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Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
31.10.2021 7.504
 
Hallo ihr Lieben,
da ich heute in Geberlaune bin hier auch noch ein kleines Upload.
Noch zwei Kapitel, dann haben wir die Reise geschafft.
Vielen Dank an alle Leser, die bis hier her dabei geblieben sind.
Viel Spaß beim Lesen
Liebste Grüße Kitana

28.

Ich konnte sehen wie mulmig meinem Bruder zu Mute war, dass Hikari seine Hand fest drückte, bevor sie sich setzten. Tsunade schmunzelte und schüttelte den Kopf, zwinkerte mir dann zu: „Für deinen Bruder ist es nicht ganz so einfach fürchte ich, aus diesem Grund, habe ich bereits gestern mit ihm ein langes Gespräch geführt, welches ihn etwas mitgenommen hat.“
Da die Hokage mir das einfach so mitteilte, ging ich davon aus, dass Kakashi das in Ordnung fand, weshalb ich nickte und mich ebenfalls setzte. Es erklärte zumindest, warum er gestern direkt auf seine Couch wollte und durch die Mangel gedreht aussah.
„Nun gut.. Kakashi, wollen wir damit beginnen, was wir gestern besprochen haben?“ die Blonde sah ihn einige Momente fragend an und selbst ohne das Siegel und die emotionale Bindung zwischen uns konnte ich spüren, wie nervös mein Bruder war. Er rieb sich die Hände an seiner Hose, fuhr sich durch die Haare und stieß dann die Luft geräuschvoll aus.
„Wir können auch..“ er hob die Hand, unterbrach den Versuch der Hokage ihm den Stress zu nehmen, den er gerade durchlebte. „Danke, aber ich denke, dass es besser ist, wen ich das jetzt sage...dazu haben sie mir ja auch geraten Tsunade-Sama..“ Sie lächelte sanft und nickte: „Nimm dir die Zeit, die du brauchst..“
„Es ist wirklich nicht ganz leicht, das zu zugeben Hira...Ich weiß nicht wie ich beginnen soll..“ Ich beobachtete ihn dabei, wie er auf seiner Lippe herum biss, das Reiben wurde stärker, bis Hikari ihre Hand auf seine legte und diesen nervösen Tick unterband.
„Erinnerst du dich noch an das Gespräch, kurz nachdem ich dich im Wald vor den Wölfen geschützt habe? Ich meine das, bei dem ich dir gesagt habe, dass ich mich dafür schämte, ein Shinobi zu sein? Erinnerst du dich noch daran, wie sehr ich Angst hatte, dass du das selbe Monster in mir sehen könntest, wie ich in mir sehe?...“ unschlüssig, ob ich wusste worauf er hinaus wollte, sah er mich an. „Ja, ich erinnere mich daran...Ich erinnere mich auch noch daran, dass ich dich damals angeschrien habe und dir gesagt habe, wie lächerlich ich das finde...Schließlich hattest du alles und ich nichts...“ damals hatte es sich für mich wirklich so angefühlt, ich hatte das Gefühl, dass alle meinen Bruder anhimmelten, inzwischen wusste ich es besser. „Hira, die Angst, dass du mich hassen und verabscheuen könntest, nach allem was passiert ist.. ist noch immer so tief in mir.. Du hast deine Geschichte immer nur bruchstückhaft, in Situationen erfahren, in denen ich schwach war. Weil ich es einfach nicht fertig brachte dir alles zu erzählen, wenn ich bei klarem Verstand war. Es geschah aus Feigheit und das tut mir leid....“ Verwirrt schüttelte ich den Kopf: „Was genau möchtest du mir sagen Bruder?“  Hilfesuchend sah er zu Hiakri, sie lächelte aufmunternd: „ Ich habe jedes mal gedacht, wenn ich jetzt doch sterben sollte, hast du wenigstens die Wahrheit gehört...und es macht nichts, wenn du mich dann wirklich hasst, ich muss es nicht aushalten..“ Geschockt weiteten sich meine Augen, sollte er das ernst meinen? „Du hast gedacht, ich könnte dich wegen unserer Geschichte hassen?" Ich starrte auf meine Hände, langsam wurde mir so einiges klar:  "Und ich habe dich in diesen Empfindungen auch noch unterstützt, in dem ich immer und immer wieder diese fruchtbaren Dinge zu dir gesagt habe...“ Ich murmelte das zu mir selber, verstand aber langsam, warum er damals nichts preisgeben konnte. Ich hätte nicht verstanden, ich hätte niemals eins und eins zusammengezählt, warum er diese Dinge alle machte. Ich hätte nicht seine Gefühle bezüglich unseres Vater verstanden und ich hätte schon gar nicht akzeptieren können, warum er mich manipuliert hatte. Das einzige was mir dazu einfiel war „Ausweglos“. Seine Hände hatte sich in seiner Hose verkrallt, normalerweise kam jetzt der Punkt, an dem ich ihn hämisch auslachte, ihm sagte wie erbärmlich er doch war und wie peinlich es für mich war, seine Schwester zu sein. Ich spürte diese Gefühle von damals in mir pulsieren, tief unten in meinen Erinnerungen und je länger ich nichts dazu sagte, desto verbissener wurde sein Ausdruck. Ich bemühte mich , mich zu sammeln und schüttelte leicht den Kopf: „Tut mir leid, ich weiß nicht was ich sagen soll...“ Meine Pause dauerte wohl etwas zu lange, denn er lachte bitter: „Das ist auch nicht nötig Hira....“ er fuhr sich durch die Haare, klang verbittert und enttäuscht. Himmel ich war ein Moment zu lange in meinen Gedanken verschwunden und schürte bereits erneut seine immensen Selbstzweifel.
„Du verstehst das falsch..... Nichts von dem was ich damals gesagt habe, entsprach dem, was ich wirklich fühle Kakashi...Nichts von dem, was du meinst, das ich denken könnte, ist in mir..“ erneut schüttelte ich meinen Kopf, ich spürte Verzweiflung in mir, weil ich nicht wusste ob ich ihm verständlich machen konnte, was ich damit ausdrücken wollte. Leise begann ich erneut: „Die ganze Geschichte um uns, die Last die du all die Jahre getragen hast.. alles das Zeigt mir immer wieder aufs neue, wie glücklich ich mich schätzen kann einen Bruder wie dich zu haben...Verdammt noch mal Kakashi, du hast mein ganzes Leben lang niemals aufgegeben...Nie hast du mich hängen lassen, auch wenn es Situationen gab in denen ich das erst hinterher kapiert habe...“
„Du warst ja auch noch so furchtbar klein....“ er wollte mehr sagen, doch unterbrach ich ihn: „Und du? Ich habe dir das schon mal gesagt Kakashi.. du darfst nicht so streng mit dir sein... du warst damals selber noch ein Kind...“ Einige Sekunden sah er  mich an, Sekunden in denen ich erkennen konnte, dass er den Tränen nahe war.
