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Alte Liebe, Neue Liebe

von Janiee
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Friedrich Baldwein / Fred Melanie Klupsch Trudhild Bogolowski / Trude Wilma Irrling
17.04.2021
14.05.2021
13
12.930
 
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17.04.2021 600
 
Mir ist schwindelig und schlecht vor Aufregung zugleich. Der Mann mit dem ich die letzten fünf Jahre verbracht habe, kniet vor mir und öffnet eine kleine Schachtel, in der ein Verlobungsring mit Diamanten hervorblitzt. Ich merke wie ich hin und her schwanke und mir heiß und kalt wird. Ich sehe Bilder vor meinem Inneren, es ist als würde mein Leben an mir vorbei ziehen. Ich dachte immer das wäre nur beim Sterbeprozess so. War ich am sterben? Während die Bilder aus meiner Jugend und Kindheit an meinen Inneren Augen vorbeizogen, sah ich immer wieder ein Gesicht. Ein Gesicht welches ich geglaubt habe, schon längst vergessen zu haben. Blaugrüne Augen blitzen mich an und Lippen, dessen verschmitztes Lächeln ich solange vermisst habe, sagen immer wieder meinen Namen „Sprotte, Sprotte, Sprotte.“ Die Lippen kommen auf mich zu und legen sich auf meine. Auf einmal weiß ich wieder genau wie sich das angefühlt hat.

Ich schüttele meinen Kopf, als wolle ich eine Fliege aus meinem Haar schütteln. „Charlotte?“ Ich bin wieder in der Gegenwart und meine Reise in die Vergangenheit ist vorerst abgeschlossen. „Was?“ frage ich verwirrt und blicke in die treuen Reh Augen meines festen Freundes Elias. Er lächelt mich erwartungsvoll an. „Willst du mich heiraten?“ Fragt er nachdrücklich. In seinen Augen steht Hoffnung und fast schon ein bisschen Verzweiflung. Was tue ich hier eigentlich? Warum habe ich nicht schon längst „Ja“ gesagt? Ich gebe mir einen Ruck, lächele Elias an und sage mit zitternder Stimme „Ja.“ Elias springt auf und fällt mir um den Hals. Warum legt sich meine innere Unruhe nicht? Und warum sehe ich immer wieder sein Gesicht? Es ist als wolle er mich warnen. Reiß dich zusammen, Sprotte, verdammt nochmal. Du wirst jetzt wohl nicht nach so vielen Jahren auf einmal wieder an ihn denken. Ich gebe mir einen innerlichen Klaps, schenke Elias ein Lächeln und nehme das Sektglas welches er mir entgegen streckt. Er küsst mich und ich bin wie betäubt. Was habe ich getan?

In dieser Nacht mache ich kein Auge zu. Mein Herz pocht so laut, dass ich mich wundere warum Elias neben mir nicht aufwacht. Wir haben nach seinem Antrag gegessen und Wein getrunken, was bestimmt der Grund dafür ist, dass er so friedlich schläft. Ich betrachte ihn im Mondschein, der durch die Vorhänge unseres Schlafzimmers fällt. Sein Gesicht ist so hübsch und friedlich. Der dunkele Bart bedeckt seine Wangen und sein braunes Haar fällt ihm in die Stirn. Ich kann mich so glücklich schätzen mit Elias. Er war der erste richtige Mann, der in mein Leben trat, nachdem ich meine alten Wunden mehr oder weniger geheilt hatte. Er hat mich immer glücklich gemacht und gibt mir alles was eine Frau sich wünschen kann. Noch dazu sieht er gut aus und hat ein gutes Herz. Ich fühle mich wohl bei ihm. So lange habe ich mir gewünscht, dass diese eine Frage kommt. So sehr habe ich mir gewünscht, dass gerade Elias mir einen Antrag machen würde. Warum bin ich dann jetzt nicht glücklicher? Warum fühle ich mich, als hätte jemand mein Inneres ausgelöscht? So leer und als ob irgendetwas nicht stimmt. Anstatt eine positive Aufregung zu spüren, spüre ich Bedrückung und einen Inneren Kampf. Es ist lange her, als ich mir das letzte Mal erlaubte einen dieser Tagträume zu haben und seitdem ich glücklich mit Elias war, verspürte ich dafür auch kein Verlangen mehr, doch jetzt war es wieder so als würde ich diesen Inneren Kampf verlieren. So wie vor ein paar Jahren, als es noch so weh getan hatte. Ich verliere den Kampf das erste Mal seit fünf Jahren in dieser Nacht.
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