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Waffenbrüder Staffel 2 - 13. Die richtigen Worte

KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12 / MaleSlash
Athos D'Artagnan Graf Rochefort König Ludwig XIII.
09.04.2021
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Hallo, meine Lieben!

Heute kommt mal wieder eine Kurzgeschichte, mit der ich mir den Frust zu einer Folge von der Seele geschrieben habe, ohne letztlich den Canon zu verändern. Es geht um die Folge 2x02 „Das einfache Leben“. Für die, die die Serie nicht kennen, soviel vorweg: König Louis XIII. setzt sich in den Kopf, das einfache Leben aus erster Hand kennenzulernen. Trotz heftiger Intervention durch Königin Anne, Tréville und sogar Rochefort setzt er seinen Willen durch und verbringt, verkleidet als „einfacher Bürger“, einen Abend in den Straßen und Tavernen von Paris. Zu seiner Begleitung und seinem Schutz werden die vier Unzertrennlichen abkommandiert. Es kommt, wie es kommen muss – die Sache geht gehörig schief, und dArtagnan und König Louis XIII. werden versehentlich verschleppt. Den Rest erkläre ich in kurzen Worten in der Geschichte.

Da ich heute sehr früh bin (ich fange heute mit Renovierungsarbeiten an und weiß nicht, wie ich später am Tag zum Posten komme), stelle ich neben den letzten Ostereiern Brötchen, Croissants, Lachs, Käse, Nuss-Nougat-Creme und Marmelade zu Kaffee und Tee nach Wunsch bereit und wünsche gute Unterhaltung!

Ann

 

Die richtigen Worte

geschrieben 05.07.2020


DArtagnan!“

Er hörte die Stimme, doch sein Traum hatte ihn noch umklammert, zog und zerrte an ihm, hielt ihn beharrlich in seiner Frustration fest.

„Charles... mon Coeur... Wach auf...!“

Die vertraute, geliebte Stimme, zwingend in ihrer Bestimmtheit, und nach fast eineinhalb Jahren des gemeinsamen Trainings und des Kampfes, in der sie ihm befohlen, ihn stets sicher geleitet hatte, war er letztlich nicht in der Lage, ihr zu widerstehen. Ruckartig öffnete er die Augen, spürte zugleich, wie ein starker Arm ihn hielt und eine sanfte Hand sein schweißfeuchtes Haar zurück strich.

„Du bist bei mir – in Sicherheit!“, beteuerte Athos verhalten und sah ihm prüfend ins Gesicht. Entschieden nickte d’Artagnan, richtete sich auf und schälte sich behutsam aus Athos’ Umarmung, um aufzustehen, zum Tisch zu gehen und sich aus dem dort stehenden Wasserkrug einzuschenken. In gierigen Schlucken trank er, befeuchtete seine raue Kehle. Er spürte, wie der forschende Blick seines Geliebten ihm folgte, Athos aber zugleich geduldig wartete, dass er zu ihm zurückkehrte und ihm sein Herz offenbarte.

Er wusste um Athos’ Vermutung, was der Grund für den Albtraum gewesen war, der sie beide aus dem wohlverdienten und dringend benötigten Schlaf gerissen hatte...

 

Die letzten Tage hatte d’Artagnan, einem unglücksseligen Zufall geschuldet, zusammen mit König Louis XIII. als Gefangener von Sklavenhändlern verbracht. Die Ganoven hatten nicht die geringste Ahnung, welch großen Fang sie gemacht hatten. Hätten sie es gewusst – sie hätten den König ohne zu zögern getötet und seine Leiche unauffindbar im tiefen Wald verscharrt, um der grausamen Strafe für dessen versehentliche Verschleppung zu entgehen. Es war also an d’Artagnan gewesen, für die Sicherheit des Königs zu sorgen, während sie mit den anderen Gefangenen nach Le Havre getrieben wurden, um dort auf ein Sklavenschiff verfrachtet zu werden. Kein leichtes Unterfangen, war seine Majestät doch nicht im Geringsten eine solch grobe, unmenschliche Behandlung gewohnt, wie sie ihm nun zuteilwurde. D’Artagnan konnte ihn kaum davon abhalten, aufs Höchste empört zu protestieren und ihn nur schwer überreden, sich stattdessen ruhig und unauffällig zu verhalten, bis sie gerettet würden.

Im Laufe dieser Tage erwarb Louis sich jedoch d’Artagnans tiefen Respekt mit der Art, wie er seine innere Stärke fand, anderen Gefangenen Mut zusprach und schließlich ohne Zögern mannhaft kämpfte, um zu fliehen und zu überleben.

