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Hira

von Kitana02
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.10.2021
27
167.243
12
Alle Kapitel
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14.10.2021 7.110
 
So ihr Lieben,
die letzten Kapitel stehen an.
Ich hoffe ihr habt noch spaß beim Lesen.
Liebste Grüße und aufgepasst, weiter gehts.
Kitana

27.

Am nächsten Tag merkte man bereits, dass sich mein Bruder besser fühlte. Hikari erwischte ihn dabei, wie er Missionsberichte korrigierte und anscheinend so einen Grund suchte, die Wohnung verlassen zu können. Wütend funkelte sie ihn an. Das Schauspiel war beeindruckend und ich saß tatsächlich in der ersten Reihe, grinste vor mich hin, wie ein Honigkuchenpferd.
„Du sollst dich noch schonen hieß es....“
Er hob beschwichtigend die Hände: „Mir geht es wirklich besser..“
Sie stutzte legte die Stirn in Falten und trat näher heran. Ihre Hände in die Hüfte gestemmt: „ Setz dich hin und Fieber messen..“
Resignierend gehorchte er, legte sich das Thermometer unter die Zunge und wartete, bis das Messgerät den inzwischen bekannten Ton von sich gab.
Zornig zeigte sie ihm die Anzeige: „Von wegen es geht dir besser...“
Bei ihrem Blick zog selbst ich den Kopf ein, während mein Bruder weiter in die Kissen sank. Hikari hatte ja recht, er fieberte noch immer, konnte aber auch verstehen wie sehr mein Bruder das nerven musste. Seit fast einer Woche lag er artig auf der Couch, er sah auch deutlich besser aus, doch richtig fit war er halt noch nicht.
Lächelnd umfasste sie sein Gesicht und küsste ihn zärtlich: „Warum bist du so ungeduldig...?“
Er seufzte leise, strich sich dann über die Haare: „Ich glaub ich brauche einfach mal wieder etwas frische Luft...vielleicht könnten wir wenigstens einen kleinen Spaziergang machen..Hikari?“
flehend sah er sie an, es musste wirklich schwer für ihn sein, sich ruhig zu verhalten und im Grunde  können wir wirklich stolz auf ihn sein, dass er die letzten vier Tage so artig gewesen war.
Plötzlich änderte sich die Situation für mich, wo ich noch eben stummer Betrachter der Szenerie war, richteten sich nun die Blicke beider auf mich. Augenblicklich erstarb das Lächeln auf meinen Zügen.
„Hira, was meinst du?“ Der Blick meines Bruders lag bittend auf mir, er schien mir sagen zu wollen: „Wehe du lässt mich jetzt hängen“ weshalb ich nicht widerstehen konnte.
„Etwas frische Luft hat noch keinem Geschadet glaube ich.. Unter der Bedingung, dass Tenzou uns begleitet, falls etwas wäre, hätten wir gleich eine Transportmöglichkeit für dich..“ Entschuldigend lächelte ich Hikari an, sie sagte aber auch nichts weiter dazu, sondern fügte sich.
Eine Stunde später traten wir alle gemeinsam aus dem Haus. Tenzou erwartete uns bereits, musterte meinen Bruder jedoch skeptisch. Kakashi hatte sich freiwillig eine Jacke übergezogen, er zog die Schultern näher an seinen Körper und steckte seine Hände in die Taschen. Ich wusste das er fror, gleichzeitig schien er es aber zu genießen. Er strahlte regelrecht, als wir Richtung Wald abbogen. Mein Bruder war schon immer sehr Wald affin gewesen, mochte den Geruch, das Rauschen der Blätter im Wind. Es war als würde er nach Hause kommen, er lächelte leicht unter seiner Maske und atmete tief durch, ich war mir sicher, dass es ihm gut tat. Zumindest bis zu diesem Zeitpunkt.
Eine halbe Stunde später, schien es ihm nicht mehr richtig gut zu gehen, umfasste Hikaris Hand und ließ sich mit ihr zurück fallen. Ich konnte erkennen wie er ihr bedeutete, dass er sich setzen wollte, sie nickte und gönnte ihm die Pause. Gemeinsam setzten sie sich neben einen Baum, Kakashi lehnte sich gegen den Stamm und schloss die Augen.
Tenzou schob seine Finger in meine und riss mich aus meinen Gedanken: „Komm, lassen wir den Beiden einige Minuten...soll er verschnaufen bevor wir zurück gehen..“
Das Laub knirschte und raschelte leise unter unseren Füßen, ich erfreute mich an dem Farbenspiel des Lichts und der bunten Blätter, bis wir uns dann langsam wieder auf den Weg zu Hikari und Kakashi machten.
Mein Bruder lag in Hikaris Schoß, er spielte mit einer Strähne ihrer langen dunklen Haare, während sie verliebt lächelnd dem lauschte, was er sagte und ihn sanft streichelte. Ich konnte hören, wie er von Urlaub sprach, von Dingen die er ihr gern zeigen wollte, er sprühte vor Tatendrang und es trieb mir die Tränen in die Augen. Endlich begann er zu leben, machte Pläne für die Zukunft. Seine und Ihre Zukunft.
Erst als ich mich über ihn beugte, er mich direkt musterte richtete er sich besorgt auf: „Was ist mit dir?“ Die beiden Männer sahen sich fragend an, blickten dann hilfesuchend zu Hikari.
„Schon gut, wirklich....es ist nur das erste Mal, dass Kakashi über Seine Zukunft nach denkt, Pläne macht und glücklich ist....es macht mich auch glücklich..“ Da stand ich nun in Mitten des Waldes von Konoha und heulte Rotz und Wasser. Tenzou schloss mich in seine Arme, übergab mich dann meinem Bruder, nachdem er endlich auf die Beine gekommen war.
„Hira, die Tatsache, dass du wieder bei uns bist, gibt mir Auftrieb...Und dieses ganze leidige Thema um Danzou hat auch etwas ganz wunderbares hervorgebracht...“ Ich wusste im ersten Moment nicht worauf er hinaus wollte, verwirrt sah ich zu ihm auf. Mit einer Kopfbewegung deutete er auf Hikari: „Ohne dein störrisches Verhalten, hätte ich sie wahrscheinlich nicht wieder gesehen....Am Ende hab ich euch beide bekommen... Mir fehlt es an nichts...“ Er lächelte, wirkte frei, losgelöst und rund um zufrieden. Es war unglaublich ihn so zu sehen und so wie ich es empfand, empfanden es auch die anderen Beiden. Himmel wenn Mana-san oder Minato ihn so sehen könnten, oder Vater, wenn Vater ihn so gesehen hätte. Kakashi hatte sich von ganz unten wieder an die Oberfläche gekämpft, vielleicht hätte es auch Vater motiviert durchzuhalten und wieder ans Licht zu kommen.
