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Thranduil || Flammendes Herz

von EinBaum
GeschichteDrama, Romance / P12 / Het
OC (Own Character) Thranduil
13.04.2021
17.05.2021
42
95.094
2
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04.05.2021 2.196
 
Auch Tauriel und Legolas waren mittlerweile eingetreten, sofort machten sie sich daran in die umliegenden Räume zu schauen aber auch ihnen war die dicke Staubschicht aufgefallen. Hier war eindeutig schon lang keiner mehr gewesen. Nachdenklich behielt der blonde Elb Naira im Auge. Der Brief könnte sie komplett aus der Bahn werfen, auch wenn sie versuchte zu verbergen, wie aufgelöst sie war.

Vorsichtig trat Legolas noch näher an die Elbin und räusperte sich. »Willst du den Brief wirklich lesen?« Nairas Finger verharrten direkt über dem Siegel, bevor sie kurz durchatmete und dann leicht den Kopf schüttelte. »Nein… Zumindest nicht alleine.« Schnell steckte sie den Brief in ihre Hosentasche. »Lasst uns wieder gehen. Ich möchte nicht hierbleiben!« Bittend sah sie Legolas an, allerdings kam Tauriel ihm zuvor.

»Legolas?« Tauriels Gesicht erschien mit einem fragenden Gesicht im Türrahmen. Sofort ließ der Elb seinen Kopf zu ihr schnellen. Mit einem leisen Seufzen sah Naira ebenfalls zu Tauriel. Sie wusste genau, was Tauriel entdeckt hatte. Mit langsamen Schritten folgte sie Legolas in die Richtung ihres alten Zimmers. Jeder Schritt zerrte an ihren Nerven und sie brachte es nicht übers Herz um die Ecke zu treten und in ihr Gefängnis zu schauen in dem sie die meisten Jahre ihres Lebens verbracht hatte.

Sie befahl sich selbst ruhig zu atmen und lehnte sich gegen die kühle Wand. Sie zuckte leicht zusammen, als ihr Rücken gegen die Mauer traf, trotzdem war sie froh über die Kälte dieser Wand. So konnte sie sich zumindest auf etwas anderes konzentrieren.

Legolas trat neben Tauriel ins Zimmer und sah sich unruhig um. Es war wohl Nairas altes Zimmer, zumindest würde das Nairas Reaktion erklären. Sprachlos blieb er in der Tür stehen und sah sich im Zimmer um. Sein Blick fiel sofort auf die vergitterten Fenster. Das war doch kein Zimmer für eine Prinzessin. Schnell ließ er seinen Blick weiter durchs Zimmer huschen. Bei den Büchern, die wahllos auf dem Boden lagen stoppte er. Er kannte diese Bücher, es waren die Bücher die niemand in der Bibliothek anrührte, weil all die grausamen Taten von Thranduil dort niedergeschrieben waren. Er biss seine Zähne so fest aufeinander, dass seine Wangenknochen hervortraten. »Lass uns gehen Tauriel!« Seine Stimme ließ keinerlei Widerrede zu, allerdings war Tauriel schon von alleine wieder zur Tür gelaufen. Allein wenige Minuten in diesem Raum hatten sie aus der Bahn geworfen. Sie verstand nicht, wie Naira mehrere Jahre hier hatte leben können.

Legolas musterte den Raum ein letztes Mal mit Abscheu, bevor er die Tür hinter sich schloss. Kein Wunder, dass Naira so große Angst vor ihrem Vater gehabt hatte. Legolas blieb direkt vor Naira stehen und sah ihr besorgt in die Augen. »Weiß mein Vater das?« Die Elbin wich seinem Blick aus und wich seiner Frage aus. »Er weiß, dass meine Eltern mich die erste Woche eingesperrt haben und… dass ich über seine Taten gelesen habe.« Schnell stieß sie sich von der Wand ab aber Legolas entging nicht, dass ihre Hände zitterten und sie ihre Tränen bei der Erinnerung zurückhielt.