„Kakashi? Ich habe dich nie gehasst... Auch wenn es mir in unserer Geschichte häufiger vorgegaukelt wurde...Dieses falsche ICH, mein böses ICH... hatte es immer nur darauf angelegt dich zu verletzen und nie hatte ich die Chance, etwas dagegen zu unternehmen.. Ich war nicht stark genug dafür...Nun sind wir an einem Punkt, wo ich diese Dinge weder adäquat zurücknehmen kann, noch eine Entschuldigung ihren angemessenen Platz finden würde...“ meine Hände zitterten: „.. Du wärst lieber gestorben als meinen Hass ertragen zu müssen...Und doch musstest du all die Jahre, ertragen, was ich auf dir abgeladen habe...“ Tränen rannen meine Wangen hinab, Sequenzen aus unserer Vergangenheit erschienen vor meinem Inneren Auge, wie sich Chakrafäden um seinen Kopf schlangen, sein Sharingan aufrissen und ihn zwangen seine Energie zu verbrauchen. Wie sie versuchten ihn zu strangulieren, Blitze, die in seinen Körper einschlugen und der Sturz von der Klippe. Plötzlich konnte ich sehen, wie er im Fall seine Flugbahn änderte, mich fest an seinen Körper presste und sich selbst als Schild benutzte. Mir stockte der Atem, die Panik, die ich hatte, als er nicht atmete, als er keinen Puls mehr hatte und er einfach nicht Wiederbelebt werden wollte, durchlebte ich erneut. Ich hatte ihn gezwungen zurückzukehren, war das richtig? Ich stellte mir tatsächlich die Frage. Ich schickte ihn danach in die Hölle.
Mit weit aufgerissenen Augen besah ich ihn mir: „ War es richtig von mir, dich Wiederzubeleben? Hättest du das überhaupt gewollt? Es war egoistisch, weil ich dich nicht gehen lassen wollte, ich wollte nicht alleine bleiben, ich, ich, ich.. immer wieder nur der Gedanke, was ich wollte und nicht in kauf nehmen wollte.. was das für dich das Beste gewesen wäre...“ ich murmelte wirr vor mich hin, zitterte inzwischen am gesamten Körper und schämte mich dafür, dass ich spürte wie er sich erhob und mich in seine Arme schloss.
„Hira, ich bereue nicht noch am Leben zu sein...Jetzt nicht, da in der Schlucht gab es tatsächlich einen Augenblick, in dem ich gedacht habe „Endlich“.. doch meine Zeit war noch nicht gekommen, ich hatte schließlich noch eine Aufgabe zu erledigen. Ich habe die Chance bekommen dir zu helfen..“ Ich lehnte an seiner Brust, hörte seine tiefe Stimme aus dem Inneren vibrieren und spürte seine Finger an meinem Hinterkopf in meinen Haaren. Noch einmal sog ich seinen Duft in mir auf, bevor ich ihn entschlossen von wir drückte: „ Nein Kakashi, du bekommst nun das, was du verdienst, ein Leben...Schicksal konnte dich nicht gehen lassen, ohne dir noch ein richtiges Leben zu schenken, ein Leben, dass dir bisher verwehrt geblieben war...“ verwirrt blinzelte er mich an, weshalb ich ihn meinerseits fest in die Arme schloss: „Ich habe mir für dich nie etwas anderes gewünscht Bruder, als dass du endlich die Chance bekommst zu Leben...Ich habe mich selber als Bürde, als Last wahrgenommen...“ erzürnt fuhr er dazwischen: „ Das hab ich nie...“ lächelnd legte ich einen Finger an seine Lippen: „ Das weiß ich Kakashi.. du hast es nie so gesehen, oder empfunden... Und mir auch nie das Gefühl gegeben, als wäre es so...Aber wirklich Leben konntest du durch mich nicht...Ich habe dich im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle geschickt...dessen bin ich mir bewusst...“
Dadurch, dass er noch immer vor mir kniete, konnte ich sein Herzschlag an meinen Knien spüren, es pochte aufgeregt in einem schnellen Rhythmus. Mein Bruder war aufgebracht, wahrscheinlich missfiel ihm meine Einstellung.
„Niemals, hätte ich das so gesehen... Hira es schmerzt mich, dass du selber so empfindest...“
Ich nahm seinen Kopf in meine Hände: „ Wie kann man das nicht so sehen, nach allem, was ich dir angetan habe...Und das schlimmste waren dabei noch nicht einmal die Chakraausbrüche.. Meine psychischen Eskapaden, der Terror den ich betrieben habe und die Allüren, die du aushalten musstest waren weitaus schlimmer für dich. Es tut mir furchtbar leid, aber das begreife ich erst jetzt.. “ Fragend sah ich in sein stahlgraues Auge, konnte die Zerrissenheit darin sehen: „Kakashi, es ist OK...Du musst mir nicht sagen, dass alles nur toll war, ich muss nicht mehr geschont werden und du musst verarbeiten...Lass es raus, vergiss für einige Augenblicke, dass du mich verletzen könntest...“ Er schaffte es nicht mich anzusehen, legte sein Kopf auf meinen Knien ab als er langsam, leise begann: „ Du hast recht... manchmal hat es sich so angefühlt...“ er rieb sich die Augen: „ es waren weniger die Situationen, die du wahrscheinlich vor Augen hast Hira....Es war die Machtlosigkeit, die ich verspürt habe... Damals als ich dachte du wärst gestorben, in dem Wald... Als ihr in den Ruinen darauf gewartete habt, dass ich einen Weg finde dir zu helfen... Ich aber einfach nicht wusste was ich tun sollte... Und als du diese verdammten acht, beschissen langen Jahre bei Danzou warst... Ich konnte nichts tun, nichts... einfach nichts...“
Ich musste leise Lachen: „Du bist wirklich ein Masochist durch und durch....“ nun lachte er auch, obwohl ich bemerkte, wie meine Hose an den Knien leicht feucht wurde.
„Kakashi, ich habe es dir nicht oft genug gesagt... aber danke, dass du nie aufgegeben hast, ich hätte es sogar verstanden...doch du hast es nicht....Du bist der beste Bruder, den man sich wünschen kann … und das meine ich mehr als nur ernst...“ Ich kraulte ihm leicht den Kopf, hörte, wie er geräuschvoller als üblich die Luft ausstieß: „Du schaffst mich und wir sind gerade erst eine Stunde hier...“ wieder lachte er verlegen, rieb sich unauffällig die Augen und sah dann auf. Geschafft war denke ich auch die richtige Beschreibung für ihn, nach all den Jahren, die ich ihn in den verschiedensten Lebenslagen gesehen hatte, konnte man noch immer klar davon sprechen, dass ihn solche Gespräche mehr mitnahmen, als 4 Stunden Sharingan- Dauereinsatz.
