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K-Area

GeschichteDrama, Sci-Fi / P16 / Gen
Daesung G-Dragon Seungri T.O.P Taeyang
08.04.2021
14.04.2021
4
5.650
 
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08.04.2021 1.008
 
Tief unter der Erde, dort, wo nur die Kanalisation die Höflichkeit hat, zu verlaufen, dort ist jene Höhle, in der sich das Ende der Regierung zusammengebraut hat. Im Hauptzimmer steht Monitor an Monitor, wild sind die Bildschirme übereinander gestapelt. Die Kabel laufen kreuz und quer, verwinden und verschlingen sich, laufen wieder auseinander, kreuzen und treffen sich, drängen sich durcheinander und münden an Steckdosen und Monitoren. Das bläuliche Bildschirmlicht ist die einzige Lichtquelle des Zimmers. Und sind es auch viele Bildschirme, so ist es dennoch dämmrig. Zwischen all den Bildschirmen ein Tisch mit zugehörigem Stuhl sowie, wie es scheint, einem zugehörigen Hausherren.
Tief in das breite dunkle Polster gesunken ist von der Gestalt kaum etwas sichtbar als weißer schwerer Umhangstoff. Schlürfgeräusche und hektisches Klappern mit Essstäbchen klingen von der Person durch den Raum und mischen sich in das leichte Surren der Maschinen, gelegentliches Piepsen sowie rauschender, heruntergedrehter Straßenlärm: Auf einigen der Bildschirme prangen die Bilder von Straßen, von schräg oben aus Überwachungskameraperspektive. Und manche Straßen sind voller Menschen, die lärmen und sich mit uniformierten Gegenspielern auseinandersetzen.
Doch es sind noch immer die wenigsten Straßen die voll sind.
Ein Kasten, ähnlich einem Diktiergerät oder Radio, auf dem Schreibtisch regt sich und rauscht ein paar undeutliche Laute. Die Gestalt im Schreibtischstuhl hebt den Kopf und lässt ihren Blick auf dem Straßengemenge in schlechter Qualität verweilen wie auf einem interessanten Fernsehprogramm. Die knallorange gefärbten Haare rutschen zu den Ohren. Auf der linken Kopfseite eine auffällig lange Strähne, der Rest in einem gleichmäßigen, absichtlich wilden Halblang gehalten.
"Hallo, mein Liebling <3!" schnurrt es aus dem Kasten auf dem Schreibtisch. Die Gestalt im Schreibtischstuhl rollt mit den Augen. Offenbar weiß sie, was jetzt kommt.
"Endlich ist die gottverdammte Schule vorbei. Dort ist es immer so schrecklich öde! Alle Leute dort sind sooo langweilig! Niemand so interessant wie mein Schatz!"
"Du nervst!" wirft die Gestalt seinem Kasten zu. Er stellt eine halbleere Nudelbox auf den Schreibtisch und wirft ein Bein über eine der Armlehnen, um es sich im Stuhl etwas bequemer zu machen. Ein weißes Hosenbein mit schwarzem Streifen entlang des Unterschenkelmuskels, dazu ein weißer Lackschuh.
"Alles nervt heute. Ich schaue mir diese Affen auf der Straße an. Sie nerven mich besonders. Was, glauben die, tun sie da? Soll das ein Aufstand sein? Sieht eher wie ein Kindergartenausflug aus!"
"Heute ist ja Aufstand-Tag!" flötet der Lautsprecher des Kastens weiter. "Wie siehts denn aus auf den Sträßchen? Machen sie ganz brav Randalchen?"
"Nervige Bratzen! Sind mit Stangen aus Leichtmetal losgezogen, die sie in den Distrikten aufgegabelt haben. Sind die etwa komplett hirnverbrannt? Die wissen doch, dass diese abartige KI das Militär auf ihrer Seite hat!"
