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Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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23.07.2021 3.967
 
20.

Ich schluckte, die Unsicherheit meines Bruder war erschreckend, schon damals. Die Bilder, die ich gesehen hatte, gaben ein kleinen Teil von dem wieder, was wir gemeinsam erlebt hatten, doch es machte mir deutlich, dass er mich unendlich geliebt hat und noch immer liebte.
Ich öffnete die Augen, starrte in seine, musterte ihn kurz, wollte erneut etwas sagen, wurde dann allerdings wieder von den Erinnerungen meines Bruders mitgerissen.

„Sie ist meine Schwester.. meine Schwester..“ sein Kopf rollte zur Seite, bevor er nach vorn auf seine Brust sank und ihn in seinen Fesseln erschlaffen ließ.
„Sie ist tot, ermordet worden von deines gleichen und du willst immer noch nicht gehorchen? Ordne dich unter, lass dich brechen und gib dich den Schatten hin.“ der säuselnde Singsang von Danzou ans einem Ohr drang bis in die tiefe Bewusstlosigkeit, in die er gerutscht war, vor.
„Deinen ehemaligen Sensei haben sie sich schon geholt, deine Schwester haben sie sich geholt, willst du ihnen das nicht heimzahlen?“ damit ließ er von seinem Opfer ab.
Blut tropfte aus unzähligen Wunden, welche gemeinsam mit einem leicht süßlichen Geruch, auch äußerlich einige Anzeichen für starke Entzündungen boten. Der Körper wurde immer wieder von starkem Schüttelfrost geschüttelt, die Schmerzen umnebelten seinen Verstand, ließen die eben gehörten Worte sinnhaft erscheinen und doch wollte er es nicht zu lassen.
„Kakashi, halte durch..“ da war es wieder, das Licht.
„Ich bin hier, bitte halte einfach durch..“ Das Licht, welches ihn warm berührte, nicht äußerlich, sondern innerlich.
„Ich habe dir versprochen, dich nicht allein zu lassen, nun halte auch du dein Versprechen.“ Sie klang nicht so ruhig wie sonst, aber sie war warm, so unendlich warm, sein Licht.
Träge, mühevoll stöhnend, öffnete sich flackernd seine Lider: „ Hik...ari“
„Sch, Sch.. sprich nicht, streng dich nicht an, lass mich erst deine Wunden versorgen..“ mit eiligen, zittrigen Fingern tupfte sie die Wunden ab, strich ihm über sein Gesicht und lächelte ihn sanft, aufmunternd an.
„Sie haben Hira... sie ist..“ er brach ab, Übelkeit breitet sich rasend schnell aus, doch riss er sich zusammen.
„Nein, sie haben ihr nichts getan.. Kakashi, Hira ist am leben...“ schwach schüttelte er seinen Kopf
„Sie haben es gesagt...Ich habe versagt, ich konnte sie nicht beschützen...“ Kurz wurde es schwarz um ihn herum, sein Licht verschwunden, bevor er sich panisch zwang die Augen wieder zu öffnen.
Ihre Hände hielten seinen Kopf, strichen ihm durch das Gesicht: „ Bleib bei mir, bleib jetzt wach...“
Er sah ihr direkt in die Augen und erst dann fuhr sie fort: „ Weißt du noch warum man dich hier angekettet hat?“ mühsam blinzelnd, bemüht sich zu sortieren, verneinte er.
„Hör mir zu, es ist ok.. mach einfach, was sie dir sagen, sie werden dann aufhören dir Schmerzen zu zufügen...“ Skeptisch zogen sich die Augenbrauen, des Gefangenen zusammen. Wo bis eben noch das Fieber den Wunsch nach ihr verstärkt hatte, es realistisch erschienen war, sie vor sich zu haben, blieb nun der Bittere Geschmack sich getäuscht zu haben.: „ Wer bist du? Hikari würde niemals...“ er brach ab, Blut hatte sich in seinem Mund gesammelt, lief ihm am Mundwinkel entlang heraus und schürte die Übelkeit in seinem Inneren.
