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Royal Girlfriend

Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Het
Catherine "Kate" Duchess of Cambridge OC (Own Character) Prinz George Prinz Henry "Harry" of Wales Prinzessin Charlotte of Cambridge William Duke of Cambridge
17.04.2021
29.09.2022
10
16.031
16
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Dieses Kapitel
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22.09.2022 1.521
 
Kapitel 8: „Ich hatte gehofft, es war alles nur ein schlechter Traum.“

„Hey, wie geht es dir?“, fragte Ella, als sie bemerkte, wie Harry sich auf dem Sofa räkelte und letztlich streckte. Dieser gähnte und hockte sich nach einem Blick auf die Uhr auf.

„Geht schon“, meinte er und starrte geradewegs das Kissen vor sich an. Ein bisschen geholfen hatten diese zwei Stunden Schlaf schon noch. Er war auf jeden Fall fitter. Wahrscheinlich taten auch die Medikamente ihren Teil. „Und dir?“, fragte er letztlich und sah auf. Dann sah er aber die große rote Verfärbung an Ellas Hals und erhob sich wie von automatisch aus dem Sofa. „Um Gottes Willen. Wir sollten dich zu einem Arzt bringen“, meinte Harry sofort und trat an Ella heran.

„Ach quatsch“, versuchte diese die Situation runterzuspielen. Würden sie jetzt einen Arzt aufsuchen, würde Harry sich bestimmt gleich noch schlechter fühlen. Als hätte er sie krankenhausreif geschlagen. Aber derweil war es ja nur ein kleiner Bluterguss. „Das ist nur ein Bluterguss. Nicht so schlimm. Ich weiß nur nicht, was ich anziehen soll.“

„Wir sollten das heute einfach absagen … oder verschieben“, meinte Harry überstürzt.

„Nein, nein“, sagte Ella sanft. „Alles in Ordnung. Lass uns was zum Frühstücken organisieren und … wir finden schon eine Lösung.“ Ella war zwar nach wie vor kein Fan davon, in der Öffentlichkeit aufzutreten, aber ihren ersten richtigen Termin an Harrys Seite wollte sie dann wiederum auch nicht zerstören. Sie konnte Mrs. Treton von der Publicity schon hören: ‚Katastrophal, dass Sie das abgesagt haben. Das wirft ein ganz schlechtes Bild auf Sie.’ Und das wollte sie auf jeden Fall vermeiden.

„Ich … ich schicke Pierce oder David zum einkaufen. Die sollen dir etwas besorgen“, sagte Harry letztlich voller Tatendrang. Er wollte das irgendwie dringend wieder gut machen. Er war direkt zur Tür gegangen und Ella hörte ihn einige Worte wechseln. Sie wusste nicht mal, welcher der beiden Bodyguards gerade dort stand.

Als er zurück kam, seufzte er einmal lautstark auf und schloss kurz die Augen, danach sagte er: „Ich hatte gehofft, es war alles nur ein schlechter Traum.“

„Ich auch“, hätte Ella fast gesagt. Aber sie verkniff es sich. Denn wie gesagt – sie wollte nicht, dass er sich noch schlechter fühlte, als er es nicht schon tat. Also sagte sie nichts, ging auf ihn zu und nahm ihn in den Arm.

„Dr. Berning meint ich habe geschlafwandelt. Und das sich da gut etwas machen lässt. Hauptsächlich lag es wahrscheinlich aber eh daran, dass ich gestern im Flug meine Medikamente vergessen habe.“ Ja, er hatte auch nach wie vor Angst, dass es nochmal passieren würde. Aber er wollte nicht wieder wie der komplette Volltrottel vor Ella dastehen. Sie war es doch gerade, die am meisten unter der Situation mit der Öffentlichkeit litt. Da musste er für sie da sein. Und nicht andersrum. Deswegen versuchte er, die ganze Sache ein wenig herunterzuspielen. Für sie – und vielleicht auch ein bisschen für sich selbst. Weil er es nicht mit sich selbst vereinbaren konnte, dass er der Frau, die er liebte, auf irgendeine Art und Weise wehtat.