Als die drei anderen der Unzertrennlichen sie endlich fanden, war der König voll der Dankbarkeit und des Lobs für sie gewesen und hatte dem Kleinganoven Renaud, der schwor, ihnen gegen die Sklavenhändler beizustehen, großherzig die Begnadigung versprochen.

Er zeigte sich als ein König, dem zu dienen d’Artagnan mit tiefem Stolz erfüllt hatte, und mit Renauds Unterstützung gelang es den vier Unzertrennlichen, die Sklavenhändler zu vernichten und Louis XIII. wohlbehalten nach Paris zurückzueskortieren.

Eine harte Zeit voller Gefahren für d’Artagnan und den seinem Schutz unterstellten König von Frankreich. Das allein wäre für viele Männer bereits Grund genug, Albträume zu haben. Doch d’Artagnan hatte während der Gefangenschaft niemals den Glauben an seine Freunde verloren, war sich absolut sicher, dass sie ihn und Louis XIII. finden würden, bevor sie an spanische Sklavenhändler verkauft werden konnten – oder ein schlimmeres Schicksal sie ereilen würde. Er wusste: Athos würde Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um ihn zu retten – und Porthos und Aramis wären ohne Zögern an seiner Seite.

Deshalb entstammte der Albtraum, der ihn so unbarmherzig aus dem Schlaf gerissen hatte nicht den Erinnerungen an die Gefangenschaft oder die Entbehrungen der letzten Tage. Doch das konnte Athos nicht wissen...

Auch die Tatsache, dass Milady de Winter urplötzlich bei den Sklavenhändlern aufgetaucht war, ihre Chance gewittert hatte und sich die Gunst des Königs erwarb, indem sie ihm und d’Artagnan das Leben rettete und an ihrer Befreiung beteiligt war, hatte nichts mit seinem Albtraum zu tun. Athos hatte sie ignoriert, mit keinem weiteren Wort mehr erwähnt, war nur zutiefst dankbar und erleichtert, seinen Geliebten sicher und wohlbehalten wieder bei sich zu haben. Und so hatte auch d’Artagnan keinen Grund, an diese Frau auch nur noch einen weiteren Gedanken zu verschwenden.

Was ihn vielmehr umtrieb war die Szene, die sich nach ihrer Rettung im Palast abgespielt hatte. Als Louis XIII. offenbar alle Schrecken, gemeinsamen Erfahrungen und Versprechen vergessen hatte, die er während der Gefangenschaft erlebt und gemacht hatte - und d’Artagnans Vertrauen in ihn tief erschütterte...

 

Der König bat Tréville, Athos, Porthos, Aramis und ihn selbst zu einer Audienz, an der auch Königin Anne und Rochefort als sein neuer Berater teilnahmen. Zunächst pries Louis XIII. den jungen Gascogner und dessen Mut in den höchsten Tönen – und bot ihm dann mit einem wohlwollenden Lächeln als Belohnung an, den anwesenden Renaud zu exekutieren. Zunächst hatte d’Artagnan gedacht, sich verhört zu haben. Louis XIII. hatte dem Mann da draußen im Wald sein Wort gegeben, ihn zu begnadigen. Hatte er das vergessen? War er so wenig dankbar dafür, dass Renaud, zwar ursprünglich mit den Sklavenhändlern im Bunde, letztlich unter Einsatz seines Lebens doch geholfen hatte, den König zu retten?

Athos, Porthos und Aramis, die den Schwur des Königs ebenso gehört hatten wie er, wechselten einen entsetzten Blick, und selbst Tréville, der über die Ereignisse und die Rolle Renauds darin informiert worden war, sah den König betroffen an.

D’Artagnan konnte nicht anders, als leise zu intervenieren: „Majestät: Er hat gekämpft, um Euch zu beschützen!“

Ohne ihn anzusehen erwiderte Louis erbost: „Er tat es, um seinen Hals zu retten – den Ihr jetzt durchschneiden werdet!“

Eindringlich beschwor d’Artagnan seinen König: „Ihr gabt ihm Euer Wort!“ – und zog damit dessen unerbittlichen Zorn auf sich.

„Stellt Ihr Euch auf die Seite eines Verräters – gegen den König?“

Eine unnatürliche Stille trat ein, die Luft vibrierte vor Spannung. D’Artagnan verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen, suchte den Blick seiner Freunde, die im wahrsten Wortsinn hinter ihm standen und sah dieselbe Fassungslosigkeit in ihren Blicken, die des Königs Worte in ihm ausgelöst hatten...

