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Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
21.06.2021 3.506
 
So ihr Lieben,
Dieses Kapitel hat mich geschafft, dient aber ausschließlich als Filler.
Ich hoffe ihr könnte es mir verzeihen.
Ihr dürft gespannt sein, ob sich die Lebensgeschichten von Hira und Kakashi wieder miteinander verbinden, oder ob sie für immer Nebeneinander herlaufen werden.
Liebste Grüße Kitana

15.

Zum wievielten Male auch immer, öffnete ich die Augen und befand mich nicht mehr dort, wo ich sie geschlossen hatte. Irgendwie gewöhnte ich mich langsam daran, dass man mich durch die Gegend trug, während ich bewusstlos war oder schlief. Eben wie ein Prinzessin, die auf ihrer Sänfte, von einem Ort zum andern transportiert wurde.
Die Bilder der vergangenen Nacht kamen in mir auf, der Blick meines Bruders und mir wurde schmerzlich bewusst, dass ich tatsächlich alleine war. Die ersten Zweifel daran, dass es für meinen Bruder oder mich der richtige Weg sein würde, beschlich mich. Einsamkeit breitete sich in mir aus, legte ihre kalten Hände um mich und führte mir vor Augen, dass ich zum ersten mal in meinem, doch noch kurzen Leben, wirklich komplett alleine war. Mana und auch Onkel Minato waren nicht mehr, ihr Tod riss eine tiefe Lücke nicht nur in mein Herz, sondern auch in das meines Bruders. Und er selber, wurde gezwungen zu gehen, mich zurück zu lassen, ein Leben zu leben, dass er vielleicht nicht wollte. Ganz sicher so nicht wollte, sonst hätte er mich all die Jahre nicht so geschützt, wie er es getan hatte.
Meine Knie drückten sich inzwischen fest an meine Brust. Was würde nun aus mir werden?
Die Tatsache, dass ich in meinem Bett aufgewacht war und nicht mehr in der Zelle lag, oder an die Wand gekettet wurde, zeigte mir, dass ich zumindest noch den selben Wert hatte, wie vor der Befreiung von Kakashi und Hikari.
Plötzlich schoss mir ein Gedanke durch den Kopf, irgendwie musste ich sie schützen, sonst würden sie gejagt werden. Ich griff mir an den Kopf, ebenfalls außer Acht hatte ich gelassen, dass Kakashi das Dorf ja offiziell verraten hatte, ob der Hokage gütig genug war ihm das zu verzeihen?
Oh man, in solchen Situationen merkt man deutlich, dass ich noch ein Kind bin, eins, dass nicht abschätzt bevor es handelt, dem der Weitblick fehlte, den mein Bruder schon mit 5 Jahren besaß.
Frustriert schlug ich das Kissen von meinem Bett. Wie hatte er das damals alles gemacht? Wieso war er so, wie er war und ich fragte mich, ob ich wirklich nichts davon abbekommen hatte.
Schmunzelnd über mich selbst, musste ich mir eingestehen, dass ich den selben sturen Schädel besaß, wie Kakashi, so leicht ließ sich keiner von uns beiden die Wurst vom Brot klauen.
Mein Herz begann aufgeregt zu schlagen, als es an meiner Tür klopfte, zwei ANU eintraten und mich zu Danzou begleiteten.
Reuevoll senkte ich den Kopf, ging auf mein Knie und wartete darauf, dass er etwas sagte.
„Hime-Sama, wir sind erleichtert, dass du unverletzt geblieben bist...Wir fragen uns nur, wie das passieren konnte..“ zwischen seiner übermäßigen Freundlichkeit ließ sich das Lauern heraushören, er war nicht erfreut über den Verlauf und misstraute mir, zu recht.
Mein zweites Knie sank zu Boden, ich verbeugte mich tief. Wenn ich nun versuchte mir eine Geschichte einfallen zu lassen, dann würde ich mein Gesicht weiter verlieren, weshalb ich mich dazu entschloss, mein persönliches Anliegen offen darzulegen.
„Meister, ich habe ihnen zur Flucht verholfen, um meine Konzentration und mein Training voran zutreiben. Die Nähe zu meinem Bruder tut mir nicht gut, sie bring mein Chakra in Wallungen, verhindert, dass ich mich auf das Besinne, was wichtig ist. Ihre Lehren...Verzeiht, dass ich eure Tochter mit geschickt habe, doch alleine hätte mein Bruder den Weg nicht geschafft....Ich benötige keinen Anreiz, um bei ihnen zu bleiben und ihrer Ausbildung beizuwohnen, das tue ich aus freien Stücken...“ Er hörte mir aufmerksam zu, schien damit besänftigen zu lassen, vorerst.
„Erlaubt mir noch eine letzte Bitte anzubringen Meister...“ noch immer hielt ich meinen Kopf gesenkt, konnte daher seine Reaktion nicht sehen und wartete einfach ab.
„Eine Bitte? Bring sie an und ich werde dann entscheiden ob ich sie erfüllen werde...“
„Ich biete ihnen mein Leben, meine Kampfkraft für die Sicherheit des Dorfes, von Hikari und die meines Bruders...“
Danzou lachte, laut, amüsiert und ich konnte hören, wie er sich zu mir hinunter begab.
„Hime-Sama, deine Bitte sei die gewährt, deinem Bruder und Hikari wird nichts widerfahren und alles was du unter meinem Kommando erledigst, dient dem Wohle des Dorfes.“
Ich atmete erleichtert auf, wusste gleichzeitig, dass ich mich der ewigen Dunkelheit verschrieben hatte. Und es für mich kein entkommen geben würde.

