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Aus Kindern werden Leute

von Flora 66
GeschichteAllgemein / P16 / Mix
18.04.2021
13.06.2021
15
25.742
 
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11.06.2021 1.639
 
"Paps wie kannst du nur?"
"Lilly hör mir zu, bevor du ausflippst und entscheide dann, ob du mit ihm reden willst oder nicht."
Jetzt hört Marius nur noch ein leises Murmeln. Er lehnt sich wieder zurück, er hat Schmerzen, gequält schließt er seine Augen und kühlt seine geschwollene Nase. Erschöpft fällt er in einen leichten Schlaf.
Plötzlich merkt er wie jemand ihn vorsichtig an die Schulter greift.
"Tut's noch sehr weh?" , hört er Lilly flüstern. Ihre Stimme hat er sofort erkannt, auch wenn man ihr anhört, wie sehr sie mit sich kämpft.
Die junge Frau ist hin und hergerissen, am liebsten würde sie ihn in den Arm nehmen, aber so weit ist sie einfach noch nicht.
Also setzt sie sich ihm gegenüber und wartet bis er die Augen aufschlägt.
Marius lächelt sie etwas verlegen an.
Lilly sagt leise,
"Danke, dass du meinem Vater geholfen hast."
Dann verstummt sie wieder.
Christian, der die Szene wortlos von der Türe zum Flur verfolgt hat, nimmt seine Jacke und schleicht sich hinaus. Die Beiden müssen das alleine klären und er will wieder zurück zu Olli.

Im No Limits angekommen hört er wie Olli gerade mit Tristan telefoniert.
"Die restlichen Gäste sind durch diesen Vorfall vertrieben worden..."
-Die wollten nur in nichts reingezogen werden, Feiglinge-, denkt Christian.
"...wenn es OK ist würde ich dann für heute schließen."
Offensichtlich ist Tristan einverstanden, denn Olli verabschiedet sich, legt das Handy weg und schickt die Bedienung nach Hause.
Als Kathi gegangen ist, sagt er,
"Christian ich hole nur meine Jacke, dann können wir los."
"Warte Olli ich glaube wir sollten den Beiden zuhause noch eine Weile Zeit geben.
Olli sieht ihn an, nickt dann und schließt die Tür von innen ab.
"Auch gut. Cocktail?"
Christian lächelt,
"Gern! Was fruchtiges, ohne Alkohol. Ich schätze ich brauche meine Sinne heute noch, oder?"
Mit einem frechen Glitzern in den Augen dimmt Olli das Licht und geht mit seinen Cocktails zu der großen Liege am Pool, auf der Christian es sich schon gemütlich gemacht hat.
Er legt sich neben ihn und sie stoßen an. Für ein paar wenige Momente genießen sie einfach die Ruhe und blicken auf den glatten Wasserspiegel des Pools. Bis Olli sich langsam zu seinem Mann dreht und ihn durchdringend ansieht. Ohne den Blick von Christians intensiven Augen zu nehmen, nimmt er ihm den Drink aus der Hand, ganz langsam wandert seine Hand nach unten. Lasziv lässt er sie über seinen Brustkorb streichen und zieht ihm das Shirt über den Kopf. Noch langsamer und genüsslicher öffnet er die Knöpfe seines eigenen Hemdes und murmelt,
"Weißt du eigentlich, dass wir in all den Jahren noch nie zusammen im Pool waren."
In Christians Gesicht breites sich ein vorfreudiges Strahlen aus. Er zeiht die Augenbraue hoch,
"Das lässt sich ändern."
Und mit einem flotten Sprung ist er hoch, in Windeseile hat er den Rest seiner Kleidung bis auf die Short ausgezogen und springt hinein. Lachend macht Olli es ihm nach.
Übermütig toben sie zuerst wie die jungen Hunde, dann küssen und necken sie sich, bis Olli es nicht mehr aushält, an den Rand schwimmt und sich wieder auf die Liege legt. Ein Blick genügt und er hat die nasse Short noch nicht einmal richtig ausgezogen, da liegt Christian schon neben ihm. Er kniet sich über ihn und sieht ihm tief und lange in die Augen. Bis er sich das Handtuch schnappt und Olli sanft und zärtlich abtrocknet. Was unweigerlich in einem lustvollen Liebesspiel endet.
Als sie später doch noch ihre Cocktails trinken, lacht Olli plötzlich auf,
"Hey Christian weißt du eigentlich, dass auch das eine Premiere war, hier im No Limits haben wir noch nie Sex gehabt."
"Für's erste Mal war's gar nicht so schlecht, das sollten wir aber auf jeden Fall mal wieder üben….Olli ich denke, jetzt können wir uns auch langsam nach Hause trauen.
Ich bin gespannt, ob Lilly und Marius alles klären konnten."