Nach allem, was er im Laufe der letzten Monate für den König und Frankreich riskiert und geleistet hatte – aber vor allem, was er mit Louis in den letzten Tagen erlebt und geteilt hatte stellte er d’Artagnan tatsächlich diese Frage?

Langsam drehte der junge Musketier sich wieder um und sah seinem König fest in die Augen, als er mit kalter Entschiedenheit erwiderte: „Ich bin Soldat – kein Henkersknecht!“

Er wusste nur allzu gut, dass er sich am Rande eines Abgrunds bewegte. Wenn Louis sich hinreißen ließ, ihn umgehend für seine rebellischen Worte zur Rechenschaft zu ziehen - wenn er Rochefort damit betraute, ihn hier und jetzt zu bestrafen, würden seine Freunde – würde Athos einschreiten und sich so selbst zur Zielscheibe machen. Er hoffte, er betete, dass wenigstens etwas von dem geteilten Leid in Louis’ Erinnerung haften geblieben war und er ihn des eingedenk verschonte.

Seine Gunst aber hatte er verspielt – das war ihm schmerzhaft bewusst, als Louis ihn nun voll wütender Verachtung ansah.

„Erlaubt, Majestät!“, schaltete sich da Rochefort mit scheinbar unterwürfiger Ehrerbietigkeit ein, zog ohne eine Antwort abzuwarten seinen Degen und trat einen Schritt vor. Aus dem Augenwinkel sah d’Artagnan, wie Athos’ Hand sofort zum Schwertknauf fuhr, und nur Trévilles knappes Kopfschütteln hielt seinen Freund vom Handeln ab.

Doch Rochefort hatte es nicht auf d’Artagnan abgesehen: Ohne die Musketiere eines Blickes zu würdigen ging er auf Renaud zu und stieß ihm ohne Zögern mit aller Macht den Degen durch die Brust. Der Mann röchelte, starrte seinen Henker aus weit aufgerissenen Augen an - und brach tot auf dem Boden zusammen. Und während sein Blut das glänzende Parkett des Audienzsaal verunstaltete bemerkte der König bissig an: „Danke Rochefort! Ich weiß es zu schätzen! Wenigstens habe ich einen treuen Soldaten!“ Sein strafender Blick schweifte dabei über Tréville und seine Männer, denen nichts blieb, als die zutiefst ungerechte Demütigung schweigend hinzunehmen, genau wie Louis’ XIII. letzte bittere Bemerkung: „Weshalb setzt ihr Musketiere nur alles daran, mich immer wieder zu enttäuschen?“ Damit rauschte er davon, gefolgt von einer stummen Königin und einem unverschämt zufrieden aussehenden Rochefort.

D’Artagnan ahnte, dass Rochefort und seine Einflüsterungen hinter dem ehrlosen Verhalten des Königs steckten – doch was war ein König wert, der sich nicht seine eigene Meinung bilden konnte, der sich nach solch intensiven Erfahrungen weigerte, daraus zu lernen und Konsequenzen zu ziehen? Der sein königliches Wort nicht hielt, egal, wie niedrig der Mann gestellt sein mochte, dem er es in der Not gegeben hatte?

Gemeinsam mit ihrem Hauptmann verließen die vier Musketiere den Palast und ritten in gedrückter Stimmung zurück zur Garnison. Trotz der erfolgreichen Rettung des Königs war keinem von ihnen nach Feiern zumute, und so saßen sie nur noch auf einen Becher Wein zusammen in Athos’ Wohnraum.

Porthos und Aramis ließen sie bald allein, und während Athos die Tür sorgfältig hinter den Freunden verschloss, starrte d’Artagnan in tiefer Nachdenklichkeit aus dem nachtdunklen Fenster.

Eine der vielen wunderbaren Eigenschaften seines Geliebten war, dass man mit ihm schweigen konnte. Athos tat nichts, als nahe bei ihm zu sitzen, ihn seine Gegenwart spüren und ihn zugleich seinen Gedanken nachhängen zu lassen.

