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Besuch des toten Dichters

GeschichteSchmerz/Trost / P12 / Gen
Charlie Dalton Neil Perry
13.04.2021
13.04.2021
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Dies ist meine erste Story auf diesem Profil, also bitte seid gnädig.
Sollte es Interesse an einer Fortsetzung geben, gebt mir gerne Bescheid.
Ich hätte da noch ein paar Idee...



Neil Perry war Tod,
Er hatte in einer für ihn schier ausweglosen Lage, den Freitod gewählt.
Charlie Danton wusste das, wusste dass schon lange, eine Ewigkeit seinem Empfinden nach.
Doch das änderte nichts daran dass Neil Perry jetzt bei ihm war .
Bei ihm Charlie Danton in seinem kleinen muffigen Studentenzimmer in Yale.
Er hat ihn nicht zu sich eingeladen, hatte nicht gewollt das er kam.
Den Charlie war wütend auf ihn, wütend auf Neil weil dieser ihn einfach verlassen hatte und sein leben in einen großen Scherbenhaufen verwandelt hatte.
Charlie hatte in den letzten  Monaten verzweifelt  versucht diesen  Scherbenhaufen, wieder zu einem Gebilde zusammen zusetzen, das in irgendeiner Form nützlich war .
Der Erfolg war beinah komplett ausgeblieben und insbesondere an diesem Abend im Spätherbst kam ihm  sein Leben besonders trostlos, besonders leer und vollkomen ohne  Sinn vor.

Darüber war Charlie wütend, so wütend das er gern etwas kaputt gemacht hätte.
Vorzugsweise den Kiefer eines Erwachsene den er Charlie, für da alles hätte verantwortlich machen können.
Am besten Neils Vater, dieses miese Schwein! oder Direktor Nolan.

Doch statt einer dieser Person saß ihm nun Neil gegenüber, Neil der einzige Mensch auf der Welt auf den Charlie nicht wütend sein wollte.
Er saß da in seiner Schuluniform in seiner ganzen sagenhaften Pracht die einem Märchenkönig wie Arthur Pentagroon und Peter Pensive gut zu Gesicht gestanden hätte, aber für einen toten Schuljungen, den Neil einmal  in einem früheren besseren Leben gekannt hatte, war sein Auftreten abgesehen von seiner Exsitenz völlig unpassend.  Aber trotzdem sas er da auf dem Bett von Charlies  Zimmergenossen Paul und schaute entrückt in irgendeine Ferne, von der in dem kleinen muffigen Studentenzimmer nichts zu sehen.

Charlie knurrte wütend, Neil wandte langsam und bedächtig seinen Kopf und blickte Charlie interesiiert an.
Charlie schaute mit einer Mischung aus Wut, Angst und verwunderlicherweise Erleichterung  in Neils Richtung und wartete auf eine Reaktion seines toten besten Freundes.

Neil schaute zurük, mit diesem Blick der dem eines getreten Hundewelpen glich.
Einem Blick dem Charlie noch nie hatte wieder stehen können.

„Hi“,sagte Neil.
„Hi?“fragte Charlie,„mehr hast du nicht zusagen?“
Neil zuckte verwundert mit den Achseln.
„Was soll ich sonst noch sagen?“,gab er zurück.
Charlie schnaubte wütend aus.
„Du könntet  sagen dass es dir leid tut“, schlug er gereizt vor.
Neil runzelte die Stirn, dann sah er Charlie direkt in die Augen.
„Du weist dass das eine Lüge wäre Charlie“, stellte er fest, „und keine die dich Trösten würde.“
„Ich darf mir aber trotzdem wünschen dass du es sagst“, antwortete dieser trotzig.
„Wünschen darfst du dir alles“, erwiderte Neil nickten mit einem schmalen traurigem Lächeln  .

Die beiden Jungen schwiegen eine kleine Ewigkeit und starten sich gegegseitig an, in Hoffnung etwas zuinden was sie trösten könnte.

„Warum bist du hier ?“, brach Charlie schließlich das Schweigen.