"Oh Olli, sieh mal ich glaub ich hab ein Dejà Vu. Haben wir nicht schon Andere auch so vorgefunden?", meint Christian zufrieden lächelnd, als sie ihre Wohnung betreten und ein auf dem Sofa zusammen gekuscheltes,  friedlich schlafendes Paar entdecken.
Durch das Schließen der Haustür, wachen Marius und Lilly auf.
"Hallo ihr Zwei!"
Olli zieht fragend die Augenbrauen nach oben, worauf hin Marius Gesichtsausdruck ganz verlegen wird.
"Oh es tut mir leid, ich wollte nicht..."
"Marius es ist OK. Kein Stress! Wie geht es deiner Nase?", unterbricht ihn Lillys Papa gutmütig.
"Besser danke…Ähm… Ich…Ehrlich, es tut mir furchtbar leid, ich habe mich wie ein Idiot benommen….Es war dumm von mir. Entschuldigt….Durch meine Verbohrtheit, hätte ich beinahe Lilly verloren."
Er zieht sie fester an sich ran.
"Dad kann Marius vorläufig bei mir bleiben? In seine Wohnung zu diesen... , will er natürlich nicht mehr zurück."
"Aber ja doch“, nickt er. „Selbstverständlich.“
"Oh Olli", seufzt Christian und lässt sich theatralisch in einen Sessel sinken, "auf dass unser Haus voll werde.  Langsam entwickeln wir uns in unsere WG Zeiten zurück."


Am nächsten Morgen steht Emma nervös vor der Praxis ihres Gynäkologen, als Lilly ziemlich außer Atem um die Ecke kommt.
"Entschuldige, ich musste noch Marius zur Uni begleiten, sonst wär's aufgefallen."
"Marius?"
"Heute Nacht ist einiges passiert, erzähl ich dir später.
Jetzt gehen wir erst mal rein."
"So Frau von Lahnstein, dann wollen wir mal sehen.
Ende Dritter Monat, das kommt hin, da sehen sie es eindeutig...
Weiß der Vater Bescheid?.."
"Noch nicht", gibt Lilly zur Antwort, da Emma gerade nichts sagen kann.
"Das sollten sie aber schnellst möglich tun, in ihrer Situation braucht man jede Hilfe die man bekommen kann."
"Ich werde dafür sorgen, dass er es erfährt und unsere Eltern auch."
"Aber nicht meine Mutter, sie haben doch eine Schweigepflicht", bricht es aus Emma heraus. Aufgewühlt sieht sie ihre Frauenärztin an.
"Natürlich, aber falls sie sich entscheiden, das Kind zu bekommen, wird es sich nicht mehr allzu lange verheimlichen lassen."
"Ja sie haben ja recht.“
Emma schließt kurz die Augen, atmet tief durch und zieht sich wortlos an. Nach noch ein paar Erklärungen und Hinweisen, wie es jetzt weitergeht, steht die werdende Mutter auf. Sie muss jetzt hier raus.
„Gut, wir sehen uns also in vier Wochen wie ausgemacht, Danke….Lilly kommst du!"

