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Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
11.12.2021 6.479
 
Hui,
nun hat es doch ein wenig gedauert und ich hoffe ihr verzeiht mir den Filler.
Vielen Dank an meine treue Kommentatorin, ich hoffe du hast Spaß mit diesem Kapitel :)
Und natürlich auch ihr anderen Leser, viel Freude.
viele Liebe Grüße Kitana

29.
   
Beschwingt und glücklich betrat ich kurz darauf die Wohnung von Tenzou. Mein Freund saß auf der Couch, sein Kopf war auf die Rückenlehne zurück gesunken und er schnarchte leise vor sich hin. Ich schmunzelte, bemühte mich die Tür geräuschlos zu schließen, schlich zu ihm herüber und strich ihm verliebt eine Strähne aus der Stirn. Wie es schien hatte er sich die letzte Nacht wohl doch ordentlich verausgabt. Entschlossen uns beiden jetzt ein schönes Essen zubereiten, verschwand ich in der Küche. Naja, es würde eine Gemüseresipfanne werden, da das bisher das einzige war, was ich zubereiten konnte. In einigen Bereichen des Lebens hatte ich wirklich noch Nachholbedarf, früher hatte ich mich immer verweigert die Dinge zu lernen, hatte alles meinem Bruder auf die Schultern geladen. Haushalt, Kochen, Wäsche und nebenbei ging er ja auch noch für unseren Unterhalt sorgen. Wieder regte ich mich über mich selber und meinen überdimensionalen Egoismus auf, schickte mir selber eine Memo, Hikari zu bitten, mir in Zukunft beim Kochen lernen beizustehen.
Ich setzte das Reiswasser auf, salzte es leicht und begann damit das Gemüse zu schneiden. Vertieft in meinem Tun, bemerkte ich nicht wie Tenzou hinter mich trat, schrak auf, als er seine Arme um meine Hüfte Schlang und sein Kinn auf meiner Schulter ablegte.
„Hey, da bist du ja wieder...“ verwundert sah ich auf, er klang heiser, hatte er das gestern schon?
Besorgt drehte ich mich zu ihm um, seine Augen glänzten leicht und er wirkte matt auf mich: „Geht es dir nicht gut?“ Weiterhin musterte ich ihn eingehend, wenn ich etwas von dem zusammenleben mit meinem Bruder gelernt hatte, dann wie jemand aussah der kränklich war. Und der Mann vor mir war das ganz bestimmt. Einer der Vorteile mit Kakashi unter einem Dach gelebt zu haben, der Kerl hatte es nämlich nie offen gesagt, wenn es ihm nicht gut ging.
Ich wartete gar nicht erst auf eine Antwort, schob den verdutzten Mann vor mir her zurück auf die Couch: „Du legst dich da hin, ich hole das Fieberthermometer...“ Er gab einen resignierenden Laut von sich, gehorchte aber ohne groß zu diskutieren.
Als ich zurück kehrte sah er mich lächelnd an: „Mach dir nicht zu viele Sorgen...“
Ich reichte ihm das Messgerät und schnaubte: „ Es tut mir leid.. du hast den Nachteil, dass ich bei Kakashi aufgewachsen bin...“ ich zwinkerte ihm zu: „Auf ein..mach dir keine Sorgen.. höre ich nicht..“ Ich verstellte meine Stimme ein wenig und er lachte leise.
„Gut das ich das nicht mache, wie es scheint“  ich verzog mitleidig meine Züge, er hatte deutlich Fieber und ich war geneigt ein Arzt kommen zu lassen. Unsicher sah ich ihn an: „Soll ich jemanden kommen lassen, der nach dir sieht?“ Mein schlechtes Gewissen meldete sich, hätte ich das nicht heute in der Früh oder gestern Abend sehen müssen? Ich war mal wieder mit mir selber beschäftigt und hatte kein Sinn für etwas anderes gehabt.
„Warum lässt du den Kopf hängen..? Hab ich was falsch gemacht?“ er wollte sich aufsetzen, doch hielt ich ihn davon ab: „Nein, Himmel, nein... Ich ärgere mich nur darüber, dass ich so gedankenlos war... Mir ist heute Morgen nicht aufgefallen, dass es dir nicht gut geht.. dann hätte ich..“
Ich biss mir auf die Zunge, was genau hätte ich denn dann gemacht. Kakashi hängen lassen? Oh man ich war wirklich furchtbar.
„Hira, das ist lieb.. doch wirklich nicht notwendig...Mir..“ schnaubend und unterbrach ich ihn erneut: „Erzähl mir jetzt nicht dir würde es gut gehen....“
„Nein, das hatte ich nicht vor... Mir ging es heute Morgen noch gut, war nur etwas Müde...du musst dir also wirklich keine Gedanken machen..“ Er strich sich geschafft über die Stirn, er klang leicht gereizt und ich ärgerte mich erneut: „Entschuldige, das war jetzt unangebracht von mir...“
„Kleines, warum bis du so unsicher..? Vor mir brauchst du nichts zu beweisen, das weißt du doch...“
Sanfter als noch eben versuchte er wohl heraus zu finden, warum ich mich offensichtlich schlecht fühlte und angestrengt in meinem Bestreben alles richtig zu machen, voll daneben haute.
