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Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
02.06.2021 5.830
 
Hey ihr Lieben,
nun hab ich euch etwas warten lassen.
Leider springe ich von einer Dienstperiode in die nächste.
Doch bevor die nächst morgen anfängt, hier was zur Überbrückung
Viel Spaß und liebste Grüße Kitana


13.

Seine Stimme gefiel mir nicht, der Ton, den er anschlug, war eiskalt und als ich mich zu ihm drehte, stach mir sofort ins Auge was fehlte. Sein Stirnband.
Die Beiden ANBU stellten sich schützend vor mich: „ Taichou..keinen Schritt weiter..“
Auch Tenzou neben mir ging in Kampfstellung, schien jedoch weniger entschlossen als die Beiden vor mir.
„Kakashi-Senpai was hast du vor...“
Ein Grinsen erschien auf dem Gesicht meines Bruders, auf die Frage von Tenzou hin, er grinste, bevor er, im Bruchteil einer Sekunde, sein Schwert aus der Rückenhalterung zog und die beiden Männer vor mir außer Gefecht setzte.
„Stell dich mir nicht in den Weg Tenzou...“ er knurrte es unnachgiebig, fügte jedoch etwas leiser hinzu: „ Ich will euch nicht verletzen...“ Eine kleine Staubwolke entstand an der Stelle, an der sich Kakashi vom Boden abgestoßen hatte, er erschien, wie aus dem Nichts, direkt vor Tenzou und schlug ihn mit der stumpfen Seite seines Katana Bewusstlos. Mein Bruder fing den Körper auf, legte ihn sanft am Boden ab und sah sich prüfend um.
„Wir gehen....“ ein Befehl, der an mich gerichtet war, ich hatte zu gehorchen.
„Nein Kakashi, das kann ich nicht zu lassen..“ er lachte Bitter, drehte sich zu mir um.
„Du sagst das, als gäbe es eine Wahl... Du hast deine Wahl getroffen, nun muss du die Konsequenz dafür tragen...“ noch immer zeigte er keinerlei Emotion, weder in seinem Blick, noch in seiner Stimme, zudem wirkte er gehetzt. „Wenn du nicht freiwillig mit mir gehst, werde ich dich zwingen müssen..“
„Das werde ich verhindern...“ Yugao trat aus dem Schatten des Hügels, das gezogene Katana glänzte leicht in den letzten Strahlen der untergehenden Sonne.
„Dann verurteilst du sie zu ihrem Tod ..kannst du das tragen Yugao? Wo du doch kaum den Tod deiner Feinde erträgst?“ sie schluckte sichtbar und ich stutzte, war sie nicht die kalte ANBU, für die ich sie immer gehalten habe?
„Du hörst richtig, keiner meiner Kollegen macht sich gern die Finger schmutzig... den besten Teil überlassen sie immer mir... Das Blut klebt an meinen Händen ..nicht an ihren...Mit ihrer Blütenreinen Weste können wenigstens sie Nachts ruhig schlafen, das Monster ist ja jemand anderes... Erbärmlich, aber so sind sie...“
Yugao ließ sich von Kakashi reizen, ich war mir sicher, er wollte damit erreichen, dass sie ihn angriff und das tat sie auch. Er drehte sich geschickt unter ihr hindurch und traf präzise, mit dem Griff seines Schwertes, ihren Hinterkopf. Auch ihr bewusstloser Körper wurde von ihm aufgefangen und behutsam zu Boden gelassen.
„Es muss aussehen als hätten wir gekämpft.. geh hinter mich und sieh weg..“ Ich wollte was erwidern, trat dann jedoch hinter ihn, konnte es mir nur nicht verkneifen zu sehen, was er vor hatte.
Er hob die Klinge von Yugao an seine Schulter und fügte sich selbst, ohne mit der Wimper zu zucken einen tiefen, stark blutenden Schnitt zu. Er benässte sorgsam jede Waffe und jeden seiner Kollegen mit seinem Lebenssaft und drapierte eine dramatisch wirkende Kampfszene.
„Stell dich vor mich...“ wieder ein kalter Befehl, sein Blick an mir vorbei.
Ich gehorchte, konnte sehen wie er sein Chakra konzentrierte und im Anschluss Fingerzeichen formte. Mit seiner Chakra geladenen Hand wollte er mich berühren, doch ich wich zurück, was ihm ein knurren entlockte: „ Wir werden die nächsten 20 Stunden gemeinsam reisen, ich möchte sichergehen, dass während der Zeit kein Ausbruch stattfindet..Ich kann es mir nicht leisten zusätzlich geschwächt zu werden...“ Meine Augenbrauen wanderten nach oben.
„Was meinst du...?“
Er antwortete nicht, trat aus der Höhle auf den Platz davor und sah nach oben.
„Wieso hast du uns abgehängt?“ Mir lief es eiskalt den Rücken herunter, wenn ich meinen Bruder schon für kalt gehalten habe, sank bei dem Ton des Maskierten, die Temperatur auf wirklich frostige Minusgrade. Ich konnte die Ablehnung gegen meinen Bruder spüren, er musste also wegen ihnen auf der Hut sein. Er hatte sie abgehängt, damit er alleine auf uns traf, die anderen Bewusstlos geschlagen, damit niemand angriff und verletzt würde.