Einig weitere Minuten später schlang Kakashi sich seine Jacke enger um die Schultern: „Ich glaube mir reicht es für heute..“
Tenzou und Hikari waren augenblicklich alarmiert, sie traten näher an ihn heran und waren auf alles gefasst. Sie fragten ihn gefühlte 100 Mal ob es ihm wirklich gut ging.
Kakashi lachte herzhaft auf, versicherte, dass er sich zwar müde fühlte, ihm aber einfach nur kalt war und er deshalb zurück gehen mochte. Ich genoss den ausgelassenen Anblick meiner drei Lieblingsmenschen, es war einfach nur wundervoll.

Zurück in unserer Wohnung, ließ mein Bruder sich sofort auf der Couch nieder, er meinte, dass sein Kreislauf sich etwas beansprucht fühlen würde und streckte sich aus.
„Ich muss nur kurz die Füße hochlegen, geht gleich wieder...“ Er legte sich den Arm über die Augen und lächelte Hikari aufmunternd an, natürlich war sie besorgt und ich war es nicht minder, seine Gesichtsfarbe war ihm beinahe komplett gewichen.
Aus dem nur kurz die Beine hochlegen, wurde ein 2 Stunden Nickerchen. Wir alle bissen uns auf die Zunge, sagten nichts weiter dazu, schließlich war er definitiv noch nicht wieder gesund.
Im Nachhinein hatte ich ein schlechtes Gewissen, Kakashi kam nach unserem Spaziergang nicht mehr richtig auf die Füße. Er setzte sich zum essen zu uns, rührte seines jedoch nicht an und bat kurz darauf ihn zu entschuldigen. Seufzend sahen wir ihm nach, der Tag war für ihn gelaufen.
Tenzou und ich hatten beschlossen, Hikari heute ein bisschen auf andere Gedanken zu bringen, wir liehen uns Filme aus und schauten sie uns gemeinsam an, bis wir alle vor dem Fernseher fast einschliefen. Ich vergewisserte mich, als Hikari sich im Bad fertig machte, dass es Kakashi soweit gut ging, kniete mich vor sein Bett und betrachtete ihn eine Weile. Fröstelnd schlang er die Decke über seinen Körper, versuchte seinem Frieren entgegen zu wirken. Meine Hand glitt an seine Stirn, bevor ich mich in meinem Verdacht bestätigt fühlte und resignierend den Kopf hängen ließ. Die körperliche Belastung hatte sein Fieber nicht besser gemacht, doch für seinen Kopf war das heute unglaublich wichtig gewesen. Einige Minuten Freiheit, Glücksgefühle und friedliche Augenblicke.
Hikari schloss ihn fest in die Arme, während er sich an sie drängte und zufrieden ihren Duft einzog.
Ich war überzeugt, in den nächsten Tagen würde er wieder fit sein.

Den Tag darauf war ich kaum zuhause, Tenzou hatte es sich zur Aufgabe gemacht mir endlich das beizubringen, was ich schon immer lernen wollte. Ich sollte lernen wie ich mein Chakra gleichmäßig in den Füßen verteilen konnte, um wie er und mein Bruder über die Dächer und Bäume zu springen. Ein Wunsch den ich schon lange hegte. Es sah so unglaublich leicht aus, wie die beiden das machten, um so tiefer war der Fall, als ich es einfach nicht schaffte. Der Frust stieg bei mir und ich wurde ungeduldig mit mir selber. Nun hatte ich diese enorme Menge an Chakra und war doch nicht in der Lage irgendetwas damit anzufangen. Mein Bruder hatte sein Leben riskiert um mir zu ermöglichen es nutzen zu können und ich war einfach unfähig. Irgendwann schloss Tenzou mich fest in seine Arme, nachdem er verhindert hatte, dass ich mich zum hundertsten Mal heute auf die Nase legte und flüsterte mir liebevoll ins Ohr: „ Das hat keiner bisher einfach so geschafft, dass muss man üben also bleib ruhig.. je mehr du dich aufregst, desto weniger Kontrolle kannst du aufbauen.. beruhige dich atme tief durch und dann noch mal...“
Am ende des Tages war ich doch verdammt stolz, ich schaffte es auf einen Baum und konnte mich tatsächlich 10 Sekunden halten, bevor ich elegant wie fallendes Obst hinunter segelte. Mein Freund nahm es mit Humor und ließ sich nach der 400. Wiederholung mit mir zurück ins Gras sinken.    
Tenzou und ich hatten beschlossen, dass ich heute Nacht bei ihm bleiben würde, er ging vor um schon mal was zum essen vorzubereiten und ich wollte schnell zurück zu Kakahsi. Ich brauchte dringend neue Kleidung, ich war schmutzig, so richtig schmutzig. Zu Hause angekommen begrüßte mich Kakashi, er lag artig auf der Couch und las in einem Buch, grinste mich wissend an, als ich mir nur einen Rucksack packte und wieder verschwand.
Was soll ich sagen, wenn man erst mal gewissen Dinge raus hat, probiert man sich aus, die Nacht war kurz aber unglaublich schön. Zu meinem Leidwesen dachte ich erst am nächsten Morgen an die kleine Tatsache, dass ich ja noch immer das Siegel trug und mein Bruder dementsprechend ganz genau wusste, was wir getrieben hatten. Ich hoffte nur inständig, dass er dieses Mal sein Kommentar für sich behalten würde und schickte mir innerlich eine Memo, dass wir dringend das Siegel lösen mussten, schon alleine zum Schutz von Tenzous Nerven.

An meinem zweiten Trainingstag feierte ich für mich einen echten Erfolg. Ich brachte mich auf einen Ast und schaffte es mich oben zu halten. Kurz ruderte ich, bevor ich festen Halt fand, es sah also nicht ganz so elegant aus wie bei Tenzou, dennoch freute ich mich wie ein kleines Kind.
„Schau mal, ich bin oben, ich bin wirklich oben...“ ich grinste breit und war unendlich stolz.
