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Hira

von Kitana02
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Kakashi Hatake OC (Own Character) Yamato (Tenzo)
20.04.2021
14.01.2022
32
206.754
14
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.05.2021 5.169
 
Hey ihr Lieben,
hier geht es weiter.
Herzlichen Dank an meine fleißige Kommentatorin du bist großartig :* und vielen Dank für die Favoriteneinträge und Sternchen Danke Danke Danke :)
Viel Spaß eure Kitana

11.

Mit einem wütenden Laut auf den Lippen griff ich mir in die Haare und raufte sie mir ordentlich. Der Kerl brachte mich zum kochen. Jetzt war sein Bein gerade etwas besser und schon war er der Meinung wieder über die Dächer hopsen zu können wie ein junges Reh. Ich  sah ihn abstürzen, vor meinem geistigen Auge und in mir entstand der Drang ihm zu folgen.
Schleunigst zog ich mir die Schuhe über, warf mir die Jacke im gehen über und taste beinahe blind nach dem Schlüssel. Im Hausflur kam mir unser Nachbar entgegen, der mich entgeistert ansah: „ Hira-Chan, ist alles in Ordnung, wir haben dich rufen hören..“ Ich grinste verlegen: „ Ja, tut mir leid, ich wollte nicht stören...Ich muss meinem Bruder nach bevor er Dummheiten macht...“
Der Bäcker ließ mich vor bei und wünschte mir Glück, ich glaube das konnte ich gebrauchen, denn schon auf der Straße plagte mich der Gedanke, dass ich Kakashi wieder ein Grund geben würde sauer auf mich zu sein, wenn ich ihm einfach folgte.
Ich hastete durch die Straßen, erklomm zwei Stufen auf einmal nehmend den Hokage Turm und wusste inzwischen wohin ich musste. Ich atmete schwer, als ich vor der Tür ankam, wollte mich erst mal beruhigen, hörte dann die Stimme meines Bruders und lauschte.

„Hokage-Sama, langsam zieht sich der Kreis immer enger, sie haben Mana-San vor drei Tagen Nachts überrascht, ich konnte es nicht verhindern... Ich habe die ANBU-Einheiten verstärkt und eine Fluchtroute bestimmt, die Teams sind dem entsprechend eingewiesen. Heute Morgen ist der Schulpsychologe an uns heran getreten, ich befürchte die Leiche des Mannes wird in den nächsten Tagen aufgefunden werden. Ich habe einen der NE erkannt, ein Formenwandler, Tenzou ist darüber informiert, der Rest des Teams nicht. Ich habe diese Information bisher zurück gehalten, ich wollte zunächst das weitere Vorgehen mit ihnen besprechen..... Es ist leider Fakt, dass sie nun wissen, dass Hira noch lebt und sie versuchen uns mit allen Mitteln zu trennen...“

Der Ältere Mann hatte bis dahin den Ausführungen gelauscht und ich stutzte über die Erläuterungen zu Manas Tod. Sie war doch an einem Herzinfarkt gestorben, zumindest hatte Kakashi mir das gesagt.

„Kakashi, wir werden ein Weg finden müssen Hira zu verstecken, ihre Kraft ist zu groß und wir wissen noch immer nicht, was Orochimaru mit dem Chakra, welches er ihr entnommen hat, plant.
Ist das Siegel derzeit stabil?“

Ich konnte nicht hören was da drinnen vor sich ging, war verwundert und verunsichert, als mein Bruder etwas leiser anführte:
„Nein, leider nicht... Nach der Manipulation von Orochimaru ist es nicht zu halten, sie weißt bereits jetzt schon die ersten Symptome eines Ausbruchs auf...Sie ist launisch, Wesens verändert und Kalt. Die leicht aggressiven Tendenzen lassen sich noch zügeln, doch ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Tagen damit rechnen müssen, dass sie sich und andere erneut verletzt...“

Mir wurde übel, er konnte das alles vorher sagen? Wie viel wusste mein Bruder über meinen Körper von dem ich nichts wusste? Was war in der Vergangenheit geschehen?

„Welche Informationen hast du ihr gegeben? Weiß sie über alles Bescheid?“

Die Frage des Hokage war interessant, Ja, wie viel wusste ich von dem was Kakashi wusste?

„Ich habe ihr bisher nur wenig erzählt, ihre psychische Balance ist derzeit stark beeinträchtigt, wenn ich ihr zu viel auf einmal erzähle, befürchte ich damit einen Ausbruch zu begünstigen. Leider habe ich wohl Dinge preisgegeben, die ich nicht hätte verraten wollen.. Ich habe versagt...“

Ich hörte das gütige Lachen das älteren Mannes und sofort breitete sich ein warmes Gefühl in mir aus. Er zog an seiner Pfeife und blies den Rauch geräuschvoll wieder aus. Ich konnte es riechen.