Misstrauisch beäugten die erschienenen drei Männer das Innere der Höhle, nickten dann: „ Gut wir gehen...“
Mein Bruder griff nach mir, raunte mir leise ins Ohr: „ Lass dich tragen, mach kein Theater, sonst wird es verdammt ungemütlich...“ er warf mich über die Schulter und gemeinsam setzten wir uns in Bewegung.
Wir nahmen nicht den schmalen Pfad, sondern den direkten Weg über die Felsvorsprünge, für den Aufstieg. Ich vertraute auf die Fähigkeiten meines Bruders, dennoch wurde mir immer mulmiger, mit jedem weiteren Sprung, wurde der Blick nach unten tiefer. Das Ruckeln seines Körpers beim Springen, brachte meinen Kreislauf durcheinander, zu dem hing ich mit dem Kopf nach unten, auch das war nicht gerade förderlich für eine dauerhaft klare Sicht. Die Welt verschwamm leicht, die Formen liefen ineinander Über, ließen sich nicht mehr klar abgrenzen und das einzige was krass hervor stach, waren die roten Tupfen auf dem grauen Stein, die mein Bruder hinterließ.
Mit dem Bewusstwerden, des Ursprungs der Farbe, stach mir der beißend metallische Geruch in die Nase und schürte meine aufkeimende Übelkeit. Ich wollte sie herunterschlucken, doch wurde sie drängender, als ich bemerkte wie die Flüssigkeit an meinem Körper hinab rann. Kakashi hatte sich die Schulter durchstoßen, um sicher zu stellen, dass die Verletzung auch wirkte, als wäre sie im Kampf entstanden. Der Kratzer, für den ich es anfänglich gehalten hatte, erschien mir nun deutlich ernster. Ich spürte wie meine Kleidung das Blut aufzog, es lief an meinem Arm hinab und tropfte zwischen meinen Fingern hindurch auf den Weg. Kakashi jedoch schien die Tatsache seiner Wunde zu ignorieren. Beim nächsten Sprung, dem Anspannen seiner Muskel, wurde ein erneuter Schwall heraus gepresst und das Gefühl seines Blutes an meiner Hand wurde noch intensiver, dass ich mich nicht mehr halten konnte. Ich trommelte ihm gegen den Rücken und er hielt tatsächlich an. Er setzte mich ab und kaum hatte ich den Boden unter den Füßen erbrach ich mich.
„Was soll denn das?..“ einer der Drei hatte sich mit einem Abschätzenden Laut zu uns umgedreht.
„Schnauze..“ zischte Kakashi ihn an, ich wusste nicht ob der Mann Respekt oder Angst vor Kakashi hatte, jedenfalls hielt er sich zurück und schwieg.
Mir ganz recht, oder eher egal, mir war schlecht, verdammt schlecht. Erneut übergab ich mich.
Kakashi schien das unberührt zu lassen, er drehte sich auch nicht weg, oder machte ein angewidertes Gesicht, es schien einfach an ihm abzuprallen.
Allein der Gedanke daran, wie er sich während seines Deliriums zuhause erbrochen hatte, genügte um mich erneut würgend zu übergeben. Ok, ich war im Vergleich zu ihm ein Weichei und es machte mich wütend, dass er wie ein harter Stein vor mir Stand, so tat als würde ihn nichts von dem berühren. Ich wusste es besser, viel besser, doch war jetzt nicht der Zeitpunkt mit ihm ein Streit anzufangen.
„Soll ich dich anders tragen?“ er klang gleichgültig, gereizt, angestrengt, eine Mischung aus allem, doch auch das war nichts was ich jetzt ansprechen sollte.
„Nein, das ist es nicht...“ ich hielt mich noch immer leicht vorgebeugt, war mir nicht sicher ob es schon vorbei war, deutete daher mit einer Hand auf seine Wunde: „ Das Blut...“
Kakashi stöhnte genervt: „ Scheiße..“ schob dabei sein Umhang zur Seite und entblößte seine durchtränkte Kleidung. Die drei Begleiter jedoch rührten sich nicht, niemand kümmerte sich um die Verletzung, reichte ihm etwas zum verbinden, oder bot ihm an mich zu tragen.
„Hältst du uns auf, lassen wir dich zurück...“ knurrte Einer, dann sprangen sie ab und rannten vor.

Ich hatte mich etwas erholt, soweit gefasst, dass ich wieder gerade aus gucken konnte, ohne mich gleich zum Kotzen über ein Stein zu lehnen.
„Lass mich sehen..“ langsam zog ich an seinem Shirt, wollte mir die Wunde ansehen, doch er ließ es nicht zu.
„Geht schon, wir müssen weiter...“ er ging in die Hocke und bedeutete mir auf seinen Rücken zu klettern: „ Dann siehst du das Blut nicht...“ war seine knappe Antwort auf meine nicht gestellte Frage. Ich folgte, lange Diskussionen würde ich mit ihm besser nicht führen, er hatte dies typische ANBU Haltung und inzwischen hatte ich ja gelernt, dass ich mich dann lieber fügen sollte.
Warum eigentlich, war er ständig verletzt, übermüdet oder stand vor immensen Problemen?