"Sie sind eben dumm." versucht der Lautsprecher es besänftigend. "Kleinhirne ohne jegliche bedeutende Intelligenz. Das weißt du doch, mein Wunderbarer. Im Gegensatz zu dir sind sie dumme Nichtse."
"Ja, natürlich, da hast du schon recht." Die Gestalt verschränkt zwei weiß behandschuhte Hände vor dem Gesicht und zieht den linken Mundwinkel zu einem höhnischen Halbgrinsen nach oben.
"Diese dummen Kleingeister. Sie fühlen sich wie etwas Besonderes und stürzen sich ins Getümmel, nur des Gefühls halber, einem Aufstand beizuwohnen. Doch das" eine abwertende Handbewegung zu den Bildschirmen "das sind nie Aufstände, die sie organisieren. Das ist Halbherzigkeit. Das ist reine Schaustellerei. Sie befriedigen ihre Gelüste nach Aufregung. Das ist doch nichts als Veruf des wahren auflehnenden Geistes."
"Aber Bärchen" schleimt der Lautsprecher. "Hast du ihnen nicht den Tipp mit den gleichgesinnten Gruppen gegeben?"
"Ja, ja, ich habe sie schon ein wenig vernetzt." Die Gestalt wirft den Kopf zurück und lacht. Ein verrücktes Lachen, weder tief noch hoch, sprunghaft und höhnisch. Die scharfe Halslinie endet in einem ebenso scharfen Kinn, die Lippen sind dünn und beinahe so hell wie die Haut, die Augen... sie blitzen scharf auf, bevor sich die Gestalt wieder nach vorne fallen lässt.
"Ja, der Tipp kam von mir. Ich mache mir auch gern meinen Spaß. Ich hatte nicht wirklich erwartet, dass sie etwas leisten. Ich sehe sie so gern leiden."
"Mein süßer kleiner Sadist." Die Stimme ist honigsüß.
Die Gestalt erhebt sich von Schreibtischstuhl und breitet die Arme aus. Der Umhang gleitet von den Ellenbogen und gibt die weißen Ärmel frei, von nur einem schwarzen Streifen durchkreuzt und in einem Umschlag über den weißen Handschuhen endet. Goldene Knöpfe blitzen im bläulichen Bildschirmlicht auf.
"Schon bald wird mein Plan bereit sein. Fast alles ist vorbereitet. Es fehlt nicht mehr viel, dann werde ich mich endlich ins Spiel bringen! Und dann wird diese lächerliche KI von Systemacia ein für alle Mal vom Thron gestoßen werden!"
Die Lautsprecherstimme johlt auf. "Oh, Liebling! Du bist der Beste! Zeigs ihr. Ich bin so aufgeregt. Immer, wenn du mit deinen Plänen anfängst, werde ich ganz zitterig."
"Ach, dummes Mädchen." Die Gestalt lässt die Arme sinken.
"Für einen wahren Aufstand braucht man sehr viel Planung und Intelligenz. Oder sollte ich sagen... für eine Revolution?"
Die Gestalt hebt den Blick. Das schöne Gesicht ist wohlgeformt, die Elemente im Einklang: breite Nase und langer schmaler Mund sind fein statt plump, der Gesichtsausdruck ist listig, die Augen lang, schmal und vom allerhellsten, allerstechendsten Blau. Sie bohren sich in die Bildschirme. Der linke Mundwinkel zieht sich wieder hoch.
"Ich zeige euch noch meine Genialität. Ihr werdet schon sehen. Vor allem du, dumme Systemacia."
Sein Blick geht zu einem Bildschirm, auf dem ein Code läuft.
"Du denkst, du wärst perfekt. Das ich nicht lache. Nicht einmal ein perfektes Programm kein mir das Wasser reichen. Mir..." Die Gestalt schmunzelt.
"Wie perfekt sie auch dachten, dass sie dich schaffen. Sie haben es nicht geschafft."
Der weiße Mantel weht auf, als sich sein Träger zum Gehen wendet.
"Du gehst?" säuselt der Lautsprecher.
Aber da ist die Gestalt auch schon in den Schatten verschwunden und lässt nur das Gemenge auf dem Bildschirm zurück.
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