Vorsichtig hielt er sie am Handgelenk zurück, bevor sie vor ihm weglaufen konnte. »Du musst es ihm sagen. Nicht, dass er dich unwissentlich verletzt.« Die Elbin nickte, allerdings sah sie ihm dabei nicht in die Augen. Sie würde es Thranduil sagen, wenn die Zeit reif war. Nicht jetzt. Ihre Hand klammerte sich um den Brief in ihrer Tasche, während sie sich weiter aufrichtete und stolz ihre Schultern straffte. »Alles zu seiner Zeit. Wir sollten wieder zu ihm gehen. Ich denke nicht, dass Lord Elrond lange auf sich warten lässt.«

Mit diesen Worten löste sie bestimmt Legolas Hand von ihrem Handgelenk und lief nach draußen und die Treppe nach unten zurück zu Estel. Auch Tauriel hatte die Nervosität der blonden Elbin mittlerweile bemerkt. Naira lief so schnell vor diesem Schloss weg, dass sie beinahe die Treppen nach unten fiel. Immer wieder biss sie sich auf die Lippe um ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten. Es war weder die richtige Zeit, noch der richtige Ort um einen Zusammenbruch zu erleiden. Sie war so viel mehr als das! Sie war stärker und konnte das, was ihre Eltern ihr angetan hatten verarbeiten.

Der Pfiff, mit dem sie Estel rief war lauter als beabsichtigt. Tauriel und Legolas warfen sich währenddessen einen vielsagenden Blick zu. Sie mussten sie so schnell wie möglich zu Thranduil bringen. Er würde wissen, was zu tun war. Schnell schwangen auch sie sich auf ihre Pferde und lenkten sie hinter Estel und Naira her. Die Elbin war Hals über Kopf aufgebrochen. Wenn es nach ihr gegangen wäre, dann hätte sie dieses Schloss in Flammen gesteckt. Das Einzige, was sie davon abhielt eigenhändig die Fackel zu werfen war der Pakt, den sie mit Fëanor schließen wollten.

Estel drehte immer wieder seinen Kopf zu Naira und stupste seine Reiterin am Knie an. Auch er konnte spüren, was für schreckliche Gedanken gerade durch ihren Kopf gingen. Erst, als sie bereits die Grenzen des Düsterwaldes passiert hatten beruhigte sich ihre Atmung wieder etwas.

Sie trieb Estel unaufhaltsam über den Waldweg und Tauriel und Legolas folgten ihr mit etwas Abstand. Sie konnte die Wortfetzen hören, die immer wieder von den beiden zu ihr schwirrten. Sie war sich ziemlich sicher, dass sie sich über sie unterhielten aber es war ihr egal. Sie wollte einfach weg von den Erinnerungen und das gelang ihr auch, nur der Brief in ihrer Tasche lastete wie ein schweres Gewicht auf ihrem Schenkel und brannte förmlich ein Loch durch den Stoff.

Sie ritt viel früher, als Tauriel und Legolas durch das Tor und Thranduil wartete bereits auf sie. Vorsichtig griff er nach Estels Zügeln, bevor er Naira glücklich ansah. Es ging der Elbin gut trotzdem musterte er ihren Gesichtsausdruck mit Sorge. »Ist alles in Ordnung?« Naira nickte mechanisch, während sie ihr Bein über den Sattel schwang und langsam von Estel glitt. »Alles in Ordnung.« Ihre Stimme klang fremd in ihren Ohren, mechanisch löste sie ihren Ledergürtel mit den Schwertern und ließ ihn einfach auf den Boden fallen.

Legolas und Tauriel waren mittlerweile auch im Hof eingetroffen. Ein einziger Blick zu Legolas verriet Thranduil, dass seine Sorge angebracht war. Vorsichtig legte er seine Arme um sie und seufzte leise. »Was ist passiert?« Nairas Atem ging zittrig an seiner Brust, als er sie umarmte. Es war nur die Erinnerung an einen einzelnen Raum. Das sollte ihr nicht so zusetzen! Vor ihrem inneren Auge zuckten die Bilder von ihrem alten Zimmer auf und ab und verschwammen anschließend mit den Texten in den Büchern.