Irgendwann seufzte d’Artagnan tief, sah seinen Freund endlich an und meinte müde: „Ich bin ein schlechter Gesellschafter. Ich suche wohl besser mein Quartier auf...“

„Wenn du denkst, ich lasse dich heute Nacht gehen, irrst du dich!“, erwiderte Athos leise, aber fest, und als d’Artagnan ihn nur ansah, erhob er sich von seinem Stuhl, kniete sich vor den Jüngeren, nahm dessen Gesicht in beide Hände und raunte dunkel: „Als wir in der Gasse hinter der Taverne, aus der der König und du verschleppt worden seid, Blut fanden dachte ich, mein Herz müsse aufhören zu schlagen. Drei Tage lang hatte ich nur das eine Ziel, dich zu finden; nur die eine Angst, du würdest für den König sterben, weil wir zu spät kämen. Glaubst du wirklich, ich würde dich jetzt von meiner Seite lassen, nach allem, was vorgefallen ist?“

D’Artagnan sah ihm tief in die Augen, erkannte die Anstrengung, die Erschöpfung und den Nachhall der Furcht um ihn darin – und sein eigener Blick wurde weich, als schließlich ein müdes Lächeln über sein Gesicht huschte. Großer Gott – wie gut verstand er Athos, musste er doch nur an die Zeit denken, als er seinen Gefährten für tot gehalten hatte...

„Nein – das denke ich nicht!“, flüsterte er zur Antwort, beugte sich vor und legte seine Lippen auf die seines Freundes, um ihn sanft, voller Innigkeit zu küssen.

Als sie erst nach einer ganzen Weile voneinander abließen murmelte Athos: „Lass uns zu Bett gehen...“

An diesem Abend lagen sie ausschließlich beieinander, um einander Nähe und Sicherheit zu geben. Ihre Umarmung hatte nichts Erotisches, sondern schenkte ihnen tiefe Ruhe und Geborgenheit. Und so konnte d’Artagnan trotz der Gedanken, die in seinem Kopf umher schwirrten, trotz der tiefen Enttäuschung und Demütigung, die sein König ihm und seinen Freunden beschert hatte, endlich Schlaf finden.

Doch Stunden später hatten seine aufgewühlten Gedanken ihn trotz Athos’ beruhigender Nähe wieder eingeholt, hatten ihm einen Traum beschert, der ihn frustriert über sich selbst zurück ließ...

 

Athos wartete geduldig, während d’Artagnan einen zweiten Becher Wasser nahm, diesen etwas langsamer trank und dann den Freund fragend ansah. Athos schüttelte den Kopf – er hatte keinen Durst. Also stellte d’Artagnan den Becher wieder neben den Krug und ging zögernd zum Bett zurück, um sich auf den Rand zu setzen. Athos rutschte etwas zur Seite, so dass er seinem Geliebten ins Gesicht sehen konnte, und als d’Artagnan weiter beharrlich schwieg, fragte er behutsam: „Was hat dir den Schlaf geraubt, mon Coeur?“

Endlich sah d’Artagnan ihn wieder an und entgegnete düster: „Die richtigen Worte...“

„Die richtigen Worte?“, wiederholte Athos sichtlich verwirrt, doch d’Artagnan nickte beharrlich. „Im Traum wusste ich mit einem Mal, was ich heute Nachmittag zu Louis hätte sagen müssen! Als er mich fragte, ob ich auf der Seite eines Verbrechers gegen meinen König stünde.“ Er schluckte hart, immer noch getroffen von dem völlig unberechtigten Vorwurf der Illoyalität.

Athos spürte, wie verbittert sein Freund war. Sanft strich er ihm über den angespannten Rücken und fragte behutsam: „Was hättest du denn gesagt?“

D’Artagnan holte tief Luft, starrte auf seine Hände, die zu Fäusten geballt in seinem Schoß lagen und entgegnete schließlich leise, doch voller Inbrunst: „In meinem Traum habe ich mich vor ihn gekniet und ihn nicht aus den Augen gelassen, während ich ihm schwor: ‚Nein Euer Majestät - ich stehe auf Eurer Seite! Ihr gabt ein Versprechen - und Ihr seid ein Mann von größter Ehre. Ich durfte heute an Eurer Seite kämpfen. Ihr wart nie königlicher als in dem Moment, als Ihr Euch trotz aller Gefahr vor den Sklavenhändlern zu erkennen gabt - und ich war nie stolzer, Euer Musketier zu sein, Sire! Euer Wort aber ist das Wort Frankreichs - es darf nicht der geringste Zweifel daran bestehen, dass es immer und unter allen Umständen gehalten wird! Und meine Aufgabe als Euer getreuer Diener ist es, Euer Wort und Eure Ehre ebenso zu schützen wie Euer Leben – selbst wenn ich meins damit verwirke!’“

Athos hatte bei diesem abgrundtief aufrichtigen Bekenntnis unwillkürlich die Luft angehalten – und ließ sie nun in einem leisen Seufzer entweichen. Dann setzte er sich vollends auf, zog seinen Gefährten mit dem Rücken an seine Brust und umschlang ihn, um voller Leidenschaft in sein Ohr zu raunen: „Egal, was Louis sagt oder denkt: Du bist der treueste und wertvollste Soldat, den er je hatte und je haben wird! Es ist sein Fehler, dass er das nicht erkennt, mon Coeur! Und ich war selten so stolz auf dich wie heute im Audienzsaal, als du das Richtige getan und diesen armen Bastard verschont hast!“

Er spürte, wie d’Artagnan sich fester in seine Umarmung schmiegte, wie der Jüngere sich tatsächlich von seinen Worten beruhigen ließ, wie die Anspannung allmählich aus seinem Körper wich und er sich schließlich in Athos’ Armen umdrehte, um ihm voller Wärme in die Augen zu sehen.

