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Thranduil || Flammendes Herz

von EinBaum
GeschichteDrama, Romance / P12 / Het
OC (Own Character) Thranduil
13.04.2021
06.05.2021
38
84.522
2
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13.04.2021 2.293
 
Das Rauschen des Windes fuhr leise durch die Baumwipfel des Düsterwaldes und sorgte dafür, dass die Bäume bedrohlich knackten. Von der Sonne, die schien schaffte es kaum ein Strahl durch die dichten Baumwipfel zu dringen. Dementsprechend herrschte eine drückende Stimmung im Großteil des Waldes. Die Dunkelheit und die Kälte, die sich schon vor langer Zeit über den Wald gelegt hatte, war dafür verantwortlich, dass sich allerlei bedrohliche Kreaturen dort versammelt hatte.

Das war auch der jungen Elbin bewusst, die sich tapfer durch das Unterholz schlug. Eigentlich wollte sie doch nur wieder zurück zu ihrer Familie, nachdem diese sie gebeten hatten einen Brief persönlich zu überbringen. Auf dem Rückweg war sie auf die Idee gekommen eine Abkürzung zu nehmen, die zum Teil durch den Düsterwald führte. Es war eine Ewigkeit her, dass sie diesen das letzte Mal betreten hatte. Dass der Düsterwald mittlerweile ein Ort des Schreckens und der Furcht war, war ihr nicht bewusst gewesen, als sie ihr Pferd auf den alten Waldweg gelenkt hatte. Sie wollte sich einfach nur einen Tagesritt ersparen und hatte deshalb diese leichtsinnige Entscheidung getroffen. Es hatte kaum fünf Minuten gedauert, da hatte sich das sonst so treue Tier schon vor einem Schatten erschrocken, die Elbin abgeworfen und war auf und davon gerannt. Und da war sie nun. Sie hatte den Überblick verloren, sie fühlte sich so, als wäre sie schon seit mehreren Tagen in diesem Wald. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis irgendwas über sie herfiel. Das schlimmste daran war, dass es vermutlich keinen interessieren würde.

Mit einem traurigen Seufzen lehnte sie sich an den nächstbesten Baum und betrachtete ihr Kleid, was am Saum schon ganz verdreckt und zerrissen war. Viel schlimmer konnte es nicht mehr werden. Ihre Füße schmerzten und es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich schlussendlich wieder dazu überreden konnte weiterzulaufen. Ein einzelner Sonnenstrahl ließ sie für einen kurzen Moment innehalten. Müde huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Anscheinend gab es doch noch sowas, wie die Sonne über dem dichten Blätterdach. Ein leises Rauschen zog jetzt ihre Aufmerksamkeit auf sich. Es war das Rauschen eines Flusses. Mit schnellen Schritten kletterte die Elbin leichtfüßig über eine Wurzel, die vermutlich schon seit mehreren Jahren abgestorben war. Am Fluss lebten andere Elben, das war ihre Chance aus diesem Wald zu kommen.

Je näher das Rauschen kam, desto heller wurde es. Hastig kletterte sie über weitere Wurzeln und fand sich irgendwann vor einer großen Steinbrücke wieder. Ihr Atem stockte. Sie wusste genau, wo sie war und vor allem wer hier regierte. Ein großer Kloß bildete sich in ihrem Hals, als sie ihren nächsten Schritt überlegte. Sie hatte den Fluss gefunden und es bestand eine große Wahrscheinlichkeit, dass sie aus dem Wald kam, wenn sie sich an diesen hielt. Andererseits konnte dies auch fürchterlich schief gehen. Ihr knurrender Magen meldete sich zu Wort und ließ sie Seufzen. Es kostete ja nichts nochmal nachzufragen, um sicherzugehen, dass es wirklich der richtige Weg war.

Fast schon in Zeitlupe hob sie ihre Füße und lief langsam über die Brücke, je näher sie dem Tor kam, desto bedrohlicher wirkte es auf sie. Die gigantischen Steinsäulen ließen sie winzig erscheinen und auch, als sie vor dem Tor zum stehen kam fühlte sie sich klein und machtlos. Es dauerte einige Momente, bis sie den Mut zusammengesammelt hatte gegen das Tor zu klopfen. Das Tor war aus hartem Stein gemeiselt und die Elbin hatte es in all ihrer Furcht geschafft genau auf eine der kunstvollen Verzierungen zu klopfen. Es zog einen unangenehmen Schmerz in ihrer Hand mit sich. Was tat sie hier eigentlich?