Ella und Harry versuchten den restlichen Morgen noch so gut es ging mit dem Frühstück des Roomservices zu genießen. Bald drauf kam auch Pierce von seinem Shopping-Trip zurück; er hatte drei Rollkragenpullis und zwei Schals mitgebracht. Für beides war es logischerweise ein bisschen zu warm, aber letztlich entschied Ella sich für einen der Pullis. Ein beiger, der gut zu ihrem dunkelbraunen und knielangen Rock passte. Am meisten schade fand Ella, dass die Kette mit Dianas Anhänger durch den Rollkragen ein wenig Fehl am Platz war. Aber sie würde noch genug andere Möglichkeiten haben, diese erneut zu tragen.

„Geht das so?“, fragte sie, als sie sich vor dem Spiegel betrachtete und am Kragen des Pullis rum zupfte. Harry kam aus dem Nebenzimmer hinzu und kümmerte sich gerade um die Knöpfe an seinem Hemd.

„Wunderschön“, murmelte er nur und schaute sie verträumt an. Er wusste noch genau, wie er sie damals das erste Mal im Rosengarten gesehen hatte und wie sie ihm schon damals gefallen hatte. Vor allem ihre leicht tollpatschige Art liebte er so sehr an ihr.

„Eure Hoheit, der Wagen wäre da“, hörte man nach einem kurzen Klopfen dumpf die Stimme von außerhalb der Suite.

Auf dem Weg zur neu erbauten Klinik, erzählte Harry noch ein wenig vom Ablauf, während Ellas Blick fast durchweg durch die Straßen von Maseru glitt. Nach dem heutigen offiziellen Tag hatten sie noch die nächsten paar Tage, um sich hier ein wenig umzusehen. Außerdem waren sie für heute Abend auch beim Mitbegründer von Sentebale eingeladen – dem 55-Jährigen Prinz Seeiso, zu dem Harry auch ein gutes persönliches Verhältnis hatte. Aber ihn würde sie in wenigen Minuten sowieso kennenlernen.

Bei der Klinik angekommen war Ella überrascht von der Anzahl an Menschen, die vorbeigekommen waren, um Harry zu sehen. Man hatte eine kleines, überschaubares Podest aufgebaut und auf dem Weg dort hin grüßte Harry hier und dort einige Menschen, während Ella lächelnd daneben stand. Auf dem Podest selbst wartete, wie Ella richtig in Erinnerung hatte, auch schon Prinz Seeiso.

„Freut mich, eure Hoheit“, sagte Ella, nachdem Harry sie vorgestellt hatte.

„Die Freude ist ganz meinerseits, Miss Ruthermore“, erwiderte der ältere Herr und gab ihr einen vornehmen Handkuss. Dann winkte er ein kleines Mädchen zu sich, welche einen wunderschönen Blumenstrauß in der Hand hielt.

„Oh für mich? Vielen Dank“, sagte Ella überrumpelt und ging in die Hocke, um die Blumen entgegen zu nehmen. Das Mädchen schaute scheu und verschwand dann wieder nach hinten, nachdem sie die Blumen abgegeben hatte. Dann wandte Prinz Seeiso sich an die Meute, die sich vor der Klinik versammelt hatten, darunter auch eine Vielzahl von Journalisten und Fotografen.

„Wir freuen uns, heute im Rahmen der von Prinz Harry und mir gegründeten Sentebale Stiftung diese neue Klinik zu eröffnen. Anders als bei unserer bisherigen Arbeit möchten wir hier eine fixe Anlaufstelle …“

Ella driftete ab, als sie mit einem dezenten Lächeln in die Menschenmenge schaute. Hier und da hörte man ein Knipsen der Kameras. Sie beobachtete Reporter, die ihre Stifte gezückt hatten und einige Worte fleißig nieder schrieben. Sie erblickte aber auch viele junge Kinder, die scheinbar hier ihre Zukunft sahen. Hier in dieser Klinik.