Die Zeit verstrich, aus Tagen wurden Wochen, aus Wochen Monate und dann Jahre. Dadurch, dass ich die ersten Wochen kein Sonnenlicht zu Gesicht bekam, spürte ich das verrinnen der Zeit kaum, es gab kein Morgens oder Abends, nur anhand der Einheiten die ich zu bewältigen hatte bekam ich zu spüren, dass Zeit verdammt schmerzhaft, langsam verstrich.
Ich veränderte mich, nicht nur körperlich sondern auch innerlich. Das verweichlichte, ständig heulende Ich war verschwunden. Ich lernte mich zusammen zu reißen, Emotionen herunter zu schluckten und stumpfte langsam aber sicher ab. Meine körperliche Stärke wuchs, das Kampftraining förderte meine Gelenkigkeit und ein ums andere Mal wuchs ich über mich hinaus.
Einzig und allein mein Chakra blieb ein Problem. Bereits nach den ersten einnahmen der Medikamente wurde mir schmerzlich bewusst, dass es keine Lösung für mich war. Ich vertrug sie nicht und sie hatten nicht die gewünschte Wirkung.
So kam es, dass ich mich zur Verfügung stellte, das Medikament zu verbessern.
Die Gleichgültigkeit mit der ich an diese Sache heran ging, erschreckte mich selber, doch im Grunde hatte ich nichts mehr zu verlieren.

Um ausreichend Test an mir durchführen zu können, wurde ich in eine grünliche Ernährungslösung eingelegt. Ich kannte diese riesenhaften Inkubatoren aus den Erinnerungen meines Bruders und mich beschlich ein mulmiges Gefühl, als mir die Lösung bis zum Hals stand. Ich wurde zum atmen angeleitet, mir versichert, das ich innerhalb der Lösung atmen konnte und daher keine Panik haben bräuchte. Doch einfacher gesagt als getan.
Ich presste die Lider krampfhaft auf einander, schnappte wie ein Fisch, bis ich feststellte, dass es ich tatsächlich atmen konnte.
Langsam öffnete ich die Augen, nahm nur trüb die Welt vor dem Inkubator war und hoffte darauf, dass man mich hier nicht alleine lassen würde.
Man sagte mir, dass Wunden in dieser Nährlösung leichter heilen würden, Wunden, die ich mir im Rahmen der Tests wahrscheinlich selber zufügen würde, bevor ich befähigt war, mein Chakra zu kontrollieren. Die bis eben noch flüssige Masse verfestigte sich um meinen Körper, die Bewegungen wurden träger, ich kämpfte gegen einen enormen Widerstand an.
Ich hatte mich gerade an den Umstand gewöhnt in der leicht gallertartigen Substanz atmen zu können, als ich mit ansehen konnte, wie eine weitere Flüssigkeit beigemengt wurde. Meine Nervosität stieg, die trübe Wolke des Medikaments erreichte mich beinahe, dann spürte ich ein kribbeln auf meiner Haut, erst prickelte es nur etwas, begann bald zu brennen und zog sich über meinen ganzen Körper. Ich schrie auf, stumm, keine Möglichkeit mich verständlich zu machen, dem gleich, was mein Bruder mir mit seinem Auge gezeigt hatte.
Mein Bruder. Wie sehr ich ihn vermisste, mein Herz zerriss bei dem Gedanken ihn wahrscheinlich nie wieder sehen zu können und genauso stumm wie ich schrie, liefen mir die ersten Tränen seid Jahren. Das brennende Gefühl nahm an Intensität zu, verband sich mit den Schmerzen in meinem Herzen, vernebelte mir die Sinne und ließ kein Platz für etwas anderes.
Irgendwann, ich kann nicht sagen wie lange es gedauert hatte, umfing mich die Schwärze, ersehnt, willkommen, lindernd. Und entgegen meiner Erwartungen, begann ich zu Träumen.