Tenzou war wie mein Bruder und schaffte es innerhalb eines Satzes mich auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Er lachte unter mir und rief mir zu: „Prima, wie kommst du jetzt wieder runter?“ Mein Grinsen erstarb, ich stutzte: „Das erklärst du mir sicher gleich...“
Erneut lachend meinte er nur trocken: „Da gibt es nicht viel zu erklären, spring einfach..“
„Nur wenn du mich auffängst..“ murrte ich, schmollte, denn er wollte, dass ich alleine landete.
Was soll's, dachte ich bei mir, bückte mich und versuchte mich zu konzentrieren, dann sprang ich. Beeindruckt nickend stand mein Freund neben mir, es musste also besser ausgesehen haben als es sich anfühlte, mein Herz schlug mir noch immer bis zum Hals. Gekonnt versuchte ich unbeeindruckt zu tun, richtete mir die Haare etwas  und bemühte mich mir nicht anmerken zu lassen, dass ich mir fast in die Hose gemacht hätte. Nun gut, nach den nächsten Wiederholung bekam ich langsam ein Gefühl dafür und traute mir immer mehr zu.
Vor Freude und Dankbarkeit fiel ich ihm Abends um den Hals, ich küsste ihn fordernd und spürte auch gleich, dass er nicht abgeneigt war, nach Hause zu gehen. Wir hielten uns an den besprochenen Plan, weshalb sich unser Weg vorerst trennte.
Für uns war schon heute Morgen beschlossene Sache, dass ich mich an Kakashi wenden würde, er sollte das Siegel lösen. Wir wollten ihn mit unserer Beziehung nicht unnötig belästigen und je nach seinem Gesundheitszustand würde ich ihn direkt darum bitten. Kurz hielt ich inne, wenn er mir noch nicht fit genug erschien, würden wir unsere „Aktivitäten“ vorerst einschränken. Man durfte nicht vergessen Tenzou und ich waren frisch verliebt, das wollten wir auskosten, doch nicht auf dem Rücken von Kakashi.

Vor der Wohnungstür beschlich mich ein merkwürdiges Gefühl. Mein Körper kribbelte, mir wurde heiß und ich lehnte mich einige Sekunden leicht schwindelig gegen die Wand hinter mir. Mein Nacken brannte leicht, das Kribbeln wurde intensiver, überrollte mich wie eine Welle und flaute dann wieder ab. Es war eigenartig, nicht wirklich unangenehm oder schmerzhaft, ich konnte das Gefühl einfach nicht zuordnen. Es beschäftigte mich, weshalb ich beim Eintreten in die Wohnung tief in mich hinein hörte, wunderte mich erst im zweiten Moment, dass weder von Hikari noch von meinem Bruder etwas zu sehen war. Ich schaute verwirrt auf die Uhr, doch es war wirklich erst früher Abend, die Beiden konnten also noch nicht schlafen gegangen sein.
Erschrocken fuhr ich zusammen, konnte es vielleicht sein, dass mein Bruder endlich über seinen Schatten springen konnte und die Beiden aus anderen Gründen im Schlafzimmer waren? Auch wenn es mir etwas unangenehm war die beiden erwischt zu haben, lieber hätte ich ihnen die Privatsphäre gegönnt, begann ich breit zu grinsen. Ich freute mich wirklich, dass Kakashi es wohl endlich geschafft hatte sich Hikari auch wieder körperlich zu nähern. Unschlüssig stand ich in der Gegend herum, sollte ich warten oder lieber gleich wieder gehen? Die Frage wurde mir abgenommen, als sich die Schlafzimmertür öffnete und Hikari, ohne Notiz von mir zu nehmen mit dem Shirt von Kakashi bekleidet im Badezimmer verschwand.
Leise schlich ich mich näher heran, erhaschte ein Blick auf meinen Bruder. Er lag Arme und Beine von sich gestreckt auf der Matratze, nur wenig bedeckt von seiner Decke, rührte sich nicht und ich vermutete, dass es doch alles noch ein wenig anstrengend war für ihn. Es war zumindest nicht unangenehm gewesen, um es mit seinen Worten auszudrücken, das hatte ich ja spüren können. Erneut grinste ich in mich hinein, als hinter mir die Tür aufging und Hikari mich knallrot im Gesicht erschrocken musterte: „Oh bei Kami, Hira...Wir haben gedacht du....Himmel“ sie schlug sich die Hände vor das Gesicht. Mit einem aufrichtigen Lächeln auf den Lippen schlang ich meine Arme um sie: „Das muss dir nicht peinlich sein....Ich bin eben erst zur Tür rein...“ Inständig hoffend nicht in ein Fettnäpfchen zu treten, musste ich ihr dennoch unbedingt sagen wie sehr ich mich freute: „Ich freu mich so, dass Kakashi es endlich über sich gebracht hat..“ ich meinte es wirklich so. Meinen Begrenzten Erfahrungen nach, war es ein Bedürfnis, dass vor allem bei Männern einen gewissen Druck fabrizierte und Kakahsi war nun mit Hikari seit mehreren Jahren zusammen, schaffte es aber nicht seinen körperlichen Bedürfnissen Raum zu verschaffen.
Entgegen meiner Befürchtungen ergriff sie meine Hände und strahlte über beide Wangen. Sie wollte unbedingt erzählen, weshalb wir uns leise ins Wohnzimmer begaben und uns auf die Couch setzen.
„Wie kam es denn dazu...?“ Ich signalisierte ihr, dass ich gern zuhören würde, gleichzeitig wusste ich wie sensibel dieses Thema vor allem im Bezug auf den Beginn der Beziehung von Hiakri und meinem Bruder war.