„Mach dir keine Gedanken, ich bin über die Umstände bereits informiert... Yugao hat mir mitgeteilt, was bei dir zu Hause geschehen ist... Hast du Hira über Mana-San aufgeklärt?“

„Hai, sie weiß, dass sie beide biologisch verwand waren, ich kam allerdings noch nicht dazu ihr zu erklären, dass Mana eine Menge über sie wusste... Und obwohl sie selber kein Chakra besaß, eine Ahnung hatte wie Hiras Körper funktionierte... Hira ist sich im klaren darüber, dass ihr Stimmung Einfluss auf ihre Chakrapulsation hat und umgekehrt, aber wir haben noch kein Weg gefunden es zu kontrollieren, denn auch aus dem Nichts heraus, schlägt ihre Stimmung ins andere Extrem...Es ist anstrengend und belastend für sie.“

„Pff“ er sprach darüber, als wäre das alles ein Faktum aus einem Buch. Keinerlei Emotionen sprachen aus ihm, das war definitiv der ANBU, der vor dem Hokage Bericht erstattete und nicht mein Bruder. Was hieß hier eigentlich es ist anstrengend und belastend für mich? Ich kann mich wage daran erinnern, dass es meinem Bruder ebenfalls nicht gut ging mit der Tatsache.

„Ich kann mir vorstellen, dass es belastend für euch Beide ist...Kakashi du darfst offen sprechen...Wie geht es dir wirklich?“

Die Stimme meines Bruders wurde noch etwas leiser, wärmer und er legte Emotionen hinein.

„Gesundheitlich geht es mir besser, wenn ich allerdings ehrlich zu mir selber bin... werde ich wohl noch einige Tage brauchen, um vollkommen fit zu sein. Was Hira betrifft... Ich hab Angst, Angst davor sie nicht schützen zu können. Ich bin mir sicher, dass Orochimaru um die Besonderheit des Hatake Chakra weiß, oder es in absehbarer Zeit heraus findet...Er wird kommen um sie zu holen, er muss sie töten um ihr Chakra frei nutzen zu können...“

