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Two headed coin

von Cery
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Draco Malfoy Harry Potter
08.04.2021
12.11.2021
26
62.418
26
Alle Kapitel
73 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
08.10.2021 2.154
 
Guten Morgen!
Einen Tag zu spät, aber ich will euch natürlich das Kapitel nicht verwehren!
Auch wenn ich nicht glaube, dass ihr damit happy werdet...
Viel Spaß damit!!! <3
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„Also hat es funktioniert?“ fragte Harry.

„Beim ersten Mal nicht. Es hat eigentlich sogar ein paar Monate gedauert, aber gerade als wir aufgeben wollten und zu einem Muggel-Doktor gehen wollten, fand Astoria heraus, dass sie schwanger war.“

„Habt ihr überlegt noch ein zweites Kind zu bekommen?“

„Wir haben darüber gesprochen. Es ist ziemlich offensichtlich für jeden der mich sieht, dass ich ein verwöhntes Einzelkind bin.“

„Du? Verwöhnt? Absolut nicht,“ sagte Harry gespielt schockiert.

„Lustig, Potter, sehr lustig,“ meinte Draco langgezogen und widerstand dem Drang die Augen zu verdrehen, oder den Kopf zu schütteln.

„Sorry, konnte nicht widerstehen.“ Der ehemalige Gryffindor grinste frech.

„Egal, Tori hat jedoch gesagt, dass sie und Daphne auch verwöhnt wurden und sie nie wirklich miteinander auskamen. Vor allem als Daphne die Reinblut-Linie weiter erhalten musste haben sie aufgehört miteinander zu sprechen, außerhalb von Familientreffen. Scorpius hat dann Freunde in unserem kleinen Dorf in Frankreich gefunden und auch wenn unsere Eltern ihn verwöhnten-“

Harry seufzte. „Wie alle Großeltern das Vorrecht dazu haben und das als Lebensziel gesteckt zu haben scheinen.“

„Stimmt irgendwie. Egal, wir haben also dann entschieden, dass ein Kind genug für uns ist.“

Harry legte den Kopf schief. „Du wolltest kein weiteres Kind mit dem Namen Malfoy in die Welt setzen, oder?“

„Was meinst du?“

„Du hast gesagt du hast dir Sorgen gemacht was Scorp durchmachen müsste, da er ein Malfoy ist. Du wolltest einfach nicht, dass ein weiteres Kind das auch ertragen müsste, oder?“

Draco zuckte mit den Schultern. „Ich glaube das war auch Teil des Grundes.“

„Sehr nobel von dir, wenn ich das sagen darf,“ antwortete sein Gegenüber.

Dieses Mal schüttelte der blonde Mann leicht den Kopf. „Merkwürdig, ich würde es selbstsüchtig nennen.“

„Und ich würde sagen es ist irgendwie das Gegenteil. Wenn du selbstsüchtig gewesen wärest, hättest du weitere Kinder in die Welt gesetzt, nur weil du sie wolltest, egal wie deren Leben aussehen würde.“

„Versuchst du mich aus irgendeinem Grund zu beruhigen und aufzumuntern?“ Die Augenbraue des Blonden verschwand beinahe im Haaransatz.

„Was?“ fragte Harry vollkommen unschuldig.

„Du bist merkwürdig nett und verteilst so viele Komplimente.“

„Ich dachte wir wären in den letzten Monaten so etwas wie Freunde geworden. Freunde geben einander Komplimente, weißt du?“

„Ja, sie verarschen einander aber auch regelmäßig.“

„Draco, du bist zu misstrauisch,“ beharrte Harry auf seiner Ansicht.

„Was willst du?“

„Nichts.“

Draco hob einfach eine Augenbraue und wartete.

