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Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
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19.07.2021 6.067
 
Hey ihr Lieben,
hier geht es langsam weiter mit einem Filler.. ;)
Ich freue mich über die tollen Feedbacks, die mich erreicht haben in Form von Kommis, Sternchen, Favoriteneinträgen, Mails und Lesezeichen.
Ich hoffe ich höre wieder von euch.
Nun viel Spaß und seid gespannt auf das folgende Kapitel ;)
Liebste Grüße Kitana

19.

Der nächste Morgen kam schneller als ich erwartet hätte. Ich fühlte mich ausgeruht, ein wenig glücklicher, bei dem Gedanken an die Ereignisse der vergangenen Stunden, obwohl ich mich nicht mehr daran erinnern konnte, wie genau ich in mein Bett gekommen war. Mein Bett. Mein Bett zu Hause, in der Wohnung meines Bruders, unserer Wohnung. Geborgenheit und Liebe durchströmte mich, drängte mich dazu, mich zu erheben und zu dem Zimmer meines Bruders zu gehen. Ich wollte ihm die Liebe entgegenbringen, die ich empfand, ihm zeigen was er mir Wert war, bevor ich wieder in die dunklen Gänge unter Konoha herabstieg und nicht wusste, wann ich jemals wieder die Gelegenheit erhalten würde, ihm zu sagen was ich fühlte.  
Aus dem Badezimmer kamen Geräusche, jemand stand unter der Dusche und ich hoffte inständig, dass es nicht Kakashi war. Erleichtert erkannte ich beim ersten kurzen Blick in das Schlafzimmer, die grauen Haare von Kakashi.
Mein Körper bewegte sich wie von selbst, ich trat zu ihm hin und umarmte ihn in seiner liegenden Postion, egal war mir dabei, dass er eigentlich noch geschlafen hatte. Er setzte sich nun reichlich verwirrt, erschrocken zuckend, auf und versuchte noch völlig Schlaftrunken Herr der Lage zu werden. Seine Augen waren noch nicht ganz geöffnet, stierten noch in eine Welt zwischen dem hier und seinen Träumen, er musste wirklich noch tief geschlafen haben.
„Ich hab dich so unfassbar lieb Kakashi....“ Zögerlich legten sich seine Arme um mich, hielten mich fest, bevor er leise flüsterte: „ Ich dich doch auch Hira...“
Ich konnte mich nicht lösen, wollte mich nicht lösen, hatte Angst, würde ich mich entfernen, käme der Moment näher, an dem ich wieder zu Danzou musste.
„Hast du Angst?..“ er sprach noch immer leise, strich mir zärtlich über den Kopf, wie er es früher immer getan hatte, wenn ich mich gefürchtet hatte.
Ich hatte in seinen Aufzeichnungen gelesen, wie viele Nächte ich mit Albträumen verbracht hatte, in denen er mich dann hielt, mich vor meinen Dämonen schützte und selber dabei nicht schlief.
Damals träumte ich von allen möglichen schrecklichen Dingen, den Tod meiner Mutter, obwohl ich noch viel zu klein war, um mich daran zu erinnern. Die Geschehnisse im Dorf, die Aggressionen gegen meinen Bruder, der Dämon, der einen Dämon groß zog. Die Trennungsängste, die er ausstand, dabei unbewusst seine Unruhe auf mich übertrug. Ich hatte gelesen, dass auch seine psychische, emotionale Verfassung Einfluss auf mich genommen hatte, weshalb er versuchte, so wenig Gefühle zu zeigen wie möglich, zumindest was negativ geartete Emotionen anging.
Und plötzlich, gerade in dieser Überlegung, kam mir ein Gedanke in den Sinn: „ Sag mal Kakashi, ist es möglich, dass wir beide miteinander verbunden sind?“ Nun sah ich zu ihm auf, entfernte mich etwas und er blickte mich einige Sekunden einfach nur an. „Ich gehe sogar stark davon aus, das unsere beiden Chakren mit einander interagieren, das wäre auch der Grund, warum du auf meine Anwesenheit derartig allergisch reagiert hast. Durch deine nun vorhandene teilweise Kontrolle, scheint es nicht mehr so ausgeprägt zu sein..“ Er rieb sich über die Augen, nachdenklich, traurig, bereuend.
„Hira, ich war in der Vergangenheit so voller Emotionen, es ist unendlich viel passiert....Ich habe das zum Schutz von dir fernhalten wollen. Die Informationen über dich, über mich, über Mana-San...“ Ich drückte ihn wieder an mich, strich nun meinerseits über seinen Kopf: „ Ich hab es inzwischen verstanden Kakashi, zumindest zum Teil... es gibt Dinge, die du mir noch nicht gesagt hast ...“ Wiedereinmal zuckte er ertappt zusammen und ich seufzte. „Es ist an der Zeit, den Ballast loszuwerden Kakashi... nicht für mich, sondern für dich...“
„Wir werden nachher bei Tsunade-Sama einiges besprechen Hira, ich werde dir die ganze Geschichte erzählen, fern von den Emotionen, die ich in meinen Tagebüchern verankert habe, fern von den Bewertungen aller anderen, einzig unsere Geschichte.“ Sanft lächelte er mich an: „ Eins noch, mein Vorschlag dich zurück zu Danzou gehen zu lassen.... Es ist keine Sache, die ich mir für einen längeren Zeitraum ausgesucht habe...Tsunade-Sama weiß das.. Die Informationsbeschaffung ist einzig allein eine Erklärung für den Ältestenrat, warum wir dich zurück lassen....Unsere Priorität ist es dich zurück zu holen...Nur....Ich brauche Zeit einen Plan zu erarbeiten...“ Ein entschlossener Glanz legte sich in seine Augen: „ Ich habe bis gestern nicht die Möglichkeit gehabt mich darauf zu konzentrieren, doch nun...“
Ich lachte, küsste ihn auf die Stirn: „Nun, setzt du dich trotz allem nicht weiter unter Druck... Ich halte es aus, ich weiß ihr drei seid hier oben und ihr werdet mich da rausholen.“
Er biss sich auf die Lippen, verzog sein Gesicht gequält: „ Ich hätte mir das alles anders gewünscht...Du bist in den vergangenen 8 Jahren so herangewachsen.. eine Frau geworden und ich bin überfordert damit...“ erneut lachte ich, dann konnte ich auch gleich weiter machen: „ Kakashi, ich bin verliebt....“
Mit einem wissenden, dennoch missmutigen Laut rieb mein Bruder sich die Stirn: „ ich hab es befürchtet...“ er sah auf und grinste: „ Keinem Anderen hätte ich dich anvertraut Hira.. aber in Tenzou hast du einen loyalen, vertrauenswürdigen Gefährten.. das mit dem liebevoll kann ich nicht abschätzen, so tief reicht meine Liebe zu ihm dann doch nicht...“ er grinste schief.
