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Die Kräuterhexe und die Elfen

GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P18 / Het
Bobby Singer Castiel Dean Winchester OC (Own Character) Sam Winchester
10.04.2021
01.05.2021
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10.04.2021 3.079
 
Hier ist er, der zweite Teil. Er ist ähnlich lang wie der erste, P18 ist auch hier sehr ernst gemeint und wieder ist es mein alternatives Universum mit geliehenen Figuren, die ihr alle kennt, die aber nciht immer so sind, wie ihr es gewohnt seid. Hannah gehört mir. Ich wünsche euch viel Spaß! <3


Die Worte der Göttin hallten immer mal wieder in Hannahs Kopf nach, wie eine absichtliche Erinnerung, die regelmäßig abgerufen wurde, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Insgeheim vermutete Hannah, dass die rothaarige Göttin der Natur das absichtlich so in ihrem Gehirn abgespeichert hatte. Nur kein Druck und so.

„Ich habe eine Aufgabe für dich und du wirst jede Hilfe benötigen, die du bekommen kannst. Genau jetzt in diesem Moment entstehen in der Königin der Elfen die sieben Eier, die in 14 Monaten zu ihren sieben Königskindern geboren werden. Leider werden dann Umstände eintreten, die ich noch nicht ganz einschätzen kann – aber die Königin, ihre Kinder und das ganze Elfenvolk wird sterben, wenn sie keine Unterstützung bekommen. Es ist an dir, meine Tochter, sie zu retten. Ich bitte dich schon jetzt, weil ich will, dass du deine Fähigkeiten trainierst. Übe so viel du kannst, um vorbereitet zu sein.“

Am meisten beunruhigt hatte Hannah an dieser Aussage, dass die Göttin wusste, dass eben jene besonderen Eier in der Elfenkönigin reiften. Aber irgendwas musste sie schließlich als Göttin auszeichnen – und scheinbar war das nicht nur verflucht viel Macht, sondern auch noch Allwissenheit. Also, fast. Zumindest schien sie nicht wirklich in die Zukunft sehen zu können.
Nachdem die Rothaarige verschwunden war und Dean mal wieder sehr verzückt zurückgelassen hatte (Sam hatte sich schon mehrfach fest vorgenommen, ihm gehörig eine reinzuhauen, wenn er es jemals wagen sollte, die Gottheit anzugraben), hatte Hannah sich zu den drei Männern in ihrem Leben umgedreht und fassungslos gestaunt.
„Es gibt wirklich Elfen!?“
Castiel, ein Engel des Herrn und ihr Ehemann, hatte amüsiert geschmunzelt. Sam und Dean Winchester, die besten Jäger des Planeten und die tatsächlich existierenden Vorbilder für die Serie Supernaturalhatten nur die Köpfe geschüttelt.
„Dass dich das wirklich überrascht!“
„Sam. Mein Leben hat sich innerhalb der letzten Wochen derartig auf den Kopf gestellt, da wirst du mir ein bisschen kindlichen Unglauben wohl verzeihen“, hatte die Hexe gefrotzelt, aber gelächelt. „Übrigens möchte ich an dieser Stelle nochmal erwähnen, dass ich verheiratet bin! Mit einem Typen, den ich auch nicht länger kenne. Wahnsinn!“

