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Forgotten by the Stars

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
Gray Fullbuster Juvia Loxar Lucy Heartfilia Natsu Dragneel Sting Eucliffe
12.04.2021
04.05.2021
5
17.129
6
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
12.04.2021 2.260
 
Vorwort: Ich habe seit Langem keine Geschichte mehr hochgestellt, aber irgendwie fühle ich mich auf einmal wieder motiviert zu schreiben und allem voran meine Kreativität mit anderen zu teilen. Meine alten Geschichten werde ich wohl demnächst löschen oder überarbeiten, da die meisten aber zu einer Zeit entstanden sind, als mein damaliges Teenager-Gehirn in der Pubertät festhing, würde ich ausdrücklich davon abraten, diese zu lesen. Zu eurer eigenen Sicherheit.
Ich würde mich aber tatsächlich über Reviews, Favoriteneinträgen oder sogar Nachrichten mit Vorschlägen und Kritiken zu dieser neuen Geschichte freuen!
Ich entschuldige mich für ooC-ness, doch meist wird sie wohl beabsichtigt sein der Story wegen, lasst es mich dennoch gerne wissen!

Disclaimer: Fairy Tail ist ein Manga und Anime von Hiro Mashima, er hält alle Rechte zu dem Fairy Tail-Universe und dessen Charaktere. Einzig die Story ist in meinem Kopf entstanden! Magie und Fantasy werden mit aller Wahrscheinlichkeit hier nicht vorkommen!

Trigger Warning: Depression, sexueller und seelischer Missbrauch, Suizid, Gaslighting, Sex, Drogen.
Die Story wird wohl ein wenig deep werden, deshalb auch das P18-Rating.

Genug geredet, viel Spaß!




Forgotten by the Stars

Chapter Zero

Grin


Erschöpft und außer Atem ließ sich das Mädchen mit rückenlangem, hellblondem Haar auf ihre beige Couch fallen und streckte sich ausgiebig, ehe sie ein zufriedenes Seufzen von sich gab. Mit leuchtenden Augen und einem kleinen, aber zufriedenen Lächeln ließ sie den Blick auf ihr vollendetes Werk schweifen; ihre eigene, kleine Wohnung.  
Strahlen der Abendsonne tauchten den Raum in ein seichten, wohligen Orangeton und färbten meist beige oder rosafarben Möbelstücke ein wenig dunkler. Erinnerte die Wohnung zwar ein wenig an ein Studio - war es zuvor von ihrer Mutter als solches verwendet worden für ihr Literatur- und Kunsthobby - so war es aber genug als wohlige Wohnfläche, ja gar als Zuhause, für die achtzehnjährige Schülerin.

Noch immer bestückten eines der Kunstwerke ihrer Mutter die Wand über ihrem Bett. Ein Gemälde, das von Sternen versuchte zu erzählen. Ewige Sterne, hörte die Blondine die Stimme ihrer Mutter in ihrem Kopf. Die Wohnfläche hatte hohe Wände und war eine ganze offene Fläche, einzig das Badezimmer, welches sogar eine Badewanne besaß, war abgegrenzt mit Wand und Tür, selbstverständlich eben.  
Die Wände der Wohnung waren hoch, weshalb sie eine Art zweiten Stock hatte, der aber nur mehrere Meter in den Raum reichte, sich genau über der Küche ausbreitete. Dieser Überhang war aber nur mit einem Holzgeländer abgegrenzt, weshalb man gut von oben auf den Rest des Studios gucken konnte.

Ihr Schlafzimmer, sollte sie es so nennen, war auf diesem Überhang und über eine Holztreppe aus Nussbaum zu erreichen und wurden aus Balken vom gleichen Holz gestützt und grenzten damit und einer Küchentheke aus grauem Marmor die Küche von der übrigen Wohnfläche ab.
Alles in allem war dies ein großer Traum, der für Lucy wahr wurde. Ganz davon abgesehen, dass dies einst der Zufluchtsort für ihre Mutter war, bedeutete dieses Studio, dass sie nun ihr eigenes Zuhause hatte und somit einen neuen Abschnitt für ihr Leben einläutete.

Streckend und seufzend befestigte sie noch rosa Vorhänge über das Geländer des Überhanges, um doch ein wenig ihr Schlafzimmer vom Rest abzugrenzen.
Die Abendsonne durch die hohen Fenster beobachtend entschied sie sich doch noch nach draußen zu begeben und Lebensmittel vom Supermarkt zu kaufen. Glücklicherweise war eben dieser nur fünf Minuten Gehweg von ihrem Wohnhaus entfernt.

