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Rede mit mir!

OneshotDrama, Angst / P16 / Het
Archie Andrews Veronica Lodge
11.04.2021
11.04.2021
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Es war so still. Es war beinahe zu still. Ich konnte seinen warmen Körper nicht an meinem spüren. Ich konnte seinen Atem weder hören noch spüren. Ich hörte nicht mal ein Bewegen der Decke.
"Archie?", fragte ich in die Dunkelheit hinein.
Keine Antwort. Nicht mal ein Geräusch.
Ich knispte die Nachttischlampe an. Schaute mich in meinem Zimmer um, doch er war nicht da. Wieso war er verschwunden. Er wusste doch, dass meine Eltern das ganze Wochenende weg sein würden.
"Archie!", rief ich nochmal etwas lauter.
Langsam machte sich die Angst in mir breit. Ich spürte, wie sie durch meinen Körper rasste. Ich spürte die Schwere, die langsam auf meine Brust fiel. Ich spürte, wie sich jeder meiner Muskeln zusammen zog. Was hatte er nun schon wieder getan? Er hätte mir doch wenigstens bescheid sagen können. Immer musste er alles alleine machen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass er zu viele Geheimnisse vor mir hatte.
Ich stand auf und griff nach meinem Bademantel. Dann rannte ich runter. Ich guckte in jeden Raum, aber Archie war nirgends zu sehen.
Ich rief Betty und Jughead an, fragte ob sie etwas von Archie wüssten, doch beide verneinten. Die Sorge wurde immer größer. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Ich konnte hier nicht einfach warten, aber vielleicht würde er zurück kommen und dann wäre ich nicht da. Beide Optionen wären nicht gut. Ich versuchte ihn mehrfach anzurufen, doch immer ging direkt die Mailbox ran.
"Archie, wo bist du nur?", fragte ich und spürte wie Tränen über meine Wangen liefen.
Ich wollte nicht weinen, aber ich konnte einfach nichts dagegen tun. Die Tränen, sie waren einfach da und gingen nicht wieder weg. Archie hatte viele Feinde. Warum musste er sich denn auch immer mit so vielen Leuten anlegen.
Ich entschied mich im Haus zu bleiben. Ich entschied mich auf ihn zu warten, auch wenn das vielleicht nicht die richtige Entscheidung war. Es gab keine richtige Entscheidung. Die Minuten, die vergingen, fühlten sich an wie Stunden und die Stunden die vergingen fühlten sich an wie Tage. Mit jeder Sekunde wurde meine Angst ein kleines bisschen schlimmer und die Schwere auf meiner Brust ein kleines bisschen größer.
Ich versuchte mich zu beruhigen, versuchte mir einzureden, dass schon nichts schlimmes passiert war, aber so richtig klappte das nicht. So oft passierten irgendwelche schlimmen Sachen. Wieso sollte es in dieser Nacht anders sein? Es war mittlerweile vier Uhr morgens. Zwei Stunden waren seit meinem Aufwachen vergangen. Immer noch versuchte ich ihn zu erreichen, wobei ich eigentlich schon längst wusste, dass es hoffnungslos war.
Plötzlich hörte ich etwas. Ein Geräusch kam von der Haustür. Mein Herz schlug schneller. Hoffnung machte sich breit und verdrängte die Angst ein kleines bisschen.
"Vroni", hörte ich die Stimme meines geliebten Archies.
"Ich bin hier", rief ich und rannte zur Tür.
Es dauerte nicht lange, bis ich sie geöffnet hatte und in seine wunderschönen Augen schaute.
"Archie", stieß ich erleichtert aus.
"Hey", flüsterte dieser.
In seinem Blick lag so viel Liebe, doch dann verflog meine Erleichterung. Ich sah erst jetzt die Tränen, die über seine Wangen rannten. Erst jetzt bemerkte ich, wie schwach er aussah. Er lehnte gegen den Türrahmen, nicht in der Lage sich aufrecht zu halten.
"Was ist passiert?", fragte ich und schaute ihn besorgt an.
Ich versuchte irgendwelche Verletztungen festzustellen, doch ich fand keine.
"Ich weiß es nicht genau", antwortete mein geliebter.
"Was soll das heißen?", fragte ich aufgebracht.
Ich brachte ihn ins Haus, legte ihn auf die Couch. Seine Haut brannte.