Die Züge der Frau verzerrten sich zu einer hämischen Fratze: „ Es ist schon faszinierend, dass du in deinem Zustand noch in der Lage bist klar zu denken Hatake..“ Die Formen der Frau wichen, einer der ANBU erschien vor ihm und grinste ihn fies an: „ Aber für einen Augenblick hast du tatsächlich angenommen, sie würde her kommen.. für dich?“ er lachte laut: „ Na der klügste bist du ja nicht..Hikari ist die Tochter von Danzou.. sie wird ein scheiß tun...“ Mit seiner Faust schlug er in den Magen des Grauhaarigen, brachte ihn dazu, dass sein Mageninhalt den Weg nach oben antrat und er sich mit schmerzverzerrtem Gesicht erbrach. Das etwas davon auf den Schuhen des ANBU landete war Kakashi herzlich egal, doch wusste er, dass er dafür zahlen musste.
Wütend ballte der Mann die Fäuste: „ Das ist ja ekelhaft...kannst du nicht aufpassen?“
Rau lachend, hob der Grauhaarige in einem Kraftakt den Kopf: „ Du hast mir doch deine Faust in die Eingeweihte gebohrt.. selber Schuld würde ich sagen...“
Die geballte Faust traf seine Rippen, es knackte bedrohlich: „ Na, Glück gehabt.. die ist wohl nicht ganz durch...“ Der ANBU hatte seine Finger in die Haare des Mannes gekrallt, den Kopf ein Stück nach oben gerissen, ließ den keuchenden Mann nun aber los und verschwand.
Ein Markerschütternder Schrei hallte durch die Gänge, der Schrei eines Mädchens. Kakashi riss an seinen Fesseln, sammelte das noch ihm verbliebene Chakra in den Armen und riss nach Leibeskräften. Tatsächlich gaben die Seile nach, zerrissen mit einem Mal, dass Kakashi ungehalten auf dem Boden aufschlug. Keuchend krümmte er sich, kleine Steinchen sammelten sich in seinen Wunden, die Rippe war durch den Sturz nun vollständig gebrochen und drückte sich tief in sein Fleisch.
„Verflucht..“ Mühsam rappelte er sich auf, beglückwünschte sich zu der Überheblichkeit des ANBU, denn der hatte die Tür nicht verschlossen und trat im Schutz der Schatten auf den Gang hinaus.
„Haltet das Miststück fest...“ streng schallte die tiefe Stimme über den Gang, verriet dem Grauhaarigen, wo sich das Mädchen aufhalten musste und er folgte der Richtung.
Auf einem Tisch angekettet lag ein ein weißhaariges Mädchen, zappelte und strampelte, schrie und wütete.
Ein Lächeln huschten über Kakashis Lippen, zumindest war sie offensichtlich bei bester Gesundheit, ganz im Gegensatz zu ihm. Erneut sammelte sich Blut in seinem Mund, er bemühte sich das Husten und den Brechreiz zu unterdrücken, ging allerdings unter starken Schmerzen in die Knie. Kakashis Atem ging schnell, er verbat sich jede Art von Schmerzäußerung und nutzte seine geduckte Haltung um ungesehen in den Raum zu gelangen. Die Tür lag durch die schwache Beleuchtung, beinahe gänzlich im Dunkeln, das gab ihm ein klaren Vorteil.
Mit flinken Fingern betätigte er den Lichtschalter, löschte somit jedes Licht, öffnete sein Sharingan und wartet einige Sekunden, bis sich einer der Männer von der Gruppe löste. Mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit schaltete Kakashi ihn aus, brachte sich hinter den, der nach dem Gurgelnden Geräusch des ersten nachsehen wollt , was vor sich ging und trieb ihm sein Chidori in den Leib.
Sein Kreislauf stand Kopf, der Chakra und Blutverlust machten sich deutlich bemerkbar.
Tief durchatmend fokussierte er sich auf den letzten Gegner, konzentrierte erneut sein Chakra und formte ein Chidori in seinen Händen.
Ein feuchtes, klatschendes Geräusch ertönte, bevor der Mann tot in sich zusammen sackte.
Einige Sekunden, war nur das leise Wimmern vom Tisch zu hören, die angestrengte Atmung des Grauhaarigen und das leise Röcheln einer der Männer.
Benommen erreichte Kakashi den Lichtschalter, betätigte ihn und besah sich die am Boden liegenden Körper. Mit gezogenem Kunai trat er neben sein erstes Opfer, rammte ihm mit einer geübten Bewegung das Messer direkt ins Herz und erlöste ihn von seinem Leid.
