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Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.04.2021 5.316
 
Hey ihr Lieben,
vielen Dank für die Favoriteneinträge, das Sternchen und das Liebe Kommi, hab mich sehr gefreut.
viel spaß mit diesem Kapitel.
Liebste Grüße Kitana.



2.

Am nächsten Morgen war es, als hätte es die nächtliche Offenbarungsstunde von Kakashi, nicht gegeben. Vielleicht hatte ich mir das auch nur eingebildet. Es war schon sehr untypisch für ihn gewesen, zumindest nach dem, was ich von ihm kannte. Der Eindruck, der sich bei mir festgesetzt hatte war, dass er mich auf Abstand hielt und das tat weh, vor allem, wenn man bedachte, dass wir nur uns beide hatten.
Ich wurde zwar das Gefühl nicht los, dass es mal eine andere Zeit gab, eine Zeit in der Kakashi einfühlsam und liebevoll mit mir umgegangen war, nur spürte ich davon seit Jahren nichts mehr. Es musste so lange vergangen sein, dass ich mich  nicht einmal mehr daran erinnerte, doch vielleicht entsprach gerade das, auch nur meiner Wunschvorstellung.
Seufzend erhob ich mich. Da es ruhig war in der Wohnung, ging ich davon aus, dass Kakashi mal wieder Knall auf Fall zum Hokage geordert wurde, um irgendeine spezielle Spezialmission anzunehmen und die Welt zu retten. Er würde Wochen lang fort sein, vergessen haben, dass wir reden wollten und irgendwann, mitten in der Nacht, zurück kehren, um am nächsten Morgen wieder verschwunden zu sein. Ein ewiger Kreislauf. Missmutig schlurfte ich Richtung Badezimmer, zu meiner Verwunderung, sah es nicht aus, als wäre es heute Morgen schon benutzt worden und ich fragte mich, wie hektisch mein Bruder wohl aufgebrochen war. Ich stieß die Luft aus, die ich kurz angehalten hatte und vertrieb den optimistischen Gedanken, dass er vielleicht noch in seinem Bett lag. Ich schielte um die Ecke zur Zimmertür, spätestens jetzt, wo ich in der Wohnung Geräusche machte, müsste diese aufgehen und er heraustreten. Ich klapperte noch mal absichtlich mit dem Zahnputzbecher im Waschbecken, doch nichts geschah. „Mist“ ich hatte mir gewünscht mit ihm die Dinge von gestern zu klären. Statt dessen, machte ich mich fertig, zog mir die neue, von Kakashi gewaschene, Hose über und stellte mich in die Küche. Mit einem Anflug von schlechter Laune öffnete ich den Kühlschrank, fand zu meiner Freude noch einen Schokoladenpudding, den ich anscheinend die letzten Tage total vergessen hatte und stutzte, dass der Teller mit dem Essen, den ich für Kakashi zurück gestellt hatte, noch immer darin verweilte. Enttäuscht sah ich auf den Zettel, den ich ihm an den Kühlschrank gehängt hatte, er hatte ihn wahrscheinlich nicht einmal gelesen.
Tränen sammelten sich in meinen Augen, wenn er auf dieser Mission sterben würde, dann hätten wir uns nicht einmal ausgesprochen. Ich würde nie wieder die Möglichkeit erhalten ihm zu sagen, dass ich ihn lieb hatte und das ich wusste, was für ein Scheusal ich manchmal sein konnte.
Mir schnürte es die Kehle zu, bei dem Gedanken an seine Worte von gestern, er hatte Angst, das ich unglücklich war. Ich gab ihm das Gefühl. Ich wirkte so auf ihn. Doch war ich das wirklich? War ich unglücklich wegen Kakashi? Ja, ein wenig vielleicht. Die kalte Abweisende Art machte mir zu schaffen, doch grundlegend ging es mir gut bei ihm. Es fehlte an nichts, er kümmerte sich um alles, half wo er konnte. Ja, es machte mich unglücklich, wenn ich wieder alleine hier stand, es machte mich zornig und unleidlich, doch musste ich spätestens nach gestern verstehen, dass ohne seine Arbeit kein Geld da wäre. Ob es mir passte oder nicht.
Ich schnappte mir den Pudding und löffelte ihn gemütlich vor mich hin, als es plötzlich an der Tür klingelte. Verwirrt schaute ich auf die Uhr, es war gerade 7:00, ich hatte noch 10 Minuten bevor ich mich auf den Schulweg machen musste und Kakashi war nicht zu Hause. Wer also, um alles in der Welt, stand da vor meiner Tür?