Erschrocken stieß ich einen Laut aus, machte somit auf mich aufmerksam und wurde prompt von dem Hokage herein gebeten.
Mein Bruder kniete auf dem Boden, den Kopf respektvoll verneigt, sah nicht auf und rührte sich nicht weiter. Ich fragte mich, warum der Hokage ihn knien ließ, ihn nicht bat sich zu setzen, doch das waren Gepflogenheiten der Shinobi, von denen ich nichts wusste.
„Du hast bestimmt einiges gehört, es ist dir erlaubt Fragen zu stellen...“ er deutete mit einer Handgeste auf eines der Sitzkissen, auf das ich mich niederließ und nervös meine Hände knetete.
„Es tut mir leid, ich wollte nicht lauschen... dennoch habe ich einiges gehört und ich bin verwirrt...Ich habe so viele widersprüchliche Informationen, dass ich nicht mehr weiß was richtig und was falsch ist...“ Ich klang Kleinlaut, allerdings lag mein Blick wütend auf Kakashi.
„Ich habe dich belogen Hira... Ich konnte dir noch nicht die Wahrheit sagen, noch nicht komplett..“
Er sah mich nicht an, kniete stur auf seinem Knie vor dem Hokage und er schürte meinen Zorn damit.
„Ach ja Kakashi? Und weil du es mir nicht sagen konntest belügst du mich?“
Der Hokage räusperte sich: „ Sagen wir so Hira, er gerät im Rahmen seines Pflichtbewusstseins an Grenzen, die er in keiner Richtung überschreiten darf.. ihm waren die Hände gebunden...Er hat dich nicht betrogen, er hat die Informationen nur gefiltert an dich weiter gegeben... Wie hätte er dir sagen sollen, das Orochimaru weiter nach dir sucht? Dass die NE deine Großmutter getötet haben und dein Bruder, bei dem Versuch sie zu retten, selber fast gestorben wäre...“
Meine Augen füllten sich mit Tränen, ich hatte Mühe sie hinunter zu schlucken, es breitete sich das Gefühl aus, dass Kakashi versagt hatte, mehr noch, als bei dem Gedanken an einen frustranen Reanimationsversuch.
„Hast du es gewusst Kakashi, dass sie hinter ihr her sein würden?“
Seine Antwort kam Prompt, ohne zu zögern: „ Ja, das habe ich...“
„Und du hast sie nicht geschützt?..“
Nun stieß mein Bruder ein genervtes Stöhnen aus, doch hielt er seinen Kopf weiterhin gesenkt, dass ich sein Gesicht nicht sehen konnte, obwohl die ANBU-Maske vor ihm auf dem Boden lag.
„Hira wir waren dort, als du geschlafen hast... sie waren zu fünft, wir zu Zweit, plus einem Verletzten, der Kampf war bereits entschieden kurz bevor er begonnen hatte.. Wir konnten drei von ihnen ausschalten, sie trieben uns in die Enge, als aus dem Hinterhalt ein Pfeil abgeschossen wurde. Sie war sofort Tod...Wolltest du das hören? In deinen Augen habe ich versagt und in meinen Auch...Dafür gibt es keine Entschuldigung, also werde ich es auch nicht versuchen, eine Entschuldigung dafür zu finden …“
Der ANBU in diesem Raum erfüllte alles mit Kälte, ich begann zu frieren, es war unangenehm und ich fühlte mich leicht benommen. Es machte mir Angst.
„Wolf beruhige dich...“
Ich sah zu dem Hokage herüber, hatte er das also auch gespürt?
„Hai, Hokage-Sama...verzeiht..“
Augenblicklich konnte ich wieder freier Atmen, die Atmosphäre hatte sich beruhigt, dennoch konnte ich an meinem Bruder nicht ausmachen, was in ihm vor sich ging.
„Schon OK, ich kann den Zorn über dein vermeintliches Versagen nachvollziehen... Nun aber wieder zum Thema...Hast du einen Plan?“
Stoisch hockte Kakashi auf dem Boden, das musste doch langsam Schmerzen? Ich verwarf den Gedanken, wer mit einem gebrochenen Bein läuft, kann auch mit einem fast verheilten Stunden lang auf dem Boden knien. Zumindest sagte mein Sarkasmus mir das.
„Hai Hokage- Sama, wir werden über die Flucht-Route erneut in die Berge gehen, dort in dem Verlassenen Hochsicherheitsgefängnis Stellung beziehen....“
Ich unterbrach ihn: „ Du willst mich wegsperren?“ Entsetzt starrte ich ihn an, das konnte doch nicht sein Ernst sein?
„Du wirst gehorchen Hira... Tenzou und Yugao werden an deiner Seite bleiben, ein weiterer Teil meines Teams wird sich ablösen und für eure Sicherheit sorgen....“
Mit in falten gelegter Stirn sah ich ihn an, er bewegte sich keinen Millimeter.
„Und Du?“ schnippisch fauchte ich ihn an: „ Lässt du mich in den Bergen alleine?“
Ein Knurren entkam ihm: „ Hira, falls es dir entgangen sein sollte...Ich bin nur eine Person...wenn ich bei dir bleibe, leidet die Sicherheit des Dorfes...Außerdem, müssen wir ein Weg finden, dich unter Kontrolle zu bringen, denn das Siegel wird auf kurz oder Lang bei deinem Chakralevel nicht mehr halten... und dann bleibt uns nur eins....Dich weit genug vom Dorf wegzuschaffen, damit es keine Verluste unter der Zivilbevölkerung gibt und dich sterben lassen....“
Ich schnappte nach Luft, wie ein Fisch auf dem trockenen. Sie würden mich also in die Berge schaffen, damit ich dort in Ruhe, weit genug weg vom Dorf platzen konnte? Mein Körper begann zu zittern, ich schloss die Augen und versuchte mir die Bilder, die in mir aufstiegen ganz weit weg zu wünschen. Ich versuchte an warme Sonnenstrahlen zu denken, an grasende Pferde, Einhörner, Regenbogen und mit einem Mal hatte ich das Bild von meinem Plüschhasen vor Augen. Er beruhigte mich, mein Hase war so ziemlich das einzige, dass ich mir jetzt gerade wünschte.
Plötzlich legten sich zwei starke Arme um mich. Die Wärme des Körpers nahm mir die Kälte, die sich ausgebreitet hatte und die Stimme an meinem Ohr versicherte mir, dass er es nicht zu lassen würde, das ich starb. Ich sah auf, in das Gesicht meines Bruders, er hatte sich zu mir herüber begeben und hielt mich fest.
„Es ist grausam Hira, du solltest nicht wissen wie machtlos ich bin, ich muss dabei zusehen, wie dein Chakra dein Körper zerfrisst und ich kann es nicht aufhalten.. noch nicht.. doch ich gebe dich nicht kampflos her.. verstehst du das?“
Ich nickte, lehnte mich ein wenig gegen ihn: „Ich hab Angst Bruder...“
„Ich weiß...“

