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Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
29.09.2021 11.373
 
So meine Lieben,
hier der Dritte und letzte Teil zu "Während du schliefst"
Ich hoffe ihr habt spaß damit.
Vielen herzlichen dank für euer tolles Feedback, ich freue mich wirklich sehr.
Und bin gespannt auf eure Rückmeldung zu diesem Kapitel.
Liebste Grüße Kitana


26.

Es dauerte eine ganze Weile bis diese Information zu mir durchgedrungen war. Mir war schwindelig und flau im Magen, noch immer hatte ich das viele Blut vor Augen. Eigentlich sollte mein Bruder inzwischen wissen, wie empfindlich ich auf diese rote dickflüssige Substanz reagiere. Da war ich wirklich nicht für zu gebrauchen, allerdings bezweifelte ich, dass er das absichtlich gemacht hatte. Ich schüttelte erneut den Kopf, bemüht diese Bilder zu vertreiben, als ich vom Bett eine schwache Stimme hörte und die Hokage ungehalten fluchte.
„Hira...?“ Es knurrte aus der Kehle der Hokage: „ Bleibst du wohl liegen, verdammt Kakashi.. wir haben dir eben erst den Beatmungsschlauch gezogen.. könntest du vielleicht so freundlich sein und erst mal atmen?“ Ich konnte sehen, wie er sie zur Seite schob, fahrig, schwach und ich seufzte wie so oft in seiner Gegenwart, wegen seinem Verhalten, schwer: „ Ich bin doch hier... leg dich hin.. alles gut...“ Kurz darauf sackte er kraftlos zurück, hustete gequält und ließ es zu, dass man ihm eine Sauerstoffmaske auf das Gesicht setzte. Er sah nicht gut aus, seine Lippen waren extrem blass und leicht bläulich, Himmel er sollte wirklich erst mal Luft holen.
„Verdammt noch Mal, mit dir hat man wirklich nur Ärger...“ Ich grinste ihn breit an, während mir die Tränen aus den Augen liefen und auf seine Brust tropften. Scheiße, ich war so froh, dass er wieder da war.
Plötzlich schien ihm ein Gedanke zu kommen, suchend gingen seine Augen durch den Raum, die Anzeige neben ihm begann zu blinken, er wurde unruhig und sein Herz raste.
Ich ahnte nach wem er suchte: „ Beruhig dich, sie ist hier...“ Mit einem bittenden Blick beauftragte ich Tenzou Hikari herein zu holen, sie sollte wohl draußen warten, als die Ärzte Kakashi versorgten.
„Hikari...“ heiser und nur ganz leise röchelte er ihren Namen, dennoch strahlte Hikari, als hätte man ihr ein unersetzlichen Schatz zurück gebracht. Sie schaffte es nicht ein Wort zu sagen, schluchzte vor Freude und Erleichterung. Mir wurde warm ums Herz. Ihre Hände strichen ihm über die Stirn, während sich seine einige Sekunden fest an ihre klammerte, bevor er den Kampf gegen seine Erschöpfung verlor. Sie lachte, als sein Kopf zur Seite rollte und setzte sich auf den Stuhl neben ihm. Es beruhigte mich zu wissen, dass er nicht alleine war und der Stress viel von mir ab.        

„Tenzou? Würdest du mich zurück bringen?“ alarmiert sah er mich an, griff sofort nach meinem Arm. Wahrscheinlich sah ich so aus wie ich mich fühlte. Matschig, war ein richtig guter Vergleich.
„Ich bring sie mal wieder auf ihr Zimmer... Sagst du ihm, dass ich auf sie achte? Er soll jetzt bloß kein scheiß machen...“ er zwinkerte Hikari zu und sie verdrehte die Augen lachend.
So richtig bekam ich meine Umgebung nicht mehr mit. Ich war furchtbar müde, schmollte etwas, dass ich in dem kalten Rollstuhl saß und nicht in seinen warmen Armen lag. Nach unerträglichen fünf Minuten, die ich mich wach halten sollte, kamen wir in meinem Zimmer an. Ich musste wirklich über mich selber lachen, Kakashi hatte sich eine komplette Woche wachgehalten und kaum gemurrt. Hingegen war es mir jetzt schon zu viel, launisch fuhr ich mir durch die Haare.
„Ich weiß es ist egoistisch Tenzou.. du bist bestimmt müde, aber könntest du noch etwas bei mir bleiben?“ Ich hörte ihn neben mir lachen: „ Ich muss doch darauf aufpassen, dass du artig da bleibst wo du bist.“ Er zog sich den Stuhl ans Bett und setzte sich: „ Schlaf etwas Hira...ich gehe nirgendwo hin...“ Mit angezogenen Beinen drehte ich mich auf die Seite zu ihm, umfasste seine Hand und legte sie mir unter den Kopf. Fest kuschelte ich mich an sie, schwor mir in Gedanken diesen unheimlich gefühlvollen Mann nicht mehr gehen zu lassen und schlummerte friedlich ein.

Mitten in der Nacht erwachte ich, mir war kalt und ich fühlte mich alleine. Fetzen meines Albtraumes, den ich gehabt haben musste, erschienen vor meinem inneren Auge und ich schnappte einige Momente nach Luft. Wo ich gehofft hatte, das Gesehene, die Geschichte um unseren Vater, vergessen zu können, musst ich leider merken, dass es mich unheimlich belastete. Der Gedanke alleine war egoistisch und unbedacht, ich schlug mir gegen die Stirn, wenn ich schon so daran zu knabbern hatte, wie sollte es dann Kakashi gehen. Und augenblicklich waren wir beim Thema. Das Gefühl er würde mich brauchen beschlich mich, ich stand vollkommen unter Strom, setzte mich ruckartig auf und ließ meinen Blick durch den Raum gleiten. Etwas enttäuscht stellte ich fest, dass Tenzou nicht mehr neben mir saß, sah dann auf die Uhr. 2:00 Uhr Nachts, sehr wahrscheinlich wurde er gebeten zu gehen, da ich geschlafen hatte, wollte er mich nicht wecken und war dem leise gefolgt. Ich konnte mir sogar vorstellen, dass er das nur sehr ungern gegangen war.  
Langsam, um meinen Kreislauf nicht zu überstrapazieren, ließ ich mich von meinem Bett auf meine Beine. Es funktionierte besser, als ich gedacht hatte, weshalb ich nicht lange wartete und auf den Gang hinaus schlich. Die Schwestern waren gerade auf ihrem Rundgang, ich nutzte die Chance und begab mich zur Treppe. Im Treppenhaus war es kühl, ich fröstelte und ärgerte mich darüber, keine Schuhe angezogen zu haben. Das leise patschende Geräusch meiner nackten Füße auf dem Boden hallte und einige Sekunden trat ich absichtlich etwas lauter auf, es klang lustig, wie ich fand. Watschelnd nahm ich die Stufen nach unten, ich hielt sogar meine Hände an die Hüften und machte ein auf Pinguin. Glucksend sah ich mich um, zum Glück hatte mich niemand gesehen.
Im Unteren Geschoss des Krankenhauses bog ich wieder auf einen Gang, der mich zur Intensivstation führen würde, unterließ es jedoch zu klingeln. Inzwischen hatte ich heraus gefunden, dass sich die Tür auch ohne Summer, von außen, öffnen ließ, also zog ich und schob mich durch den Spalt. Bedacht darauf keine weiteren Geräusche zu verursachen, ließ ich die Tür behutsam zurück ins Schloss und setzte meine Füße nur ganz vorsichtig auf.
Geduckt schlich ich mich über den Gang zu Kakashis Zimmer, spähte durch das Fenster, vergewisserte mich, ob Hikari genau wie Tenzou nach Hause geschickt worden war. Auf keinen Fall hätte ich die beiden stören wollen, wäre sie da gewesen, wäre ich sofort zurück auf mein Zimmer.
Leider konnte ich nur meinen Bruder erkennen, er lag auf dem Rücken, Schweiß lief ihm über die Stirn und er sah nicht so entspannt aus, wie ich es mir erhofft hatte, ein Zeichen, dass ich recht hatte, er brauchte mich. Beim Eintreten hörte ich ihn bereits leise stöhnen, seine Dämonen waren wohl über ihn gekommen, suchten ihn heim, wie fast jede Nacht. Nur würde ich dieses Mal wahrnehmen, wie sehr er jemanden brauchte, der ihn da durch begleitete.  
Zärtlich berührte ich ihn an der Schulter: „ Du bist nicht alleine.. alles ist gut...“ flüsternd versuchte ich ihn zu beruhigen, drückte fester, da ich gegen die Schatten in seinen Träumen nicht anzukommen schien und weckte ihn. Erschrocken öffnete er die Augen, kniff sie einige Sekunden gequält zusammen, wahrscheinlich war ihm schwindelig, oder sie brannten.
„Hira?... solltest du nicht in deinem Bett sein? Hast du schlecht geschlafen?“ Er war, wieder mal, ausgerechnet in so einer Situation besorgt um mich, ich grinste: „ Gegenfragen angebracht?“ zog dann skeptisch eine Augenbraue nach oben: „.. sieht aus, als würdest du wieder verfolgt werden in deinen Träumen...“
Er stieß die Luft geräuschvoll aus: „ Leugnen hilft wohl nicht...“ er rieb sich die Stirn und ich fühlte mich schuldig. „Ich wollte keine Wunden aufreißen... das war wirklich nicht meine Absicht...“ ich ließ den Kopf hängen. Das war es wirklich nicht und es fühlte sich so an, als würde ich sein Leben immer und immer wieder verkomplizieren. Erst seine schwere Hand auf meiner ließ mich wieder aufblicken: „ Hör auf damit Hira... du hast keine Schuld daran...es gibt Dinge, mit denen hätte ich mich schon vor langer langer Zeit befassen müssen... ich habe das vor mir her geschoben, dass es mich einholt und mich zerfrisst, ist nicht deine Schuld.“ müde rieb er sich die Augen, er sah noch kein Stück erholt aus, im Grunde waren ja auch erst gerade mal fünf Stunden vergangen, wie sollte er sich auch ausreichend erholt haben. Ich bis mir auf die Lippe, ich hatte Unmengen Fragen an ihn, über unseren Vater, die Geschichte drumherum, er sollte es mit mir teilen. Ich wollte ein Teil seines Ballast tragen, nur war ich mir nicht sicher, ob nun der beste Zeitpunkt dafür war.
„Kakashi, erzähl es mir wenn du soweit bist... alles was dich bedrückt... alles was da in dir ist, von dem niemand etwas sehen sollte und schon gar nicht ich...“
„Hira, ich werde dir das alles erzählen, du hast ein Recht darauf etwas über deinen Vater zu erfahren, genauso wie du erfahren wirst, was es mit Minatos und Kushinas Tod auf sich hat, was Naruto für eine Rolle spielt und wo wir in Zukunft deinen Platz sehen... Du selber musst dir über einige Dinge im klaren werden... Mal wieder...“ kurz schloss er die Lider, seine Augen mussten furchtbar brennen, gerötet und gereizt, sahen sie zumindest so aus.
„...Ich bin nur einfach zu müde dafür alles jetzt zu klären...“
Ich lachte, streckte ihm die Zunge raus: „ Das sieht man dir auch überdeutlich an...“
Seine blassen Lippen verzogen sich etwas, bevor er die Augen schloss und eine ganze Weile nur die Geräusche der Geräte in diesem Raum die Stille durchbrachen. Ich fragte mich ob er jetzt tatsächlich eingeschlafen war, doch es wirkte eher auf mich, als würde er nur dösen, tiefen Schlaf nicht zulassen wollen. Ich schnaubte frustriert, der Kerl musste endlich zur Ruhe kommen.
„...Kakashi?.. vielleicht solltest du endlich schlafen?“ peinlich berührt griff er sich geräuschvoll schnaufend an den Kopf: „ Ich sag es ungern, aber ich kann alleine nicht schlafen...“
Im ersten Moment hielt ich es für ein Scherz, nur lachte er nicht, ernst sah er mich an und ich konnte mir vorstellen, dass er nach allem, was er in seinem bisherigen Leben durchgemacht hatte, nähe brauchte um zur Ruhe zu kommen. Gerade als ich dachte, das Thema wäre für ihn beendet setzte er erneut an: „Weißt du, ich hab es all die Jahre genossen dich an meiner Seite zu haben, wenn du nicht schlafen konntest, ich habe dann auch besser geschlafen....Und jetzt? Jetzt kann ich ohne dich oder Hikari nicht...“ unzufrieden murrte er, veränderte seine Position etwas und stieß frustriert die Luft aus.
Da vor mir lag mein Bruder und gestand mir, dass er jemanden zum kuscheln brauchte, um schlafen zu können. Er dachte bestimmt ich würde mich jetzt über ihn lustig machen, doch so ehrlich, wie er mir gegenübertrat, fand ich nichts lustig daran. Stattdessen erhob ich mich und krabbelte zu ihm ins Bett, bedacht darauf, keine der Elektroden abzureißen oder an die Zugänge zu kommen: „ Bekomme ich etwas Decke?“ wie selbstverständlich legte ich mein Arm über ihn und presste mich von hinten an seinen Rücken. Sanft streichelte ich über seinen Arm: „So und jetzt schlaf etwas... wenn du morgen besser aussiehst, verspreche ich dir, ich werde Tsunade bitten, dich mit nach Hause nehmen zu dürfen... Dann kümmert sich Hikari um dich und alles wird gut..“
Es kam nichts zurück, seine Atmung hatte sich verändert, weshalb ich sachte über seine Schulter sah und erkannte, dass er bereits eingeschlafen war. Glücklich ihm helfen zu können lehnte ich mich ebenfalls ins Kissen, hielt ihn währen wir beide schliefen.

