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Beste Freundin

Kurzbeschreibung
OneshotFamilie, Freundschaft / P6 / Gen
Dr. Kai Hoffmann Dr. Kathrin Globisch Dr. Maria Weber OC (Own Character) Pia Heilmann Sarah Marquardt
08.04.2021
08.04.2021
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Ein paar kurze Gedanken zur Folge der Woche, Freundschaft und das Glück sie zu haben.
Zusätzlich inspiriert durch den 5. Todestag von Hendrikje Fitz (wann zur Hölle ist all die Zeit vergangen?)
Stellt sich am Ende als weniger dramatisch heraus, als ich es erwartet hätte.
Nicht direkt Martin-freundlich
Ein wenig self-indulgent ;)
Implizit ist hier von Pias Geburtstag die Rede (auch wenn das ein wenig morbide ist, sorry) weil jeder weiß, dass ihr Todestag im Herbst ist, was mich auch neulich sehr gestört hat.

Nicht jeder hat eine Beste Freundin

Es ist spät – wobei, ist es das nicht eigentlich immer? Spät an einem Aprilabend und die Psychologin Sherryl Nira sitzt im Ärztezimmer und gibt vor, Patientenbögen aus zu füllen. Eigentlich belauscht und beobachtet sie zwei ihrer Kolleginnen, die versuchen eine Abendverabredung zu treffen. Das Ganze wird erst so richtig amüsant durch Chefarzt Dr. Hoffmann, der das Gespräch ebenfalls mit sichtlich steigendem Missfallen verfolgt. Natürlich, eine der bedien Frauen ist seine Ex und die andere seine derzeitige Freundin, aber genau das macht es ja so spannend plus die Tatsache, dass das auch alle im Raum Anwesenden voneinander wissen. Sherryl schmunzelt. Das hier ist nur der Ausgang einer Diskussion, die schon den ganzen Tag läuft. Erst wollte Maria mit ihrem Freund mal wieder ins Kino, der wollte aber nicht also verabredete sich Dr. Weber anderweitig was jetzt auf einmal Kai Hoffmann nicht mehr passt. Warum fällt es Menschen – speziell Männern – so schwer ein zu schätzen und dann auch ein zu sehen wenn sie eine Sache überhaupt nichts angeht? Dr. Nira wird zunehmend ungeduldig. Sie versucht schon den ganzen Tag das genaue Datum desselben zu vergessen und jetzt jemandem dabei zu zu hören wie er die Entstehung einer offensichtlich harmlosen Freundschaft behinderte war es nicht gerade, was heute noch gefehlt hatte. Beziehungsweise eben genau das. Sie seufzt. Eine nächste Gesprächspause nutzend sagt sie das laut was sie eben über Männer und sich raus halten gedacht hat.
„Und das ist der Satz mit dem sie sich in eine private Unterhaltung einmischen.“
Gibt Dr. Hoffmann milde sarkastisch zur Antwort. Sherryl unterdrückt ein Lächeln. Ist schon irgendwie ein Argument. Leicht besänftigt fährt sie fort.
„Touche, ich meine ja auch nur, wir wissen doch alle wie schwer es in unserem Beruf ist, soziale Kontakte auf zu bauen und zu erhalten. Freuen sie sich doch einfach, dass zwei Menschen die sie mögen vielleicht eine Freundschaft gefunden haben und dann noch mit jemandem der unser Zeitmanagement versteht.“
„Das haben sie aber schön gesagt. Beides.“
Ina Schulte klingt beeindruckt. Sie uns Sherryl kennen sich noch nicht besonders gut.
„Und ganz abgesehen davon – und das es dich tatsächlich nichts angeht – es ist ein Abend. Wer weiß, vielleicht kommen wir ja zu dem Schluss, dass wir uns doch gar nicht mögen und dann hast du wieder deine Ruhe.“
Kein Wunder, dass Maria Weber sich praktisch mit jedem gut versteht.
„Und was wenn doch? Ich will einfach selbst darüber bestimmen können wer wann welche Details über mein Privatleben erfährt, ist das so wenig nachvollziehbar?“
„Nein – aber hey, das hier ist die Sachsenklink und das Leben ist wild sowieso. Privatsphäre ist hier doch eh eine Illusion. Wir sind wie die Mafia, eine große glückliche Familie.“
Sherryl versucht es mit freundlichem Humor solange sie sich noch zusammenreißen kann. Die Frauen lachen zustimmend. Apropos Familie, das war dann doch vielleicht der falsche Gedanke gewesen. Ihre Laune sinkt. Zugegeben, ihr ist auch erst heute Nachmittag aufgefallen, dass es der 07.04. ist und das ist auch selbstverständlich immer noch besser als der 18.10. aber keiner ihrer Freunde oder wie Charlotte früher gesagt hatte Klinikbande schien überhaupt daran zu denken. Die Psychologin hatte sich nach der Mittagspause absichtlich in die Gesellschaft von solchen Kollegen begeben, die nichts wussten, nicht dabei gewesen waren und keine Ahnung hatten und jetzt diese Diskussion.
