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Hira

von Kitana02
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character)
20.04.2021
15.09.2021
23
134.051
10
Alle Kapitel
22 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
15.09.2021 5.079
 
So ihr Lieben,
hier das passende Kapitel zu dem heutigen Tag.
Es ist eine kleine Achterbahnfahrt, also anschnallen und los geht's
Wie versprochen ist dementsprechend hier der Höhepunkt..
viel Spaß damit :P
liebste Grüße Kitana


23.

Von beiden Seiten packten mich die Schatten, drängten mich weiter auf den Boden und fixierten mich dort. Mein Herz raste vor Angst, ich schnappte nach Luft, wie ein Fisch auf dem Trocknen und schrie innerlich. Panik erfasste mich und mir wurde plötzlich klar, dass nie geplant gewesen war, dass ich zurück kehrte. Man hatte darauf spekuliert, dass Kakashi und die anderen mich nicht wieder gehen ließ. Ich war der Vorwand dafür, das Dorf dem Erdboden gleich machen zu können, die Macht zu ergreifen. Ich war Wertlos, deshalb hatte er mich gehen lassen. Hysterisch lachte ich auf, die Erkenntnis traf mich tief. Wertlos, wie oft ich das schon über mich selber gedacht hatte. Der einzige, der mich nie als Wertlos betrachtete war Kakashi, mein Bruder, mein ein und alles, hinzu kamen Tenzou und Hikari, sie alle. Keiner von ihnen hielt mich für wertlos. Sie erwarteten nicht von mir, dass ich phänomenale, kosmische Kräfte heraufbeschwor und die Welt mir zu Eigen machte. Sie wollten nicht, dass ich mich, wie eine Göttin erhob und alle unterwarf, die nicht der selben Gesinnung waren. Sie wollten das selbe für mich, was ich mir für sie wünschte. Glück.
Es klang so einfach, ein kurzes Wort mit so unheimlich tiefgehender Bedeutung.
Der Griff an meinen Schultern verfestigte sich, das Gewicht auf meinem Körper nahm zu und ohne die Möglichkeit aufsehen zu können, hörte ich wie sich der dunkle Meister erhob. Seine Schritte knirschten auf dem steinigen Untergrund, näherten sich und seine Stimme erklang dicht an meinem Ohr: „ Nun werde ich Konoha überrennen, ich werde sie alle abschlachten und niemanden mehr am Leben lassen. Doch mit deinem Bruder werde ich mir Zeit lassen, unheimlich viel Zeit, er wird leiden. Ich werde ihm die Finger brechen, ihm die Eingeweide aus dem Bauch scheiden und ihn ausbluten lassen.“ er lachte hässlich: „ Weißt du, du hast mir gute Dienste erwiesen, wenigstens dazu hast du getaugt. Glaubst du wirklich, dass ich dich alleine habe gehen lassen?Glaubst du, ich habe nicht gehört, was gesprochen wurde? Du bist der Schlüssel gewesen zu meiner Machtübernahme, ohne die Informationen, die du mir beschafft hast, wäre das Unterfangen nicht möglich gewesen..Also im Grunde muss ich dir Danken Hime-sama..“
Tränen liefen mir aus den Augen, ich hatte sie also verraten? Ich war schuld daran, dass man sie nun alle töten würde? Ich dachte an das alte Ehepaar in diesem kleinen Restaurant, in dem ich mit Tenzou gewesen war. Die Gyoza waren großartig. Ich heulte, der Gedanke an diese harmonische liebevolle Atmosphäre dort, machte mich traurig. Und doch, wäre ich wirklich schuld daran, dass sie alles verlieren würden? Ich wünschte mir die selbe Liebe, die Chance dazu, die Liebe zu Tenzou so auszuweiten, dass wird alt und grau werden und uns immer noch lieben, wie am ersten Tag.
Mit einem Mal kam mir in den Sinn, was Kakashi mal zu mir gesagt hatte. Danzou war ein Meister der Manipulation und genau das versuchte er bei mir. Er wollte, dass ich Panik bekam, er wollte, dass ich alle verriet und er wollte wissen, ob ich vielleicht an nützliche Informationen gekommen war. Was geschehen würde, sollte ich nicht auf ihn eingehen, wusste ich nicht, doch im Grunde war es egal, was aus mir werden würde. Ich stellte mich dumm, naiv: „Meister, bitte.. ich weiß nicht wovon sie sprechen...“ der Mann in meinem Rücken, drückte meinen Kopf schmerzhaft fest auf den Boden, die Steine rieben an meiner Haut und ich spürte wie sie leicht aufgerissen wurde. Vielleicht hatte er mich auch wirklich verfolgt? Hatte ich das einfach nur nicht bemerkt? Doch hätte Kakashi oder Tenzou nicht was davon mitbekommen? Ich war verunsichert und das konnte er mir wahrscheinlich überdeutlich ansehen. Er war wie ein Tier, dass den kleinsten Funken Angst wittern konnte und wie auf eine Blutfährte ansprang. Er bellte und kläffte, bäumte sich auf und versuchte auf mich zu zu springen, um mir die Kehle zu zerfetzen. Es fühlte sich so an, der heiße Atem des ANBU, welcher mir noch immer schmerzhaft auf dem Rücken saß und mich fixiert hielt, der bohrende Blick meines Meisters und das leise Knurren eines zweiten ANBU in meiner Nähe.