Ich erntete ein riesiges Donnerwetter am nächsten Morgen. Die Stationsschwester hatte das halbe Haus nach mir abgesucht, Tenzou benachrichtigt und Tsunade informiert. Mein einziger Trost war eigentlich, dass Kakashi tatsächlich volle 6 Stunden Tiefschlaf gehabt hatte. Allerdings befürchtete ich nun, dass ich vor Tsunade nicht mehr in der Position war, Ansprüche zu stellen.
Irgendwann hatte die Schwester ihren wütenden Vortrag beendet, schnaubte entrüstet, als Tsunade ihr verklickerte, dass das befinden des Intensivpatienten ihrer Sorge vorzuziehen war und sie deshalb den Vorfall als erledigt betrachtete. Tenzou hingegen blickte mich finster an, er war wütend, sehr wütend, das wusste ich und um ihn tat es mir wirklich leid. Er musste sich wer weiß was ausgemalt haben, als man ihn bat zu kommen. Nun saß ich vor dem Intensivzimmer auf einem Stuhl, schaukelte reuevoll mit den Beinen und wusste nicht so recht wie ich anfangen soll: „Tenzou es tut mir wirklich leid...“ Gemeinsam mit ihm wartete ich vor der Tür, während Tsunade Kakashi untersuchte.
„Hira, das muss es auch... Ich habe einen ordentlichen Schreck bekommen, als man mir sagte, dass du nirgends zu finden seist...“ er rieb sich die Stirn: „ zu deinem Glück hatte ich bereits einen Verdacht.. wenn das so weiter geht.. habe ich wegen dir und deinem Bruder bald keine Haare mehr...“ er lehnte seine Stirn gegen meine: „ Versprich mir... nicht einfach so zu verschwinden Hira...“ meine Hände wanderten an seine Wange, meine Lippen legten sich auf seine. Eine Entschuldigung, eine Aufforderung und ein Wunsch, den ich damit verband.
„Kakashi hat mich gebraucht.. ich muss nach all den Jahren auch was zurück geben Tenzou... du bist einer von den Menschen, die gesehen haben, was ich ihm angetan habe und jetzt wo ich ich selbst sein kann...jetzt möchte ich ihm zeigen, dass ich ihn schätze...“
Ein tiefes Seufzen entglitt ihm, dann lachte er: „ Das hab ich mir schon gedacht Hira...Und ich finde, das er es nach allem auch verdient hat... nur ein ganz kleines bisschen bin ich eifersüchtig..“ verlegen kratzte er sich am Hinterkopf.
„Wieso bist du eifersüchtig?“ verständnislos blinzelte ich, woraufhin er stärker lachen musste.
„Mir ist es ja wirklich peinlich... aber ich möchte auch etwas von deiner Liebe ab haben...“ er tippte sich gegen das Kinn und wurde Rot.
„Du wirst nicht nur ein Teil meiner Liebe kriegen. Wenn du das möchtest Tenzou, bekommst du noch viel mehr.“ Er schluckte hart, seine Röte vertiefte sich und doch konnte ich sehen, wie ihm ein angeregter Schauer durch die Glieder fuhr. Ich grinste fies: „ Und ja, du denkst an das richtige...“
Glucksend betrachtete ich mir das Mienenspiel, ertappt zuckte er zusammen und schien über das eben gesagte nachzudenken. Ein lustvoller Glanz legte sich in seine Augen und er rutschte nervös hin und her, bis er sich wieder unter Kontrolle brachte: „Super, jetzt bekommst du genau den richtigen Eindruck von mir...“
Es war schon wirklich amüsierend, wie peinlich ihm das vor mir war: „ Tenzou, ich finde es schön von dir begehrt zu werden... Es ist noch viel schöner, wie sehr du dich bemühst dich zurück zu halten, mich nicht zu bedrängen, das wird nur nicht mehr länger nötig sein...“ Eine Strähne fiel aus meinem Zopf und hangelte sich frech vor mein Gesicht. Ich hatte mich leicht vor gebeugt und versuchte ihm in die Augen zu schauen.
„Bei Kami Hira, du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich...“
Genau in diesem Moment schob sich die Tür auf und Tsunade blickte sich suchend um: „ ah da seid ihr ja...“ Sie trat näher heran, während Tenzou hüstelte und ich versuchte das schallende Gelächter zu unter drücken. Sie besaß wirklich ein unglaubliches Timing und durchschaute, ihrem Blick nach zu urteilen, die Situation sofort. Es schien sie ebenfalls zu amüsieren, dass einer ihrer Eliteninjas peinlich berührt, knallrot im Gesicht neben einem Mädchen saß.
„Also ich weiß zwar nicht genau, was hier gerade gelaufen ist, ihr Zwei... aber vielleicht verschiebt ihr das auf Zuhause..“ Sie grinste diabolisch, Tenzou hatte sich kräftig verschluckt, der Arme konnte einem wirklich leid tun, so ein Gespür hatten wirklich nur Frauen und sie kostete es voll aus.
„Hira, kommst du bitte kurz mit rein...?“ Mir vielen die Gesichtszüge nach unten, die Stimmung schlug augenblicklich um, stimmte etwas nicht mit meinem Bruder? Nervös folgte ich ihr in das Zimmer. Sie hatten ihn etwas aufgerichtet, dennoch lehnte er reichlich angeschlagen in den Kissen, fern von straffer Haltung oder seinem militärischen, strengen  Blick. Kurz huschte ich betrachtend mit meinen Augen über seinen Körper, alles wirkte etwas angestrengter als gewöhnlich, doch sah es aus wie gestern.
„Also Kakashi, ich habe sie rein gerufen, damit sie das auch hört..“ er nickte bestätigend, sagte aber nichts weiter, weshalb die Hokage fortfuhr: „... Ihr könnt unter einer Bedingung heute das Krankenhaus verlassen... es wird strenge Bettruhe eingehalten Kakashi.. die einzige Belastung die du deinem Körper zumuten wirst ist der Weg ins Badezimmer und der Weg zur Couch... Dein Kreislauf hat sich etwas stabilisiert, dass ich dich mit gutem Gewissen gehen lassen kann, aber dein Energielevel ist mehr als Unterirdisch. Ich sage es noch einmal eindringlich Kakashi, Belastungen sind Tabu...Ich meine das Verdammt noch mal ernst... Alles was du deinem Körper jetzt zufügst, kann irreparable Schäden mit sich tragen...“ Sie sah ihn eine Zeit prüfend an, wand sich dann zu mir: „ Sein Körper reagiert auf die Energie Produktion mit Fieber, je höher die Stoffwechselleistung, desto höher Steigt die Temperatur... Aber das Phänomen habt ihr bei ihm auch schon kennengelernt...“ Ich nickte, schluckte dennoch.
„Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass sein Körper noch mit der Bekämpfung der Schäden durch die Sharingan- Versieglung zu tun hatte.... alles in allem bin ich mit deinem Miserablen Zustand mehr als unzufrieden...Und Hatake Kakashi..“ sie setzte einen bitterbösen Blick auf: „ Diesen Sieg, dass du nach Hause gehen darfst, gönne ich dir nur...Weil deine Schwester und Hikari die beiden einzigen Menschen auf diesem Planeten zu sein scheinen, die Einfluss auf dich haben.. und du gehst mir mit deinem Sturkopf dermaßen auf den Geist, dass ich dein ständiges Gefrage nicht mehr ertrage...“ Mein Bruder grinste, wollte sich anscheinend über den Kopf fahren, doch seine Hand sank nach der halben Strecke kraftlos auf die Decke.
„Das gute ist, das wir dich dieses Mal tragen dürfen....laufen können wir wohl vergessen...“ Eigentlich wollte ich belustigt klingen, doch überwog meine Sorge deutlich.  