Erst als alle klatschten, kam Ella wieder zu sich und musste feststellen, dass sie auch durch Harrys komplette Rede geträumt hatte. Im Anschluss wurde ein großes rotes Band symbolisch gemeinsam von Prinz Seeiso und Harry durchgeschnitten – und die Klinik galt als eröffnet. Anschließend bekamen sie eine Tour durch das neue und moderne Gebäude.

Am späten Nachmittag waren sie dann auch schon auf dem Weg zum Wohnsitz von Prinz Seeiso.

„Das lief doch eigentlich ganz gut“, meinte Ella zufrieden und seufzte. Sie hatte es sich irgendwie schlimmer vorgestellt, aber letztlich stand sie ja auch nur die ganze Zeit neben Harry und lächelte freundlich. Wahrscheinlich würden ihr morgen die Mundwinkel davon weh tun.

„Das war mehr als nur ganz gut“, meinte Harry, der solche Termine ja schon zu Hauf hinter sich hatte. Gerade wollte Ella noch lächelnd erwidern, wie nett sie Prinz Seeiso fand, da klingelte Harrys Handy im Sturm. „Mrs. Treton“, murmelte Harry und rollte die Augen. Was wollte sie nun schon wieder? Er stellte sein Handy direkt auf laut.

„Eure Hoheit“, begann sie, „was ist das für ein Rollkragenpulli? Wir werden uns morgen anhören dürfen, dass Ella komplett prüde und verklemmt ist.“

Harry schloss die Augen und ließ seinen Kopf in den Nacken fallen – so gut es im Auto nur ging. Er hatte den Auftritt wirklich als Erfolg angesehen. Zumindest nachdem, wie der Tag angefangen hatte, hatte er endlich mal etwas positives miterleben können. Aber er hatte nicht mit Mrs. Treton gerechnet, welche immer vom schlimmsten ausging.

„Es gab einen Kaffee-Unfall und ich glaube ein Rollkragenpulli ist besser als nackt auf der Bühne zu stehen“, ließ er sich seufzend einfallen und fuhr mit der freien Hand seine Schläfen nach. Ella konnte nicht anders, als Harry bemitleidend anzusehen. Da wirkte es einmal so, als wäre etwas gut verlaufen und dann wurde es direkt wieder zunichte geredet.

„Nachdem ich Sie nun schon am Telefon habe. Das Social Media Team hat einige Instagram-Posts für Ihren Geburtstag vorbereitet. Sie sollten sie als Mail erhalten haben. Können Sie bitte einen auswählen?“

Und während Harry ein unterdrückt genervtes „sicher, sicher“ von sich gab, weiteten sich Ellas Augen: Harrys Geburtstag stand bevor. Diesen Sonntag. Also am Tag der Rückreise. Sie war überhaupt gar nicht vorbereitet. Harry hatte sie schon vor Ewigkeiten zur offiziellen Feier eingeladen, das musste schon mehrere Wochen her sein, und natürlich hatte sie zugesagt. Aber vor lauter Stress hatte sie das total vergessen. Dass sie dementsprechend auch kein Geschenk hatte, darauf musste man an dieser Stelle auch gar nicht weiter eingehen.

„Alles in Ordnung?“, fragte Harry, nachdem er aufgelegt hatte und Ella dabei erwischte, wie sie starr ins nichts sah.

„Dein Geburtstag“, sagte sie feststellend und sah zu ihm hinüber. „Ich hab deinen Geburtstag vergessen.“

Harry sah Ella leicht belustigt an und brach letztlich in ein Lachen aus: „Ich hab neulich durch eine Zeitung erfahren, wann du überhaupt Geburtstag hast. Es sei dir verziehen.“

***


Uff. Die Queen. Ruhe in Frieden.

Eure miss stuart
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