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The Story of Quicksilver and Traction

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Het
Magneto / Eric "Magnus" Lehnsherr OC (Own Character) Professor X / (Professor) Charles Francis Xavier Quicksilver / Pietro Django Maximoff
11.04.2021
11.04.2021
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2.031
 
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11.04.2021 2.031
 
1.     Das Sportfest
10 Jahre zuvor
Sportfest. Ein Wort, neun Buchstaben, zwei Silben und unendliches Grauen.
Es war ein heißer Tag im Juni und heiß bedeutete heiß in St Louis. Das Gras auf dem Sportplatz hinter der Schule war gelb und sah jämmerlich kränklich aus, die Luft flimmerte und verzerrte das Stadtbild in der Ferne und die Ziegel schienen von den Hausdächern zu fließen.
In schwarzer Trainingskleidung gekleidet kam Madison aus der Sporthalle und steuerte auf die riesige Sportanlage zu.
„Ich finde das ist Nötigung uns heute hier antanzen zu lassen“ sagte sie zu Amy, die gerade ihre Trinkflasche öffnete um sich ein wenig von dem Wasser in den Nacken zu gießen.
„Nötigung, Körperverletzung, whatever“ sagte Amy „lass uns den Tag einfach hinter uns bringen“.
„Komm. Wir setzen uns da drüben unter den Baum in den Schatten, sonst muss man mich nachher noch von der Ersatzbank kratzen.“ Sagte Madison und schlenderte voran, gefolgt von ihrer besten Freundin, um sich mit ihr unter den Baum fallen zu lassen. Nun lagen beide rücklings im Gras und beobachteten die Blätter die sich statt ihrer nun von der stechenden Sonne versenken ließen.
„Lass uns einfach abhauen und ins Freibad gehen“ sagte Madison „Vormittags ist es da immer so herrlich leer“. Sie wusste, dass Amy, die eine Einserschülerin war, sich niemals dazu überreden lassen würde zu schwänzen, aber sie sprach in ihrer Gegenwart immer aus was sie dachte und sie wollte die Chance genutzt haben.
„Ich will keinen unentschuldigten Fehltag“ murmelte Amy und Madison seufzte.
„Und ich will ein Eis“ die beiden Mädchen richteten sich auf und sahen dem Treiben der anderen Schüler und Schülerinnen zu. Wie sie Bälle warfen, rannten, sprangen, wie sie schwitzten und schnauften und wie sie siegten oder versagten. Madison schauderte. So musste die Hölle aussehen.