Die Blonde zog sich einen beigen Cardigan über ihr weißes Sommerkleid und zog sich braune, knöchellange Schnürboots über ihre Füße, steckte Handy, Wohnungsschlüssel und Geldbörse in die Taschen ihres Cardigans und verließ so mit hüpfenden Schritten das Wohnhaus.

Ja, dies war tatsächlich ein Traum, der wahr wurde für die junge Heartfilia. Seit etlichen Jahren hatte sie versucht sich von ihrem Vater loszusagen und ihr eigenes Leben zu führen.
Als sie vor einem Monat zu ihrem achtzehnten Geburtstag auf einmal mit einem ominösen, braunen Umschlag überrascht wurde, hätte sie nicht geglaubt, dass tatsächlich was werden würde aus ihren Plänen vom Anwesen der Heartfilia Villa in Hargeon auszureißen.
Es war das Erbe ihrer Mutter. Als diese vor mehr als acht Jahren verstarb hätte Lucy nicht geglaubt, dass ihre Mutter ihr eine Wohnung sowie ein Konto mit einer erheblichen Summe von Geld vermacht hätte.

Natürlich hinterließ es einen kleinen bitteren Nachgeschmack, dass ihr jetziges Glück aus dem Tod ihres liebsten Menschen entstanden war, aber sie wollte auch nicht die Chance vergeuden, die ihre Mutter ihr damit gab. Ihr Vater war erzürnt gewesen, als er davon erfuhr, mehr noch, als die Blonde ihm endlich berichten konnte, dass sie nun wirklich ausziehen und ein eigenes Leben führen würde, ohne Vorschriften. Mit der Unterstützung von ihrer Maid, Virgo, und ihrem persönlichen Bodyguard, Loki, bereitete sie sich darauf vor alleine zu leben und alles für einen Umzug fertig zu haben.

Ihr Vater drohte ihr zwar mit Konsequenzen und um wirklich ehrlich zu sein, hatte sie auch Angst davor, hatte er doch wirklich Mittel und Wege mit seinem Vermögen, aber sie musste es endlich aus dem goldenen Käfig schaffen und überhaupt war sie ja schließlich achtzehn, und somit erwachsen.

Mit grübelnder Mine ging sie in den Supermarkt, fischte ihr Handy aus dem Cardigan, um eine Einkaufsliste zu öffnen, und ging durch die Gänge des Ladens. Es möge verrückt klingen, aber sogar nur in einem einfachen Lebensmittelgeschäft zu sein, ließen ihre Augen mit Wunder erhellen. Sie war nicht häufig vom Anwesen weggekommen, besonders nicht nach dem Tod ihrer Mutter, wurde eher wie eine Prinzessin von der Außenwelt abgeschnitten, weshalb sie einfach nie Erfahrungen machen konnte, wie zum Beispiel für Lebensmittel einzukaufen.
Dementsprechend hatte sie auch nie Kontakt mit Menschen, die nicht aus der höheren Gesellschaft kamen, wurde sie doch von Privatlehrern unterrichtet.

Und morgen würde sich das tatsächlich ändern. Ihr erster Schultag. An der Magnolia High. Aufgeregtheit würde es nicht beschreiben, wäre eine maßlose Untertreibung. Lucy hatte so richtig Angst, aber in gleichen Zügen freute sie sich so sehr, dass ihr Herz so voll mit inbrünstiger Wärme war, wie zuletzt mit ihrer Mutter.
Ja, ihr richtiges Leben würde endlich beginnen und sie konnte endlich die Ketten ihrer Vergangenheit nach und nach ablegen und leben. So hoffte sie es jedenfalls, so war sie sich dennoch bewusst, dass es nicht einfach werden würde und es Zeit brauchen wird Gewohnheiten eines behüteten Kindes abzulegen.

Dass es Zeit brauchen wird, keine Panik zu verspüren, wenn man inmitten von Menschen ist, die nur beim Hören ihres Nachnamens scharf die Luft einziehen oder Pläne schmieden ihnen aus ihr einen Vorteil zu erschaffen. Sie seufzte resigniert, hätte sie lieber nicht über alles nachdenken sollen, hatte sie sich schon mit allem seit Wochen beschäftigt, sich Nächte um die Ohren geschlagen, um Bücher zu lesen, die ihr vielleicht einen Einblick erschaffen konnten, die ihr vielleicht helfen konnten zu lernen, wie ein ganz normales Leben aussieht.

