem Monster gut. Kakashi ich hab dich furchtbar lieb, es tut weh ausgeschlossen zu werden, auch wenn du es gut meintest... Gemeinsam...hörst du? Gemeinsam, schließlich sind wir eine Familie.“ Ich lehnte seinen Kopf an meine Beine, streichelte ihn, während er es das erste Mal, seit ich denken kann, zu ließ, dass er vor mir weinte. Hemmungslos, Reuevoll, Verzweifelt.
Ich schluckte mehrfach meine eigenen Tränen herunter, wusste, dass der Ballast auf seiner Seele mit einem Gespräch nicht verschwunden war, aber vielleicht schaffte wir so eine Basis für ihn, auf der er verstand, dass er wirklich nicht alleine war.
„Scheiße Hira...“ er lachte heiser: „ Wann bist du so erwachsen geworden...?“ Ich stimmte in sein lachen mit ein: „ Ich glaube irgendwann, zwischen dem Zusammentreffen von Ori-Sensei und deiner Wiederbelebung, ist das passiert.. aber wer weiß das schon so genau...“ ich hörte ihn erneut amüsiert schnauben, bevor er ernst wurde: „ Meinst du es ist ok für dich, wenn ich mich etwas ausruhe?“
Er lehnte sich wieder auf sein provisorisches Kopfkissen zurück, während ich nickte.
„Natürlich, schlaf du nur...Ich hole noch etwas Holz und pass auf dich auf...“ doch das kam nicht mehr an, sein Körper erschlaffte, er schlief nicht, niemals wäre es ihm mit den Schmerzen möglich gewesen, seine gesamte Muskulatur zu entspannen. Mich packte erneut die Angst, was wenn Tenzou und Yugao doch nicht mehr in der Nähe waren? Vielleicht war ihnen auch was schlimmes zugestoßen, schließlich waren sie in einen Kampf mit Ori-Sensei verwickelt.
Bedenken verstärkten, meine Angst, die Zweifel daran, mit meinem Bruder lebend zurück kehren zu können. Meine Hand fuhr über seine glühende Stirn, dann krempelte ich mir die Ärmel hoch, riss meine Decke in einige Stücke und stapfte entschlossen zum Bach. Mit den getränkten Stoffen kehrte ich zurück, wickelte sie um seine Beine und legte ihm eins auf die Stirn.
Mit neuen Holzscheiten bewaffnen brachte ich das Feuer wieder zum lodern und lauschte in die aufkommende Dunkelheit. Wir hatten tatsächlich den gesamten Tag damit verbracht zu reden und es hatte gut getan, nicht nur mir, sondern, wie ich fand, auch Kakashi. Ich hoffte, dass die tiefe Bewusstlosigkeit, in die er gerutscht war, nicht wieder so lange andauern würde, wie beim letzten mal.
Im Verlauf der Nacht jedoch, hätte ich mir für ihn gewünscht, dass er das alles nicht mitbekommen würde. In einem Zustand zwischen Bewusstlosigkeit und Wachheit, dämmerte er vor sich hin. Seine nächtlichen Dämonen verbanden sich mit seinen körperlichen Qualen und ließen ihn nicht eine Sekunde wirklich zur Ruhe kommen. Ich wünschte mir ein Krankenhaus, viele Medikamente und Geräte, an die man meinen Bruder anschließen würde, um zu verhindern, dass er qualvoll seinen Blessuren erlag. Bei jedem Stöhnen, aus seiner Kehle, zuckte ich zusammen, fühlte mich klein und hilflos und langsam beantwortete ich mir die Frage selber, wie es kam, dass ich nur eine kleine Platzwunde davon getragen hatte. Kakashi hatte mich mit seinem Körper geschützt, er wäre für mich gestorben.
„Du bist ein Idiot Kakashi... Wie soll ich dich denn nach Hause tragen, wäre doch lieber ich verletzt worden...“ grummelnd stocherte ich mit einem langen Stock im Feuer herum, während ich beleidigt vor mich hin schimpfte.