Tenzou war mein Held des Tages. Nachdem zwei Pfleger und Ich meinen, in seinem schlaffen Zustande, mehr als schweren Bruder auf seinen Rücken gehievt hatten, brachte er ihn ohne zu murren nach Hause. Nur noch schwach, kaum hörbar, wenn man nicht neben den beiden gestanden war, bat Kakashi seinen Freund darum ihn ins Schlafzimmer zu bringen. Eigentlich hatten wir angenommen, dass er auf die Couch wollen würde, doch es schien ihn alles ordentlich angestrengt zu haben. Die Besorgte Miene seiner Freundin sprach bände, er hatte sie nicht einmal begrüßt und auch als Tenzou zu uns zurück kehrte, schüttelte dieser nur den Kopf. Mein Bruder hatte also nichts weiter gesagt. Hikari lenkte die Aufmerksamkeit relativ schnell auf das von ihr gezauberte Essen und sie rannte damit offene Türen bei uns ein, wir waren am verhungern. Zu meiner Verwunderung blieb auf Yugao, die man uns als medizinische Eskorte mitgeschickt hatte und freute sich genauso sehr wie wir, über die gereichten Speisen.
Der Abend wurde lustig, zumindest für uns, denn mein Bruder lag mit hohem Fieber im Bett, hin und wieder sah einer von uns nach ihm, flößte ihm etwas Wasser ein oder zeigten ihm einfach, dass wir da waren.  
Eine Weile unterhielten wir uns über dies und das, schweiften aber immer wieder zu meinem Bruder ab. Die Beiden ANBU erzählten uns Geschichten über gemeinsame Einsätze in Kriegsgebieten, den ein oder anderen Auftrag, den sie nur mit viel Glück und seinen brillanten Einfällen überstanden hatten. Hikari wurde bei den Erzählungen Zunehmens stiller, unruhig rutschte sie auf ihrem Platz herum, ich ahnte, dass sie eigentlich zu ihrem Freund wollte und schmunzelte.
„Hikari, es ist vollkommen OK für uns, wenn du zu ihm gehst....Du würdest mir sogar einen Gefallen damit tun... er schläft besser, wenn du bei ihm bist...“ Ich zwinkerte ihr zu, während sie wie von der Tarantel gestochen aufsprang und sich entschuldigend zurückzog.
Yugao und Tenzou halfen mir noch beim Aufräumen und ich lauschte weiter ihren Geschichten. Mein Bruder war schon ein Wahnsinns Kerl. Bis zu den letzten Acht Jahren in denen ich verschollen war. Das Team war zerbrochen, da der Hauptmann seine Verpflichtungen nicht mehr ausüben durfte. Ich gewann den Eindruck, dass Kakashi im Grunde schon gern bei der ANBU gewesen war, zumindest gern mit den Beiden und das daraus wirklich eine bemerkenswerte Freundschaft entstanden war. Jedenfalls sahen die beiden ANBU das so, mein Bruder hatte ja, wie allseits bekannt, eine ziemlich verdrehte Einstellung zu zwischenmenschlichen Beziehungen und ich bezweifelte, dass sich das wirklich schon geändert haben konnte.
Irgendwann war der Abend vorbei, es wurde spät und auch ich fühlte mich müde, weshalb wir beschlossen es für heute gut sein zu lassen. Wie selbstverständlich verabschiedete sich Yugao von Tenzou und mir an der Tür, sie fragte nicht einmal, ob er nicht auch gehen wollte, er hatte ihren Segen, wie es schien und mich freute es wirklich. Sie nahm mich in den Arm und flüsterte mir zu: „ Pass mir auf die Beiden Jungs gut auf...“ bevor sie sich umdrehte und leise die Tür hinter sich schloss.

Unschlüssig, unsicher und verlegen blieb Tenzou stehen, rieb sich den Nacken und lachte: „Ich weiß, was ich nicht möchte... ich weiß nur nicht, ob es ok für dich ist...“ Er redete um den heißen Brei herum, also legte ich meine Hand in seine und zog ihn mit mir mit.
„Ich weiß auch was ich nicht möchte und ich möchte nicht alleine schlafen Tenzou...“
Mein Freund wirkte müde und trotzdem nervös, als er sich an die Bettkante setzte und seine Weste ablegte. Er fuhr sich über die Haare, ließ die Schultern hängen und setzte dann an: „ Hira.. ich... bin etwas überfordert...“ Ich grinste überfordert und unsicher, verlegen und absolut müde, all das umschrieb seinen Zustand ganz gut. Und es tat mir wirklich leid, die Sorge um mich und Kakashi hatten ihn gezeichnet.
„Tenzou, entspann dich...“ ich zog ihn leicht an seinem Arm, nachdem ich selbst bis an die Wand gekrabbelt war: „ ..komm bitte her zu mir..“ er folgte, ließ sich seufzend neben mir nieder. Einem Impuls folgend Handhabte ich das mit ihm, genau wie mit meinem Bruder, wenn ich wollte, dass der sich entspannte. Meine Finger fanden ihren Weg in seine Haare und was soll ich sagen sie waren weich, unglaublich weich. Auf meinen Lippen erschien ein Ausdruck der Verzückung und ich kraulte ihn ausgiebig. Neben dem, dass ich mich so sehr über die flauschigen Haare freute, entspannte sich Tenzou tatsächlich, er schloss die Augen und brummte leise. Genau wie bei Kakashi, schoss es mir durch den Kopf. Behutsam ließ ich mich tiefer sinken und lehnte mich an seine Schulter, betrachtete mir die Gesichtszüge und erkannte, dass er dabei war einzuschlafen. Sollte er nur, in den letzten Tagen hatten wir ihn ordentlich beansprucht. Mein Bruder und ich.
Auch wenn es nicht das erste Mal in den letzten Wochen war, dass wir gemeinsam in einem Bett schliefen, fühlte es sich anders an und ich konnte mir vorstellen, dass es ihn aus diesem Grund unsicher machte. Ob er wohl bedenken hatte, dass das mit uns beiden nicht funktionierte? Ich hielt inne, vielleicht ging ihm das alles zu schnell? Vielleicht war er doch nicht sicher, ob er das überhaupt alles wollte? Ich bedrängte ihn vielleicht sogar und er fühlte sich nicht unsicher sondern unbehaglich wegen mir, ich machte zu viel Druck.  
„Hira..?“ Mist, ich hatte mich zu unvorsichtig bewegt und ihn davon abgehalten einzuschlafen.
„Entschuldige...“ er drehte sich zu mir auf die Seite, murmelte völlig fertig was von „Mir egal was du von mir denkst“ und zog mich fest an sich. Mein Kopf ruhte an seiner Brust, sein Kinn auf meinen Haaren und genießerisch atmete er tief durch. Einige Augenblicke war die Umarmung fest, dann lockerte sich der Griff immer mehr, er schlief.
Wahrscheinlich machte ich mir wirklich zu viele Gedanken, es wirkte gerade nicht, als wäre ich ihm unangenehm. Mir wurde warm, es war unglaublich schön und ich ergab mich meiner Müdigkeit.