Zögerlich öffnete ich und erstarrte. „Hokage-Sama?“
Himmel, ich hatte keine Ahnung, wie ich mich ihm gegenüber zu verhalten hatte, erinnerte mich an Kakashi, der sich zur Begrüßung leicht verneigte und beschloss es ihm gleich zu tun. Ich senkte mein Haupt und hörte prompt ein leises Lachen, hatte ich es doch falsch gemacht? Ich würde meinen Bruder noch vor seinem Vorgesetzten, unserem Hokage, blamieren, weil ich nicht einmal wusste, wie ich den Mann standesgemäß begrüßen sollte. War es mir überhaupt gestattet ihn direkt anzusprechen? Durfte ich ihn ansehen? Der kleinere, ältere Mann lächelte noch immer, das konnte ich im Augenwinkel sehen, dann räusperte er sich.
„Ich weiß, du darfst bestimmt keine Fremden herein lassen Hira, aber könnten wir uns kurz unterhalten?“
Fast schon hektisch trat ich beiseite, ließ meinen Kopf noch immer gesenkt und machte eine einladende Geste.
„Du kannst dich ruhig ganz normal verhalten.. Ich beiße nicht“ gütige Augen lagen auf mir und auf seine Bitte hin, versuchte ich mich zu entspannen.
„Ich bin gekommen, weil ich gern zwei Sachen mit dir besprechen möchte...“ er nahm seinen Hut ab und deutete auf die Couch.
„Ja, Bitte setzen sie sich, darf ich ihnen was anbieten...“ Ich blickte zur Uhr und biss mir auf die Lippe. Der Hokage folgte meinem Blick: „ Oh, mach dir keine Gedanken, ich bringe dich nachher zur Schule...und mach dir bitte keine Umstände wegen des Tees, wir unterhalten uns einfach...“
Ich setzte mich ebenfalls, noch immer nicht wissend, wie ich mich zu verhalten hatte.
„Ich wollte mich bei dir Entschuldigen, dass ich deinen Bruder so häufig beanspruchen muss...Doch die Lage Momentan ist schwierig und er ist ein wichtiges Mitglied meiner Einheit...“
Ich nickte, das war mir klar und dennoch wollte ich ganz einfach nicht immer alleine sein.
„Kakashi hat mir erzählt, was vorgefallen ist, gestern, auf deinem Schulweg, dass er den Jungen davon abgehalten hatte, dir etwas zu tun. Ich möchte, dass du mir glaubst, wenn ich dir sage, dass auch der Junge Mann seine Lehre daraus zu ziehen hat. Dennoch musste ich Kakashi darum bitten, sich wegen seines Übergriffes zu entschuldigen. Auch, wenn er im Recht gewesen ist...“
Ich blinzelte einige Male, verstand noch nicht so ganz, was der Mann mir sagen wollte.
„Ich habe gesehen, wie wütend du gewesen bist. Wahrscheinlich auch zu recht. Es war unfair, dass sich Kakashi entschuldigen sollte, für etwas, was Recht war. Deinem Bruder hingegen wurde etwas sehr wichtiges beigebracht während seiner Laufbahn, gegen das er verstoßen hat.“
Fassungslos starrte ich den Hokage an, gegen was hatte Kakashi verstoßen, als er mich beschützte?
„... Er hätte die Hand des Jungen abfangen und ihm die Möglichkeit zur Verteidigung bieten müssen, was er nicht tat...Kakashi kam danach direkt zu mir, gestand den Vorfall und bat mich ihn zu bestrafen.“
Wut entbrannt stand ich auf, funkelte den Hokage zornig an, welcher immer noch gütig lächelnd an seinem Platz saß. Was war den das für eine gequirlte Scheiße? Mein Bruder hatte mich beschützt und musste sich dann dafür Entschuldigen, das richtige getan zu haben? Und er hat es auch selber eingefordert? Verdammt, er konnte doch nichts dafür, dass von ein bisschen Hände zusammen drücken, gleich die Fingerknochen brachen.
„Weißt du dein Bruder ist äußerst stark und wirklich sehr intelligent, es war sehr klug von ihm. Wenn er sich nicht gemeldet hätte, hätte man der Geschichte der Jungen geglaubt, nach der Du dich ungebührlich verhalten hast. Er hat dein Gesicht gewahrt und dafür ein Stück seines aufgegeben.“
Ich sank zurück auf meinen Platz, mit einem Mal fühlte ich mich unsagbar schwach, als hätte man mir meine Gesamte Energie geraubt.