Obwohl ihr klopfen nur leise gewesen war konnte sie hören, wie es laut in den Hallen hinter dem Tor widerhallte. Auch das Schlucken half nicht gegen den Kloß in ihrem Hals. Mit einem lauten Ächzen öffnete sich das Tor und zwei Wachen schauten der jungen Elbin entgegen, die sich jetzt nervös ihr Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagerte. Sie war gleich wieder weg. Kein Grund so nervös zu sein. Er würde gar nicht mitbekommen, dass sie hier war. Grimmig sahen sie die beiden Elbenmänner an. »Was ist euer Begehr?!« fragte der Eine nun und musterte die Elbin von Oben bis unten um herauszufinden, ob von ihr eine Gefahr ausging.

»Ich möchte nur wissen, welcher Weg mich am schnellsten aus dem Düsterwald führt. Es war nicht meine Absicht ins Waldlandreich einzudringen.« murmelte die Elbin, bemüht um eine halbwegs laute Stimme. Die Wachen sahen sich gegenseitig an und bemühten sich nicht zu lachen. Diese törichte Frau hatte keine Ahnung. »Der Weg durch den Düsterwald ist schwer zu finden und ohne Begleitung werdet ihr dort kaum durchfinden.« Zum wiederholten Mal musterte die Wache die Elbin. Wie konnte es sein, dass so eine zarte junge Frau sich allein auf Reisen begab? Hinsichtlich von unangekündigten Besuchern hatten sie aber auch klare Vorgaben vom König. »Bitte sucht den König auf. Als Elbin, die das Waldlandreich betreten hat ist das eure Pflicht.« Fordernd sah er die Elbin an und bedeutete ihr mit einer Geste einzutreten. Der panische Funke, der für einen kurzen Moment durch ihre Augen huschte entging den Wachen dabei. »Nein das ist nicht nötig. Ich schaffe das auch alleine. Es geht doch bestimmt auch anders? Ich möchte keine Umstände machen!« mit diesen Worten versuchte sie nervös das unvermeidbare abzuwenden.

Die Wachen musterten sie kopfschüttelnd. »Es ist eure Pflicht und unsere Pflicht ist es darauf zu achten, dass ihr eurer Pflicht nachkommt.« Die auffordernde Geste einzutreten wurde nun etwas ausdrucksvoller wiederholt. Sie hatte keine andere Wahl und das wusste sie genau. Sie konnte gar nicht so schnell schauen, wie sie schon von zwei Wachen eingerahmt war. Der eine lief vor ihr und zeigte somit den Weg, der andere hinter ihr um zu verhindern, dass sie einfach verschwand. Langsam schritt die Elbin zwischen den beiden Wachen über den hölzernen Steg, der einmal eine riesige Wurzel gewesen war. Sie wusste genau, wohin dieser Steg führte. In Gedanken versunken bemerkte sie nicht, wie nah sie dem Thronsaal schon gekommen waren. Erst die Worte der Wache, die vor ihr lief rissen sie wieder aus den Gedanken. »Eure Majestät. Diese fremde Elbin hat soeben an unsere Tore geklopft.«

Bedacht darauf nichts falsch zu machen trat die Wache einen Schritt zur Seite und sah den König nicht an. Allein seine pure Anwesenheit machte ihm Angst. Der Schritt zur Seite hatte der Elbin den Blick zum Mann auf dem Thron freigegeben. Der Kloß in ihrem Hals hatte seinen Umfang mindestens verdoppelt und auch all das Schlucken half nichts dagegen. Die langen blonden Haare fielen ihm sanft über die Schulter, kein einziges Haar tanzte aus der Reihe oder hatte sich in seiner Krone aus Blättern und Zweigen verfangen. Den silbernen Umhang hatte er auf seinem ganzen Thron ausgebreitet und wendete nun langsam seinen Blick zu den zwei Wachen und der Elbin, die beinahe vom Schatten des Thrones verschluckt wurden.