„Hira? Hira..wo bist du ? Hira, sag doch was..“ Besorgt hallte die Stimme durch die Straßen, es war dunkel und kalt. Kakashi suchte nun schon seit einer guten Stunde.
Vorwürfe machten sich breit, er war nach seiner Mission, ohne es wirklich selber zu bemerken, auf der Couch eingeschlafen, hatte nur am Rande mitbekommen, dass Hira zu Onkel Minato laufen wollte. Er hatte nicht aufgepasst, sie war alleine aus der Tür auf die Straße gelaufen und mindestens anderthalb Stunden Vorsprung.
Bei Minato konnte er sie nicht finden, dieser versicherte jedoch, sich ebenfalls sofort mit auf die Suche zu begeben und war in die entgegengesetzte Richtung gelaufen. Ein Teil der Hundemeute lief neben ihm, schnüffelte und suchte, während der andere Teil sich bei Minato befand.
„Hira...? Komm schon, wo bist du?“ ein kalter Wind fegte durch die Straßen, brachte ihn zum zittern und er fragte sich, wenn es ihm schon so ging, wie sollte es dann erst seiner kleinen Hira gehen.  Müde rieb er sich über die Augen, er hatte sich nur eine halbe Stunde ausruhen wollen und er schwor sich, dass ihm das nie wieder passieren würde. Er würde sowieso nie wieder schlafen, bevor er sie gefunden hatte. Panik überkam ihn, warum kam sie nicht bei Minato an? Sie kannte den Weg, den waren sie häufig genug gelaufen. Was konnte ihr passiert sein? Ein Unfall? Das hätte er gesehen, man hätte ihn über die ANBU informiert oder spätestens aus dem Krankenhaus eine Nachricht zukommen lassen. Zwei weitere Stunden später traf er sich mit Minato in der Dorfmitte, auch der Hokage wirkte nun äußerst beunruhigt. Der junge Ninja sein Zittern kaum verbergeb, seine Kleidung war durchnässt und er wirkte neben seinem Schock, müde und blass.
„Kakashi, am besten gehst du nach Hause, vielleicht ist sie inzwischen nach Hause gelaufen, bleib dort und warte. Ich werde die ANBU benachrichtigen und bitte nach ihr zu suchen.“
Träge nickte der Grauhaarige, er fühlte sich mies und der Gedanke ihr könnte etwas zugestoßen sein raubte ihm seine gesamte Kraft, er wusste nicht einmal mehr, wie er den Weg nach Hause schaffen sollte. Dennoch kam sein Wohnhaus in Sichtweite, ein kraftloser Laut entkam ihm, seine Gedanken drehten sich um Hira, weshalb er nur durch eine Berührung an seiner Schulter auf die Dame aufmerksam wurde, die hinter ihm stand: „Kakashi? Suchst du Hira?“ entgeistert drehte er sich um, blickte in Mana-Sans warm lächelndes Gesicht. Kein Ton kam ihm über die Lippen, er rührte sich nicht, der Schock saß ihm in den Knochen. Behutsam wurde er von der Frau am Arm gepackt und mit sich gezogen, erst im Wohnzimmer, bei dem Anblick seiner kleinen Schwester, entkam er seiner Starre. Leise, erleichtert Seufzte er auf, bevor er in die Knie ging und sich vor das Sofa hockte, auf dem Hira in eine Decke gewickelt saß, ihn über ihre Tasse heißen Kakao hinweg breit angrinste.
„Ich hab mir solche sorgen gemacht, wir haben dich überall gesucht, seit Stunden...“ er rieb sich die Augen, leichte Feuchtigkeit klebte an seinen Fingern, Tränen und er musste über sich selber lachen, dass er nicht auf die Idee gekommen war, bei Mana nach ihr zu sehen.
„Ich habe beobachtet, wie sie alleine aus dem Haus kam, habe gedacht ich fange sie lieber ab, bevor sie auf die Straße läuft. Sie hat mir eine lange Geschichte erzählt, weshalb ich wohl verpasst habe, dass du dich auf die Suche begeben hast...“ Sie lächelte wieder warm, entschuldigend.
„Danke..Ich, hab nicht aufgepasst...“ er fuhr sich über die Stirn, strich seine feuchten, kalten Haare zurück, bevor er sich in einer erschöpft wirkenden Geste auf den Boden setzte.
„Könnte ich sie noch ein wenig bei dir lassen, ich muss Hokage-Sama informieren, dass wir sie gefunden haben. Ich war zu erst bei ihm, da sie sagte sie wolle zu Onkel Minato...“ noch immer wirkte Kakashi leicht verstört, griff nach dem Fuß seiner Schwester und versicherte sich erneut, dass sie hier vor ihm saß.
„Beruhige dich erst mal, du zitterst wie Espenlaub...“ sanft legte sie ihm eine Decke über die Schultern, drückte ihm, mit ihrem typischen herzerwärmenden Lächeln, eine Tasse Tee in die Hand: „Pakkun könnte ja vielleicht für dich gehen und Minato informieren..“
Zwei kleine Arme umschlangen seinen Kopf, eine Nase vergrub sich tief in seinen Haaren: „Tschuldigung...“ Tränen kullerten Hira aus den Augen, Kakashi drehte sich um und drückte sie fest an sich.