Ein stummes Wimmern verließ ihren Mund und sie konnte den Brief immer noch in ihrer Tasche spüren, wie er dort glühte. Mit einem schnellen Ruck riss sie ihn aus der Tasche und löste sich gleichzeitig aus der Umarmung. »Meine Mutter hat mir einen Brief hinterlassen.« Sie hielt den Brief so fest, dass sich ihre Finger in das Weiche Papier gruben. Besorgt trat Thranduil einen weiteren Schritt auf sie zu, als er sah wie stark ihre Hand zitterte. »Du hast ihn noch nicht gelesen?«

Naira schüttelte ihren Kopf. Sie hatte gehofft, dass sie bei ihm mehr Kraft haben würde um den Brief zu lesen aber das Gegenteil war der Fall. Sie wollte sich einfach nur in seinen Armen verstecken und weiter daran glauben, dass ihre Mutter sie liebte. »Soll ich ihn für dich öffnen?« Ruhig sah er die Elbin an und griff vorsichtig nach dem Brief. Sie klammerte sich allerdings nur noch mehr an ihn und schüttelte den Kopf. »Ich will ihn nicht lesen!«

Thranduil konnte die Angst in ihren Augen erkennen und atmete tief durch. »Das ist in Ordnung. Es ist deine Entscheidung, ob du ihn liest oder nicht. Vielleicht wäre es gut erstmal anzukommen.« Es schmerzte ihn die Elbin so zu sehen. Auffordernd hielt er ihr eine Hand entgegen, um sie nach Drinnen zu geleiten. Naira stockte allerdings und ließ ihren Blick zu Thranduils Augen huschen.

Sie musste nachdenken und das bestmöglich allein. Mit einem gequälten Gesichtsausdruck schlug sie Thranduils Hand aus, drückte ihm allerdings den Brief in die Hand. Sie wollte ihn nicht länger bei sich haben. »Ich… Es tut mir leid aber ich muss allein sein!« Ihre Hand umschloss jetzt Estels Zügel, bevor sie einige Schritte zurückwich und sich wieder auf den Hirsch schwang. »Ich…« Sie suchte nach den richtigen Worten, während Thranduils Blick besorgt auf ihr lag.

»Bitte ich brauche nur für eine halbe Stunde meine Ruhe. Ich reite nicht weit weg, nur ein bisschen durch den Düsterwald und Estel ist ja bei mir!« Thranduil hielt mit einer Hand immer noch Estels Zügel fest. Er konnte sie nicht einfach gehen lassen. Der Wald war gefährlich. Vor allem jetzt, wo sie Elrond den Krieg erklärt hatten. Nur der flehende Blick in ihren Augen hielt ihn davon ab Nein zu sagen. Er fraß sich bis in sein inneres und sorgte dafür, dass sich alles unangenehm zusammenzog. Was hatte die Elbin so aus der Bahn gebracht?

Immer noch zweifelnd ließ er die Zügel los. »Pass auf dich auf. Ich warte hier auf dich. Bis in einer halben Stunde. Ich liebe dich Naira!« Ernst sah er die Elbin an und nahm eine ihrer Hände aus den Zügeln, um ihr sanft einen Kuss auf diese zu hauchen. Auch wenn sie ihre Ruhe wollte sollte sie wissen, dass er immer für sie da war. »Lass nicht zu, dass ihr etwas geschieht Estel!« Ruhig fuhr er mit seiner Hand über den Hals des Hirsches, bevor Naira ihn wieder zum Tor hinaustrieb.

Mit einem leisen Seufzen sah er den beiden nach, bevor sein Blick auf den Brief in ihrer Hand wanderte. Das Wachssigel war noch intakt, was genau hatte Naira so aus der Bahn geworfen? Unzufrieden steckte er den Brief ein. Vielleicht würde sie heute Abend genügend Kraft haben, um ihn zu lesen. Sein Blick glitt langsam auf den Boden, wo immer noch der Waffengürtel von Naira lag. Unruhig musterte er die Schwerter. Eins davon kam definitiv nicht aus dem Düsterwald. Vorsichtig hob er alles auf und gab es einer Wache mit. Er würde sich nicht aus dem Hof wegbewegen, bevor Naira wieder zurückkam. Eine halbe Stunde war ja nicht viel Zeit.