„Kommt nicht in Frage...“ ich quietschte erschrocken. Das fiebrige Auge musterte mich kurz, bevor es sich wieder schloss: „Ich muss auf dich aufpassen... Wir kommen schon nach Hause keine Sorge...“
Bockig begann ich zu heulen: „ Und wie stellst du dir das vor? Läufst du? Da guckt ein Knochen aus deinem Bein, der gehört da so nicht hin...Oder machst du Handstand? Ach nein, da war auch was, beweg doch mal deine Finger....Ich will nicht wissen wie deine Rippen aussehen...Du hast Fieber, das trägt nicht unbedingt zu deiner Kondition bei..soll ich weiter machen? Vielleicht hast du noch innere Verletzungen, aber ich hab dich ja Wiederbelebt, vielleicht klappt das ja noch ein zweites Mal...“ Ich hatte mich in Rage geredet, ignorierte sein belustigtes Blitzen in den Augen, stampfte an ihm vorbei und holte mit meiner Steinschale, etwas Wasser für ihn.
„Hier trinken...“ meinem Befehl wurde sofort folge geleistet und langsam beruhigte ich mich wieder: „Kannst du nicht zumindest Pakkun rufen?“ Er schüttelte den Kopf: „Tut mir leid, ich bin zu schwach...“ Plötzlich zuckten seine Mundwinkel: „ Ich hab eine Idee...Hira, komm mal her zu mir...“ er bedeutete mir mich mit dem Rücken zu ihm zu setzen. „Ich werde mir etwas Chakra borgen... das ist allerdings nicht ganz angenehm für dich..bereit?“
Und ob, egal ob angenehm oder nicht, Hauptsache es gab eine Möglichkeit hier weg zu kommen, oder zumindest jemanden zu besorgen, der Kakashi half. Ich hörte wie er hinter mir tief durchatmete und sich konzentrierte. Ich späte über meine Schulter zu ihm und verzog mitleidig das Gesicht, er brauchte anscheinend beide Hände. Langsam, so genau wie es ihm möglich war, formte er die Siegel, dann leuchtete seine Hand blau auf. Zwei seiner Finger legten sich in meinen Nacken genau an die Stelle, an der Mein Chakra gepresst wurde. Ich schrie kurz auf, als das brennende Gefühl wieder einsetzte, doch Kakahsi ließ sich nicht beirren, genau so schnell wie es begonnen hatte, war es auch wieder vorbei. Ich klatschte in die Hände und drehte mich zu ihm um.
„Hat es geklappt?“
Er nickte erschöpft, hielt seine Augen jedoch geschlossen und atmete schwer: „ Brauch ein Moment...“ besorgt biss ich mir auf die Lippen, ich hatte vor lauter Hoffnung nicht bedacht, dass es für ihn weitere Schmerzen bedeuten würde. Die Minuten verstrichen, ich gönnte ihm die kurze Pause, die er sich nahm und schaute auf, als sich seine Hand wieder bewegte. Dieses Mal nur die Linke. Er biss in seinen Finger, formte erneut Fingerzeichen und presste sie dann auf den Boden: „ Jutsu des Vertrauten Geistes...“ murmelte er und ich jauchzte auf, als der kleine Mops erschien.
„Yo Kakashi..was...“ dem Hund blieb seine Ansprache im Halse stecken, schnupperte kurz an seinem Herrchen und winselte leise. Kakashis Hand war leblos auf seine Brust gesunken und ich wusste was das bedeutete, Pakkun hingegen war von der Situation komplett überrascht worden.
„Hira, was ist hier los..?“
„Pakkun bitte, ich bin nicht dein Herrchen, aber bitte hol Hilfe...Yugao und Tenzou sind da oben irgendwo...Ori-Sensei hat uns angegriffen, wir sind die Klippe runter gestürzt....“ meine Stimme überschlug sich fast, ich hatte endlich neue Hoffnung, gleichzeitig Panik, dass mein Sensei da oben auf uns wartete. „Sei bitte vorsichtig...“ Ohne Widerworte spurtete der kleine Hund los, die Schlappohren flatterten im Wind und dann war er verschwunden.

Die nächsten Stunden wurden zäh, mein Bruder wachte nicht auf, das Wetter wurde schlechter.
Meine Stimmung sank, mit ihr meine Hoffnung, Kakashi bald versorgt zu wissen.