Den Rückweg zu unserer Wohnung legten wir gemeinsam zurück. Kakashi lief neben mir, seine Wolfsmaske über den Zügen verschleiert mir die Möglichkeit zu sehen, was er dachte oder wie er sich fühlte. Erst zu Hause konnte ich erkennen, wie angestrengt er versuchte, sein Zustand zu verschleiern. Er war aufgewühlt, hatte Schmerzen und ging in Gedanken wahrscheinlich schon mal durch was wir alles benötigen würden.
„Ich möchte, dass du packst Hira.. wir werden heute Nacht aufbrechen..“ Verwundert sah ich ihn an.
„Was ist mit dir?“
„Ich werde nicht viel brauchen, ich begleite euch hin und werde mich sofort auf die Rückreise machen.“ Traurig nickte ich verstehend, versuchte mich an einem lächeln und verschwand in meinem Zimmer.
Zu unterst fanden die Bücher von Kakashi ihren Platz in meinem Rucksack, wenn ich schon gefangen war, würde ich mich mit meiner Vergangenheit beschäftigen und mehr über meine Beziehung zu Kakashi und Mana erfahren. Meinen Plüschhasen platzierte ich sorgsam, ohne ihn würde ich nirgends hingehen.
Mit meinem Rucksack erschien ich wieder im Wohnzimmer, beobachtete Kakashi dabei wir er sein Bein neu einband und seine Medikamente schluckte, das starke Schmerzmittel der letzten Tage jedoch ließ er unangetastet.
„Was ist damit?“ er seufzte, während ich leicht auf den bunt bedruckten Karton tippte.
„Wenn ich das Zeug nehme wirst du mich wohl tragen müssen...“ er grinste leicht und ich schnaubte amüsiert.
„Wo wir gerade davon sprechen, solltest du dich nicht noch etwas ausruhen? Dein Bein hat heute schon einiges mitgemacht.“ Verlegen kratzte er sich am Kopf: „ Dafür schmerzt es zu sehr...“
Ich ließ den Kopf resignierend hängen: „ Dann nimm doch wenigstens eine halbe Tablette.. wie willst du den Weg schaffen, wenn du schmerzen hast? Ich wecke dich auch, versprochen...?“
Einige Sekunden zögerte er, nickte dann schlussendlich, nahm eine der Tabletten, zerbrach sei und schluckte ein Teil.
„Komm, du ruhst dich am besten auch noch etwas aus, der Weg wird lang für dich...“ er ergriff meine Hand und zog mich mit sich. Eng an ihn gekuschelt schaffte ich es auch tatsächlich einzuschlafen.

Etwas griff nach mir, riss mich aus den Armen meines Bruders, ich schrie, schrie um Hilfe doch er rührte sich nicht. Die Stimme an meinem Ohr, der kalte Atem in meinem Nacken, verursachten mir eine Gänsehaut und als ich das Wispern erkannte, verkrampfte sich mein Innerstes: „ Du kannst schreien so viel du willst, er wird dich nicht hören....“ Eine Schlange wickelte sich um den Hals von Kakashi, er reagierte nicht. Erneut schrie ich, er solle aufwachen und sich wehren, doch nichts geschah. Der Körper wickelte sich immer enger, die Farbe wich aus dem Gesicht vor mir, die Lippen verfärbten sich, während mein Bruder unkontrolliert begann zu zucken. Es lachte neben mir, grausam, sadistisch, als würde es ihn beglücken, dass es mich quälte und ihm das Leben kosten konnte.
„Hör auf...!!!!“ ich schrie so laut ich noch konnte, mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich durch das schnelle Galopp in meiner Brust wurde mir ganz schlecht. Die Schlange stoppte, züngelte abwartend und sah in meine Richtung.
„Kindchen, es gibt zwei Möglichkeiten deinen Bruder zu retten...die eine, du schließt dich uns an, wirst meine Untergebene und ich zeige dir den Weg dein Chakra zu kontrollieren oder du lässt dich von mir töten...Du hast die Wahl... Ich werde dich holen kommen, wenn die Zeit gekommen ist und glaub ja nicht, dass ich dich nicht finden kann...dein Chakra zeigt mir den Weg...Du kannst nicht entkommen..“ Seine Finger legten sich um meine Kehle, ich war vor Angst wie gelähmt, ich wollte alles nur nicht, dass mein Bruder starb. Ich wusste, dass der Mann hinter mir die Macht dazu besaß und keine Skrupel hatte.