Ich würde bei meiner Fassung bleiben, ich wusste von nichts: „ Bitte, au.. Was geht hier vor.. ich habe mich an die Abmachung gehalten..“
Danzou lachte auf: „ Ja Hira das hast du...Und so langsam glaube ich, dass der arme Kakashi mit dir ein echt schweres Losgezogen hatte. Mit dir hat man halt alle Hände voll zu tun...Welcher normale Mensch hätte die Chance nicht genutzt und wäre abgehauen...Seit Jahren bis du in meiner Obhut und hast nichts gelernt? Du bist gefangen in deiner Naiven Welt, in dem Wunsch alle würden glücklich werden...“ wieder brachte er sich nah an mein Ohr: „ Aber Hira, sie werden alle untergehen, ob du willst oder nicht... Ich habe dich in meiner Hand... ich weiß, dass unsere Therapie nicht angeschlagen hat, du bist im lebenden Zustand unwichtig geworden, wir können nur noch dafür sorgen, dass wir dein Chakra, welches wir dir lange Zeit abgezapft haben, frei verwenden können.. Deine Aufgabe ist erledigt, wir brauchen dich nicht mehr....“
Mir wurde schlecht und schwindelig, verzweifelt sah ich auf meinen Arm, wünschte mir das leicht brennende Gefühl auf der Haut, eine Nachricht von Kakashi und bildete mir ein, dass auf meinem Arm Schrift zu lesen war. „Wir sind bei dir“
Ich lächelte schwach. Ja, sie waren bei mir, in meinem Herzen waren sie immer bei mir und würden sie bei mir sein, bis ich meinen letzten Atemzug getätigt hatte.
Angestrengt versuchte ich an Sauerstoff zu kommen, der Druck war immens und er wurde nicht weniger. Schwarze Punkte gesellten sich hinzu und von weit entfernt konnte ich das zischen und züngeln von Schlangen hören, die sich mir unheilvoll näherten.
Es würde also doch enden. Hier, Jetzt und Heute.
Es tat mir so furchtbar leid, das traurige Gesicht von Tenzou erschien vor meinen Augen, er liebte mich und ich liebte ihn. Ich spürte seine Hand auf meiner Haut, seine Lippen auf meinen, seine Wärme in mir und fühlte mich einen kurzen Augenblick vollkommen. Neben seinem Gesicht erschien mir Kakashi, wie er sich fest, in tiefer Trauer versunken, mit glasigem, abwesendem Blick an Hikari klammerte. Sie wiegte ihn leicht hin und her, bis sich ein Arm von ihr löste und erschlafft hinunter hing. Sie schrie schmerzerfüllt auf.
Ich schaffte es die Schwärze hinunter zu drängen, ich war wohl kurzzeitig Bewusstlos geworden, vielleicht hatte ich auch eine Zukunftsvision, denn es gab verdammt nochmal Menschen, die trauern würden. Also würde ich mich jetzt zusammen reißen. Zornig schrie ich auf, sammelte so gut ich es konnte mein Chakra und bäumte mich auf.
Der Mann über mir war erschrocken, das hatte er nicht kommen sehen, weshalb er von mir herunter rutschte und mich losließ.  Die Schlangen jedoch blieben von meiner Wut unbeeindruckt, räkelten sich widerlich zischend auf dem Boden herum und kamen mir mit einer unwirklichen Geschwindigkeit gefährlich nahe. Sie schlängelten sich an meinem Körper empor, fixierten mich mit ausgebreiteten Armen. Ich lachte innerlich, das sollte wohl verhindern, dass ich Fingerzeichen formte und ich beglückwünschte mich in Gedanken, dass ich keine Jutsus beherrschte.
Allein durch meine Vorstellungskraft brachte ich mein Chakra in Wallungen, schrie auf, als ich spürte wie es zu pulsieren begann. Das Brennen in meinem Nacken nahm zu, das Siegel glühte und weit hinten in meinem Kopf konnte ich hören, wie Kakashi aufschrie. Wir waren verbunden, das hatten ich bereits festgestellt, doch wie eng diese Verbindung war, spürte ich nun zum ersten Mal. Er hatte den selben Schmerz wie ich, wir teilten das Leid, wie er es immer versprochen hatte. Und aus einem Verdrehten Grund heraus beruhigte mich das ein wenig. Er war da, sie alle waren da.