Ich musterte ihn, er hatte wieder begonnen zu frieren, ein Zeichen, dass das Fieber wieder stieg. Mit zittrigen Knien brachte ich mich zu ihm, kuschelte mich nah an ihn und wollte ihn weiter zudecken, als er sich regte.
„Da bist du ja wieder...“ mühsam schaffte ich es zu lächeln. Er unterließ es zu sprechen, wahrscheinlich kostete es ihn, neben dem Schüttelfrost und den Schmerzen, zu viel Kraft, er reichte mir eine der Nahrungspillen und ich verstand. Artig schluckte ich sie, wollte nicht, dass er sich gezwungen fühlte mit mir zu diskutieren und sich wohl möglich noch weiter überanstrengte. Er sollte einfach nur durchhalten, jetzt wo es jemanden gab, der Hilfe holte.
„Komm wir schlafen ein bisschen, bis Pakkun zurück kommt...“ Mit dem Wissen, dass für ihn Schlaf dahindämmern bedeutete, durch die Schmerzen Entspannung, wie ein Fremdwort erschien.
Ich spürte seine Hitze an meinem Körper, das gleichzeitige Beben seiner Muskeln und während ich mich weiter an ihn drängte, hoffte, dass zumindest der Schüttelfrost aufhören würde, verlor ich mich selbst in einem tiefen Schlaf.
 
Plötzlich hörte ich Stimmen, nahm fremde Gerüche wahr und aus dem Schlaf gerissen registrierte ich erst jetzt, dass ich nicht mehr neben Kakashi lag, sondern jemand anderes mich in den Armen hielt.
Ängstlich ließ ich meinen Blick an den Armen entlang wandern, versuchte so wenig wie möglich darauf aufmerksam zu machen, dass ich wach war. Der Mann entpuppte sich als Tenzou, ich richtete mich auf und strahlte ihn an.
„Geht es euch gut?..endlich seid ihr da... Wo ist Yugao?“ Tenzou stoppte belustigt mit einer erhobenen Hand meinen aufgeregten Redeschwall und deutet zu meinem Bruder herüber.
Yugao beugte sich mit ernster Miene über ihn, er nickte hin und wieder schien also bei Bewusstsein zu sein. Und ich schwieg, um hören zu können, was sie zu ihm sagte.
„Senpai, das sieht wirklich nicht gut aus...wir werden dich tragen müssen...mehrere Rippen sind gebrochen, einige Quetschungen, dein Handgelenk ist an zwei Stellen gebrochen....Gut, dass ihr es wenigstens einrenken konntet...Du hast bestimmt innere Blutungen und dein Bein muss operativ versorgt werden...“
Kakashi stieß die Luft geräuschvoll aus, er wirkte etwas entspannter, wie ich fand und meine nicht gestellte frage beantwortete sich, bei den nächsten Worten von Yugao.
„Lassen die Schmerzen etwas nach?... dann schaue ich noch mal nach deinem Bein...“ Er nickte, schloss dann wenig begeistert, mit der Vorahnung was gleich kommen würde, die Augen.
Mit ihren zarten Fingern, begann Yugao das Bein vom Knie an abwärts zu tasten und bereits am Knie biss er kräftig auf die Zähne, unterdrückte sich eine Schmerzäußerung so gut es ging.
„Das Knie ist leicht verdreht, wir müssen es dir richten, bevor wir den Bruch schienen...Das wird..“ Kakashi unterbrach sie: „..Unangenehm, ich weiß... mach bitte einfach was nötig ist...“ sein Ton war forsch, was die Frau zum grinsen brachte.
Mein Bruder wurde noch blasser im Gesicht, als sie das Bein anhob und sich auf die Schulter legte, ihre Hände leuchtete grünlich auf, dann griff sie mit einer Hand ans Knie und mit der anderen Das Bein. Ein Ruck, ein lautes Knacken und ein unterdrückter Schrei folgten, Kakashis Finger hatten sich in die Decke gekrallt und  er war irgendwo zwischen dem Hier und der Bewusstlosigkeit.
Yugao sprach ihn an, er drehte zwar seinen Kopf aber wie bereits bei mir vor einigen Stunden sah er eher durch sie hindurch, als dass er sie wirklich wahrnahm.