"Hast du etwa Fieber?", fragte ich.
"Schon möglich", antwortete er und fixierte mich mit seinem Blick.
"Verdammt Archie! Rede mit mir!", rief ich.
Meine Finger fingen an zu zittern. Das konnte doch alles nicht wahr sein.
"Vroni... Beruhig dich... Das wird schon wieder", flüsterte Archie mit geschwächter Stimme.
"Du musst zu einem Artzt!", rief ich.
Ich wollte gerade aufspringen und die Autoschlüssel holen, als Archie meine Hand griff und den Kopf schüttelte.
"Sie werden mich finden", erklärte er.
"Wer wird dich finden?", fragte ich verzweifelt, nachdem ich mich wieder hinsetzte.
Ich hatte noch viel mehr Angst als zuvor. Sie wurde immer größer und ich konnte rein gar nichts dagegen tun.
"Ich werde jetzt Betty und Jug anrufen und ihnen sagen, dass sie herkommen sollen", meinte ich.
"Nein!", rief er daraufhin.
Aufeinmal war der pure Schock in seinen Augen zusehen.
"Was? Warum nicht?", fragte ich.
Mittlerweile verstand ich gar nichts mehr. Was war hier los?! Wieso sollte ich die beiden nicht anrufen? Sie hätten uns doch helfen können, oder etwa nicht?
"Sie sind es. Sie haben mir das angetan", stieß Archie hervor.
"Wie meinst du das? Was haben sie dir angetan", fragte ich aufgebracht.
"Sie haben mich gezwungen es zu trinken", antwortete er.
Das Reden fiel ihm genauso wie das Atmen immer schwerer.
"Betty und Jug? Haben sie dich vergiftet?", fragte ich.
Ich konnte es immer noch nicht glauben. Warum sollten die beiden so etwas tun. Ja, Betty hatte manchmal ihre dunklen Seiten, aber doch nicht, wenn es um Archie ging. Und Jug? Er konnte doch nicht mal eine Fliege töten. Das machte einfach keinen Sinn.
"Bist du dir sicher?", fragte ich und hielt Archies viel zu heiße Hand.
"Ja", brachte dieser heraus, bevor er anfing zu husten.
Blut. Er hustete Blut. Das war gar nicht gut.
"Vronie, es tut mir leid. Ich liebe dich", flüsterte er.
"Nein. Wage es bloß nicht, dich von mir zu verabschieden", rief ich und fing an zu schluchzen.
"Ich liebe dich auch", flüsterte ich.
"Wir wissen beide, dass ich es nicht schaffen werde. Du musst mir etwas versprechen. Lauf weg. Ganz weit weg von hier. Ganz weit weg von Betty und Jug", bat er mich, bevor er wieder anfing Blut zu husten.
"Nein! Du darst jetzt nicht aufgeben. Du musst weiter kämpfen. Bitte kämpf für mich weiter", flüsterte ich.
Meine Stimme war kaum noch zu hören, denn meine Tränen unterdrückten diese.
"Ich kann nicht mehr kämpfen. Es geht zu Ende. Verstehst du? Es geht zu Ende", meinte Archie.
Es fiel ihm schwer die Augen aufzubehalten und dennoch guckte er mich an. Er wollte mich nicht alleine lassen und dennoch würde er es... Selbst ich konnte ihn nicht mehr retten.
Aufeinmal klingelte es an der Tür. Ein Schrecken durchfuhr meinen Körper.
"Veronika! Mach die Tür auf!", hörte ich Bettys Stimme schreien.
Furcht. Sie war überall in meinem Körper.
"Renn! Renn weg!", war das letzte was Archie sagte, bevor er die Augen schloss.
Nein, nein, nein! Er konnte jetzt nicht einfach tod sein. Ich konnte ihn hier nicht alleine lassen und dennoch musste ich es. Ich konnte auch nicht bei ihm bleiben. Ich würde überleben. Ich würde für ihn überleben, weil er es nicht anders gewollt hätte.
Ich sprang auf, rannte zur anderen Seite des Hauses, kletterte durch das Fenster und rannte in die unendliche Dunkelheit, ohne mich auch nur einmal umzudrehen.


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So. Ich weiß. Ziemlich viel auf einmal. Dieser Oneshot kam ganz spontan. Ich brauchte einfach mal ein bisschen Ablenkung und habe angefangen zu schreiben. Ich wusste auch nicht, dass es zu diesem Ende führt. Ich hoffe natürlich, dass er euch dennoch gefallen hat und würde mich über eine Review oder Empfehlung freuen. ^^
 
 
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