„Er ist unheimlich liebevoll und warm... so wie du...“ Kakashi deutete mir an mich neben ihn zu setzen, weshalb ich auf das Bett kletterte und mich im Schneidersitz vor ihn setzte: „ Wir haben uns geküsst...Ich meine...“ Ich lief rot an, doch ich wollte es ihm unbedingt erzählen, so vieles, er war doch mein einziger Vertrauter. Er lachte herzlich: „ Das hab ich gesehen.. Aber ich finde es sehr schön, dass du es mir erzählst..“ Nervös knetete ich meine Finger, sah erst auf, als er mir eine Strähne hinter die Ohren strich: „ Weißt du.. es war sehr schön... Er ist unglaublich zärtlich.. nur der nächste Schritt.. ich hab etwas Angst...“  Nun hatte ich meinen Bruder völlig aus der Fassung gebracht, nicht weil DAS Thema im Raum stand zwischen Tenzou und mir, sondern weil ich anscheinend von ihm etwas erwartete. Irgendwie tat ich das auch. Ich wollte aufgeklärt werden, wissen worauf ich achten musste, er sollte mir die Hemmung nehmen.
Verlegen strich er sich über die Haare, sah an mir vor bei auf die Bettdecke und gerade als ich mir schon dachte, er wird nicht darauf antworten, setzte er doch an: „ Ob ich dafür der Richtige bin, dir einen Tipp zu geben? Mein erstes Mal, war schließlich auch nicht so, wie es vielleicht hätte sein sollen, wenn man normale Maßstäbe ansetzt...“ er hüstelte: „Das damals mit Hikari...ich war ja auch noch jung...“ Ich stutzte, das hatte ich ernsthaft nicht bedacht: „ Es war dein erstes Mal?“ Vorsichtig fragte ich ihn, er nickte, blickte mir dann tief in die Augen: „ Dennoch hatte ich mal eine Vorstellung davon, wie ich es vielleicht schön finden würde...“ ein leicht rötlicher Schimmer legte sich auf seine Wangen und ich staunte, so offen zugewandt kannte ich ihn nicht, aber es gefiel mir und ich lauschte andächtig seinen Erzählungen.
„Offen gesagt hatte ich immer Angst die Frau zu verletzen, ich wollte nie etwas machen, was ihr weh tun oder schaden könnte. Ich hatte zärtlich, liebevoll vorgehen wollen, es ist halt eben doch mehr, als bloße Befriedigung von Gelüsten...“ er kratzte sich am Hinterkopf: „ Jedenfalls ging es für mich um mehr, bevor...“ er brach ab, schüttelte den Kopf und sah wenige Sekunden wieder unheimlich verletzlich aus. „Kakashi, darf ich dich etwas fragen? Was intimes?“ mit schief gelegtem Kopf gab er mir zu verstehen, dass ich ruhig sprechen dürfte.
„Habt ihr, nach dem Ereignis bei Danzou..Ich meine, seid ihr intim miteinander...“ Mein Bruder seufzte wiederholt tief: „ Es ist kompliziert...“ Er stockte und wurde noch im Luftholen unterbrochen. „Ist es das Kakashi?..“ wir fuhren herum, Hikari stand in der Tür: „ Entschuldigt, ich wollte nicht lauschen oder euch unterbrechen..“ ich hob abwehrend die Hände: „ Wir haben über nichts gesprochen, von dem du nichts wissen darfst Hikari...“ Ich lächelte aufrichtig und deutete neben mich ins Bett.
„Warum ist es schwierig..?“ Ich wiederholte die Frage, die Hikari gestellt hatte und sah abwartend zu ihm herüber. „Ich bin so unsicher...“ Kakashi ließ die Schultern hängen, während Hikari zusammen zuckte und traurig zu Boden sah : „ Bist du unsicher wegen uns?..“ sie stellte die Frage ganz leise, er schien erst nicht zu verstehen, was sie meinte, dann jedoch weiteten sich seine Augen und er griff nach ihrer Hand.