„..Wenn ich in dem Moment etwas gesagt hätte....hätte Kakashi noch mehr Schande ertragen müssen?“
Erneut lächelte der Hokage mich sanft und beruhigend an: „ Ja, das wäre so gekommen..“ dann wurden seine Züge traurig: „ Es ist leider häufig so, dass man mit großen Fähigkeiten, eine große Verantwortung verbinden muss und dein Bruder hat auf die schlimmste Art und weise lernen müssen, was das bedeutet.“
Warum nur musste der Mann vor mir derartig in Rätseln sprechen, ich verstand beim besten Willen nicht, was das bedeuten sollte. Ich wollte ihn danach fragen, traute mich aber irgendwie auch nicht. Was sollte die schlimmste Art und Weise sein? Wollte ich das wirklich wissen? Auf der anderen Seite konnte es wirklich so dramatisch abgelaufen sein, wenn ich davon nichts wusste? Immer mehr Fragen sammelten sich in mir, Fragen die ich meinem Bruder nur zu gern gestellt hätte. Es fühlte sich an, als würden unsere Welten immer mehr auseinander driften. Der Schmerz in meiner Brust verstärkte sich, ich brauchte Antworten, hatte aber auch Angst davor Dinge zu erfahren, die ich vielleicht nicht erfahren wollte. Mein Bruder hatte eine reine Weste in meinen Augen, doch wusste ich auch nie wirklich, was seine Aufgaben auf diesen speziellen Missionen waren.
„Darf ich fragen, wann mein Bruder wieder zurück kommen wird..?“
Die Züge des Hokage hellten sich wieder auf: „ Wenn alles gut läuft, ist er Morgen Abend wieder zurück...Falls es dich beruhigt, er ist nicht alleine Unterwegs...“
Tatsächlich beruhigte mich die Tatsache etwas, es befreite zu wissen, dass im Falle eines Falles jemand da wäre, um ihn nach Hause zu bringen.
Die zwei Tage krochen dahin wie in Zeitlupe, ich wusste nichts mit mir an zu fangen, ich wollte mit Kakashi sprechen, das schlechte Gewissen fraß sich tief, meine Gedanken drehten sich im Kreis und ich schaffte es kaum etwas zu essen.
Als es endlich Abend wurde, tigerte ich aufgeregt hin und her, die Ablenkung durch Mana-san bis vor einigen Minuten hatte gut getan, doch nun war ich alleine. Mit mir und meinen Gedanken. Immer wieder glitt mein Blick aus dem Fenster, es dunkelte ein, bis es schließlich komplett finster war, doch von meinem Bruder weit und breit keine Spur.
Nach zwei weiteren Stunden schloss ich damit Frieden, dass er wohl heute nicht mehr kommen würde, wahrscheinlich dauerte was länger, das was auch immer er da draußen genau machte.
Müde schlurfte ich mit dem selben unwilligen Gang, wie die letzten beiden Tage, in Richtung meines Zimmers und warf mich aufs Bett. Warum fühlte sich alles im Moment so kompliziert an und warum zum Henker hatte sich der Hokage zu mir bemüht? Im ersten Moment hatte ich geglaubt, er würde langsam senil und hätte vergessen, dass er Kakashi bereits wieder auf eine Mission geschickt hatte, obwohl dieser erst wenigen Stunden zuvor zurück gekehrt war. Doch er hatte versucht sich zu erklären, mir dar zu legen, warum Kakashi so handelte und seit diesem Gespräch wurde ich das Gefühl nicht los, dass da deutlich mehr dahinter stecken musste. Abgründe im Leben meines Bruders, von denen ich bisher nichts wusste.
Irgendwann schlief ich wohl ein, denn die Geräusche im Hausflur ließen mich erschrocken hochfahren.
Ich hörte Stimmen, einen dumpfen Aufprall, das Klirren eines Schlüssels. Dann, wie er ins Schlüsselloch geschoben wurde und das Schloss aufsprang. Zwei aufgeregte Stimmen, die etwas mit sich zogen.
Ich versuchte mir ein Reim daraus zu machen, die Leute hatten einen Schlüssel benutzt, das bedeutete, Kakashi musste zurück sein, denn außer ihm und Mana-San besaß keiner einen weiteren.
Doch ich erkannte die Stimmen nicht. Plötzlich traf mich die Erkenntnis, etwas stimmte da nicht.
Mit dem Anflug von Panik sprang ich aus dem Bett, rannte zur Zimmertür, lauschte noch einige Atemzüge, bis sie anscheinend in seinem Zimmer angekommen waren und trat so leise wie möglich in den Gang. Im Halbdunkeln konnte ich erkennen, dass sich dunkle Flecken, aus denen sich dünne Bahnen verjüngten, auf dem Boden gesammelt hatten, sie führten vom Eingang bis in Kakashis Zimmer. Der Teppich war leicht nach oben geklappt, sie waren wohl, mit dem, was sie gezogen hatten, am Teppich hängen geblieben und durch die Flüssigkeit auf dem Boden gestreift.
Ich hielt die Luft an, sie hatten die Tür nicht geschlossen, hektisch hantierten sie an dem Mann, den sie auf das Bett gelegt hatten, herum und ich versuchte zu verstehen, was sie sagten.
„Scheiße Senpai, wir hätten sie direkt ins Krankenhaus bringen sollen...das sieht übel aus.“ Das war eine eindeutig weibliche Stimme, sie fluchte ungehalten und warf etwas klatschend in die Ecke.