Legolas gesellte sich nach einer Weile zu ihm und bevor er überhaupt die Chance hatte etwas zu sagen hatte Thranduil bereits das Wort ergriffen. »Was ist vorgefallen?« Ernst sah er seinen Sohn an, der jetzt nur leise seufzte und die Arme vor seiner Brust verschränkte. »Sie hat uns vor einer Schwertfalle gewarnt, sonst wären wir jetzt vermutlich Hackfleisch und…« Legolas hielt kurz inne, besann sich dann aber eines Besseren. »Den Rest solltet ihr mit Naira besprechen Vater. Es scheint sie sehr mitzunehmen.« Thranduil biss seine Zähne aufeinander. So sehr er seinen Sohn auch liebte, manchmal konnte er ihn auch erwürgen. Er hätte ihm zumindest verraten können, warum es Naira nicht gut ging. Jetzt tappte er weiter im Dunkeln und musste Vermutungen anstellen. Der Brief allein war es vermutlich nicht gewesen.

Er verlor sich eine Weile in seinen Grübeleien. Hatte er vielleicht etwas falsch gemacht? Immer mehr wuchs seine Sorge und so langsam wurde er auch nervös, weil Naira nicht zurückkam.

Die Fanfaren hallten laut in seinen Ohren und ließen den König zu Eis erfrieren. Dieser Laut, der gerade durch das Schloss gehallt war verkündete Krieg. Alle Farbe wich aus seinem Gesicht, als er nach seinem Schwert griff und in Richtung Tor stürmte. Naira war allein dort draußen und sie hatte ihre Schwerter alle hiergelassen.

Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und er rannte weiter über seinen Hof. Das durfte nicht sein. Sie musste schon zurück sein. Sie konnte nicht allein dort draußen sein! Er zitterte am ganzen Körper, als das Adrenalin weiter durch seinen Körper pumpte. Er hatte nur Naira im Kopf. Egal was geschah er musste sie finden und beschützen! Er hatte ihr geschworen, dass ihr nie wieder jemand etwas antat.

Was die Wachen um ihn herum riefen verstand er nicht. In seinen Ohren pochte das Blut und dann hallte ein gellender Schrei durch den Wald. Nairas Schrei, sie war nicht weit weg! Der Elbenkönig beschleunigte seine Schritte, als er durch das Tor rannte, dicht gefolgt von seinen Soldaten. Ein weiterer Schrei drang ihm bis ins Knochenmark. »NEIIIN!«

So schnell er konnte schlitterte er in den Düsterwald. Sie war nah bei ihm. Er musste ihr helfen! Als er um die nächste Kurve rannte stieß er mit aller Wucht gegen etwas. Oder besser gesagt gegen jemand. Ein weiterer gellender Schrei folgte, als Naira zu Boden fiel.

Sofort war Thranduil neben ihr auf den Knien, seine Soldaten rannten bereits an den beiden vorbei in den Düsterwald. Thranduils Hände zitterten, als er sie auf die Elbin legte. Sie war über und über mit Blut bedeckt. Selbst durch das Gesicht liefen ihr Bluttropfen, die sich jetzt langsam aber sicher mit Tränen vermischten, als sie erkannte, wer dort neben ihr kniete.

»Estel er… er ist tot.«

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Hallo Freunde der Nacht!

Äh surprise?

Jetzt besitzt das Bäumchen schon die Frechheit das Kapitel erst so spät hochzuladen und dann auch noch mit so einem bösen Ende.

Hehe ich bereue nichts! Ihr könnt euch sicher sein, dass ich heute Nacht wie ein Engel schlafen werde ;).

Aber jetzt ein bisschen Trauer um Estel D: Was ist denn hier auf einmal los?!

Ich wünsche euch trotzdem noch eine wunderschöne Nacht!

~Baum
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