„All die Jahre mit Kakashi hab ich mir nicht die Mühe gegeben auf ihn zu achten, er hat sich abgerackert, auch wenn er zum umfallen Müde war... den Fehler möchte ich nicht noch einmal machen...schon gar nicht bei dir...“ Ich wurde immer leiser, sank auf meinem Platz etwas zusammen und wich seinem Blick aus.Es war mir schon etwas unangenehm, auch wenn er hoffentlich wusste, was ich für ihn empfand, war es schwer es so zu äußern. Er räusperte sich, lachte dann erneut: „Ich hab schon verstanden... Gut, fangen wir von vorne an. Obwohl ich wohl etwas Fieber habe, geht es mir soweit gut. Wir brauchen keinen Arzt, ich würde mich allerdings tatsächlich gern etwas ausruhen...Und bevor du mich jetzt fragst, ich möchte nicht das du gehst... Ich mag es wenn du dich um mich kümmerst..“ Er errötete etwas mehr und ließ sich in das Kissen sinken. Ok, wenn ich vorher nicht schon bis über beide Ohren verknallt gewesen wäre in diesen warmherzigen Mann, dann wäre ich es spätestens jetzt. Eine Woge freudigen Kribbelns durchzog mich und am liebsten hätte ich ihn geküsst. Ich unterließ es, er war krank und wollte sich ausruhen, das akzeptierte ich. Stattdessen zog ich eine Decke über ihn und strich ihm zärtlich über den Kopf: „Ich mach uns was zum essen? Auch wenn du wahrscheinlich nicht hungrig bist, solltest du vielleicht ein bisschen was zu dir nehmen...“
„Da wirst du recht haben, vielleicht machst du deine Gemüsereispfanne...?“ Er lächelte mich schelmisch an, na klar auch er wusste, ich konnte nichts anderes. Anscheinend wollte er bewirken, dass ich mich dadurch besser fühle.Plötzlich kam mir ein Einfall.
„Ich lass dich noch mal ganz kurz alleine, ich bin in ein paar Minuten wieder da ok?“ verwundert sah er mich an: „OK, klar... ich lauf nicht weg...“

Kaum war ich aus der Tür getreten, rannte ich durch die Straße zu Hikari und Kakashi. Ich läutete, benutzte nicht den Schlüssel, schließlich wollte ich niemanden bei etwas erwischen und wartete geduldig, bis mir Kakashi verschlafen wirkend die Tür öffnete: „Hira? Ist alles ok? Du siehst so abgehetzt aus...“ er trat sofort beiseite, seine Schlaftrunkenheit verflogen, angespannt und alarmiert deutete er mir an mich zu setzen.
„Entschuldige...“ Ich versuchte an Luft zu kommen: „..du hast geschlafen? Ich wollte dich nicht wecken..hat sich Hikari auch hingelegt?“ suchend ging mein Blick durch die Wohnung, ich strahlte, als sie sich die Hände trocknend auf mich zu bewegte.
„Erst mal langsam, ich bin nur auf der Couch eingenickt alles Ok... Erzähl uns lieber warum du so abgehetzt bist...“ Hikari und mein Bruder setzten sich mit einem besorgten Blick auf das Sofa und sahen mich abwartend an. „Eigentlich ist es mir etwas peinlich, Tenzou ist krank und ich würde ihm gern etwas gutes zum Essen zubereiten.. aber ich kann doch nicht wirklich kochen..“ Ich versteckte mein Gesicht in meinen Händen: „.. Und gerade komm ich mir ziemlich blöd vor, euch deswegen gestört zu haben.. der Tag war anstrengend und ihr wolltet euch bestimmt ausruhen.. ich bin so egoistisch..“
Kakashi seufzte, lehnte sich zurück und sah hilfesuchend zu Hikari hinüber. Die Frau mit dem warmen Lächeln erhob sich und setzte sich zu mir auf die andere Seite: „Hira, kleines... mach dir nicht immer so schrecklich viele Gedanken über das was andere denken könnten.. du kommst weil es jemandem nicht gut geht, den du gern magst und das ist nicht egoistisch... Was hältst du davon, wir gehen gemeinsam zu Tenzou und schauen mal was wir ihm gutes tun können...?“ sie hatte meine Hand genommen und lächelte weiterhin gütig in meine Richtung.
„Das ist so lieb von dir Hikari...“ erleichtert strahlte ich sie an, schließlich sollte er nicht nur meine Stümperhafte Reispfanne vorgesetzt bekommen.
Mein Bruder erhob sich, fuhr sich durch die Haare und schnaufte angestrengt: „Tut mir leid, ich denke ich bleibe lieber hier... wünscht ihm bitte gute Besserung von mir, er soll mir meine Mädels zurück schicken, wenn es ihm besser geht...“ matt lächelnd schritt er zu seinem Schlafzimmer herüber. Ich ahnte, dass das Sharingan ihn einiges an Energie gekostet hatte und er sich ebenfalls lieber schonen sollte. Kurz sah seine Frau ihm nach, nickte nur beipflichtend, bevor sie sich zu mir drehte: „Na dann, lass uns gehen..“
Hikari sprühte vor Tatendrang, sprang auf und griff nach ihrer Jacke.
„Ist Kakashi denn versorgt?“ fragte ich vorsichtig, während ich mir die Schuhe wieder überzog.
„Mach dir keine Gedanken, wir haben bereits gegessen... Und für ihn stand heute sowieso der Schongang auf der Tagesordnung.... Befehl von Tsunade-Sama...“ sie kicherte: „Du glaubst gar nicht wie folgsam er momentan ist...“ Ich stimmte mit ein: „Das sieht meinem Bruder gar nicht ähnlich...sich an Anordnung, wie sich auszuruhen, freiwillig zu befolgen“  
Sie zwinkerte mir zu: „Ich glaube Momentan plagt ihn arg das schlechte Gewissen.. ihr beide seid euch da sehr ähnlich... Er macht sich Gedanken mir zur Last gefallen zu sein...“ Sie seufzte schwer, dann sah sie mir direkt in die Augen: „Er ist wie ausgewechselt Hira, endlich scheint er wirklich zufrieden...Es ist großartig ihn beim Schlafen zu beobachten. Seit ich ihn kenne hat er nicht so entspannt geschlafen, wie in der letzten Zeit.“ Sie errötete etwas: „Außerdem schafft er es inzwischen seine Bedürfnisse deutlich zu machen, Nähe ist für ihn vollkommen selbstverständlich geworden...“ Sie hüstelte verlegen: „Körperlichem Verlangen lässt er inzwischen freien Lauf.“ Breit grinsend klemmte ich mir eine Strähne hinter die Ohren: „Dafür brauchst du dich nicht zu schämen, es erleichtert mich zu erfahren, dass er langsam ankommt und sein Leben in die richtige Bahn lenkt.. Er lebt, das war immer mein Größter Wunsch“

Leise betrat ich gefolgt von Hikari die Wohnung von Tenzou, welcher eingewickelt in die Decke zu schlafen schien. „Komm ich zeig dir die Küche und du mir,wie man kocht..“ mein Enthusiasmus kannte keine grenzen und kichernd folgte Hikari mir: „Du erinnerst mich wirklich an Naruto, der ist auch so energetisch. Ihr müsst euch unbedingt besser kennenlernen...“ traurig sah ich sie an: „Das möchte ich unbedingt.. schließlich war Onkel Minato ein sehr wichtiger Mensch für mich und Kakashi.“ Wir ließen das Thema vorerst ruhen, denn die Zusammenführung von mir und Naruto sollte Kakashi entscheiden, es war sein Team und ich war mir nicht sicher, wie empfindsam dieses Thema bei ihm war, was Naruto wusste und was nicht.