„Nein....das erschreckt sie noch mehr...“ das halb erstickte Keuchen gehörte eindeutig zu meinem Bruder, ich schlug mir die Hand vor den Mund, was ging da drinnen vor sich?
„Kakashi-Senpai, das ist absolut unvernünftig...“ Eine männliche Stimme gesellte sich dazu, er richtete meinen Bruder auf und gemeinsam mit der Frau entkleideten sie ihn. Viel sehen konnte ich nicht, das Licht warf komische Schatten, aber jetzt, in der aufrechten Position, erkannte ich die eigentlich grauen Haare. Sie waren Blutbesudelt, starrten vor Dreck und mein Bruder blickte benommen an die Wand.
„Yugao, mach langsam, sonst verliert er gleich wieder das Bewusstsein...“ Der Mann stützte meinen Bruder, während die Frau weiter an etwas manipulierte.
„Mädchen, was willst du da noch länger herumstehen, komm her und mach dich nützlich...“ Der barsche Tonfall ließ mich zusammen zucken, ich stieß die Tür weiter auf, beförderte so den kompletten Blick, auf die gesamte Situation, zu Tage und war mit einem Schlag überfordert. Da war so viel Blut, dass mir schlecht wurde, so viel Blut, auf der Haut meines Bruders, der mich aus abwesend wirkenden Augen ansah. So viel Blut, dass ich nicht wusste, wo ich hinsehen sollte. Ich drehte meinen Kopf weg, um mir nicht länger Kakashi ansehen zu müssen und sah in die Ecke, in die, die Frau, gerade eben etwas geworfen hatte. Es sah aus wie ein Blutgetränkter Verband, er muss so feucht gewesen sein, dass die rote Flüssigkeit an der Wand entlang spritzte und dort, wo er zum liegen kam, eine kleine Lake ausbildete.  Erneut überkam mich eine Welle der Übelkeit, doch ich bekam keine Chance mir lange darüber Gedanken zu machen, ob ich mich übergeben musste oder nicht, denn erneut wurde ich ermahnt.
„Reiß dich gefälligst zusammen, komm her, ich brauche deine Finger...“
Meine Was? Schoss es mir durch den Kopf. Das konnte doch nur ein schlechter Scherz sein, so hoffte ich zumindest, dennoch setzte ich mich mit wackligen Knien in Bewegung.
Der Mann drückte meinen Bruder ins Bett zurück, er wehrte sich nicht, ließ es geschehen.
„Keine Sorge Hira.. ist nur ein Kratzer, das wird...“ er brach ab, kniff die Augen schmerzerfüllt zusammen und stieß seinen ohnehin beschleunigten Atem, in kurzen Abständen wieder aus.
„Sei still...das glaubt dir gerade sowie so keiner...“ die Frau zischte ihn an.
„Stell dich neben mich Mädchen...gib mir deine Hand...“ Erst jetzt, wo ich neben der Frau stand, erkannte ich die klaffende Wunde an der Flanke meines Bruders. Die Wundränder hatten sich leicht nach außen klappend abgestellt, Blut quoll hervor, rann in breiten Strömen an seiner blassen Haut entlang, obwohl die Hand der Frau noch immer in der Wunde zu stecken schien. Sie griff nach meiner zittrigen Hand, steckte sie, ohne zu zögern, neben ihre in das Fleisch, während mein Bruder gepeinigt aufschrie. Ich schaffte es den Impuls zu unterdrücken, sie schreiend wieder heraus zu ziehen, weil ich Angst hatte, ihm damit noch mehr Schmerzen zu zu fügen. Der Mann mir gegenüber sah mich kurz an, drückte währenddessen die Schultern von Kakashi ins Bett, doch die Gegenwehr schwand.
Noch immer spürte ich, wie meine Finger in das Fleisch gruben, durch festere, leicht glitschige Gewebe gedrückt wurden.
„Hier, jetzt fest drücken, nicht bewegen.. lässt du los, ist er Tod...“
Ich gab ein wimmerndes Geräusch von mir, das warme Blut lief mir über die Finger, meine komplette Hand steckte im Körper meines Bruders und egal wo ich hinsah, zogen sich die roten Flecken zu grotesken Formen. Wie ein Mahnmal, wenn ich losließ, würde der Lebenssaft ungehalten aus seinem Körper fließen und er würde sterben.
In einer schnellen Abfolge, der ich mit meinen Augen kaum folgen konnte, formte die Frau Fingerzeichen und ließ ihre Hände grün aufleuchten, dann legte sie sie über die Wunde.