„Urgh..“ murmelte er, als er sich hoch stemmte und schwankend zum Tisch trat.
„Hira..“ krächzte er, griff nach ihrer Hand, doch sie hielt die Augen krampfhaft geschlossen, wimmerte erneut, als er sie berührte.
„Schon ok.. ich hol dich...“ er brach ab, ihre linke Hand hatte er befreit, doch eine Schmerzwelle jagte durch seinen Körper, drückte sein Verstand weiter in den Hintergrund und verhinderte, dass sich sein Körper noch weiter Bewegen wollte. Reflex artig hob sie die Hand, als der Körper neben ihr drohte zu kippen und dann erkannte sie ihn.  
„Bruder..? Bei Kami, Kakashi...Ich habe solche Angst“ es kostete ihn alles was er hatte, doch auf ihre Angstäußerung hin, mobilisierte er alles an Kraftreserven, die er anzapfen konnte. Hira half nun ihre Fesseln zu lösen, ließ sich auf die Füße ziehen und stolperte Kakashi unbeholfen hinterher.
„Wir müssen uns beeilen...“ keuchte er, hielt allerdings kurz inne, als sie an seiner Zelle vorbei kamen und Hikari mit einer Schüssel Wasser, wie erstarrt, in mitten des Raumes verweilte.
Er stürzte zu ihr hin: „ Hikari, komm wir verschwinden...“ die Schüssel ging geräuschvoll zu Boden und er zog kräftig an ihrem Arm, doch sie ging zitternd in die Knie.
„Ich kann nicht Kakashi, ich würde gern, aber ich kann nicht...“ ein verzweifeltes Knurren entkam ihm: „ Ich werde dich nicht hier zurück lassen Hikari.. nicht nach dem was passiert ist...“
Wütend funkelte sie ihn an: „Und ob du das wirst, du hast es versprochen...“
Seine Knie gaben nach und einige Sekunden war es vollkommen Schwarz um ihn herum, bis er seine Augen wieder öffnen konnte und in Hikaris lächelndes Gesicht blickte.
„Kakashi, nichts von dem ist deine Schuld hörst du..Dich kennen gelernt zu haben, war das beste was mir passieren konnte, selbst der Sex mit dir, ob gewollt oder nicht.. Ich bereue nicht eine Sekunde...“ Ihre Hand legte sich an seine Wange: „ Geh.. Nimm deine Schwester und geh...vergiss mich Kakashi, vergiss mich....“ Tränen rannen ihr über das Gesicht.
„Hikari ich.. kann dich nicht vergessen...Ich will dich nicht vergessen und ich werde dich holen kommen...“ Hira schaute von einem zum anderen, wusste nicht, was hier vor sich ging.
„Nein, versprich mir, dass du nie wieder hier her zurück kommst.. nie wieder...schwöre es...“
Plötzlich waren Stimmen aus dem Gang zuhören, Hikari wurde hektisch.
„Verschwinde von hier, sonst ist deine Schwester tot...“ Das animierte ihn, sich aufzuraffen und seine Schwester zu packen. Mit stolpernden Schritten rannte er Richtung Ausgang, trat in die Freiheit, taumelte geblendet von dem Licht, strauchelte, bevor er sich wieder fing und das Stück durch den Wald zurück legte, was ihn von seinem Heimatdorf trennte.
Hira klammerte sich an den unterkühlten Körper ihres Bruders, ließ sich tragen und erstarrte, als er sie zum Krankenhaus trug. Vor dem Gebäude hielt er inne, sein Atem ging stoßweise, er war bleich, eher gräulich als weiß, im Gesicht und hielt sich den Brustkorb.
„Hira..tut. Mir..leid..“ er öffnete sein Sharingan, veränderte ihre Erinnerung an die Ereignisse, bevor sie zusammen sackte. Ächzend hob er das Mädchen auf seine Arme, trug es in den Eingangsbereich und übergab es dort den Ärzten.

Einige Sekunden drehten sich die Bilder vor meinen Augen, es verwirrte mich, denn wir schienen von dem letzten Punkt aus, wieder einige Jahre weiter in die Vergangenheit zu rücken.