„Lasst es euch einfach nicht entgehen, ja. Freundschaften und gerade Klinikfreundschaften sind aus so vielen Gründen so wertvoll. Ihr habt immerhin noch die Gelegenheit und Neues aufbauen ist schwer genug.“
Sherryl ist auf einmal sehr müde.
„Das klingt ja so, als wollte ich irgendjemandem verbieten befreundet zu sein und selbst wenn, es ist ja wohl legitim, dass mir ausgerechnet diese Konstellation nicht recht ist. Es gibt schließlich noch genügend andere Kolleginnen.“
„Es geht hier aber einmal ausnahmsweise nicht um dich Kai. Genau das ist der entscheidende Punkt. Du kannst weder mir noch Maria – Dr. Weber, Entschuldigung – vorschreiben ob wir etwas zusammen unternehmen, was sich daraus entwickelt oder sonst irgendetwas.Es ist schlicht und einfach nicht deine Angelegenheit.“
„Ganz genau. Und jetzt fangen Sie nicht an wie Stein die Leute zu bevormunden wenn sie nicht nach ihrer Pfeife tanzen, das ist nämlich genau der Grund warum ihn niemand mag. Überspitzt gesagt. Genießen sie es einfach, das Leben ist schnell vorbei.“
Damit steht Sherryl auf und will gehen während die anderen drei alle gleichzeitig zu reden beginnen als Katrin hereinkommt.
„Was ist denn hier los?“
Kaminski als der klassische Beobachter im Schatten, zuckt nur mit den Schultern.
„Ihre Kollegin wollte wohl gutgemeint eine vertrackte Situation entwirren helfen und hat sich dabei selbst in kryptische Bemerkungen verstrickt.“
„An meinen Bemerkungen war gar nichts kryptisch. Was kann ich dafür wenn manche Leute einfach das Glück haben nicht zu wissen wie fragil manche Dinge sind.“
Mault Sherryl. Tatsächlich fühlt sie sich jetzt mit einer Vertrauten im gleichen Raum schon sehr viel besser.
„Du hast dir aber nicht schon wieder eine Abmahnung eingehandelt oder?“
Die Differenzen zwischen dem Chefarzt und der Psychologin haben eine schon etwas längere Geschichte.
„Nein. Maria und Dr. Schulte wollen was Essen gehen, Dr. Hoffmann ist dagegen und ich hab nur gesagt, das ist nicht seine Sache. Nichts weiter. Er fängt schon an wie Martin.“
„Und was hat das jetzt mit Glück zu tun was nicht zu wissen?“
„Freundschaften sind wichtig und wertvoll. Nicht jeder hat eine beste Freundin“
Sherryl sieht die Anästhesistin lange an.
„Und ich will mir nicht angucken, wie jemandem den ich mag die Gelegenheit vermiest wird vielleicht eine zu kriegen.“
„Hm. Leg dich trotzdem nicht immer mit dem Chefarzt an.“
„Außerdem ist heute der 07. April und es wird spät und langsam fängt alles an mich an zu kotzen.“
„Ach so deswegen. Ja jetzt versteh ich das besser. Mein Gott wie die Zeit vergeht, sind das wirklich schon fast fünf Jahre jetzt?“
„Ja. Die Antwort ist 58, aber das weißt du ja wahrscheinlich.“
Sie wirft einen kurzen Blick auf die immer noch Umstehenden.
„Ich dachte die Antwort auf alles ist 42?“
fragt Dr. Schulte unschuldig. Wiedererwarten heitert die Bemerkung Sherryl auf.
„Stimmt, davon hab sogar ich gehört. Aber unsere Antwort ändert sich jedes Jahr. Oder wäre sowieso 54 für immer aber daran will ich gar nicht denken.“
Sie wendet sich wieder Katrin zu.
„Ich wollte noch – ins Grüne. Kommst Du mit?“
Für die Formulierung entscheidet sie sich im Hinblick auf hauptsächlich Dr. Hoffmanns Anwesenheit.
„Ja, meinetwegen. Ich sag Roland und Martin Bescheid.“
„Na gut, aber vielleicht wollen wir Roland auch lieber nicht deprimieren? Ich meine, vielleicht denkt er gar nicht dran.“
Zweitens will Sherryl Martin nicht unbedingt dabei haben. Der hatte noch nie Gefühle.
„Aber informieren müssen wir ihn doch wenigstens, ich glaube es wäre ihm nicht recht sonst, auch wenn wir es nur gut meinen.“
„Schön, ja, hast Recht. Aber dann sag ich auch Sarah Bescheid, sie gehört ja doch irgendwie dazu.“
„Muss das sein, denn das finde ich ja nun nicht gerade und sie will ja auch nicht wirklich dazu gehören.“
„Ja muss es. Nicht jeder hat eine beste Freundin, erinnerst du dich? Dafür kenne ich ziemlich viele Leute die mal eine hatten und sowieso könntet ihr euch ruhig alle ein bisschen mehr um sie bemühen. Ja, hauptsächlich deswegen. Wen hat sie denn schon?“
„Na fein. Du bringst Sarah mit und ich Martin. Dann treffen wir uns gleich draußen?“
„Einverstanden. Kann es sein, dass mir gerade auffällt, dass Roland der einzige ist, den irgendwie jeder mag? Wir können dann gleich mit meinem Auto fahren.“
 
 
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