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Das Licht in der Dunkelheit

OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Simon Snow Tyrannus Basilton "Baz" Grimm-Pitch
08.04.2021
08.04.2021
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Hallo,

ich saß heute da und plötzlich dachte ich an Baz, der in seinem Sarg liegt und an Simon denkt. Und dann kam eines zum anderen und dieser Text ist entstanden. Ich muss euch vorwarnen, er ist so ein bisschen kitschig. Wenn ihr also die Stelle, in der Baz seine unsterbliche Liebe zu Simon das erste Mal dem Leser mitteilt und wie es das einzige war, dass ihn davon abgehalten hat nicht durchzudrehen, zu kitschig fandet (wie eine Freundin von mir), dann ist das hier nichts für euch. Der Rest kann gerne bleiben. (:

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Die Dunkelheit umgibt dich. Richtige Dunkelheit. Es hat nichts mit dieser Dunkelheit zu tun, die dich umgibt, in der tiefen Nacht, wenn du wach in deinem Zimmer liegst, weil du dein ganzes Leben überdenkst. Gedankenkreise dich wachhalten. Denn in der Dunkelheit gibt es immer ein wenig Licht. Irgendwas leuchtet immer, und wenn es das kleine Lämpchen von deinem Handy ist, das leuchtet, während es lädt. Oder das Mondlicht, das durch das Fenster hinter den zugezogenen Vorhängen scheint.  Aber hier in dieser Dunkelheit ist nichts von diesem Licht zu sehen. Es existiert kein Licht. Nicht das allerkleinste. Es ist so dunkel, dass du nicht einmal sehen kannst, wo die Dunkelheit beginnt und wo sie aufhört.

Das Schlimmste an dieser Dunkelheit ist, dass sie irgendwann in dich hineingeht. Sie fängt dich ein. Sie umhüllt dich nicht nur, du wirst Teil dieser Dunkelheit. Deine Gedanken werden Teil dieser Dunkelheit. Deine Gedanken sind die Dunkelheit.

Du wirst wahnsinnig. Du wünschst dir das Licht so sehr, wie nichts anderes in deinem Leben. Du atmest nur dafür, um das Licht zu sehen. Nur den allerkleinsten Lichtstrahl, um zu erkennen, dass du noch da bist. Dass die Dunkelheit dich noch nicht verschlungen hat. Um zu sehen, dass Leben in dir ist, auch wenn du schon längst tot bist.

Und irgendwann, wenn die Dunkelheit ein Teil von dir geworden ist und du nicht mehr weißt, was Licht überhaupt bedeutet. Farben. Formen. All das, was einem an einem traurigen Tag zum Lächeln bringt. Wenn du alles das vergisst. Du das Gefühl hast, dich aufzulösen und dich zu verlieren. Dann kommt es plötzlich.

Das Licht.

Du siehst es. Du siehst es wie nichts anderes in deinem Leben. Du siehst es wie nie zuvor.

Du klammerst dich daran fest. Du atmest es. Es der Sauerstoff, der dich am Leben hält.

Nur dass es nichts mit dem Licht zu tun hat, dass von deiner Lampe in deinem Zimmer ausgeht oder das Licht, dass die Sonne auf die Erde strahlt. Nein. Das Licht, dass du siehst, scheint nicht in diesem winzigen Raum, in dem du liegst. Es bringt nicht Pflanzen dazu ihre Knospen zu öffnen. Dieses Licht ist anders. Besser. Es durchbricht die Dunkelheit in deinem Kopf. Die Schwärze in deinem Herzen. Es kommt als kleiner Lichtstrahl und brennt immer heller. Es ist diese Art von Licht, die dich daran erinnert, warum du hier wegwillst. Warum du durchhältst. Warum du lebst.

Denn dieses Licht ist nichts anderes als die Person, die du hassen solltest.

Die Person, die du schon seit Jahren versuchst, aus deinem Kopf zu bekommen.

Die Person, die dich so wahnsinnig macht, dass du nicht mehr klar denken kannst.

Die Person, die dir so viele schlaflose Nächte bereitet.

Die Person, die dich dazu bringt, das Schlimmste in dir zum Vorschein zu bringen.

Die Person, von der du nicht weißt, ob du sie umbringen oder küssen willst.

Die Person, an die du nicht aufhören kannst zu denken.

Die Person, in die du hoffnungslos und unsterblich verliebt bist.

Die Person, die niemand anderes ist als Simon Snow.

Du klammerst dich daran fest. An jede einzelne Erinnerung. An jeden Moment mit ihm. An alles was ihn ausmacht. Du siehst ihn so klar vor Augen, dass du nicht mehr weißt, ob das hier Vorstellung oder Realität ist. Du siehst ihn, wie er dasitzt und in seine Kirsch-Scones beißt, so als gäbe es nichts anderes, was im Leben wichtig ist. Du siehst ihn, wie er dich anschreit, wenn du ihn auch nur kurz eines Blickes würdigst. Du siehst, wie er dich überall hin verfolgt. Wie er daran verzweifelt auch nur den kleinsten Zauber hinzubekommen. Wie seine bronzefarbenen Locken ihm ins Gesicht fallen, wenn er lacht. Wie er riecht, wenn er frisch von der Dusche kommt. Wie seine Muttermale in seinem Gesicht sitzen und dich anschreien, sie zu küssen. Und wie seine blauen Augen dich ansehen. Nur dich. Sonst niemanden. So als würde er die restliche Welt ausblenden. Und wie er dabei das Gesicht verzieht, weil jeder einzelne Gedanke an dich ihn dazu bringt. Selbst daran klammerst du dich fest.

Du stellst dir vor, wie er hier neben dir liegt. Wie seine Hände mit deinen verflochten sind. Sie rau in deinen liegen. Wie du seinen Atem in deinem Gesicht spürst und ihr langsam im selben Takt atmet. Du stellst dir vor, wie er dir dein Haar aus dem Gesicht streicht, und zu dir spricht, dass alles wieder gut wird. Dass ihr da rauskommt. Und wie er sich dann vorbeugt, um dich zu küssen. Und ihr euch so lange küsst, bis ihr nicht mehr wisst, wer ihr seid, oder wie man überhaupt denkt. Nur du, er und die Lippen des jeweils anderen.

Selbst wenn die Vorstellung unrealistisch und lächerlich ist, weil es nie passieren wird. Weil du in seinen Augen immer das Monster sein wirst, dass etwas gegen ihn ausheckt. Wahrscheinlich denkt er, dass du genau in diesem Moment etwas gegen ihn ausheckst. So wie er es immer tut. Weil er dich nicht so sieht wie du ihn. All das ist in dem Moment so egal. Das alles zählt nicht. Es zählt nur, dass du dich daran festklammern kannst. Dass es dich davon abhält, wahnsinnig zu werden. Natürlich machen dich die Gedanken an ihn wahnsinnig, aber es ist ein anderer Wahnsinn. Es ist der Wahnsinn, den du brauchst. Der Wahnsinn, der dich hoffen lässt, dass es weitergeht. Dass du ihn nicht nur in deiner Vorstellung siehst. Dass er da draußen ist. Real und in allen Farben, die man sich vorstellen kann. Denn das ist er. So voller Farbe, dass man wegesehen will, weil es so blendet. Es ist der Wahnsinn, der dich hoffen lässt, dass es außerhalb dieses Sarges Leben gibt. Dass es Licht gibt. Dass die Dunkelheit besiegt werden kann.

Denn Simon ist der Grund, warum du durchhältst.

Warum du fühlst.

Warum du atmest.

Warum du lebst.

Einfach für alles.
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