Eine Frage, die mich schon länger beschäftigte. Es gab kaum einen Tag, auch in seinen Aufzeichnungen nicht, an dem er einfach mal er selber sein durfte. Ich wünschte mir, dass diese ganze Geschichte ein Ende haben würde und wir beide zusammen irgendwo Urlaub machen konnten. Ich hatte noch nie das Meer gesehen, eigentlich war ich noch nie wirklich aus Konoha heraus gekommen. Und während ich an die rauschenden Wellen dachte, das blau des Meeres und die salzige Luft, bemerkte ich nicht, dass wir zu den Anderen wieder aufgeschlossen hatten.
Das Urlaubsfeeling schwand, die hässliche Realität packte nach mir, denn der Kommandant ordnete eine Rast an.
Zwischen einigen Bäumen ließen sich die ANBU nieder, keiner mit sonderlich großem Interesse an meinem Bruder, der sich etwas Abseits gegen einen Stamm lehnte. Schweiß stand ihm auf der Stirn, er hatte Blut verloren, wahrscheinlich viel, weshalb ich mich in seiner Nähe auf den Boden setzte.
„Hast du viel Blut verloren?“ er schnaubte, legte den Mantel ab und versorgte die Wunde notdürftig, bevor er sich mit geschlossenen Augen versuchte einige Momente zu entspannen.
„Kakashi, kann ich...“ er fuhr dazwischen: „ Du kannst einfach still sein...“
Die Pause dauerte wohl etwa eine halbe Stunde, genug für den Rest der Gruppe, doch mein Bruder hätte sicher etwas länger rasten müssen, niemand achtete auf seine Bedürfnisse.
Der Weg zog sich, die Pausen wurden kurz gehalten und kurz vor Anbruch der Dämmerung sah ich in der Ferne die Dorfmauern. Unsere Heimat. Ein freudiges Ziehen macht sich in mir breit, dann registrierte ich, dass wir nicht darauf zu steuerten, sondern auf der anderen Seite in den Wald abbogen.
„Wir werden einen unterirdischen Zugang wählen, ungesehen rein und raus...“ Kakashi flüsterte, seine Anspannung wuchs, denn ich spürte, wie sich seine Muskulatur versteifte.
„Von hier an läuft sie...“ ein knapper Befehl an meinen Bruder, welcher mich augenblicklich runter ließ, noch bevor wir den Gang erreichten.
Im Schutz der Dunkelheit des Inneren, konnte ich erkennen, wie Kakashi sich einige Sekunden an der Wand abstützte, kurz den Kopf schüttelte, bevor er weiter ging. Ich traute mich nicht zu fragen, seine abwehrende Haltung war greifbar, er würde sich keine Schwäche eingestehen, weder vor mir, noch vor einem der Anderen. Nach einigen weiteren schweigsamen Sekunden, drängte sich mir das Gefühl auf, dass die Wände des Stollen weiter zusammenrückten, beklemmend schnürte sich meine Brust zusammen, das Atmen viel mir schwer. Eine erneute Panikattacke drohte mich zu übermannen, den genauen Grund dafür, konnte ich nicht sagen, ich fühlte mich der Situation einfach ausgeliefert.
„Dafür haben wir keine Zeit, konzentriere dich auf deine Füße, atme tief durch und bleib in Bewegung...“ von der Coolness, die er vorhin noch an den Tag gelegt hatte, war nicht mehr viel übrig, man hörte ihm die Anstrengung an und ich war mir sicher, wenn er könnte, würde er sich hinlegen und nicht mehr aufstehen. Seine Hand legte sich in meinen Rücken und schob mich bestimmt weiter, nahm mir die Möglichkeit mich zurückfallen zu lassen, um zu verschnaufen.
Unser Weg führte uns tiefer hinunter, zumindest fühlte es sich so an. Die Luft wurde feuchter, nahm eine leicht modrige Note an und kratzte etwas in meinem Hals.
Schlussendlich hielten wir vor einer festen, schweren Holztür. Der Mann zuvorderst hob de Hand und klopft, wartete bis wir eingelassen wurden.
„Da seid ihr ja endlich...“ Die Stimme aus dem Inneren, verursachte mir eine Gänsehaut auf den Armen, sie kam mir erschreckend bekannt vor, obwohl ich den dazugehörigen Mann noch nie zu vor gesehen hatte. Jedenfalls erinnerte ich mich nicht mehr daran.
Ich stockte, als die ANBU auf ein Knie gingen und sich die Faust an die Brust legten, während mein Bruder sich auf beide Knie hinunter mühte, seine Arme vor streckte und sich tief verbeugte.
Unsicher, wie ich mich zu verhalten hatte, hoffte ich, dass ich darauf hingewiesen werden würde, sollte ich etwas falsch machen, doch nichts der Gleichen geschah.
Einige Sekunden musterte mich der Mann in dem Sessel vor mir eingehend, weshalb ich Zeit hatte mich zu fragen, warum er sein halbes Gesicht bandagiert trug. Auch sein Arm war verbunden und mir kam der Gedanke an ein Feuer.
„Ihr könnt gehen, den Hund nehmt wieder an die Leine... Bringt ihn in seine Zelle...Bestraft ihn für das Fehlverhalten seiner Schwester“ Die Augen des Mannes verengten sich, während er sprach, verdeutlichte mir noch einmal, welchen Groll diese Männer gegen Kakashi hegten. Mein Bruder würde so oder so kein leichtes Leben hier haben, mein Verhalten allerdings nahm ebenfalls Einfluss darauf, soviel wurde mir klar. Ich würde mich also bemühen müssen, mir einzuprägen was von mir erwartet wurde, damit er nicht unnötig Qualen erleiden musste.