Ich spürte wie mein Bruder vor Anstrengung zitterte, dennoch hielt er mich weiter hin fest in seinem Griff, weshalb ich mich wieder auf seine Augen konzentrierte und in die Geschichte eintauchte.

„Schau sie nicht an, das ist die Schwester von dem weißen Dämon...halte dich von ihr fern, sonst frisst dich ihr Bruder..“ zwei kleine Jungs auf dem Spielplatz wichen ängstlich zurück, währen Hira traurig, auf der leise vor sich hin quietschenden Schaukel saß.
„Ihr Bruder ist gefährlich, der mordet ohne mit der Wimper zu zucken und hinterlässt ein Meer aus Blut: „ Die Mütter zu den beiden Kleinen, zogen ihre Kinder beiseite und brachten sie in Sicherheit...“ Es machte Hira wütend, unglaublich wütend, zumal ihr Bruder, sie schon wieder seit einer Woche allein gelassen hatte. Mana-San war nett, doch sie wollte ihren Bruder. Im Grunde wusste sie nicht einmal genau woran es lag, doch er hatte sich distanziert, die Wärme, die sie meinte von ihm zu kennen war nicht mehr. Er war kalt und emotionslos. Zu ihr, zu anderen Menschen und zu sich selbst. Vor einigen Wochen, hatte sie ihn dabei erwischt, wie er im Badezimmer unter der Dusche zusammen gebrochen war. Er hatte sich auf dem Boden gehockt und seine Fingernägel tief in seine Arme gekrallt. Sie konnte sehen, wie sie irgendwann anfingen zu Bluten, doch er hörte nicht auf. Noch am selben Abend musste sie bei Mana-San übernachten, sie hatte ihn unheimlich besorgt angeblickt, doch, wie immer, war er ihren Fragen ausgewichen, meinte nur, das er noch zu arbeiten hätte.
„Pahh, dass ich nicht lache..er will mich einfach nicht mehr.. ich bin ihm bestimmt lästig..“
Frustriert stieß sie ein Stein durch die Gegend, übersah dabei den jungen Mann, der sich auf sie zu bewegte und sie besorgt musterte.
„Hira, du solltest bei Mana-San sein.. ich habe nach dir gesucht...“ er versuchte die Müdigkeit aus seiner Stimme zu vertreiben, doch klang er dadurch gleichgültiger, als es ihm lieb gewesen wäre.
„Das kann dir doch egal sein.. du interessierst dich ohnehin nicht für mich.. du kommst und gehst, wie es dir gefällt, ohne Rücksicht, dass ich dich vielleicht brauchen könnte. Ich hasse dich...“
Weinend rannte das Mädchen los, erst als sie außer Sichtweite war, sackte Kakashi in die Knie. Starrte geschockt auf seine Hände, bevor er begann zu zittern: „ Du hasst mich? Du bist mir egal?...“ er versuchte den Schmerz, der sich in seiner Brust ausbreitete zu ignorieren, atmete angestrengt, um sich unter Kontrolle zu bringen. Ihre Worte trafen ihn tief, nur ein einziges Mal hatte er sich so verletzt gefühlt und das war, als sein Vater ihn allein gelassen hatte.

„Na du möchte gern Hauptmann, bist du den Windeln eigentlich schon entwachsen?“ Seine zwei ANBU- Kollegen, die bereits seit einiger Zeit auf den Posten gehofft hatten, stellten sich dich vor Kakashi, bauten sich auf und ließen die Knöchel ihrer Finger knacken.
„Dafür habe ich keine Zeit, es war nicht meine Entscheidung, sondern die des Hokage.. Ich nehme an, er wird sich etwas dabei gedacht haben.“ Müde stopfte der Grauhaarige seine Sachen in seinen Rucksack, verschloss seinen Spinnt und wollte an den Männern vorbei treten. Der eine schubste ihn an der Schulter, er ließ es zu und prallte leicht gegen die Wand hinter sich.
„Wo willst du denn so eilig hin? Hat deine Mami gekocht und du musst pünktlich zu Hause sein?“ ein hämisches Lächeln schlich sich auf die Lippen des Mannes.