Stattdessen zeigte mir Hikari, wie man das Gemüse fachmännisch schnitt, was man mit den Verschiedensten Gewürzen anstellen konnte und wofür man in drei Gottesnamen die verschiedenen Töpfe verwendete. Während die Suppe und der Reis leise vor sich hin köchelten, saß ich mit einem Block und einem Stift auf der Anrichte und schrieb alles auf, was sie mir erklärte. Notierte einige einfachere Rezepte und Tipps, wie diese auf jeden Fall gelangen.
„Hikari du bist meine Rettung...“ lachend nahm sie mich in den Arm: „Ach Kleines, setz dich nicht so unter Druck... Ich glaube nicht, dass Tenzou erwartet von dir bekocht zu werden...“
„Nein, das tut er nicht... eigentlich erwartet er nichts von mir... Doch all die Jahre haben sich er und mein Bruder für mich aufgeopfert, das kann nicht mein ganzes Leben so weiter gehen. Ich muss auf eigenen Beinen stehen. Ich will ihn nicht verlieren...“ Nachdenklich ließ ich den Kopf hängen: „Vielleicht reicht ihm meine Unsicherheit irgendwann, die Panikattacken, die ich ständig habe und mein unreifes, unselbstständiges ICH.“
Sanft schob sie mich von sich: „Hira, wir sind doch jetzt Familie, lass mich dir eins sagen... Nach allem was du erlebt hast...Ist es absolut verständlich, das die Dinge noch nicht rund laufen... vor allem nach so kurzer Zeit...Du wolltest, dass Kakashi sein Weg geht und findet, das hat Jahre gedauert. Genau die selbe Zeit hast auch du, um endlich anzukommen...keiner von uns wird dich da unter Druck setzen...oder wegen kleinerer Schwierigkeiten die Fassung verlieren. Wenn du dir selber nicht traust, dann vertrau auf uns.. wir sind da und helfen dir wo wir können. Ihr beide macht die Traumabewältigung in einem rasenden Tempo, selbst Tsunade ist unheimlich begeistert. Alles zu seiner Zeit...“
Im Wohnzimmer hustete es verhalten, weshalb ich aus der Tür spähte und in zwei fiebrige Augen sah, während der dazugehörige Mann sich aufrichtete. Lächelnd überbrückte ich die Distanz und strich ihm über die deutlich zu warme Stirn: „ Hey, alles klar..?“ ich reichte ihm ein Tee, den er dankend annahm, dann aufsah, als Hikari zu uns herüber kam.
„Hallo Tenzou, Wie geht es dir?“ In diesem Moment kam sie mir vor wie ein Mutter, die ihre beiden Kinder umsorgte und ihnen Mut zusprach. Diese Warmherzigkeit tat ungemein gut.
„Entschuldigt die Umstände...“ er räusperte sich einige Male, dennoch klang er weiter heiser und ich schüttelte grinsend den Kopf: „ Vielleicht sollte ich Tsunade-Sama informieren, dass du morgen ausfällst.. ich denke nicht, dass es sich über Nacht bessert, du wirst einige Tage davon gut haben.“
Hustend lehnte sich Tenzou wieder zurück, nickte dann bestätigend, richtig gut fühlte er sich anscheinend wirklich nicht.
Hikari verabschiedete sich bei uns, nachdem Tenzou sein essen vor sich stehen hatte. Zwinkerte mir aufmunternd zu, die nächsten Tage hatte ich Rezepte zum ausprobieren, ich sollte es einfach versuchen.
„Wie war denn euer Tag heute? War es erfolgreich?“ Tenzou versuchte sich artig daran, trotz seiner Halsschmerzen, die Suppe zu schlucken. Sah mich allerdings abwartend an, als ich mich neben ihn gesetzt hatte. Stimmt, das war mir ganz entfallen. Die Sache in unserem Elternhaus, mein Bruder, unser Vater. Die Eindrücke prasselten auf mich nieder, im Augenwinkel flimmerten die blauen Blitze und mein Herz begann zu rasen. Kakashi war in meine Arme gesunken, hatte sich die Geschichte von der Seele geredet. Er war erschöpft gewesen dadurch, auch durch den unfreiwilligen Einsatz seines Sharingan. Ich biss mir auf die Lippe, definitiv hätte ich die beiden heute nicht stören sollen.
„Hira?“ besorgt musterte Tenzou mich, wahrscheinlich atmete ich wieder falsch, bestimmt sogar, ich hörte das leise pfeifen meiner Atmung und schüttelte den Kopf. Ich durfte meinem Freund gerade jetzt nicht wieder zur Last fallen: „Entschuldige, ich war etwas abgedriftet..“ Ich schüttelte die Erinnerungen ab, bemüht meine Atmung zu kontrollieren setzte ich an. „ Ich habe eine Frage und ich hoffe ich überfordere dich nicht damit....“ Ich holte tief Luft, wo ich das noch bis vor kurzem für eine großartige Idee gehalten hatte, wusste ich nicht wie Tenzou reagieren würde: „ Unser Tag war sehr erfolgreich, Kakashi und Hikari wollen in sein Elternhaus einziehen...“ Ich lächelte kurz bei der Erinnerung an das Bild, wie sie sich in den Armen lagen und Pläne machten.