Mit einem mal saß ich senkrecht im Bett. Neben mir lag mein Bruder, sanft berührte ich ihn an der Schulter, atmete erleichtert auf, als er sich mit einem Murren auf den Rücken wälzte. Er lebte. Himmel, ich hatte so unfassbar Angst gehabt, dass Ori-Sensei ihn tötete. Ich würde mein Leben geben um... Ich hielt in meinen Gedanken inne, doch sie kamen aus meinem tiefsten Herzen. Ich würde mein Leben für meinen Bruder geben, die Erkenntnis verstärkte meine Entschlossenheit. Sollte es wirklich soweit kommen, dass ich mich entscheiden müssten zwischen seinem und meinem Leben, dann würde ich meines geben. Doch bis dahin versuchte ich mich selber davon zu überzeugen, dass das alles nur ein böser Traum gewesen war.
Kakashi richtete sich stöhnend auf und fluchte: „ Mist ich hätte den Kram nicht nehmen sollen...“
Belustigt sah ich dabei zu, wie er seine Startschwierigkeiten deutlich nach außen trug: „ Hast du noch Schmerzen?“ ich grinste.
„Nein, aber ich bin wie erschlagen...das wird anstrengend..“ ertappt sah er mich an: „ Danke, das hat mir noch gefehlt, dass du dich über mich lustig machst...“ Ich lachte laut auf, er erhob sich und humpelte zum Bad hinüber.
Gerade als ich in die Küche gehen wollte, fiel mein Blick ins Bad, da Kakashi die Tür nicht geschlossen hatte. Er war dabei sein Hals zu untersuchen und mir lief es eiskalt den Rücken herunter. Die Würgemale der Schlange waren deutlich sichtbar. Ich taumelte zurück, schlug gegen die Wand und verhinderte durch meine Hand ein lauten Schrei.
Erschrocken sah er zu mir: „ Hira? Was ist mit dir?“ er eilte auf mich zu, seine Konturen verschwammen vor meinen Augen, Tränen rannen an meinem Kinn herab, während ich röchelnde Geräusche von mir gab.
„Hira, beruhige dich...atmen hörst du ? Ruhig atmen...“ seine starken Arme griffen nach mir, ich hörte ihn konnte aber nicht befolgen was er verlangte.
„Keine Luft...“ brachte ich unter größter Anstrengung hervor, dann sah ich in sein rotes Auge und augenblicklich beruhigte sich meine Welt. Es wurde Schwarz.

Als ich das nächste Mal zu mir kam, flog ich durch die Bäume. Überrascht von dem Moment krallte ich mich in den Rücken an den ich lehnte, hörte dann das belustigte schnauben des ANBU der mich trug.
„Taichou deine Schwester ist wach, so wie sich das anfühlt...“ Kakashi ließ sich zurückfallen und lief nun neben mir, besorgt musterte er mich, auch wenn ich sein Ausdruck durch die Wolfsmaske nicht genauer sehen konnte, so konnte ich die Sorge in seinen Augen lesen. Kur war ich enttäuscht, dass mich jemand anderes trug und nicht mein Bruder, ich hätte ihn gebraucht, bis mir in den Sinn kam, dass er sein Bein gezwungener maßen nicht noch mehr belasten sollte, als unbedingt notwendig. Und wahrscheinlich wird Yugao ihm ein Vogel gezeigt haben. Ich grinste in mich hinein. Kakashi gab ein Zeichen und die Gruppe hielt, wir landeten am Boden und der ANBU setzte mich behutsam ab. Ich war ihm dankbar, nicht nur für die Art zu Reisen sondern auch, weil ich mich noch leicht flau fühlte.
„Was ist passiert..?“ Kakashi hockte sich vor mich hin und musterte mich noch immer ausgiebig.
Mir war es peinlich, ich hatte mal wieder hyperventiliert und konnte Realität und Traum nicht auseinander halten, oder doch? Ohne die Frage zu beantworten bat ich meinen Bruder: „ Bitte zeig mir deinen Hals...“ er zögerte, kam meiner Bitte aber nach, entfernte unter seiner ANBU-Maske die Stoffmaske und befreite die noch immer deutlich sichtbaren Male an seinem Hals.
Ich stockte: „ Kein Traum?.. Das war kein Traum?“ ich zitterte und Kakahsi seufzte: „ Doch Hira, du hast geträumt, ich habe gesehen was du geträumt hast... Schlag dir dein Vorhaben aus dem Sinn...Eins musst du über mich wissen, mir tut man einfach keinen Gefallen, wenn man sein Leben für mich gibt...“ er sagte es leise, sehr leise. Die Trauer und der Frust waren klar zu hören und ich schluckte.
„Wie kommen dann diese Male an deinen Hals?“ er wich mir aus, blickte sich nach den Anderen um, bevor er schließlich doch antwortete: „ Das Siegel ist locker, dein Chakra hat sich manifestiert und...“ er ließ den Satz offen stehen, mir reichte es auch: „ Ich hab dir das angetan?“
Mit hängendem Kopf, hockte er noch immer vor mir, nahm nun seine ANBU-Maske vom Gesicht. Sanft lächelte er mich an, lehnte sich vor und flüsterte: „ Ich halte das alles aus... nur lass mich nicht alleine, hörst du? Mit nichts würdest du mir mehr Schmerzen zufügen, als wenn du einfach so gehst...“ Für den Bruchteil einer Sekunde wirkte er unheimlich zerbrechlich auf mich, in einer Art verletzlich, die mir fast das Herz brach. Ich nickte, würde ihm nicht sagen, dass mein Entschluss feststand, würde ihn in dem Glaube lassen, er hätte es unter Kontrolle und ich die Wahl. Dem war nicht so. Mein Bruder wurde gebraucht, das gesamte Dorf brauchte seine Fähigkeiten und es wäre wieder einmal egoistisch von mir mein Wohl über das des Dorfes zu stellen. Ich hoffte inständig, dass Kakashi es verstehen würde, irgendwann, mit Abstand, doch sicher war ich mir da nicht.
Einer der ANBU ließ sich aus dem Baum, neben uns gleiten. Beeindruckt, dass er beinahe lautlos landete und nun meinen Bruder, der es anscheinend kommen sah und seine Maske wieder platzierte, ansprach: „ Taichou, wir sollten weiter, wenn wir vor Tagesanbruch den ersten Sammelpunkt erreicht haben wollen...“ Kakashi nickte, reichte mir dann eine Wasserflasche und ich trank gierig.
„Dann los...“ kam es knapp von ihm, als ich die Flasche zurück gab und kletterte ohne zu zögern auf den Rücken des Mannes mit der Bären Maske.
Mein Bauch kribbelte leicht, als er sich kräftig abstieß, mir der Wind um die Ohren sauste und wir dann erneut den Weg über die Bäume nahmen.