Erst jetzt sahen wir wieder in die Runde, ich schluckte verlegen, da wir Hikari und Tsunade anscheinend vollkommen ausgeblendet hatten.
„Geht es noch Kakashi? Oder sollen wir für heute Schluss machen?“ er schüttelte den Kopf: „Nein, ist Ok.... es ist wirklich an der Zeit, dass ich das loswerde... sie hat ein Recht darauf...“ Er ließ sich schwerfällig auf dem Stuhl neben Hikari zurück sinken, suchte augenblicklich halt bei ihr, wie ich feststellen konnte und freute mich darüber, dass sie ihm diesen bereitwillig gewährte.
„Ich habe Vater damals gehasst dafür, dass er mich alleine gelassen hatte....Nicht nur mich, sondern, dass er wusste,  es würde da einen kleinen Menschen geben, der vielleicht einen Vater gebraucht hätte... Ich habe diesen Schritt nie verstanden...Erstrecht nicht mehr, nachdem du zu mir kamst. Ich hatte angenommen es wäre leichter für dich, wenn du nicht erfährst, wie Vater ums Leben kam... Wenn ich es einfach für mich behalten würde, dass er sich selbst Gerichtet hatte.. Im Grunde war das keine gute Entscheidung, denn der Zorn in mir wuchs, je mehr ich über dich und dein Handicap in Erfahrung bringen konnte...“ er legte den Kopf in den Nacken und schien sich zu sortieren: „ Nächte lang habe ich mich gefragt, ob er nicht hätte mehr ausrichten können als ich... Ob er nicht seiner Verantwortung hätte nach kommen müssen und uns zumindest hätte beistehen sollen... Ich hasste ihn dafür, dass er nicht nur mich im Stich gelassen hatte, sondern auch das kleine Etwas, was ich  in meinen Armen hielt....“ wieder pausierte er, sah mich nun aber wieder direkt an: „Wahrscheinlich hätten wir es leichter gehabt, wenn wir in unserem Familienbesitz untergekommen wären, aber ich habe es seit Jahrzehnten nicht einmal mehr betreten...Ich war nie in der Lage gewesen dort zu wohnen...“ er schnaubte zornig über seine eigene Schwäche.
„Das verstehe ich gut... Auch wenn wir es finanziell einfacher gehabt hätten, wäre es für dich, wahrscheinlich psychisch ein enormer Druck gewesen... und davon hattest du ohnehin genug..“ Ich nickte beipflichtend, ich konnte wirklich verstehen, dass es ihm damals nicht möglich war, doch mir kam ein Gedanke: „ Kakashi, was ist denn heute? Meinst du, du könntest es wieder betreten?“ Nun sah er erst zu Hikari und dann zu Tsunade, welche das Wort ergriff: „Kakashi und Hikari waren gestern bereits dort, es gehörte zur Vorarbeit für heute und ich muss sagen, er hat sich besser geschlagen als ich dachte...“ Sie grinste.
„Es fiel mir deutlich leichter als ich zunächst angenommen hätte... Aber ich werde wohl brauchen, jenen Raum betreten zu können, zu lange habe ich das vor mir her geschoben....Sobald ich dazu in der Lage bin, werde ich es dir zeigen und wir beschließen gemeinsam, wie wir weiter mit dem Besitz verfahren...“ Es fühlte sich unglaublich falsch für mich an, dass er darüber nachdachte mit mir gemeinsam zu entscheiden, er sollte das alleine bestimmen: „ Ich bin anderer Meinung...“ Erschrocken sah Hikari auf: „Wie meinst du das...?“ Sie schien Angst zu haben, dass ich ihn zwingen wollte jetzt da durch zu kommen, sie hatte ihn gestern gesehen und es schien sie zu beunruhigen ihn damit zu überfordern. „Keine Sorge, ich meine er sollte mit dir Hikari gemeinsam entscheiden was mit dem Anwesen passiert.. wenn ihr euch entscheiden solltet dort einzuziehen, oder es zu verkaufen, dann ist das eure Entscheidung, nicht meine...“
Kakashi schüttelte verständnislos den Kopf: „ aber es ist doch auch dein Erbe..?“ Seufzend fuhr ich mir durch die Haare: „ Nein Kakashi, es ist dein Erbe, dein Elternhaus, ich habe keinerlei Bezug dazu... Ich hätte nur einen Wunsch...“ Ich blickte beide lächelnd an: „ Solltet ihr euch dazu entschließen, dass ihr das Haus beziehen wollt... dann würde ich mir wünschen in unserer Wohnung bleiben zu können.. das kommt natürlich nicht in Frage, wenn ihr aus welchen Gründen auch immer, das Haus verkaufen möchtet...“ Kakashi sackte ein bisschen in sich zusammen und rieb seine Hände wieder an seiner Hose: „Darf ich fragen warum? Ich meine Warum du in die Wohnung möchtest?“ Ich lachte herzhaft auf: „Weil ich quasi in der Wohnung aufgewachsen bin und viele schöne Erinnerungen damit verbinde... Es ist Zuhause für mich...“
Schweigend Blickte Kakashi mich an, brachte kein Ton heraus, weshalb ich erneut ausholte um ihm einen weiteren Schlag zu verpassen, seine Mauern niederzureißen und alles an Emotionen zu Tage zu befördern, die er in sich trug: „ Du warst immer mein Zuhause Kakashi...“
Ok, was dann geschah, konnte ich nicht abschätzen und auch die anderen Beiden schienen überrascht, Kakashi schaltete sich ab. Er wurde bleich, Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn und Tsunade beendete das Gespräch: „ Es reicht für heute Kakashi...“
Besorgt sah ich ihn an, dann zu Tsunade: „ Was ist mit ihm?“  Er übernahm es selber zu antworte und beruhigte mich damit tatsächlich etwas: „ Mir geht es gut...Es ist nur wirklich anstrengend die Emotionen zu zulassen..“ wiederholt glitt seine Hand an die Stirn: „ Es hat sich über die Jahre einfach so extrem viel angestaut...“
Tsunade seufzte: „ Wir sprechen bei dir eher von der Akzeptanz von Gefühlen Kakashi.. du musst noch lernen sie wirklich zu zulassen... Hira, du kannst es so sehen, du hattest all die Jahre immer dir Möglichkeit deinen Emotionen freien Lauf zu lassen...Wut, Zorn, Trauer, Liebe.. alles konnte aus dir heraus...Bei deinem Bruder jedoch sieht das leider ganz anders aus. Er hat weder gelernt mit Gefühlen umzugehen, noch durfte er sie zeigen. Weder beruflich noch privat. Es ist so viel in ihm, dass sein Körper darauf reagiert...“ Sie erhob sich und schritt mit ihrem Koffer zu ihm herüber. Sie kontrollierte den Puls und den Blutdruck, bevor sie ihn wieder direkt ansprach: „ Das selbe wie gestern....du forderst zu viel von dir... Dein Blutdruck ist viel zu hoch und dein Puls rast...“ Sie schüttelte den Kopf: „Hikari, würdest du ihn rüber zur Notaufnahme begleiten? Sie sollen ihn überwachen, bis sich sein Kreislauf wieder beruhigt hat...“ Hiakri lächelte und zu meiner Verwunderung gehorchte Kakashi ohne ein Wort. Erst als die Beiden den Raum verlassen hatten wand sich die Hokage wieder an mich: „ Hira, dein Bruder muss das Ganze Schritt für Schritt, dosiert aus sich heraus lassen... Er versucht allerdings dabei Rücksicht auf dich und Hikari zu nehmen, was ihn wiederum hemmt...Er steht sich einfach selber im Weg. Es ist davon auszugehen, dass er länger brauchen wird als du, um das Trauma zu bewältigen.“ Betroffen biss ich mir auf die Lippe: „ Können wir ihm aktiv helfen? Ich meine gibt es eine Möglichkeit ihm irgendwie beizustehen?“ sanft lächelnd ließ sie sich wieder in ihrem Stuhl nieder: „ Ihr helft ihm schon, in dem ihr bei ihm seid....Versteh mich nicht falsch, er hat an sich keine Psychische Störung... aber er zeigt deutlich einige Belastungszeichen, die ihn vorerst vom Dienst befreien. Zu unserem Glück, gesteht er sich das selber ein und hat sich für die Kommenden Wochen beurlauben lassen....“ sie stützte ihr Kinn auf den gefalteten Händen ab und schien erahnen zu wollen was ich dachte.