„Wenn ich sage, dass du loslassen kannst, dann lässt du los und ziehst deine Hand zurück ok?“
Ich nickte, hoffte, dass es bald sein würde, ich das pulsierende, blubbernde Gefühl an meinen Fingern los wurde und Abstand zu meinem Bruder gewinnen konnte. Mein Bruder, mit dem wehmütigen Gedanken an ihn, sah ich auf. Er war bleich, Schweißperl standen auf seiner Stirn, doch nicht ein erneuter Schmerzenslaut kam ihm über die Lippen, selbst nicht, als meine Knie kurz nachgaben und ich mit den Fingern tiefer in seine Wunde rutschte. Er drehte den Kopf zu mir und sah mich an, entschuldigend, mitleidig und schuldbewusst.
„Lass los...“ auf das Kommando hin zog ich meine Hand zurück, ein ersticktes: „ Hmpf“ aus der Kehle meines Bruders, dann kippte sein Kopf zur Seite.
Panisch schrie ich auf, starrte auf die Blutigen Hände und auf meinen Bruder. Ich hatte ihn getötet, ich hatte ihn tatsächlich getötet. Ich taumelte einige Schritte zurück, prallte mit dem Rücken gegen die Wand und rutschte daran zu Boden. Ich zitterte, wimmerte, schrie, bis sich die Frau in mein Blickfeld schob: „ Beruhige dich, er hat nur das Bewusstsein verloren.. der wird wieder...Unkraut vergeht nicht...“ damit erhob sie sich und verschwand im Bad.
„Geht es dir gut Mädchen?“ die tiefe Stimme des Mannes, der nicht viel jünger als mein Bruder zu sein schien, hatte etwas beruhigendes an sich, obwohl ich sein Grinsen eher gruselig fand.
Er kniete sich zu mir hinunter, gab mir einen Lappen in die Hand, damit ich mir das Blut abwischen konnte und deutete dann auf das Bett.  
„Passt du uns auf den sturen Bock auf? Wir schauen morgen wieder rein, müssen noch zum Hokage...“ Mit meinem Handrücken wischte ich mir die Tränen ab, nickte dann bestätigend und krabbelte neben Kakashi auf das Bett. Seine Brust hob und senkte sich, hin und wieder stöhnte er leicht, doch lebte er. In der ganzen Zeit, an die ich mich erinnern konnte, hatte ich ihn nie so gesehen, so zerbrechlich. Egal wie müde er ausgesehen hatte, oder wenn er mal Krank war, nie war er so schwach gewesen, wie in diesem Moment. Mir wurde eiskalt, die Angst packte mich wieder, er hätte sterben können, hier vor meinen Augen, unter meinen Händen. Ich versuchte mich zu beruhigen, griff nach der Decke und legte sie über meinen Bruder. Weit entfernt hörte ich, wie die Beiden die Wohnung verließen und ich alleine mit Kakashi zurück blieb. Noch immer schlug mir das Herz bis zum Hals: „ Du.. Wie konntest du nur....“ ich heulte, ich heulte Rotz und Wasser, bis sich mein Bruder wieder regte und mich ansah.
„Tut..mir leid....war anders gedacht...hätte ich gewusst... dass Yugao dich verdonnert.. zu helfen..“ er lachte heiser und schloss erneut gequält die Augen. Ich ließ ihm ein Moment, dann setzte  er wieder an: „ ...Morgen ist es wieder gut.. versprochen...“ seine Kräfte waren am Ende, das konnte ich sehen und hören, weshalb ich ihn ließ, als er einschlief, schlief, während ich über ihn wachte. Er schlief auch noch, als ich am nächsten Morgen fest an ihn gekuschelt erwachte. Mühsam richtete ich mich auf und war augenblicklich wieder auf dem Boden der Tatsache angekommen. Die gesamte Wohnung glich einem Schlachtfeld und ich war mir sicher, dass Kakashi mit dem hohen Fieber, was er entwickelt hatte heute Nacht, den Tag im Bett verbringen würde. Ich beschloss heute zu schwänzen, füllte mir einen Eimer mit Wasser und begann, im Hausflur vor der Tür, die Sauerei zu beseitigen, die die Drei bei ihrer Ankunft fabriziert hatten. Schon auf der Treppe traten die ersten Tränen wieder in meine Augen, man konnte deutlich sehen, dass er bis hierher wohl noch gelaufen war, dann in die Knie ging und halb getragen wurde. Gegenüber unserer Wohnung hatten sie ihn wohl an die Wand gelehnt, um an den Schlüssel zu kommen, dort musste er in sich zusammen gesackt und auf dem Boden aufgeschlagen sein. Die Blutspuren zogen sich in einem leichten Halbmond über die halbe Wand.
Es war bereits Mittag, als ich das Wohnzimmer hinter mir gelassen hatte und mich, in den kleinen Flur, an meinem Zimmer vorbei, vorarbeitete.
„Ich wollte nicht, dass du mich so siehst...“ Ich erschrak halb zu Tode, die Stimme hinter mir war alles andere als kräftig und deutlich von Schmerz geprägt, weshalb ich den Lappen liegen ließ und mich schleunigst aufrichtete.