„Ich danke dir!“, raunte er sichtlich bewegt. „Dich stolz zu machen ist mir wichtiger als sämtliche Könige Europas zusammen. Mit deinem Rückhalt stehe ich das alles durch – jede Beleidigung Rocheforts, jede Kränkung durch den König...“

„Ich bin hier...“, antwortete Athos voll ruhiger Gewissheit, und das warme Leuchten im Blick des geliebten Mannes war der Lohn seiner Worte. Mit einem stillen Lächeln strich er über d’Artagnans Wange bis in sein Haar und erklärte leise: „Der Morgen ist noch fern. Lass uns noch etwas Schlaf nachholen.“

Langsam nickte d’Artagnan, lehnte seinen Kopf gegen Athos Schulter und gemeinsam sanken sie so zurück auf das Bett. König und Vaterland waren für den Moment vergessen – und nur ihr Vertrauen ineinander, ihre Liebe zueinander und ihre innige Verbundenheit zählte.

Alles andere würde warten müssen...

 

 

Beim ersten Mal, als ich die Folge sah, durchlief meine Meinung über König Louis eine wahre Achterbahnfahrt. Der Anfang in der Taverne war lustig, wobei deutlich wurde, dass Louis nur so weit „einfacher Mann“ sein wollte, bis sein Wams zugeknöpft werden musste. Das selbst zu tun gehörte wohl nicht zu seiner Vorstellung vom einfachen Leben (kein Witz!). Von meiner Seite also ein verächtliches Grinsen, während unsere Jungs das mit stoischem Gleichmut hinnahmen.

Dann wurden er und dArtagnan verschleppt – und sein Verhalten in dieser schwierigen Zeit nötigte mir (und auch dArtagnan) immer mehr Respekt ab. Er handelte immer mehr wie ein echter König und wurde mir richtig sympathisch – bis es dann nach der Rettung zu der Szene im Audienz-Saal kam, die ich vom Ablauf und den Dialogen her direkt der Serie entnommen habe. Ich war schlichtweg völlig und absolut fassungslos, wie er dArtagnan der Illoyalität beschuldigen konnte! Das trieb mich regelrecht um. Und dann fiel mir Tage später tatsächlich im Halbschlaf ein, was dArtagnan hätte erwidern müssen. So entstand der Gedanke zu dieser Kurzgeschichte.

Nun – und die Versuchung, etwas von Athos Sorge um seinen verschleppten Freund hier einfließen zu lassen, war natürlich zu groß, als dass ich hätte widerstehen können ;-).

Nun bin ich gespannt, wie es Euch damit geht – sowohl die, die die Serie kennen als auch alle anderen.

Nächste Woche gibt es eine weitere Kurzgeschichte, und zwar zur Folge 2x03 „Angst um den Dauphin“/“The good Traitor – wobei der Original-Titel weitaus besser den Teil der Folge trifft, zu dem meine Geschichte entstanden ist. Für meine Portamis-Fans: Diese Geschichte ist ziemlich Aramis-zentriert.

Vielleicht lesen wir uns dann wieder. Habt bis dahin eine gute Zeit!

GLG

Ann

 

Ein paar Fotos aus der Folge:

Die drei Musketiere finden dArtagnans Blut hinter der Taverne:

https://ic.pics.livejournal.com/suzie_shooter/11677047/978027/978027_original.jpg

DArtagnan und König Louis XIII. als Gefangene: https://www.denofgeek.com/wp-content/uploads/2015/01/musketeers_2-2-1.jpg?resize=640%2C380

Auf der Flucht

https://ichef.bbci.co.uk/images/ic/976x549_b/p02l82qs.jpg

Milady schmeißt sich an den König ran....

https://ichef.bbci.co.uk/images/ic/976x549_b/p02l82lg.jpg

...und Rochefort schleimt sich ein

https://ichef.bbci.co.uk/images/ic/976x549_b/p02l82nb.jpg
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