Erneut schoss der Schmerz durch meinen Körper, eine weiße Aura bildete sich um mich herum und ich spürte die unbändige Wut in mir. Sie kroch meine Kehle herauf , legte sich auf meine Zunge und mündete in einem Schrei, der Schmerz, Wut und Trauer mit sich trug. Die vergangenen Jahre zogen vor meinem inneren Auge vorbei und nachdem ich das letzte bisschen Wut hinaus gebrüllt hatte blieb nur ein einziges Gefühl. Die Liebe, die ich für die Menschen in mir trug, die mich all die Jahre nie haben fallen lassen. Kakashi, Tenzou, Hikari, Yugao, Hiruzen und Tsunade, die ich neu kennenlernen durfte, die mich aber akzeptiert hatte. Sie waren mir wichtig und ich würde bei Kami verhindern, dass man ihnen etwas antat. Mein Chakra weitete sich explosionsartig aus, riss ein Loch in die Deck und befreite mich einige Sekunden von den züngelnden Scheusalen an meinem Körper.
Die Blitze zuckten durch den Raum, knisterten und elektrifizierten die Luft. Auf meinem Chakra stieg ich durch das Loch in der Decke an die Oberfläche, erkannte, dass ich mich direkt in der Stadt befand und geriet aufs neue in Panik. Genau hier sollte ich nicht sein. Ich hatte mit Absicht mein Chakra zum Ausbruch gebracht um die Stadt zu schützen, doch ich selbst stellte in diesem Moment die größte Gefahr dar, denn ich hatte keine Ahnung, wie ich es wieder zurück drängen sollte.
In Meiner Panik erkannte ich erst auf den zweiten Blick, dass sich Tenzou und Kakashi mir mit schnellen Schritten näherten. Das Auge meines Bruders lag frei, er packte mich und gemeinsam mit mir auf dem Arm und Tenzou an der Seite, setzte er mit atemberaubender Geschwindigkeit über die Dächer des Dorfes hinweg. Wir flog in weiten Sprüngen durch die Luft, der Wind sauste durch meine Haare und nicht zum ersten Mal in meinem Leben, betrachtete ich die beiden Männer höchts beeindruckt. Die Leichtigkeit, die sie ausstrahlten faszinierte mich jedes Mal aufs neue.
Erst weit draußen im Wald ließ er mich von seinem Arm und tätigte einige hastige Atemzüge. Unruhig musterte er die Gegend, gab dann Tenzou ein Zeichen, welcher mit einem der Bäume verschmolz und gänzlich aus meinem Sichtfeld verschwand. Ich verstand, er war also der Backup Mann in KakashisPlan.
„Kakashi, was hast du vor?“ ich suchte nach seinem Blick, doch unaufhörlich schweifte dieser durch den Wald, darauf gefasst jeden Moment angegriffen zu werden.
Ohne Unterlass, schlugen die Blitze um ihn herum ein, er störte sich nur nicht daran, schien es auszublenden. „Sei still, ich muss mich konzentrieren“ er herrschte mich an und ich musste zugeben unter anderen Umständen wäre ich wirklich beleidigt gewesen, hätte ihn angebrüllt oder ihn einfach stehen lassen. Doch sein Sharingan lag frei, die Tomoe tanzten, suchten fieberhaft nach etwas, das sich uns nähern würde und ich war so fasziniert von dem leuchtenden Rot seiner Iris, dass ich meine Umgebung vollkommen vergaß. Erschrocken schrie ich auf, als sich unter mir die Schlangen zu hunderten aus einem großen Haufen heraus entleerten und auf mich zu kamen. Hektisch bemühte ich mich auszuweichen, mein Chakra pulsierte stärker, zischte durch die Luft und krachte in die Bäume in meiner Umgebung.
„Versuch dich zu beruhigen...Sie sollen ruhig auf dich zu kommen...Kontrolle, du darfst die Kontrolle nicht verlieren...konzentriere  dich auf dein Innerstes, atme tief durch..lass mich den Rest machen.“ Sein Chidori erschien blau züngelnd in seiner Hand, bevor er los rannte und eine Schneise um mich herum zog, ein Großteil der ekelhaften Kriechtiere mit riss und beseitigte.