„Warum stehst du auf?“ er lachte, lehnte sich im selben Moment an die Wand und wurde eine Spur weißer.
„Hab dir doch versprochen, dass heute alles wieder gut ist...“ Ich schnaubte.
„Wenn du mir hier umfällst hab ich ein Problem, ich bekomme dich nicht wieder ins Bett...“ ich griff nach seinem Arm und zog ihn mit mir, er folgte, seufzte erleichtert, als er sich wieder hinlegte.
Seine Hand ließ meine jedoch nicht los, als ich mich umwand und ihn schlafen lassen wollte.
„Bitte rede mit mir....Ich wollte das alles von dir fern halten...“
Wütend fuhr ich herum, meine Stimme überschlug sich fast: „ Und warum? Warum wolltest du mich daraus fern halten, aus deinem Leben? Damit ich nicht erfahre, wer du wirklich bist? Damit ich nicht weiß, wie du ausgesehen hast, wenn man dich halb ausgeweidet zu mir zurück bringt? Damit ich mir keine Sorgen mache? Ich bin keine vier mehr Kakashi....“
Er fuhr sich mit einem gequälten Laut über die Stirn, ich brauchte nicht zu fühlen, um zu wissen, dass er immer noch Fieber hatte und sich elend fühlen mussten, nach dem Blutverlust, doch jetzt hatte ich die Gelegenheit.
„Nein, du bist nicht mehr Klein...wie die Zeit vergeht..“ sein Blick hatte was seltsam melancholisches, dachte er jetzt etwa an alte Zeiten?
„Es gibt so viele Dinge, die du nicht weißt... Dinge, die ich kaum wage zu erzählen...Wie siehst du mich wirklich Hira, was für ein Bild hast du von mir? Ist es schon an der Zeit, dass ich das zerstöre?“ Erschöpft schlossen sich seine Augen und ich blieb fragender zurück, als ich vorher war.
Seufzend ließ ich ihn schlafen, es hatte ohnehin kein Sinn ihn wecken zu wollen. Zwei Mal erst hatte ich es erlebt, dass er vor meinen Augen eingeschlafen war und beide Male ging es ihm wirklich dreckig, also ließ ich Gnade vor Recht ergehen.
Mit einer Zahnbürste bewaffnet machte ich mich daran, die letzten Blutreste aus den Fugen der Holzdielen zu putzen und hoffte, dass wenn Kakashi wieder bei Kräften war, meine Arbeit unter seinem kritischen Blick bestand hatte.
Gegen Abend lehnte ich mich stolz zurück, ich hatte es sogar geschafft die Flecken aus dem Teppich zu bekommen, das Badezimmer zu putzen und mir selber die letzten Reste aus den Haaren zu kämmen. Das einzige was fehlte, war Kakashi, aber der war seit heute Mittag nicht mehr aus seinem Zimmer gekommen und ich hatte mich nicht getraut hinein zusehen, aus Angst, ihn zu wecken.
Das Klingeln an der Tür ließ mich hochschnellen, ich wollte keine Geräusche machen und dann das. Seufzend öffnete ich, schon wieder vergessend, dass wir ja Besuch erwarteten.
„Guten Abend, wir wollten nach Kakashi-Senpai sehen...“ zum ersten Mal sah ich die Beiden in meiner normalen geistigen Verfassung und ich musste mir eingestehen, beide hatten eine unheimlich Aura an sich. Ich deutet mit einem Finger in die Wohnung: „Er schläft glaube ich noch, oder wieder.. er ist in seinem Zimmer...“ Die Frau nickte, schritt an ihr vorbei, nach dem sie sich, wie auch ihr Kamerad, die Schuhe abgezogen hatte.
Unsicher und unschlüssig, ob ich einfach folgen sollte, blieb ich im Türrahmen zum Wohnzimmer stehen, lauschte den Stimmen.
„Senpai, wie sieht es aus..?“ ihre Stimme klang streng, sie wollte definitiv keine Ausflüchte hören.
„Geht... hab Schmerzen“ Ich biss mir auf die Lippe, ich war so eine blöde Kuh. Er brauchte was gegen Schmerzen, das Fieber und vor allem viel zu trinken. Ich hatte an nichts gedacht bisher, an nichts. Fieberhaft suchte ich in meinem verwirrten Verstand nach dem, was Kakashi mir immer zu Teil werden ließ, wenn ich krank war.  Es war weg, alles, mein Kopf wie leer gefegt. Egal wie schlecht es ihm ging, bisher hatte er sich immer selbst versorgt und wie selbstverständlich hatte ich es dieses Mal auch angenommen. Doch dieses Mal war alles anders, er war verwundet und so schwach, wie noch nie, ich hatte ihn allein gelassen.
„Du hast hohes Fieber, hast du genug getrunken? Dein Blutdruck ist unterirdisch ..“
Mein Bruder schwieg, dann hörte man es leise Seufzen aus der Kehle der Frau.