„ Wo denkst du hin? Es ist mein Problem, mein ganz persönliches... Ich möchte es, sehr sogar, du weißt gar nicht wie sehr und du bist die einzige, mit der ich....“ er schüttelte wieder den Kopf, strich sich fahrig über die Haare. Im nächsten Moment zog er sie zu sich, legte zärtlich seine Lippen auf ihre: „.. deren Nähe ich genieße, die ich küssen und mit der ich gewisse Sachen anstellen möchte... Ich habe einfach Angst Hikari, ich bin ein verliebter Idiot, der nicht weiß, wie er vorgehen soll....“ ihre Hände legten sich an seine Wangen: „ Wovor hast du Angst..?“ er lachte bitter: „ Dass du an etwas erinnert werden könntest, was dir unangenehm ist.. dass ich mich vielleicht nicht beherrschen kann, dir weh tue...du doch nicht mit mir zusammen sein kannst...“ Sie lachte, warm, liebevoll und verständnisvoll: „ Du hast recht, du bist ein Idiot... Aber wir kriegen das hin...“ Sie küsste ihn erneut und ich beobachtete schmunzelnd, wie mein Bruder sich gehen ließ, sich in ihren Berührungen verlor. Er brauchte Liebe, eine ganze Menge davon und ich gönnte den beiden ihr Glück.
Es war unbeschreiblich schön, ihm so nah sein zu können, er war aufgeschlossen und ließ mich an sich teilhaben, das habe ich mir all die Jahre gewünscht. Ich genoss den Augenblick.  

Pünktlich um 8: 00 standen wir vor der Tür der Hokage. „Kakashi, ich bin nervös, warum bin ich so nervös?“ Lächelnd drückte er mich an sich, nur kurz, doch es genügte, um mir zu zeigen, dass er da war. Ich atmete tief durch, öffnete die Tür, nachdem uns der Einlass gewährt wurde und trat mit Kakashi an meiner Seite ein.
„Guten Morgen ihr zwei..und pünktlich, sehr schön...“ Die Hokage sah nicht auf, sortierte noch einige Akten bevor ihr prüfender Blick auf meinem Bruder lag: „ Wie geht es dir?“
„Deutlich besser Hokage-Sama..Die starken Schmerzen sind beinahe völlig abgeklungen...“ Rational, wie ich fand, beschrieb er seinen Zustand, doch ihr Blick ruhte weiterhin auf ihm.
„Hast du noch Fieber? Schwächegefühl? Übelkeit? Muskelschmerzen?“ Ihre Augenbraue wanderte nach oben, sie musste meinen Bruder gut kennen. Ich hätte beinahe laut los gelacht über seinen, ertappten, genervten und verzweifelten Ausdruck.
„Ich bin noch etwas schlapp und ich habe einen ordentlichen Muskelkater...“ räumte er ein, woraufhin sie sich erhob und mit einer Geste anwies ihr ins Nebenzimmer zu folgen. Unschlüssig blieb ich zurück, wurde aber schon in der nächsten Sekunde gebeten, ebenfalls nachzukommen.
„Kakashi du legst dich da hin...Hira setz dich bitte...wir können uns auch unterhalten, wenn ihr es euch bequem macht.“ Sie hantierte an einem Schrank herum, fischte einige Sachen heraus und musterte dann meinen Bruder erneut intensiv.
„Kakashi, ich werde dich noch einmal, soweit es mir hier möglich ist, durchchecken... Sonst erlaube ich dir nicht, was du planst... hast du mich verstanden?“ Sie sprach streng mit ihm, autoritär und mich amüsierte sein Gehorsam. „Hai..“ er hielt sich ruhig, ließ sich den Blutdruck messen, die Temperatur kontrollieren, öffnete bereitwillig seine Augen, rührte sich keinen Zentimeter, als sie ihre Hände an seinen Kopf legte und offensichtlich ihr Chakra fließen ließ. Es war ein beeindruckendes Schauspiel, die grünlich Leuchtenden Hände, der konzentrierte Blick und der fachmännische Umgang mit den Geräten.
„ Nun gut, ganz unbedenklich ist es nicht... Du wirst deinen Körper dadurch zurück werfen, dein Chakralevel hat sich noch nicht vollständig erholt und die Infektion durch dein Auge ist noch nicht abgeklungen. Aber abhalten werde ich dich ohnehin nicht können oder?“ Breit grinsend richtete er sich auf, schüttelte dann den Kopf: „ Nein, es wird Zeit, dass wir das endlich klären...“ Kakashi sah zu mir, in seinen Augen konnte ich sehen, wie wichtig ihm war, gemeinsam mit mir diese Geschichte, von der ich eigentlich nichts wusste, aufzuarbeiten, mir meine Vergangenheit zu zeigen. Gleichzeitig wirkte er nervös, unruhig, emotional. Er erahnte wohl, dass ich ihn durchschaute, weswegen er sich durch die Haare fuhr: „ Ich weiß nicht, wie du reagieren wirst, wenn du das alles weißt.. es macht mich unsicher Hira.“ Wow, mein Bruder war in den vergangenen Stunden wie ausgewechselt, ernst analytisch, wie immer, doch offenbarte er Gefühle, redete mit mir, das war neu.
Mit ernster Miene fuhr mein Bruder nun fort: „ Es wird nicht ganz angenehm sein Hira, aber ich denke, dir meine Erinnerungen zu zeigen wird einfacher sein, als dir alles nur zu erzählen.“ Erneut schien er sich bei der Hokage abzusichern, diese nickte bestätigend und verschloss die Tür, bevor sie sich zu mir setzte, den Puls fühlte und mich kurz musterte: „ Gut, Kakashi wenn du soweit bist, dann können wir anfangen..“

Ich sollte mich in die Mitte des Raumes setzen, dort waren Schriftzeichen in den Boden geritzt in dessen Mitte ich Platz nahm. Mein Bruder kniete sich direkt hinter mich, während die Hokage sich zurück hielt und Abstand zu uns nahm.
