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Im Auge des Sturms

von JollyCash
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Het
Albus Dumbledore Draco Malfoy Harry Potter Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Lucius Malfoy OC (Own Character)
13.04.2021
14.06.2021
55
64.205
4
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11.06.2021 1.151
 
Ich war mehr als erleichtert, dass Draco genau in dem Moment in den Raum der Wünsche trat, als ich den anderen gesagt hatte, dass ich ein Obscurial war. Ich musste nichts sagen, er wusste sofort was geschehen war und nahm mich fest in den Arm. <<Ich musste es tun, Draco. Ich musste es ihnen sagen.>> wiederholte ich immer und immer wieder und mein gesamter Körper zitterte wie Espenlaub. Hätte Draco mich nicht festgehalten, hätten meine Knie mit Sicherheit nachgegeben. Ich hörte wie die anderen redeten, verstand aber nicht was sie sagten, bis sich eine Stimme klar und deutlich unter ihnen hervorhob: <<Wir sollten sie den Todessern aushändigen. Sollen die sich doch mit ihr herumschlagen.>>Ich hob meinen Kopf und sah suchend über die Schülermenge und erkannte Seamus Finnigan, einen Gryffindor aus meinem Jahrgang, als den Sprecher.
Ich spürte wie Draco sich anspannte und sah, dass sich seine Hände zu Fäusten ballten. Ich wollte ihn aufhalten, aber ich war zu schwach, mich ihm entgegen zu stellen. <<Ich regle das, Darling.>> sagte er entschlossen und ich konnte sehen, wie sich sein Kiefer anspannte, in der Mühe sich zu beherrschen. Er gab mir einen flüchtigen Kuss auf die Stirn, zog seinen Zauberstab hervor und hielt ihn sich an die Kehle. Mit durch einen Zauber verstärkter Stimme wandte er sich an die noch immer tuschelnden Schüler: <<Schämt ihr euch eigentlich nicht? Alexandra hat euch ihr größtes Geheimnis erzählt, aus Angst einen von euch irgendwann zu verletzen! Und ihr? Ihr habt nichts Besseres zu tun, als sie unseren Feinden überlassen zu wollen? Ihr nennt euch „Dumbledores Armee“ und dabei sind die meisten von euch nur ein Haufen aufgeblasener Wichtigtuer! Kaum einer von euch würde sich allein einem Todesser gegenüber stellen! Und anstatt ihr dankbar zu sein, dass sie unsere Feinde geschwächt hat, behandelt ihr sie genauso wie die uns behandeln! Wie eine Aussätzige, wie Abschaum, der ist nicht wert ist zu leben.>>
Das Getuschel war zwar verstummt, aber viele sahen mich noch immer mit einer Mischung aus Misstrauen und Gehässigkeit an. Ich sah von Draco zu den Schülern und versuchte irgendetwas… Schuld oder wenigstens Bedauern in ihren Gesichtern zu erkennen, aber die meisten senkten bei seinem wütenden Blick den Kopf. Es war still geworden im Raum der Wünsche. So unheimlich still und die Stimmung war so angespannt, dass man die Luft hätte zerschneiden können. Dann aber, erhob sich Harry und gesellte sich zu uns. <<Er hat Recht.>> sagte er und sprach an den Rest der Gruppe gewandt: <<Wir>> dabei sah er zu Ginny, Ron, Hermine, Luna und Neville:<<haben Dumbledores Armee gegründet, damit alle, die es wollen, echte Verteidigung gegen die dunklen Künste zu erlernen können. Bei uns geht es nicht darum, ob ihr Reinblüter oder Muggelgeborene seid. Hier geht es um Vertrauen und darum die Dunklen Mächte und Voldemort ein für alle Mal zu besiegen!>> Während er sprach, hatten sich auch die anderen Gründer der Gruppe zu uns gesellt und sahen die verbliebenen 12 Schüler offen an.