„Ich habe vorher darum gebeten, unsere alte Wohnung beziehen zu dürfen, wenn die beiden ausgezogen sind...“ Ich stockte, Tenzou wurde blass, legte den Löffel ab, den er bis eben noch gehalten hatte. „Hira, bist du nicht glücklich? Ich bin mir nicht sicher was du mir sagen möchtest..“ er fuhr sich über den Kopf, ließ das Essen stehen und wich meinem Blick aus. Lachend setzte ich mich neben ihn, schloss ihn in die Arme und drückte ihn fest an mich. Er war deutlich zu warm, wahrscheinlich hatte ich mal wieder den falschen Zeitpunkt erwischt das anzusprechen, doch nun war das Kind in den Brunnen gefallen. Tenzou verweilte in meinen Armen, stieß mich nicht zornig von sich, weshalb ich damit begann ihm den Nacken zu kraulen. Eine Angewohnheit, die ich von Kakashi zurückbehalten hatte. „Tut mir leid, es sollte nicht so bei dir ankommen...Ich würde mir wünschen, dass wir beide zusammen dort einziehen.“ Nun sah er zu mir auf, seine Augen leuchteten: „Wenn du das wirklich möchtest?“
„Ja, das möchte ich... Ich möchte ein Zukunft mit dir und hoffe, dass du sie auch möchtest...“
Leise lachend lehnte er sich wieder gegen mich: „Die Wohnung ist wahrscheinlich der einzige Ort in Konoha, der dir noch wie Heimat vorkommt, wo du dich sicher fühlst.... Das kann ich gut verstehen....Zudem ist meine Wohnung wirklich klein...“ er brummte, weshalb ich an mir herunter auf sein Gesicht schaute: „Bevor du jetzt einschläfst bringen wir dich lieber ins Bettchen...komm hoch mit dir Müder Krieger...“
Ich steckte ihn ins Bett, stellte mich unter die Dusche und machte mich dann noch mal auf den Weg um Tsunade -Sama zu informieren. Natürlich nicht ohne mich vorher vergewissert zu haben, dass mein freund friedlich da lag.

„Hira? Ist etwas nicht in Ordnung?“ Alarmiert sah die Frau hinter dem Schreibtisch auf, als ich mich durch die Tür schob.
Ich verneigte mich höflich: „Tsunade-Sama, ich bin leider hier um ihn mitzuteilen, dass Tenzou erkrankt ist...Er liegt mit Fieber im Bett.. er sagte mir er müsse morgen auf eine Mission, nur fürchte ich....“ Sie hob die Hand und lächelte Gütig: „Keine Sorge ich werde jemand anderen schicken... er soll sich erst mal ein wenig erholen. Die letzten Wochen und Monate waren auch für ihn sehr anstrengend...“ Sie erhob sich und ging zu der kleinen Sitzgruppe herüber, machte mit einer einladenden Geste verständlich, dass ich mich dazu setzen sollte.
„Wie geht es dir? Findest du dich zurecht?“ sie schenkte sich und mir aus der Kanne einen Tee ein: „Nach der langen Zeit in Gefangenschaft ist es häufig sehr schwierig in ein normales Leben zurück zu finden. Kakashi und Hikari teilen diese Sorge....Bisher konnte ich dich noch nicht danach fragen...“ gütig lächelnd nippte sie an ihrer Tasse.
„Wenn ich ehrlich bin, weiß ich es nicht so recht....ich bin niemandem wirklich eine Hilfe, im Grunde kann ich nichts...“ wütend über meine Unfähigkeit starrte ich auf meine Hände.
„Gut, dann wird es an der Zeit dir eine Aufgabe zu geben...“ erneut nippte sie an ihrem Tee: „Kakashi wird es nicht gut finden, aber ich bin der Meinung du schaffst das schon...“
Sie grinste schelmisch: „Dein Bruder wird ab nächste Woche das Training seines Teams wieder übernehmen können, er ist stabil und nach der körperlichen Untersuchung, wahrscheinlich auch fit genug...Missionen wird er vorerst keine bekommen, das hat der Rat so entschieden...Ich möchte, dass du dich Team 7 anschließt...sie stehen am Anfang und sind etwa auf dem gleichen Stand wie du...“ Mir viel die Kinnlade runter: „Sie wollen, dass ich mich von Kakashi trainieren lasse und ein Shinobi werde?“
„Dein Bruder ist ein guter Lehrer, anderen Fertigkeiten bei und sie weiter zu bringen liegt ihm. Er ist geduldig und unheimlich wissend. Euch beiden wird das nicht schaden. Ich bin der Meinung, dass du lernen kannst dich darauf einzulassen...“ sie zwinkerte, wahrscheinlich ahnte sie, dass es mir früher sehr schwer gefallen war, ihm zuzuhören und Dinge anzunehmen.
„Hira, für dienen Bruder wäre es gut und für dich ebenso...“ grinsend reichte sie mir eine Schriftrolle: „Wenn du so lieb wärst und ihm morgen vielleicht diesen Befehl überreichst..“

Nach weiteren 20 Minuten Gespräch stand ich vor dem Hokagetempel und fühlte mich wie nach einer Gehirnwäsche. Ausgelaugt faste ich mir an die Stirn. Eigentlich hatte ich gehofft meinem Bruder nicht mehr zur Last zu fallen und nun, begann dieses Spiel von vorne. Wobei, ein entscheidender Faktor war anders. Meine Gefühle für ihn. Genervt stöhnte ich auf, die Hokage hatte das erkannt und bei mir sickerte es langsam durch. Unsere Geschichte konnte nur so richtig bewältigt werden in dem wir, vor allem aber ich, lernten an einem Strang zu ziehen. Mit schlurfendem Gang begab ich mich zu Tenzou. Die Wohnung lag still, weshalb ich davon ausging, dass er artig schlief und ließ mich auf die Couch fallen.