Wir mussten mehrere Stunden unterwegs gewesen sein, die Zeit verging rasant bei dem Reise Tempo. Die Vegetation hatte sich verändert, karge, felsige Bodenbeschaffenheit lag vor uns, hinter uns der Wald aus dem wir kamen.
Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen, der letzte Aufenthalt in den Bergen kratzte noch immer an meiner psychischen Verfassung. Die Bilder von meinem Toten Bruder drängten sich mir auf und ich wurde unruhig.
„Beruhige dich Mädchen...“ die tiefe Stimme meines Trägers holte mich in die Wirklichkeit zurück und ich hörte auf zu zappeln. Ich konnte an der Felswand meinen Bruder ausmachen, der mit einer Leichtigkeit von einem Felsvorsprung zum anderen sprang und wirkte wieder einmal, als würden für ihn keine Naturgesetze gelten. Wir waren die nächsten und mir wurde mulmig zu mute, ich war bestimmt schwer und mein Träger schon seit mehreren Stunden, mit mir auf dem Rücken unterwegs. Sein Körper spannte sich an, ich konnte die Muskeln spüren, ging in die Knie und sprang ab. Ich kniff die Augen zusammen und drückte mich näher an ihn, was mir ein Lachen einbrachte: „ Keine Sorge Mädchen, für den Aufstieg reicht es noch...“ Mühelos brachte er uns von einem Vorsprung zum nächsten, ließ sich dann aber von Kakashi helfen, als wir beinahe oben angekommen waren. Dort war kein Vorsprung mehr, die Kante des Platos auf dem wir landen sollten und rasten würden ragte über dem Felsvorsprung auf dem wir standen. Kakashi streckte die Arme nach mir auf, kniete dabei auf dem Boden und pflückte mich vom Rücken des Mannes. Ich hatte keine Ahnung was ich machen konnte um ihnen zu helfen, also ließ ich mich einfach hängen, versuchte mich so leicht wie möglich zu machen und grinste entschuldigend in die Runde, als alle angekommen waren.
„Danke für eure Hilfe...“ murmelte ich verlegen, ich hasste es keine Hilfe zu sein.
„Dafür machst du das Essen Mädchen...“ ich schluckte, während mir der Bär aufmunternd auf den Rücken klopfte. Ich konnte doch verflucht nochmal nicht kochen und ich hasste mich gerade ein bisschen dafür, dass ich Kakashi immer blöd gekommen bin, wenn er mir solch elementaren Dinge beibringen wollte. „Du kochst doch für mich“ hatte ich immer gesagt und ihn stehen lassen. Himmel was bin ich nur für eine Ziege. Ich raufte mir die Haare.
„Keine Sorge Hira, wir machen das zusammen...“ Mein Bruder legte mir eine Hand auf die Schulter und grinste breit, das konnte ich zwar nicht sehen, aber deutlich hören.
Die gesamte Gruppe legte ihr Gepäck ab, breitete ihre Schlafsäcke aus und errichtete ein Lage. Ein Teil des Felsens weiter Oben schob eine Zunge über uns, so hatten wir ein kleines Dach, dass uns vor dem Wetter welches da gerade aufzog schützen würde.
„Wie lange werden wir hier bleiben?“ Mein Bruder sah, auf meine Frage hin zum Himmel.
„Wenn ich das richtig einschätze wird es ein ordentlichen Sturm geben, das wird uns das vorankommen erschweren, dich zu tragen wäre dann zu gefährlich, wir werden hier rasten, bis das Unwetter abgezogen ist...“  Es klang wie ein Befehl, er sprach ernst und kühl, keine Möglichkeit des Widerspruchs und ich fügte mich.
„Ich werde noch einige Vorkehrungen treffen...Maus du rechst ich links...“  Der ANBU mit der Maus Maske nickte, erhob sich und formte synchron mit Kakahsi einige Fingerzeichen : „ Doton...“
Der Rest ging in dem gewaltigen Krach der sich bewegenden Erd- und Steinmassen unter. Aus dem Untergrund schoben sich rechts und links vom Boden Steinsäulen empor und formten mit der Überragenden Steinplatte eine kleine Höhle. Ich jauchzte auf und klatschte in die Hände, das war so faszinierend. Wir hatten es jetzt Windgeschützt und würden nicht nass werden.
Als Kakashi sich in Bewegung setzte folgte ich ihm, er betrat das innere und ließ sich an der Wand entlang zu Boden gleiten, entlastet nun sein Bein komplett.
„Senpai, soll ich es mir noch mal ansehen?“ Yugao war herüber gekommen und kniete sich zu ihm, sprach leise, obwohl ich davon ausging, das jeder im Team wusste, dass Kakashis Bein gebrochen gewesen war.
Sie löste ohne groß auf eine Antwort zu warten seine Verbände, schob die Hose Hoch und wickelte den Wundverband ab. Behutsam legte sie ihre Hand auf das Bein, dann an seine Stirn, nickte dann aber zufrieden: „ Es ist alles ok soweit.. du solltest es vielleicht nur noch etwas entlasten Senpai.. ich gebe dir was gegen Schmerzen...“ Mit einer Geste unterband er das: „ Nein, ich muss wachsam bleiben...“ Sie unterließ es das zu kommentieren, packte ihre Sachen zusammen und begab sich auf die andere Seite.
Draußen begann es zu stürmen, der Regen löste sich aus den grauen Wolken und die ersten Blitze zuckten über den Himmel. Bei jedem erneuten Grollen des Donners zuckte ich zusammen.
„Das ein Raiton Element sich so vor Gewitter fürchtet?“ der Mann mit der Mausmaske klang amüsiert, schwieg sofort als Kakashi ihm ein strengen Blick zu warf.
„Na komm, wir machen was zu essen...“ er wollte sich erheben, als Tenzou ihm zuvor kam.
„Ich mach das schon Senpai..komm Hira ich helfe dir...“ Mein Bruder nahm es hin, lehnte sich zurück und schloss die Augen. Zufrieden konzentrierte ich mich auf meine Aufgabe.
Tenzou war einfach prima, er zeigte mir den ein oder andern Trick, wie ich aus wenigen Zutaten, trotzdem etwas gutes Zaubern konnte und ich musste sagen, das Ergebnis konnte sich sehen lassen.
Mein Bruder aß nicht, er hatte sich hingelegt und döste vor sich hin, während die anderen mit am Feuer saßen und in leise Gespräche vertieft waren.
Yugao und Tenzou grinsten auf meinen besorgten Blick hin.
„Das ist Normal, er wird nachher Wache halten, dass macht er eigentlich immer so.“ Yugao zuckte mit den Schultern und ich versuchte es hinzunehmen, nicht weiter zu hinterfragen.
Das Wetter schien sich nicht beruhigen zu wollen, es stürmte und Regnete in strömen. Die Gewitterfront, schien über den Bergen fest zu hängen, sich über unseren Köpfen zu drehen, wir saßen vorerst hier fest.
Ich gähnte, lehnte mich dann gegen meinen Rucksack. Einige der Anderen schliefen bereits wie es aussah und auch Tenzou schlüpfte gerade in seinen Schlafsack. Ein kurzer Blick noch zu meinem Bruder, der seit gut einer Stunde am Eingang saß und hinaus starrte, dann schlief ich ein.