Gewaltsam wurde meinem Bruder ein rötlich Leuchtendes Halsband umgelegt, dann formte einer der ANBU Fingerzeichen und ein Chakrafaden entwuchs seiner Hand. Kakashi stöhnte schmerzerfüllt auf, als der Faden das Halsband erreichte und einen Impuls abzugeben schien. Einige Sekunden dauerte es, bis er sich benommen erhob, um den Männern zu folgen.
„Wo bringen sie ihn hin? Was habe ich falsch gemacht?“ ich fiepste eher, eingeschüchtert von der groben Behandlung. Es entsprach meiner Erwartung, dennoch schmerzte es mich, es mit anzusehen.
„Keine Angst kleine Hira, er hätte dir erklären können, wie man sich hier zu verhalten hat. Du kannst das nicht wissen, aus dem Grund, lasse ich dir das noch einmal durch gehen...Deine Reise war lang und du bist sicher müde..Ich werde dir morgen alles weitere erklären, kleine Prinzessin..“ Ich erinnerte mich daran, was Tenzou mir über diese Männer erzählt hatte, wusste um die manipulativen, polarisierenden Machenschaften und obwohl ich mich bemühte mich nicht zu sehr auf Worte zu verlassen, sondern hinter das Gesagt und den Tieferen Sinn zu schauen, verunsicherte mich seine Freundlichkeit mir gegenüber. Ich brauchte Sicherheit, etwas dass mir eine Konstante bot, an der ich mich Orientieren konnte, ich brauchte Kakashi an meiner Seite.
„Ich möchte bei meinem Bruder bleiben...Ist das möglich?“ meine Frage führte ich etwas Kleinlaut an, erntete ein eher unwilliges Grinsen.
„Heute darfst du dir noch etwas wünschen...ab morgen wirst du dich an unsere Regeln gewöhnen müssen..“ Ich nickte gehorsam. Es war mir heute tatsächlich egal was morgen war, Hauptsache ich durfte bei Kakashi bleiben und er bei mir.
Der Mann vor mir schnippte mit den Fingern, sofort trat ein Schatten hinter ihm hervor und er flüsterte ihm etwas ins Ohr. Der Schatten nickte und verschwand.
„Du wirst in kürze zu deinem Bruder gebracht, man wird euch dann auch mit Wasser und Essen versorgen.. Ab morgen wirst du dich mit meiner Gesellschaft begnügen müssen...“
Wieder nickte ich, würde nicht wagen etwas anderes zu wollen, meine Instinkte schrien mir entgegen „Gefahr“.
Tatsächlich wurde ich zu meinem Bruder gebracht, obwohl ich nicht glaubte, dass das die Zelle war, in die man ihn hatte bringen sollen. Ich sollte also eher sagen, dass Kakashi zu mir gebracht worden war und dies hier meine Unterkunft für die nächste unbestimmte Zeit darstellte.
Die Tür wurde hinter mir verschlossen, als ich den Raum betreten hatte. Zwei Fackeln an den Wänden erhellten das kleine Zimmer schwach und ich fröstelte.
Mein Bruder kauerte in einer Ecke, die Knie an den Körper gezogen, das Gesicht darin verborgen. Erst als ich neben ihn trat, sah er auf: „ Ich hab es wohl dir zu verdanken, dass ich heute hier bleiben darf...“ obwohl seine Stimme an kraft verloren hatte, konnte ich den verächtlichen, kalten Unterton heraus hören, er wies mich also weiterhin zurück.
„Dann hätten sie mich auch gleich umbringen können...“ murmelte er noch, bevor er sich zurück lehnte. Ich zog die Luft scharf ein, eine Platzwunde zierte seine Schläfe, sie mussten ihn geschlagen haben, zu dem war seine Kleidung nass, klitschnass und ich konnte mir vorstellen, dass er noch mehr fror, als ich es tat.
„Sei still und komm her...zieh das aus...“ ich versuchte ihn dazu zu bringen aufzustehen, sich die nassen Klamotten auszuziehen, doch er verweigerte. Erst nachdem man uns das Essen und etwas Wasser gebracht hatte, erhob er sich schwankend. Mühsam keuchend befreite er seinen Oberkörper von dem Stoff, während ich ihn fragend musterte.
„Sie haben die Kleidung gewaschen...“ verwirrt sah ich ihn an.
„Während du sie noch getragen hast?“ mir war aufgefallen, dass auch seine Haare nass waren.
Ich nahm ihm das Shirt ab, es war eiskalt und zornig hielt ich die Luft an.
Hier unten war es ohnehin nicht sonderlich gemütlich und ich konnte mir nicht vorstellen, dass die Zelle, in die man Kakashi eigentlich gesteckt hatte, herrlich geheizt war und man ihm ein Bett und eine Mahlzeit hatte bringen wollen.    
„Leg dich unter die Decke sonst...“ ich deutete auf das Bett, wurde allerdings harsch von ihm unterbrochen.
„Hira, wir sind hier nicht im Urlaub und es ist nicht erlaubt, dass die Hunde auf den Betten liegen.“
Blinzelnd versuchte ich das, was er sagte, irgendwie zu verstehen. Die Worte kamen an, doch der Hintergrund  wollte mir einfach nicht sinnhaft erscheinen.
Seine Hand ging zu dem Halsband, dass man ihm umgelegt hatte, es musste unangenehm am Hals drücken, so eng wie es wirkte, nicht mal sein Finger passte zwischen Halsband und Haut.