„Weil du jemanden brauchst dem du Vorwürfe machen kannst“, antwortet Neil ehrlich, das Lächeln in seinem blassen Gesicht wurde etwas breiter.

„Na gut“, meinte Charlie angriffslustig, „dann werde ich mal beginnen.“

Er hielt für einen Moment inne bevor er begann, er spürte wie in ihm alle Dämme brachen, wie heiße Wut in ihm hoch kochte.
Alles was in den letzten Monaten passiert war, erschien wie ein Film vor seinem inneren Auge.
Neils Tod, die Prügel von Nolan, wie sie alle Mr Keating, ihrem Captain, die letzte Ehre erwiesen hatten.
Er hob zusprechen an : „Du hast uns alle verlassen, einfach im Stich gelassen.
Wir würden zu Nolan zitiert, dieser Scheiß Cameron hat alle uns denunziert.
Der Captain würde gezwungen das sinkende Schiff als erstes zu verlassen.
Du hast alles zerstört was wir alle zusammen aufgebaut haben, also in der Hauptsache du.“
Er stockte kurz, musste erst wieder  zu Atem kommen.
Er wischte sich eine Träne mit dem Handrücken aus den Auge.

Er brüllte beinahe als er wieder zusprechen begann: „Du hast uns verraten Neil Perry!
Und nicht nur uns den ganzen Club der toten Dichter, hast du verraten und zerstört!“
Jetzt heulte er wirklich, unter schluchzem stieß er hervor: „Auch die Dichter selbst hast du mit deinem Tod verraten.“
„Hatte diese nicht auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen so wie du ?“, fragte er während ihm weiterhin die Tränen die Wange hinunter liefen.
Doch er sprach weiter musste sich Trauer und Frust von der Seele reden: „Whiteman sah einen verdammten Krieg, war eine Zeitlang  gelähmt. Oskar Wild saß lange Jahre im Knast und Thoreau auch!“
Die Tränen versiegten langsam, und wie heißes Magma, stieg die Wut ihn ihm auf.
Er schrie Unverständnis,Trauer und Angst lagen in seinem Blick: „Du wolltest doch ein Künstler sein,dann leide gefälligst auch wie einer! Du verdammter Feigling hast einfach den leichten Weg genommen.“
Die nächsten Worte warf ihm beinahe vor die Füße: „Du hast uns zurück gelassen und bist dahin gegangen wohin wir dir nicht folgen können.“
Charlie wurde wieder etwa ruhiger, sein Puls verlangsamte sich spürbar .
Neil schaute ihn immer noch an.
Charlie klammerte sich an diesen liebgewonnen, vertrauten, schon so lang vermissten Anblick.
Er spüre gleich würde er in das Loch fallen, in den  tiefen schwarzen Schlund, der sich unter dem Schutt und Geröll aus Wut und Trauer verborgen hatte.
Das tiefe Loch dass Neil in seinem Herzen hinterlassen hatte.  

Leise fragte er: „Erinnerst du dich an dieses Shakespeare Sonett?
Das über die Rose, in dem es heißt man soll sein Sein der ganzen Welt geben.
Weil alle ein Anrecht auf dich und deine Talente haben.
Du bist die Knospe die der Menschheit vielleicht ein oder zwei Blütenblätter gezeigt, bevor sie gestorben ist.
Deine Blütezeit war kurz und vollkommen Furchtlos.
Dabei warst einen verdammter Trieb.
Vielleicht der Schönste den Keating je hervor bring...“

Bei den letzten Worten war Charlie immer leiser geworden, Tränen standen nun wieder in seinen Augen.
Neil blickte ihn immer noch an, nun stand er wieer auf.
„Gut“, sagte er, „meine Arbeit ist fürs erste getan.“
 
In diesem Moment schwang die Tür auf und Paul stapfte in Zimmer.
Er würdigte Charlie kaum einen Blickes und warf sich mit einen zufrieden Grunzen auf seinen Bett, auf dem bis eben Neil gesessen hatte.
Charlie musste schlucken, denn Neil war verschwunden.
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