Tenzou war vor mir wach geworden, ich spürte, wie er zärtlich mit meinen langen grauen Haaren spielte, eine Strähne immer wieder durch seine Finger gleiten ließ und sie leicht zwirbelte.
Wie gern würde ich Mäuschen spielen und wissen was er gerade dachte.
„Guten Morgen...“ gähnend kuschel ich mich noch etwas fester an ihn, nur noch ein paar Minuten, hoffte dass sie mir gegönnt wurden und quietschte innerlich, als er seine Arme fest um mich legte.
„Guten Morgen.“ brummte es aus seiner Brust. Ich sah auf, in ein absolut zufriedenes Gesicht: „Du hast wohl gut geschlafen?“
Er lachte leicht: „Und ob...Du auch?“
Ich nickte hauchte ihm ein Kuss auf die Lippen: „ Wollen wir mal nach den anderen sehen?“
„Ungern..“ murrte er, zog mich noch fester an sich, bevor ich mich kichernd aus der Umklammerung löste: „Zugern würde ich noch liegen bleiben, aber ich muss dringend ins Bad...“ Ich kletterte über ihn, blieb kurz in der Position und küsste ihn erneut: „ Bleib du ruhig noch, wenn du nicht aufstehen magst.. ich sage dir Bescheid, wenn das Frühstück fertig ist.“
Tatsächlich wickelte er sich in meine Decke ein, brummte noch mal genüsslich und schloss die Lider. Mein Herz machte einen freudigen Sprung bei dem Anblick, OK ich war ein verliebter Teenager, zumindest kam ich mir so vor. Alles kribbelte und wenn ich mit ihm alleine gewesen wäre, hätte ich mir etwas anderes vorgestellt, als Frühstück zu machen.
Meine Schritte wurden langsamer und leiser, als ich an dem Zimmer von Kakahsi vorbei lief, die Tür war nur angelehnt und ich konnte erkennen, dass Hikari schon aufgestanden war, als ich vorsichtig hinein spähte. Mein Bruder lag auf dem Rücken, ein Arm über den Augen und das blaue Shirt wies große Flecken auf, er musste ordentlich geschwitzt haben. Ich seufzte, die Nacht von Hikari und Kakashi war wohl nicht so erholsam, wie die von Tenzou und mir. Gerade als ich ins Bad wollte, kam Hikari um die Ecke und ich sah mich bestätigt. Sie wirkte unausgeschlafen und besorgt, wahrscheinlich war das Fieber die ganze Nacht nicht abgeklungen, er deshalb unruhig gewesen und hatte ihr unbeabsichtigt den Schlaf geraubt.
„Guten Morgen Hira...habt ihr gut geschlafen?“ sie zwinkerte mir zu und ich spürte wie mir die Hitze in die Wangen schoss, nickte dann aber mit einem glücklichen Grinsen. Gut war eigentlich keine Umschreibung dafür, wie ich mich fühlte.
„Wie geht es euch beiden...du siehst Müde aus..“ ich wurde wieder ernst, doch sie lächelte sanft.
„Er wird noch ein paar Tage brauchen, die Nacht war anstrengend für ihn...das Fieber ist heute Morgen aber deutlich abgeklungen und wenn es so bleibt, wird er die nächsten Nächte besser schlafen können..“
Ich nickte verstehend, erledigte dann mein Badezimmer Besuch, um es nicht unnötig lange zu belegen. Im Moment waren es vier Erwachsene für ein Badezimmer und früher waren wir uns schon zu zweit ins Gehege gekommen.
Anschließend begann ich in der Küche das Frühstück für uns alle zu zubereiten, hörte im Gang, wie sich Hikari mit Kakashi unterhielt, sie waren wohl auf dem Weg ins Bad.
Es dauerte einige Minuten, dann gesellte sich Hikari zu mir: „Du hast ja schon angefangen..“ wie selbstverständlich stellte sie sich neben mich und gemeinsam schnitten wir Gemüse, machten die Eier und stellten alles auf den Tisch.
„So, dann brauchen wir nur noch die Männer...“ stolz klatschte ich mir in die Hände, das sah richtig gut aus, was wir da bereitgestellt hatten und ich hoffte inständig, dass auch Kakashi etwas essen würde. Eben jener betrat in diesem Augenblick das Wohnzimmer, sah kurz zu uns herüber, bevor er sich unsanft auf das Sofa sinken ließ, geschafft den Kopf auf die Rückenlehne legte und tief durchatmete. Hikari lächelte mich entschuldigend an, eilte dann zu ihm herüber: „ Du hättest ruhig rufen können...“
Er öffnete sein Auge ein Spalt, lächelte sie schwach an: „ Schon gut...“ schloss es dann wieder, bevor er sich hinlegte. Uh, ich biss mir auf die Lippe, mir gefiel überhaupt nicht was ich da sah, aber im Grunde wusste ich auch nicht so recht, was ich erwartet hatte. Tsunade hatte ihm strenge Bettruhe verordnet, das tat sie nicht einfach nur so und wie ich das sah, würde er die sogar freiwillig einhalten. Mein Bruder hatte sich auf Hikaris Schoß gelegt und war sofort eingenickt, ein Zeichen seiner noch immer vorhandenen deutlichen Erschöpfung. Trotzdem hatte ich irgendwie gehofft, er schlief eine Nacht artig und wäre wie neu, dass es so nicht funktionieren konnte, hätte mir eigentlich klar sein sollen. Die Enttäuschung blieb dennoch.
„Ich hol mal Tenzou...“ ich flüsterte leise und deutete auf mein Zimmer, sie nickte.

Leise öffnete ich meine Tür und schmunzelte, Tenzou war tatsächlich auch noch mal eingeschlafen, wie es schien. Tja, die beiden Krieger nutzten jede Minute, die sie bekommen konnten, zum schlafen. Nach dem was sie durchgemacht hatten auch nicht verwerflich. Sanft berührte ich ihn an der Schulter: „ Tenzou? Frühstück...“ erschrocken richtete er sich auf, sah sich verwirrt um.
„Ich bin wohl doch noch mal eingeschlafen..“ eine Feststellung, die er eher zu sich selbst sagte als zu mir. „Magst du vorher noch schnell ins Bad? Es gibt noch eine Zahnbürste für dich, ich habe sie dir hingelegt...“ er gähnte verhalten: „Danke..“
Plötzlich hielt ich inne: „ Trinkst du eigentlich Kaffee?“ warum mich die Tatsache, dass ich das nicht wusste mitnahm, war mir nicht ganz klar, aber ich fand es schlimm. Ich ballte die Fäuste.
Lächelnd nahm er meine Hände in seine: „ Ich verlange nicht dass du schon alles über mich weißt Hira.. Ich weiß doch auch nicht alles über dich...Ich habe sogar erst vor kurzem gelernt was dein Lieblingsessen ist...“ Ich schluckte: „Wir haben doch schon soviel Zeit mit einander verbracht..damals in dem Gefängnis...warum weiß ich dann nicht was du morgens getrunken hast? War ich wirklich immer so mit mir selber beschäftigt?“
Er seufzte, zog mich zu sich auf die Bettkante: „Hira, du vergisst, dass du damals in einer Ausnahmesituation warst...zudem noch verdammt jung. Weder ich, noch Kakashi, Hikari oder Yugao verlangen, dass du nun einfach so, nach wenigen Wochen zu Hause, ein komplett normales Leben führen kannst. Wir werden uns einige Zeit erholen und wenn dein Bruder wieder auf den Beinen ist, werden wir uns überlegen wie es generell weiter gehen soll..OK?“ Er sah mich intensiv an, ernst und dennoch voller Liebe. Mit ihm, Hikari und Kakashi würde ich das schon schaffen oder? Ich hatte Angst. Angst davor, den dreien ein ewiger Klotz am Bein zu sein, ein Hindernis, das verhinderte, dass sie ein glückliches Leben führen konnten.  

Kakashi nahm nicht am Frühstück teil, er wachte einfach nicht auf, weshalb wir anderen die meiste Zeit schwiegen, keiner wollte ihn wecken und ich hing ohnehin meinen Gedanken nach. Wo ich gedacht hatte, das es nun einfacher werden würde, blieb es kompliziert, zumindest für mich, emotional.
Gegen Mittag rührte sich Kakashi wieder, wurde auch höchste Zeit wie ich fand, er musste dringend essen und trinken. Den gleichen Gedanken hatte Hikari wohl auch, denn kaum hatte er die Augen aufgeschlagen stand sie neben ihm, half ihm beim aufsetzen: „ Du isst jetzt mal was..“ drückte ihm ein Glas Wasser in die Hand und setzte sich neben ihn. Einige Momente beobachtete ich das Schauspiel, dann ließ ich Hiakri machen. Bei ihr war mein Bruder wirklich in den besten Händen, ich musste Tsunade zustimmen, sie hatte einen ausgesprochen guten Einfluss auf ihn und das mit einer unheimlich sanften Art.
Tenzou verabschiedete sich, er wollte sich für die nächsten Tage beurlauben lassen, dann noch im ANBU- Hauptquartier einige Sachen holen und zurück kommen, so war der Plan und ich, ich saß in der Küche und fühlte mich fehl am Platz. Meine Wohnung war nicht mehr meine Wohnung, die letzten 8 Jahre war es die Wohnung von Kakashi und Hikari geworden und als solche sollte sie auch ihnen gehören. Ich wollte ihnen nicht im Wege stehen, vielleicht würden sie ja mal Kinder wollen? Dann wäre ohnehin kein Platz mehr für mich, oder sie bekamen keine weil ich da war. Irgendwie beunruhigte mich dieser Gedanke, ohne vorher mit ihnen gesprochen zu haben. Eigentlich hatten sie mir beide nie Anlass gegeben so etwas zu denken und ich schämte mich etwas dafür.
„Hira? Entschuldige bitte.. könntest du nach Kakashi sehen? Ich würde einige Besorgungen machen...Er hat zwar keinen richtigen Hunger, aber ich würde ihm einfach ein paar Dinge holen wollen, die er gern isst...“ Sie lächelte verlegen. Oh sie war so süß zu ihm, ich hoffte er würde das würdigen und nickte: „Klar kein Problem...“