Ich fragte mich wirklich, was Kakashi davon halten würde. War das nicht schlimm für ihn? Er würde mit allem von vorn beginnen. Obwohl eigentlich wollte er mir immer beibringen, wie ich mich verteidigen konnte. Im Grunde hatte ich in den 8 Jahren bei Danzou Taijutsu ganz gut verinnerlicht, nur die Sache mit der Chakrakontrolle war so ein Ding, er würde also nicht ganz am Anfang ansetzen müssen. Noch immer perplex starrte ich auf die Schriftrolle in meinen Händen.

Verhalten hustend legte sich zwei Arme um meinen Hals: „Hey, ich hab Geräusche gehört...Und brauchte etwas zu trinken...“ Tenzou holte mich aus meinen trüben, zweifelnden Gedanken und ein Lächeln schlich sich auf meine Züge. Einige Sekunden genoss ich seinen Halt, fuhr zärtlich mit meinen Fingern über die mich umarmenden Hände. Mitleidig verzog ich mein Gesicht erneut, drehte mich zu ihm um, er glühte, musste sich also ordentlich was eingefangen haben. Erneut hustend löste er sich von mir und schritt in die Küche, deutete dann auf die Schriftrolle in meinem Schoß: „Ist die für mich?“
Ich folgte seinem Finger, schüttelte dann den Kopf: „Nein, keine Sorge.. du erholst dich erst mal, das war auch Tsunades Meinung... Die ist für Kakashi..“ Erstaunt weiteten sich seine Augen einige Sekunden: „Wird er schon wieder auf Mission geschickt? Er muss jetzt aber nicht für mich einspringen oder?“ Es schien ihn tatsächlich zu beunruhigen und äußerst unrecht zu sein, weshalb ich tief seufzte: „Nein, schlimmer....Das ist der Befehl, dass ich mich Team 7 anschließen soll...“
Fassungslos starrte Tenzou mich an, schüttelte dann grinsend den Kopf: „Entschuldige, ich sehe das Furchtbare daran nicht... Und ich verstehe einfach nicht, warum du dich immer so schlecht machst...“ müde lehnte er sich zurück, fuhr sich über das Gesicht und sah mich erneut an: „Langsam weiß ich auch nicht mehr, was ich sagen soll, um das zu ändern... Vielleicht ist das Training mit den anderen genau richtig um dein Selbstwertgefühl zu steigern...“ die Schläfen massierend rutschte er etwas tiefer in die Kissen. Mit schief gelegtem Kopf sah ich ihm dabei zu, bis mir sein Vorhaben klar wurde: „Nein, nein, nein... komm aufstehen....“ Ich streckte ihm die Hand hin und er schmollte: „Ich geh aber nicht alleine...“ Das musste er auch nicht, ich küsste ihm sanft die Stirn, kontrollierte erneut seine Temperatur und flößte ihm etwas von den Medikamenten aus seinem Schrank ein.
Als ich mich einige Minuten später neben ihn legte, war er bereits wieder eingeschlafen und ich hoffte wirklich, dass es ihm morgen besser ging.

Ok, der nächste Morgen kam für meine Begriffe viel zu schnell, an Schlaf war nur wenig zu denken, da Tenzou neben mir mehr als unruhig schlief. Die Halbe Nacht wälzte er sich hin und her, stieß mitleiderregend die Luft aus und schien von schlechten Träumen geplagt. Hin und wieder nuschelte er meinen Namen, ein „Geh nicht“, was mir auch bei ihm bewusst machte, wie sehr er unter meiner Entscheidung von damals litt.
Seufzend richtete ich mich auf, blickte auf ihn nieder und seufzte erneut, wirklich besser sah er nicht aus. Schweißperlen standen ihm auf der Stirn und seine Züge angestrengt verzogen.
Bemüht leise schlich mich aus dem Schlafzimmer, lehnte die Tür nur an und begab mich in die Küche.
Hochkonzentriert nahm ich mir meine Notizen von gestern zur Hand, begann mit den Vorbereitungen und kochte vor mich hin. Zu meiner Freude musste ich feststellen, dass es gut roch, nicht perfekt aussah, aber mir zumindest essbar erschien. Das Omelett war nicht ganz rund und etwas zu dick geraten, weshalb es beim Falten zerbrach. Es gab mir zum Glück die Gelegenheit es zu testen, so hatte ich nicht das Gefühl Tenzou in seinem geschwächten Zustand auch noch zu vergiften. Mit einem Blick auf die Uhr stellte ich fest, dass ich fast eine Stunde gebraucht hatte, nahm das Frühstück und stellte es im Wohnzimmer auf den Tisch. Von Tenzou hatte ich noch nichts gehört, weshalb ich vorsichtig durch den Spalt in der Tür schaute und feststellte, dass er sich langsam regte.
„Guten Morgen....wie geht es dir?“ lächelnd trat ich neben ihn und strich ihm sanft über den Kopf. Er schnaufte: „Geht, wenn ich ehrlich bin... werde wohl noch ein zwei Tage durchhängen...“
„Magst du Frühstücken?..“ langsam richtete er sich auf, brachte ein schwaches grinsen zustande: „Du hast bestimmt hunger...Ich mach uns was..“ triumphierend grinste ich: „Brauchst du nicht, das Frühstück ist schon fertig...“ Er blinzelte verwirrt: „Bitte...?“
„Na los komm, du setzt dich auf die Couch... legst artig die Beine hoch und gönnst deinem Körper die Ruhe, die er braucht...“
Er gehorchte, staunte über das Frühstück, aß es komplett auf und gab mir ein richtig gutes Gefühl.