„Was meinst du mit, ein Hund gehört nicht auf ein Bett? Wo willst du denn schlafen?“ schnippisch stemmte ich die Fäuste in die Hüften.
„Tz..“ war das einzige, was mein Bruder erwiderte, ließ sich auf das Bett sinken.
Ich schrie auf, schlug mir die Hand vor den Mund, als ein Stromstoß ausgehend von dem Halsband durch seinen Körper fuhr. Er rollte sich schwer atmend von dem Bett und kauerte auf dem Boden, bis die Zuckungen seiner Muskulatur nachließen.
„Hör auf mich...befolge, was ich dir sage...wenigstens einmal in deinem Leben Hira, wenn das alles hier überstehen willst...“ er presste es zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor und funkelte mich an. Ich nickte mit Tränen in den Augen, nichts würde mich dazu bringen, erneut etwas zu hinterfragen.
Kakashi verkroch sich leicht zitternd in die Ecke, in der er vorhin schon gekauert gesessen hatte, lehnte seinen Kopf gegen die Wand und schloss die Augen. Das Gespräch war beende, für ihn, für mich und für die nächsten Stunden.
Ich vermochte nicht zu sagen, ob er schlief, oder mir nur signalisierte, dass er nicht weiter mit mir sprechen würde, weshalb ich auch nicht versuchte ihn erneut anzusprechen.
Seine Arme hatte er um sich geschlungen und seufzend stellte ich fest, dass ich dem wieder einmal ausgeliefert hatte.

Zitternd erwachte ich, wusste nicht wo ich war, Dunkelheit umgab mich und wie schon häufiger in den letzten Monaten kämpfte ich mit der Panik. Versucht ruhig atmete ich die modrige, feuchte Luft ein und aus. Meine Erinnerungen kehrten langsam zurück und ich sah mich blinzelnd um.
Kakashi lehnte noch immer an der Wand, weshalb ich mich kurz fragte, ob ich überhaupt länger geschlafen hatte, oder nur kurz eingenickt war. Erst im zweiten Moment viel mir die Frau auf, die vor ihm kniete und leise auf ihn einsprach, während sie mit einem Tuch seine Wunde an der Schulter versorgte.
„Wer ist das Kakashi..? Wieso ist sie hier? Wieso bist du hier?“
Sie klang gehetzt, besorgt und aus einem undefinierten Grund, wirkte sie äußerst vertraut mit ihm.
„Das ist meine Schwester..“ seine Stimme klang so unendlich sanft, noch nie hatte ich ihn so sanft erlebt: „ Ich weiß ich habe es dir versprochen, ich hab dir damals versprochen nicht wieder zu kommen..“ er senkte seinen Kopf.
Ihre Hände glitten an seine Wangen, strichen mit den Daumen unter seinen Augen entlang und blickten ihm tief in die Seelenspiegel.
„Ja, du hast es versprochen...Und dennoch habe ich mir nichts mehr gewünscht als dich zusehen...“
Er lachte heiser, auf ihre Worte hin.
„Ich hätte einen Weg gefunden, ich hätte einen gefunden dich hier raus zu holen...“
Sie schnaubte fuhr sich über die Haare, tupfte dann sachte weiter an der Blutung herum.
„Es gibt keinen anderen Weg, als Vater zu töten, um mich hier heraus zu holen Kakashi, das weißt du...“
Mein Bruder seufzte frustriert: „Hikari, das hätte ich in kauf genommen..“
In dem Schummrigen Licht konnte ich sehen, wie sie innehielt, sich kleine Perlen aus ihren Augen lösten: „ Ich weiß Kakashi...Ich hätte aber nicht in kauf nehmen können, dass er dich vielleicht tötet...“
sie hauchte es ihm entgegen, seine Hände wanderten an ihren Kopf und er lehnte seine Stirn gegen ihre. Ich hielt die Luft an, fühlte mich schlecht dabei, diesen intimen Moment zu beobachten und fragte mich gleichzeitig, was zwischen den beiden war. Ein kurzer Anflug von Eifersucht überkam mich, die Intimität, die sie mit meinem Bruder austauschte, wurde mir nur selten zu Teil und gerade jetzt bräuchte ich sie. Im nächsten Moment löste er sich von ihr, schnaufte leise und lehnte sich zurück.
„Du bist erschöpft, du solltest etwas schlafen...“ zärtlich strich sie ihm über den Kopf, er ließ es zu und sie gewähren, schien es zu genießen, dass sie ihn berührte.
„Ihm ist bestimmt kalt, ich habe hier noch eine Decke...“ meine Stimme trieb beide erschrocken auseinander und ich musste mir das Kichern verkneifen, reichte einfach die Wolldecke von meinem Bett.
Hikari nickte nur knapp und nahm mir die Decke ab, anscheinend wusste sie nicht, wie sie sich mir gegenüber verhalten sollte und schaute unsicher zu meinem Bruder. Oder, das war mein zweiter Gedanke, wusste sie nicht, wie Kakashi dazu stehen würde, wenn ich erfuhr, was zwischen ihnen war, wenn es da etwas gab. Sie wickelte ihm die Decke um die Schultern, blieb dann unschlüssig vor ihm hocken.
Ich beschloss mich einfach zurück zu lehnen, blendete alles aus und schloss meine Augen, sollten die Beiden ihre Zeit genießen.  