Ich verfiel in kurzem Freudentaumel, was jedoch dazu führte, dass mein Chakra an Intensität zu nahm und in Kakashis Richtung schoss. Mein Bruder sah den Blitz kommen und brachte sich mit einem gezielten Hechtsprung aus der Flugbahn, rollte sich gekonnt ab und war in der nächsten Sekunde wieder auf den Beinen. Keinen Moment zu spät, denn es bleib ihm keine Zeit um Luft zu holen. Aus dem Boden, dort wo sich die Schlangen an die Oberfläche gekämpft hatte, erschienen Orochimaru und Danzou.
Meine Nackenhaare stellten sich auf, die zwei abscheulichsten Menschen die es gab, vereint neben einander. Wieder spürte ich zu viel, ein erneuter Blitz zischte durch den Wald, verfehlte Kakashi nur um Haaresbreite, während ich die Luft scharf einzog. Wie eine außer Kontrolle geratene Göttin, schwebte ich einige Zentimeter über den Boden, zuckend zischten die Blitze durch die Luft und ich hatte unheimliche Angst Kakashi oder Tenzou, der sich in den Bäumen versteckt hielt zu verletzen.
Kontrolle, ich musste die Kontrolle über mich behalten, die Emotionen hinunter drängen.
Ich dachte an sanft wiegende Grashalme im Sommerwind. An tanzende Blätter und den Duft von frischen Blüten, feuchter Erde und frisch gemähtem Rasen. Ich dachte an den leicht erdigen, warme Duft meines Bruders, das geborgene Gefühl, wenn er mich in den Armen hielt. Und ich dachte an Tenzou, seinen frischen, hölzernen Geruch, herber als der von Kakashi aber nicht minder angenehm. Sie machten mich ruhiger, befreiten mich von der Angst und ließen Platz für das grenzenlose Vertrauen, dass ich in Kakashi und Tenzou hatte.
„Kakashi, schön dich zu sehen... Dir dürfte ja sicherlich bekannt sein, dass die Therapie fehl geschlagen ist... Es bleibt uns also nichts anderes über, als deine Schwester zu vernichten...Da stimmst du doch zu nicht war?“ Ororchimaru machte ein Schritt auf meinen Bruder zu, sprach mit ihm, als würden sie sich schon Jahrzehnte kennen und sang ihm in der merkwürdige säuselnden Stimme seinen Plan vor. Ekelhaft, schoss es mir durch den Kopf. So ekelhaft, wie die Schlangen, die er aus seinem Körper wachsen ließ, denen er so unendlich ähnlich sah. Er wand sich hin und her, schlängelte sich um den Verstand und erlangte so Zugang. Ich biss mir auf die Lippen, während ich spürte, wie sich das Chakra erneut hochschlagend in heftigen Blitzen zu entladen drohte und bemühte mich wieder, mich auf mein Mantra zu besinnen.
Kakashi wirkte äußerst unbeeindruckt: „ War ja ein netter Versuch, doch ich glaube Tsunade ist dann wohl doch die besser Sannin... Ich weiß auch wirklich nicht so recht, wie ich der Ansicht erlegen sein konnte, dass ihr beide etwas bewirken könntet..? Mein Fehler...“ Uh ja, wenn es darauf ankam, hatte mein Bruder ein guten rechten Haken. Mein Bruder hob die Arme: „ Wären wir dann durch mit den Höflichkeiten? Was wollt ihr?“ Orochimaru lachte zischend: „Och nur das Übliche... den Tod deiner Schwester, um das Chakra frei nutzen zu können, den Fall Konoha, ein bisschen Machtübernahme.. du weißt schon...“
Verstehend nickend strich sich mein Bruder seine Haare zurück und ich fragte mich gerade, weshalb er mit den Beiden so ausgelassen plapperte, während sich hunderte von Schlangen um meinen Körper wickelten. Langsam aber sicher gewann die Panik wieder die Oberhand.
„Nun gut, dann werde ich euch wohl aufhalten müssen... Meine Schwester kommt zu mir nach Hause und Konoha, ja Konoha bleibt wie es ist, würde ich sagen...“
Danzou entfuhr ein Knurrender Laut: „ Seid ihr dann fertig.... Kakashi hör auf Zeit schinden zu wollen... mach den Weg frei...“
Theatralisch seufzte Kakashi auf: „ Ich würde ja, aber ich kann nicht... Ihr habt ja selber bemerkt, dass man das Mädchen nicht eine Sekunde aus den Augen lassen kann.. das war schon früher so...“
Ähm, Hallo? Ich bin auch noch hier. Die Drei verwirrten mich wirklich.
Plötzlich ging ein Ruck durch Kakashis Körper, eine Schlange schoss genau auf ihn zu, doch das hatte er wohl kommen sehen. Ein Feuerball, machte mit dem Tier kurzen Prozess.