„Du schaffst das, Lucy!” energisch schüttelte die Blonde ihren Kopf, klatschte sich sacht auf ihre Wangen und packte sich einige der Lebensmittel, die sie benötigte in ihren Einkaufskorb. Ein belustigtes Schnauben war weiter im Gang zu vernehmen und nun mit leicht errötetem Kopf musste Lucy erkennen, dass sie dabei erwischt wurde, sich selbst Mut zuzusprechen. Ein junger Mann ihres Alters, schätzte sie, grinste zu ihr rüber mit markanten Gesichtszücken, leicht gebräunter Haut, tiefen, undurchdringlichen schwarzen Augen und einer – wohlgemerkt unvergesslichen - kirschblütenfarbenden Haarpracht. Sie erkannte, dass er um einen Kopf größer war als sie und sein Hemd, welches nur halb zugeknöpft war, ließ Anblick auf eine ebenso gebräunte, muskulöse Brust.

Wie er da stand, mit einer Hand in der Hosentasche, die andere einen Einkaufskorb tragend mit diversen Lebensmitteln und diesem - ja, wagt sie es zu sagen – lebendigen, dennoch übermutigen Grinsen. Sie wusste es, ohne jeglichen Zweifel, er war attraktiv. Sie hatte viele attraktive Menschen kennen gelernt auf vielen Veranstaltungen, durchaus, aber er war einfach anders und das hatte einzig und allein mit diesem Grinsen zu tun, dass nur so vor Leben strotzte. Und das war etwas, dass sie niemals – nie in ihrem Leben – vergessen würde.

Bemerkend, dass sie ihn wahrscheinlich ein oder zwei Sekunden zu lang angestarrt hatte, wandte sie ihren Kopf eingeschüchtert ab, griff sich die Packung Müsli, die sie noch brauchte, und mit einem schüchternen 'Verzeiht bitte' lief sie aus dem Gang.

„Du schaffst das, Lucy!” hörte sie den Jungen im Gang noch belustigt verlauten, was ihr nur noch mehr die Röte ins Gesicht trieb. Mit jetzt gesenktem Blick packte sie nur noch die restlichen benötigten Güter in ihren Korb, wohl darauf achtend sich nicht in den vielen Gängen zu verlaufen und machte sich dann zur Kasse und stellte sich hinten an die Schlange, wartete geduldig darauf ihre Einkäufe zahlen und einpacken zu können.

Einkaufen ist also so ereignisreich, musste sie schmunzelnd feststellen. Natürlich war es ihr bewusst, dass es einzig ihrer Unerfahrenheit zu verschulden war, und auch, dass die Situation eher peinlich und lächerlich war als wundersam und schön, aber alleine diese Erfahrung, dieses Grinsen, dass nichts glich, was sie je auf dem Anwesen ihres Vaters zu Gesicht bekommen hatte, ließ sie freudig ausatmen und schmunzeln.

Nach einigen Minuten hatte sie ihre Einkäufe bezahlt und eingepackt, ein wenig überfordert mit dem Gewicht der Einkäufe ging sie aus dem Laden raus und atmete die frische Abendluft ein. Die Tasche vor ihrer Brust klemmend schritt sie ihren Weg zu ihrem Zuhause an. Einige Male schauten ihre rehbraunen Augen auf zum immer dunkler werdenden Himmel, der sich langsam dunkelblau färbte, der wolkenlos über sie hing. Alles, ja wirklich alles, schien auf einmal so viel schöner und lebendiger in ihrem Leben, selbst der Sternenhimmel, den sie auch so schon immer geliebt hatte.

Ein wenig erschöpft schob sie sich in ihre eigenen vier Wände. Anscheinend wurde gerade eine Instandhaltung am Aufzug ihres Wohnheims vorgenommen, weshalb sie die vielen Treppen ins vierte Stockwerk – das Obergeschoss – selbst aufsteigen musste. Und für die junge Heartfilia war das wohl der größte Körperaufwand, den sie seit langer Zeit betrieben hatte.
Na gut, die alte Freundin ihrer Mutter, die ein Sportcoach war, hatte sie auch mal gerne in die Zange genommen, sogar noch nach dem Tod ihrer Mutter, aber das war um Lucy rhythmische Sportgymnastik sowie Vertikaltuchakrobatik beizubringen, was zwar anstrengend und durchaus fordernd war, aber da es nun doch schon über ein Jahr her war, fühlte sie sich außer Form.