Als ich die Augen wieder öffnete, trieb ich noch immer in der grünlichen Substanz. Die Bilder die ich in meinem Traum gesehen hatte erwärmten mich und gaben mir auf eine seltsame Weise Frieden. Mein Bruder hatte mich immer geliebt, sich gesorgt, alles gegeben damit es mir gut ging und er hatte alles dafür getan, zu verhindern, dass ich hier in diese Situation gelangen würde. Wie es ihm wohl ging? Was er wohl gerade tat? Meine gesamten Gedanken drehten sich ausschließlich um ihn. Auch wenn er nicht hier bei mir sein konnte, war er es, der mir Auftrieb gab. Ich würde mich hier durchbeißen, ich würde mich durchbeißen und ihn irgendwann wieder in die Arme schließen können. Zumindest würde ich das Anstreben.

Genauso träge wie die Lösung um mich herum verging die Zeit. Hin und wieder erschienen Leute mit Klemmbrettern vor meinem Inkubator. Manchmal schlief ich vor mich hin, bevor wieder Kräftezehrende Phasen begannen, in denen ich vor Schmerzen beinahe Ohnmächtig wurde.
Mein Körper veränderte sich, meine Muskulatur wuchs, mein Chakralevel stieg und mein Zorn über meine Gefangenschaft überkam mich immer öfter. Genau so, wie an diesem Tag.
Mich nervte einfach alles, die Leute starrten mich an, wie ein Äffchen im Zoo, diskutierten über Dinge, die ich nicht verstehen konnte, zeigten sich gegenseitig Werte auf einem Klemmbrett. Ich hatte die Nase voll davon ein Versuchskaninchen zu sein, ich wollte hier raus, ich wollte Luft atmen, mich bewegen und ich wollte meinen Bruder sehen.
Ich spürte, wie mein Chakrapulsierte, konzentrierte mich auf dieses Gefühl und brachte es gezielt, auf einen Punkt vor mich gerichtet, über meine Hand, zum Ausbruch. Das Glas ging zu Bruch, die Flüssigkeit trat aus und schwemmte mich mit sich, während die beiden Männer, die bis eben noch meinen Körper begafft hatten, erschrocken aufschrien.
Ich zitterte, würgte, erbrach mengen grünliche Flüssigkeit und zog gierig die muffige Luft des unterirdischen Raumes auf. Atmen, ich konnte atmen, auch wenn jeder Zug in meinen Lungen brannte, als hätte ich sie noch nie benutzt.
Aus ihrer Starre gelöst, rannten nun die beiden auf mich zu, stützten meinen zittrigen Körper: „ Hime-Sama sie müssen atmen, ruhig, es wird einige Tage dauern, bis sie ihre Muskeln wieder richtig bewegen können.“
„K-A-k-a-s-h-i..“ stammelte ich, kniff die Augen zusammen, da sich die Umrisse grässlich verzogen, Schwindel überkam mich. Mein Ausbruch war wohl alles andere als sinnvoll.