Was dann geschah konnte ich nur durch ein Nebel beobachten. Orochimaru hatte eine grünliche Wolke ausgestoßen, die schwer über dem Wald hing. Sie trieb mir die Tränen in die Augen und die Möglichkeit frei zu atmen verringerte sich. Einige Augenblicke vergaß ich mein Mantra, konzentrierte mich nicht ausreichend und musste erschrocken feststellen, dass diese grünliche Wolke äußerst leitfähig war. Meine Blitze wurden in alle Richtungen verstärkt und ich hörte das schmerzhafte Keuchen von Kakahsi hinter mir. Entsetzt schrie ich auf, Panik durchflutete mich, ich hatte ihn verletzt, etwas knackte in meinem Hinterkopf und damit war es besiegelt, mein Ausbruch stand bevor.
„Kakashi..“ keuchte ich. „Ich weiß...“ er umrundete mich und hielt sich den Schmerzenden Nacken.
„Mir bleibt keine andere Wahl.. wir müssen es jetzt und hier vervollständigen...“ eine Abfolge Fingerzeichen folgte: „ Tenzou, Tsunade-Sama...“ auf der Lichtung weiter hinten erschienen Hikari und Tsunade, während sich Tenzou mit einem undefinierbaren Blick aus dem Baum löste und Fingerzeichen formte. So schnell konnte ich nicht schauen, da hatte sich Tsunade neben mich gebracht und eine Hölzerne Kugel schloss sie, Kakashi und mich ein.
Betont tief atmete mein Bruder durch, nickte der Hokage dann zu, die sich hinter ihn stellte und eine lange Abfolge von Fingerzeichen formte. Kakashi konzentrierte sich, sein Sharingan veränderte sich, während er nun seinerseits begann Siegel zu formen.
Das Chakra der Hokage floss in Kakashi, kombinierte sich mit seinem und Floss in meinen Körper.
Mein Chakra wehrte sich dagegen, manifestierte sich in wütend zuckenden Blitze und schlug mit voller Wucht in Kakashi ein. Stoisch verweilte er, ließ das kombinierte Chakra in meinen Körper fließen. Mir wurde seltsam, flau. Alles drehte sich vor meinen Augen, bevor ich schrecklich müde wurde. „Lass es zu, ich kümmere mich um den Rest...“ Kakashi lächelte mich an, trotz seiner angestrengten Haltung, lächelte er. Keine Sekunde später verlor ich den Bezug zur Realität und fiel in tiefe Schwärze.
Im Grunde hatte ich gedacht, dass es mir massive Schmerzen zufügen würde, dass es einen enormen Zeitaufwand bedeuten würde, das einfach mehr passieren würde, doch es verlief ganz still. Ich schlief ein, denke ich, jedenfalls erwachte ich in den Armen von Tenzou.
Lächelnd wollte ich ihn fragen ob es vorbei war, sein Blick jedoch war nicht auf mich gerichtet und ich folgte seinen Augen.
Tsunade stand mit ausgebreiteten Armen vor Orochimarus riesenhafter Kobra, wehrte sie mit bloßen Händen ab. Danzou hingegen hatte sein Sharingan freigelegt und  formte Fingerzeichen. Die Kobra stob vor, riss die Hokage von den Füßen und drückte sie auf den Boden. Ich konnte erkennen, wie sich noch entsetzt ihre Augen weiteten, als ein grauenhaftes Getöse durch den Wald rollte.Mein Kopf schnellte herum, das Geräusch kam aus dem Wald hinter mir. Eine Feuerkugel rauschte direkt frontal auf die Hokage zu. Sie würde davon überrollt werden, bevor sie Konoha erreichte und alles zerstörte, was uns lieb und teuer war.  Gerade als ich die Augen schließen wollte um mich dem Anblick zu entziehen, erkannte ich im Augenwinkel, wie sich eine Gestalt vor die Hokage schob, die Finger vor den Lippen und ein rot leuchtendes einzelnes Auge.
Es herrschte Stille, einfach so. als hätte es diesen Feuerball, von der Größe einer ganzen Stadt nie gegeben. Verwirrt sah ich zu Tenzou, er wirkte nicht minder irritiert und schien ebenfalls für den kurzen Momente zu glauben, den Verstand zu verlieren. Die Augen waren noch immer auf die Stelle gerichtet, an der bis eben das Feuermonster seine Schneise gezogen hatte und mit offenen Mündern lauschten wir der mit einem Mal unwirklichen Stille.  
Ein einzelner Schrei durchbrach die Ruhe. Schmerz erfüllt, ließ er meine Haare zu Berge stehen. Ich fühlte mich sofort an meinen Traum oder meine Vision zurück erinnert. Mühsam kämpfte ich mich auf die Beine, rannte über den von Baumwurzeln durchsetzten Waldboden hinweg und konnte schon beim Näherkommen erkennen, dass Hikari den Kopf von Kakashi in den Armen hielt.
