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Lebe deinen Traum

GeschichteDrama, Romance / P16 / Het
Jimin OC (Own Character) V
18.04.2021
17.06.2021
21
60.059
7
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01.05.2021 2.091
 
Kapitel 7 - Nur dank dir


Die letzten paar Tage waren wirklich anstrengend und nervenaufreibend für mich gewesen. Ich hatte mir Jimins Rat zu herzen genommen, aber ich alleine abzulenken war gar nicht so leicht. Unter anderen Umständen hätte ich mir meine Freunde geschnappt und wir hätten was lustiges unternommen, nur leider sind diese nicht in erreichbarer Nähe. Hier hatte nicht nicht wirklich ‘Freunde’, ich hatte Ahri gefragt ob sie Lust hätte was mit mir zu machen, doch sie konnte den Laden nicht alleine lassen, sie hatte also keine Zeit. Also blieb nur noch mein Bruder.
Auf Knien war ich vor ihm rum gerutscht und hatte gebettelt, dass er was mit mir unternimmt. Na gut...vielleicht war das ein wenig übertrieben, aber ich hatte lange auf Joonwoo eingeredet! Sogar sein Lieblingsessen hatte ich ihm gekocht um ihn zu überreden und es hatte am ende tatsächlich funktioniert.
Als Wiedergutmachung durfte er dafür entscheiden was wir unternehmen würden. Er kam ein wenig früher von der Arbeit nach hause und nach dem er duschen war und sich in ein paar lässige Klamotten geschmissen hatte, was übrigens ein völlig anderes Bild war als der Anzug den er jeden Tag zur Arbeit trug, verließen wir die Wohnung. In seinem Kleidungsstil konnte man noch immer ein bisschen den Bad Boy von früher erkennen, in der schwarzen Lederjacke, die er über seine Hoodie trug, sah er aus wie ein anderer Mensch. Es ließ mich schmunzeln, da er sich eigentlich kaum verändert hatte, außer das er älter und ein klein wenig reifer war wie damals.
“Joonwoo Oppa...du hast mir noch gar nicht gesagt wo wir hingehen!”, entgegnete ich neugierig während ich ihm zur Bushaltestelle folgte. Mit den Händen in seinen Jackentaschen setzte er sich auf die kleine Bank und lehnte sich an die Glasscheibe. Ich setzte mich neben ihn und sah ihn weiter an und wartete auf irgendeine Art von Antwort.
“Ich zeig dir ein lustiges Plätzchen in der Stadt und jetzt sei still. Ich hatte nen langen Tag…” Er war müde, das konnte ich ihm ansehen. Um so höher rechnete ich es ihm an, dass er sich die Zeit nahm mich zu beschäftigen. Also tat ich ihm den Gefallen und hielt meinen Mund. Wir mussten auch gar nicht lange warten ehe der Bus kam und unsere Fahrt dauerte nur ein paar Minuten. Stumm folgte ich ihm als wir den Bus verließen, gespannt darauf wo er mich hinführen würde.


“Eine Spielhalle?” Überrascht sah ich zu Joonwoo auf der neben mir stand. Er grinste und  antwortete mir nur mit einem knappen ‘Jop’ bevor er rein ging. Damit hatte ich echt nicht gerechnet, ich war das letzte mal in der High School in so einer Spielhalle gewesen. Mit meinen Freunden hatte ich ganze Nachmittage an den verschieden Spielautomaten tot geschlagen. Dieser Ort weckte Erinnerungen in mir, Rennspiele, Airhockey, Tanz Spiel Maschinen, sogar Greifautomaten aus denen man sich lustig aussehende Kuscheltiere angeln konnte. Einen kleinen Kiosk gab es auch wo man sich Snacks und Getränke kaufen konnte.
“Hey Dickerchen, komm her!” Genervt rollte ich mit den Augen. “Ich hab auch einen Namen, weißt du? Den darfst du gerne benutzen.”, erklärte ich während ich zu ihm rüber ging, doch er überhörte es einfach gekonnt. Wie immer eben.
“Kannst du das noch?”, fragte er grinsend und deutete auf die Tanz Maschine an der er lehnte. Oh, ich war da früher wirklich gut drin, mein ganzen Taschengeld hab ich für dieses Spiel rausgeworfen. Aber das war lange her, keine Ahnung ob ich es noch konnte.
“Finden wirs raus!” Ohne zu zögern zog ich meine Jacke aus und warf sie ihm zu. Ich stieg auf die Plattform mit den bunten Pfeilen und startete das Spiel, ich suchte mir einen Song aus den ich kannte und los gings. Hastig versuchte ich den Pfeilen die mir auf dem Bildschirm angezeigt wurden mit meinen Füßen zu folgen und hüpfte von links nach rechts, vor und zurück. Es sah sicher dämlich aus, denn ich hörte Joonwoo lachen, aber mein Blick war hoch konzentriert an den Bildschirm geklebt. Und was sollte ich sagen, ich hatte es immer noch drauf!