„Es wird kurz etwas brennen, danach wird es einfach ein komisches Gefühl sein.. eine Art Leere...versuch dich zu entspannen, vertrau mir und lass dich fallen..“ Seine Stimme nah an meinem Ohr gab mir etwas vertrautes, etwas woran ich mich klammern würde und ich vertraute ihm.
Ich spürte, wie er sich hinter mir anspannte, einige Bewegungen mit seinen Händen machte und sie dann auf meinen Nacken legte. Das Siegel begann zu brennen, Hitze breitete sich aus und mir blieb kurz die Luft weg, dann hörte ich wieder Kakashi: „ Blei ruhig, entspann dich, es hört gleich auf..“ Er klang angestrengt. Chakra floss in meinen Körper, durchströmte mich, es wirkte als würde er sein Chakra auf meines abstimmen. Sie waren im absoluten Einklang mit einander, bevor er sich vor mich kniete und meinen Kopf in seine Hände nahm. „Sie mir in die Augen...“
Ich wollte was erwidern, schweiß tropfte ihm von der Stirn und er wirkte etwas blasser als noch eben, doch er lächelte und ich folgte seiner Anweisung.
Sein faszinierendes rotes Auge, mit den schwarzen Tomoe, blitzte aufgeregt, doch beeindruckender und fesselnder war sein normales Auge. Die stahlgrauen Iriden schimmerten leicht, ich versank in ihnen und die Welt, um mich herum, verschwamm.

„Du bist meine Schwester...Meine Schwester, ich kann es nicht glauben...Ich habe Familie..“ Zärtlich lächelte der grauhaarige junge das Kind in seinen Armen an, strich beruhigend über das Köpfchen: „ Ich mag mir nicht ausmalen, was du durchgemacht hast, aber jetzt, jetzt bin ich bei dir..Ich werde nicht zulassen, dass dir was geschieht, wir sind eine Familie, hörst du? Eine Familie..“ Zu hause angekommen streifte sich Kakashi die Schuhe von den Füßen: „ Hast du Hunger?“ erschrocken stellte er fest, dass er nicht wusste, was ein Kind in ihrem Alter eigentlich aß. Überlegend ging er in die Küche, öffnete den Kühlschrank und kratzte sich am Hinterkopf: „ Ich kann dir nicht einmal viel anbieten, wir werden Improvisieren müssen..“ Er suchte alles an Zutaten zusammen, was er finden konnte. Mit einem langen Tuch band er sich das Kind vor den Bauch bevor er, behutsam schunkelnd, begann alles zusammen zu rühren, die Portion aufteilte und sich daran machte ihre Portion zu pürieren: „ Ich hoffe so wird es gehen...zumindest für heute Abend, ab morgen wird uns was einfallen.“ Sorgsam pustend reichte er ihr einen Löffel nach dem anderen, erfreut, dass die Kleine es annahm und artig schluckte. Erst als sie satt war, aß er seine Portion, während sie zufrieden in seinen Armen einschlief.
„Ein eigenes Bettchen hab ich nicht für dich, aber wir werden uns schon einig denke ich..“ zur Sicherheit rollte er sein Futon neben der Wand aus, sollte die Kleine hin und her kullern, würde sie nicht wegrollen und sich irgendwo verletzen. Vorsichtig, um sie nicht zu wecken, löste er den Knoten an seinem Rücken, legte die Kleine in das Bettchen und betrachtet sie einige Momente.
„Meine Schwester..Ich bin nicht alleine... Vater...“ zitternd schlang er die Arme um seine Brust, stumm liefen die Tränen, bis auch der Junge erschöpft, zusammengerollt einschlief.
In den darauf folgenden Tagen war der grauhaarige Junge damit beschäftigt, alles zu organisieren, was man für ein Kleinkind brauchte, erhielt dabei Hilfe von seinem Mentor und dessen Frau.
Während Minato beeindruckt von dem Geschick und den Fertigkeiten, des bis dahin emotional unreifen und absolut verschlossenen Jungen war, trug seine Frau immer mehr Bedenken vor. Die Leute im Dorf redeten, schlimme Dinge, sie zeigten mit dem Finger auf Kakashi, beschimpften ihn und nicht zu Letzt wurden die Offiziellen informiert.
So kam es, dass Kakashi eines Morgens mit seiner Schwester im Arm im Büro des Hokage stand, umsäumt von hochmütig wirkenden Männern und Frauen, die mit gerunzelter Stirn auf den Jungen hinab sahen und urteilten. „Ein Kind ist nicht in der Lage sich um ein Kind zu kümmern..Wo kommen wir denn da hin..und schon gar nicht dieses Kind..“ Die strengen Worte prallten an Kakashi ab, zumindest augenscheinlich, denn in seinem Inneren wuchs die Sorge, man würde ihm seine Familie wieder nehmen.
„Was wollen sie damit andeuten...Dieser Junge hat die Akademie bereits abgeschlossen, verdient sein eigenes Geld und erhält Hilfe von mir und meiner Frau. Ich sehe kein Grund, warum wir also diese kleine Familie trennen sollten. Die beiden haben doch nur noch sich.“ Minato sprach besonnen, ließ dabei aber seinen Blick immer wieder zu Kakashi gleiten, versuchte abzuschätzen, was der Junge dachte.