„Ich weiß nicht, wir haben uns geküsst und irgendwie hat es sich ergeben, dass er nicht an der Stelle abgebrochen hat, wo er normalerweise erschrocken zurück weicht...“ sie strahlte so viel Glück aus, dass ich mir die Frage, ob er gut zu ihr war eigentlich sparen konnte. Ich wusste, dass es schön für ihn gewesen war, zumindest naja das Ende, weshalb ich doch fragte: „ Wie hat es sich für dich angefühlt? Ich meine, nach dem, wie es das erste Mal ablief..?“
„Hira, es war als wäre es unser erste Mal...Er war einfühlsam, zärtlich und ausschließlich darauf bedacht nichts zu tun, was mir unangenehm wäre..dein Bruder eben...“ Wir lachten gemeinsam, bevor sie fortfuhr: „ Er war so anders... Und ich denke es muss sich auch für ihn ganz anders angefühlt haben, als unter dem Medikamenten Einfluss...“ traurig senkte sie ihren Blick, knetete nervös ihre Hände. „Was hast du Hikari..?“
Sie lachte Bitter: „ Ich hoffe es war schön für ihn... Schon allein die Tatsache es zu versuchen muss ihm einiges abverlangt haben.... Irgendwie hab ich das Gefühl, als hätte ich ihn gedrängt...“
Meine Augenbraue wanderte nach oben: „Wie meinst du das..?“
Sie lächelte verlegen: „ Wir haben erst gestern das Gespräch gehabt... Nun ja, eure Aktivitäten sind an ihm nicht ganz Spurlos vorüber gegangen...“ sie räusperte sich peinlich berührt, sprach dann doch aus, was sie sagen wollte: „ ich wollte ihm „behilflich“ sein, doch hat er es verweigert... Er ist kalt Duschen gegangen...Ich habe ihn noch mal danach gefragt, warum er sich nicht auf mich einlassen kann.. es hat ihn ziemlich beschäftigt...“
Mist, dachte ich. Wir hatten mit unserem Verhalten genau das heraufbeschworen, was ich eigentlich nicht gewollt hatte. Wir hatten ihn mit unseren Liebeleien in eine unschöne Situation gebracht und das wieder ein Mal, weil ich nicht nachgedacht hatte. Einige Momente schwiegen wir und hingen unseren Gedanken nach, als sich plötzlich im Schlafzimmer etwas regte.
„Hikari?“ Die verschlafene Stimme meines Bruders hörte sich trotz der Schlaftrunkenheit deutlich besorgt an und ich verdrehte innerlich die Augen. Er stöhnte leise auf, quälte sich, so wie es klang, aus dem Bett um nach seiner Frau zu sehen, erschien dann mit einer sorgenvollen Miene im Wohnzimmer. Die Zweifel standen ihm ins Gesicht geschrieben, ängstlich doch etwas falsch gemacht zu haben setzte er an: „Ist mit dir alles in Ordnung...?“ Er wagte sich nicht näher heran, konnte offensichtlich die Situation nicht einschätzen und hielt sich daher zurück. Seine Sorgen sie könnte sich an die Vergewaltigung zurück erinnern und ihn daher nicht ertragen spukte in seinem Kopf umher, das konnte ich sehen. Zudem war es wahrscheinlich ein schlechtes Signal für ihn, dass ich neben ihr auf der Couch saß und wir uns angestrengt unterhalten hatten. Nun galt es die Lage aufzulösen, bevor er sich in etwas verrannte, was nicht da war. Ich sprang auf und küsste ihn auf die Wange: „Schau nicht so besorgt.. ich bin zufällig hier und habe sie mit Mädchenkram abgelenkt.. sie gehört gleich wieder dir...“ Irritiert sah er mich an, bevor sich dann peinlich berührt seine Gesichtsfarbe änderte, er hatte diese Detail wohl eben so wenig bedacht wie ich. „Oh..“ war das einzige was er dazu sagte und kratzte sich dann am Hinterkopf.
„Es ist wohl wirklich an der Zeit das zu ändern...“ Ich zwinkerte ihm zu, schritt an ihm vorbei und ging kurz ins Bad, ließ den Beiden den Freiraum, den sie gerade benötigten.
Unbeabsichtigt belauschte ich das Gespräch zwischen den Beiden. Ich hörte wie Hikari sich von der Couch erhob und zu Kakashi herüber schritt, er seufzte traurig: „Hab ich etwas falsch gemacht? Hab ich dir weh getan? Wenn, dann..“ ich hörte wie sie leise lachte, er dann einen erstaunten Laut von sich gab, sie hatte ihn wohl geküsst um ihn zum schweigen zu bringen: „ Sei endlich still.. du hast nichts dergleichen ...Für mich war es wundervoll...“
Ich konnte förmlich sehen wie seine Augenbrauen nach oben wanderten. „Aber?“ skeptisch bat er sie weiter zu erzählen, was sie auf dem Herzen hatte.
„Wie war es für dich? Ich wollte dich nicht bedrängen...“ Er lachte leise, rau und absolut frei: „Das hast du nicht... Ich bin froh, dass wir nun endlich einen Weg gefunden haben... so langsam hab ich es kaum mehr ausgehalten...“ Die Stimmfarbe die er anschlug, machten gewisse Absichten deutlich, das kannte ich inzwischen von Tenzou und ich war der Meinung es dieses Mal leider unterbinden zu müssen. Geräuschvoll öffnete ich die Tür und die beiden fuhren erschrocken auseinander, sie hatten offensichtlich ausgeblendet, dass ich mich noch immer in der Wohnung befand.
„Wir sollten vielleicht noch schnell...Ich möchte nicht indiskret sein Kakashi, ich finde es wirklich gut zu wissen, dass es schön ist.. aber vielleicht erzählst du es mir lieber...“ Grinsend deutete ich in meinen Nacken, er nickte: „ Das sollten wir dann lieber auf morgen verschieben, da ich nicht genau weiß, was es bei dir bewirkt, wäre es einfach zu gefährlich...“ Verstehend seufzte ich, verabschiedete mich dann.

Kurz vor Tenzous Wohnung jedoch überkam mich erneut das Komische Gefühl und ich schüttelte Grinsend den Kopf, da konnte es wohl wirklich einer nicht mehr aushalten. Ich schwor mir ihm das irgendwann noch mal unter die Nase zu reiben, setzte ein fieses Grinsen auf und freute mich doch innerlich, dass mein Bruder sich nahm was er begehrte. Das war gut für die Beiden und ein bisschen Spaß gönnte ich ihnen von Herzen. Ich würde es ihnen noch mehr gönnen, wenn ich es nicht live miterleben müsste, dass mein Bruder seinen Höhepunkt erreicht hatte. Kurz hielt ich inne, verwarf diesen Gedanken und den Gedanken daran, dass ich gestern mit Tenzou ebenfalls genossen hatte, mein Bruder da leider in der ersten Reihe saß. Meine Hand klatschte leise gegen meine Stirn, während ich die Wohnung aufschloss und in das erwartungsvolle Gesicht meines Freundes sah.