Ich tapste ins Wohnzimmer und setzte mich leise auf den Sessel der Couch gegenüber und beobachtete meinen Bruder einige Zeit lang in der Annahme, er würde schlafen.
„Hira... ich fühle mich beobachtet..“ ein Auge fixierte mich, schloss sich aber schneller als es sich mühevoll aufgebracht hatte.
„Entschuldige bitte...Wie fühlst du dich...?“ ich ging zu ihm herüber, lehnte mich mit dem Rücken, auf dem Boden sitzend, an das Sofa. So musste er nicht laut sprechen und ich würde ihn gut verstehen. Ich hoffte, dass es so nicht ganz so anstrengend für ihn war.
„Geht... Kopfschmerzen, Übelkeit..Müde“ ich nickte, die Zusammenfassung passte zu seinem äußeren Erscheinungsbild.
„Musst du dich übergeben? Ich hol dir eine Schüssel...“ ich wollte mich erheben, doch er lachte rau: „ Keine Sorge, geht schon... Aber Tsunade hat mir was mitgegeben, würde ich gern nehmen...“ er pausierte und ich hob die Hand als Zeichen, dass ich einfach in seine Tasche sehen würde.
Ich kramte einige Momente in seinen Sachen, bis mir die kleine Flasche und eine Schatulle in die Hände fiel. Mit großen Augen betrachtete ich das Schmuckkästchen, sofort kam mir in den Sinn, dass Kakashi die Fürsorge seiner Freundin sehr zu schätzen wusste und das er klug genug war, die Frau nicht mehr gehen zu lassen. Ich legte das Kästchen sorgfältig in die Tasche, ich wollte ihm nichts kaputt machen und kehrte mit dem Fläschchen zurück ins Wohnzimmer.
Mein Bruder nahm die Medikamente freiwillig, ihn musste sein Zustand wirklich ziemlich nerven, nachvollziehbar. Ich hing meinen Gedanken nach, bemerkte dann, dass er mich dieses mal ausgiebig musterte. Eine seiner Augenbrauen war nach oben gewandert und obwohl er noch immer mehr als blass war, schien ihn was mehr als zu interessieren.
„Du hast es gefunden, oder?“ ertappt zuckte ich zusammen, wollte zu einer Entschuldigung ansetzen, das ich nur unbeabsichtigt in seine Privatsphäre eingedrungen war, als er bereits weiter sprach: „Nicht schlimm Hira.. ich wollte dich ohnehin fragen was du dazu sagst...würdest du es holen?“ erneut erhob ich mich und zog mit einem Griff das Kästchen aus seiner Kleidung. Ich wollte es ihm überreichen, doch er schüttelte den Kopf und machte deutlich, dass ich es öffnen sollte. Der Ring darin war wirklich wunderschön, schlicht und doch elegant, einige Sekunden war ich verzaubert und so wie ich Hikari kannte, würde sie ihn genauso schön finden. Nein, sie würde alles schön finden, was von ihm kam, denn die beiden verband weit mehr als materielle Besitztümer, auch deswegen passten sie so unglaublich gut zusammen. Sie definierte sich nicht über teure Kleidung, war nicht oberflächlich, sondern genügsam und zurückhaltend, genau wie mein Bruder.
„Gefällt er dir? Meinst du sie würde ihn annehmen?“ erstaunt sah ich ihn an, er war Unsicher? Unsicher, ob diese Frau, die seit Jahren mit ihm gemeinsam die Hölle teilte, seinen Antrag annehmen würde? „Du spinnst doch wirklich... Sie wird überglücklich sein, glaub mir.. jede Frau die dich bekommt wäre das, weil du ein verdammt guter Kerl bist... Und du verdienst Hikari, weil sie genauso toll ist wie du und überhaupt...scheiße Kakashi, ich freue mich so für euch..“
Gut, ja ich heulte mal wieder, umarmte Kakashi, welcher leise lachte: „Ich hab gehofft, das du was in dieser Richtung sagst...“ nun lachte ich genauso: „Was hätte ich denn auch sonst sagen sollen.. weißt du eigentlich wie lange ich schon hoffe, dass du endlich ein Stück vom Kuchen bekommst?“
Er hielt inne, rieb sich dann über die Augen: „Hörst du auf so was zu sagen... ich bin momentan etwas angeschlagen..“ fies grinsend löste ich mich von ihm: „ Hab ich dich etwa gerührt?“
Er seufzte und blickte mich dann so fest, wie es ihm möglich war, an: „ Ja, wenn ich ehrlich bin hast du das...Danke...“
Ich küsste ihn auf die Stirn, verzog dann das Gesicht: „ Du hast wieder Fieber...“
Er grinste mich breit an: „ Das ist mir egal...Wenn dir der Ring gefällt, dann bin ich mir sicher, wird er ihr auch gefallen...“ er zog sich die Decke bis zu den Schultern und drehte sich auf die Seite, die Medikamente schienen zu wirken, denn er entspannte sich deutlich.
„Was macht die Übelkeit..?“ fragte ich, nachdem wir eine Weile geschwiegen hatten.
„Besser...manchmal stehe ich auf Tsunades Mischungen...“ Ich lachte auf, das mein Bruder sich mal über Medikamente freuen würde, aber ich konnte es verstehen, die Zeit als sein Sharingan versiegelt gewesen war, musste wirklich furchtbar gewesen sein.
„Hira...diese Sachen, die du gesehen hast....Ich hab es wirklich verbockt oder?“ einige Sekunden verwirrt, verstand ich nicht was er mir sagen wollte. Mit schief gelegtem Kopf drehte ich mich wieder zu ihm um, kniete vor der Couch und versuchte zu erahnen worum es gerade ging.
„Was genau meinst du?“ über meinem Kopf mussten die Fragezeichen nur so leuchten, denn er grinste schwach.
„Ich meine, dass ich das alles vor dir verheimlicht habe...Wäre es für dich besser gewesen, wenn ich dir davon erzählt hätte? Ich meine von Vater? Ich weiß es nicht, ich weiß es einfach nicht...“ er rieb sich die Stirn und atmete tief durch: „...Ich wollte dir das alles in Ruhe erzählen, dir etwas über seine Person sagen, bevor du sein Ende kennen lernst...Nur irgendwie war ich viele Jahre nur wütend auf ihn...Ich hätte das viel früher erzählen müssen, stattdessen habe ich es in mir vergraben und habe zugelassen, dass es mich zerstört“ er lachte bitter: „ ..Ich hab es so viele Jahre nicht verstanden, warum er diesen Weg gewählt hatte...Ich hab ihn verachtet und gehasst... nur langsam, im Verlauf der letzten Jahre, konnte ich es zumindest etwas nachvollziehen.....“
Schwer seufzend lehnte ich mich wieder mit dem Rücken gegen das Polster hinter mir: „ Warum erzählst du mir die Geschichten immer, wenn du dich schwach fühlst? Wir können darüber reden, wenn es dir besser geht...“ Aus irgendeinem Grund wollte ich das jetzt nicht hören, verdrehte die Augen als er hinter mir erneut lachte: „ Sorry, Hira...  Aber in diesen Situationen schaffe ich es zumindest meinen scheiß Stolz hinunter zu schlucken und mir einzugestehen, das mich das alles mehr geprägt hat als ich wirklich zulassen will... Minato hat mir viele Jahre gesagt, ich solle mir eine Beratung suchen, ich hatte ja gelernt, dass so was wirklich heilsam sein kann, nach der Sache mit Rin... Doch ich hab es nie fertig gebracht, über Vater zu sprechen...“
Seine Stimme wurde brüchig, alarmiert drehte ich mich zu ihm um und erkannte, dass er weinte. Langsam zog ich seinen Kopf in eine Umarmung,  er glühte, wie immer, wenn er seine Offenbarungsstunden abhielt. Wahrscheinlich hatte er recht, nur so konnte er das alles mal loswerden und für den Moment war mir sein körperlicher Zustand egal. Ich erinnerte mich an das Gespräch in der Schlucht, in dieser kleinen Höhle, in der ich dachte, er würde mir sterben. Es war gut für ihn gewesen, genauso wie es jetzt wahrscheinlich gut für ihn war, dass die Geschichte um Vater endlich auf den Tisch kam. Und doch war es unheimlich furchtbar für mich, er war so klein gewesen, so unfassbar klein, zerbrechlich und man hatte ihn einfach im Stich gelassen. Onkel Minato hatte ich es zu verdanken, dass mein Bruder überhaupt da raus geholt wurde. Es war niemand sonst da gewesen, der nach ihm gesehen hätte. Ich fragte mich wie lange er wohl hätte neben der Leiche sitzen können, vielleicht wäre er dann auch. Meine Hand legte sich vor meinen Mund und ich unterdrückte mein schluchzen, es war ein fruchtbarer Gedanken.
„Unser Vater war ein großartiger Mann, ein wirklich einzigartiger Shinobi...doch nach meiner Geburt änderte sich alles. Meine Mutter starb während meiner Geburt und Vater war auf einer Mission, schaffte es nicht rechtzeitig zurück. Er war alleine mit mir und hatte ja auch noch Verpflichtungen dem Dorf gegenüber. Er schaffte den Spagat einige Zeitlang, bis zu dieser einen Mission. Ich war damals vier, als er vollkommen verändert nach Hause kam. Auf der Mission waren sie in ein Hinterhalt geraten, der einzige Ausweg bestand für Vater darin, die Mission abzubrechen und den Rückzug anzutreten, um sein Team zu retten.... Die oberste Priorität für ein Shinobi ist das Ziel der Mission und wenn er sein Leben dafür geben muss...so waren die Regeln und er verstieß dagegen. Damals war mein Verständnis für die gesamten Umstände noch nicht wirklich gegeben. Ich verstand nicht warum er das getan hatte und nun das ganze Dorf mit dem Finger auf uns zeigte. Er hielt dem Druck nicht stand. Er ertrug es nicht, dass sich das Dorf gegen mich wand, der ich doch unschuldig an seiner Entscheidung war. Sie bewarfen und beschimpften mich auf offener Straße für meinen Vater... das trieb ihn in den Tod...“ Während seiner Erzählungen hielt ich die Luft an, ich traute mich nicht zu atmen. Kakashi stöhnte neben mir leise, bevor er weiter erzählte: „ Der Tag an dem Vater starb, sollte einer sein, an dem nur ich wichtig war.. ja egoistisch von mir...doch damals hatte ich es mir gewünscht... ich wollte, dass er stolz auch mich sein würde.. er sollte mich endlich wieder sehen... Ich hatte gerade meine Geninprüfung bestanden, ich war einer der jüngsten Teilnehmer seit vielen Jahren...doch als ich heim kam...“
Die ganze Couch schien zu beben, so stark zitterte er, die Bilder kamen in ihm auf, das konnte ich deutlich sehen und ich biss mir auf die Lippe: „Kakashi ich weiß, ich hab es gesehen.. du brachst nicht weiter sprechen...“ er schüttelte den Kopf, das Trauma saß tief.
„Hira er war wirklich gut zu mir, bis zu dieser Mission...Ich habe viele Jahre ebenfalls gedacht, es wäre falsch gewesen das Wohl seiner Kameraden über das Ziel der Mission zu stellen...vielleicht wäre er noch am Leben, wenn ich ihm eine größer Stütze gewesen wäre? Weißt du warum ich diese Maske trage? Weil ich aussehe wie Mutter, er ertrug es nicht mich anzusehen...“ er lachte erneut bitter und ich wurde besorgt. Seine Erzählungen wurden wirr, ich wollte, dass er jetzt aufhört und sich etwas ausruhte: „Kakashi es reicht erst mal...“ er unterbrach mich: „Hira verstehst du..ich bin schuld an allem.. meine bloße Existenz...“ zornig ballte ich die Fäuste: „Hör auf...“ ich stemmte mich in die Höhe und funkelte ihn an: „ Diesen Punkt hatte ich auch mal, oder? Und es gab da jemanden der mir ebenfalls gesagt hat, dass ich nichts für meine Existenz kann... und das kannst du auch nicht... hör auf dich mit diesen Fragen zu zerstören Kakashi...dich trifft keine Schuld an dem Ende von unserem Vater...du warst ein Kind...“ Mit einem Schlag wurde mir wieder die Tragweite dieser Worte bewusst, im Grunde war er nie wirklich ein Kind, wenn es hoch kam drei Jahre lang. Überspitzt konnte man sagen, dass er deutlich älter war als manch anderer in seinem Alter und die Erkenntnis schmerzte mich. Meine Wut verrauchte und ich blickte auf meinen Bruder herab. Für einen winzigen Moment, konnte ich das verletzte, alleingelassene Kind vor mir sehen, dass er tief in seinem Inneren war. Langsam begab ich mich wieder auf meine Knie: „Hör mir mal zu Kakashi...Vater trägt nur an einem die Schuld, daran, dass er dich allein gelassen hat..er ließ dich verletzt und einsam zurück...Und ich könnte mir vorstellen, dass er von irgendwo auf dich schaut und mehr als stolz darauf ist, was aus dir geworden ist....Er wird sich nachträglich in den Arsch beißen, dass er das nicht miterleben konnte ..“ er lachte, während ihm einige Tränen über die Wange liefen: „Was für eine Vorstellung..“ ich grinste breit: „Nicht war...?“
„Oh man und immer wieder stelle ich fest, wie erwachsen du geworden bist Hira... Ich habe so viel davon verpasst...“ Seufzend nahm ich ihn wieder in den Arm: „Und auch daran trägst du keine Schuld...Ich war ungeduldig und habe nicht darauf vertraut, dass du einen Weg finden könntest mir zu helfen und damit habe ich dir sehr weh getan...Es tut mir leid“ Ich flüsterte die letzten Worte, ich wollte dass er wusste, wie sehr ich es bereute: „ Ich war immer so egoistisch... habe dein Geld ausgegeben...“ Er lachte: „ Verdammt Hira, für Klamotten“ ich stimmte mit ein: „Ja, scheiße ich weiß...Und das obwohl du sehen musstest uns irgendwie über die Runden zu bringen...Mana-San hat mir übrigens erzählt, dass du ihr monatlich unter die Arme gegriffen hast, damit sie ihr Haus nicht verliert...“ Sein heißer Kopf lehnte sich gegen meinen Arm: „Sie hat mir auch soviel Sorge abgenommen...Sie hat sich wirklich gut um dich gekümmert.. ich war beruhigt wenn sie oder Kushina und Minato bei dir waren...“ Sanft streichelte ich seinen Kopf: „ Neben deinen Aufträgen hast du dich auch gut um sie gekümmert, das hat sie mir auch gesagt... Und ich habe erfahren, dass du dich um Naruto gekümmert hast, während der ganzen Zeit....“ Er schnaubte belustigt: „Dann brauche ich dir ja nicht mehr so viel zu erzählen...“ Ich sah in meine Arme, die Augen meines Bruders hatten sich geschlossen: „Nein, Kakashi du darfst mir von den vielen Abenteuern erzählen, die du erlebt hast.. von deinem Team.. ich möchte, dass du dich von nun an, an schöne Geschichten erinnern kannst... so wie Yugao und Tenzou...“ er brummte: „ Haben sie aus dem Nähkästchen geplaudert?“ erneut lachte ich auf: „ Und ob.. sie haben kein gutes Haare an dir gelassen...“ er seufzte ergeben: „Na dann lebt es sich ab jetzt ja viel einfacher für mich...“  Ich grinste, spürte wie das Gewicht in meinen Armen mehr wurde und legte ihn behutsam ab. Er war eingeschlafen.