Stolzer wurde ich allerdings, als er nach dem Essen und einer Dusche deutlich besser aussah.
„Gut, du ist erst mal versorgt.“ mit den Worten stellte ich eine Kanne mit Tee vor ihm auf dem Tisch ab, reichte ihm eine von den Kopfschmerztabletten, da er sich immer mal wieder die Stirn rieb und legte ihm ein Stapel mit Büchern neben die Fernbedienung. So musste er, außer zum Klo, nicht aufstehen. „Ich werde Kakashi die Schriftrolle bringen und wenn ich zurück komme, dann mach ich uns das Essen ...“ Ich freute mich über seinen verwirrten Ausdruck, zwinkerte ihm zu, unterließ es allerdings mich groß zu erklären.

Mir viel das Grinsen erst wieder aus dem Gesicht, als ich vor der Tür meines Bruders stand. Wie würde er auf das reagieren, was ich in den Händen hielt?
Noch bevor ich weiter darüber nachdenken konnte öffnete sich die Tür. Kakashi starrte mich nicht minder verwirrt an. Er hatte einen Müllsack in der Hand, den er anscheinend vor die Tür stellen wollte um ihn später mit zunehmen, hielt ihn aber noch immer fest, während er mich musterte.
„Hira...Guten Morgen...warum stehst du da draußen rum?“ Er legte die Tüte ab und öffnete die Tür ein Stück weiter: „Komm rein...“ er lächelte mich an, liebevoll und warm, schrak zurück, da ich seinem Blick auswich. Seufzend schritt er in die Wohnung, ließ mir dir Tür offen, damit ich eintreten konnte wenn ich soweit war und verschwand in der Küche.
Mir den Rücken zudrehend stand er an der Küchenzeile und schnitt Gemüse klein, wie ich feststellte. Von Hikari war weit und breit nichts zu sehen.
„Bist du alleine?“ leise begann ich, es wäre mir lieber gewesen sie wäre auch hier und könnte ihn abfangen, doch dem war wohl nicht so.
„Sie schläft noch...“ er drehte sich zu mir und sah mich an: „Hira, rede mit mir... schweig dich bitte nicht immer so aus...“ genervt rieb er sich die Stirn. Ja, ich gab ja zu, dieses Herumdrucksen machte mich genauso wahnsinnig wie ihn, doch ich traute mich einfach nicht direkt zur Sache zu kommen.
Ich streckte meinen Arm aus und reichte ihm die Schriftrolle. Kakashi sah von meiner Hand zu mir in die Augen und wieder zurück, griff dann danach und entrollte sie.
„Ernsthaft?“ war das einzige was er dazu sagte.
„Ich weiß, das gefällt dir wahrscheinlich überhaupt nicht, ich habe versucht das abzuwenden...aber Tsunade-Sama hielt das wohl für eine Glorreiche Idee..“ Bitter lachte ich, strich dann eine meiner wirr abstehenden Strähnen zurück und wartete auf seine Reaktion.
„Wow, das scheint dir ja wirklich gegen den Strich zu gehen... Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll...“ sein sarkastischer Unterton ließ mich zu ihm blicken, seine Züge zornig verzehrt.
„Was meinst du?“ verständnislos hob ich die Hände, während er mir die Schriftrolle zurück gab.
„Was ich meine? Dir scheint es offensichtlich mehr als unangenehm zu sein, mit mir in ein Team gesteckt zu werden...woran liegt es, dass du dir von mir etwas sagen lassen musst? Du wärst gezwungen meinen Befehlen folge zu leisten.... Fällt es dir so schwer dir von mir etwas zeigen zu lassen?“ verzweifelt und wütend griff er sich in die Haare. Die Situation musste bei ihm einen Nerv getroffen haben, der Gefühle von damals in ihm hervor rief. Das hatte ich mal wieder nicht kommen sehen. Ich hatte ihn damit vor den Kopf gestoßen und ihm unabsichtlich das Gefühl gegeben, für mich wäre das furchtbar.
„Bist du fertig? Kann ich jetzt was dazu sagen?“ Oh ja, ich klang nicht minder schnippisch. Mich nervte es wirklich, dass es zwischen uns immer wieder so eskalierte, ich hatte gehofft wir hätten das hinter uns, doch anscheinend gab es da doch noch unausgesprochene Dinge zwischen uns.
Wenigstens schenkte er mir, wenn auch widerwillig seine Aufmerksamkeit.
„Kakashi, ich habe keinerlei Probleme damit... Ich habe lediglich gedacht es könnte für dich ein Problem darstellen.. Ich habe mich in der Verlegenheit gesehen dir das auch noch persönlich in die Hand drücken zu müssen...“ Ich schnaufte erregt: „ Man muss das immer so enden..? Ich wollte dir nicht weh tun... es sollte nicht so aussehen, dass ich dich nicht als Lehrer akzeptieren würde. Nach den vielen Malen die ich dich habe abblitzen lassen, ist deine Reaktion jetzt sogar verständlich.. dennoch...“ Seine Arme um meinem Körper brachten mich zum Schweigen, ich hörte seine tiefe Stimme an meinem Ohr: „Es tut mir leid... ich hab überreagiert...Ich bin manchmal einfach ein Idiot..“ Ich nahm ihn nun ebenfalls in die Arme drückte meinen Bruder fest an mich: „ Ich doch auch Kakashi...ich möchte das gern mit dir versuchen, wenn du das wirklich möchtest...“
Er entließ mich aus der Umarmung und grinste mich schelmisch an: „ Es wird eine harte Schule für uns beide, aber ich möchte das auch mit dir wagen.. Ich stimme Tsunade-Sama da zu... es wird uns weiter bringen...“
Es fühlte sich an, als wäre ein Knoten geplatzt, weswegen ich ihn anstrahlte. Mein Bruder lachte: „Himmel, man könnte denken du hättest sonst was erfahren und nicht unterbreitet bekommen, dass du vor mir im Dreck kriechen wirst...“ sein düsterer Blick, ließ mein Lächeln ersterben. Keine Sekunde später lachte er völlig frei auf, wischte sich sogar eine Träne aus dem Augenwinkel und beruhigte sich einige Minuten nicht mehr.