„Sie bürgen also für den Jungen?“ einer der älteren Männer meldete sich zu Wort, zückte seinen Stift: „ Hokage-Sama wir machen das jetzt ganz offiziell, wenn sie für den Jungen bürgen, lassen wir die beiden Kinder zusammen...sollte es allerdings zu Schwierigkeiten kommen, werden sie zur Rechenschaft gezogen und die Kinder getrennt. Ist das in ihrem Sinne?“
Kakashi schloss die Augen, nie würde er von seinem Meister so etwas erwarten, doch dieser zögerte nicht eine Sekunde: „ Ja, ich bürge für ihn... Er steht unter meiner Obhut und die Kleine natürlich auch..“ Fassungslos starrte Kakashi Minato an, die Leute schritten einfach an ihm vorbei, würdigten ihn keines Blickes. Erst als alle gegangen waren, erhob Minato erneut seine Stimme: „ Kakashi, komm zu mir...“ seine Knie fühlten sich weich an, eine Mischung aus Freude, Dankbarkeit und Sorge schnürten ihm beinahe die Kehle zu, doch sein Lehrmeister lächelte.
„Ich möchte das du weißt, dass ich immer für dich da bin..Unsere Tür ist immer für dich offen...Wenn du Kummer hast, du Hilfe brauchst oder einfach nur einen Rat suchst.. komm zu uns...“ Kakashi fühlte sich überfordert, mehr noch, er wusste nicht wie er diese Schuld jemals begleichen konnte: „ Danke.“ mit bebender Stimme, schwach, brachte er unter großer Anstrengung ein Wort heraus, dann drehte er sich um und ging mit seiner Schwester.

Monate Vergingen Tage und Wochen zogen ins Land in denen Kakashi auf Missionen ging, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Er gönnte sich kaum eine Pause. War er zurück, gehörte seine Aufmerksamkeit seiner kleinen Schwester, die ihn anhimmelte, ihn mit großen freudigen Augen erwartete, sobald er durch das Tor schritt und die er immer wieder mit einem schweren Herzen verließ, wenn er wieder gehen musste.
Als er an diesem Abend heimkehrte, war er müde, sehr müde, jeder Schritt schmerzte, jeder Muskel in seinem Körper brannte und der Gedanke, sich um Hira zu kümmern, schien ihm beinahe nicht möglich. Er wusste, dass sie bei Minato und Kushina übernachtet hatte. Das tat sie gern, sie mochte Onkel Minato genau so wie er selber. Es war das erste mal, seit dem die Kleine bei ihm war, dass er sich nicht im Stande fühlte, sie zu versorgen und es machte ihm Angst.
Mühsam hob er den Arm zum klopfen, hörte dann bereits von drinnen die kleinen trippelnden Kinderfüßchen und schmunzelte matt. Er konnte die Geräusche von drinnen hören, wie sie hoch genommen wurde und sein Meister die Kleine fragte, ob da wohl ihr Bruder vor der Tür stand.
„Da bist du ja...“ Das strahlende Lächeln auf den Lippen seines Mentors erstarb, der Junge vor ihm war kreidebleich, schweiß stand ihm auf der Stirn, obwohl es draußen eisig kalt war und noch bevor Kakashi etwas sagen konnte, hatte sich sein Mentor nach drinnen gewandt und nach seiner Frau gerufen. Sie nahm ihm die Kleine ab, während Minato schon fast hektisch, den Mantel des jungen nahm und ihn zur Couch schob: „ Wir holen dir einen Tee, hast du gegessen?“
Es war warm im Haus und die Wärme zog unbarmherzig die Erschöpfung näher, er spürte, dass er sich nicht wehren konnte.
„Minato-Sensei... wäre es in Ordnung, wenn Hira noch ein Moment hier bleiben...würde..?“ Kakashi hatte sich in die Kissen zurück gelehnt, wo ihm nun die Augen zu fielen und er einfach im Sitzen einschlief. Mit einem Mitleidigen Lächeln auf den Lippen half Kushina ihrem Mann dabei den Jungen auf das Sofa zu legen und ihn fest in eine Decke einzuwickeln. „Ich glaube es ist besser, wenn die Beiden heute Nacht bei uns bleiben...“ sanft strich sie Kakashi über den Kopf, grinste über den bereits tiefen Schlaf. Dann kitzelte sie den Bauch von Hira: „ Und kleine Maus was meinst du...schlaft ihr beide heute Nacht bei uns?“ Die kleine Lachte, kletterte zu ihrem Bruder auf die Couch und gab ihm ein Kuss: „ Nacht Kashi...schlaf gut...“ Mit einem zufriedenen Lächeln kuschelte sie sich eng an ihn, schloss ebenfalls die Augen und machte keine Anstalten sich von ihm zu lösen.
„Na dann, lass wir die beiden mal..“ grinsend betrachtete Minato sich noch einige Momente das Bild, welches sich ihm bot. Sein Schüler hatte sich die Kleine eng heran gezogen und schützend seine Arme um sie gelegt. Die Erwachsenen löschten das Licht und legten sich selbst schlafen.
Minato wurde am nächsten Morgen von leisem Schluchzen geweckt. Die Geräusche waren so erbarmungswürdig, dass er trotz der frühen Stunde, aus dem Bett kroch und ins Wohnzimmer tapste.
Hira saß aufgelöst auf der Couch, während Kakashi versuchte, mit einem Handtuch, nasse Flecken aus dem Polster zu entfernen. Auch sein Shirt war durchnässt, doch das Scherte ihn anscheinend nicht wirklich. „Kleines hör doch bitte auf zu weinen, es ist alles gut...Ich mache das wieder sauber..“ verzweifelt versuchte er das Mädchen davon zu überzeugen, dass niemand schimpfen wird, dass er nicht sauer war und dass sie bitte einfach aufhören sollte zu weinen. Sanft schloss er sie in die Arme, drückte sie an sich und sprach auf sie ein: „ Komm wir ziehen dir etwas anderes an, sonst erkältest du dich noch...“ Minato beobachtete seinen Schüler dabei, wir er das kleine Mädchen dabei unterstützte sich umzuziehen, ihr die Haare richtete und die Tränen trocknete. Er kam zu dem Schluss, dass seine Entscheidung, die beiden zusammen zu halten, goldrichtig war. Denn nicht nur sie profitierte von ihm, nein seine Gefühlskälte anderen Menschen gegenüber, war in ihrer Gegenwart verschwunden. So viel wärme, wie er ihr entgegen brachte, sah man sonst nicht an ihm. Er strahlte so viel Liebe aus, dass es ihn beinahe zu tränen rührte.