   
Kräftig pochte es an der Tür, der Schlüssel wurde herum gedreht und zwei Männer mit roten Masken traten in den Raum. Sie gingen vor meinem Bett auf die Knie: „ Bitte Weiße Prinzessin, würdet ihr euch fertig machen..Danzou-Sama erwartet euch.“ Sie legten mir ein Stapel mit Kleidung auf mein Bett. Völlig verwirrt starrte ich die beiden knienden Männer vor mir an, zog die Augenbraue nach oben und fragte mich, was hier gespielt wurde. Ich beschloss vorerst darauf einzugehen, erhob mich und begab mich in das angrenzende Bad.
Dumpf durch die Tür hörte ich, wie mein Bruder angesprochen wurde: „Auf die Füße Hund, wir bereiten dich für die Bestrafung vor...“
Erschrocken riss ich die Tür auf, musste mit ansehen, wie die Chakraleine wieder an das Halsband meines Bruders angeschlossen wurde und er gequält keuchend in die Knie ging.
„Hört auf..Ihr tut ihm weh...“ ich stellte mich vor Kakashi und breitete die Arme aus.
„Ihr solltet euch zurück halten Hime-Sama, Danzou-Samas Geduld ist begrenzt..“ der Mann trat meinem Bruder kräftig in die Seite, riss an seiner Leine und zwang ihn wieder auf die Beine.
„Kakashi..?!“ hauchte ich, sie nahmen ihn mir weg und er wehrte sich nicht einmal. Kein Muskel ging auf Abwehr, er zuckte nicht, ließ es über sich ergehen.
War das Resignation? Gab er auf? Oder wollte er mich damit schützen?
Kurz fing er meinen Blick ein, schüttelte kaum merklich den Kopf, die Bestätigung, die ich gebraucht hatte. Er schützte mich, er tat alles, um zu verhindern, dass Danzou seinen Frust an mir ausließ. Kakashi fungierte als Puffer, er gab sich, damit mir nichts geschah und ich bekam was ich mir wünschte. Das schlechte Gewissen fraß sich tief in meine Eingeweide, nur was sollte ich machen. Wir waren hier, er hatte sich selbst verraten, für mich und während ich so darüber nachdachte, schafften sie ihn aus der Tür.
„Wir kommen sie gleich abholen Hime-Sama, also bitte, kleiden sie sich ein.“ ich nickte abwesend, das einzige, was ich für Kakashi tun konnte, war mich an die Regeln zu halten. Die Bestrafung, die er in kürzer erleiden musste, gab es bereits wegen meines Fehlverhaltens und ich schwor mir, mich zusammen zu reißen.
Es dauerte nicht lange, dann kamen die Männer zurück, führten mich durch die dunklen Gänge und verneigten sich, als sie mir die Tür zu einem kleinen Saal öffneten.
„Danzou-Sama erwartet sie bereits...“

In der Mitte des kleinen Raumes war ein langer Tisch an dessen Stirnseite mir gegenüber der Mann mit den vielen Verbänden saß und auf sah. Er umrundete den Tisch und kam auf mich zu. Gehorsam folgte ich der gestern gelernten höflichen Begrüßung, sank auf mein Knie und senkte den Kopf.
„Diese Kleider stehen dir hervorragend Hira-Hime...“ er reichte mir säuselnd die Hand und gab mir den Impuls mich wieder aufzurichten.
„Ich habe mir erlaubt uns ein kleines Frühstück vorbereiten zu lassen, bevor wir einige Dinge zu besprechen haben und du der Bestrafung deines Bruders beiwohnen wirst. Versteh mich nicht falsch, versagen oder Fehlverhalten wird hier bei uns hart geahndet, doch ich bin mir sicher, der Lernerfolg wird sich auf alle beteiligten auswirken...“ Ich wusste worauf er hinaus wollte, bereits heute hatte ich den ersten Erfolg gezeigt. Alleine die Androhung, dass man meinem Bruder schaden würde und ich konnte mir vorstellen, dass es umgekehrt genauso laufen würde, reichte aus, um mich gefügig zu machen.
Er führte mich zu einem Platz, schob mir den Stuhl zu recht und nahm dann auf seinem Stuhl wieder platz. „Nun Hira-Hime...Du wirst dich wundern, warum wir dich, trotz deiner Abstammung, mit Prinzessin ansprechen...Das hat zwei Gründe. Zum einen sollst du dich daran gewöhnen, dass du etwas ganz besonderes bist, etwas, was dein Bruder immer versucht hat zu verstecken. Er wird dir erzählt haben, wie gefährlich es für dich und andere sei, dein Chakra zu befreien, doch den eigentlichen Grund hat er dir verschwiegen.“ ein nicht zu deutendes Grinsen erschien auf seinem Gesicht, theatralisch seufzte er: „ Das muss hart für dich sein, von dem einzigen Menschen, den du als Familie bezeichnen kannst verraten und für dumm verkauft zu werden.“
Ich schwieg, noch konnte ich mir nicht denken, dass diese Behauptung Hand und Fuß hatte.
Nie würde mein Bruder mich so belügen. Doch eine leise Stimme, bohrte sich aus dem Hintergrund weiter in meinen Verstand,  fraß sich mit fiesen Stichen in den Vordergrund und fragte mich: „Warum sollte er nicht..?“ sein ganzen Leben hatte sich durch mich geändert und es wurde statt einfacher immer komplizierter, warum also sollte er sich nicht auch etwas vor Komplikationen schützen?