Harry senkte den Blick auf seine Hände und kaute an der Innenseite seiner Wange, bevor er dann doch antwortete: „Ich war nur neugierig. Wie hast du herausgefunden, dass du vom anderen Ufer bist?“

„Was meinst du?“

„Genau das was ich gesagt habe. Wie hast du herausgefunden, dass du schwul bist? Hast du das immer schon gewusst, oder gab es Hinweise?“

„Du beginnst darüber nachzudenken was Ginny gesagt hat?“

„Hast du gedacht, dass ich das nicht würde?“

„Nein, ich wusste dass du nachdenken würdest. Ich dachte nur es würde länger dauern. Ich habe ehrlich gedacht du würdest zuerst in eine große Schlucht des Leugnens fallen.“

„Danke vielmals dafür.“

Der Blonde hob die Hände und zuckte mit den Schultern. „Also, hast du es Hermine gesagt?“

„Woher wusstest du das?“

„Na ja, du bist nicht unbedingt gut auf das Wiesel zu sprechen, nicht dass ich denken würde, dass du zu ihm gegangen wärest. Du bist eher der Typ, der zurück zu seiner Ex-Frau geht, oder zu einem ihrer anderen Brüder.“

Harry schüttelte den Kopf. „Nein,“ sagte er dann nochmal zur Verstärkung.

„Dann musste es Hermine sein. Also, was hat sie gesagt?“

„Sie meinte sie konnte es sehen.“

„Das war alles?“ fragte Draco nach. „Mir fällt es schwer das zu glauben.“

Harry rutschte peinlich berührt am Sessel rum. „Na ja, Ron kam rein.“

„Und hat alles mitgehört?“

Der Mann nickte.

„Aha, also mit anderen Worten gab es einen wunderbaren Shitstorm in deinem Büro.“

„Woher wusstest du, dass es in meinem Büro war?“

„Entweder in deinem, oder in ihrem. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du riskiert hättest zu ihnen nach Hause zu fahren. Ich würde sagen du warst schon davor nicht wirklich willkommen.“

„Und ab jetzt so oder so nicht,“ meinte Harry seufzend.

„Versteht er wirklich nicht, dass deine Schwester jetzt glücklich ist und ihr Leben lebt?“

„Ich denke er wird es irgendwann verstehen.“

„Aber nicht jetzt.“

Der Mann mit dem verstrubbelten Haar schüttelte den Kopf.

„Wenn er dich nicht so akzeptieren kann, egal ob du es bist, oder nicht... Wenn er nicht akzeptieren kann, dass du seine Schwester nicht heiraten willst und dass du nicht daran schuld bist... Wenn er nicht akzeptieren kann, dass sie jetzt glücklich ist... Du hast so oder so besseres verdient als ihn.“

„Ich weiß.“

„Aber du machst dir Sorgen Hermine auch zu verlieren?“

„Nein, nicht wirklich.“

„Gut, denn ich wollte dir gerade sagen, dass du das nicht musst. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sich sagen lassen würde mit wem sie Umgang pflegen darf und mit wem nicht.“

Harry lachte reuevoll. „Nicht sehr wahrscheinlich.“

Draco stand auf, ging auf die andere Seite des Tisches und füllte sein Glas. Dann schwenkte er es und betrachtete die bernsteinfarbene Flüssigkeit von allen Seiten, bevor er einen Schluck nahm und sich Harry wieder zuwandte.

„Es tut weh seinen besten Freund zu verlieren. Schlimmer als seine Frau zu verlieren, oder?“

Harry lehnte sich nach vorne, die Ellbogen auf die Knie gestützt, Hände vors Gesicht geschlagen und die Brille nach oben geschoben. So saß er nur kurz da, rieb sich dann die Augen. Ein lautes, langes Seufzen ertönte, aber das war seine einzige Antwort.

Draco lehnte sich gegen das Tischchen. „Dieser Gedanke zeigt sehr eindeutig den Status deiner Heirat und trotzdem trauerst du um den Verlust deines besten Freundes.“

Harry ließ die Hände sinken, als er den Blick auf den Blonden richtete. „Wie kommt es, dass du mich so gut lesen kannst?“

„Wie viele Jahre haben wir damit verbracht, dass wir einander mehr studiert haben als dass wir wirklich in der Schule gelernt haben?“

„Zu viele,“ antwortete Harry einfach. „Eigentlich habe ich gerade darüber nachgedacht.“

„Hab mich immer gefragt ob deine Obsession mit mir mehr war als einfach mich aufzuhalten von allen bösen Dingen die ich damals geplant hatte.“

Es war ein Statement, keine Frage. Harry überlegte einen Moment, bevor er antwortete: „Also hast du mich aus anderen Gründen beobachtet als herauszufinden wie du mich nerven kannst? Du hast dich zu mir hingezogen gefühlt?“ Harry war bei dem Gedanken allein schon aufgeregt.