Minato klopfte Kräftig an die Tür seines Schülers, er war heute Morgen untypischer Weiße nicht zum vereinbarten Training erschienen. „Kakashi? Bist du Zuhause?..“ erneut hob er die Hand zum Klopfen, allerdings öffnete sich bereits zögerlich die Tür. Der Junge rieb sich verschlafen die Augen, schien, rein von seiner äußerlichen Erscheinung, völlig übernachtet zu sein.
„Ich hab mir sorgen gemacht? Wieso bist du nicht zum Training erschienen?“ Nun wirkte Kakashi deutlich verwirrt: „ Welchen Tag haben wir?“ Die blonde Augenbraue des Älteren wanderte in die Höhe: „ Montag Kakashi...“ Mit einer Vorwärtsbewegung schob er sich an ihm vorbei und schloss nun die Wohnungstür: „ Kakashi, wo ist Hira?“
„Sie ist krank, hatte das ganze Wochenende hohes Fieber... es tut mir leid Sensei..Ich ..“ Minato lächelte sanft: „ Lass mich raten, du hast nicht geschlafen, weil du dich die ganze Zeit um sie gekümmert hast?“ betreten sah er zu Boden, es war ihm alles andere als recht, dass es so erschien, als hätte er die Situation nicht unter Kontrolle.
„Kakashi du bist 8 und Hira ist jetzt gerade drei...weißt du was mich wirklich enttäuscht und gleichzeitig wütend macht?“ erschrocken sah der Junge ihn an, verneinte dann allerdings.
„Weil du nicht um Hilfe bittest...du musst das doch nicht alleine schaffen...verstehst du das denn nur nicht?“ Trotzig verzog sich das Gesicht von Kakashi: „ Doch Sensei, das muss ich.. sonst nimmt man sie mir weg, wir werden getrennt und sie bekommen meinetwegen ein Verfahren an den Hals.“
Lachend hob Minato die Hände: „ ok, Ich habe verstanden... was hältst du davon, wenn du dich ein bisschen schlafen legst und ich in der Zeit nach Hira sehe...?“
Eine Woche später hatte sich Kakashi ordentlich angesteckt, die Mission von der er kam, war eine Tortour gewesen und im Grunde hätte er einfach nur ins Bett gewollt. Doch seine Schwester forderte Aufmerksamkeit, die hatte er ihr ja auch versprochen. Er fühlte sich mies, richtig mies, Kopf- und Gliederschmerzen, Sein Hals war entzündet und er wusste, dass er Fieber hatte.
Müde ließ er sich zu Hira auf den Boden nieder, baute mit ihr Türme, spielte Auto und fütterte eine ihrer Babypuppen, bis er aus Versehen auf dem Boden liegend  wegdämmerte.
„Kashi? Kashi..“ die Kleine rüttelte an ihm, begann zu weinen, als er sich nicht sofort regte.
„Kashi?..“ Sie schluchzte, Angst sprach aus ihr und ihr weinen wurde lauter. Erneut rüttelte sie an ihrem Bruder, dann fuhr er hoch: „ Entschuldige...“ Sie weinte weiter herzzerreißend, ließ sich nicht beruhigen und es schmerzte in seinen Ohren, in seinem Kopf.
„Jetzt hör endlich auf zu schreien...“ zornig funkelte er sie an, schnaufte schwer, bevor er realisierte, was da gerade geschehen war. Entschuldigend nahm er sie in die Arme: „ Hira, es tut mir leid, das war nicht so gemeint.. Hol mal deine Schuhe, wir gehen zu Onkel Minato, ok? Schniefend stiefelte das Mädchen los, zog sich die Schuhe an und kam mit ihrem Hasen im Arm wieder.
Minuten späte standen sie vor der Tür, warteten darauf dass sie herein gelassen wurden.
„Kakashi? Hira? Was...“ weiter kam er nicht, musste seine Frage nicht beenden, um zu wissen worum es ging. „Kommt erst mal herein, es ist eisig kalt draußen.“ Während Hira zu Kushina auf den Arm ging, gab Minato mit einem Nicken zu verstehen, dass der junge neben ihm hohes Fieber hatte und wahrscheinlich deshalb gekommen war. Er führte den Grauhaarigen ins Gästezimmer, zog dem inzwischen leicht apathisch wirkenden den Mantel aus und drückte ihn ins Bett.
„Sensei...Ich hab Hira angeschrien...sie hat so geweint...“ Tränen standen ihm in den Augen, er fühlte sich schlecht, sehr schlecht mit dem was er getan hatte. „Sie wird wissen, dass du das nicht so gemeint hast Kakashi...Ruh dich etwas aus, morgen sieht die Welt bestimmt wieder ganz anders aus..“ Nur weit entfernt spürte er noch, dass man ihm Wadenwickel anlegte und seine Schwester sich dicht an ihn gekuschelt nicht mehr vom Fleck bewegte. Für den Moment war seine Welt in Ordnung.  

Ein leises Keuchen erklang, ein kurzer Ruck ging durch meinen Körper, dann änderte sich die Szene, Kakashi war deutlich älter und auch ich hatte mich verändert.