Er regte sich nicht. Er atmete nicht. Und ihm war alles an Farbe gewichen.
Mein Verstand wollte das nicht akzeptieren, das skurrile Bild machte mich unsagbar wütend. Von Trauer keine Spur, ich konnte nicht trauern, obwohl mein Kopf mir sagte, dass mein Bruder gestorben war. Nur weit entfernt hörte ich das Wehklagen von Hikari, die erstickten Schmerzenslaute aus ihrer Kehle. Ich brauchte nicht zu fragen, was geschehen war. Mir war klar, dass er eine Menge Chakra verbraucht haben musste, als er meine Schwäche ausglich und ich wusste, dass er mit seinem neuen Sharingan den Feuerball in eine andere Dimension gebracht hatte.  Sein Körper hatte gänzlich jede Reserve verbraucht, die er besessen hatte, jeden noch so kleinen Funken Chakra. Eine leblose Hülle war das Endergebnis. Die Frage nach dem Warum, drängte sich auf. Wofür hatte er sein Leben gegeben? Für mich? Für Konoha? Für das, an das er glaubte? Mir fehlte die Akzeptanz des ganzen, nichts erschien mir in sich Schlüssig, wenn er starb. Es war nicht Sinnhaft ein Leben ohne ihn zu führen. Für keinen in Konoha. Für niemanden war es zufriedenstellend, wenn Hatake Kakashi nicht mehr war.
Ich lachte, weinte, schrie ihn zornig an und lachte noch mehr, bis meine Wut die Überhand gewann.
Mein Chakra pulsierte gefährlich, ich hatte noch immer unendlich viel davon in mir, dass mir mit einem Mal eine Idee kam. „Hikari, leg ihn auf den Boden..“ verwirrt sah sie mich an, wich dann jedoch erschrocken zurück, als ich mich entschlossen näherte.
Er lag vor mir, seine Züge entspannt und friedlich, sein Kampf vorbei. Kurz hielt ich inne überlegte ob es richtig sein würde für ihn, ihn zurück zu holen, schließlich hatte er lange genug gelitten. Doch mein Egoismus siegte. ICH wollte, dass er lebte, er sollte lernen, was es hieß zu leben und er sollte eine Zukunft haben.
Entschlossenheit fühlte sich großartig an, ich legte meine Chakrageladenen, weiß leuchtenden Hände auf seine Brust: „ Du hast mir versprochen, dass wir gemeinsam ein Leben aufbauen Kakashi und jetzt, wo es soweit sein könnte, willst du gehen? Wir brauchen dich. Gib uns die Chance, dir das zurück zugeben, was du uns all die Jahre gegeben hast. Du sollst endlich leben Bruder.. also bitte nimm es an und komm zurück...“ damit setzte ich mein Chakra frei, ließ es in jede seiner Zellen fließen, spürte wie er langsam wieder wärmer wurde, sein Herz die ersten zaghaften Zuckungen machte. Er kam zurück. Zurück zu mir, zu Hikari und zu Konoha.
„Was hast du gemacht..?“ Tsunade kam auf allen Vieren näher heran, blickte erstaunt auf den Mann, der langsam aber sich etwas Farbe gewann, gequält hustete und doch wieder atmete.
Hikari wusste nicht wie ihr geschah, Freude, Dankbarkeit und unendliche Liebe für mein Bruder sprühten aus ihren Augen. Sie griff nach seiner Hand als mein Chakra erlosch und sah mich an.
„Danke Hira.. ich weiß nicht .. danke..“ sie weinte vor Glück und es war ein unbeschreibliches Gefühl, das bewirkt zu haben.
Alles was danach kam entzog sich mir. Es lief ab wie in einem Film. Von irgendwoher kamen Helfer, luden meinen Bruder auf und transportierten ihn, eskortiert von Tsunade und Hikari, ins Krankenhaus. Er atmete zwar, aber war noch nicht wieder zu sich gekommen. Ich fühlte mich müde und schlapp, schwindelig. Die gesamte Situation hatte mich überfordert. Tenzou war derjenige, der mich auf die Arme lud und mich nach Hause brachte. Zumindest war das der Ort an dem ich aufwachte.

Tenzou lag neben mir auf der Matratze, im Gegensatz zu mir allerdings ohne Decke und ich schmunzelte, er sah wirklich süß aus im Schlaf.
So behutsam wie möglich teilte ich meine Decke mit ihm und rutschte näher heran, ich brauchte den Körperkontakt und die Gewissheit, dass alles real war. Ich musste etwas spüren um mich wahrhaftig zu fühlen, zu begreifen, dass wir alle noch waren.