Abends nach dem Abendbrot hatten Hannah und Sam die Bücher bemüht. Sie hatten gesucht und gefunden, was Hannah wissen wollte. Die Geschichte der Elfen, ihre Aufgaben, ihre Schwachstellen, ihre Künste, ihre Zauber, ihre Feinde. Das Leben der Elfen war eigentlich ziemlich entspannt, wenn man davon absah, dass sie für die scheiß Jahreszeiten verantwortlich waren! Die bekannten Fakten aus der TV-Serie besagten, dass sie alle unter einer Zwangsstörung leiden, was aber nur teilweise stimmte: so müssen alle Salz oder Zucker zählen, wenn vor ihnen ausgestreut, egal wie mächtig sie sind - das traf wohl nur auf weniger mächtige Elfen zu. Hannah hatte sich gedanklich notiert, ab sofort immer einen kleinen Beutel Zucker in ihrer Bauchtasche mit sich zu tragen und hatte ihn seitdem nicht einmal vergessen (aber auch nicht gebraucht). In der Serie treten die Elfen in verschiedenen Formen auf: die Kobolde sind mitunter gemein und hinterlistig, die bösen Hexen von Oz sind – naja, böse eben und die Tinks kleine nackte Frauen. Castiel hatte ein wenig spöttisch gelacht, als Hannah das zusammengefasst hatte und erklärt, dass das alles stilistische Mittel waren, um die Serie auszuschmücken. Lediglich die etwa Hand- oder Unterarmgroßen Elfen, die man sich ganz klassisch mit spitzen Ohren und Kleidern aus Blättern vorstellte, die gab es wirklich. Kobolde auch, allerdings gehörten sie nicht der Spezies der Elfen an. Hannah fand ein winziges Buch, in dem nicht nur mehrere Zeichnungen von den kleinen, hübschen Wesen waren, sondern auch eine Art Friedensvertrag zwischen Menschen und Elfen. Er war schon vor vielen Jahrhunderten aufgesetzt worden und besiegelte, was wohl auch schon vorher so gewesen war: die Elfen hielten sich im Verborgenen und kümmerten sich um die Jahreszeiten und die Menschen ließen sie in Ruhe. Über die Jahre war das Wissen darüber und über das Volk der Elfen verloren gegangen und so dauerte der Frieden an. Hannah staunte nicht schlecht und wollte wahnsinnig gern mehr darüber wissen, wie die Elfen die Jahreszeiten erschufen und beeinflussten – Erddrehung und Achsneigung my ass! - fand aber darüber kaum mehr Informationen, als dass es mit der Elfenmagie zu tun hatte.

Mit neuem Wissen – und verdammt vielen neuen Fragen – beschloss Hannah zu tun, was die Göttin verlangt hatte. Sie begann zu üben. Mehr und mehr Bücher, Schriften und Rezepte fügten sich in die Sammlung der Winchesters ein. Bobby stellte ihr eine Hexe namens Neela vor, die zwar wenig mit Käutermagie zu tun hatte, aber dafür die Grundlagen so erklären konnte, dass Hannah sie für sich und ihre eigene Magie umsetzen konnte. Das, was Hannas Familie nie getan hatte, weil sie zu früh verstorben waren, tat nun Neela. Hannah behielt die ganze Zeit über eine gewisse Skepsis bei, denn Neela war nun mal eine Hexe. Und so wie es aussah nicht unbedingt nur eine Gute. Da sie aber keine akute Bedrohung darstellte, nahm Hannah an, was sie ihr geben wollte. Im Gegenzug erschuf Hannah für die andere Hexe einige Heiltränke.
Solche Tränke, Liebestränke, spezielle Heiltees inklusive ein wenig Magie, Verwandlungstränke (Harry Potter ließ grüßen!), Stärkungstränke, Schwächungstränke, Gifte, Salben, Tinkturen, Schlafmittel, Beruhigungstees, halluzinogene Tropfen, Traumlos- oder Traumvolltees – nichts schien nicht machbar. Aufgrund ihrer Neugierde und der Kombination des Wissens der Jäger und der Käuterhexe erschuf Hannah neue Rezepte, mischte Zutaten, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen sollten und kreierte dadurch machtvolle und vor allem wirkungsvolle Unterstützungen und Bereicherungen nicht nur in ihrer aller Leben. Es dauerte nicht lange, bis Mr. Smith, ein guter Kunde der Kräuterhexenmagie, verstanden hatte, dass Hannah noch mehr Dinge herstellen konnte als die Myderia-Wellis-Tinktur. Und so gab er noch einiges anderes in Auftrag und verschaffte ihr Kunden, die bösartig viel Geld für Dinge bezahlten, die Hannah nach einigen Wochen des Übens mit nur kleinen Handbewegungen herstellen konnte. Der langwierigste Teil der Arbeit war bald das Beschaffen der Zutaten. Dank Castiel, der sich in nur einem Augenblick überall hin blinzeln konnte, hatte Hannah schon Blüten auf dem Kilimandscharo geerntet, Muscheln auf einer unbewohnten Insel im Ost-Chinesischen Meer gesammelt und Engelwurz in den Ostkarparten gepflückt. Der Engel hatte ihr Orte gezeigt, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hatte und er hatte dort Dinge mit ihr getan, die dort wahrscheinlich so schnell niemand mehr machen würde. Die beiden verband nicht nur ihre Ehe, sondern eine Seelenverwandtschaft wie es sie für einen Engel nur ein einziges Mal in seiner ganzen Existenz gab. Und auch Hannah, die ihr Leben zwar immer genossen hatte – Nora hatte es liebevoll „Bitchphase“ genannt, als sie noch lebte – kannte diese wahre Form der Liebe bisher nicht. Es war ihr verwehrt geblieben, eben aufgrund der Seelenverwandtschaft zu Castiel, die erst zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben erwachsen sollte.