Abermals an diesem Tag musste die Blonde schmunzeln. Ihr Sportcoach, Aquarius war ihr Name, war nun Sportlehrerin an der Schule, die sie von morgen an besuchen würde. Zwar graute es Lucy auch, war Aquarius wahrscheinlich die gruseligste als auch stärkste Frau, die sie kannte, aber sie war trotzdem, das Einzige, was Lucy noch von ihrer Mutter übrighatte, waren beide doch beste Freunde zu ihren Lebzeiten gewesen. Und auch so hatte sie viel für die Blauhaarige übrig und ein Stück weit war sie wie eine Art Familie für sie.

Summend räumte Lucy ihre Einkäufe weg, trank ein Glas Orangensaft, ehe sie sich ein Bad einließ, die Schuluniform, bestehend aus einem grauen Faltenrock, einer weißen Bluse, roten Krawatte, blauer Jacke und schwarzen Kniestrümpfen, auf ihrem Sofa für den morgigen Tag bereitlegte. Sie stellte sicher, dass ihre Wohnungstür auch wirklich verriegelt war, so wie es Loki ihr mehrmals ans Herz gelegt hatte und dann begab sie sich ins Bad, mit Vorfreude und Nervosität gleichermaßen, an den morgigen Tag denkend.


- intermission -


„Guten Morgen, alle zusammen, mit etwas Verspätung kriegt ihr heute eine neue Schülerin.” die Stimme des Lehrers, Gildarts Clive, zog mit tiefer Stimme durch den Klassenraum. Das darauf resultierende Getuschel der Schüler ließ Lucy aufgeschreckt an der Tür verharren. Hatte sie sich vorgenommen mit selbstbewusstem Lächeln aufzutreten, so ist dieser Vorsatz spätestens jetzt aus dem Fenster geflogen. „Du kannst schon reinkommen.” sagte er nun mit einem Lächeln in Lucys Richtung, woraufhin diese ihre lederne Schultasche fester umgriff und mit verlegenem Lächeln ins Klassenzimmer schritt.
„Das ist Lucy Heartfilia. Zeigt ihr die Schule später und passt gut auf sie auf.” scharf sog die Blonde die Luft ein, als er ihren Nachnamen den Schülern preisgab und nun schlich sich Unsicherheit in sie ein und sie wusste, dass sie diese vorerst nicht unter Kontrolle kriegen würde.

„Es freut mich euch alle kennenzulernen.” verbeugte sie sich leicht, darauf bedacht nicht aufzuschauen, die Angst verachtende Blicke aufzufangen nestelte sich in ihrem Magen ein und verpasste ihr ein flaues Gefühl. Wie am Abend zuvor schüttelte sie energisch den Kopf. Nur Mut, Lucy!

Sie blickte auf. Mit einem Lächeln. Einem zarten Lächeln. Sie musste nur an sich glauben und wenn nicht an sich selbst, dann jedenfalls an den Traum, der ihre Mutter ihr ermöglicht hatte, dieser Traum nach dem sie sich so lange schon gesehnt hatte.

„Heartfilia, heh?” eine Stimme, die ihr komisch bekannt vorkam schnitt durch den Raum und ließ sie kurz aufzucken. Sie wendete sich der Stimme zu, ihr Atem hielt kurz an. Sie erkannte diese schwarzen Augen, aber viel mehr als das, das pinke Haar das Kirschblüten glich. Anders als gestern aber, schien sein Blick irgendwie so gar nicht erfreut. Nun wieder mit Unsicherheit kämpfend versuchte sie seinem Blick standzuhalten, der sie musterte.

Nun schien es zunehmend unruhiger zu werden, Lucy rang sich jedes Bisschen Selbstbeherrschung ab nicht auf den Boden zu blicken. Sie kannte dieses Getuschel, diese Blicke. Ja, ihr Vater holte sie wieder ein, sein Vermögen, seine Macht, allem Voran aber sein Ruf. Blicke musterten sie, die schwarzen Irden des Jungen verunsicherten sie. Sie musste etwas tun, sie musste sich dieser lästigen Ketten entledigen, die sie noch immer gefangen hielten.

Ein Ausdruck von Trotz – fast schon Selbstbewusstsein - wich ihrem Lächeln.

„Ich bin meinem Vater ausgerissen. Bitte passt gut auf mich auf.” sie verbeugte sich.

Stille.

Ein belustigtes Schnauben.

Sie richtete sich auf.

Ein schiefes, ehrliches Grinsen auf ihrem Gesicht.
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