Wir spielten einige Spiele zusammen, wir fuhren ein Autorennen, schossen auf Zombies und beim Airhockey flitzte der Puck so schnell über den Tisch das meine Augen gar nicht hinterher kamen und ich nur die ‘klong’ Geräusche hörte wenn er gegen die Wände prallte bevor er sich unkontrolliert in einem der Tore versenkte. Und das nicht immer in dem gewollten.
Wir lachten und hatten unheimlich viel Spaß. Aber das wichtigste war, dass ich für diese paar Stunden alles vergessen konnte und der Druck des Projektes nicht mehr wie eine Last auf meinen Schultern lag.


~~~~



Es war Freitag Nachmittag, 16:30 Uhr.
Dieselben Gesichter im selben Besprechungsraum, B7. Wie beim letzten mal hatte ich mich am Empfang angemeldet, war in den 4 Stock gefahren und dieses mal ohne peinlichen Zwischenfall im Raum B7 angekommen. Eunbyul war bereits vor mir dagewesen und ich setzte mich zu ihr, nachdem ich meine Mappe mit meinen Entwürfen an einen der Angestellten gegeben hatte.
Nach meinem lustigen Abend mit Joonwoo in der Spielhalle sind mir die Ideen nur so zugeflogen, diese Ablenkung war wirklich das richtige gewesen.
Ich lehnte mich etwas zu ihr rüber um nicht so laut reden zu müssen, irgendwie wollte ich nicht dass die anderen Designer meine Frage hörten. “Du sag mal, wie genau läuft das jetzt eigentlich ab?”, wollte ich wissen. Sie sah mich an und konnte wohl die Verwirrung in meinen Augen sehen. Sie lächelte und lehnte sich auch etwas zu mir, ehe sie flüsterte, “Da jetzt alle eingereicht haben werden sie in einen anderen Raum gehen und die Köpfe zusammen stecken, diskutieren welche Entwürfe am besten ihre Vorstellungen widerspiegeln bla bla. Für gewöhnlich dauert das so ne halbe Stunde. Und wenn sie sich entschieden haben werden sie uns das Ergebnis verkünden und der oder die Glückliche darf dann die nächsten Wochen mit den Schneidern und den Models, in diesem Fall wäre das BTS, zusammen daran arbeiten bis der Videodreh abgeschlossen ist” Aufmerksam lauschte ich ihrer Erklärung und nickte immer wieder verstehend. Als sie schließlich sagte der ‘Gewinner’ dürfte die nächsten Wochen mit BTS zusammen arbeiten wurden meine Augen ganz groß. “Oh…”, gab ich leise von mir. Während sich das Team zur Beratung zurückzog erzählte Eunbyul weiter.
“Das letzte mal wurde eine Bekannte von mir ausgewählt. Sie ist dieses mal nicht dabei, arbeitet an einem anderen großen Projekt. Sie hat gesagt mit BTS zu Arbeiten macht Spaß, von anderen hab ich aber auch gehört, dass sie furchtbar anstrengend sein sollen. Aber ich schätze mal diese Person versteht einfach kein Spaß.”, sagte sie und grinste mich dabei an als könnte sie das nicht nachvollziehen. Wie gern würde ich selbst herausfinden wie es sein würde mit ihnen zusammenzuarbeiten. Ich meine, die Chance war da, dass sie sich für mich entschieden. Ich ließ meinen Blick flüchtig über die anderen wartenden Gesichter schweifen, aber wie groß war diese Chance, mal realistisch gesehen?

Die Minuten verstrichen quälend langsam, ungeduldig zupfte ich an dem Ärmel meiner Bluse rum. Als die Tür auf ging hob ich sofort meinen Blick und setzte mich wieder aufrecht hin, da ich mit der Zeit halb in meinem Stuhl versunken war. Das Team nahm wieder ihre Plätze ein, doch bevor der Projektleiter das Wort ergriff, ging die Tür ein zweites mal auf. Mir stockte der Atem als sich sieben attraktive Gesichter vorne im Raum aufstellten, BTS, sie waren alle hier! Und ihren Klamotten nach zu urteilen und den leicht nassen Haaren kamen sie direkt vom Training. Jimin lächelte wie immer, doch als sein Blick auf mich fiel wurde dieses Lächeln noch viel ehrlicher und wärmer und er winkte mir kurz zu. Mit einer kurzen Handbewegung erwiderte ich sein winken und strich mir dann verlegen mit der Hand die Haare hinters Ohr, in der Hoffnung, dass es niemandem aufgefallen war, doch Taehyung schien das nicht entgangen zu sein. Ein fragender Blick von ihm ging zwischen mir und Jimin hin und her, ehe er sich zu dem anderen lehnte und ihm etwas zu flüsterte. Ich sah nur wie Jimin nickte und ihm etwas antwortete, worüber redeten sie? Es ging doch nicht um mich, oder?!