Mit seltenen wie auch unerwarteten Zutaten – Pusteblumenschirmchen ließen vorhandene magische Eigenschaften einer Pflanze oder auch einer Hexe an Macht gewinnen! - und vielen Stunden Übung gelangte Hannah bald in einen Zustand der Routine. Gewisse Zauber gingen ihr so in Fleisch und Blut über, dass sie sie beinahe im Schlaf ausführen konnte. Das waren auch die, bei denen sie nicht mehr erblindete. Bei großen, mächtigen Zaubern und der Herstellung von Tränken mit mehr als sechs Zutaten wurde sie aber nach wie vor blind. Wie die Göttin es prophezeit hatte, wurden ihre Augen in solchen Momenten blass und blasser, bis alle Farbe aus ihnen gewichen war. Zuerst verschwammen die Umrisse, dann konnte sie nur noch Licht und Schatten unterscheiden bis irgendwann alles dunkel war. Die Hexe verbrachte also viele Stunden mit geschlossenen Augen im Keller des gegen Dämonen und schwarzer Magie gesicherten Hauses. Ihre Körpertemperatur stieg nur noch bei für sie sehr anstrengenden Zaubern oder wenn sie sehr wütend war, was seit dem Vorfall mit Nora nur noch einmal vorgekommen war, als Castiel versuchte, Probleme vor ihr zu verheimlichen und sie davon abzuhalten, den beiden Monster-Jägern zu helfen, weil er beschlossen hatte, dass es zu gefährlich für sie sei. Zugegeben verletzte sie sich bei dieser Jagd sehr schwer am linken Fuß – nichts jedoch, was diverse Heiltränke, schmerzhafte Fußbäder und ein klein wenig wütende Hexenmagie nicht wieder richten konnten. Immerhin hatte er sich ausführlich mental und körperlich entschuldigt, nachdem sie ihm einen Schwarm Bienen auf den Hals gehetzt hatte – nur indirekt durch eine Creme natürlich, die sie ihm in einer harschen Bewegung in den Nacken geschmiert hatte, denn Bienen befehligen konnte sie ja nicht (obwohl sie schon hin und wieder überlegt hatte, ob sie sowas wohl lernen könnte).