Seufzend strich sich Kakashi durch die Haare: „ Ich weiss nicht was es dich angeht, aber meine Schwester hat Geburtstag und ich bin spät dran, also würde ich jetzt gern gehen..“
Die beiden brachen in schallendes Gelächter aus: „ Ist das eine Art verdrehter Komplex, dass du heim zu deinen Eltern und deiner Kleinen Schwester musst? Hilfst du ihr dann auch beim Kerzen ausblasen?“ wieder lachten beide, dennoch verzog Kakashi keine Miene.
„Kakashi-Taichou? Kommst du?“ Yogao hatte von außen beobachten können, wie die beiden ANBU Kollegen, den jüngeren an die Wand drängten und sich offensichtlich über ihn zu amüsieren schienen. Sie war nun schon seit etwa zwei Jahren im selben Team mit ihm und hatte ihm einiges zu verdanken, sie würde ihn da jetzt nicht alleine lassen, auch wenn sie sich sicher war, dass er das ganz alleine geregelt bekommen würde. Seufzend dachte sie daran, dass man ihm das wahrscheinlich zur last legen würde, wenn er sich wehrte und deshalb hielt er einfach still.
„Oh Rabe, das ist dein Hauptmann?“ breit grinsend trat er zu der Frau hin.
„Ja, das ist mein Hauptmann und wir haben unsere Mission beendet, würden jetzt dem Hokage noch Bericht erstatten und nach Hause gehen...“ Der andere lehnte sich zu Kakashi hinunter: „ Weißt du Kleiner.. Kinder wie du, sind schneller tot als man gucken kann... dann ist der Posten wieder frei oder aber, du entscheidest dich freiwillig zu gehen, wäre vielleicht auch besser so..“
gespielt verstehend schlug er erneut diesen hämischen Klang seiner Stimme an.
„Lass das ihr Hirn amputierten Affen...“ sie zischte kurz und beide wichen auf Grund ihres bedrohlichen Blickes zurück. „Schon gut, kein Grund gleich wütend zu werden, wir wollten uns nur kurz unterhalten..“ sie hoben die Hand und waren verschwunden.
„Alles Ok?“ sie trat zu ihm hin, suchte seinen Blick doch er wich dem aus.
„Du hättest dich nicht einmischen müssen...“ sie seufzte, genau mit dieser Reaktion hatte sie gerechnet.
„Sturkopf..“ murmelte sie, bevor sie lauter hinzufügte: „ Ich weiß, dass du das alleine hinbekommen hättest... und jetzt solltest du endlich gehen... deine Schwester hat Geburtstag...“
Auch er hob zum Abschied kurz die Hand, verschwand dann in einer weißen Rauchwolke.
„Kakashi...du hast fast alles verpasst.. wo bist du nur gewesen...“ Hira war außer sich, als er endlich erschien. Sie freute sich, gleichzeitig war sie aber auch unsagbar wütend.
Kakashi schluckte seinen Frust, seine Müdigkeit und seine Schuldgefühle herunter, griff nach ihrer Schulter und zog sie fest an seine Brust: „ Happy Birthday Hira.. ich hab es noch rechtzeitig geschafft...“ er lächelte sie schwach an, Minato, Kushina und Mana-San saßen bereits am Tisch.
„Na kommt ihr zwei, wir wollen mit dem Essen anfangen...“
Der Abend wurde lustig für Hira und die anderen, extrem lang hingegen für Kakashi. Er hatte mühe die Augen auf zu halten, zum einen weil sein Magen nach einer harten Woche des Verzichts, wieder richtige Nahrung bekommen hatte und eine wohltuende Füllung die schmerzhafte Leere vertrieb, er es dadurch schaffte sich etwas mehr zu entspannen. Zum anderen, weil er der Kälte draußen entfliehen konnte, die letzten Tage hatten sie ohne Feuer fristen müssen, sie hatten massiv gefroren und daher kaum Schlaf bekommen.
„Hey, du schläfst ja gleich im sitzen ein..“ die belustigte Stimme seines Mentors und Hokages, ließ ihn hochschrecken.
„Mist...“ ihm waren die Augen zugefallen, noch leicht benommen strich er sich über die Haare.