Mit einem stechenden Blick musterte er den Teil der Elbin, den er in der Dunkelheit erkennen konnte. Ihr lief ein eiskalter Schauer über den Rücken, als sie seinen Blick auf ihrer Haut brennen spürte. Seine eiskalten blauen Augen schienen ihr tief in die Seele zu blicken. Er wusste bestimmt, wer sie war. »Was ersucht die Elbin in meinem Königreich? Tretet vor!« Er konnte sie nicht erkennen, wenn sie sich dort im Schatten versteckte. Eingeschüchtert trat sie jetzt aus dem Schatten, den Blick auf den Steinboden gerichtet. »Nichts... Ich wollte nur nach dem Weg fragen, um zu meiner Familie zu kommen.« Ihre Stimme verriet dem König, wie nervös die Elbin war. Das zittern während sie sprach hatte sie verraten. Das war bei weitem nichts neues für den König. Die meisten, die ihn kannten hatten Angst vor ihm und es langweilte ihn ungemein. Langsam lehnte er sich etwas weiter nach vorne und musterte die Elbin vor seinem Thron. Sie kam ihm bekannt vor. Diese Gesichtszüge, die Statur und die langen weißblonden Haare. Er kannte sie!

Für eine ganze Weile starrte er die Elbin einfach nur an, die jetzt vorsichtig den Kopf hob und den König ansah. Sein Blick drang weiter vor bis in ihr Knochenmark und brachte sie unwillkürlich zum Schlucken. Sie konnte keine Gefühlsregung in seinem Gesicht erkennen, als er langsam aufstand und einige Treppenstufen nach unten lief um sie näher zu betrachten. »Euer Gesicht kommt mir bekannt vor. Wie ist euer Name?« fragte er sie jetzt mit ruhiger Stimme, während er seinen Blick weiter über die Elbin gleiten ließ.

Eine unangenehme Stille breitete sich aus, als die Elbin versuchte seine Frage zu umgehen. Wenn sie ihren Namen nannte, dann würde er den Verdacht, den er anscheinend ohnehin schon hatte nur bestätigt bekommen. Die Überlegungen waren ausweglos. Sie konnte nur hoffen, dass er eine andere Elbin mit diesem Namen kannte. »Ich bin Naira. Dürfte ich bitte meinen Weg fortsetzen? Ich wollte euch nicht stören.«

Als der König ihren Namen hörte konnte sie sehen, dass sich für einen kurzen Moment eine Falte an seiner Stirn bildete, bevor er weitersprach. »Naira? Naira...! Ich kenne euch. Ihr habt früher hier gewohnt, als mein Vater noch König war!« Seine Blicke bohrten sich wie kleine Dolche in Nairas Haut, als die Wache neben ihr das Wort ergriff. Es war kurz vor Sonnenuntergang, wenn sie jetzt in den Düsterwald ging würde sie ohne Zweifel sterben. »Es ist zu spät um jetzt noch in den Wald zu gehen.« merkte die Wache vorsichtig an, was der König nur mit einem Nicken bestätigte. »Ihr könnt hierbleiben, bis es wieder hell ist.« bat der König Naira an, bevor er die weiteren Treppenstufen nach unten lief und vor der Elbin zum stehen kam.

»Aber ich...« Der kalte Blick des Königs ließ sie verstummen. Sie hatte keine andere Chance, als diese eine Nacht hier zu verbringen. »O..okay aber nur, wenn es keine Umstände macht.« murmelte sie verunsichert, während sie dem stechenden Blick des Königs auswich. »Erinnert ihr euch an mich?« fragte er sie jetzt mit kalter Stimme und versuchte weiterhin ihren Blick aufzufangen. Wie konnte es sein, dass sie plötzlich nach all den Jahren vor ihm stand, als sei nichts gewesen?

»Ja, ich erinnere mich an euch. Ihr seid Thranduil ehemals Prinz des Waldlandreiches und jetzt König.« murmelte die Elbin leise, während sie weiterhin den Boden vor sich musterte. Sein kalter Blick brannte weiter auf ihrer Haut. Sie wusste also doch, wer er war. Thranduil atmete kurz durch, bevor er weitersprach. »Wundert ihr euch nicht, dass ich den Königstitel doch angenommen habe?« Es schien sie nicht einmal zu interessieren, was ihm die letzten Jahre widerfahren war. Die Wut in ihm, die seit damals brodelte machte sich nun wieder bemerkbar.