„Wir können das Siegel erst morgen lösen.. In der Wohnung war es ihm zu gefährlich, da er nicht wusste, wie es sich auswirken wird.... Genaueres konnte ich nicht erfragen, Hikari und er waren sehr beschäftigt..“ Ich grinste breit und er zog seine Augenbraue nach oben: „Wie meinst du das..?“
„Sagen wir so, Kakashi und ich sind quitt...“ Er wollte erneut nachfragen, schien dann jedoch zu verstehen und fuhr sich verlegen durch die Haare: „Wie schön für die Beiden.. dann geht das ja auch endlich in die richtige Richtung...“ er hüstelte, über das Sexleben seines Senpai nachzudenken gehörte wohl nicht zu dem, was er sich vorstellte, trotzdem hatten wir ja auch Sex obwohl wir wussten, dass er es spürt. „Du konntest also spüren, dass er...“ er rieb sich angestrengt die Stirn und sein verstörter Gesichtsausdruck war wirklich großartig.
„Nicht so wie du jetzt vielleicht glaubst.. wir spüren das nicht eins zu eins.. eher ist es ein seichtes Kribbeln, wir spüren, dass es nicht unangenehm ist, was dem anderen gerade passiert...“
Ob er es wirklich verstanden hatte bezweifelte ich, dennoch nickte er: „ Warum spürt ihr eigentlich ausgerechnet das? Ich meine keine anderen Alltagseindrücke...?“ Ich stutzte, überlegte kurz: „ Na es könnte einfach an der Intensität der Gefühle liegen.. starke Schmerzen teilten wir ebenfalls oder im Krankenhaus habe ich ganz deutlich gespürt, dass er mich braucht.. im Grunde ist es schon ganz praktisch wie ich finde...“ nachdenklich legte ich mein Finger an die Lippen, bevor sich mein Freund in mein Sichtfeld schob: „Ihr habt ein starkes Band... du wirst es auch spüren, wenn er dich braucht, ohne dieses Siegel, davon bin ich überzeugt.... Ihr beide braucht es nicht um zu kommunizieren und vielleicht tut es jedem von euch gut auch mal Dinge erleben zu können ohne den Anderen...“ Ich seufzte, ein bisschen Angst hatte ich davor. Es fühlte sich an, als würde ich meinen Bruder abschneiden, eine Verbindung kappen, das Band durchtrennen, was uns Jahrelang zusammen gehalten hatte. Auf der Anderen Seite war es egoistisch von mir. Mein Bruder hatte die letzten 2 Jahrzehnte genau unter diesem starken Band gelitten, er sollte frei sein, befreit von mir.
Ohne es zu wollen liefen mir die Tränen über die Wange, ich fühlte mich mit einem Mal elendig, der Schmerz in mir war unbeschreiblich stark, als hätte jemand ein Loch in meine Brust gerissen.
Ich schluchzte und kam kaum an Luft, hielt mir die Brust und ging in die Knie.
Tenzou stützte mich, sah mich besorgt an, sprach auf mich ein: „ Hira, es ist alles gut...“
Doch nichts war gut, ich fühlte mich alleine bei dem Gedanken das Siegel zu entfernen, das letzte was mich und meinen Bruder verband. Ich bemerkte zu spät, dass ich erneut falsch atmete, Minuten lang bemühte sich mein freund mich zu beruhigen, doch die Panik wich nicht.
Überfordert hielt er mich in den Armen, ich spürte selber wie er unruhiger wurde und doch nichts tun konnte. Am Rande meines Bewusstseins nahm ich war wie es an der Tür klingelte und ein mehr als beunruhigter Kakashi herbei eilte. Meine Empfindungen war so stark, dass er wusste, ich würde ihn brauchen. Erst mein Bruder schaffte es mich zu beruhigen, er wiegte sich mit mir in den Armen hin und her, strich mir über die Haare, wie er es immer tat und der erdige Duft, der von ihm ausging half mir mich zu fokussieren. Ich dachte an den Wald zurück, das Farbenspiel des Lichts und die ruhige Atmosphäre, mit seinen Worten leitete er mich hindurch, bis meine Atmung sich normalisierte und die Panik abflaute.
Erst jetzt erkannte ich auch Hikari hinter Tenzou, sie sah nicht minder besorgt aus und ich begann erneut zu heulen: „Ich hab euch euren Abend verdorben, es tut mir leid Kakashi...“
Ich klammerte mich an seinen Pullover, sah dann zu Tenzou auf, der noch immer hilflos neben uns kniete: „Tenzou..?“ er schüttelte den Kopf: „Hira, wie soll es weitergehen?“ Erschrocken wich ich zurück: „Was meinst du?“  Kakashi entließ mich aus seinen Armen und stemmte sich in die Höhe, er hatte sich deutlich mehr körperlich belastet als gut für ihn gewesen wäre, verschwand aber mit Hiakri in der Küche.
„Ich weiß nicht wie ich dir helfen kann... das ist alles so kompliziert...“ er strich sich geschafft durch die Haare. Ja, kompliziert, ich war kompliziert und die Beziehung zu meinem Bruder war kompliziert. Ich war traumatisiert und nicht in der Lage mich selbst zu regulieren, er hatte recht, so konnte es nicht weiter gehen. „Willst du doch nicht mehr.. ? Ich würde es verstehen..“ traurig senkte ich meinen Blick auf meine Hände sie zitterten noch immer und ich knetete sie leicht um das taube Gefühl daraus zu vertreiben. Kleinlaut stellte ich die Frage, mir nicht sicher, ob er nach diesem Ausbruch und der Tatsache, dass er mich nicht beruhigen konnte, aufgab.
„Wo denkst du hin Kleines...?“ seine Arme umschlossen mich: „ Wir werden gemeinsam etwas suchen, wie wir dir helfen können... vielleicht solltest du auch mit Kakashi gemeinsam in die Verarbeitung gehen.. wir können nur nicht so tun, als könnten wir einfach so ein normales Leben führen... das würde euch zerstören...“ er lehnte sich meinen Kopf gegen seine Brust und wippte leicht vor und zurück wie mein Bruder es getan hatte. Ich spürte, dass dieser Ausbruch erneut an meine Kräften gezehrt hatte, ich wurde schläfrig und ergab mich.