Es dauerte Tatsächlich etwa drei Tage, bis ich es schaffte von meinem Bett zur Toilette zu kommen, leicht nach vorn gebeugt, wie eine alte Oma, kroch ich mehr, als dass ich lief und ich erinnerte mich an Kakashi. Über ihn hatte ich damals gelacht, innerlich, denn er tat mir gleichzeitig leid, doch amüsierte es mich, wie er sich mit seiner Verletzung fortbewegte.
Ich empfand es nach, musste mir eingestehen, dass es bei ihm, im Vergleich zu mir, noch würdevoller wirkte und ich froh sein konnte, dass er mich so nicht sah.
Nein, ich war nicht froh. Ich wollte nach Hause, in seine Arme, mich für alles entschuldigen, für mein Verhalten, die Dinge die ich gesagt hatte und, dass ich ihm nicht glaubte. Ich Zweifelte an ihm, was mehr als unfair war. Schuldbewusst strich ich mir über die Haare. Diese Erkenntnis hatte ich nun auch nicht zum ersten Mal. Eigentlich bestand mein ganzes bisheriges Leben aus einem Kampf gegen jemanden, der sich um mich kümmerte und mich beschützte.
Ich bemühte mich, mich von diesen Gedanken zu lösen, es wurde Zeit, dass ich die Dinge selber in die Hand nahm, das hatte ich ihm versprochen und es verschaffte mir etwas Oberwasser, schließlich war er frei, wegen mir.
Meine Fantasie ging mit mir durch, ich erlebte einen Tagtraum nach dem anderen, während ich auf meinem Bett lag und mich fragte wie die Zukunft wohl aussehen würde. Ich träumte davon eines Tages auf meinen Bruder zu treffen, ich, eine starke unabhängige Shinobi und er würde mehr als stolz auf mich sein. Wir würden gemeinsam jede Mission bestehen und gefürchtet als das Hatake-Duo. Die weißen Dämonen von Konoha.
Warum das ganze unrealistisch war, zeigte sich bereits einige Minuten später. Danzou betrat meinen Raum, grinste breit: „ Du scheinst dich erholt zu haben Prinzessin, dann können wir mit dem Training begingen..“ Verwundert schaute ich ihn einige Momente schweigend an.
„Wir haben doch bereits mit dem Training begonnen, oder nicht?“ Unsicherheit schwang in meiner Stimme mit. Sein Lachen erklang und augenblicklich wusste ich, das alles was ich bisher hier erlebt hatte, nichts gegen das sein würde, was nun folgte.

Nachdem mein medizinischer Checkup Klarheit darüber brachte, wie gut die Therapie angeschlagen hatte. Meine Chakrawerte waren mittelmäßig, laut Aussage meines Arztes, sehr zur Enttäuschung von Danzou, wie ich das Gefühl hatte. „Sie ist nicht so besonders, wie wir zu nächst angenommen hatten..“ war seine nüchterne Bewertung, während sich ein dunkler Schatten auf das Gesicht meines Meisters legte. Ich erinnerte mich daran, dass man genau das auch von meinem Bruder gesagt hatte, er war nicht mit enorm viel Chakra ausgestattet, erlitt immer wieder akuten Chakramangel und galt dennoch als einer der Besten des Dorfes.
„Meister, es tut mir leid, dass ich nicht ihren Erwartungen entspreche...“ Ich begann mich zu fürchten, angst davor zu entwickeln, dass er sich nun von mir abwenden würde und sich stattdessen meinen Bruder und Hikari wieder zu eigen machen würde.
„Keine Sorge Prinzessin für dich habe ich noch ein ganz besonderes Training...Du wirst mir das bringen, was ich begehre, schließlich hast du dich mir verschrieben.“ Der stechende Blick bohrte sich tief und mir schwante nichts gutes.