„Geht es dir gut?“ leise erkundigte sich der ältere Mann nach seinem Befinden, woraufhin Kakashi nur nickte: „ Ja, nur müde..“ wieder spürte er, wie sich die Taubheit durch seinen Körper zog, er brauchte Schlaf, dringend. Doch so wie er sich den auf seinen Missionen nicht gönnte, so würde er auch in Gegenwart seiner Schwester verhindern, dass er ihn übermannte. Er kämpfte dagegen an und verlor.
Minato seufzte ergeben, als der Kopf des ANBU gegen seine Schulter stieß, gab seiner Frau dann einige Handzeichen, welche mit dem Geburtstagskind, verstehend nickend, in der Küche verschwand.
„Kakashi? Komm steh auf.. es reicht für heute..“ quälend langsam öffnete sich das Augenlid einen Spalt, doch er schaffte es nicht sich zurück zu kämpfen, weshalb Minato leise lachte, ihn an die Wand lehnte, um ihn dann greifen zu können. Behutsam legte er ihn in die weichen Laken: „Gönne dir wenigstens Schlaf Junge...“ kopfschüttelnd strich er ihm über den Kopf, bevor er die Tür leise schloss.

Entsetzt starrte der Hokage auf das am Boden liegende Mädchen, er rang schwer nach Luft und es dauerte einige Sekunden bis er seine Gedanken geordnet hatte. Neben dem Mädchen lag eines der Küchenmesser, die Klinge war blutig und auch im Rest des Raumes waren Spritzer zu sehen.
„Was um alles in der Welt war das..?“ Sein Blick glitt über die Umgeworfene Couch, die zerstörte Vase, den umgekippte Tisch, den zerschlagene Stuhl und blieb zum Schluss an seinem Schützling hängen. Kakashi hatte sich an der Wand zu Boden gleiten lassen, hielt sich eine Blutende Wunde an der Flanke und war ebenfalls völlig außer Atem.
„Sie scheint allergisch auf mein Chakra zu reagieren, wenn sie sich aufregt.. sie hat sich nicht unter Kontrolle und ich schaffe es dann nicht mein Chakra mit ihrem in Einklang zu bringen, sie zu beruhigen, zu mal ich auf der letzten Mission einiges an Chakra gebraucht habe..“
Verwundert und zornig ging die Augenbraue des Hokage nach oben: „ Wie oft ist so etwas schon passiert, seit wir sie versiegelt haben Kakashi.“ Der Blonde Mann hatte eine ungute Vorahnung.
„Am Anfang fast wöchentlich...nicht so extrem, meist reichte eine räumliche Trennung, wenn ich meine eigenen Emotionen nicht unter Kontrolle hatte. Doch eine bloße Trennung reicht nicht mehr, ich muss mich voll und ganz im Griff haben, sonst irritiert das ihr Chakra...“ Kakashi versuchte sich ein Stück zu bewegen, aber sofort quoll ein Schwall Blut zwischen seinen Fingern hervor, weshalb er es sein ließ.
Seufzend, griff sich der Mann an die Stirn: „ Was ist heute passiert Kakashi..?“ betreten sah er zu Boden: „ heute vor einem Jahr ist Rin...“ er brach ab, Tränen sammelten sich in seinen Augen: „ Ich hatte mich einfach nicht im Griff...es war mein Fehler, sie trifft keine Schuld.. keine..“
Schon beim Anfang des Satzes hatte der Hokage die Distanz überbrückt und seinen ehemaligen Schüler in den Arm genommen. Es zerriss ihm das Herz, wie sehr dieser noch immer litt, denn der Junge in seinen Armen weinte. Weinte so lange, bis sein Körper sich eine Pause gönnte.

Erneut flackerten die Bilder vor meinen Augen, verschwammen und nach und nach gelangte ich in den Hinterraum des Hokage Büros zurück. Kakashis Hände hatten mich los gelassen, hingen kraftlos am Boden und er selber, kaum mehr ansprechbar. Noch bevor ich ihn fragen konnte sackte er nach vorn und ich fing ihn auf. „Kakashi..?“ besorgt sah ich an mir herunter, während die Hokage ein Zeichen gab und ein ANBU erschien. Es war Tenzou, seinen Geruch erkannte ich sofort und auch der liebevolle Blick, der einige Momente auf mir lag, gehörte definitiv zu ihm.