Draco schluckte den großen Schluck Feuerwhiskey und drehte sich schnell um, um es wieder zu füllen. Währenddessen antwortete er, da er sich sicherer fühlte mit dem Rücken zu Harry gedreht. „Ja, ich habe mich zu dir angezogen gefühlt. Das verdammte Haar, das so durcheinander ist, diese immer schiefe Brille, dein schlampig eingestecktes Hemd, dein Umhang der aussah als hättest du darin geschlafen, die Art wie du auf einem Besen gesessen hast, die Art wie du auf deiner Lippe knabberst wenn du über etwas besonders hart nachgedacht hast... Dieser verdammte, misstrauische Blick auf deinem Gesicht wenn ich dich erwischt habe wenn du mich angesehen hast und du dachtest ich hätte es nicht gesehen. Du hast mich in den Wahnsinn getrieben.“

„Darum hast du mich gehasst.“

Draco schüttelte den Kopf, legte die Hände auf den Tisch, neben das Glas. „Ich habe dich nie gehasst. Oh, ich habe dich wirklich nicht gemacht, aber gehasst, nein. Du warst vor allem der eine Typ, den ich nie haben konnte und nicht mal auf dich zugehen konnte, aus so vielen Gründen. Ich hatte die Erwartungen meiner Familie hinter mir und um ehrlich zu sein, als Voldemort zurückkam war ich anfangs wirklich für seine Idee. Ich habe ihn unterstützt und konnte gar nicht erwarten Teil davon zu sein.“ Er verstummte eine Weile. „Na ja, den Rest kennst du schon. Davor jedoch.... Du hast gefragt wann ich herausgefunden habe, dass ich schwul bin. Ich weiß gar nicht wann ich es nicht wusste. Mädchen, oder Frauen habe ich nie attraktiv gefunden. Oh, sie waren gute Freunde, sind es auch noch immer, aber ich hatte nie das gleiche Gefühl wie bei Männern. Beim ersten Mal als es im Gemeinschaftsraum um Mädchen ging waren Blaise und ich still und als wir dann allein im Raum waren hat er mich gefragt ob ich auch vom anderen Ufer war. Ich kannte das nicht, war sicher dass ich es nie zuhause gehört hatte, aber irgendwie wusste ich was er meinte, also nickte ich einfach. Wir haben darüber dann nie gesprochen. Und erst ein paar Jahre später haben wir etwas gemacht, also miteinander. Um ehrlich zu sein, während ich ihn attraktiv fand, hab ich einfach mit ihm rumgemacht um dich aus dem Kopf zu bekommen.“

„Darum hast du mich so oft beleidigt, oder? Diese dummen ´Potter stinkt´-Buttons?“

Draco lachte leise auf. „Ich war wirklich stolz auf die. Welche bessere Art gäbe es alle von meiner wachsenden Zuneigung zu dir abzulenken? Es hat bei jedem, außer bei Blaise funktioniert, der es besser wusste. Eigentlich muss ich ihm wahrscheinlich die Schuld geben, weil er mich durchschaut hat, dass ich dir nie den Schnatz abluchsen habe können.“

„Ähm, ich denke ich habe fast Angst zu fragen warum.“

„Fast?“ Draco blickte über seine Schulter, drehte sich aber nur halb um.