Minato saß an seinem Schreibtisch und blickte streng auf Kakashi nieder: „ Hältst du das für eine gute Idee? Kakashi du weißt, ich stelle nicht viele deiner Entscheidungen in Frage, doch diese muss ich aufs schärfste kritisieren..“ er war wütend, das wusste Kakashi doch es blieb ihm aus seiner Sicht, keine andere Wahl, verstand der Mann vor ihm das denn nicht?
„Bei allem nötigen Respekt Hokage-Sama, welche Alternative blieb mir denn? Ich muss sie vor diesen Attacken aus der Bevölkerung schützen... Fragen sie mich nicht, wie die von ihrem Ausbruch erfahren haben, doch sie wird auf offener Straße attackiert...“ Kakashi hielt inne, sah nun trotzig zu dem älteren Mann auf: „ ...es ist wie bei Vater damals... alle schauen weg und setzt man sich zur Wehr, wird man an den Pranger gestellt. Welchen Ausweg habe ich? Ich kann nichts weiter tun, als ihre Emotionen zu kontrollieren, ihr diese Erinnerungen zu nehmen und ihr zumindest jetzt noch ein schönes Leben zu bereiten..“ er wurde zum ende des Satzes immer lauter, an seinen Händen züngelten kleine Blitze und er zitterte vor Zorn.
„Du hast recht Kakashi, es tut mir leid... Ich heiße es natürlich nicht gut, was mit euch gemacht wird.. dennoch sind mir die Hände gebunden...“ noch immer zornig schüttelte Kakashi den Kopf: „ nicht mit UNS...Mit ihr, sie ist doch erst 8... Wie soll das werden? Ich muss Angst haben auf Missionen zu gehen, sie kann sich nicht verteidigen...“ Nun erhob sich Minato, schritt um den Schreibtisch herum und griff nach der Schulter des jungen Mannes: „Kakashi du bist in der ANBU, niemand wird sich trauen, sich an deiner Schwester zu vergehen.. beruhige dich jetzt bitte...“ Der Mann musterte Kakashi intensiv: „ Du siehst erschöpft aus, du solltest dich etwas ausruhen...Hira ist in der Schule, du kannst also beruhigt ein paar Stunden schlafen...wenn du möchtest, hol ich sie nachher ab und du kommst zu uns, wenn du ausgeschlafen..“ weiter kam er nicht.
„Nicht nötig.. ich werde mich dann selber um Hira kümmern...sie wird sich bestimmt freuen mich zu sehen..schließlich war ich zwei Wochen auf Mission...“ Der ANBU strich sich die Haare aus der Stirn, zog seine Maske wieder über, bevor er sich verneigte und in einer Rauchwolke verschwand.
Minato seufzte: „ Wann wirst du endlich lernen, nicht immer alles nur auf deine Schultern zu laden Junge..“ besorgt murmelte er die Worte vor sich hin. Minato wusste wie schwer der junge Mann es in letzter Zeit hatte, im Dorf erzählte man sich, dass er Hira über länger Zeit alleine ließ, die Offiziellen hatten sich erneut eingeschaltet und behielten ihn im Auge. Er war ernsthaft besorgt, der Druck, dem Kakashi ausgesetzt war, wurde immer stärker. Selbst ihm als Erwachsener nahm es fast die Luft zum atmen, das Pensum, welches Kakashi sich selbst auferlegte, war unmenschlich, doch gab es einfach keinen Ausweg.
Die Sorgen um den Jungen blieben, bei jeder Verletzung, die dieser versuchte zu vertuschen, um direkt zu seiner Schwester zu können. Nach jeder kräftezehrenden Mission, wenn er direkt Hira holte, ohne sich auszuruhen, nach jedem Ereignis innerhalb des Dorfes, wenn er sein Auge freilegte und die Erinnerungen des Mädchens veränderte.
„Kakashi? Kakashi...Mensch wo steckst du?“ Hira stapfte zornig durch die Wohnung, klopfte dann heftig gegen die Zimmertür ihres Bruders: „ Bist du da drin? Du hast versprochen mir das Shirt zu waschen... aber es ist nicht passiert, hasst du mich wirklich so sehr?“ Vorwurfsvoll, hielt sie das Shirt vor ihrer Brust. Die Tür wurde geöffnet, gab den Blick auf das abgedunkelte Innere frei und auf ihren erschöpft wirkenden Bruder.
Kakashi räusperte sich, hustete gequält: „ Entschuldige, ich mach es morgen...“ Die Augenbrauen des Mädchen wanderten nach oben: „ Morgen?“ sie klang hysterisch, um ihren Körper herum konnte man deutlich eine schwache Aura weißen Chakras ausmachen.
Der junge Mann hielt sich am Türrahmen fest, hustete erneut, bevor er seiner Stimme wieder klang geben konnte: „ Hira, du musst bitte etwas anderes anziehen...“ das kränkliche Äußere kam noch deutlicher zur Geltung, als sich Kakashi an ihr vorbei ins Wohnzimmer schob, dort nach einem Glas Wasser griff und es in wenigen Zügen leerte. Frustriert sah sie ihn an, nahm in ihrer Erregung keine Notiz von seiner Verfassung, das Chakra pulsierte um ihren Körper, weshalb der Grauhaarige seufzte. Es war wieder einmal einer dieser Tage, in denen sie sich nicht unter Kontrolle bringen konnte. „ Du bist wütend, ich weiß..“ er öffnete sein Auge, zog sie in seinen Bann und keine Sekunde später sackte das Mädchen in seine Arme.