„Wir sollten ihm noch etwas Zeit geben, die Medikamente sollen wirken, bevor wir ihn transportieren....“ Yugao war zu uns herüber gekommen und sah mich von oben mit einem undefinierbaren Blick an.
„Nun zu dir...hast du Verletzungen?“ Sie fragte mich zwar, aber wirklich interessieren tat es sie glaube ich nicht. Wahrscheinlich hatte sie Angst davor, dass mein Bruder ihr den Kopf abreißt, wenn mir plötzlich der Kopf von den Schultern fiel, weil sie nicht auf mich aufgepasst hat.
„Mir geht es soweit gut.. was ist mit meinem Bruder..“
Yugao räusperte sich und klang mit einem Mal deutlich versöhnlicher: „ Er wird durchkommen aber die Rückreise wird eine Tortour werden...Wir haben nicht viele Schmerzmittel dabei, er ist auch jetzt nicht Schmerzfrei, aber zumindest können wir es erträglich halten... Lass mich dich untersuchen, wir können es uns nicht leisten Unterwegs längere Pausen zu machen, ich muss wissen ob du bei Kräften bist...“ Ich gehorchte, wenn auch widerwillig, aber ich wollte Kakashi nicht gefährden und würde tun was nötig war.
Wir verweilten noch etwa zwei Stunden an der kleinen Höhle, der Zustand von meinem Bruder verbesserte sich nicht wirklich und wir waren uns alle einig, dass wir es riskieren würden ihn zu transportieren. Fasziniert bestaunte ich, wie Tenzou aus dem Nichts Schienen für meinen Bruder anfertigte, ich musste neidlos zugestehen, dass es wirkliche Wertarbeit war. Sie passten wie angegossen, auch wenn das Anlegen für mein Bruder alles andere als Angenehm war, brachten wir ihn mit den Schienen auf die Füße.
Die Reise wurde beschwerlich. Kakashi war dagegen gewesen sich mit einer Trage transportieren zu lassen, er sagte, dass sei zu auffällig. Was heißt er war da gegen, er hat sich geweigert, die beiden ANBU gaben nach und ließen ihn laufen. Das Wetter schien nicht unbedingt auf unserer Seite zu sein, es regnete wie aus Kübeln, wir waren innerhalb kürzester Zeit bis auf die Knochen durchnässt. Der Wind blies uns kalte Luft entgegen und wo wir bereits froren, wurde es für Kakashi wirklich ungemütlich. Er konnte das Zittern nicht wirklich verbergen, er wurde langsamer, kämpfte immer mehr mit sich und seinem Körper, dass wir beschlossen eine Pause einzulegen.
Mein Bruder lehnte mit geschlossenen Augen an einem Baumstamm, wirklich trocken war es hier nicht, aber etwas Wind geschützt und ich musterte ihn ausgiebig. Es war offensichtlich, dass er starke Schmerzen hatte, die Medikamente ließen nach und die Strapazen die er sich zumutete, verbesserte sein Zustand nicht unbedingt. Ich wollte wirklich nicht mit ihm tauschen. Leise hockte ich mich neben ihn, fuhr ihm behutsam mit einem Tuch über die heiße Stirn: „ Halte ja durch, wir haben es bald geschafft ok?“ Er nickte benommen, öffnete sein Auge ein Spalt und sah mich an: „Mach dir keine Sorgen, wir sind bald zu Hause...Ich bin halt etwas langsamer als auf dem Hinweg...“ sein Lächeln zerriss mir fast das Herz und plötzlich war mir klar, warum er selber laufen wollte. Er wollte mir zeigen, dass alles gut war, obwohl das nicht stimmte. Die ganzen drei Tage die ich mit ihm in der Höhle festsaß, hatte er versucht mir zu zeigen, dass ich mir keine Sorgen machen sollte. Wut überkam mich, er sollte endlich aufhören mich wie ein kleines Kind zu behandeln, ich hatte schließlich Augen im Kopf. Fluchend wischte ich mir die Tränen aus den Augen, scheiße, ich heulte mal wieder. „Hör endlich auf so zu tun, als würde dir das alles nichts ausmachen...Ich sehe es dir doch an...Hör auf dich zu quälen wegen mir, das tut noch mehr weh...“ Einige Sekunden spürte ich sein Blick noch auf mir, dann fügte er sich und dämmerte etwas vor sich hin.  