„Ha HA Ha...“ schmollte ich halb grinsend, Mensch sein Lachen war schon immer ansteckend, vor allem weil man es selten hörte. Irgendwann beruhigte er sich, setzte sein Tun von vorhin fort und fragte über die Schulter nach Tenzous befinden. Ich setzte mich auf die Küchenzeile zu seiner rechten: „Es geht ihm etwas besser, aber er wird wohl noch zwei Tage flach liegen.... Ich hab versprochen nachher zu kochen..“
Kakashi hielt inne, wollte etwas sagen, entschied sich allerdings dagegen.
„Was schießt dir da durch dein geniales Köpfchen...?“ fragend verschränkte ich die Arme vor der Brust. Ich hatte angenommen er wollte etwas fieses über meine Kochkünste von sich geben, als er dann aber das Messer wieder ablegte: „ Hira, Tenzou hat wegen mir und deinem Verschwinden einiges durch gemacht... Ich war ihm in der Zeit nicht der Freund der ich hätte sein müssen....“
Verwundert sah ich ihn an: „Willst du es mir erzählen?“
Gequält verzog er das Gesicht, nickte schlussendlich aber: „ Wir kamen von einer Mission zurück, das war die erste Mission nach Hayates Tod... Ich muss gestehen, er hatte recht mit der Einschätzung, dass ich im Grunde nicht Einsatzfähig gewesen war. Der Ältestenrat saß mir im Nacken, mein Sharingan war versiegelt und ich körperlich und emotional in einer äußerst schlechten Verfassung....“ er seufzte strich sich durch die Haare wie er es immer machte um sich zu erden: „ Tenzou war der Teamleiter, die Mission war lang, mein Zustand verschlechterte sich und du weißt ja wie gut ich mit solchen Situationen umgehen kann.... Er ordnete berechtigterweise an, dass ich mich auszuruhen hatte, keine der Wachen übernehmen würde.. ich fühlte mich wohl irgendwie bloßgestellt, fuhr ihn an, was das für eine Einschätzung meiner Fähigkeiten wäre und es kam eins zum anderen.... Irgendwann packte er mich, zischte mir entgegen, dass er genauso litt wie ich.. Er dich schließlich ebenso lieben würde....“ traurig, wich er meinem Blick aus: „Ach Hira, ich hab ihn hämisch ausgelacht, behauptet, dass er gar nicht wissen könnte was liebe eigentlich bedeutet und jemand wie er meine Schwester nicht verdient hatte....“ reuevoll schlug er sich die Hände vors Gesicht, fügte dann leise hinzu: „Ich habe mich dafür bis heute nicht entschuldigt....Er hat anscheinend das Gefühl gehabt ich würde ihm nicht genug vertrauen... Ich hab ihn so verletzt, dabei war er einer der wenigen Menschen, die mich nie haben hängen lassen...“ Er biss ich auf die Lippe, da er seine Maske nicht trug konnte ich sehen, dass er blass wurde und ahnte wie ihn dieses Thema quälte.
„Kakashi? Geh doch einfach zu ihm...“ sanft strich ich ihm durch die Haare, grinste, als er weiterhin gequält stöhnte: „Was heißt einfach? Ich weiß nicht wie ich anfangen soll, was soll ich ihm sagen?“
Plötzlich gähnte es hinter uns: „Guten Morgen...“ Hikari lächelte: „..ihr zwei habt ein wichtiges Gespräch, ich wollte euch nicht unterbrechen..“ Sie küsste Kakashi flüchtig, lächelte mich noch einmal an und wollte gerade gehen. „Hikari? Wäre es für dich in Ordnung, wenn ich deinen Mann kurz entführe? Er ist denke ich in der richtigen Stimmung um das mit Tenzou zu klären..“
gespielt überlegte sie einige Sekunden, zwinkerte mir zu und seufzte dann theatralisch: „Na gut, ein bisschen werde ich ihn wohl entbehren können.“

Schweigend lief ich neben meinem Bruder den Weg zu Tenzous Wohnung zurück. Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass die Leute mich schon komisch ansahen, weil ich zwischen den beiden Wohnungen seit Tagen ständig hin und her wanderte. Mein Bruder hatte seine Hände tief in den Taschen vergraben und kaute unter der Maske gedankenverloren auf seinen Lippen herum.
„Glaub mir... es wird auch ihm gut tun, das von dir zu hören...“ dieser Impuls schien ihn ein wenig zu motivieren, er würde dies nicht aus einem rein egoistischem Gefühl heraus klären.
Bei Tenzou angekommen staunte ich. Mein Freund sah sofort zu uns herüber, grüßte meinen Bruder freundlich und stutzte über sein verkniffenen Ausdruck.