Als die beiden Frauen die Praxis verlassen haben, bleibt Emma erstmal schwer atmend auf dem Gehweg stehen, Sie sieht ihre Freundin an und plötzlich beginnt sie zu zittern und Tränen laufen ihr über die Wangen. Obwohl sie ja damit gerechnet hat, überfordert sie die Situation jetzt gerade völlig. Lilly legt ihr behutsam den Arm um die Schulter. Dann nimmt sie ihr Handy heraus und telefoniert. Mit der leise schluchzenden Emma im Arm steuert sie auf den kleinen Park gegenüber zu. Mit sanftem Druck schiebt sie ihre Freundin auf die nächste Bank und beendet ihr Telefonat.
"Emma, Florian kommt. Er sollte jetzt hier sein, ihr müsst das besprechen."
Langsam dreh sich Emma zu ihr.
"Danke, Lilly, du bist echt eine Freundin."
"Hey ich bin die Tante!"
Emma versucht zu lächeln. Erschöpft lehnt sie sich auf der Bank zurück und legt ihren Kopf auf Lillys Schulter.
Als Lilly ihren Bruder kommen sieht, tippt sie sie an und steht sie auf. Aufmunternd nickt sie ihr zu und geht etwas Abseits, um den beiden Liebenden Raum für das dringend notwendige Gespräch zu geben. Aufmerksam beobachtet sie wie Florian, mit immer größer werdenden Augen, Emma zuhört und erst mal gar nichts sagen kann.
Die junge Mutter sieht ihn an und wartet.
Wortlos steht Florian auf und läuft zum Ententeich in der Mitte des Parks.
Lilly will ihm schon hinterher, da sieht sie wie er laut hörbar einatmet, sich strafft und dann wieder umdreht. Er kniet sich vor die verzweifelt zusammen gesunkene Gestalt auf der Bank hin. Sanft hebt er ihren Kopf, so dass sie ihn ansehen muss und sagt,
"Schatz warum hast du nichts gesagt, du hättest da doch nicht solange alleine durchgemusst. Ich bin da!!….Ich habe zwar noch keine Ahnung wie, aber wir schaffen das.“
Er stockt kurz, doch dann muss er einfach fragen,
„Möchtest du es behalten?"
Emma nickt unsicher, Flüsternd antwortet sie,
"Es ist ein Baby, Florian, ein Baby von dir und mir, ich könnte nicht...."
Zärtlich streicht er ihr über die Wange.
"Gut Emma, ich nämlich auch nicht!!"
Nach wenigen Augenblicken in denen sich die beiden unverhofft zu Eltern gewordenen jungen Menschen einfach nur in die Augen blicken, erhebt sich Florian wieder und dreht sich zu seiner Schwester um. Wieder mit fester Stimme bittet er sie,
"Lilly könntest du zuhause Bescheid sagen, dass wir erst nach dem Abendessen heim kommen und zusehen, dass die Beiden dann auch da sind. Emma und ich brauchen jetzt Zeit um alles zu besprechen, aber dann müssen sie es erfahren."
Emma nickt zustimmend.
"Und ich rufe meinen Dad auch an. Ist das OK, wenn er dazu kommt?"
"Wie du möchtest“, stimmt Florian ihr zu.
Lilly lächelt und signalisiert so ihre unverbüchliche Unterstützung.
"Gut ich organisiere das“, meint sie tatkräftig und drückt das junge Paar an sich. Dann verabschiedet sie sich von ihnen.
„Macht's gut ihr Zwei, bis später."
"Danke Lilly", sagen die Beiden fast gleichzeitig.
"Ach Lilly und das mit Marius erklärst du mir noch“, ruft ihr Emma hinterher.
"Das kann ich machen, ich habe ihn vorher in der Uni getroffen", meint Florian.
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