Es entstand eine Symbiose zwischen den Jägern, der Hexe und dem Engel, bei der jeder seine Aufgaben übernahm und die erfolgreich war, wie nur wenige Dinge vorher. Dank eines Ortungszaubers, der durch einen Trank aus Pusteblumenschirmchen, vergorener Wolfsmilchtinktur und einiger Kräuterhexenmagie unterstützt wurde, konnten sie sogar einen Dämonenunterschlupf auf einen Block genau orten und auseinandernehmen, den sie aufgrund von Abwehrzaubern ansonsten nie gefunden hätten.
Die Freundschaft zwischen der Hexe und den Jägern vertiefte sich mit jedem Tag. Bald war es, als wäre es nie anders gewesen. Waren sie nicht zusammen, vermissten sie sich, wie man nur etwas vermissen konnte, was zu einem selbst gehörte. Das Band, welches Castiel und Dean aneinander knüpfte, welches ihre Schicksale miteinander verwob, bekam bald eine Art Nachahmer. Denn zwischen Hannah und Sam entwickelte sich eine derartig tiefe Freundschaft, wie Hannah sie niemals erwartet hätte. Sam war wie ein Bruder für sie, aber auch ihr bester Freund. Sie verstanden sich blind, vor allem in Momenten, in denen sie arbeiteten. Eine Hand gab die andere, sie wussten bald um die Arbeitsweisen des anderen und konnten sich gegenseitig unterstützen, ohne dass jemand etwas aussprechen musste. Sie dachten ähnlich, sie schlussfolgerten und bauten Zusammenhänge gleich auf. Oft sprachen sie die gleichen Dinge aus, beendeten des anderen Sätze (was Dean unheimlich nervte) oder holten Bücher und Schriften, in denen der andere etwas nachsehen wollte. Ihr Wissen war immens und ergänzte das des anderen in den Bereichen, die ihnen jeweils besser lagen. Waren sie in einem Raum, saßen sie beieinander, waren sie in einem Gebäude, fanden sie sich in der Mitte. Waren sie ohne Castiel unterwegs, schoben die Jäger die Motelbetten zusammen und befehligten Hannah in die Mitte (die dann regelmäßig ihre Kissen nach rechts und links warf, weil irgendeiner immer schnarchte). War Cas dabei, sorgten sie dafür, dass ihre Zimmer immer nebeneinander lagen. Waren die Jäger verletzt, umsorgte Hannah sie wie selbstverständlich. Sie braute Tränke, mischte Salben oder wickelte Verbände. Die Jungs vertrauten ihr blind – was sie das ein oder andere Mal scherzhaft infrage stellten, wenn der Trank oder die Tinktur doch sehr bitter oder sauer waren.