Harry schüttelte den Kopf und lachte auf. „Oh sag es einfach, du weißt du willst es.“

„Und wenn nicht, wird dich die Neugierde in den Wahnsinn treiben?“

„Höchstwahrscheinlich.“

Nun war es an Draco zu lachen, als er sich Harry nun doch zuwandte und sich zurück gegen den Kasten zu lehnen. „Blaise war derjenige, der mir gesagt hat, wie wunderbar dein Arsch aussieht, wenn du auf einem Besen sitzt. Ich war ihm nicht wirklich dankbar dafür, denn dadurch war ich zu abgelenkt wenn wir gespielt haben. Ich wusste ich musste den Schnatz fangen- immer wenn ich nach ihm greifen wollte um zu gewinnen, war dein Arsch auf dem Besen eine Ablenkung. Dann starrte ich eher darauf, als nach dem Schnatz zu suchen.“

Harry sah etwas verwirrt aus. „Du konntest meinen Arsch betrachten wenn ich fliege? Was ist mit meinem Quidditch-Umhang?“

Draco verdrehte die Augen. „Der Umhang fliegt hinter dir wenn du fliegst. Ich habe dich nicht immer gemocht, überhaupt sehr selten, aber ich konnte diese Anziehung nicht ignorieren. Wenn ich dich unter Tags meiden konnte, dann hat es mich in der Nacht verfolgt.“

„Du hattest Träume über mich,“ sagte Harry still.

Draco sah ihn an und dann nickte er.

Harry sah zu Boden, atmete tief durch und sprach erneut leise, beinahe unhörbar. „Ich habe letzte Nacht von dir geträumt.“

Draco versuchte sich den Schock und die Aufregung nicht anmerken zu lassen. „Ich nehme von deinem Ton an, dass es nicht derselbe Alptraum war, die du nach unserem Aufeinandertreffen in den Toiletten in der sechsten Klasse gehabt hast, oder?“

„Nein, auch wenn es auf die gleiche Art begonnen hat. Ich bin dir gefolgt und habe herausgefunden, dass du in Myrthes Toiletten weinst. Du hast mich im Spiegel gesehen und den Zauberstab erhoben. Ich ziehe meinen auch und habe ihn dann fallen lassen. Du hast deinen auch gesenkt. Langsam bin ich dann zu dir gegangen, aber du hast dich abgewendet und den Kopf gesenkt. Als ich dich erreicht habe, habe ich die Hand unter dein Kinn gelegt und dich mir zugewendet. Ich habe dir die Tränen von den Wangen gewischt. Wir haben eine Weile einander in die Augen geschaut. Myrthe war gar nicht zu sehen, oder auch zu hören, daher waren wir ganz alleine. Einer von uns, ich weiß nicht mehr wer, trat näher und wir standen plötzlich Brust an Brust und haben uns geküsst... Lang und tief, dann haben wir unsere Arme umeinander gelegt. Du hattest eine Hand in meinem Haar, meine Brille ist irgendwie verschwunden. Du hast dich dann zurückgezogen und mich einen Moment angesehen, bevor du uns so umgedreht hast, dass mein Rücken gegen die Wand gedrückt war. Deine Hände waren auf beiden Seiten meines Kopfes, meine lagen flach an der Wand und du hast mich wieder geküsst...“ Harry sprach nicht weiter.

Draco schloss die Augen, schluckte schwer und tat sein Bestes um langsam durchzuatmen und seinen Puls zu beruhigen. Er wagte es nicht einen Muskel zu bewegen, oder die Augen aufzureißen, sondern sah Harry nur an. Dann hörte er es. Harrys Kleidung raschelte, als er näher auf ihn zukam. Bald spürte er ihn so nahe, dass er sogar seinen Atem spürte.

„Draco,“ sagte Harry mit leiser Stimme. „Draco, schau mich an.“

Der Blonde tat wie ihm geheißen und sah in die strahlend grünen Augen, die zögernd und sich sehnend zu ihm blickten. Ohne nachzudenken trat Draco noch ein wenig näher und streichelte dem Mann durchs Haar. Harry schloss die Augen und lehnte sich in die Bewegung, doch plötzlich flammte der Kamin auf, die beiden zuckten auseinander und zwei Koffer landeten auf dem Boden vor ihnen.
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