Ich betrachtete ihn eine weitere Stunde beim Schlafen, las in einem Buch und dachte über meine Zukunft nach. Die anderen schienen alle zu wissen, wohin sie wollten, doch ich war 8 Jahrelang nicht im Dorf, 8 lange Jahre und ich wusste nicht einmal ob ich mich noch so auskannte wie früher. Ich fragte mich, ob es wohl später in Ordnung sein würde, Tenzou zu bitten mir das Dorf zu zeige und vielleicht könnten wir Gyoza essen gehen, in diesem kleinen Restaurant in der Seitenstraße.
Ein Schlüssel schob sich in das Schlüsselloch und Hikari kehrte zurück, sie lächelte sanft, als sie erkannte, dass Kakashi schlief und ich folgte ihr in die Küche.
„Wie geht es ihm?“ fragte sie mich leise, während sie die Taschen abstellte und ihre Einkäufe einräumte. Strahlend griff ich in eine Tüte, dort lag ein Schokoladenpudding, die Marke die ich am liebsten aß und Hiakri lächelte: „Kakashi hatte mich gebeten dir einen davon mitzubringen, damit du dich Zuhause fühlst...“ Mit Tränen in den Augen sah ich zu Kakashi zurück, nahm dann den Löffel entgegen den Hikari für mich aus der Schublade geholt hatte und setzte mich, wie ich es früher tat, auf die Küchenzeile. „Danke, ihr seid großartig...“ Was soll ich sagen, es war ein Hochgenuss, meine gesamten Kindheitserinnerungen, die ich besaß, strömten auf mich ein, ich empfand pure Liebe für Kakashi, diese Wohnung und alles was damit zu tun hatte.
Einige Sekunden schwieg ich, bevor ich dann ansetzte um ihr zu antworten: „ Er hat vorhin die Medikamente von Tsunade genommen, die gegen seine Übelkeit helfen sollen, er hat wieder etwas Fieber...schläft aber artig vor sich hin...“ Ich wollte ihr nicht sagen, dass er sich mit seinen Erzählungen angestrengt hatte, er es wie immer, wenn er so drauf war, nicht lassen konnte.
Sie nickte, dennoch sah sie besorgt aus.
„Hikari? Was ist mit dir?“ seufzend ließ sie ihre Hände sinken: „Hira, ich weiß nicht wie es weitergehen soll...Ich liege ihm auf der Tasche und kann ihn kaum unterstützen..vielleicht hat er irgendwann die Nase voll davon..oder die Nase voll von mir?“ Ich verschluckte mich und sah sie mit großen Augen an. Oh man, meinte sie das wirklich ernst?
„Ähm, ich glaube du solltest mal mit ihm über deine Ängste reden...“ verlegen kratzte ich mir am Hinterkopf, zuckte zusammen als hinter mir eine Stimme erklang.
„Nicht nötig, ich hab es gehört...“ Kakashi ließ sich auf einen Stuhl sinken: „ Hikari bitte komm her zu mir... weiter komme ich einfach nicht...“ Sie lachte und trat zu ihm hin.
„Ich lass euch dann mal alleine...“ Kakashi hob die Hand: „Nein, ich möchte, dass du dabei bist..“
Seufzend fuhr er sich durch die Haare: „Ich wollte das eigentlich anders gestalten und ich weiß nicht ob ich die richtigen Worte finde, um rüber zu bringen, was ich dir Mitteilen möchte...Aber es scheint als müsste ich hier mal was klarstellen...“ eine verlegen Röte zierte sein Gesicht, als er seine Hand öffnete und ihr das kleine Schmuckkästchen reichte: „Hikari, du hast soviel Licht in mein Dunkles gebracht, warst die letzten Jahre so unendlich geduldig mit mir und hast alles ertragen...Meinst du du erträgst mich noch eine ganze Weile länger?“ Mit einer Hand öffnete er das Kästchen in ihren Händen und zeigte ihr den Ring. Ich biss mir auf die Lippen, sie sagte erst mal nichts dazu. Tränen rollten über ihre Wangen, dann endlich schien durchgesickert zu sein, was er sie gerade gefragt hatte. „Meinst du das ernst?“ er lachte: „Und ob...“ er nahm den Ring und dann ihre Hand, wartete auf eine Antwort. „Ja.. verdammt ja, natürlich..“ Der Ring passte perfekt an ihren Finger und über glücklich fiel sie ihm um den Hals, küsste ihn zärtlich.
Sie beide strahlten sich glücklich an und ich ließ mich von dieser Atmosphäre anstecken. Fröhlich sprang ich von meinem Sitzplatz auf, drückte beiden ein Kuss auf die Stirn und klatschte in die Hände: „Das ist so wunderbar...und jetzt schaffen wir Kakashi wieder auf die Couch, damit er endlich auf die Beine kommt und ihr euer Glück genießen könnte...“ Gesagt, getan. Mein Bruder landete im Schlafzimmer, er selber meinte, dass er dort wohl besser schlafen könnte. Kaum lag er, war er eingeschlafen. Ich muss dazu sagen, dass er mit einem zufriedenen Ausdruck im Gesicht ins Land der Träume abgedriftet war und nicht nur ich mich, sondern auch Hikari sich, mehr als darüber freute.