Sam und Hannah hatten den gleichen Filmgeschmack, mochten ähnliche Musik und teilten Vorlieben fürs Essen. Es war manchmal beinahe gruselig.
Castiel, der jeden Tag aufs Neue damit konfrontiert wurde, lächelte darüber sehr zufrieden. Aufgrund seiner mentalen Verbindung zu seiner Seelenverwandten, die auch jeden Tag stabiler wurde, hatte er schon viele, viele Erinnerungen aus ihrem Leben einsehen dürfen und wusste, dass sowohl eine Liebe, wie sie sie jetzt erfahren durfte, als auch eine derartige Freundschaft neu waren für Hannah. Ihre Freundschaft zu Nora, die beim Erfüllen der Prophezeiung der Magierin der Pflanzen vom Engel Omega umgebracht worden war, war bis dato eine sehr tiefe gewesen. Sie war dennoch anders, als die Freundschaft zu Sam, denn Nora und Hannah verband zwar das hexen, ansonsten teilten sie in ihrem Leben aber nichts, außer vielleicht noch Vertrauen ineinander (und diesen Typ mit dem Vollbart und den braunen Haaren und dem Holzfällerhemd aus der Disco von vor ein paar Jahren).
Vertrauen war etwas, was ebenso neu war für Hannah. Aufgrund dessen, dass sie nahezu schon immer auf sich selbst gestellt war, fiel es ihr sehr schwer. Der Kampf mit Omega hatte sie Vertrauen in Castiel gelehrt - auf die harte Tour. Aber daran gab es seitdem keinen Zweifel mehr. Auch die Winchesters standen mittlerweile hoch oben auf der Liste. Alle anderen Menschen, sogar Bobby, mussten hart kämpfen. Hannah gab sich alle Mühe, aber scheinbar war Vertrauen ein Attribut, welches sich nicht so einfach antrainieren ließ. Und auch immer wieder wankte Hannahs Vertrauen in sich selbst. In ihre Fähigkeiten, die neu gelernten Fertigkeiten und die Ergebnisse dessen.
Der Engel hatte trotz seiner Aufgaben ganz oben und den Dingen, die er hier unten für die Familie tat, zu der er mittlerweile gehörte, zur Ruhe gefunden. Seit er Hannah an seiner Seite hatte, seit dem himmlischen Pakt und auch der halbwegs weltlichen Hochzeit und der Erholungs- und Eingewöhnungsphase danach, gab es nicht mehr viel, was ihn noch aus der Ruhe bringen konnte. Es war, als wäre er vorher immer auf der Suche gewesen, ohne es zu wissen und nun endlich angekommen. Wenn seine Hexe bei ihm war, war alles so, wie es sein sollte. Er fühlte sich vollständig. Ohne sie hatte er fast körperliche Schmerzen, ein Reißen und Zerren an seinen Eingeweiden, welches nicht zu stillen war, bevor er zu ihr zurückkehrte. Dass sie mit ihrer Macht seine eigene anregen konnte, sich zu regenerieren, war ein Bonus. Jede körperliche Verbindung zwischen ihnen, egal wie klein oder kurz sie war, regte die Mächte in ihnen an, sich zu erholen und sich neu zu bilden. Hatten sie Sex, strömten die Mächte hin und her und erschufen zusätzlich auch noch ein völlig neues Level der Lust. Hielt er sie in seiner Umarmung (am besten nackt), erholten sie sich beide.

Trotz allem war es natürlich nicht immer friedlich im Hause Winchester und Black (sie hatte ihren Namen in Novak ändern wollen, wie Castiel in seinen menschlichen Dokumenten hieß, aber bisher die Bürokratie gescheut, da es viel Aufwand für einen eigentlich nicht existierenden Namen war). Es gab Jagden, es gab Katastrophen und es gab Streit, ganz dem Naturell der hier lebenden Menschen entsprechend. Sie waren alle drei laut, wild, dickköpfig, launisch und voller Ideen und Energie, die sich oft Bahn brach, auch wenn es gerade nicht passte. Hannahs Euphorie über neu Erlerntes schlug hin und wieder in Übermut um (es gab den ein oder anderen kleinen Hexereiunfall, aber wirklich schwer verletzt wurde zum Glück niemand. Als Dean allerdings den dritten neuen Putzeimer kaufen musste, entschied er sich für einen aus Metall). Dean's Verbissenheit sorgte - wie immer schon - bei ihm selbst für Ungeduld und bei Sam für Unverständnis. Sams Akribie nervte Dean. So gab jeder Mensch etwas in den Topf und gemeinsam erschufen sie eine mitunter explosive Mischung.

Sie gaben allerdings auch Vertrauen, Verlässlichkeit, Stärke, Liebe und Freundschaft hinein. Hannahs selbstverständliche Aufopferung, Dean's herzensgute Fürsorge und Sams unendliche Empathie schafften eine Beziehung zwischen den dreien, die Castiel immer wieder bewunderte (wenn er nicht gerade genervt davon war, dass sie mal wieder laut stritten und Hannah Dinge warf oder verhexte).
In solchen Momenten, wenn sie tobte und vor lauter Verzweiflung über ihr eigenes Unverständnis ihre langen schwarzen Haare raufte, vergötterte er sie immer noch mehr als sonst. Sie war so anbetungswürdig. So schön. So wild, so liebenswert und außerdem unheimlich süß. Getoppt wurde das nur noch, wenn sie vor Neugier beinahe vibrierte und versuchte - mitunter auch durch unlautere Mittel positiver und negativer Art (sie war zu viel mit den Winchesters zusammen!) - an Informationen zu kommen.