Wir waren jetzt schon beinahe einen Tag unterwegs, wenn wir weiter so langsam vorwärts kamen, würden wir noch zwei Tage brauchen, so meine unerfahrene Einschätzung, doch die beiden ANBU schienen das ähnlich zu sehen. Sie hockten sich zu uns nieder und berührten Kakashi sachte an der Schulter, damit er nicht erschrak, sollten sie ihn wecken.
„Kakashi-Senpai, wir haben uns was überlegt...Ich werde dich tragen und Yugao übernimmt deine Schwester...“ Tenzou deutete auf sein Bein: „ Die Wunde hat sich entzündet, wenn wir noch weitere Zeit hier verschwenden, werden wir es Amputieren müssen....“
Während ich nach Luft schnappte und meinen Bruder verstört musterte, war der Kerl die Ruhe selbst, nickte nur: „ Ich weiß...Danke für deine Mühe...“
Mit vereinten Kräften hievten Yugao und ich meinen Bruder auf den Rücken von Tenzou, welcher sich sofort in Bewegung setzte, mit einem beeindruckenden Tempo durch die Bäume sprang.
„Lass dein Gepäck stehen, nimm meinen Rucksack.. da sind die Medikamente und das Wasser drin, die Decken sind zweitrangig...“ Ich band mir den Rucksack um und kletterte auf Yugaos Rücken, klammerte mich fest, als sie ihr Tempo erhöhte und nun ebenfalls den weg durch die Bäume nahm.
Dank der Geschwindigkeit der beiden ANBU, schafften wir es bis zum Morgengrauen zu Hause zu sein. Tenzou eilte an den Torwachen vorbei Richtung Krankenhaus,mein Bruder war still geworden, hatte sich nicht mehr bewegt und befürchtete, dass es nichts gutes bedeuten würde.
Yugao setzte mich ab und sprach mit den Torwachen, gab eine kurze Statusmeldung ab, bevor sie sich wieder zu mir drehte.
Ich fühlte mich schwindelig, leicht mulmig, weniger von der rasanten Reise, als viel mehr von der Anspannung, die von mir abfiel und gleichzeitig nur Platz für Sorge machte.
Was wenn sie Kakashi das Bein abnehmen mussten? Was war mit seiner Hand? Er hatte innere Verletzungen, wenn eine von den nun schlimmer geworden war?
Meine Gedanken drehten sich mit meinem Kreislauf und ich fühlte mich immer müder, der Boden warf seltsame Wellen vor meinen Augen, irgendwie war mir komisch.
Yugaos Stimme drang aus weiter Ferne zu mir durch und erst als sie mich an der Schulter packte, schaffte ich es mich von der Schwärze, die mich umfangen wollte, zu lösen.
„Ich bring dich nach Hause...“ sie klang streng und ich seufzte. Ich würde also die ANBU noch eine Weile um mich haben. Mir war klar, dass sie eine Art Abneigung gegen mich hegte, ich hatte auch eine wage Ahnung woher die kam. Genau aus dem Grund war es mir eher unrecht, dass sie mich begleiten würde, doch wenn ich mit ihr diskutieren und mich querstellen würde, warf das am Ende noch ein schlechtes Licht auf meinen Bruder. Nickend trottete ich los, sie, wie mein Schatten, hinter mir wissend.

Das warme Wasser meiner Dusche, schaffte es meine steifen eingefrorenen Glieder zu wärmen, meine Muskulatur zu lockern und erst jetzt bemerkte ich, wie verkrampft ich wohl die ganze Zeit gewesen sein musste. Schwäche überkam mich, die Bilder von Kakashi, als ich ihn, mit dem Kopf im Wasser liegend, fand. Meine Reanimation, das Glücksgefühl als er endlich atmete, die Erleichterung, meinen Namen aus seinem Mund zu hören und die Klarheit, die er besessen hatte, obwohl die gesamte Situation seine Kräfte forderte.
Plötzlich kam ich mir unglaublich schäbig vor, ich hatte es wieder getan, ihn alleine gelassen.