Die Schlangen kehrten in meine Träume zurück. Wickelten sich züngelnd um meinen Körper, umschmeichelten ihn, drückten aber nicht zu.
„Hira, kleines...schön, dass wir uns sobald wieder sehen..“ raunte es in mein Ohr. Eine der Schlangen sah mir tief in die Augen, die Zunge berührte beinahe meine Nasen spitze. Ich hielt die Luft an, traute mich nicht mich zu bewegen, aus Angst sie würden sich enger um mich wickeln, mir den Atem rauben.
Ich zitterte wie Espenlaub, langsam aber sicher entwickelte ich eine Phobie gegen Schlangen.
Die Stimme in meinem Ohr, wisperte erneut: „ Weißt du was ich mir überlegt habe? Ich würde es für sehr befreiend halten, wenn du dem Leben deines Bruders, mit eigenen Händen ein Ende setzt.
Kakashi erschien vor mir, er kniete auf dem Boden, hielt sich schwer atmend den Bauch, Blut quoll zwischen seinen Fingern hervor, drückte sich an ihnen vorbei und tropfte auf den Boden.
Übelkeit breitete sich rasend schnell aus, ich kämpfte gegen den Brechreiz, das viele Blut jedoch, machten den Kampf beinahe aussichtslos. Ich versuchte mein Blick abzuwenden starrte auf meine Füße und streifte unweigerlich meine Hände. In der rechten Hand hielt ich ein Messer, die rote Flüssigkeit an der Klinge war noch feucht, ich rocht die leicht metallisch Note in der Luft und würgte mehrmals.  Mein Magen verweigerte mir jedoch das entleeren, lediglich die bittere Magensäure breitete sich auf meiner Zunge aus.
Mein Bruder röchelte, das Einziehen der Luft wirkte angestrengt, klang feucht und wenige Augenblicke lief ihm das Blut auch aus dem Mund.  
„Kakashi..Ich...Nein...“ verzweifelt sah ich von meinen Händen auf meinen Bruder, ließ das Messer klimpernd zu Boden fallen: „ Wo seit ihr alle, ihr müsst ihm helfen..Bitte...“
Ich schrie so laut ich konnte, während die Stimme in meinem Ohr laut begann zu lachen.