„Von welchen Zeichen sprechen sie Hokage-Sama?..“
„Schlafstörungen, Kreislaufdysregulation, häufige Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Appetitlosigkeit und einige intimere Problematiken, die ich glaube ich nicht näher beschreiben muss...“ Nein, das war tatsächlich nicht nötig, ich wusste wovon sie sprach und war Hikari für ihre unendliche Geduld mit ihm dankbar. Ihr war es zu verdanken, dass er sich solchen Dingen überhaupt wieder öffnen konnte: „Ich, ehm... also er und Hikari.. ich meine...“ verlegen druckste ich herum, so richtig wusste ich nicht, wie ich das Thema ansprechen sollte.
„ Keine Sorge Hira, wie gesagt, wir hatten gestern bereits schon ein wenig Zeit um Vorarbeit zu leisten. Ich weiß von den Vergewaltigungen und auch, dass man ihn damals gezwungen hatte, ihr das selbe anzutun. Die beiden haben die letzten Monate viele Male darüber geredet und faszinierender Weise ihren eigenen Weg gefunden. Kakashis Hemmungen sie zu berühren, haben in ihr eine Vielzahl an Selbstzweifeln ausgelöst und irgendwann war das wohl aus ihr heraus gebrochen...“ Sie seufzte: „ Deinem Bruder hat das einen ordentlichen Stich versetzt... Es war furchtbar für ihn, sie unglücklich gemacht zu haben. Aber, sie haben das überwunden... Was soll ich sagen, Hikari tut ihm wirklich sehr gut... Und er soll bloß nicht auf die Idee kommen sie wieder gehen zu lassen...“ missmutig sah sie aus dem Fenster.
„Da machen sie sich mal keine Sorgen.. die beiden trennen sich nicht mehr...“
Verwundert blickte sie mich an, legte den Kopf schief.
„ Naja, ich weiß nicht ob ich das erzählen darf, aber er hat bereits Nägel mit Köpfen gemacht...“ Ich hob die Hand und wackelte mit den Fingern. Augenblicklich erhellte sich das Gesicht der Hokage, sie schien sich wirklich unendlich zu freuen: „ Das ist ja wirklich wundervoll...“
„Ja, das finde ich auch... Hikari ist großartig zu ihm und ich kenne meinen Bruder, er schenkt ihr soviel Liebe, wie ich es bei ihm noch nie gesehen habe...“ Ich geriet ins schwärmen, erzählte von meinem Kennenlernen mit Hikari, den Gefühlen, die damals schon deutlich zu spüren war. Dass ich mir gewünscht hatte, die beiden würden eine gemeinsame Zukunft haben und wie ich ihnen zur Flucht verholfen hatte, damit wenigstens mein Bruder sich ein Leben aufbauen konnte. Ich erzählte davon, wie ich Hikari bat, sein Grund zu werden für den er leben möchte. Wie glücklich ich in dem Moment gewesen war, als ich ihn nach der langen Zeit in ihren Armen gesehen hatte und mit welcher Engelsgeduld sie ihn durch die schwere Zeit, des versiegelten Sharingan gebracht hatte.
Tsunade unterbrach mich nicht ein Mal, sie hörte mir zu und lächelte hin und wieder sanft. Ich erzählte von meinem Siegel, davon, dass ich die Beiden quasi erwischt hatte und mit welchem Glanz in den Augen mir Hikari bereitwillig alles erzählte. Dann kam ich zu dem Tag in dem Wald, zu seinem glücklichen Lächeln, ihrem verliebten Ausdruck und der Harmonie zwischen den Beiden. Und von dem Punkt, den ich mir solange gewünscht hatte, der Tatsache, dass er Pläne für die Zukunft machte, seine Pläne, nur mit ihr. Wie losgelöst und frei er gewirkt hatte, ich zum ersten Mal dachte, dass er endlich anfing zu leben.
Zufrieden lächelnd lehnte sie sich zurück: „Er scheint doch weiter in der Bewältigung zu sein, wie ich dachte..“ Nickend bestätigte ich: „ Ich war unheimlich überraschte davon.. ich gehe davon aus, dass er Hikari sehr viel anvertraut hat.. sie wahrscheinlich über alles Bescheid weiß, was ich...“ ich brach ab, das schlechte Gewissen trieb mir fast die Tränen in die Augen.