„OK, gibt es was zu klären?“ die Beiden Männer, die ich über alles liebte, standen sich gegenüber und brachten kein Wort heraus.Offensichtlich stand da was zwischen ihnen. Nach einigen Momenten des verlegenen Schweigens, räusperte sich Kakashi: „Tenzou, ich weiß nicht wie ich anfangen soll... Vielleicht damit, dass ich mir bewusst darüber bin, in den letzten Jahren einiges verbockt zu haben...“
Mein Freund lachte gutmütig: „Komm her Senpai, setz dich erst mal...“
Kakashi strich sich über die Haare: „Entschuldige ich habe nicht mal gefragt, wie es dir geht... Hira hat mir vorhin schon.. und...“ er sank etwas in sich zusammen und griff sich verlegen an den Kopf: „... es war unhöflich..“
Nun lachte Tenzou: „Was ist denn nur los? So kenn ich dich gar nicht...“
„Oh man, ich bin auch verdammt schlecht in so was....“ Entschlossener als eben, dachte er sich wohl direkt heraus und dann ist vorbei, weshalb er ansetzte: „Im Bezug auf deine Gefühle für Hira und deiner Ernsthaftigkeit ihr gegenüber wollte ich dich nie verletzen... Noch weniger wollte ich deine Person in frage stellen und schon gar nicht unter dem Gesichtspunkt, was für ein wichtiger und treuer Freund du mir bist.. Ich habe dich verletzt, dabei hast du den selben Schmerz aushalten müssen... Blind, wollte ich nicht sehen, dass jemand genauso empfinden könnte wie ich.... dafür gibt es keine Worte...“
Etwas überfordert starrte Tenzou Kakashi an, sah dann kurz zu mir, bevor er wieder den grauhaarigen Mann ansah: „ Kakashi, ich hätte nicht gedacht, dass dich das noch so quält...“
Kakashi verengte die Augen: „Tenzou du bist mir nicht gleichgültig...“ Der Angesprochene hob beschwichtigend die Hände: „Das weiß ich, du hast dein Leben oft genug für mich riskiert... Ich habe das auch nie in Frage gestellt.  das deine Reaktionen so extrem ausgefallen sind, konnte ich mir durch den Ballast, den du mit dir herumgetragen hast erklären, dass deine Äußerungen nur dem geschuldet waren. Ich hatte gedacht Abstand wäre das beste für dich... dabei hab ich dich wohl eher im Stich gelassen...Vielleicht hättet ich mich von deinem Verhalten nicht so abschrecken lassen sollen, aber bei mir viel der Groschen auch erst später...“ Mein Freund rieb sich die Augen, auch ihn belasteten diese Unausgesprochenen Dinge, so wie ich es geahnt hatte.
Super, die Beiden sprachen so unglaublich emotionale Dinge aus und ich heulte. Beiden viel es unsagbar schwer, das war deutlich. Wenn es nach den Männern gegangen wäre, dann hätten sie sich stundenlang ordentlich auf die Nase gegeben, sich gegenseitig den Kopf gewaschen und wären danach in einer Bar versackt. Das Gespräch zu suchen und die Dingen offen anzusprechen verlangte ihnen so viel mehr ab. Meiner Meinung nach was das die schönere Variante, zumal mein Freund noch immer Fieber hatte.
„Wie geht es jetzt weiter?“ Tenzou lehnte sich in sein Kissen zurück, fuhr sich erneut müde über die Augen.
„Ich habe mich nicht im Stich gelassen gefühlt....“ erschrocken zuckte Tenzou zusammen, er hatte wohl nicht damit gerechnet, das mein Bruder die Worte beschäftigt hatten, obwohl Kakashi einige Minuten schwieg.
Erleichtert stieß Tenzou die Luft aus: „Irgendwie geht es mir jetzt besser...“ leise Lachend brummte mein Bruder zustimmend: „Ist alles geklärt?“
„Oh man, wir sind doch zwei Blödmänner...“ Tenzou hustete verhalten, was mein Bruder zum Anlass nahm sich wieder zu erheben: „Da sagst du was....Jetzt werde ich dich aber nicht weiter stören... erhole dich gut.“ er lächelte unter seiner Maske. Mit jedem weiteren Schritt den er machte, machte er einen weiteren Befreiungsschlag für seine Seele. Mein Herz fühlte sich leicht, bei dem Anblick, es fühlte sich an, als würde ich damit mein schlechtes Gewissen besänftigen können und ebenfalls freier sein.
„Wenn es dir wieder gut geht, kommt doch mal zum Essen vorbei...Hikari würde sich bestimmt auch über Besuch freuen...“ Mein Bruder zwinkerte mir zu, drückte dann kurz Tenzous Schulter, bevor er zur Tür ging und seine Schuhe überzog.
„Senpai?“ der graue Schopf erschien noch einmal in der Tür: „Danke, dass du dir Gedanken gemacht hast.. das bedeutet mir viel...“  Kakashi strich sich verlegen über die Haare: „Ihr seid mir halt wichtig, auch wenn ich es nicht immer schaffe das rüber zu bringen..“ Mit einem leisen Klicken viel die Tür ins Schloss.  
   
Ich grinste über beide Backen, als mein Freund die Luft erleichtert ausstieß, seine Hände zitterten leicht, als e sich erneut die Augen rieb und ich konnte deutlich sehen, wie die Augen leicht feucht wurden. Ohne weitere Vorwarnung ließ ich mich zu ihm auf die Couch sinken und nahm ihn fest in die Arme. Sein Fieber verstärkte die Emotionen, bis er irgendwann erschöpft einfach einschlief. Ich hielt ihn noch einige Minuten, ließ ihn dann schlafen während ich in der Küche das Essen zu bereitete. Ich war mir sicher, die nächsten Tage würde es ihm schnell wieder besser gehen.
Etwa eine Stunde später servierte ich ihm breit Grinsend mein Essen. Staunend musterte er erst seinen Teller und dann mich: „Seit wann kannst du kochen? Also nicht das ich mich beschweren möchte, aber ich bin wirklich beeindruckt...“
Stolz strich ich mir eine graue Strähne hinter die Ohren: „Hikari ist eine gute Meisterin, sie hat mir ein paar Tipps gegeben... aber länger als vier Tage kann ich dich nicht abwechslungsreich ernähren“ Ich tippte mir gegen die Wange und streckte ihm verlegen die Zunge raus. Er lachte. Ich genoss die Harmonie, die er ausstrahlte, seit mein Bruder dagewesen war, er schien wieder komplett im Reinen mit sich. Ich konnte nicht anders und küsste ihn glücklich. Langsam nahm der Weg in die Zukunft Formen an, ich war mir sicher wir vier gemeinsam würden alles schaffen. Wir würden uns auch in Zukunft gegenseitig den Rücken stärken, egal was da kommen würde.
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