Benommen schlug ich die Augen auf, die steinige Höhlenwand wirkte merkwürdig hell, obwohl es bis vorhin recht dunkel hier drinnen war. Das Licht flackerte wie kleine Blitze und während ich mich noch über das Schauspiel Wunderte, drangen die aufgeregten Stimmen an mein Ohr.
Das gesamte Team hatte ihre Schlafplätze verlassen, knieten neben meinem Bruder, der in einer gekrümmten Haltung am Boden saß und sich an den Hals griff.
Blitze zuckten um ihn herum, eine lange Kette aus zuckenden, hellen, sich schlangenähnlich windenden, elektrischen Entladungen, hatte sich um seinen Hals gelegt und schien seine Atemwege zu blockieren. Die Anderen waren nicht im Stande sich ihm zu nähern.
Ich sprang auf, gab einen spitzen Schrei von mir und lenkte die Aufmerksamkeit auf mich.
Was ich bisher vollkommen ausgeblendet hatte, war die Tatsache, dass diese merkwürdige elektrifizierte Schlange aus mir heraus kam.
„Hira...hör auf...“ halb erstickt presste Kakashi die Worte hervor, ich verspürte Panik.
Wie sollte ich das beenden? Warum geschah das?
„Wie? Was kann ich tun...Kakashi?“
Einige Sekunden Blickte er mich entschuldigend an, bis ich mit einem Mal in sein Sharingan starrte  und die Welt um mich herum in Schwärze versank.

Das nächste was ich spürte war Wärme um mich herum. Man hatte mich in eine Decke gewickelt und mein Kopf auf einem zusammengerollten Schlafsack platziert. Ich brauchte zwei Anläufe um meine Augen zu öffnen, meine Gedanken zu sortieren und mich daran zu erinnern was geschehen war. Mit einem entsetzten Laut fuhr ich hoch: „ Kakashi?“
„Ich bin hier..“ krächzte es neben mir, er lehnte an der Wand und hielt sich wohl etwas kühlendes an seinen Hals.
„Bei Kami, geht es dir gut? Bist du schwer verletzt? Bekommst du genügend Luft?“ ich robbte zu ihm herüber, befreite mich während dessen umständlich aus meiner Decke.
„Schon gut...“ mehr sagte er nicht, da die wenigen Worte bisher beinahe Tonlos bei mir ankamen schloss ich daraus, dass er nicht sprechen konnte und unterließ es weitere Fragen zu stellen, auf die er mit einer ausführlichen Erklärung hätte antworten müssen.  
Bevor ich überhaupt zu weiterem ansetzen konnte, deutete er nach draußen, der Regen hatte aufgehört und der Wind nach gelassen.
Seufzend nickte ich, er würde uns, mir und sich, also keine Pause gönnen. In seinen Augen konnte ich die Bedenken lesen, die er hatte, er wollte mich so weit weg vom Dorf haben wie nötig, mein Chakra brach aus und ich besaß keine Möglichkeit es daran zu hindern. Ich war dem ausgeliefert, wir waren dem ausgeliefert und wir hatten bisher kein Plan, wie wir das aufhalten konnten, was da mit mir passierte.
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