»Naja ihr hattet wohl keine andere Wahl.« Bevor er sie noch weiter in ein Gespräch verwickeln konnte bat sie die Wachen, ihr ein Zimmer zu zeigen in welchem sie in dieser Nacht schlafen konnte. Zu ihrer Überraschung ließ Thranduil sie tatsächlich ziehen. Mit einem erleichterten Seufzen ließ sich Naira auf das Bett im Zimmer fallen und versuchte die Situation zu verarbeiten. Obwohl sie es nicht geschafft hatte ihm aus dem Weg zu gehen würde er sie trotzdem gehen lassen, er hatte ihr sogar einen Platz zum schlafen angeboten.

Eine ganze Weile lang lag Naira weiter auf dem Bett und starrte die Decke an, bis die Fanfaren laut durch den Palast hallten. Interessant, dass sie das immer noch nicht geändert hatten. Mit einem leisen Seufzen rappelte sie sich vom Bett auf und lugte kurz vor die Tür, bevor sie aus dem Zimmer heraustrat. Die Fanfaren waren seit eh und je ein Zeichen, dass es Essen gab und in Anbetracht der Lage, dass ihr Magen seit gut einer halben Stunde kaum mehr aufhörte zu knurren kam Naira das ganz gelegen.

Mit vorsichtigen Schritten begab sie sich zum Speisesaal und blickte an die volle Tafel. Es gab noch genau einen freien Platz am Tisch. Direkt neben dem König. Mit einem leisen Räuspern zog sie dessen Aufmerksamkeit auf sich. »Ist es in Ordnung, wenn ich mit euch speise?« fragte sie jetzt höflich und fixierte einen Punkt an der Wand, dass sie Thranduil nicht ansehen musste. Sein Kopf war sofort nach oben geschnellt, als er Nairas Stimme gehört hatte. Mit einem kurzen Nicken bedeutete er der Elbin, dass sie sich setzen konnte. Jeden ihrer Schritte behielt er genaustens im Auge. Sie hatte sich verändert. Die Naira, die jetzt neben ihm saß ähnelte der Naira von früher in keiner Weise.

»Ihr habt euch verändert Naira. Ihr wart früher vorlaut und frech.« stellte er fest und aß langsam weiter, während er die Elbin im Blick behielt, die sich jetzt ebenfalls etwas zu Essen nahm und vorsichtig anfing zu essen.

~~~

Hallo Freunde der Nacht!

Und Willkommen zurück zu einer weiteren Thranduil Fanfiction von mir. Es ist jetzt beinahe ein Jahr her, dass ich meine letzte beendet habe und es wird Zeit für eine Neue. Die Idee schlummert schon seit Ewigkeiten in meinem Hinterkopf.

Erstmal ein schneller Auftakt meinerseits. Mal schauen, was der Baum sich schon wieder Böses im Rest der Geschichte ausgedacht hat. Offensichtlich scheinen sich die beiden ja irgendwie zu kennen. Wie steht allerdings noch in den Sternen, zumindest für euch ;)

Ich bin mal gespannt, was ihr beizutragen habt. Sind noch ein paar alte Hasen dabei? :D

Da ich einen komischen Musikzugang habe und grundsätzlich immer Musik höre habe ich mich dazu entschlossen am Anfang jedes Kapitels eine kurze Textzeile niederzuschreiben. Meistens passen die Lieder die ich höre zur Stimmung, die ich im Kapitel erzeugen möchte. Oftmals passen sie lustigerweise auch vom Text her. Wenn es euch nicht interessiert, wenns euch interessiert gerne mal die Zeile eingeben normalerweise kommt dann das Lied.

Mit den Updates schaue ich mal, wie ich es hinbekomme. Ich peile mal so einmal die Woche an und schaue, wie es mit meinen anderen Geschichten vereinbar ist. Vor allem wünsche ich euch aber noch nen schönen Tag!

~Baum
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