Behutsam nahm er sie hoch, trug sie zur Couch und flüsterte liebevoll: „ Es tut mir leid.. ich hatte einfach nicht die Kraft sie dir zu waschen... ich bin so unfassbar müde gewesen.... “ Mühsam raffte er sich auf und ließ sich in den Sessel fallen, bevor er die Augen schloss und einschlief.
Etwas rüttelte an ihm, unsanft wie es ihm vorkam, doch wahrscheinlich war er so tief eingeschlafen, dass er die ersten Versuche nicht mitbekam: „Kakashi, komm schon, da ist jemand an der Tür.. wohl von deiner Arbeit..“ träge öffnete er die Augen, stutzte, als er die Decke sah, die man ihm über gelegt hatte.
„Senpai, verzeih die Störung.. Hokage-Sama bat mich dich zu holen...“ Der Angesprochene erhob sich, sein Blick traf dabei den seiner Schwester. Ihr besorgter Gesichtsausdruck, versetzte ihm ein Stich, jetzt wäre der Moment gewesen normal mit ihr zu sprechen, ihr Chakra war in den Hintergrund getreten und sie schien wieder ganz sie selbst, doch wurde nach ihm gerufen.
„tut mir leid Hira, wegen deinem Shirt...“ er versuchte sich an einem Lächeln und sie nickte: „ Macht nichts ich ziehe was anderes an...“
Wie immer, folgte er seinem Kollegen und ließ sie zurück, biss sich reuevoll vor der Tür auf die Lippe, bevor er seine ANBU Maske über seine kränklichen Züge zog und zu verschleiern wusste, dass er sich nicht gut fühlte.

„Yugao, dürfte ich dich nachher kurz sprechen?“ Ihr Hauptmann wirkte unnatürlich verlegen, nervös und schien nicht zu wissen wie er sein Anliegen formulieren sollte.
„Ja, natürlich Senpai...“ Sie verstauten ihre Ausrüstungen sorgfältig in den dafür vorgesehenen Schränken, während Yugao und Tenzou Blicke austauschten, sich fragten, was ihr Vorgesetzter wohl auf dem Herze hatte.
An den Türrahmen gelehnt wartete er auf die Frau aus ihrem Team, legte sich in Gedanken Worte zurecht und versuchte sich selbst Mut zu zusprechen.
„Senpai? Ich wäre dann soweit.. worüber wolltest du mit mir sprechen?“
Verlegen kratzte sich der Angesprochene am Hinterkopf: „ Ich weiß nicht so recht wie ich anfangen soll...Nun ja, meine Schwester kommt jetzt in dieses Gewisse Alter und ich weiß nicht so recht, wie ich ihr erklären kann, dass das was mit ihr passiert normal ist...“ Yugaos Züge wandelten sich von gläubig, über besorgt zu amüsiert.
„ Soll ich dir erklären, WAS da passiert?“ Sie grinste, als er zusammenzuckte und abwehrend die Hände hob.
„Ich kann lesen Yugao... Ich weiß nur nicht ob sie sich mir anvertrauen möchte.. schließlich bin ich ein Mann und kenne mich mit gewissen Hygieneartikeln einfach nicht aus...“ Ein herzliches Lachen entkam ihrer Kehle, bevor sie ihm freundschaftlich eine Hand auf die Schulter legte: „Möchtest du, dass ich mit ihr rede, wenn es soweit ist? Ich meine sie ist jetzt 11 Jahre alt, lange kann es nicht mehr dauern...“ Das abgrundtiefe Seufzen ihres Senpai, belustigte sie noch ein wenig mehr. Er machte sich tatsächlich sehr viele Gedanken darüber, er wollte ihr den Übergang erleichtern, wusste nur nicht wie er das, als unerfahrener Mann der er ja nun einmal war, bewerkstelligen sollte.
„Bei Kami, manchmal wünschte ich könnte die Zeit anhalten...Die Zeit als sie drei wurde war anstrengend, doch kam ich mit dem Windelwechseln und füttern besser zurecht...“ er rieb sich die Stirn, wurde dann jedoch merkwürdig von der Seite angesehen, er spürte den Blick: „ Was ist?“
Sie schüttelte den Kopf: „ Warst du mit Hira die ganze Zeit alleine? Ich meine du bist doch selber noch ein halbes Kind?“ Sie wollte ansetzten versichern, dass sie alleine auf das Alter anspielte, schließlich war er ihr Hauptmann und vier Jahre Jünger als sei selbst, doch er unterbrach sie.
„Schon gut, ich weiß wie du das meinst...Ich habe immer etwas Hilfe von Minato-Sama und einer Nachbarin...jemand muss nach ihr sehen, wenn ich mit euch unterwegs bin...“ Mit einem mal, lief er weniger gestraft, ließ die Schultern hängen, als würde ihn alles unheimlich viel Kraft kosten: „ Es ist alles kompliziert und ehrlich gesagt, hatte ich manchmal das Gefühl, dass ich ihr ein besseres Leben ermöglicht hätte, wenn ich sie nicht bei mir aufwachsen würde. Sie hat so viel Kummer meinetwegen und ich bin mir nicht sicher, ob ich alles wirklich für sie richtig hinbekomme....“ Plötzlich blieb er stehen, seine Augen waren leicht geweitet und die Frau neben ihm verstand, dass er sich für seinen Geschmack ein wenig zu sehr geöffnet hatte.
„Keine Sorge Senpai, das bleibt unter uns... Doch bei den Gedanken die du dir machst, scheinst du ein toller großer Bruder zu sein.. und ich kann das Beurteilen, ich habe selber drei ältere Brüder..“ Sie zwinkerte ihm zu und ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen.
„Ich würde mir wünschen, dass sie das irgendwann genauso sieht...“
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