Ich genoss, bis mir der Gedanke an Kakahsi kam, ob es ihm wohl besser ging? Die Bruchstücke seines leblosen Körpers erklommen meinen Verstand und die Bilder machten mir Angst. Was wenn er doch noch ging, während ich nicht in seiner Nähe war? Ich hatte das unbändige Gefühl, dass er mich brauchen würde.
Unruhig bewegte ich mich, stieß Tenzou an und ärgerte mich über die Tatsache ihn so unsanft geweckt zu haben. Er grummelte verschlafen, ich konnte mir vorstellen, dass er nicht viel Ruhe bekommen hatte und lächelte ihn entschuldigend an. „Tut mir leid, ich wollte dich nicht so unsanft wecken..“ er blinzelte mich an und ich war mir nicht sicher, ob er dachte noch zu träumen. Irgendwann war die Information wohl durch gesickert, dass er sich in meinem Bett befand, weshalb er schleunigst gebührenden Abstand einnahm: „ Himmel, es tut mir leid... Ich  weiß auch nicht wie das passieren konnte...“ die Röte in seinem Gesicht brachte mich zum lachen. Behutsam legte ich meine Hände an seine Wangen und zwang ihn mich anzusehen: „ Es ist alles gut...Es gibt kaum ein Menschen, neben dem ich lieber aufwachen würde...“ Belustigt ging seine Augenbraue nach oben: „ So, aber es gibt einen ?“
Ich grinste breit: „ Ja, du kennst ihn sogar...graue Haare, ziemlich groß, recht gut Trainiert, völlig durchgeknallt..“ plötzlich liefen mir die Tränen, ich versuchte sie hinfort zu wischen, es gelang mir aber nicht: „.. scheiße Tenzou er ist gestorben... Ich fühl mich so leer ohne ihn...warum nur musste er sterben...“
Verwirrt sah Tenzou mich an, nahm mich dann in die Arme: „ Hira, du hast großartiges vollbracht... und ich glaube ganz fest daran, dass er es schaffen wird....Tsunade sagte, wenn er die Nacht übersteht, hat er sich gut an dein Chakra angepasst, dann stehen die Chancen sehr gut für ihn...“
Erst jetzt sah ich nach Draußen, es war stockfinster, mitten in der Nacht. Hektisch sprang ich aus dem Bett: „ wir müssen zu ihm... wir können ihn doch nicht alleine lassen....Tenzou, er hat uns nie alleine gelassen, nie.. damals, als er mir im Wald sein Chakra gegeben hat, hat er Tag und Nacht bei mir verbracht, er hat nicht geschlafen oder gegessen..“ Tenzou stöhnte genervt auf: „ Ja, ich erinnere mich lebhaft daran...“er rieb sich die Nasenwurzel, wohl in Erinnerung an meinen Sturkopf von Bruder versunken, schien dann aber meiner Meinung zu sein.
Zu meinem Leidwesen, kamen wir äußerst langsam voran, ich bekam einen kleinen Vorgeschmack darauf, wie sich Kakashi mit seinem absoluten Chakramangel fühlen musste und wollte definitiv nicht mit ihm tauschen. Das ganze ging weit über einen einfachen Muskelkater hinaus, jede Faser in meinem Körper schmerzte und ich musste mich so elegant bewegen, wie eine alte Ente.
Wir stürmten, naja schlichen traf es eher, in die Eingangshalle des Krankenhauses und wurden sofort gemustert. „Kann ich ihnen helfen...?“ dann Rückte die Dame am Empfangstresen die Brille zurecht, stutzte und griff zum Hörer ihres Telefons.
„Sie ist hier, ich schicke sie gleich runter...“ Tenzou und ich tauschten einen verwirrten Blick aus, warteten dann, deutlich unruhiger als noch eben, auf die Anweisungen wohin wir uns begeben sollten. „Wir sind so froh, dass sie gekommen sind, ihr Bruder ist kaum zu bändigen... kommen sie..“ Die Dame kam hinter ihrem Tresen hervor und deutete auf das Treppenhaus. Wir nahmen eine Treppe nach unten und hielten dieses Mal vor der Intensivstation. Ich schluckte, meine Beine fühlten sich weich an, die Erinnerungen an die Ereignisse in der Schlucht kamen in mir auf. Es war das zweite Mal, dass mein Bruder vor meinen Augen gestorben war und es schmerzte mich.
Dieses Mal Intensivstation, holte ich mich zurück. Ich straffte mich und nickte als Zeichen, dass ich bereit war. Die Dame klingelte für uns und zu meiner Verwunderung stand Tsunade in der Tür, rieb sich genervt die Nasenwurzel. Ihre Ader pochte auf der Stirn und ihre Züge waren mehr als angespannt.