Von einer Stimme wurde ich aus diesem Gedanken geholt, der Projektleiter hatte angefangen zu reden, und auch die Jungs waren wieder still und hörten zu. Also richtete ich meine Aufmerksamkeit auf den älteren Herren. Er bedankte sich bei allen für die Teilnahme und entschuldigte sich ausschweifend, dass sie sich leider nur für einen entscheiden konnten. Bla Bla. Nun wurde es ernst, als er anfing warum sie sich für die ausgewählten Entwürfe entschieden hatten, für meinen Geschmack redete er viel zu viel um den heißen Brei herum! Das machte mich nur noch nervöser, ich wollte endlich erlöst werden, wissen wer der oder die Glückliche war. Und meine Gebete wurden erhört.
“Daher haben wir uns entschieden, für die Entwürfe von…”, er musste den Namen auf der Mappe nach lesen. “Lee Eunbyul. Herzlichen Glückwunsch, sehr gute Arbeit.”, lobte er und stimmte einen Applaus für sie an. Ihre Entwürfe zeigten sie in groß an der Leinwand, sie waren wirklich beeindruckend. Mir stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, all die harte Arbeit, aber es hat nicht gereicht. Aber ich verdrängte sie für ein Lächeln, dass ich Eunbyul schenkte und schloss mich dem Applaus der anderen an. Sie freute sich aufrichtig darüber und trat nach vorne um sich angemessen zu Bedanken. Nach einigem Händeschütteln und verbeugen waren wir anderen entlassen. Ich nahm meine Sachen und verließ mit den anderen zusammen den Raum, sie gingen direkt zu den Aufzügen, keiner von ihnen schien wirklich niedergeschlagen oder enttäuscht, so wie ich es war. Ich blieb kurz auf dem Flur stehen, das Lächeln war wieder aus meinem Gesicht verschwunden und ich senkte meinen Blick auf den Boden. Ein leises schluchzen entwich mir, obwohl ich mich so sehr versucht zu beherrschen, mich nicht von meinem momentanen Gefühlszustand überwältigen zu lassen.
Hinter mir ging die Tür auf und ich schaute überrascht auf in das genau so überraschte Gesicht von Taehyung. Die Tür fiel zu und wir sahen uns einen Moment einfach nur an, bis er noch einen Schritt auf mich zu kam. Er hob seine Hand an meine Wange und mit seinem Daumen wischte er, ganz sanft, eine Träne aus meinem Augenwinkel, von der ich gar nicht mehr gemerkt hatte dass sie da war.
“Weinst du weil sie dich nicht gewählt haben?”, fragte er und lächelte mich aufmunternd an, seine Stimme klang aber ein wenig belustigt. “Das ist doch kein Grund zum weinen.”
Ich schniefte und tupfte mir nochmal mit dem Ärmel über die Augen. “Doch ist es. Die ganze Arbeit war umsonst…” Doch er schüttelte sofort den Kopf auf meine Aussage und verschränkte die Arme vor seiner Brust.
“Nein, das stimmt nicht!”, sagt er bestimmend und sah mich mit einer Ernsthaftigkeit an, die ich von ihm gar nicht kannte. “Deine Konkurrenz war stark und du hast tolle Arbeit geleistet. Leider war jemand stärker als du, aber das heißt doch nicht das alles umsonst war. Ich bin sicher du hast viel gelernt und mit den neuen Erfahrungen versuchst du es beim nächsten mal eben wieder, hmm?” Da war es wieder, sein breites Lächeln, dass mich meine ganze Trauer vergessen ließ. Auch seine Körperhaltung entspannte sich wieder und er ließ seine Hände in den Hosentaschen verschwinden.
“Wow, das war wirklich weise von dir.”, entgegnete ich schmunzelnd und wir fingen beide an zu lachen. “Soll vorkommen. Ich war mir sicher du würdest es gut machen, sonst hätte ich dich nicht empfohlen. Schade das es nicht geklappt hat.” Er zuckte kurz mit den Schultern. Ich brauchte einen Moment um zu realisieren was er eben gesagt hatte und sah ihn perplex an.
“Moment…”, fing ich an und er erwiderte meinen fragenden Blick. “Du hast mich hierfür empfohlen?” Der Gedanke schien mir so abwegig, aber auf einmal machte das alles irgendwie Sinn. Irgendwie mussten die von BigHit ja auf mich aufmerksam geworden sein, jetzt fiel mir auch wieder ein, dass ich an dem Tag im Laden, Taehyung meine Karte mitgegeben hatte. Also hatte er sie weitergegeben, damit sie mich kontaktieren konnten.
Also habe ich diese Chance nur dank ihm überhaupt bekommen. Taehyung selbst nickte auf meine Frage nur, als wäre das überhaupt nichts besonderes. Sein Blick hingegen fragte mich stumm ob er etwas falsch gemacht hätte.
“Hätte ich das nicht tun sollen?” Er sah ein wenig aus wie ein verängstigtes Hündchen, mit seinen großen Augen und den leicht zusammengezogenen Augenbrauen.
Ich musste einfach kichern als ich diesen Blick von ihm sah und schüttelte schnell den Kopf.
“Danke!”
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