„Hira? Das zwischen euch, ist weder sein Fehler, noch deiner... das muss bei euch beiden nur noch ankommen...Ihr seid ein Beispiel von Geschwisterliebe und Zusammenhalt... Ist dir eigentlich klar, was du alles für ihn getan hast? Die selbe Meinung vertritt er übrigens auch...“ Sie zwinkerte mir zu, klatschte in die Hände: „ Wollen wir mal nach ihm sehen?“

Gemeinsam schritten wir durch das Foyer in den anderen Flügel des Krankenhauses, wurden direkt durch gebeten, nachdem Tsunade nach Kakashi fragte. Ich war etwas erschrocken, ihn wieder an den vielen Kabel zu sehen, die Blutdruckmanschette an seinem Arm und die EKG-Kabel an seiner Brust. Er lag mit geschlossenen Augen auf der Liege, hatte allerdings wieder mehr Farbe und schwitzte nicht mehr. Die Hokage schnappte sich die Akte und besah sich die Werte: „ Na das sieht ja wieder besser aus... wir lassen ihm noch ein paar Minuten und dann könnt ihr ihn mit nach Hause nehmen...“ Mein Bruder öffnete sein Lid ein Spalt und sah mich an: „Alles ok bei dir?“
„Na klar... Wenn es dir auch wieder gut geht?“ meine Sorge konnte ich nicht fern halten, weshalb er lächelte: „Für meinen Geschmack.. passiert mir das einfach zu oft in letzter Zeit, die halten schon immer ein Plätzchen frei für mich...“ er lachte rau, ich schmunzelte.
„Tsunade-Sama, ich hätte eine Bitte...“ er sah zu der Hokage auf, welche die Augenbrauen nach oben zog und verwirrt schien: „ Ich würde gern Hira das Haus zeigen...“
Einige Momente überlegte die Hokage: „ Wenn es dir wichtig ist, dann werden wir das Morgen machen...Für heute ist Schluss...“ damit war das Gespräch beendet.
Nach weiteren zehn Minuten, in denen die Schwestern vier Mal die Werte kontrollierten, um sicher zu gehen, dass wirklich alles Ok war, konnten wir tatsächlich das Krankenhaus wieder verlassen.
Kakashi war schweigsam, vergrub die Hände in seinen Taschen und hing offensichtlich seinen Gedanken nach. Ich traute mich nicht so recht zu fragen, was los war, worüber er nachdachte, oder ob es ihm wirklich gut ging. Sein Zustand war gerade erst wieder stabil und ich wollte nicht direkt wieder umdrehen. Hikari neben mir lächelte meinen Bruder an, zupfte an seinem Ärmel und forderte sich seine Hand ein, Augenblicklich veränderte sich alles im Gesicht von Kakashi. Liebevoller Glanz legte sich in sein Auge, ein warmes Lächeln zierte seine Lippen und automatisch begann ich ebenfalls zu grinsen. Die waren schon verdammt süß die Beiden. Auf einmal schien es, als wäre er wieder vollkommen im Reinen mit sich und es machte mich glücklich ihn zu sehen.
Nebenbei erweckte es das Sehnen, selber in den Arm genommen zu werden, ich wünschte mir, dass Tenzou jetzt hier wäre. Zu meinem Leidwesen, hatte man ihn für heute auf eine Mission geschickt, ich war also auf mich allein gestellt und es machte mich traurig.
„Isst du noch mit uns Hira?“ Hikari sah mich von der Seite an, auch Kakashi schien der Vorschlag nicht unrecht, dennoch hatte ich das Gefühl ich würde die beiden stören.
„Das ist wirklich lieb von euch... aber ich glaube ich werde mich bei Tenzou verkriechen, ich bin irgendwie geschafft...“ Kurz tauschten die beiden einen Blick aus, besorgt nickten sie dann jedoch.
„OK.. dir geht es aber gut? Du musst jetzt nicht allein sein, wir können wirklich...“ Kakashi war unsicher, das sah ich ihm an der Nasenspitze an, er traute meiner Aussage nicht so recht und innerlich verdrehte ich die Augen.
„Keine Sorge ich bin wirklich ok... Genießt ihr beide euren Abend, morgen wird es wieder anstrengend....“ Ich wand mich auf der Hauptstraße nach rechts, um Richtung Tenzous Wohnung zu laufen, doch jeder Schritt, der mich von den Beiden entfernte ließ mich tiefer in einen Abgrund sinken. Einsamkeit griff nach mir, das Atmen fiel mir schwer, weshalb ich mich beeilte die Wohnung zu öffnen und von der Straße zu kommen. Tränen bahnten sich den Weg aus meinen Augen, ich schluchzte halb erstickt in meinen Ärmel und bemühte mich an genügend Luft zu gelangen. Panik nahm Besitz von mir, die selbe Panik, die ich immer verspürte, wenn ich hyperventilierte, nur hatte ich einfach keinen Plan, wie ich das verhindern sollte. Ich sank auf die Knie wünschte mir die Arme von Tenzou, oder Kakashi, ein vertrauten Geruch und plötzlich hatte ich zumindest ein Einfall. Ich kroch auf allen Vieren Richtung Badezimmer und griff nach einen von Tenzous Shirts, die hier lagen. Drückte es fest an mich, rollte mich zusammen wie ein Igel, schloss die Augen und beruhigte mich mit seinem Geruch in meiner Nase.
Ich musste eine ganze Weile da gelegen sein, denn irgendwann drangen Geräusche an mein Ohr, Eilige Schritte die auf mich zu kamen und ein entsetztes schnauben über mir.
„Hira? Was ist mit dir? Sag doch was...“ die Stimme von Tenzou drang noch dumpf zu mir durch und doch erreichte sie mich: „Schon gut.. war nur sehr viel...“ Sanft schloss er mich in seine Arme, schaukelte mich, so wie er es von meinem Bruder gelernt hatte sanft hin und her. Mein Wunsch erfüllte sich in seinen Armen zu liegen und ich genoss es in vollen Zügen, als mir ein Detail einfiel: „ Wolltest du nicht erst spät zurück kommen?“ Sein Lachen, vibrierte in seiner Brust: „ Wie spät soll ich denn noch kommen? Es ist bereits 2 Uhr Nachts...“  Seine Hand glitt über meinen Körper und ich konnte förmlich sehen, wie sich seine Züge unzufrieden verzogen: „ Wie lange liegst du denn schon hier? Du bist eiskalt...“
„Oh.. es war früher Nachmittag.. Ich .. tut mir leid... Kakashi und Hikari haben gemeint ich solle nicht alleine sein, sie wollten mich zu sich nehmen.. ich hab gedacht, ich schaff das...“ Kleinlaut, verhinderte ich, dass er sich bewegte, ich wollte nicht, dass er sich von mir entfernte, noch nicht.
Er seufzte müde, weshalb ich nun zum ersten mal aufsah zu ihm. Er folgte meiner stummen Bitte nicht zu weichen, obwohl er selber wahrscheinlich nichts lieber getan hätte als sich hinzulegen. Ich stöhnte genervt, so ein Verhalten kannte ich von Kakashi und ich hatte gerade heute gelernt, dass es sie zerstören könnte, die eigenen Bedürfnisse immer zu unterdrücken.  