„Hira, bitte bring deinen Bruder dazu sich endlich behandeln zu lassen...Sonst..“ Ich hob abwehrend die Hände: „ Moment, Moment.. ich dachte es wäre nicht mal sicher, dass er die Nacht übersteht...“
Sie seufzte auf: „ Dein Bruder ist lästiger als eine Kakerlake, zäh und einfach nicht unterzukriegen..“ Sie schmunzelte bei den Worten und fügte milder hinzu: „ Komm erst mal mit... ich zeige es dir...“
Wo ich doch erwartet hätte, dass Kakashi in seinem Bett sitzen würde, er sich gegen die Kabel, Schläuche und Medikamente lauthals wehren würde, war ich überrascht, als er mit geschlossenen Augen vor mir im Bett lag. Es wirkte nicht auf mich, als wäre er überhaupt dazu in der Lage sich zu rühren. Hikari sah auf, als ich das Zimmer betrat und lächelte mich an, legte ihre Hand auf Kakashis, drückte sie kurz und flüsterte: „Ich warte draußen, nehmt euch Zeit..“
Kein Reaktion, kein Muskelzucken, keine Veränderung am Monitor. Hatte ich was falsch verstanden? Hieß es nicht er wäre nicht zu bändigen?
Mein Blick glitt über den Körper vor mir, mehrere Schläuche führten zu einen Zugang an seinem Hals, darüber bekam er wohl Medikamente, schloss ich. Seine Maske musste einer Atemmaske weichen, doch wenn ich die Geräte richtig verstand, war die Beatmungsmaschine ausgeschaltet, er atmete also selbstständig. Noch während ich über die Anderen Gerätschaften in dem Raum schweifte, erklang aus seiner Kehle mein Name. Der Monitor schlug Alarm. Vom Gang her hörte ich schnelle Schritte und laute Rufe: „ Es geht schon wieder los...alles bereit halten...“ Sein Herz raste wie verrückt, sein Blutdruck stieg, seine Atmung beschleunigte sich, er setzte sich gegen alles zur wehr. Unterbewusst, nicht aktiv, da es ihm nicht möglich war sich zu bewegen, nicht einmal aufzuwachen gelang ihm, dennoch gab er einfach keine Ruhe.
Erschrocken sah ich auf, erneut mein Name aus seinem Mund, sein Gesicht schmerzhaft verzerrt und als sich Tränen aus seinen Augen lösten, handelte ich instinktiv.
Ich lehnte mich über ihn, drückte ihn so fest an mich wie möglich und flüsterte ihm leise ins Ohr: „ Ich bin hier Bruder... ich bin bei dir....“
Augenblicklich beruhigten sich die Anzeigen, sein Puls senkte sich wieder, seine Atmung wurde tiefer und seine Muskulatur entspannte sich. Verwundert starrten die Ärzte und Schwestern auf den Monitor, sie waren in der Erwartung gewesen gleich Hilfe zu leisten, er stabilisierte sich von allein.
„Da hat Hikari wohl recht gehabt...“ erschrocken fuhr ich herum, Tsunade stand am Bett und notierte etwas auf ihren Dokumenten.
„Womit hat sich Recht gehabt?“ Tsunade schmunzelte: „ Damit, dass dein Bruder sich erst erholen würde, wenn er sicher gegangen ist, dass es dir gut geht.. Du nicht mehr bei Danzou bist...“
Wir setzten uns alle zu ihm ans Bett, nahmen seine Hände und zeigten ihm, dass wir da waren. Er sollte unsere Unterstützung spüren, die Sicherheit haben, dass er sich um nichts kümmern musste, einfach nur wieder genesen.
Gegen frühen Morgen waren wir alle so müde, dass wir nacheinander den Kampf gegen den Schlaf verloren und ich erwachte erst wieder, als ich eine schwache Stimme hörte: „Was macht ihr denn alle hier...“ freudestrahlend sah ich ihn an: „ Was sollen wir schon hier machen... wir passen auf, dass du nicht wieder Mist baust...“ ich lehnte mich vor und umarmte ihn. Ja, ich heulte mal wieder, aber ich glaube in dieser Situation, war das mehr als legitim. Mühsam bemühte er sich seine Hand zu heben, ließ sie jedoch wieder mit einem frustrierten, müden Stöhnen sinken.  
Nach dem ich mich wieder von ihm gelöst hatte, bemerkte ich, dass er wieder eingeschlafen war, doch das trübte meine Stimmung nicht ein bisschen. Er lebte, er erkannte uns und die Nacht war vorüber. Von nun an konnte es nur noch Berg auf gehen.
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