„Pack mal mit an, wir legen ihn auf die Couch, er müsste sich gleich wieder erholt haben...“ gemeinsam legten wir meinen Bruder auf der Couch ab, Tenzou wich nicht, sondern blieb bei uns stehen. Grinsend erinnerte ich mich an sein Versprechen, er wäre ganz in meiner Nähe, natürlich war er das, natürlich. Mein Herz machte ein freudigen Sprung, nicht nur, weil ich meine Welt und die von Kakashi nach den Einblicken noch ein bisschen besser verstehen konnte, sondern, weil der Mann neben meinem Bruder, mich erobert hatte. Kakashi und er, er und Kakashi waren die mit Abstand wärmsten Menschen, die ich kennen durfte. Sie waren absolut loyal, uneigennützig und hielten ihre Versprechen. Sie genossen beide mein Vertrauen. Ich ahnte inzwischen, dass Kakashi mir diese Bilder gezeigt hatte, um mir erneut klar zu machen, warum er sich in all den Jahren so verhalten hatte. Nicht weil er unfehlbar war, sich für erhaben hielt, weil er so ein Auge besaß, sondern weil er Angst hatte, durch seine Emotionen, meine Welt noch mehr ins wanken zu bringen. Er zerbrach an seiner eigenen Kälte. Und all diese Bilder führten mir wiederholt vor Augen, dass er sich für mein Leben, mein Glück, bis zur absoluten Erschöpfung aufopferte. Er hatte alles gegeben.
Traurig musterte ich die Züge meines Bruders, das alles nur zu sehen machte mich fertig und er hatte dadurch gemusst.
„Urgh...“ Langsam regte sich Kakashi wieder, ich strahlte ihn an und reichte ihm meine Hand, damit er sich aufsetzen konnte. Zu meiner Erleichterung blieb er aber sitzen, kämpfte noch etwas mit sich. „Hira, ich hätte dir gern noch mehr gezeigt..“ er lachte ein wenig über sich selbst, starrte auf seine zitternden Hände.
„Das ist nicht nötig, über den Rest können wir uns unterhalten, meinst du nicht auch? Weißt du mir ist die Vergangenheit nicht mehr so wichtig, was ich wissen muss weiß ich, nämlich, dass du der beste große Bruder bist den man sich wünschen kann...“ ein Ruck ging durch seinen Körper und ein zufriedenes, glückliches Lächeln erschien auf seinen Zügen. Er wirkte, als hätte ich ihm den Mond vom Himmel geholt und gesagt, dass er ihn behalten durfte.
Nach dem Gespräch mit Hikari, war schon einiges an Ballast von ihm abgefallen, doch nun schien er vollkommen befreit.
„Wie fühlst du dich?..“ Tsunade hatte sich vor ihn gestellt, musterte ihn von oben nach unten.
„Wenn ich ehrlich bin, bin ich einfach nur noch müde...“ wieder lachte er dieses leicht raue, warme, freie Lachen, weshalb Tenzou und ich uns grinsend ansahen.
Die Hokage schmunzelte leicht, reichte ihm dann ein Glas Wasser: „ Möchtest du ihr den Rest erzählen oder soll ich das übernehmen...?“ Einige Sekunden betrachtete er das halb geleerte Glas in seinen Händen, das Wasser warf leichte Wellen, da er es nicht ruhig halten konnte. Mit einem  fragenden Blick betrachtete er mich, stellte dann die Frage, die ihn beschäftigte: „ Wie ist es für dich..“
Ich hob die Hand unterbrach ihn direkt: „ Ich möchte, dass du dich ausruhst... Du hast genug getan...Den Rest kann ich auch mit Tsunade-Sama besprechen..“
Tenzou griff nach seinem Arm: „ Komm Senpai, ich bring dich zu Hikari...“ Kakashi nickte, ließ sich auf die Beine Helfen, gab keine Widerworte, als Tenzou sich seinen Arm um die Schulter legte und sich stützend mit ihm zur Tür bewegte.
„Hira, du gehst aber nicht ohne dich zu verabschieden.. versprochen?“ kurz drehte er sich noch mal zu mir um und ich gab ihm das Versprechen, auch wenn ich jetzt schon wusste, dass es mir das Herz brechen wird.
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