„Du siehst aus als solltest du dich schleunigst ins Bett begeben...“ zärtlich strich ich ihm an der Wange entlang. „Wenn ich ehrlich sein soll.. bin ich wirklich sehr müde...“
„Ja, sollst du.. du sollst ehrlich mit mir sein.. und du sollst mir sagen was du brauchst, fühlst, sehnst..bitte.. bitte Tenzou, sei ehrlich zu mir... Wenn ich Mist baue, dann schreie mich an, bist du traurig, rede mit mir, weine... du kannst immer ehrlich sein...“ ich hatte mich gedreht stemmte mich auf seinen Beinen empor, um ihm direkt ins Gesicht sehen zu können und hatte für mich selber den Eindruck manisch zu klingen oder obsessiv. Tenzou hingegen betrachtete mich erschrocken, besorgt und dann leicht amüsiert: „ Na, das Gespräch scheint wirklich sehr aufregend gewesen zu sein...“ behutsam schob er mich von sich, stand auf und streckte mir dann die Hand entgegen: „ OK.. können wir ins Schlafzimmer gehen, ich würde mich wirklich gern lang machen...“ er gähnte und ich strahlte ihn an, ergriff seine Hand, freute mich über seine offenen Worte.
Er erinnerte mich wirklich sehr an meinen Bruder, er wartete bis auch ich mich neben ihn gelegt hatte, er sicher war, dass es mir gut ging, bevor er die Augen schloss und beinahe sofort eingeschlafen war.
Ich lehnte mich ein wenig über ihn, strich ihm einige Sekunden sanft über den Kopf und gab ihm noch ein zärtlichen Kuss auf die Stirn. Er grummelte leise, grinste und kuschelte sich zufrieden an meine Brust. Himmel, mein Bauch kribbelte. Ich nahm meine Streicheleinheiten wieder auf und erfreute mich an den genießerischen Lauten aus seiner Kehle.Ich würde versuchen, bei ihm nicht den selben Fehler zu machen wie bei meinem Bruder. Im Gegenzug würde ich mich bemühen, Kakashi aus unserer traumatisierenden Vergangenheit heraus zu helfen, damit er sich auf eine Zukunft mit Hikari konzentrieren konnte, offen war für Neues und endlich den Alten Ballast abwerfen würde. Ich musste wohl ein geschlafen sein, plötzlich klingelte neben mir der Wecker und Tenzou murrte. Hektisch drückte ich auf dem kleinen Gerät herum, flehte es an endlich still zu sein und beugte mich dann zu meinem Freund herüber: „ Musst du heute Arbeiten?“
Vollkommen zerknautscht blinzelte er mich schlaftrunken an: „ Ne, soll ich dich begleiten?“
Ich grinste schüttelte den Kopf: „ Nein, schlaf du nur noch weiter... wir sehen uns dann später...“ Ich küsste ihn sanft und drückte ihn wieder zurück in sein Kissen, kraulte ihn einige Augenblick, bis ich mir sicher war, dass er tatsächlich wieder schlief und schälte mich so behutsam wie möglich aus meinem Bett.

Das Wetter am heutigen Tag war uns nicht so freundlich gesinnt wie gestern. Dicke schwere Wolken hingen am Himmel, ein frischer Wind fegte durch die Straßen und es kündigte sich ein ordentliches Gewitter an. Innerlich hoffte ich einfach, dass es nicht ein schlechtes Omen darstellte für das Vorhaben, welches wir heute hatten. Kaum trat ich vor das Haus, lösten sich bereits die ersten Tropfen aus der dichten Wolkendecke über mir. Missmutig stieß ich die Lust aus, als sich plötzlich ein Regenschirm über mich schob: „Na na, wegen ein bisschen Regen wird der Tag schon nicht so furchtbar werden...“ eindeutig mein Bruder, warm unverwechselbar, das Licht in meinem dunklen grauen Gedanken. Warum ausgerechnet er immer mich aufmuntern musste, warum ausgerechnet er immer deutlich stärker war als ich, war mir so schleierhaft. Egal wie sehr ich auch versuchte ihm das Wasser reichen zu können, er war der Fels in der Brandung.
Er hatte sich etwas vorgebeugt und sah mir nun von oben in die Augen und lächelte. Neben ihm stand Hikari, er hatte ein Arm um sie gelegt, wahrscheinlich, damit sie nicht dem regen ausgesetzt war. „Kakashi...“ Ich grinste zurück umarmte ihn dann und genoss es das tun zu können ohne Angst haben zu müssen die Kontrolle zu verlieren. Meine Träume und das Gespräch von gestern hatten mich an diesen Umstand in einem unheilvollen Maß erinnert, dass ich gern vergessen hätte.
Überrascht strich er mir über den Rücken und fragte dann vorsichtig: „ Geht es dir gut? Hast du schlecht geschlafen?“ er klang besorgt, weshalb ich ihm nicht erzählen würde, das ich den halben Tag und die halbe Nacht mit einem von Tenzous Shirts im Arm im Badezimmer auf dem Fußboden geschlafen hatte, weil ich nach einer Panikattacke es noch gerade so bis dahin schaffte.
„Es ist alles gut, mach dir nicht immer so viele Gedanken um mich...“ ich stupste ihm gegen die Stirn, er hatte kein Stirnband auf und das nutzte ich schamlos für meine Zwecke: „Viel wichtiger ist, wie geht es dir?“ Kurz veränderten sich Hikaris Züge, sie war nicht ganz so optimistisch wie gestern, wie ich fand, zumindest wirkte es auf mich so. Sie sah bedrückt und irgendwie beunruhigt aus. Mein Bruder hatte sie nicht angesehen, schien aber zu ahnen was in ihr vor sich ging und seufzte schwer: „ Hikari, bitte...“ er löste sein Arm von ihrer Schulter und sah sie direkt an: „ Mir ist das wichtig heute, es wird mich schon nicht zurück werfen..“ ganz sanft unglaublich zärtlich legte er eine Hand an ihre Wange und lächelte. Sie hatte Angst, das war deutlich. Angst, dass er in alte Verhaltensmuster zurückfiel, sich zurück zog, distanzierte und in seinem Schneckenhaus verkroch aus dem sie ihn mit viel Mühe und Geduld herausgelockt hatte. Ich wusste noch von früher wie schwierig es war an meinen Bruder heran zukommen und wie schmerzhaft es sein konnte, gegen die Mauer seiner ANBU – Haltung anzukommen. Die jedoch schien er komplett abgelegt zu haben.