Jeder musste beim Sportfest mitmachen und sich wenigstens eine Teilnehmerurkunde abholen. Und jeder musste beim Staffellauf mitmachen. Die Klassen traten dabei gegeneinander an und nach einigen Stunden war auch die Klasse von Madison und Amy an der Reihe. Müde und träge von der Hitze schleppten sich beide zum Startpunkt, wo sich bereits zwei Gruppen gebildet hatten. Sie gesellten sich zu ihren Mitschülern. Ihr Klassenlehrer, Mr. Jones, der gleichzeitig auch ihr Sportlehrer war, hatte ein wahnsinniges Glitzern in den Augen.
„Unsere Klasse steht in allen Disziplinen gut da, dank unserer Top-Jungs hier, die uns beim Weitsprung in Führung gebracht haben“ begeistert klopfte er einem der Schüler auf den vor Schweiß triefenden Rücken und wischte sich die Hand danach an der eigenen Sporthose ab. Madison konnte sich ein leichtes Würgen nicht verkneifen.
„Wir haben jetzt die Gelegenheit mit dem Staffellauf den Sieg für mich… äh ich meine für die Klasse zu holen“ verkündete er mit einem breiten grinsen im Gesicht. „Ich will volle Einsatzbereitschaft von allen von euch“ Mr. Jones ließ seinen Blick über die Schüler und Schülerinnen schweifen.
„100%“ sagte er entschlossen „Wer nicht 100% gibt, der hat im nächsten Schuljahr das ganze Jahr lang Mülldienst und muss jeden Tag länger dableiben.“ Der bissige Blick des Sportlehrers traf Madisons. Sie erwiderte ihn einen Moment, doch dann sah sie zu Boden und dann Amy an, die in etwa dieselbe Mischung aus Genervtheit und Nervosität auf dem Gesicht trug, die Madison in sich spürte.
Dann begann der Staffellauf. Die ersten Schüler und Schülerinnen machten sich startklar, ließen sich in den letzten Sekunden bevor sie losliefen noch etwas von Mr. Jones ins Ohr brüllen und liefen dann los, wenn sie der Stab erreicht hatte. Liefen als ginge es um ihr Leben. Es war unfair und fies aber Madison hoffte, dass jemand von ihren Mitschülern oder Mitschülerinnen einen Fehler machen würde, zu langsam wäre oder gar hinfallen würde. Das hätte ihr ein wenig Druck genommen.
Aber es geschah nicht. Selbst Amy, die vor ihr dran und deutlich größer als sie war lief in einem passablen Tempo. Noch schlimmer: die Klasse war knapp in Führung bevor Madison dran war.
Dann war es soweit und Madison musste sich zum Star- und Übergabepunkt begeben. Die Hitze schien an ihrer Haut zu reißen und die schnaufte bereits bevor sie am Start ankam. Der Druck in ihr war mittlerweile so enorm geworden, dass sie kaum etwas außerhalb von sich wahrnahm. Ihr ganzer Körper schien aus gespannten Gummifäden zu bestehen, die jeden Moment zu reißen drohten, ihr Magen fühlte sich an als hätte sie Brennnesseln gegessen und ihr Herz pochte ihr in den Ohren. Sie begab sich in eine startbereite Haltung und wartete auf Amy, die ihr den Stab gleich überreichen sollte. Gedanken huschten durch ihren Geist, doch sie konnte keinen davon greifen. 1000 Gedanken später, war immer noch nichts passiert. Sie stand und wartete und der Druck in ihr wurde immer unerträglicher. Sie sah sich um und sah viele Schüler und Schülerinnen und Lehrkräfte aus anderen Klassen, die sich mittlerweile auch zum Zusehen versammelt hatten. Sie schluckte einmal aber ihr Mund war staubtrocken. Madison wandte sich wieder um, erst jetzt bemerkte sie Mr. Jones, der neben ihr stand und sie anbrüllte.
„Du musst…!“ „Wenn du nicht…! „Du solltest besser…“
Madison nahm alles auf, was ihr Sportlehrer ihr sagte, aber sie konnte nichts davon verarbeiten. Ihr Kopf pochte mit ihrem Herzen um die Wette und es wiederholten sich darin immer dieselben Gedanken.
„Ich will nicht“, „mir ist so übel“, „warum muss ich das tun“, „wenn ich es nicht schaffe, werden mich alle hassen“…
Amy kam von hinten immer näher und als sie Madison fast erreicht hatte wuchs ihr die Panik über den Kopf. Sie spürte wie ein Ruck durch ihren Körper fuhr und alle ihre Bewegungen schwerfällig wurden. Für einen Moment, in dem die Zeit stehenzubleiben schien, war alles anders. Die Panik hatte sich mit dem Ruck aus ihrem Körper katapultiert und sie spürte keinen Schmerz. Ihr ganzer Körper war wie in Watte gepackt und um sie herum war die Luft schwer geworden. „Die Luft ist schwer?“ dachte Madison und steckte ihre Finger danach aus. Die Luft fühlte sich an wie dickes Haargel, das zwischen ihren schweren Fingern entlang glitt.
So schnell wie der seltsame Moment gekommen war, so schnell ging er auch wieder und die Zeit nahm wieder an Fahrt auf. Doch das war nicht das einzig merkwürdige, das passiert war. Aus den Augenwinkeln nahm Madison Bewegungen wahr. Erst einige wenige, dann immer mehr und als sie ihren Kopf drehte und von der Rennstrecke zum Sportplatz sah, nahm sie wahr, dass sich überall Kleinigkeiten bewegten. Bälle, Sporttaschen, Wasserflaschen, Turnschuhe, Bücher und Vieles mehr erhob sich in die Luft und steuerte auf Madison zu. Erst langsam und wie in Zeitlupe, doch dann wurden die Gegenstände immer schneller und schneller. Erneut ergriff sie Panik. Doch sie fühlte sich dieses Mal wie gelähmt. Ihre Glieder waren noch immer schwer wie Blei und sie fühlte sich erschöpft und ermattet. Kurz bevor die Gegenstände sie in einem unglaublichem Tempo erreichen konnten schloss Madison die Augen, und bereitete sich auf das wohlmöglich merkwürdigste Ende eines Menschen in der Geschichte der Menschheit vor.