„ Wir kommen morgen wieder, wenn es dann nicht besser ist, bleibt uns keine Wahl, als dich ins Krankenhaus zu bringen...“
„Ich weiß...“ mein Bruder klang kleinlaut, resignierend und ich wusste noch, wie sehr er Krankenhäuser hasste.    
Als die Beiden das Zimmer wieder verließen, funkelte mich die Frau böse an: „ Wir haben ihn her gebracht, weil er der Meinung war, dass er schon versorgt wird... vielleicht versuchst du einfach mal mit anzupacken und lädst nicht alles auf seinen Schultern ab...Kümmer dich um ihn..“ sie zog sich die Schuhe über und ging. Der dunkelhaarige Mann sah mich aus seinen großen Augen an, mein Gesicht hatte sich zu einer erschrockenen Fratze verzogen, weshalb er beschwichtigend sagte: „ Nimm es ihr nicht übel, mit Kakahsi-Senpai zu diskutieren ist anstrengend, aus medizinischer Sicht, wäre es mit Sicherheit richtig gewesen ihn ins Krankenhaus zu verfrachten, doch er wollte nicht.. Sie hat Angst, dass er sterben könnte, dafür würde sie sich verantwortlich fühlen...Die Wunde hat er davon getragen, weil sie auf unserer Mission einige Augenblicke unachtsam gewesen war, wäre er nicht gewesen, dann wäre sie jetzt Tod...“
Ich bemerkte nicht, wie sich die Tür schloss und die beiden Kollegen meines Bruders wieder gegangen waren. Die Worte hallten noch in meinem Kopf umher. Wenn mein Bruder nicht gewesen wäre, dann wäre sie jetzt Tod. Er hätte sein Leben gegeben, um einen anderen Menschen zu schützen. Ich war zwar erst zwölf, aber ich erkannte, dass in meinem Leben etwas ganz ordentlich schief lief, nein, nicht in meinem, sondern in Kakashis.
Ich warf einen unschuldigen Blick durch den Spalt, den die Zimmertür offen stand. Mein Bruder fühlte sich unbeobachtet, wie es aussah. Eine Hand ruhte auf seiner Stirn, er atmete schnell und angestrengt und ich wusste nicht, was zu tun war. Ich konnte erahnen, dass das Fieber und die Schmerzen unerträglich sein mussten, doch ich wusste nicht, was ich tun konnte, bis mir eine Idee kam.
Mit geballten Fäusten rannte ich entschlossen durch den Hausflur, ließ unsere Wohnungstür offen. Rannte über die Straße zu Mana-Sans Haus.
Ich klopfte und rief: „ Mana-San bist du da?.. Mana-San bitte, ich bin es Hira... Bitte ich brauche Hilfe...“ ich war verzweifelt, heulte, schluchzte, brachte kaum einen Ton heraus und war um so erleichterter, als die Tür sich öffnete und mich die ältere Dame freundlich und warm anlächelte.
„Mana-San, komm bitte mit... Kakashi hat hohes Fieber und ich weiß nicht, wie ich helfen kann...Bitte...“ Erschrocken sah sie mich an.
„Kakashi? Warte ich hole noch schnell was....“ keine Minute später liefen wir gemeinsam über die Straße zurück in unsere Wohnung. Ich führte sie zu seinem Zimmer, blieb dann jedoch zurück. Mir war es unfassbar peinlich, obwohl ich mir sicher war, wenigstens das richtig gemacht zu haben. Ich hatte ihm Hilfe besorgt, jemand, der sich auskannte und das tat Mana-San. Sie hatte schon oft auf mich aufgepasst, wenn Kakashi arbeiten musste und ich krank war.
„Mana-San..“ er versuchte sich aufzurichten, scheiterte aber kläglich an seiner körperlichen Verfassung.
„Kakashi, Hira hat mir Bescheid gegeben... Was machst du für Sachen Junge...“ Mana war wirklich die einzige, wahrscheinlich auf der ganzen Welt, die es sich herausnehmen durfte so mit Kakashi zu sprechen. Sie war wie eine Oma zu uns, warm und herzlich und mein Bruder ließ es zu.
„Komm Hira hilf mir Kindchen, gemeinsam bekommen wir dein Bruder schon wieder auf die Füße..“ Mana sagte mir ganz genau was sie brauchte, nachdem ich eine Schüssel mit Wasser gebracht hatte, zeigte sie mir, wie man Wadenwickel machte und während ich für seine Umschläge zuständig war, stellte sie sich in die Küche und kochte uns etwas.
„Kakashi?“ er hatte zwar die Augen geschlossen, doch ich ahnte, dass er nicht schlief.
„Es tut mir alles so leid...“ ich biss auf meiner Lippe herum, während ich seinen skeptischen Blick auf mir spürte.
„Was meinst du?“ genauso müde, wie er klang, fühlte ich mich.