„Nein, Nein, Nein....“ fluchte ich. Drehte das Wasser ab und warf mir hektisch trockene Kleidung über. Yugao war nicht gegangen wie ich zu meiner Verwunderung feststellte, sie sah mich aufgrund meiner Eile fragend an.
„Ich muss jetzt sofort zu Kakashi....“ ich ließ sie einfach stehen, griff meinen Schlüssel und war schon auf dem Flurs sich ihre Hand auf meine Schulter legte: „ Ich begleite dich...“ sie wirkte völlig Emotionslos und ich seufzte, die selbe Maske wie bei meinem Bruder.
Meine Augenbraue wanderte nach oben: „ Warum solltest du...?“
Sie ließ tatsächlich die Schultern etwas hängen, knirschte mit den Zähnen und sah mich dann durchdringend an: „ Weil ich versprochen habe auf dich zu achten und außerdem möchte ich auch wissen wie es ihm geht....“ ein Lächeln huschte über meine Züge, ich hatte ja schon erfahren, dass die drei ein eingeschworenes Team waren und es beruhigte mich die Fürsorge der beiden.
Die Eingangshalle des Krankenhauses war wie leergefegt, irgendwie hatte ich reges Treiben und Unruhe erwartet doch, es war so still, dass man sogar das leise Ticken der Uhr hören konnte, die über unseren Köpfen an der Wand hing.
Weiter hinten in einem der Wartebereich erspähten wir Tenzou, er hatte sich niedergelassen und schien mit seiner eigenen Müdigkeit zu kämpfen. Wir traten zu ihm hin, als ihm der Kopf für eine Sekunde nach hinten kippte und ich schmunzelte. Das machte sie beide für mich ebenfalls menschlicher, meine Angst und Beklemmung in der Gegenwart der beiden schwand. Sie waren Menschen mit Gefühlen und Bedürfnissen wie jeder andere auch, nur sprachen sie sich das ab, genau wie mein Bruder. Tenzou zuckte zusammen und riss sofort die Augen wieder auf, setzte sich wieder aufrecht hin und schien uns erst jetzt richtig zu registrieren.
„Da seit ihr ja schon, wolltet ihr euch nicht ausruhen?“ er wirkte ernsthaft verwundert.
„Wie geht es Kakashi? Wo ist er...?“ ich platzte gleich damit raus, ohne auf seine Frage einzugehen, doch wahrscheinlich reichte meine aufgeregte Fragerei als Antwort. Sein Blick wurde ernst, er schaute erst zu seiner Kameradin bevor er mich ansah und dann antwortete.
„Er war nicht mehr bei Bewusstsein, als wir hier ankamen.. wir haben für ordentlich Aufregung gesorgt und seit zwei Stunden wird er operiert. Wir werden wohl noch einige Zeit warten müssen, bis wir was hören.“ Ich nickte traurig, setzte mich dann wie selbstverständlich zu ihm, Yugao tat es mir gleich.
Wir warteten also, eine Stunde, zwei, dann drei und mit einem Mal, hörte mein Zeitgefühl auf.
Ich musste eingeschlafen sein, denn etwas rüttelte vorsichtig an mir und ich musste die Augen öffnen, um nachzusehen. Yugao beugte sich über mich, deutete dann auf den Mann im weißen Kittel. Ich richtete mich auf, schmunzelte leicht, da Tenzou neben mir ebenfalls eingeschlafen war und ich auf ihm gelegen hatte.
Neben der ANBU stand ein Mann mit weißem Kittel, einer der Ärzte und sofort straffte ich mich.
„Sie sind Hira? Die Schwester von Hatake-San?“ ich nickte bestätigend, wurde aber erst richtig nervös, als er mich bat mit ihm zu kommen, nur ich.
Verunsichert sah ich zu den Beiden ANBU, Yugao nickte, während sie Tenzou davon überzeugte, einfach weiter zu schlafen, also folgte ich dem Mann in weiß.
Wir schritten einen langen Flur entlang, dann auf eine Tür zu, auf der Intensivstation stand.
Sofort schnürte sich meine Kehle zu, ging es ihm so schlecht?
Vor der Intensivstation bogen wir allerdings einen weiteren Gang ein und hielten schlussendlich vor einem der Zimmer.