Tenzou musste mich ins Bett getragen haben, zumindest hörte ich aus dem Wohnzimmer leise Stimmen. Deutlich waren es meine drei Lieblingsmenschen. Sie unterhielten sich über Therapiemöglichkeiten, sowohl für mich als auch für meinen Bruder und Hikari, wir würden das gemeinsam durchstehen, das war die Ansicht aller. Ich blieb in meinem Bett, kuschelte mich an das Kissen von Tenzou und lauschte dem Gespräch weiter, es war ok für mich, dass sie sich berieten, über meinen Kopf hinweg entschieden, denn ich fühlte mich außerstande darauf Einfluss zu nehmen. Irgendwann hörte ich Hikari besorgt sprechen: „Kakashi? Ich glaube es reicht für heute... du bist blass...“ Auch mein Freund schien das ähnlich zu sehen: „ Ich denke auch Senpai, soll ich dich nach Hause bringen?“ Mein Bruder schwieg und wirklich beunruhigt war ich, als er das Angebot von Tenzou annahm: „Ich glaube, es wäre ganz ratsam... Mir ist ist etwas schwindelig..“
Wenige Augenblicke später trat Tenzou neben mein Bett: „ Hira? Kleines?...Ich werde deinen Bruder kurz nach Hause begleiten.. ich bin gleich wieder zurück... ist das OK für dich?“ Besorgt sah er mich an, strich mir zärtlich durch meine weißen Haare und zwirbelte kurz eine meiner Strähnen.
„Geht es ihm gut? Ich habe ihn schon wieder...“ er unterbrach mich gleich: „ Er ist nur etwas Müde...es ist alles in Ordnung.. ihr zwei ruht euch jetzt einfach aus...“ Ich nickte und schloss die Augen.

Ich musste tatsächlich eingeschlafen sein und hatte nicht einmal mitbekommen, wie Tenzou zurück gekehrt war. Jedenfalls lag er tief und fest schlafend neben mir. Verliebt strich ich ihm durch die Haare, fuhr zärtlich seine Konturen nach und fragte mich womit ich ihn verdient hatte. Er runzelte die Stirn, war aber anscheinend noch zu müde um aufzustehen. Mein Blick ging auf die Uhr, es war erst 6:30 und er hatte Urlaub, da musste er definitiv noch nicht aufstehen.
Ich schälte mich behutsam aus dem Bett, versuchte zu vermeiden ihn aus seinem tiefen Schlaf zu wecken und stellte mich unter die Dusche. Heute würde ich Frühstück besorgen, auch wenn ich seit Jahren nicht einkaufen gewesen war.
Ich schrieb einen kleinen Zettel auf dem ich mich dafür entschuldigte seinen Geldbeutel mitgenommen zu haben und ihm sagte wohin ich ging. Ich machte den Scherz, dass wenn ich gegen 9:00 nicht zurück sein sollte, er bitte nach mir suchen sollte, dann hätte ich mich verlaufen.
Kurz kam mir der Gedanke, dass das nicht so weit hergeholt war.
Entschlossen und voller Tatendrang spazierte ich los, besuchte den Markt, schlenderte durch die Gassen zum Bäckermeister, der unter Kakashi und mir gewohnt hatte.
Er kam schon in Sichtweite, als sich plötzlich ein Schatten neben mir aufbaute. Zwei weitere folgten und ich schluckte.
„Na wen haben wir denn da? Das Mädchen, dass einfach so in den Kaninchenbau fiel und nun doch dem Wunderland entkommen ist?“ Die jungen Männer lachte und ich seufzte schwer, war klar, dass wir uns irgendwann über den Weg laufen mussten.  Ich drehte mich zu ihnen herum und musterte sie mit einem finsteren Blick, Kakashi hatte mir diesen beigebracht und er verfehlte seine Wirkung nicht.
„Uhh, da bekommt man ja Angst... Wo ist denn eigentlich dein Versager von Bruder?“ er sah sich suchend um, grinste breit: „ Ach so ja, er ist ja nicht mehr bei der ANBU... Nur noch ein einfacher Chuunin..“ Bisher hatte ich geschwiegen, doch ich korrigierte ihn an dieser Stelle nur zu gern, so lässig wie möglich: „Jounin..“
Der Mann blinzelte und seine Begleiter starrten dumm aus der Wäsche: „Wie bitte?“
Ich verdrehte die Augen, als wäre mein Gegenüber wirklich schwer von Begriff: „J-o-u-n-i-n..Jounin..“ dann strich ich mir selbstsicher durch die Haare: „ Wie mein Versager von Bruder euch vor ein paar Jahren schon gesagt hat.. wenn man eine Verletzung ausnutzen möchte, dann muss man sich erst mal sicher sein auf welcher Seite die Verletzung sich befindet..“ Mit geballten Fäusten wollte ich mich umdrehen und gehen, doch sie packten mich bei der Schulter und drängten mich in eine Seitenstraße.
„Nicht so schnell...wo willst du denn hin? Wir wollen uns noch ein bisschen unterhalten..“ Ich hob die Hand, schob ihn von mir und versuchte beiläufig zu klingen: „Ich habe leider keine Zeit ich werde zurück erwartet...“ mein Herz pochte wie wild in meiner Brust, meine Güte, ich hatte ein Training bei Danzou durchgestanden, warum um alles in der Welt hatte ich Angst vor diesem Typen.
Erleichterung ergriff mich, als sich plötzlich eine Stimme einmischte: „ Hira-Neechan?...“ Naruto schaute um die Ecke und grinste mich an, verzog dann zornig das Gesicht: „ Was läuft denn hier?“
Keine Sekunde später erschien Sakura und der Dunkelhaarige Junge. „Hey Leute, alles klar bei euch...“ Ich war erleichtert sie zu sehen, ich war nicht alleine. Naruto hielt mir den Daumen entgegen und grinste wieder, ganz wie Onkel Minato.
„Was wollen denn die Knirpse?“ der Kerl lachte gehässig, stutzte dann jedoch als sich hinter den Knirpsen ein weiterer Schatten aufbaute: „ Hira, ich hab nach dir gesucht...“ Mir fiel ein Stein vom Herzen, mein Freund sah mich sanft lächelnd an, ich entspannte mich.
„Was geht hier eigentlich vor sich?“ der strenge Ton einer weiteren Person mischte sich hinzu und ich grinste, als die jungen Männer vor mir zusammen zuckten. Mein Bruder baute sich auf, neben ihm mit etwas Abstand seine Frau.
„Wir wollten uns nur unterhalten...“ der Anführer hob beschwichtigend die Hände und zog den Kopf ein: „ Kein Grund sie beschützen zu wollen...“
Kakashi und Tenzou sahen sich an und verfielen in lautes Gelächter. Sie schienen tatsächlich amüsiert, bis Kakahsi sich als erster wieder fing: „Wer sagt denn, dass sie beschützt werden muss....Wir müssten uns eher sorgen um euch machen...Aber wer nicht aus der Geschichte lernt..“ er zuckte unschuldig mit den Schultern.