Einige Minuten später trat ich vor die Wohnung in den Hausflur, bereits hier wurde mir schwer ums Herz. Ich musste ausziehen, dass wäre sonst wirklich unfair. Doch ich hatte weder Geld noch ein Job und eine Wohnung müsste ich auch erst finden. Ich war fest entschlossen, den Beiden nicht im Weg stehen zu wollen.
Ich bog auf die Straße ab, lief einfach drauf los und achtete vor lauter Gegrübel nicht auf den Weg vor mir. So kam es wie es kommen musste, ich stieß mit jemandem zusammen. Bevor ich fallen konnte, wurde ich am Arm gepackt und auf die Füße zurück gezogen. Peinlich berührt verbeugte ich mich tief und bat um Verzeihung, statt meine Entschuldigung anzunehmen wurde gelacht.
„Ich kann dich wirklich keine Sekunde aus den Augen lassen Hira...“ Ich sah auf, vor mir stand Tenzou. Augenblicklich erhellten sich meine Züge, der kurzzeitige Anflug von Zorn über die nicht angenommene Entschuldigung verflogen: „Wie schön dich zu sehen... hast du deinen Urlaub bekommen?“ Nickend bestätigte er: „ Tsunade-Sama meinte, unter der Bedingung, dass wir dafür sorgen, dass Kakashi in zwei Wochen wieder einsatzfähig ist..Naruto geht ihr kräftig auf den Nerv...“
„Oh, das dürfte kein Problem sein.. er hat ja jetzt ein Ziel vor Augen..“ verschwörerisch sah ich mich zu allen Seiten um: „Psst, verrate es niemandem aber Kakashi hat sich verlobt...Er möchte es dir bestimmt selber sagen, aber ich freue mich so, dass ich es nicht für mich behalten kann...als ich aus der Wohnung bin hat er geschlafen, deshalb wird es wohl mit der Verkündung noch etwas dauern...“ Tenzous Augen hatten sich geweitet, stotternd begann er die Information zuverdauen: „Kakashi...hat … Hikari.. und ..er...kann es wirklich sein? Das würde ja bedeuten, dass mein Freund endlich über seinen Schatten gesprungen ist...“ mit einem Mal strahlte er über beide Backen, ich nickte als Zeichen, dass es wirklich passiert war.
„Wollen wir vielleicht was essen gehen?“ ich verschränkte meine Finger mit seinen, sah ihn erwartungsvoll an.
„Warum eigentlich nicht? Ich habe ja jetzt Urlaub..“ Ich zog ihn in die Richtung, in der ich in etwa das Restaurant in Erinnerung hatte, musste dann doch bei den Seitenstraßen Tenzou flehend ansehen. Er wusste wohin ich wollte und wenige Augenblicke später standen wir vor dem kleinen gemütlichen Lokal. Youbaba und Shin traten heraus, sie hatten uns bereits von weitem gesehen.
„Da seit ihr Zwei ja wieder...Das passt gut...“ die alte Dame richtete ihre Mütze und verschwand Hände reibend in der Küche: „Die Gyoza sind gleich fertig..“ murmelte sie.
Shin lachte verlegen: „Ich hoffe ihr habt hunger und möchtet Gyoza...“
„Wir sind extra für die Gyoza gekommen...“ Entschuldigend lächelte mein Freund mich an, er wusste nicht ob ich es auch wollte, doch würden wir nicht drumherum kommen. Und ehrlich hatte ich mich ja schon auf das Essen gefreut: „ Ich hab mich schon seit Tagen darauf gefreut...gibt es auch wieder diese leckere Erdnusssoße dazu?“ aufgeregt strahlte ich Shin an und er lächelte warm zurück: „Natürlich ihr Zwei, kommt mal mit...“
Wir saßen wieder am Fenster, an dem Tisch an dem wir beim ersten Mal auch gesessen hatten und nachdenklich betrachtete ich mir die Menschen, die vorbei kamen.
„Was geht dir im Kopf umher..?“ Tenzou hatte sein Kinn auf seiner Hand aufgestützt und sah mich abwartend an, er wirkte besorgt. Ich strich mir eine meiner Strähnen hinter die Ohren und erwiderte seinen Blick: „ Ich möchte Kakashi und Hikari nicht im Weg sein...die beiden würden nie etwas in diese Richtung sagen, doch es wäre unfair von mir, mich da mit rein zu drängen...Gerade jetzt wo die beiden heiraten werden... Kakashi soll endlich sein Leben leben können, ohne ständig Rücksicht auf mich nehmen zu müssen....Nur irgendwie habe ich kein Lösung für das Problem...“
Geräuschvoll stieß Tenzou die Luft aus und rieb sich den Nacken: „Hira, Kakashi-Senpai und ich haben bereits über einige Dinge gesprochen und er war der Meinung, dass du dich ruhig erst zurecht finden sollst bevor weitere Schritte eingeleitet werden... Dein Stress, den du dir machst ist unbegründet. Du sollst erst mal ankommen und ich bin der selben Meinung...“ Mein Blick ging wieder aus dem Fenster: „Ich möchte aber niemandem zur Last fallen...“ entgeistert starrte er mich an, Wut funkelte in seinen Augen und ich hörte ihn aufgebracht nach Luft schnappen: „Dann können wir das an der Stelle auch direkt beenden...“ erschrocken drehte ich ruckartig meinen Kopf herum, wollte ansetzen doch unterband er jedes Kommentar: „Du bist genauso furchtbar wie dein Bruder...Wann kapiert ihr beide eigentlich, dass niemand euch als Last ansieht... es ist nur extrem anstrengend euch das immer wieder sagen zu müssen....Also, wenn du so anfängst, dann beenden wir das Thema gleich jetzt und hier...“ er massierte sich die Nasenwurzel und fügte dann sanfter hinzu: „Hira, versteh endlich, dass ich dich wirklich mag... warum solltest du mir dann lästig werden...dein Bruder liebt dich abgöttisch, so viel Nähe, wie er sich von dir einfordert, will er außer von Hikari von keinem anderen Menschen...Und du verdienst es einen guten Weg zurück zu finden...Gib dir Zeit zu verarbeiten, erhole dich ein bisschen von allem und dann sehen wir gemeinsam, dass wir eine Lösung finden.“
Ich musterte die weiße Tischdecke als gäbe es da was interessantes zu entdecken, sie war auch noch spannend, als sich der Mann vor mir erhob und sich plötzlich neben mich setzte. Seine Arme legten sich um mich: „ Diese ganze furchtbare Geschichte, die dich und Kakashi ausmachen, müsst ihr wirklich verarbeiten, ihr müsst darüber reden und euch damit auseinandersetzen, dessen ist er sich mehr als bewusst.. Und das solltest du dir auch bewusst machen...“ Ja, da hatte er recht, das sollte ich mir bewusst machen und vor allem auch umsetzen, ich würde nicht zulassen, dass es mir damit erging wie Kakashi.  Und ich würde nicht zulassen, dass er noch mehr Anlass für seine übertrieben Selbstzweifel bekam.
Mit einem Mal kam mir ein Gedanke: „Tenzou, die ganze Zeit reden wir darüber, was für mich gut ist, was ich mir wünsche...was ist mit dir? Was möchtest du?“ Er errötete leicht: „ Erst mal möchte ich, dass du glücklich wirst... Wenn ich noch der Grund dafür sein darf, dass du glücklich wirst, würde mir das schon genügen...“ Meine Hände strichen sanft über seine Wangen: „Sieh mich an...“ er folgte meiner Bitte und ich schaute ihm tief in die Augen:  „Ich glaube Kakashi ist nicht der einzige mit Selbstzweifeln...“ Sanft legte ich meine Lippen auf seine, grinste in den Kuss hinein, als sich seine Arme um mich schlossen und mich verlangend an ihn drückten. Er intensivierte den Kuss und ich spürte, dass er es kaum noch aushielt mich nicht berühren zu können. Er war eben ein Mann, der genau wie mein Bruder Intimitäten viel zu selten zu spüren bekam. Seine Geschichte war nicht minder traurig, wie die von meinem Bruder gespickt von Entbehrungen und ich schwor mir ihn glücklich zu machen, wie es Hikari bei Kakashi schaffte.
Shin räusperte sich: „Entschuldigt die Störung...Wir hätten den Hauptgang fertig.. oder wolltet ihr schon zum Nachtisch übergehen?“ Ich lachte herzhaft auf und klatschte mir in die Hände, als die zwei großen Teller mit Gyoza vor mir abgestellt wurden: „Das sieht wieder großartig aus Youbaba...“ die Dame hinter Shin begann zu strahlen, als ich genüsslich in die Soße tunkte und den ersten Bissen nahm. Es waren wirklich die besten Gyoza, die ich je gegessen hatte.
Nach dem die Teller geleert waren, lehnte ich mich satt und zufrieden zurück, schmunzelte darüber, dass sich die Färbung in Tenzous Gesicht nicht änderte, das tiefe Rot blieb und ich konnte mir denken, dass er verzweifelt versuchte zu verhindern, dass ich von seiner körperlichen Reaktion auf unseren Kuss von vorhin erfuhr. Ich beschloss ihn weiter zu reizen, legte beinahe zufällig wirkend meine Hand auf seinen Oberschenkel. Seine Hose spannte und er wurde ob meiner Berührungen unruhig. „Hira, es tut mir leid...“ verlegen sah er zur Seite und ich setzte noch eins drauf: „Was tut dir leid..“ Ich hauchte es ihm verführerisch ins Ohr, bemüht meine Unerfahrenheit in Selbstsicherheit zu verwandeln und freute mich über den Erfolg.
Er knurrte, umfasste mein Gesicht und küsste mich verlangend, ich spürte die Lust, die er verspürte. Oh und es ließ mich nicht kalt, ein unbeschreibliches Kribbeln breitete sich in mir aus, ich war neugierig und hungrig auf die Erfahrung, die ich mit niemandem lieber Teilen würde als mit ihm. Meine Hand rutschte ein Stück nach oben und ich berührte ihn. Leise keuchte er in den Kuss, löste sich dann: „ Wir sollten gehen..“
Youbaba erschien hinter uns: „Oh ihr wollt schon gehen?“ sie wirkte geknickt und Tenzou ließ schuldbewusst die Schultern Hängen, man konnte ihm sein inneren Zwiespalt ansehen und zu meinem Glück lenkte Shin ein: „ Youbaba, sie bleiben das nächste Mal bestimmt länger... Ich denke nur die Beiden wollen ihre gemeinsame Zeit genießen...“ er zwinkerte uns wissend zu, weshalb ich doch etwas verlegen den Kopf einzog. „Das muss euch nicht peinlich sein...“ er kam näher zu mir herüber: „Er hat noch nie ein Mädchen mit her gebracht.. du bist etwas besonderes...Also sei bitte gut zu ihm...“ Mit ernster Miene antwortete ich: „Nichts anderes hab ich vor....“ Mit dem Segen des alten Shin im Nacken schob ich den etwas perplexen Mann vor mir her, verabschiedete mich von Youbaba und sah dann zu Tenzou wieder auf. „Was machen wir denn jetzt?“
Mit einem breiten Grinsen auf den Lippen, kam der Mann zu mir herüber, nahm mich auf seine Arme und setzte mit gezielten Sprüngen und einem atemberaubenden Tempo über die Dächer des Dorfes seinen Weg fort: „Ich bringe dich jetzt zu mir..“ Vor seiner Wohnungstür ließ er mich runter: „Entschuldige, ich hab mich etwas mitreißen lassen...wenn dir das unangenehm ist oder zu schnell geht...“
Ich stellte mich leicht auf Zehnspitzen, zog an seinem Kragen und ihn somit ein Stück zu mir herunter: „Sei endlich still... Wir werden diesen Schritt jetzt gehen, glaubst du etwa ich spiele mit dir?“ Ich stahl mir einen Kuss: „Es wäre doch reichlich unfair, erst Andeutungen zu machen und dich dann hängen zu lassen...“ Leidenschaftlich presste er mich gegen die Tür, er hielt sich zurück und doch war das Verlangen deutlich zu spüren. Er lachte über sich selber: „vielleicht gehen wir rein...“ Eine Tür hinter uns hatte sich geöffnet, ein Shinobi trat heraus und hielt inne.
„Gute Idee...sonst freuen sich noch die Nachbarn über uns..“ entschuldigend verneigte ich mich und folgte Tenzou nach drinnen. Wurde augenblicklich in einen erneuten Kuss verwickelt und es fühlte sich unbeschreiblich an. Er ging zärtlich vor, war rücksichtsvoll und trotzdem schmerzte es etwas. Es war ungewohnt und gleichzeitig unbeschreiblich ihm so nah sein zu können. Er presst sich an mich, um klammerte mich und schien es genauso zu genießen wie ich. Die Hitze zwischen uns war unbeschreiblich und den Mann so ekstatisch zu erleben, erfüllender als ich gedacht hätte. Mühevoll hielt er seine Gelüste im Zaun, behielt die Beherrschung bis er es schlussendlich nicht mehr aushielt, das musste er auch nicht. Ich verlor mich in dem Gefühl was uns umgab.
Erschöpft, schwer atmend lag er über mir, versuchte abzuschätzen ob er mir wehgetan hatte, weshalb ich hoffte, dass man mir das Glück ansehen konnte. Liebevoll schloss ich ihn in meine Arme, während er sich neben mich sinken ließ und lächelte glücklich. Zärtlich strich ich ihm über den Kopf, staunte über seine Muskulatur und freute mich über die zufrieden klingenden Laute aus seiner Kehle. Außerdem bemerkte ich, dass er sich krampfhaft versuchte gegen den Schlaf zu wehren, der ihn übermannen wollte und kicherte.
„Entspann dich einfach...“ flüsterte ich ihm zu und er schnaubte müde: „Irgendwie bin ich geschafft..“ Sein Kopf lehnte an meiner Schulter, sein Arm über meiner Hüfte und es dauerte keine zwei Sekunden, da war er im Traumland. Die Schmetterlinge tanzten in mir, es war wirklich sehr schön und ich bereute nichts.