Kaiko, mein Foltermeister, wie ich ihn nannte, kannte wirklich keine Gnade mit mir. Nach einer Vielzahl an Liegestützen, verlangte er von meinen Armen noch kräftig genug zu sein, eine Mauer hinaufzuklettern. Da ich noch keine Kontrolle über mein Chakra hatte, musste ich das aus eigener Kraft schaffen. Ich scheiterte. Jeden Tag wiederholten wir die Prozedur, er meinte, das würden wir so lange machen, bis ich es schaffen würde. Es folgte Bauchmuskeltraining, Sprungtraining, Kampftechniken mit Schwert, Nahkampftechniken und erst wenn ich mich nicht mehr rühren konnte, wurde ich in mein Zimmer begleitet, welches ich ohne Aufforderung zum Training nicht mehr verließ. Meine Muskeln zitterten, ich hatte Prellungen am ganzen Körper und traf, wegen meiner Unaufmerksamkeit unglücklich mit dem Schwert meines Foltermeisters zusammengetroffen. Die Wunde brannte, doch ich ignorierte sie, meine Müdigkeit tröstete über jeden Schmerz hinweg.
Ich war inzwischen fast 18 Jahre alt, also schon gute 6 Jahre hier. 6 Jahre in denen sich an mir einfach alles verändert hatte. Meine weißen Haare trug ich beinahe ausschließlich geflochten, sie störten mich sonst beim Kampf, mein Körper war durchtrainiert und deutlich weiblicher geworden. Langsam stellte ich mir ernsthaft die Frage, ob Kakashi mich überhaupt noch erkennen würde. Ich bezweifelte, dass er sich groß verändert hatte, schließlich war er schon ein Mann, als wie uns das letzte Mal gesehen hatten, na ja fast. Schmunzelnd streifte ich mir die Gelenkschoner von meinen Händen, der heutige Tag lief gut, ich war nicht so erschöpft wie sonst und mein Training trug erste Früchte. Ich war die Wand bis empor geklettert. Kakashi wäre bestimmt beeindruckt gewesen, wie stark ich geworden war und genau dieser Gedanke hatte mich wieder dazu verleitet an ihn zu denken, obwohl ich mir das die letzten Monate verboten hatte.
Ich stellte mich unter die Dusche, betrachtete einige Sekunden im Spiegel meinen Körper, meine weiblichen Rundungen und musste feststellen, dass die Gestalt die mir entgegen Blickte mir fremd erschien. Die Züge Ausdruckslos, verhärtet, selbst als ich mir die Mühe gab, mich zu einem Lächeln zu zwingen, erreichte es meine Augen nicht. Ich erkannte eine gewisse Ähnlichkeit mit meinem Bruder, weshalb es schmerzte mich anzusehen. Tränen traten in meine Augen, jeder Erfolg den ich erlebte, machte mich ihm ähnlicher, jeder Tag der Verging, vermisste ich ihn mehr und es schmerzte immer mehr. Zornig ballte ich meine Hände kauerte mich auf den Boden der Dusche und ließ mir das heiße Wasser über die Schultern rieseln. Noch ein bisschen, ich musste meine Persönliche Hürde, die Chakrakontrolle meistern, musste endlich wieder an die Oberfläche und mich zumindest davon überzeugen, dass es Kakashi und Hikari gut ging. Ich wollte ihn sehen, nur kurz, einige Sekunden. Die Sehnsucht fraß mich auf, noch nie hatte ich so ein starkes Sehnen empfunden.

Die nächsten Meilensteine erreichte ich in den darauf folgenden Monaten, ich lernte tatsächlich ein Teil meines Chakras zu kontrollieren, ich schaffte es über Wasser zu laufen, mich an der Wand, mit Hilfe meines Chakras, zu halten und begann die ersten Elemente zu manipulieren. Nur mein Blitzelement gehorchte mir nicht. Sobald ich versuchte Jutsus anzuwenden, für die ich mein Chakra in größeren Konzentrationen sammeln musste, geriet ich wieder in alte Verhaltensmuster.
Pure Zerstörungswut brachte mich dazu Kaiko mehrere Rippen zu brechen, ihm einen ordentlich Stromschlag zu versetzen und im Anschluss eine der Wachen für die nächsten Monate, durch einen gebrochenen Arm, Kampfunfähig zu machen. Eine traurige Bilanz, niemand schaffte es mich aufzuhalten, weshalb sie den Trainigsraum abriegelten und warteten, bis ich vor Chakramangel zusammenbrach. Zumindest hatten die Medikamente bewirkt, dass ich mich nicht mehr selbst zerstörte. Mein letzter zynischer Gedanke, bevor mich die Bewusstlosigkeit mitriss.
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