Doch natürlich kam es anders.
Im nächsten Moment merkte sie einen leichten Windstoß und sie spürte wie etwas ihre Beine und ihren Nacken berührte und sie den Kontakt zum Boden verlor. Wenn dies eine magische Kraft war, die sie in den Himmel holte, so war sie nicht sehr sanft.
Mit einem weiteren Ruck merkte sie, dass ihr Körper sich bewegte. Luft zog messerschaft an ihrer Haut vorbei und sie konnte sich nicht mehr rühren. Luft presste gegen ihre Lieder und machte es unmöglich sie zu öffnen, Luft presste gegen ihre Lippen und machte es noch unmöglicher zu atmen. Zum Glück hielt dieser Zustand nur einige Sekunden an.
Das nächste was Madison spürte waren Hände, die sie auf weichen Boden legten. Sie fühlte mit den Händen. Der Boden fühlte sich faserig an. Sie nahm endlich seit einer gefühlten Ewigkeit wieder einen Atemzug. Es roch nach Erde und Tannen. Es war ein Waldboden. Wie war sie in den Wald gelangt? Um ihre These zu überprüfen schlug Madison die Augen auf und sah in ein weiteres Paar Augen. Sie waren dunkelbraun und so düster, dass man kaum einen Unterschied zwischen Pupille und Iris sah und doch sahen sie freundlich aus. Die Augen waren gerahmt von einem blassen Jungengesicht, das ein halbes gepresstes Lächeln zierte und von silbern-grauen Haaren, die zerzaust von den Seiten herabhingen.
Ein paar Sekunden des Starrens vergingen und der Junge, der über Madison gekniet hatte löste seinen Blick und ließ sich neben ihr ins Moos fallen. Sie musterte ihn genauer, er war wie sie in Sportkleidung gekleidet, trug eine schwarze Sporthose und ein weißes Baseballhemd, das feine schwarze Längsstreifen hatte. Sie kannte den Jungen, er war ein oder zwei Jahrgänge über ihr und sie hatte ihn schon das ein oder andere Mal vor der Schule gesehen. Er war bei Madison in der Kategorie „süß aber schräg“ abgelegt worden.
Ohne ihn aus den Augen zu verlieren setzte sie sich langsam auf. Ihre Gliedmaßen taten höllisch weh und ihr Kopf pochte noch immer. Sie versuchte sich zu sammeln und griff dabei tief ins Moos.
Ein paar Sekunden vergingen dann meldete sich der Junge zu Wort „Du kannst dich gerne jetzt bedanken“ sagte er und setzte wieder ein breites gepresstes Lächeln auf, das seine Lippen zu einem Strich werden ließ. „Bedanken? Was ist überhaupt passiert?“ sagte Madison dankbar darüber, dass sie einen Satz rausbrachte, während ihre Gedanken sich nur mühsam zusammensetzten.
„Es ist Sportfest“ grinste der Junge und zuckte mit den Schultern. „Echt lahm“ fügte er hinzu.
Madison schüttelte den Kopf und rieb sich die Augen. „Das weiß ich“ sagte sie „aber was ist auf dem Sportfest passiert?“ sie atmete tief ein und versuchte sich zu erinnern. „Bin ich umgekippt beim Laufen? Hab ich mir den Kopf angehauen?“ sie tastete sich den Hinterkopf und die blonden Haare ab, aber spürte kein Blut. Erleichtert seufzte sie.
„Nein du hast es nur ein wenig krachen lassen“ sagte der Junge und zuckte mit den Schultern.
„Krachen lassen? Was heißt das?“
„Das heißt, dass du ganz schön angegeben hast mit deinen Kräften. Ist wohl ein bisschen aus dem Ruder gelaufen, was?“ sagte der Junge und sein Grinsen wurde breiter bei der Vorstellung. „Und ich dachte ich hasse das dumme Sportfest am meisten“ er zwinkerte ihr zu und Madison verstand noch immer nicht.
„Kräften? Was meinst du?“ die Verwirrung stieg und stieg in ihr. Ja, sie hatte es ein wenig übertrieben, aber sie alle hatten sich körperlich mit ihren Kräften an dem Tag verausgabt, oder nicht? Das lag an der Hitze.
Nun war ihr Gegenüber auch kurz verwirrt, sein Grinsen verschwand für einen Moment und er zog die Augenbrauen hoch. „Heißt das, dass das dein erstes Mal war?“ sagte er und sein Grinsen kam wieder zurück. „Mein erstes Mal…was?“ sagte Madison nun bestimmter. Warum antwortete er ihr nicht auf ihre Fragen und wieso redete er so wirr?
„Dein erstes Mal und ich durfte dabei sein“ er schluckte und fügte dann hinzu „Upps… und die ganze Schule durfte dabei sein“.
„Wobei sein?“
„Das heißt du hast das aus Versehen getan“ nun wirkte er leicht enttäuscht.
„Was getan?“ fragte Madison hilflos.
„Naja egal“ er zuckte mit den Schultern „war trotzdem lustig“.
„KANNST DU MAL KLARTEXT MIT MIR REDEN?“ brüllte sie nun los, aber es klang eher erstickt und heiser. Sie räusperte sich. „Was soll ich getan haben?“
„Du hast die Zeit manipuliert und diese ganzen Dinge auf dich zufliegen lassen.“  Sagte der Junge.
„Du willst damit sagen, dass ich das gewesen bin?“
„Ich weiß nicht wer es sonst gewesen sein soll. Ich hab mir die Situation in Ruhe angeschaut, bevor ich dich gerettet habe und ich bin mir ziemlich sicher, dass das ganze Chaos von dir ausging. Ich hatte nur vermutet du hättest das mit Absicht getan und dann die Kontrolle verloren. Ich wusste nicht, dass es ganz aus Versehen passiert ist.“
Madison war fassungslos. Sie sollte das gewesen sein? Das war sicher kein Traum?
„Und wie?“ fragte sie „Wie soll ich das gemacht haben, wenn ich das wirklich war?“
Sie hatte kurz geblinzelt, in der Zeit war der Junge aufgestanden. Ihr Kopf drehte sich. Er hielt ihr die Hand hin um ihr aufzuhelfen. „Ich bin Peter“ sagte er mit Bestimmtheit „und ich bin auch ein Mutant, so wie du.“
 
 
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