„Wir haben doch vor der keine Angst...“ abfällig deutete er in meine Richtung und so langsam wurde ich zornig.
„Und sie Hatake-San sollten sich in ihrer derzeitigen Verfassung vielleicht nicht so aufspielen...Als Chuunin haben sie gewisse Dinge zu unterlassen...“ Überheblich machte er ein Schritt vor und tippte meinem Bruder gegen die Brust.
Nun reichte es mir aber, mein Chakra pulsierte und eine weiße Aura umgab mich, helle zuckende Blitze erschienen in meiner Hand schlugen krachend in der Wand hinter den drei Gestalten ein, welche erschrocken zusammen zuckten: „Ich sage es noch ein letztes Mal, er ist Jounin...“
Erneut sammelten sich Blitze auf meiner Handfläche und ich genoss die Angst in den Augen der der jungen Männer. Tatsächlich waren sie schneller weg als ich gucken konnte.
„Witzig...“ grinste ich, ließ mein Chakra erlöschen.
„Boah, Hira-Neechan das ist ja voll cool..“ Narutos Augen leuchteten und auch die anderen Beiden schienen nicht minder Beeindruckt.  
„Was macht ihr eigentlich alle hier?“ verwirrt starrte ich in die Runde.
Kakashi zucke mit den Schultern: „Ich hatte ein Termin in der Klinik...Tsunade-Sama wollte eine Untersuchung, es war also eher Zufall...“ Hikari lächelte und nahm seine Hand, die er ihr reichte: „ Bist du soweit in Ordnung? Dann würde ich wieder auf meine Couch..“ Mein Bruder lächelte verlegen und ich verstand, dass er sich noch schonen sollte.
„Na klar, wir sehen uns dann heute Abend..“ die zwei Verabschiedeten sich und gingen. Tenzou seufzte: „ Ich hab da einen Zettel gefunden, nach dem ich dieses Mal dachte du wärst einfach gegangen....Auf dem Stand, ich solle nach dir suchen, wenn du nicht zurück bist...ich war kurz besorgt...“ er lachte leise, reichte mir dann seine Hand und zog mich zu sich.
„Ok, wir gehen dann mal weiter..wir haben noch einen Auftrag zu erledigen..“ Die drei Schüler meines Bruders verabschiedeten sich ebenfalls, mit einem nicht minder breiten Grinsen, doch das war mir egal. Sanft küsste er mich, legte dann seine Stirn gegen meine. Ich musterte ihn: „Geht es dir gut?“
Leise lachend löste er sich: „Ja, mir könnte es wirklich nicht besser gehen...wollen wir uns was zum Essen holen..?“ Ich konnte mir nicht helfen, aber ich glaubte ihm nicht wirklich.

Erst gegen Abend sollte ich erfahren, warum er besorgt war. Wir hatten uns verabredet um da Siegel zu entfernen und anstatt dem Ganzen positiv entgegen zu sehen, wurde er immer blasser.
„Tenzou? Sprich mit mir bitte..“ ich nahm seine Hand, während wir auf dem Boden im Gras saßen und auf Hikari und Kakashi warteten. Er seufzte schwer: „ Ich hab ein bisschen Angst... Du wagst diesen Schritt wegen mir und ich weiß nicht ob ich dir damit Sicherheit nehme, die du vielleicht noch brauchst...“ Kurz suchte ich nach den richtigen Worten: „Diese Entscheidung treffe ICH für uns und vor allem für Kakashi, Tenzou.. es ist an der Zeit, dass er seinen Weg gehen kann, ohne mich wie ein Klotz am Bein zu haben... Zum ersten Mal in meinem Leben sehe ich ihn glücklich und frei...er schaut in eine positive Zukunft, möchte heiraten und wer weiß, vielleicht bekommen die beiden auch Kinder...So niedliche kleine Kakashis mit grauen Haaren und diesen tollen Augen von Hikari...“ Etwas gequält lachte der Mann neben mir und ich seufzte erneut auf: „ Das letzte was ich möchte ist dafür jemand anderem ein Klotz am Bein zu sein...Tenzou, ich möchte eine Gleichwertige Partnerin sein... nur im Moment fühle ich mich noch nicht mal fähig, Brot kaufen zu gehen... Ich komme mir in allem vor wie eine Fremde, ich bin nirgends wirklich zu Hause und komme mir einfach nur als Störfaktor vor....“ Entsetzt starrte er mich an, schüttelte dann entschlossen den Kopf: „ Was für ein Blödsinn... Störfaktor? Durch dicht fühl ich mich lebendiger als jemals zu vor... du siehst in mir einen Menschen.. ist dir das eigentlich Klar? Du erinnerst dich wage an unser Gespräch in der Zelle?“ Mit hochgezogenen Augenbrauen sah er mich verzweifelt an: „ Formal bin ich kein wirklicher Mensch, ich bin ein Produkt... doch du stellst das nicht in Frage...Hira verdammt, verstehst du was ich dir versuche zu sagen?“ Verwirrt über seinen Ausbruch blinzelte ich, schmunzelnd versuchte ich mein Lachen zu unterdrücken: „Nein, so richtig verstehe ich nicht was du mir sagen möchtest...“ Er ließ den Kopf hängen: „Hira, ich liebe dich...Du machst mich komplett, lässt mich daran glauben etwas zu sein, was liebenswert ist...“
Mir verging das Lachen, der Moment war so intensiv, dass er unter die Haut ging. Mit einem liebevollen Ausdruck im Gesicht, umfasste ich seine Wangen: „ Du bist etwas was Liebenswert ist und du bist ein Mensch.. ein warmer, mitfühlender unheimlich starker Mensch.. ohne den ich nicht mehr leben möchte..“ dann verschlossen sich unsere Lippen miteinander. Wir versanken in unserer Welt, blendeten aus, dass sich Kakashi und Hikari näherten und wurden erst herausgerissen, als Kakashi sich leise entschuldigend räusperte: „Entschuldigt ihr beiden... Vielleicht sollten wir erst noch schnell das Siegel lösen..“

Nervös kniete ich mich vor meinem Bruder ins Gras, ich hörte wie er betont tief durchatmete, wahrscheinlich kostete ihn das alles immer noch eine Menge Kraft und er musste sich konzentrieren. Der Lufthauch, als er begann Fingerzeichen zu formen in meinem Nacken, ließ erneut eine Gänsehaut über mein Gliedmaßen krabbeln.