„Ich erwarte, dass du mit mir redest.. wenn es zu viel wird, brechen wir ab..hörst du?“ sie sprach leise, fordernd, flehend. Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn, ließ die Maske jedoch übergezogen, schließlich standen wir auf offener Straße und jeder hätte ihn sehen können. Selbst so sahen einige Schaulustige zu uns herüber, blieben trotz des Wetters kurz stehen und musterten meinen Bruder verwundert. Er ließ sich davon jedoch nicht stören, zog seine Frau wieder näher zu sich: „ Sollen wir? Ich glaube Tsunade-Sama wartet schon auf uns..“

Wir liefen einige Minuten bis wir am Rande des Dorfes auf einen großen Garten zusteuerten. Eine große Eiche war in dem Garten gewachsen, sie wirkte riesenhaft und sehr alt. Kakashi legte eine Hand an den Stamm und lächelte, sagte nichts weiter dazu, doch ich konnte mir denken, dass er diesen Baum wohl noch aus Kindertagen kannte. Das mein Bruder Wald und Baum affin war, wusste ich ja bereits. Direkt neben dem Stamm begann ein kleiner Gartenzaun, er wirkte morsch und verwittert und auch das kleine Gartentor hing nur noch lose in den Angeln. Ein kleiner schlängelnder Weg führte zur Haustür, vor der Tsunade bereits wartete.
Hikari und ich waren bereits durch das Tor getreten, als uns auffiel, dass Kakahsi stehen geblieben war. Natürlich, ich hatte vergessen, dass es für ihn komplett anders war als für mich. Ich war neugierig, interessiert und ging ahnungslos meinen Weg. Er hingegen schritt nicht einfach nur durch einen Garten sonder er durchquerte ein Stück seiner Vergangenheit, einer Vergangenheit, die er zu lange hatte ruhen lassen. Sein Hände verkrampften sich, doch er folgte nun langsam.
Weder Hikari noch Tsunade sagten etwas, sie warteten geduldig bis er soweit war und ich beschloss mich einfach ihrem Verhalten anzuschließen, schließlich wollte ich nicht der Grund sein, dass wir unser Vorhaben direkt abbrechen müssen.
„Bekomme bitte kein Schreck Hira, der Strom funktioniert nicht und durch die Wetterverhältnisse ist es recht dunkel...“ Tsundae trat beiseite und ließ Kakashi an die Tür, er zog einen Schlüssel aus der Hosentasche und öffnete. Ich musterte ihn, schüttelte im nächsten Moment den Kopf, er wollte das, ihm war es wichtig und ich würde mich auf das konzentrieren, was er mir zeigen wollte. Kaum hatten wir das Haus betreten erschien in seiner Hand eine kleine tanzende Flamme, sie spende flackernd Licht und er setzte das kleine Flämmchen auf einen Holzstapel, der im Kamin gelegen war, als wäre er erst gestern hier gewesen und hätte Vorkehrungen für Besuch getroffen. Überhaupt, wenn man sich die Staubschichten, die Spinnweben und den muffigen Geruch wegdenken würde, sah es hier aus, als hätte man alles stehen und liegen lassen um nur kurz etwas zu besorgen.
Ich zuckte zusammen mein schweifender Blick blieb an dem Ort hängen an dem Kakashi in meiner Vision in Minatos Armen zusammengebrochen war. Diese Tür musste also der Zugang zu dem Raum sein, in dem Vater gestorben war. Ich spürte wie mein Chakra pulsierte, es strömte aus mir heraus und übernahm die Führung. Wie auch schon im Krankenhaus, musste ich folgen, wie eine Marionette, es schien mich zu ziehen, ich hatte keine Möglichkeit mich zurückzuhalten.
„Kakashi?..“ ich fiepste eher, als dass ich festen Klang in meine Stimme bringen konnte, hatte aber augenblicklich seine Aufmerksamkeit. Meine Schuhe schliffen über den Boden, die Kraft zog mich wie von Geisterhand zu dem Raum hinüber und erneut versuchte ich um Hilfe zu bitten: „..Hilf mir.. ich kann nichts machen...“ Zu meinem Leidwesen, schien er wie erstarrt, auch Tsunade besah sich das Schauspiel mit weit aufgerissenen Augen und Hikari schlug sich die Hände vor den Mund.
„Kakashi..Bruder.. was soll ich machen...?“ erst jetzt mit dem Beben in meiner Stimme konnte ich ihn aus seiner Trance befreien, er sprang über das Sofa hinweg, welches uns von einander trennte und ergriff meine Hand. Mein Chakra strömte auf ihn über, zwang ihn nun selber die Tür zu öffnen und gab ihm keinen Freiraum für eine Flucht.
Das Holz knarzte leicht, während draußen der Sturm tobte, Blitze zuckten über den Himmel und erhellten das Innere des Raumes immer wieder für kurze Augenblicke.  Dicht an meinem Ohr hörte ich das hektisch, angestrengte Atmen meines Bruders.
Ich sah zu ihm auf, Schweiß stand ihm auf der Stirn und seine Hand zitterte, es verlangte ihm gerade alles ab, das wusste ich und doch konnten wir uns dem nicht entziehen.
Hikari legte ihre Hand an seine Schulter, zuckte zurück, als ein Blitz von ihm ausgehend, in ihre Richtung schlug. Irgendetwas wollte verhindern, dass wir gestört wurden, so viel war sicher.
Die Dielen ächzten, die Tür quietschte leise, während Kakashi beim Aufschwingen der Tür leer schluckte. Der Raum lag im Stockdunklen, ein Anblick den er von Früher kannte, erst als er damals das Licht eingeschaltet hatte, konnte er das Ausmaß erkennen, was sich vor seinen Füßen erstreckt hatte. Er riss sich zusammen, verhinderte offensichtlich, dass seine Gefühle mit ihm durch gingen. Mein Chakra bewegte meine Hand nach vor, bildete einige Züngelnde Blitze auf ihr und entließ diese Richtung Deckenlampe. Mit einem Lauten Krachen, einem zischen sprang sie an und erhellte innerhalb von Sekundenbruchteilen den gesamten Raum. Ich hielt die Luft an, in der Erwartung ich würde einen riesigen Fleck auf dem Boden erblicken, die Überreste unseres Vaters, doch der Boden war wohl getauscht worden. Meine Aufmerksamkeit richtete sich auf Kakashi, der schwer atmend neben mir stand und auf eine ganz bestimmte Stelle in dem Raum starrte, als würde er das erblicken, vor sich sehen, was ich erwartet hatte. Er zitterte verstört, fragte mich, was er wohl sah und kein Wimpernschlag später lagen geführt durch meine Energie meine Hände an seinem Gesicht.
Blitze zuckten an uns vorbei, das Licht verging und mit jedem weiteren blauen Aufleben der Energie vor dem Haus, erhaschte ich ein Blick auf das, was mein Bruder in diesem Raum sah.
Blut quoll in dicken Güssen über den Boden, besudelte zwei Drittel der ausgelegten Tatami Matten.
Aus dem Körper, der zusammengekrümmt auf dem Boden kauerte ragte mahnend die Klinge eines Schwertes empor, welche unheilvoll wirkend die Blitze des Unwetters reflektierte.