„Das mit meiner Hose, dass ich nicht wusste, wie ich dir helfen kann und Mana geholt habe und dass ich wirklich nutzlos bin...“ er lachte leise.
„Du bist zwölf, du darfst Dinge nicht wissen, oder Fehler begehen...Und niemand erwartet, dass du so bist, wie ich....Ich vor allen anderen, möchte nicht, dass du so wirst, wie ich....“ er hatte den Kopf etwas angehoben und nach meiner Hand gegriffen, sank aber nun wieder zurück.
„Ich möchte das mit dir klären... nur, können wir vielleicht morgen..?“ ich stutzte.
„Natürlich, ruhe dich aus, das hat Zeit...“ seufzend versuchte er sich bequemer hinzulegen, ich sah ihm an, dass er weiterhin Schmerzen hatte.
„Ich hole dir was zum trinken...Und frage Mana, was wir gegen deine Schmerzen machen können..“ Sein fiebriges Auge musterte mich, dann nickte er.
Mana war einfach großartig, wir reichten meinem Bruder etwas zum Essen und flößten ihm einiges an Wasser ein, bevor sie ihm einen Tee gab, der gegen die Schmerzen helfen würde. Fasziniert konnte ich dabei zusehen, wie sich sein Körper nach und nach entspannte, seine bis dahin angestrengte Atmung sich beruhigte. Ich holte frisches Wasser und konnte hören, wie sich Mana und er leise unterhielten.
„Hast du mit ihr darüber gesprochen? Hast du mal versucht ihr zu erklären, warum du so handelst Kakashi...Vielleicht hilft es euch beiden wieder etwas mehr zusammen zu finden.. Und vielleicht entlastet es dich ein bisschen...Du brauchst jemanden, an den du dich wenden kannst, ihr müsst euch gegenseitig auffangen...“ Mana klang in meinen Ohren etwas geknickt und was meinte sie mit zueinander finden?
„Sie ist noch so jung.. Ich möchte sie schützen, ihr noch so viel Zeit schaffen, wie möglich, bevor sie sich mit solchen Dingen befasst.. Sie soll eine Kindheit haben, soweit es mir möglich ist...“ Mana stieß einen traurigen, frustrierten Laut aus.
„Meinst du nicht, dass es einfacher für sie und dich wäre, wenn sie wüsste, warum dir einige Dinge so schwer fallen? Ich glaube nicht, dass sie eine Ahnung davon hat, dass Du keine Kindheit hattest.. Herr Gott, Junge du bist mit 5 Genin geworden mit 6 Chuunin , dann direkt Jounin und seit du 11 bist in der ANBU... Und während der ganzen Zeit hast du dich alleine um Hira gekümmert , wann willst du denn mal Leben...?“
Sie konnte ihn leise, heiser lachen hören.
„Mana-San, vielen Dank für alles... Mir ist nur wichtig, dass sie ein Leben hat und das möchte ich ihr ermöglichen, koste es was es wolle...“ Leise betrat ich den Raum, stockte, als ich sah wie Kakashi die Augen schloss, während Mana ihm zärtlich durch die Haare strich.
„Dann ruhe dich aus Junge, gönne dir wenigstens das...“ sie flüsterte es liebevoll, erhob sich dann mit einem undefinierbaren traurigen Ausdruck in den Augen und wirkte leicht erschrocken, als sie mich erblickte. Eine Sekunde dauerte es nur an, dann lächelte sie sanft: „ Ich denke den Rest schaffst du prima Hira, es war ganz richtig mich zu holen...wenn etwas sein sollte, dann kommst du noch mal rüber ok?“ Ich blickte zu Kakashi herüber, er schien eingeschlafen zu sein und brachte Mana zur Tür: „ Vielen Vielen Dank Mana-San...“
„Kein Problem Kindchen, jeder Zeit...Ich denke er wird die Nacht gut schlafen und dann sieht die Welt morgen wieder anders aus...“ Ich nickte, wischte mir die entstandenen Tränen aus dem Gesicht und sah ihr noch einige Momente hinterher.
Im Anschluss lief ich in mein Zimmer, schnappte mir die Decke von meinem Bett und klemmte mir mein Kissen unter den Arm, ich würde meinen Bruder nicht alleine lassen heute Nacht. Ich kletterte vorsichtig zu ihm ins Bett, platzierte meine Sachen neben ihm, bevor ich ihn noch mal musterte. Seine Zügen wirkten entspannt auf mich, weshalb ich den Lappen auf seiner Stirn erneuerte und dann das Licht auf dem Nachtschrank löschte. Sein leiser ruhiger Atem beruhigte mich, seine Wärme fühlte sich gut an und für den Augenblick war ich geborgen, wie noch nie. Ohne es überhaupt richtig zu merken schlief ich neben ihm ein, mit der Hoffnung im Herzen, dass morgen ein besserer Tag werden würde.
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