„Dein Bruder strebte schon immer vor allem nach eins, Anerkennung und wenn er zugelassen hätte, dass du dich entwickelst und entfaltest, dann hätte er die Aufmerksamkeit verloren. Als erstes muss ich dir zeigen, wie schwach dein Bruder ist, wie leicht zu brechen und dann im Späteren Verlauf wirst du sehen, dass du ihn bei weitem überlegen bist. Die Therapie, die wir bei dir Anstreben wird dazu führen, dass du auf kurz oder lang dein Chakra verstehen und beherrschen lernst, dein Selbstbewusstsein dahingehend aufbaust, dass du selber erkennen kannst, welche Fähigkeiten du besitzt und dich von deinem Bruder lossagst, der dich hemmt und klein hält.“
Innerlich schnappte ich nach Luft, versucht mir meine Zerrissenheit, meine Angst und mein Zweifel, an einfach allem hier, nicht anmerken zu lassen. Ich hatte eine Scheiß Angst. Den Mann vor mir umgab eine Aura des Bösen. Ich konnte die Skrupellosigkeit in dessen Augen erkennen und erinnerte mich an die Worte die Tenzou zu mir sagte. In dieser einen Sekunde wünschte ich mir, ich hätte weiter nach gefragt, mir mehr erzählen lassen, den Hauch einer Ahnung worauf ich mich da einließ. Doch Ich hatte, weder die Ahnung womit ich es zu tun bekam, noch, wie ich mit dem Mensch umgehen sollte, der noch immer mit einem merkwürdigen Grinsen im Gesicht mir gegenüber saß.
„Dein Weg ist noch weit bis zur Perfektion, doch ich werde dich lehren, was wahre Stärke bedeutet. Dein Bruder hat es nie erreicht, doch da wo er versagt, wirst du dich über ihn erheben und zu der Prinzessin werden die wir in dir sehen.“ Sein Gesichtsausdruck veränderte sich: „ Alles was ich dir bieten kann Hira, ist die Wahrheit deiner Existenz, ich will dir zeigen wo zu du geboren bist....Das vor dir sind zwei Kapseln, die blaue enthält die Substanz, die dir dabei Helfen wird, dein Chakra zu kontrollieren, dich vergessen machen, was dich an dem Vorgespielten Leben hält und dir offenbaren welche Fähigkeiten du besitzt...Die rote Kapsel ist ein Schlafmittel, es wird dich innerhalb weniger Minuten vergessen machen, was in den letzten Stunden passiert ist. Nun triff deine Entscheidung..“
Was war das hier? Ein schlechter Film? Warum hatte ich diese Kleider an? Und warum sollte ich entscheiden welche Pille ich schlucken wollte? Ich fühlte mich wie Alice im Wunderland und der Kerl da vor mir musste der verrückte Hutmacher sein, nein eher noch die Kartenkönigin. Vor meinem inneren Auge konnte ich ihn brüllen hören: „ Schlagt ihr den Kopf ab..“ weil ich mich für die falsche Kapsel entschied und mich doch lieber in meine altes gemütliches Leben zurück sehnte. Ich begann es zu schätzen, begann zu schätzen was mein Bruder alles für mich getan hat, begann zu verstehen, warum er mich vor diesem Leben bewahren wollte und fühlte die Reue in mir.
Meine Überlegungen schienen ihm zu lange zu dauern, denn er seufzte wiederholt theatralisch: „Ich habe mir bereits gedacht, dass es dir nicht ganz einfach fallen wird.. Aus dem Grund haben wir eine kleine Entscheidungshilfe vorbereitet..“ er drückte auf einen Knopf und neben uns fuhr die Wand auf. Dahinter war eine Scheibe, die in den Raum dahinter blicken ließ.
Kakashi hing an den Armen angekettet von der Decke, bereits jetzt tropfte ihm Blut aus dem Mund durch die Maske, doch sein Augen funkelten und deuteten auf ungebrochenen Willen hin.
„Ja, dein Bruder ist ein wahrer Überlebenskünstler, das muss man ihm lassen. Er ist wie eine Schabe, ein ekelhaftes Insekt, was man zerquetschen möchte, sich aber davon windet. Mit einem guten Köder kann man es fassen, doch lässt es sich nur sehr schwer zermalmen.“
Ich hatte verstanden, der Köder war ich und umgekehrt, wir waren halt Geschwister und man konnte unsere Situationen nutzen, um den jeweils anderen gefügig zu machen, ich musste mir also eine Strategie einfallen lassen, wie ich verhinderte, dass sie Kakashi quälen würden.
Betont lässig zuckte ich mit den Schultern, öffnete meinen Mund und ließ die Kälte, die mich in den letzten Wochen, durch mein Böses-Ich immer wieder begleitete hatte, aus mir sprechen: „Sie wollen ihm weh tun Meister? Dann tun sie ihm weh, alles was ich mir wünsche, ist mein Chakra kontrollieren zu können und meinen Weg selbst zu bestimmen...“ Einige Sekunden verengten sich seine Augen, bevor er das Grinsen, welches so unsagbar gefährlich wirkte, wieder aufsetzte und erneut einen Knopf vor sich drückte: „ Fangt an...“

Was folgte, brachte mich an die Grenze meiner Belastbarkeit. Während sie meinem Bruder in einem langsamen, quälenden Tempo die Wunde an seiner Schulter erneut durchstießen, zwang ich mich, mir das Schauspiel anzusehen. Mein Gesicht durfte dabei nicht verraten, wie es mir ging und ich musste den Schrei unterdrücken, als die Klinge an seinem Rücken wieder austrat.