Ein erstickter Laut entkam meinem Bruder, er musste sich zurückversetzt fühlen, wollte sich dem entziehen, doch ließ mein Chakra ihn nicht gehen. Gezwungen sich den Körper weiterhin anzusehen wurde er an Ort und Stelle gehalten, er sank in die Knie, stieß einen verzweifeltes Stöhnen aus und kauerte neben dem Toten am Boden.  
Mir wurde selber leicht flau, das viele Blut vor meinen Füßen beförderte die Übelkeit zutage, die sich stets einstellte, wenn ich mit dem roten Lebenssaft in Kontakt kam. Die Szene war genau wie damals im Krankenhaus, als ich ihn aus seinem Unterbewusstsein heraus holte und ich ahnte was mein Chakra beabsichtigte. Nein, es war nicht mein Chakra, sondern ich, das wurde mir langsam bewusst. Mein Unterbewusstsein wollte mein Bruder nicht quälen, es wollte, dass mein Bruder sich aktiv damit auseinandersetzt um die Chance zu erhalten es zu verarbeiten und genau das geschah hier. Ihm wurde die Situation im Bewussten Zustand vor Augen geführt.
Mit der Akzeptanz für die Situation und das Verständnis dafür, was hier gerade passierte, löste ich mich aus der Gewalt, die ich mir selber auferlegt hatte und sank neben ihn. Seine Augen waren entsetzt geweitet, die Kälte der Einsamkeit, die er empfand, umgab ihn, weshalb ich ihn in die Arme schloss, deutlich machte, dass er nicht alleine war. Er sollte bewusst erleben nicht alleine zu sein, auch wenn er verlassen wurde. Es dauerte, doch irgendwann schlossen sich auch seine Arme um mich, er vergrub seinen Kopf in meinen Haaren, wie er es immer machte wenn er meine Nähe brauchte und ich gewährte sie ihm. Minuten lang verharrten wir in der Position, er erzählte mir leise flüsternd Geschichten von Vater, wie er war, wie Kakahsi selbst seine Kindheit bis zum Zeitpunkt des Todes von Vater empfand und dass er sich nie wirklich daran hatte erinnern können, wie er damals aus diesem Haus gekommen war. Ich hörte ihm zu, ließ ihn reden, musste bei einigen Stellen seiner Erzählung sogar gemeinsam mit ihm lachen.
Irgendwann pausierte er seine Geschichte, löste sich von mir und sah mir an: „Danke Hira... alleine hätte ich das wahrscheinlich nicht geschafft...“ er lächelte mich aufrichtig an, frei und losgelöst, fuhr noch einmal am Boden über die Stelle an der Vater gelegen hatte, nun aber nur die neuen Tatami Matten lagen und verabschiedete sich mit dieser Geste ein letztes Mal.

Die Tür blieb offen stehen, als wir den Raum verlassen hatten und er führte uns durch das gesamte Haus. Sammelte hier und dort einige Fotoalben ein und reichte sie mir. Er war enthusiastisch, schien befreit von dem Schatten unseres Vaters und grinste sogar, als er sein eigenes altes Kinderzimmer betrat. Hikari und Tsunade waren uns gefolgt, wie ich erfuhr, hatten sie das Haus zwar einige Tage zuvor betreten, dennoch war er nicht groß in der Lage gewesen hindurch zulaufen und hatte relativ schnell abgebrochen. Nun griff er nach Hikaris Hand und deutete in das Zimmer hinein: „Was meinst du? Würde sich das in dienen Augen auch als Kinderzimmer anbieten?“ er lächelte nervös, spielte mit einer ihrer dunklen Strähnen und kratzte sich verlegen an der Wange.
„Kakashi das Haus ist wunderschön...“ Sie strahlte ihn an, während er unsicher nachsetzte: „Ich weiß, dass hier einiges gemacht werden muss, wir bräuchten neue Möbel und eine neue Heizung, den größten Teil der Renovierungen könnte ich alleine machen, wenn du dir wegen der Kosten Gedanken machst und wenn wir wirklich Kinder bekommen sollten, dann gäbe es einen großen Garten...“ Lachend Küsste sie ihn, strich ihm zärtlich über die Wange: „Du brauchst es mir nicht zu verkaufen, wenn du es möchtest und es für Hira in Ordnung ist, dann richten wir uns das Haus gern her...Wirklich, ich finde es wunderschön..es ist perfekt...“
Er lachte kurz auf: „Tut mir leid, ich bin wohl doch etwas nervös...“ Sein Kopf schmiegte sich an ihre Hand: „...Ich halte es für den richtigen Weg Hikari...“
Ja, ich gebe es zu, die Beiden wirkten unglaublich glücklich und ich heulte. Von Herzen gönnte ich den Beiden ihr Glück, wünschte mir tatsächlich Tante zu werden und die Kleine Hatake-Familie hier in diesem Haus besuchen zu können: „Es ist eine wundervolle Vorstellung, wir helfen euch bei den Renovierungsarbeiten...“ Ich lachte und heulte gleichzeitig, während draußen der Sturm tobte. Wir saßen hier wohl noch eine Weile fest, weshalb wir uns an den Kamin setzten und in den Fotoalben blätterten. Mein Bruder war schon als Kind wirklich hübsch und äußerst niedlich. Außerdem konnte man auf einigen Bildern klar erkennen, dass er Energie hatte für zehn und unheimlich wissbegierig schien. Erst auf den Bildern kurz vor dem Tod unseres Vaters, wurde deutlich, dass die Schwermut ihn ergriffen hatte, er lachte kaum mehr, der Blick traurig und verschlossen, bevor die Bilder endeten. Eines der Bilder nahm er aus dem Album und betrachtete es sich eingehend, ließ es dann sinken und lehnte sich müde zurück: „ Das hier ist das letzte Bild was Vater gemacht hat, zwei Tage vor seinem Tod.. Ich erinnere mich daran, als wäre es gestern gewesen.. dabei ist es schon so lange her..“
„Also ich bin beeindruckt ihr beiden.. das Tempo, was ihr vorlegt ist Wahnsinn...“ Tsunade meldete sich nun zum ersten Mal wieder zu Wort, sie schien zufrieden mit dem Verlauf unserer Therapie und versicherte uns, dass wir auf dem richtigen Weg waren.

Beim verlassen des Hauses, strahlte uns die Sonne entgegen, das Unwetter war abgezogen. Mein Bruder legte einen Arm um Hikari und bleib mit ihr einige Sekunden vor dem Haus stehen. Zärtlich beugte er sich vor und flüsterte ihr ins Ohr, sie lächelte verlegen, wurde sogar leicht rot.
Der Sturm, der in seinem Inneren gewütet hatte schien vorübergezogen und der Anblick war wundervoll.
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