Ich hielt den Atem an und versuchte erneut in den Gesichtern uns gegenüber zu lesen. Einige schienen mir noch immer nicht zu trauen, waren aber durch Harrys Worte nachdenklich geworden. Und der Rest… ich hatte keine Ahnung, was sie dachten. Dann jedoch erhob sich ausgerechnet Seamus. Er reckte das Kinn trotzig nach vorn und fixierte mich mit seinen Augen. <<Woher sollen wir wissen, dass sie uns nicht alle in die Luft sprengt, wenn ihr danach ist?>> fragte er und ich riss erstaunt die Augen auf. Dachte er etwa ich könne den Obscurus steuern und nach Belieben einsetzen? Die Luft, die ich angehalten hatte, entströmte meiner Lunge als hätte mir jemand in den Bauch geboxt. Ich sah hilfesuchend zu Draco und bemerkte Hermines Stirnrunzeln aus den Augenwinkeln. Bevor jemand anderes das Wort erheben konnte, sagte die wohl schlauste Hexe unseres Jahrgangs:<< Ein Obscurus entsteht unter anderem dadurch, dass ein Zauberer oder eine Hexe, bezeichnet als Obscurial, seine magischen Fähigkeiten unterdrückt und sich dadurch die Magie in ihm in einen bösartigen Parasiten verwandelt. Das Obscurial, also der Wirt, hat keine Kontrolle über den Parasiten, der bei jedem Ausbruch ein größeres Maß an Zerstörung anrichten kann.>> Gerade als sie nochmal Luft holte, wurde sie von Harry unterbrochen. Er schüttelte stumm den Kopf und sie schloss die Lippen wieder.
Ich wusste genau, was Hermine noch sagen wollte. Sie wollte sagen, dass der Obscurus seinen Wirt über kurz oder lang komplett verzehren würde. Dass er das Obscurial töten würde. Und alles in einem Radius von mindestens einem Kilometer mit ihm. Es gab keine Heilung. Nur die Tränke zur Gefühlsregulierung, die ich von Madame Pomfrey bekam, halfen mir bisher die Kontrolle zu erhalten. Draco hatte meine Hand genommen und drückte sie, was mich zu ihm aufsehen ließ. In seinen Augen, da war etwas, das mich irritierte. Es war nicht die bedingungslose Liebe, die ich darin sah, sondern noch etwas anderes. Aber darum musste ich mich später kümmern, denn noch immer stand ich am Pranger. Ich sah wieder zu Finnigan und den anderen. Dort, wo bis eben noch Misstrauen war, war jetzt Mitleid, was ich nicht unbedingt besser fand. Aber es war immerhin ein Anfang. Nur Seamus schien noch immer nicht überzeugt zu sein, aber Ron versicherte mir, dass ich darauf nichts geben solle, da Finnigan vor nicht allzu langer Zeit auch einer derjenigen war, der lieber dem Tagespropheten glaubte anstatt Harry als es um die Rückkehr von Voldemort ging.
<<Sie ist eine von uns. Ob mit Parasit oder ohne.>> unterbrach uns plötzlich eine Stimme und ich hob meinen Kopf, um zu sehen, wessen es war. Zu meiner Überraschung war es ausgerechnet Seamus, der vor mir stand und mir die Hand reichte. Er sah schuldbewusst drein und sagte: <<Ich sollte mir angewöhnen erst zu denken und dann zu reden.>> murmelte er und Draco warf ihm einen warnenden Blick zu. <<Ganz recht, Finnigan.>> sagte er und legte einen Arm um meine Hüfte. Der angesprochene wandte den Blick ab und ging zurück zu seinen Freunden. <<Willkommen im Team, Kleines.>> sagte einer von Rons älteren Brüdern und schlug mir auf die Schulter. <<Oder eher: Willkommen zurück!>> feixte der andere und ich fragte mich zum ersten Mal, wieso jeder Probleme hatte die beiden auseinander zu halten. Ich lächelte die beiden an und sagte: <<Danke, Fred, George.>> und blickte den jeweiligen bei dessen Namen an, woraufhin beide erstaunt die Brauen hoben. <<Woher weißt du?>> fragten sie wie aus einem Mund und ich hob grinsend die Schultern: <<Ich kann gut raten.>> wiegelte ich ab und wir lachten. Es tat gut zu lachen.
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