Wenn sie zauberte, glomm sie immer noch. Ein kleines magisches Leuchten, was ihre Haut am ganzen Körper ausstrahlte, als wenn die Sonne über etwas weißes strich. Wenn sie lachte, schillerte sie für ihn und wenn sie weinte, funkelten ihre Tränen schmerzhaft bunt für seine himmlischen Augen. Wenn sie schlief, würde er am liebsten seine Flügel über sie legen, um sie vor allem zu schützen.
Und wenn er sie hexen sah, mächtig und mit einem wissenden Lächeln, wollte er sie. Wenn sie ihren speziellen Apfelkuchen für alle buk, wollte er ihre Klamotten wegschnippsen und sie noch in der Küche nehmen. Wenn sie mit den Jungs alberte und anzügliche Antworten gab, wollte er sie am liebsten noch vor ihnen an die nächste Wand drücken und ihr zeigen, wie seine Antwort ausfiel. Wenn sie ihn mit ihren Blicken auszog, seinen Körper gierig betrachtete und sich unbewusst auf die Unterlippe biss, wollte er sie breit grinsend vor sich auf ihre Knie drücken und ihr mit seiner Hand in ihren wundervollen Haaren dabei zusehen, wie sie ihm huldigte. Und wenn sie ihn anfunkelte aus ihren dunkelgrauen Augen und absichtlich Widerworte gab, einen Streit anzettelte und dabei so heimlich lächelte, wollte er sie unter sich zwingen und ihr zeigen, wie sehr er sie begehrte. Nur der Himmel wusste, wie viel Zurückhaltung er jeden Tag aufbrachte, sich nicht einfach auf sie zu stürzen und sie zu besitzen bis in alle Ewigkeit.

Hannah genoss Castiels Blicke. Seine wie zufällig wirkenden kleinen Berührungen. Seine mentalen Kommentare, wenn sie mit anderen Menschen sprachen. Seine Bösartigkeit, seine Gleichgültigkeit und seine Arroganz genauso wie sein Staunen, sein Wissen, seine Ruhe, seine Empathie und seine Liebe. Er gab ihr alles. Ein zu Hause in seinen Armen, die Luft zum atmen, das Licht zum erholen. Nichts, was Hannah bisher gekannt hatte, war vergleichbar mit dem, was sie für Cas empfand. Liebe. Vertrauen. Vergötterung. Ehrfurcht. Lust. Es war als würde sie die Welt neu entdecken mit ihm. Als könnte sie erst jetzt richtig sehen. Er gab ihr alles, was vorher gefehlt hatte ohne dass sie davon wusste. Ihre mentalen Gespräche in Situationen, in denen sie nicht sprechen konnten, waren erfüllt von Ruhe und Gelassenheit, aber auch von Lust und Gier. Niemals vorher war sie so begehrt worden und das gab ihrem Ego so viel, dass sie sich manchmal selbst arrogant fand. Wenn er sie über den Tisch hinweg anstarrte, während sie kochte, hielt sie oft inne und forderte ihn mental heraus, um dann doch erst weiter zu kochen. Sie genoss seine Gier und seine Ungeduld, die sie Dank der Verbindung zu ihm direkt neben ihrer eigenen fühlte. Und sie genoss es, wenn er sie dann nach dem Essen an sich riss und sie in ihr Schlafzimmer blinzelte, um sie dort in eine enge Umarmung zu ziehen und mit einem erlösenden Stöhnen zu küssen. Er existierte schon so lange und doch gab es immer wieder Momente, in denen er etwas neues entdeckte. Hannah war dankbar und demütig, dass sie daran teilhaben durfte und konnte ob seiner Ehrfurcht oft nicht richtig atmen. Er wusste mittlerweile sehr genau, was er tun musste, um ihr komplett den Verstand zu vernebeln und trotzdem wurde es niemals langweilig.
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