Das Blut rann an seinem Körper hinab, tropfte auf den Boden und spritzte in langen Fäden von dem Schwert, als sie es mit einem Ruck aus ihm heraus zogen.
Eine Welle der Übelkeit überkam mich, doch ich musste um alles in der Welt standhaft bleiben. Ich sah Kakashi in die Augen, wusste zwar nicht ob er mich sah, wollte ihm dennoch signalisieren, dass ich hier war. Innerlich hoffte ich, dass sie den Spaß daran verlieren würden, wenn es mir gleichgültig war, was mit ihm geschah und mich an die Regeln hielt.
Bedeuten würde es auch, dass ich mich nicht frei entscheiden konnte, ob ich die blaue oder die rote Kapsel schluckte, es musste die Blaue sein. Ich griff nach dem Wasser vor mir, nahm in einer arrogant wirkenden Geste die Kapsel und schob sie mir zwischen die Lippen.
Ich versuchte alles an Überheblichkeit hervor zu kramen, als ich sie geschluckt hatte: „ Soll mich das Szenario da drinnen beeindrucken? Ist das Teil meiner Ausbildung? Das habe ich mir etwas anders vorgestellt...“ ich strich mir eine weiße Strähne hinter das rechte Ohr und spielte mit der Spitze meiner Haarsträhne, doch meine Art schien mein Gegenüber nicht kalt zu lassen.
„So? Hime-Sama, verzeiht wenn ich euch langweile, wie habt ihr euch denn eure Ausbildung vorgestellt?“ Ich zuckte in typischer Teenager Abwehrmanie mit den Schultern: „ Weiß nicht.. Was würden sie denn mit dem Hund machen, wenn er an meiner Stelle wäre?“
Einige wenige Sekunden herrschte Stille: „ Kommt, ich werde es euch zeigen...“
Er bot mir seine Hand und half mir beim Aufstehen, wir verließen den Raum und ich wurde über einen schwach beleuchteten Tunnel tiefer hinunter geführt.
Unsere Schritte hallten, kleine Steinchen knirschten unter unseren Füßen und ich begann zu frösteln, es wurde kälter, deutlich kälter.
„Bitte, hier entlang..“ er deutete nach rechts und öffnete eine Tür.
„Das hier ist der Schlafplatz unserer Hunde, beziehungsweise, des grauen Hundes da oben...“
Trotz der mir abverlangten Körperbeherrschung, schluckte ich hart. Das dunkle Loch war feucht, kalt und stank erbärmlich. Ich mochte mir nicht ausmalen, was da alles im Inneren, in der Dunkelheit, verborgen war und versuchte es mir nicht vorzustellen, wie mein Bruder hier dahin vegetierte. Wieder einmal versuchte meine Panik mich zu übermannen, mein Herz raste, meine Gedanken überschlugen sich und meine Atmung geriet ins stocken, ich begann zu hecheln und schaffte es nicht mich zu beruhigen.
„Wie ich sehe Hime-Sama, scheint euch der Anblick der Hundezelle ein wenig aus dem Gleichgewicht zu bringen..Oder sollte die Wirkung bereits einsetzen?“
Nur weit entfernt hörte ich die erwartungsvolle Stimme von Danzou, mir wurde wirklich komisch, mein Körper fühlte sich taub an, als würden die Gliedmaßen, die ich bewegte, nicht zu mir gehören. Kälte sammelte sich in mir und Übelkeit überkam mich. Ich schaffte es nicht sie hinunter zu schlucken und erbrach mich in die Zelle neben mir. Der Gleißende Schmerz ausstrahlend von meinem Nacken, zog sich durch meinen gesamten Körper, zwang mich in die Knie und ließ mich aufschreien.
„Es ist noch zu früh aber in den nächsten Tagen wird sich dein Chakra befreien...genieße den Kampf deines Körpers, er macht dir deine Entwicklung deutlich...“
Die Schmerzen ließen nicht nach, sie brannten in mir, raubten mir den Verstand und während ich in die Bewusstlosigkeit glitt, hörte ich am Rande meiner Wahrnehmung, wie befohlen wurde, Kakashi vorerst in seine Zelle zu sperren. Dann ließ ich mich gehen.

Auf Grund der Tatsache, dass es hier quasi dauerhaft dunkel war, hatte ich keinerlei Anhaltspunkte, wie lange ich weggetreten war. Lediglich das Zimmer, in dem ich mich befand, kam mir bekannt vor, hier hatte man mich gestern untergebracht, oder vorgestern? Naja, je nachdem wie viel Zeit vergangen war.
Ich richtete mich auf, stöhnte über den leicht vorhandenen Schmerz in meinem Nacken und meinen Muskeln frustriert. Langsam kamen meine Erinnerungen zurück und ich hätte mich bei dem Gedanken beinahe wieder übergeben, dass ich Kakashis Aufenthalt mit meinem Erbrochenen in seiner Zelle nicht angenehmer machte.
Was sollte ich nur tun...?


Hikari = Das Licht
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