„Wir haben Hatake-San, auf Wunsch des Hokage, ein Einzelzimmer zukommen lassen, damit sie bei ihm bleiben können wenn sie das möchten.“ Der Arzt öffnete die Tür, das Zimmer war abgedunkelt, die Vorhänge verhinderten, dass das Tageslicht hinein fiel.
Ich beherrschte mich, so gut es ging, als mein Blick auf Kakashis blasse Züge fiel, lauschte den Erzählungen des Arztes, während ich mit den Tränen kämpfte. Er erzählte mir, dass mein Bruder Glück gehabt habe, seine Milz sei gerissen, sie musste entfernt werden, er hätte innerlich verbluten können, fünf Rippen waren gebrochen, eine Niere geprellt, aber man konnte sie erhalten und mehrere Knochenbrüche, waren die bittere Bilanz seines Sturzes. Man hatte ihn Schlafen gelegt, für die Operation, wie der Arzt sagte, die starken Schmerzmittel, die man ihm derzeit gab, würden ihn noch einige Zeit schlafen lassen.
Schlaf war gut, sagte ich mir in Gedanken, schlaf machte den Körper gesund, so hoffte ich, Schlaf würde meinem Bruder dabei Helfen seine Verletzungen zu überstehen, beruhigte ich mich. Doch Schlaf half nicht dabei Gliedmaßen nachwachsen zu lassen. Mit einem schiefen Blick an seinem Körper hinab, versuchte ich unter der Decke auszumachen, ob mein Bruder ein Bein verloren hatte, oder ob man ihm hatte helfen können. Es war nicht zu sehen.
Mit trockener Kehle, ganz leise, als würde ich sonst Kakashi wecken, stellte ich dir Frage:
„ Was ist mit seinem Bein und seiner Hand...?“
Der Arzt antwortete nicht gleich, mein Herz begann zu rasen. Sag mir jetzt nicht, dass er es verloren hat, wehe du sagst mir, dass ihr sein Bein abnehmen musstet. Mit wurde wieder schwindelig, Übelkeit gesellte sich hin zu und selbst in dem dunklen Raum musste man sehen, dass mir die Farbe gewichen war, denn der Arzt ergriff meinen Arm und flüsterte sanft, ich solle mich erst mal setzen. Er schob mich auf einen Stuhl neben meinem Bruder und selbst mit dem Abstand konnte ich spüren wie er noch immer glühte.
„Ohh...“ kam es mir über die Lippen bevor ich ihm zärtlich über den Kopf fuhr und nun doch in Tränen ausbrach. Der Arzt legte mir eine Hand auf die Schulter: „ Wir konnten ihm sein Bein und seine Hand erhalten... es wird allerdings dauern, bis er sich von seinen Schweren Verletzungen erholt hat, damit ließ er mich alleine.

Minuten lang saß ich da und starrte vor mich hin. Starrte auf die Schläuche, die in seinen Arm führten, starrte auf die Sauerstoffmaske in seinem Gesicht und starrte auf die kraftlose Hand, die vor mir auf der Matratze lag. Zögerlich ergriff ich sie: „ Ich bin hier Kakashi...Ich bin hier...“ leise flüsterte ich es ihm zu, ich wollte unbedingt, dass er weiß, dass ich bei ihm war, wusste aber nicht wirklich was ich ihm sinnvolles sagen sollte. Also schwieg ich.
Eigentlich hatte ich gedacht ich würde mich besser fühlen, wenn er in Behandlung war, doch ich fühlte mich noch genauso hilflos und überfordert, wie da draußen in der Höhle. Ich saß hier und hielt seine Hand, musste mir lediglich keine Gedanken machen, dass er Wasser brauchte oder wie ich ein Feuer entfachte.
„Hira...die Schatten...sie zeigen auf mich, sie schreien Monster...aber du, du hast keine Angst, oder?“ Mit halb geöffneten Augen sah er mich an.