Am nächsten Morgen erwachte ich alleine in seinem Bett, mir wurde heiß und kalt, Einsamkeit machte sich breit, das Gefühl verlassen worden zu sein und Panik stieg in mir auf. Mein Verstand wollte die Situation nicht erfassen und ich wurde Unsicher. Was war hier los? Ich war vollkommen alleine das spürte ich, der Gedanke einen Fehler begangen zu haben wollte sich einnisten, sogar seine Kleidung war fort. Ich krallte mich in die Decke, als ich plötzlich einen Schlüssel hörte, der ins Schloss geschoben wurde. Ein überaus gutgelaunter Tenzou stand in der Tür und wirkte zerknirscht, als er meinen Gesichtsausdruck erblickte. Ohne ein weiteres Wort schloss er die Tür und überbrückte die Distanz: „Hira, Kleines es tut mir leid... du hast noch so tief geschlafen, das ich dich nicht wecken wollte... Ich habe uns nur Frühstück geholt...da ich die letzten Wochen fast ausschließlich bei euch verbracht habe, hatte ich nichts, was ich dir anbieten konnte.
Mit Tränen in den Augen lachte ich: „Mir tut es leid, ich hab gezweifelt...das ist nicht fair..“
Er schloss mich erneut in die Arme, er roch frisch geduscht und mir kam der Gedanke, dass ich wirklich ziemlich fest geschlafen haben musste.
„Naja, mir wäre der Gedanke umgekehrt wahrscheinlich auch durch den Kopf geschossen...“ er kratzte sich am Hinterkopf.
Aus dem anfänglich furchtbaren Morgen wurde ein wunderschöner entspannter Morgen, bis wir uns gegen frühen Nachmittag auf den Weg zu Kakashi machten.
Hikari öffnete und sah mehr als erholt aus. Suchend ging mein Blick an ihr vorbei, doch mein Bruder war nirgends zu sehen, ich schloss daraus, dass er wohl noch immer nicht fit war.
„Er schläft noch und mit noch meine ich, seit du gestern gegangen bist...“ meine Augenbrauen wanderten nach oben: „ Das ist jetzt gute 12 Stunden her...“ sie grinste.
„Deshalb geht es mir ja auch um einiges besser...“ Mein Bruder erschien im Türrahmen, lehnte sich leicht dagegen, bevor er zu Couch kam und sich setzte. Prüfend musterte ich ihn, er sah wirklich besser aus und ich freute mich.
Mit einem Mal änderte sich sein Blick, streng sah er an mir vorbei zu Tenzou: „Was ist passiert während ich geschlafen habe...“ der Tonfall lauernd, ein wenig Herausforderung lag darin und mir wurde schlecht. Mir war nicht klar, dass Kakashi etwas dagegen haben würde, warum auch, die beiden waren Freunde und er hatte doch gesagt Tenzou sollen auf mich achten. Mein Freund blieb vollkommen ruhig, er griff meine Hand und zog mich zu sich: „Es ist einiges passiert, während du geschlafen hast Senpai...“ er hielt dem Blick stand, Kakashi fuhr sich über den Kopf.
„Also hast du dich entschieden?“ Tenzou nickte und ich kam da gerade nicht mit, blickte fragend zwischen den Beiden hin und her. „Lasst mich bitte ein Moment mit Hira alleine...“
Die beiden verließen den Raum, schwer schluckend folgte ich seiner Geste mich zu setzen.
Mit einem Mal wurde er verlegen: „Hira, du trägst noch das Siegel und ich spüre, dass du dich verändert hast.. ich kann das leider nicht abstellen, das was zwischen dir und Tenzou ist, geht mich nichts an.. du bist alt genug und er ein guter Kerl...“
Verstand ich das gerade Richtig? Kakashi spürte, dass ich Sex mit Tenzou hatte, Himmel ich wünschte der Erdboden würde sich unter meinen Füßen auftun.
„Hira? Tomatenzeit fängt mit grün an...“ er grinste Schelmisch: „ mach dir nichts draus, vergiss die Tatsache einfach... Ich hoffe nur er war gefühlvoll mit dir...“ Kleinlaut fügte er den letzten Teil hinzu. „Ja, das war er wirklich Kakashi...“ Mein Bruder lächelte aufrichtig: „Das ist schön...“
Ja, das war es. Mein erstes Mal war unbeschreiblich schön, so wie es sein sollte. Sein erstes Mal hingegen? Ich verspürte tiefe Trauer und Wut in mir. Doch er stand wie immer über den Dingen.
„Tenzou hat sich entscheiden müssen, Hira... wenn ihr beide eine gemeinsame Zukunft anstrebt, werde ich das Siegel lösen. Ich möchte euch nicht ständig unbeabsichtigt „spüren“ du sollst dich frei entfalten... Das Jutsu verliert dadurch seine Wirkung nicht, dennoch weiß ich nicht, wie es sich auf deine Emotionale Stabilität auswirken wird.. Er sollte sich dessen bewusst sein und du auch...Er hat sich entschieden, er möchte es mit dir versuchen, er möchte einen gemeinsamen Weg...“ Kakashi pausierte, lachte dann: „Wir wollten dir Zeit geben dich zu entscheiden, doch du bist wie immer in deinen Entscheidungen sehr schnell....Was sollst du siehst Glücklich aus und das ist es worauf es ankommt.“ Breit grinsend sah ich ihn an: „Ich bin Glücklich mit ihm...und ein bisschen Zeit werden wir uns noch geben denke ich.. vorausgesetzt, dass ich noch etwas bei euch bleiben kann...Ich will ihn nicht gleich überfordern..“ Unsicher knetete ich mir die Hände: „Darf ich dich was fragen?“ Kakashi war gerade dabei sich auf dem Sofa auszustrecken, hielt dann inne und sah mich an: „Klar, natürlich...“ ich ließ ihm den Moment, er lehnte sich zurück und zog sich die Decke über seinen Körper, wahrscheinlich hatte er immer noch etwas erhöhte Temperatur, denn er fror sichtlich.
„Was hast du eigentlich wirklich gespürt?“ Ich musste wieder knall rot geworden sein, zumindest staute sich die Hitze in meinen Wangen.
„Sagen wir so, ich weiß, dass es schön war für dich...Und ich bin froh darum, dass deine erste Erfahrung angenehm war.“ es schien ihm ernst zu sein damit, denn er lachte nicht oder machte sonst keine Späße darüber, auch wenn mir dieses Gespräch mehr als peinlich war.
„Und warum hast du dann Tenzou so wütend angesehen? Ich meine er war doch gut zu mir, du wusstest dass wir uns mögen und welche Absichten ich verfolge, hatten wir auch besprochen..“
Kakashi lachte herzhaft und ich musste mir bei dem Klang seines Lachens das Grinsen verkneifen, es war einfach ansteckend: „ Du hast sein Gesicht doch gesehen... den Spaß konnte ich mir nicht entgehen lassen....schließlich hat er mit meiner Schwester geschlafen, Strafe muss sein...“
Oh ja, Tenzou tat mir wirklich leid, er war gestraft mit meinem Bruder und ein bisschen mit mir.
Was Kakashi betraf, der war ebenfalls bestraft, er war offensichtlich zwar ausgeschlafener, knabberte aber noch immer an seinen körperlichen Symptomen. Schüttelfrost war gemein und mitleidig legte ich ihm die zweite Decke über, bevor er seufzend die Augen schloss.
„Schlaf du ruhig noch ein bisschen... wir wecken dich dann zum Mittagessen..“ zitternd rollte er sich ein, murmelte leise: „Aber nicht, dass ihr wieder was anstellt während ich schlafe...“
Ich grinste frech und streckte ihm die Zunge raus: „Die Welt änderte sich, während du schliefst“
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