„Das wird jetzt etwas unangenehm werden Hira... es ist dann aber gleich vorbei, versprochen...Das was passieren wird, wenn das Siegel gelöst ist, kann ich dir nicht sagen...Sprich mit uns..wir stehen das gemeinsam durch...“ ich nickte.
Sekunden lang spürte ich nur seine Anwesenheit, dann, dass er vor Anstrengung in die Knie ging und gerade, als ich mich besorgt nach ihm umsehen wollte, begann es in meinem Nacken zu brennen. Ich stöhnte auf, mein Chakra pulsierte, legte sich weißglühend wie eine zweite Haut über meinen Körper. Dann tanzten wie von Zauberhand kleine Schriftzeichen über meine Arme, sie flossen daran herunter und tropften wie alte Tinte ins Gras. Unablässig floss Chakra in mich, vertreib jedes magische Symbol aus mir und hinterließ ein unheimlich befreiendes Gefühl. Als wäre eine Barriere gebrochen, der Staudamm der meine Flut an Chakra zurück hielt und nun alles freigab.
Etwas hektischer als es für meinen Bruder typisch war,zog er seine Hand zurück, erkundigte sich nicht nach meinem Befinden sondern schritt zum nächsten Baum herüber. Im Augenwinkel konnte ich sehen, wie Hikari zu ihm eilen wollte er jedoch die Hand hob, benommen da stand und sich Sekunden später übergeben musste.
Eigentlich hatte ich angenommen, dass wir fertig waren, doch Kakashi ließ sich wieder hinter mich fallen: „Entschuldige...Wir sind gleich fertig..“
„Was ist passiert...?“ er lachte bitter: „ Das übliche Problem mit meinem Chakrahaushalt...“ erst jetzt erkannte ich, dass er sein Sharingan geöffnet hatte und verstand. Er war noch geschwächt und verbrauchte grade wieder das mühsam reproduzierte Chakra.
Seine Hand fand erneut ihren Platz in meinem Nacken, das Brennen setzte wieder ein und weitere wenige Schriftzeichen tropften von meinen Fingern.
Die weiße Hülle um meinen Körper nahm an Kraft zu, ich fühlte mich leicht wie eine Feder, breitete die Arme aus und schwebte tatsächlich kurz über dem Boden.  
Ich fühle mich wohl wie noch nie, das warme pulsieren in mir fühlte sich nicht bösartig an, sondern eher friedlich und ruhig. Ausgeglichenheit und Innererfrieden erfüllten mich.
Mein Bruder kniete schwitzend vor mir, außer Atem und entkräftet, weshalb ich mich sanft lächelnd zu ihm vorbeugte und ihm ein Kuss auf die Stirn gab. Augenblicklich schien er sich besser zu fühlen, mein Chakra war auf ihn übergegangen und hatte sein Gleichgewicht wieder hergestellt. Ich lachte auf: „Plötzlich ist das alles ganz einfach...So klar..“ fasziniert von diesem Gefühl sprang ich ab und brachte mich auf den Baum sprang von Ast zu Ast und lachte erfreut auf: „Ich kann es jetzt auch...“ Die drei unter mir stimmten in das Lachen mit ein, meinem Bruder standen die Tränen in den Augen und auch Tenzou wirkte Sentimental. Glücklich, wir alle vier waren einfach nur glücklich.

Am Abend, nachdem wir bei Kakashi und Hikari gegessen hatten, lagen Tenzou und ich uns müde in den Armen. Er streichelte zärtlich über meinen Oberarm während ich seinem starken gleichmäßigen Herzschlag lauschte. Sie hatten wir offenbart, dass wir ab Morgen eine gemeinsame Traumatherapie beginnen würden, deshalb war mein Bruder heute Vormittag bei Tsunade in der Klinik gewesen. Und irgendwie war es mir recht, dass es bald beginnen würde.
Kakashi meinte, dass er sich einigen Dingen stellen müsste und er wahrscheinlich nicht ganz so entspannt an die Sache ging wie es gut wäre, er sich jedoch darüber freute, dass er da nicht alleine durch musste. Ich seufzte und hatte sofort die Aufmerksamkeit meines Freundes: „Alles OK?“
„Ja, ich glaube nur manchmal, dass es für Kakashi schwerer werden wird als für Hikari und mich.. er hat deutlich mehr durchgemacht und mehr Erinnerungen als gut wären...“
Nun hielt Tenzou in seiner Tätigkeit inne: „Weißt du Hira, ich denke es ist weniger sein Problem von den Erinnerungen geplagt zu werden... was ihn schwächt ist sein permanentes schlechtes Gewissen... Und er hat Angst davor, dass du wegen der Dinge die geschehen sind und die er getan hat, das Vertrauen in ihn verlieren könntest... Er hat so unglaublich viel investiert um die Dinge am laufen zu halten...“ Tenzou schien es zu belasten, er mochte meinen Bruder sehr.
„Ich weiß Tenzou..“ ich richtete mich auf und sah ihm in die Augen: „Machst du dir auch Sorgen, dass ich wegen etwas meine Meinung über ihn ändern würde?“ Er überlegte einige Sekunden, dann schüttelte er den Kopf: „Dennoch wird es hart werden für euch beide...“
Plötzlich grinste er: „Wie fühlst du dich eigentlich so ohne heißen Draht?“ Der lüsterne Glanz in seinen Augen ließ deutlich werden in welche Richtung seine Bemerkung zielte und was soll ich sagen, wir vergnügten uns ausgelassen.
Es war auch für mich befreiend, nicht darüber nachdenken zu müssen, ob mein Bruder gerade mitbekam was hier lief und ich wünschte mir das umgekehrt auch.
Zu meinem Leidwesen konnte ich am nächsten Morgen an seinen Müden Zügen klar erkennen, dass er sich tatsächlich eine Menge Druck machte. Kakashi war blass und übernächtigt.
Hikari hielt ihm fest die Hand, im Gegensatz zu ihm wirkte sie energetisch und ausgeruht, der Wunsch ihrem Mann die Last zu nehmen trieb sie an, das war deutlich und es gefiel mir.
Wir legten den Weg zum Krankenhaus schweigend zurück, mein Bruder hielt die Hände in den Taschen vergraben, entließ aber die von Hikari nicht.
Zielstrebig steuerten die beiden einen Raum an, wahrscheinlich hatte Tsunade ihnen bereits gesagt wo sie sich hinbegeben sollten und wir wurden erwartet.
Die Hokage lächelte mich an deutete dann auf die Stühle die bereitstanden: „Also gut, setzt euch bitte wir fangen an...“
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