Ich schluckte schwer, sein Blick verriet mir, wie verstört er war, die Medikamente und sein Fieber, verwirrten seinen Verstand. Leise flüsternd drückte ich fest seine Hand: „ Nein, ich habe keine Angst...die Schatten irren sich, da ist kein Monster...“
Er stieß erleichtert die Luft aus, dann schlossen sich seine Lider wieder. Schluchzend lehnte ich mich vor, legte meinen Kopf auf seine Hand, er tat mir Leid. Nur sehr langsam bekam ich ein Einblick in die Gefühls und Gedankenwelt meines Bruders und mein Neid auf seine Person flaute ab. Im Grunde gab es da nichts zu beneiden. Hokage-Sama hatte gesagt, dass Kakashi hart lernen musste, dass große Fähigkeiten auch große Verantwortung mit sich brachten. Gelinde gesagt, war das Leben meines Bruders eine Scheiß Qual. Er bekam jede Konsequenz für sein Handeln aufs Brot geschmiert, da gab es kein „Ups, Sorry...da lag ich wohl falsch“. Und er trug die Verantwortung für den Fehltritt unseres Vaters, nämlich mich.
Mich erschreckte der Gedanke, ich war ein Fehltritt, es hätte mich nicht geben dürfen. Hatte unser Vater sich deswegen das Leben genommen? War Kakashi deshalb mit 5 Jahren auf sich alleine gestellt? War ich schuld an seinem Leidensweg?
Fassungslos starrte ich auf meinen Bruder, der schwer atmend vor mir lag, sich mit seinen Dämonen schlug, obwohl er ruhigen erholsamen Schlaf gebrauchen könnte und sich noch nie zu diesem Thema geäußert hatte. Man hatte mir erzählt, dass das Dorf unseren Vater in den Selbstmord getrieben hatte, doch stimmte das wirklich?
Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen, meine Luft wurde knapp und die Wände des dunklen Zimmers schienen näher zu rücken. Dem Beklemmende Gefühl in meiner Brust, wich schiere Atemnot, die Last der Schuld drückte mich zu Boden. Mit einem erstickten Aufschrei rutschte ich von meinem Stuhl, griff mir an den Hals und schnappte nach Luft, wie ein Fisch auf dem trockenen.
Schwarze Klauen griffen nach mir, mein Sichtfeld verschwamm und das Letzte was ich sah, war mein Bruder, der sich aufgerichtet hatte.

Meine Güte, das passierte mir in letzter Zeit einfach zu häufig, dass ich Ohnmächtig wurde, daran sollte ich arbeiten. Mühevoll schaffte ich es meine verklebten Wimpern auseinander zu kriegen, meine Augen fühlten sich an, als hätte ich sie ewig nicht benutzt. Ich taste nach meinem Gesicht, irgendwas lag über Mund und Nase und ich spürte unter meinen Fingern, das selbe Plastikhäubchen, wie das, welches über Kakashis Gesicht gelegen hatte.
„Kakashi..!“ ich erinnerte mich, er hatte sich aufgerichtet und nach mir gegriffen. Mit Schwung setzte ich mich auf , musste mir dann aber den Kopf halten, weil mein Schädel furchtbar brummte.
„Na, da bist du ja wieder....“ die belustigte Stimme von Tenzou war zu hören, nur leise, weshalb ich mich jetzt, deutlich vorsichtiger in seine Richtung drehte und nun auch meinen Bruder entdeckte.
Er drehte seinen Kopf zu mir, man sah ihm deutlich an, dass er noch Fieber hatte, dennoch wirkte er irgendwie ausgeruhter. Verwirrt betrachtete ich Yugao und Tenzou, sie beide wirkten ebenfalls ausgeschlafen, trugen andere Kleidung.
„Ich hab mir Sorgen gemacht...“ Ich hätte vor Freude beinah wieder in die Hände geklatscht, Kakashi klang deutlich kräftiger, doch fragte ich mich sofort, wie lange ich wohl geschlafen hatte.
„Das sagt ja der Richtige...“ ich schmollte, als er lachte und steckte ihm die Zunge raus, als er sich schmerzhaft keuchend den Bauch hielt.
Ich verheimlichte allen Anwesenden den Grund für meine Panikattacke, das Gefühl, dass meine Existenz ein Fehler ist, der unbedingt behoben werden sollte, wich nicht, nur wusste ich, dass Kakashi der letzte sein würde, mit dem ich darüber sprach.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast