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Curious

von Sigyn
GeschichteFreundschaft, Erotik / P18 / MaleSlash
Kankuro Kiba Inuzuka Naruto Uzumaki Sakura Haruno
07.04.2021
14.05.2021
3
16.084
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08.04.2021 8.445
 
POV Kiba

Genervt klopfte ich an die Badezimmertür. Ich wusste nicht genau, was mich an Sais Kommentar so geärgert hatte, aber es nagte an mir. Das war so dumm, so verhielt ich mich immer Kankurou gegenüber. Und ich schämte mich auch kein Stück dafür, sollten sie sich doch darüber wundern. Ich zuckte die Achseln und schob den Gedanken ganz weit weg. “Machst du heute noch auf?“, rief ich und klopfte nochmal gegen die Tür. „Jaja, jetzt hetz nicht so“, murrte Kankurou und öffnete mir. Ich drängte mich schnell in unser Bad. „Also was willst du …?“ Der Rest des Satzes blieb mir dann doch im Hals stecken.
„Warum zum Fick bist du nackt?“ Nicht das der Lendenschurz, den er davor getragen hatte, als Kleidungsstück gezählt hätte. Aber er hatte doch wenigstens das mindeste verdeckt. Jetzt sah ich Stellen von Kankurou, die ich definitiv nie hatte sehen wollen. Und ich wusste nun auch, wo seine restlichen Piercings saßen; nicht, dass mich das je interessiert hätte.
„Hab dich nicht so. Ist ja nicht so, als würdest du mir was weggucken“, murrte er. „Ich brauch deine Hilfe.“
„Wobei?“
„Ich kann so die Kontaktlinsen nicht rausnehmen“, meinte er und deutete mit dem Kopf auf seine Finger. „Ich muss sie einweichen lassen, sonst löst sich die Farbe nicht. Aber die eine Linse ist verrutscht und drückt jetzt. Nimmst du sie mir raus?“ Ich erstarrte, ich sollte ihm im Auge rumfummeln? Das war doch nicht sein Ernst … „Ähm, Alter … ich würde alles für dich machen, aber das …“ Er wusste doch, dass ich das nicht konnte. Ich hatte absolut kein Fingerspitzengefühl und konnte es nicht ab, irgendwas an meinem Auge zu haben. Wie sollte ich das dann bei einer Person hinbekommen? Was, wenn ich abrutschte und dann sein Auge beschädigte?
„Kiba, ich weiß, dass du das eklig findest. Ich würde dich nicht bitten, wenn es nicht dringend wäre“, versuchte Kankurou mich zu beruhigen. Er versuchte, mir in die Augen zu sehen, aber die verschobenen Kontaktlinsen schienen ihn doch ziemlich zu beeinträchtigen. „Okay“, räusperte ich mich und trat auf Kankurou zu. Okay, okay Inuzuka … das ist nicht weiter schwer, andere kriegen das auch hin.
Ich legte eine Hand vorsichtig an sein Gesicht und zog die Lider seines linken Auges ein wenig auseinander. Kankurou hielt still und sah stumm geradeaus in mein Gesicht. Ich hob meine freie Hand und konzentrierte mich auf die Linse in seinem Auge. Okay, ich würde jetzt da hin fassen und dieses Stück Plastik oder was auch immer es war, aus seinem Auge nehmen, keine große Sache, nur ruhig bleiben, ich konnte das …

„Hey, Kiba“, murmelte Kankurou und meine Konzentration war dahin. Ich stieß angestrengt die Luft aus, die ich unbewusst angehalten hatte. Er hatte mein rechtes Handgelenk gegriffen und erst da fiel mir auf, wie sehr ich vor Anspannung zitterte.
„Es ist okay, ich vertrau dir. Kein Grund, so nervös zu sein“, meinte er mit einem ungewöhnlich weichen Ton und lockerte meine verkrampften Finger. Die Farbschicht über seiner Haut fühlte sich komisch an, aber ich konnte trotzdem seine Körperwärme wahrnehmen. „Atmen, Kiba“, ermahnte mich Kankurou und lächelte fast schon sanft. Ich nickte und schluckte nervös. Noch nie war mir seine Nähe so bewusst gewesen. Irgendwie hatte sich von jetzt auf gleich eine ganz andere Stimmung zwischen uns entwickelt, die ich aber gerade nicht benennen konnte
„Okay, versuchen wir’s“, meinte ich mit rauer Stimme und fixierte wieder sein Auge.
Tatsächlich ging es doch besser als gedacht. Trotzdem fühlte ich mich, als hätte ich Schwerstarbeit geleistet und die seltsame Anspannung zwischen Kankurou und mir war auch nicht verschwunden.
„Danke“, meinte er und lächelte wieder so eigenartig sanftmütig. Ich nickte nur. „Handtuch und so hast du ja. Ich such dir noch ein paar Sachen raus.“ Er nickte nur und ich machte, dass ich aus dem Badezimmer verschwand.

Im Flur musste ich mich kurz an die Wand lehnen. Mein Gesicht war so heiß, vermutlich war ich rot wie eine Tomate. Ich war mir nicht ganz sicher, da ich mich bemüht hatte, nicht zu starren. Aber ich meinte, dass sich bei Kankurou etwas geregt hatte, als wir so nah beieinander gestanden hatten.
Ich wusste, dass er sich bei der Auswahl seiner Partnerperson nicht auf ein Gender festlegte, also grundsätzlich wäre es schon möglich. Nur hätte ich nie damit gerechnet, dass ich mal diese Reaktion bei ihm hervorrufen würde. Aber vielleicht interpretierte ich da auch zu viel rein und hatte mir das nur eingebildet. Okay, erstmal ein neues Bier holen, dann konnte ich mir darüber immer noch den Kopf zerbrechen.

In der Küche traf ich auf Sakura und Sai, die scheinbar gerade am Abräumen waren. Huh, waren die anderen denn schon weg? Wie lange war ich denn im Bad gewesen?
„Kiba, geht’s dir gut? Du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen“, meinte Sakura und kam mir ein Stück entgegen. Ich schüttelte den Kopf. „Ich hab Kankurou mit seinen Kontaktlinsen geholfen“, murmelte ich. „Ohje“, entkam es Sakura mitfühlend und sie tätschelte meinen Arm. Sie wusste genau, wie eklig ich sowas fand. Einmal hatte Naruto eine Bindehautentzündung gehabt und Sakura hatte ihm regelmäßig Augentropfen verabreicht. Ich hatte nicht mal im selben Raum wie die beiden bleiben können.
Wortlos wurde mir eine neue Bierflasche gereicht. Ich nickte Sai dankend zu und nahm einen großen Schluck. „Ihr könnt das ruhig stehen lassen. Ich wollte mir sowieso noch was zu essen machen, da kann ich das auch noch aufräumen. Sind denn alle anderen schon weg?“
„Naja, Itachi und Shikamaru sind zusammen gegangen und Naruto hat sich mit Sasuke in sein Zimmer verzogen. Deswegen solltest du dir wohl so bald wie möglich deine Kopfhörer aufsetzen“, zwinkerte Sakura mir zu. Ich seufzte. „Danke, für die Warnung. Na und jetzt macht euch schon los, ihr könnt doch bestimmt zu dir Sai, oder?“
Der nickte. „Ja, mein Mitbewohner Shin ist mit seiner Freundin im Urlaub. Also ist niemand da.“
„Na, das passt doch. Dann macht euch los, du hast doch heute bestimmt schon genug gemacht, Sakura“, meinte ich. Sie quietschte erfreut und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Danke, Kiba!“ Ich winkte ab und nahm noch einen Schluck von meinem Bier. Sakura schnappte sich ihre Jacke und Tasche und zog Sai zur Tür. „Gute Nacht! Wir sehen uns morgen oder so!“, rief sie und winkte fröhlich. Sai hob die Hand zum Gruß, da waren sie schon aus der Wohnung. „Gute Nacht“, rief ich noch hinterher, bevor die Tür zu fiel.
Ich seufzte und leerte mein Bier. Dann machte ich mich ans Aufräumen. Zum Glück hatten wir uns den Luxus einer Spülmaschine gegönnt und da die beiden schon alles vom Wohnzimmer in die Küche geräumt hatten, musste ich gar nicht mehr so viel machen. Ich sah in den Topf: es reichte noch für zwei Portionen Ramen. Dann konnte Kankurou auch noch was kriegen, der hatte den ganzen Tag bestimmt noch nichts gegessen.
Kaum hatte ich das gedacht, betrat Kankurou mit einem Handtuch um die Hüfte die Küche. Wenn man vom Teufel spricht … Seine Haut war leicht gerötet, vermutlich hatte er ganz schön schrubben müssen, um die ganze Farbe abzubekommen. Ich räusperte mich. „Willst du auch noch was essen?“ Er nickte. „Unbedingt, ich hab den ganzen Tag noch nichts gefuttert.“ Ich grinste, hatte ich‘s doch gewusst! Suchend sah er sich um. „Sind die anderen alle weg? Ist doch noch gar nicht so spät.“ Ein kurzer Blick auf die Uhr verriet mir, dass er Recht hatte. Gerade mal kurz nach neun. Puuhh war der Abend noch jung …
„Also Sakura und Sai sind zu ihm gegangen. Sie meinte, dass Naruto und Sasuke schon in Narutos Zimmer verschwunden sind und Sasukes Bruder mit dem anderen abgezogen ist“, erklärte ich und warf ihm einen vielsagenden Blick zu. Kankurou wackelte belustigt mit den Augenbrauen und wie aufs Stichwort erklang ein unterdrücktes Stöhnen aus Narutos Zimmer.
„Oh bitte nicht schon wieder“, seufzte ich und schlug instinktiv die Hände vors Gesicht. Ich gönnte Naruto sein Glück, gar keine Frage. Aber ich wollte es definitiv nicht nochmal hören. Der Scheißkerl mir gegenüber schnaubte nur belustigt. „Wie wär‘s, wir verziehen uns in dein Zimmer und ziehen uns noch ne Serie rein? Das sollte die beiden übertönen.“ Ich nickte hastig und war diesmal nicht im Geringsten gewillt, mit ihm zu diskutieren. Ich drückte Kankurou schnell zwei Flaschen Bier in die Hand und schnappte mir die Schüsseln mit Ramen.

In meinem Zimmer schaltete ich zügig den Fernseher an und wählte den erstbesten Vorschlag bei Netflix aus – keine Sekunde zu früh, ich hörte Naruto schon wieder stöhnen. Ich knallte meine Zimmertür nochmal extra laut, vielleicht würde ihnen das ja ins Gedächtnis rufen, dass sie verdammt nochmal nicht allein in der Wohnung waren. Ich hörte ein Lachen hinter mir und drehte mich zu meinem Kumpel um. Der hielt mir ein Bier hin und musterte mich. „Was ist?“, fragte ich patzig. „Ist es für dich so schlimm zwei Kerle beim Sex zu hören oder liegt es daran, dass es Naruto ist?“, wollte er wissen.
Ich schüttelte den Kopf. „Ist mir scheiß egal, wer mit wem vögelt. Aber ich will es echt nicht hören. Naruto ist wie ein Bruder für mich, das ist einfach zu weird. Wäre auch so, wenn es Shino wäre. Oder bei Sakura, sie ist wie ne kleine Schwester für mich.“
Er nickte verstehend. „Wie gut, dass Shino und Hanabi immer laut Musik laufen lassen. Sonst wärst du vermutlich auch jedes Mal aus unserer WG geflüchtet“, lachte er und wollte sich auf meinem Bett niederlassen. „Eyh, stopp!“, rief ich und hielt ihn protestierend am Arm fest. Verärgert huschte sein Blick zu seinem Bier, aber es war nichts verschüttet. Natürlich nicht, was dachte er denn von mir? „Du setzt dich nicht mit dem nassen Handtuch auf mein Bett“, stellte ich klar und ging zu meinem Kleiderschrank. Ich kramte kurz darin, Ordnung war wirklich nicht mein Ding, und warf ihm eine Jogginghose entgegen. Etwas überrascht fing er sie auf. „Und das ist alles was ich kriege?“, murrte er.
„Ja, Problem damit?“
„Nicht mal ne Boxer?“
„Du trägst die eh nie. Keine Ahnung, wie du das aushältst, aber wahrscheinlich hast du deshalb immer diese hässlichen Stoffhosen an.“
„Tja, ich hab es halt nicht nötig, mich in enge, unbequeme Jeans zu quetschen.“
„Ich zeig halt gern, was ich hab. Die betonen meinen Arsch“, grinste ich und seufzte innerlich erleichtert auf. Wir fanden zu unserem gewohnten Umgang zurück. Also hatte ich mir das im Bad nur eingebildet. Gut so. Jedoch war Kankurou nicht so einfach bereit, klein beizugeben. „Aber so aus hygienischen Gründen ...“
„Also aus 'hygienischen Gründen' willst du ne Boxershorts von mir anziehen? Ich muss die Sachen eh waschen und wenn du nur ein Teil hast, hab ich weniger Wäsche.“
„Gib doch einfach zu, dass du mich halb nackt in deinem Bett sehen willst. Musst dich nicht für schämen; ich weiß, dass ich geil bin“, grinste er arrogant.
Ich verdrehte die Augen und schnaubte nur. „Davon träumst du.“ Dann setzte ich mich auf mein Bett, lehnte mich gegen das Kopfteil, nahm mir meine Portion Ramen vom Nachttisch und konzentrierte mich auf die Serie.
Kankurou ließ mich für einen Augenblick nicht aus den Augen; dann zuckte er die Schultern und löste das Handtuch um seine Hüften. Ich schluckte lauter als geplant und konnte nicht verhindern, dass ich zu ihm hinüber linste. Gut gebaut war er ja, das musste ich zugeben. Auch wenn ich das nie laut aussprechen würde. Etwas umständlich (da er sich weigerte, die Bierflasche abzustellen) zog er sich die Hose über und ließ sich neben mir auf dem Bett nieder. Er beugte sich kurz über mich und griff nach seiner Schüssel Ramen, die ebenfalls auf dem Nachttisch auf meiner Seite stand. Instinktiv hielt ich den Atem an, als mir für den kurzen Augenblick seiner Nähe bewusst wurde und ich seine Körperwärme spürte. Verdammt, da war es wieder, dieses komische, unbekannte Gefühl. Was hatte das nur zu bedeuten?
Wir aßen schweigend, während die Serie lief. Erst jetzt fiel mir auf, dass er gar nicht mit mir diskutiert hatte, was wir uns anschauen wollten. Aber an sich war es mir egal, was da auf dem Bildschirm lief, der gegenüber meinem Bett an der Wand angebracht war. Meine Gedanken weilten wo anders. Kankurou neben mir sah vollkommen entspannt aus: einen Arm hinter dem Kopf lehnte er sich zurück und schien vollkommen fasziniert vom Bildschirm zu sein. Vielleicht hatte ich ja aus Versehen direkt seinen Geschmack getroffen mit der Entscheidung, dass erst beste anzuklicken, was vorgeschlagen wurde. Naja, auch egal, den kleinen Triumph konnte ich ihm gönnen, so lange ich meinen Gedanken nachhängen konnte.
Bier und Ramen waren leer und nachdem ich Flasche und Schüssel weggestellt hatte, brauchte ich dringend etwas für meine Finger zu tun. Ich verstand mich selbst nicht: klar, ich war nie die Ruhe in Person, aber so extrem hibbelig kannte ich mich jetzt auch nicht. Kurzentschlossen nahm ich eines meiner Kissen und knautschte es zwischen den Fingern. Kankurou warf mir einen kurzen Blick zu, kommentierte es jedoch nicht weiter. Umso besser, ich hätte nicht dafür garantieren können, dass meine Antwort rein verbal genlieben wäre.
Im nächsten Augenblick war ich unglaublich dankbar für das Kissen in meinem Arm, denn ich konnte darin meinen Kopf vergraben, als zwei Stimmen laut synchron aufstöhnten. Ein vorsichtiger Blick zur Seite zeigte mir, dass Kankurou meine Reaktion scheinbar super witzig fand. „Da hat auf jeden Fall jemand Spaß“, stellte er mit einem Seitenblick auf mich fest. Ich beschränkte mich auf ein unbestimmtes Knurren und versuchte, mich auf die aktuelle Folge zu konzentrieren. Doch in einer denkbar ungünstigen Sprechpause des einen Charakters drang ein „Oh ja, Sasuke! Härter!“ an meine Ohren und mir fielen fast die Augen aus dem Kopf! Jetzt wusste ich noch mehr über das Sexualleben meines Mitbewohners als ich je angestrebt hatte.
Kankurou schnaubte und verdrehte die Augen. „Boah, da kann man ja glatt neidisch werde.“ Erstaunt hob ich den Kopf und blickte ihn fragend an. „Macht‘s dir was aus, dass der Typ mit dem Zopf mit Sasukes Bruder weg ist?“
„Hää?“
„Na, sonst hättest du mit ihm vögeln können.“
„Wem jetzt? Dem Bruder oder Shikamaru?“
„Ich meinte Shikamaru, aber im Prinzip ist es ja auch egal.“
„Nee, das passt schon. Der Sex war schon ganz gut, aber er macht mir zu wenig. Ist ein bisschen anstrengend, wenn alles von dir aus kommen soll“, meinte er nur und zuckte die Achseln.
Während ich noch darüber nachdachte, was diese Antwort in mir auslöste, kam mir schon die nächste Frage in den Sinn und ich sprach sie aus, bevor ich einen zweiten Gedanken daran verschwenden konnte. „Sag mal, stören die Metallteile gar nicht beim Sex?“
Gleichzeitig erheitert und irritiert sah mein Kumpel zu mir. „Du hast also auf meine Intimpiercings gestarrt.“
„Mir blieb keine Wahl, da du dich im Bad ja im Adamskostüm vor mir präsentieren musstest. Und ich habe nicht gestarrt. Sind nur schwer zu übersehen.“
Er lachte auf. „Wirst du etwa rot? Wie niedlich.“
„Alter!“, rief ich und boxte ihn in die Schulter. „Ich bin NICHT niedlich!“
Kankurou lachte nur lauter, hob aber abwehrend die Hände. „Okay, okay. Aber zu deiner Frage: nein, sie stören nicht. Machens sogar geiler.“
Ich nickte stumm. Irgendwie konnte ich mir das nicht so ganz vorstellen, vor allem musste das Stechen doch höllisch wehtun. Und eine fremde Person mit Nadeln so nah da unten ranzulassen …
„Kiba?“ Verwirrt schaute ich zur Seite. Kankurou sah mich abwartend an, scheinbar hatte ich schon länger nicht reagiert. „Was ist los?“
Ich wandte den Blick wieder ab. „Nichts. Hab nur nachgedacht.“
„Über was?“
„ … die Piercings.“
Der Penner schnalzte mit der Zunge. „Na, wenn ich gewusst hätte, dass die dich so ansprechen …“
„Fresse, du Pisser! Das meinte ich überhaupt nicht.“
„Du wirst ja schon wieder rot. Hätte nicht gedacht, dass der Gedanke an meinen Schwanz mit Piercings dich so nervös macht.“
„Fick dich doch!“, entgegnete ich nur und schlug ihm das Kissen ins Gesicht. Er murmelte irgendwas in den Stoff hinein, packte es dann aber neben mich und sah mich abwartend an. „Na los, jetzt frag.“
„Was soll ich fragen?“
„Na, ob es wehtat, warum ich sie habe, wie ich eine fremde Person da dran lassen kann …“, half er mir auf die Sprünge.
Verlegen kratzte ich mich im Nacken. Jetzt merkte ich sogar, dass ich rot anlief. „Tat‘s weh?“
„Angenehm war‘s sicher nicht.“
„Und bei wem warst du da?“
„Bei Baki, der hat mir auch das durchs Zungenbändchen und die Nippel gestochen. Ich wusste, er arbeitet gut und ich kann ihm vertrauen. Pakura, bei der ich den Rest hab machen lassen, sticht außerdem keine Intimpiercings bei Kerlen.“
Ich nickte und fuhr mit der Zunge über meine Zähne.
„Warum fragst du? Willst du dir welche stechen lassen?“
Ich zuckte zusammen und sah ihn schockiert an. „Neee, lass mal!“
Kankurou grinste schon wieder so selbstzufrieden. „Dass du so ängstlich reagierst, wenn es um Intimpiercings geht, hätte ich ja nun nicht gedacht.“
Ich runzelte die Stirn. „Ich hab keine Angst. Aber die Stelle ist nun mal sensibel …“
„Alter, Kiba! Du hast dir selbst den Zahn abgefeilt! Und ein Zungenpiercing hast du auch, also komm mir nicht mit ‚sensiblen Stellen‘.“
Ich schluckte. Mein Zungenpiercing saß recht weit hinten, sodass man es wirklich nur sah, wenn ich es darauf anlegte. „Mmmhh … ist aber was anderes.“
Kankurou schnaubte. „Na, wenn du meinst.“
„Kriegst du Rabatt bei Baki, wenn du Neukunden anlockst, oder was?“, fragte ich lachend.
Kankurou grinste. „Noch nicht, wäre aber durchaus ne Überlegung wert. Werde ich ihm mal vorschlagen und dann die ganze WG hinzitieren. Und dich natürlich.“
„Träum weiter, die anderen vielleicht, aber ich hab keinen Bedarf.“
„Wieso nicht? Sahst doch süß aus mit deinem Ring im Ohr.“
Verwundert musterte ich ihn. Mit 12 oder so hatten Shino und ich beschlossen, dass wir genauso cool sein wollten wie Piraten und uns selbst Ohrlöcher gestochen. Damit man die aber nicht sah, hatten wir natürlich nicht die Ohrläppchen, sondern den äußeren Teil der Ohrmuschel genommen. Da hingen die Haare drüber oder wir setzten Kapuzen auf. Wäre mir das Teil nicht mal beim Sport rausgerissen, hätte ich das Helix bestimmt immer noch.
„Shino hat seins noch und ich hab ein Bild von euch aus der Zeit zufällig gesehen, als er es abgezeichnet hat. Er hat mir erzählt, dass ihr das tatsächlich mit Zwiebeln und Kanülen gemacht habt.“
Ich grinste und nickte. „Die haben wir aus der Praxi seines Vaters geklaut.“
„Und dann habt ihr euch die Teile durchs Ohr gerammt? So richtig schön ohne Desinfektion und so?“
„Nee, desinfiziert waren sie schon. Aber scheiße weh tat‘s trotzdem.“
Wir lachten und wandten uns wieder der Serie zu. Ich hoffte, dass ich sie jetzt in Ruhe genießen konnte, aber nein: zu früh gefreut! „Oh, Gott! Sasuuukeee …“, erscholl es aus Narutos Schlafzimmer. Himmel, dass hatten doch sogar die Nachbarn im Erdgeschoss noch gehört! Kankurou grinste nur dreckig und kratzte sich träge am Bauch. Ich verdrehte die Augen. „Alter, werden die denn nie fertig?!“
„Naja, die wollen ihren Spaß eben auskosten. Ist ja noch nicht spät“, meinte er nur mit einem Blick auf die Uhr. „Außerdem geht’s ja nicht darum, schnell fertig zu werden.“
Ich zuckte die Schultern. „Naja, aber irgendwann muss ihm der Arsch doch mal so wehtun, dass es nicht mehr geht, oder?!“
Arrgghhh …, das Lachen dieses Penners regte mich dermaßen auf! „Sagt ja niemand, dass sie‘s anal machen.“ Einen Augenblick dachte er nach, bevor er sich mir fies grinsend zuwandte: „Bist du etwa neidisch, weil du nicht so lange kannst?“
Ich knurrte und rammte ihm den Ellenbogen in die Seite. Er zog zischend Luft ein und hielt sich die Seite. „Kein Grund gleich gewalttätig zu werden.“
Diesmal war ich es, der grinste. „Du hältst aber auch gar nichts mehr aus.“ Er murrte unzufrieden. „Wenn‘s dich so stört, warum holst du dir keine Noise-cancelling-Kopfhörer?!
„Sind doch schon bestellt. Gibt aber Lieferverzug oder so.“
„Na dann penn doch wo anders. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein attraktiver Kerl wie du kein alternatives Bett für die Nacht findet.“
Gerade als ich ihm einen passenden Spruch drücken wollte, fiel mir etwas auf: Kankurou hatte mich attraktiv genannt! Ob das jetzt nur so daher gesagt war oder er das wirklich dachte, konnte ich nicht einschätzen. Aber es verwirrte mich.
„Hinata hat ja jetzt Chouji, da müsste ich mir erst wen anderes suchen. Und immer bei fremden Personen zu pennen hab ich nun auch keinen Bock.“
„Hättest auch bei mir pennen können.“
„Ihr habt doch nicht mal ein Wohnzimmer.“
„Mein Bett ist breit genug für zwei“, zwinkerte er mir zu.
Flirtete er gerade mit mir? Ich verdrehte die Augen. „Genau und wenn du dann wen abschleppst, darf ich euch zu gucken oder wie?“
„Du könntest auch mitmachen, das wäre dir selbst überlassen.“

Ich schnaubte belustigt. „Dein Ernst, Alter?“
Kankurou stützte sich auf seinen Ellbogen und wandte sich mir zu. „Warum nicht?“, fragte er und leckte sich über die Lippen.
Sprachlos sah ich ihn an. Scheiße, er machte mich gerade wirklich an, oder? Nein, das konnte doch nicht sein. Ich starrte ihn mit offenem Mund an und wartete darauf, dass er loslachen und das als Scherz abtun würde. Tat er aber nicht. Stattdessen musterte er mich intensiv und schien auf eine Reaktion meinerseits zu warten. Ich suchte nach Worten und leckte mir unbewusst über die Unterlippe. Kankurous durchdringender Blick folgte der Bewegung.
Ich musste hart schlucken, wandte mein Gesicht wieder nach vorn und fuhr mir durch die Haare. „So was kannst du doch nicht einfach so sagen, Mann.“
„Wieso denn nicht? Macht dich der Gedanke so nervös?“
Ja, machte er. Und zu meiner Überraschung nicht mal die negative Art von nervös. Aber das würde ich ihm bestimmt nicht sagen!
Er richtete sich auf, rutschte näher zu mir und legte mir tatsächlich die Hand auf den Oberschenkel! Ich starrte auf die Hand und merkte, wie sich mein Puls beschleunigte. Shit, shit, shit … was ging hier gerade ab?
„Wenn dich der Gedanke an einen Dreier so nervös macht, stehe ich dir natürlich auch allein zur Verfügung“, raunte mir der Penner mit verführerischem Ton ins Ohr. Ich erschauderte und eine Gänsehaut breitete sich auf meinen Arm aus. Kankurou nahm das grinsend zur Kenntnis und kratzte mit seinen Fingern über die Innenseite meines Hosenbeins.
„Kiba?“ Ich riss meinen Blick von seiner Hand los, ließ ihn über seinen Oberkörper nach oben wandern, über das selbstsichere Lächeln und zu seinen dunklen Augen, die mich fast schon hungrig ansahen. Er war so nah, dass ich seinen Atem auf meinem Gesicht spürte. „Darf ich …?“
Anstatt zu antworten überbrückte ich einfach den restlichen Abstand zwischen uns und legte meine Lippen auf seine. Kankurou legte eine Hand an meine Wange, zog mich näher und intensivierte den Kuss. Fast schon zaghaft strich er mit der Zunge über meine Unterlippe, bevor er sich löste und mich prüfend ansah.
Ich konnte nicht anders als ihn mit offenem Mund anzustarren. Ich wusste nicht, warum ich ihn geküsst oder was ich erwartet hatte. Aber definitiv nicht so einen sanften, fast schon schüchternen Kuss. Und definitiv nicht, dass es mir gefiel!
Ich räusperte mich. „Was war das jetzt?“
Kankurou verdrehte die Augen. „Ein Kuss, du Depp.“
„Ach ne, das hab ich auch gemerkt! Aber …“ Unschlüssig verstummte ich.
„Was ‚aber‘?“ Ich stutzte. Ja, ‚aber‘ was eigentlich? Ich wusste gar nicht, wie ich den Satz beenden wollte.
„Hat‘s dir gefallen?“ Ich musterte meinen gegenüber: Kankurou sah tatsächlich etwas unsicher aus. Ich musste grinsen, es war ja schon putzig, dass er sich so viele Gedanken machte.
„Grins nicht so dämlich, du Köter.“
„Warum denn nicht? Hätte nicht gedacht, dass du so ein Softie bist“, neckte ich ihn.
„Halt die Klappe, halt einfach die Klappe“, murmelte Kankurou und zog mich zu sich. Dieses Mal küsste er mich fordernder und erkundete mit der Zunge meine Mundhöhle. Seine Finger strichen über meine Wange und fuhren durch meine Bartstoppeln, während die andere Hand meinen Nacken massierte. Ich seufzte genüsslich und lehnte mich ihm entgegen. Wer hätte denn gedacht, dass der Mistkerl so gut küssen konnte?
Ich war so versunken in unserem Kuss, dass ich gar nicht merkte, dass er seine Hand auf Wanderschaft schickte. Erst als er am Saum meines Shirts zog und sich von mir löste, um es mir über den Kopf zu ziehen, stellte ich mir die entscheidende Frage: wie weit wollte ich eigentlich gehen? Allerdings verabschiedete sich mein Hirn sofort, als der Mistkerl begann, mit seinen Fingern über meinen Bauch zu fahren. Seine Fingerkuppen fühlten sich angenehm rau an und hinterließen ein Kribbeln dort, wo sie mich berührten
Kankurou löste unseren Kuss und ich schnappte angestrengt nach Luft. Himmel, der ließ mich sogar vergessen, dass ich immer noch Sauerstoff zum Leben benötigte. Er brachte kurz etwas Abstand zwischen uns und grinste mich zufrieden an, bevor er seinen Kopf auf meinen Hals senkte und eine Spur aus Küssen und kleinen Bissen bis zu meinem Schlüsselbein zog. Dazu seine Finger, die über meinen nackten Oberkörper fuhren …. „Fuck“, presste ich zwischen den Zähnen hervor als ich merkte, wie es in meiner Hose immer enger wurde. Ohne, dass ich es verhindern konnte, lehnte ich mich nach hinten, um ihm mehr Platz zu bieten, stützte mich auf meinem linken Arm ab und ließ die rechte Hand über seinen muskulösen Rücken streichen.
Erst als ich seine Hand an meinem Schritt spürte, zuckte ich zusammen. „Kankurou“, flüsterte ich mit belegter Stimme. Er unterbrach sein Tun und sah mich an. Ich erwiderte seinen Blick mit geöffnetem Mund und atmete hektisch. Keine Ahnung, was ich ihm gerade eben noch sagen wollte, aber so wie er mich ansah, hätte er alles von mir haben können. Er nahm die Hand aus meinem Nacken und strich die Kontur meines Kieferknochens nach. „Vertraust du mir, Kiba?“, fragte er leise. Ich brachte nur ein stummes Nicken zustande: ihm schon, meiner Stimme gerade nun wirklich nicht. „Dann lehn dich zurück und entspann dich“, hauchte er mir ins Ohr und drückte mich an den Schultern zurück in die Kissen. Ich ließ es einfach geschehen: keine Ahnung, warum ich so passiv war, aber konnte mich absolut nicht rühren. Die Situation war zu ungewohnt.
Kankurou beugte sich über mich und drückte mir wieder seine Lippen auf. Erst da kam Bewegung in mich und ich schlang meine Arme um ihn, eine Hand in seinen braunen Haaren vergrabend. Er stöhnte leicht in unseren Kuss als meine nackte Haut auf seine traf. Ich konnte mir ein Grinsen in dem Augenblick nicht verkneifen, zumindest war ich nicht der Einzige, der durchblicken ließ, dass ihm das hier gefiel.
Kankurou küsste sich von meinem Mundwinkel über mein Kinn nach unten zu meinem Hals. Er leckte und saugte an meiner empfindlichen Haut, während seine Finger dreist an meinen Nippeln spielten, sodass ich wirklich Mühe hatte ein Aufstöhnen zu unterdrücken. Aber mein Griff in seinen Haaren verstärkte sich. Schließlich ersetzten seine Lippen und seine Zunge seine Finger auf meiner Brust und diesmal konnte ich mich nicht mehr zurückhalten: ein tiefes Stöhnen entkam mir und gleich darauf presste ich mir die Faust vor den Mund. Verdammt, er sollte sich darauf jetzt bloß nichts einbilden! Ich spürte, wie er leicht seine Lippen zu einem Lächeln verzog, aber meine Reaktion sonst weiter unkommentiert ließ. Seine Zunge zog eine Spur über meinen Bauch und ich hielt erwartungsvoll die Luft an: würde er?
„Kiba?“, hörte ich es wie entfernt und brauchte eine Minute um meinen Blick auf ihn zu fokussieren. Verdammt, war ich denn wirklich von ein bisschen Rummachen mit Kankurou so von der Rolle? Ich nickte zum Zeichen, dass ich ihn hörte. „Ist okay, oder?“, fragte er und richtete sich ein wenig auf. Atemlos sah ich zu ihm und nickte. In meiner Hose war es echt schmerzhaft eng, er sollte sich unterstehen, jetzt aufzuhören! Aber irgendwie war es ja schon niedlich, dass er sich nochmal meines Einverständnisses versicherte … Ich atmete erleichtert aus, als er meinen Schwanz endlich aus meiner Hose befreite. Seine Fingerspitzen fuhren sanft über meinen Schaft und ich erzitterte. Er kam noch einmal zu mir nach oben und küsste mich kurz und innig. „Jetzt solltest du vielleicht dein Kissen zu Hilfe nehmen. Nicht, dass du Naruto noch Konkurrenz machst“, raunte er mir mit einem belustigten Unterton ins Ohr. Das brauchte mich zwar zum Erschaudern, dennoch schnaubte ich nur und zog die Augenbrauen hoch. Da hielt ja einer viel von sich …
Kankurou rutschte wieder nach unten und machte es sich zwischen meinen Beinen bequem. Ein bisschen komisch war es schon und mir schoss die Röte in Gesicht. Ich meinte, ihn irgendwas wie „So niedlich“ nuscheln zu hören, konzentrierte mich aber lieber auf seinen heißen Atem der gegen die Innenseiten meiner Oberschenkel schlug. Er strich dort über die Haut und hauchte ab und an einen Kuss darauf. Ich grummelte leicht unzufrieden, dass dauerte mir zu lange … und schon zog ich zischend Luft ein, als er einmal über meine komplette Länge leckte und dann auf die feuchte Haut pustete. Was für ein Arsch! Aber ich musste zugeben, er wusste, was er tat.
Er drückte einen Kuss auf meine Spitze und ließ die Zunge vorsichtig darum kreisen, während sich seine Hand um meinen Schwanz legte und kräftig auf und ab bewegte. Ich atmete schneller und drückte den Rücken durch, als er endlich begann, seine Lippen in einem Kreis um mich zu schließen und seinen Kopf auf und ab zu bewegen. Himmel, war das gut! Ich presste meinen Unterarm vor meinen Mund, um jegliches verräterische Geräusch zu ersticken. Aber Kankurou wusste genau, dass er mich im wortwörtlichen Sinne in der Hand hatte – so willig, wie ich ihm mein Becken entgegendrückte und den Griff in seinen Haaren verstärkte! Ein bisschen schämte ich mich tatsächlich dafür, aber die Scham war sofort wieder vergessen, als er mit einer Hand meine Hoden massierte und mich dann einfach eiskalt deepthroatete. Heilige Scheiße!! Ich zog reflexartig das Kissen vor mein Gesicht und stöhnte hemmungslos hinein. Das war zu gut um wahr zu sein. Fuck Mann, wann hatte ich je einen so geilen Blowjob bekommen?
Der Mistkerl wusste genau, was er für eine Wirkung auf mich hatte. Er grinste zufrieden und beschleunigte seine Bewegungen. Schon kribbelte es verheißungsvoll in meinem Unterleib und ich wusste, dass ich gleich soweit war. Ich zog an seinen Haaren, nahm das Kissen wieder weg und versuchte, ihn zu warnen. „…'kurouuuu“, stöhnte ich und suchte fahrig seinen Blick. Er richtete seinen Blick auf mich, ein verführerisches Funkeln in den fast schwarzen Augen. Aber anstatt mich kommen zu lassen, ließ er von mir ab. Das war doch jetzt nicht sein Ernst oder?! Ich knurrte und verkrallte meine Hand in seinen Haaren, aber das hinderte ihn nicht daran sich aufzurichten und mir wieder die Lippen aufzudrücken. Bei der Bewegung streifte er mit seinem Schritt meinen Schwanz und mir entkam ein leises Wimmern. „Da hat‘s aber einer nötig, hm?“, hauchte er leicht belustigt gegen meine Lippen. Ich knurrte und schabte mit meinen Zähnen über seine Kehle, was ihn zum Stöhnen brachte. „Sei nicht so ungeduldig, Kiba“, raunte er mir zu und heilige Scheiße, klang das geil, wenn er meinen Namen so sagte. „Sonst sind wir doch viel zu schnell fertig.“
Er lächelte mich kurz an und küsste sich dann wieder zurück zu meiner Körpermitte. Was dann folgte, war pure Folter: unzählige Male brachte er mich an diesen Punkt, ganz kurz vor dem Orgasmus, nur um dann wieder eine kurze Pause einzulegen, in der er mich ausgiebig küsste. Es war die Hölle, eine bittersüße Qual und ich wollte mehr davon. Ich nahm nichts mehr wahr, nur noch seine Hände, seine Zunge, den starken Körper über mir und die verführerische Stimme, die ab und an in mein Ohr raunte. Gedanklich hatte ich mich schon in eine ganz andere Dimension verabschiedet, mein komplettes Denken war nur darauf ausgerichtet, dass ich verdammt nochmal endlich kommen wollte. Ich richtete meine Augen mit entrücktem Blick auf den Mann, der da zwischen meinen Beinen lag und einfach so unglaublich geil dabei aussah, wie er mir einen blies. Scheiß auf meinen Stolz, wenn nötig würde ich jetzt um Erlösung betteln. Ich zog an seinen Haaren und wisperte: „'kurou … bitte ...“ Ohne den Blickkontakt zu unterbrechen, umspielte er mit seiner Zunge meinen Schwanz bevor er nochmal meine gesamte Länge in den Mund nahm und kraftvoll saugte.
Ich konnte nicht mehr: meine Augen verdrehten sich, ich drückte reflexartig seinen Kopf noch fester in meinem Schritt. Mein Orgasmus überrollte mich wie eine Welle und ich kam mit einem heiseren Stöhnen direkt in seinen Mund. Ich hörte ihn schlucken, bevor er meinen Schwanz langsam aus seinem Mund gleiten ließ. Ich lag vollkommen apathisch auf meinem Bett, ein seliges Grinsen im Gesicht. Mein letztes bisschen Verstand hatte sich gerade auf nimmer wiedersehen verabschiedet und ich bemerkte gar nicht, wie er sich wieder neben mich legte. Erst seine Berührung an meiner Wange brachte mich wieder in den Moment zurück. Er sah mich an und hob prüfend eine Augenbraue. Ich grinste nur schief und zog ihn dann zu einem Kuss nach unten. Er schien etwas überrascht, denn er fiel fast auf mich – und ich spürte seine Erregung an meinem Oberschenkel. Okay, dann war ich jetzt dran … würde schon schief gehen.
Ich vertiefte unseren Kuss, schnappte mit meinen Eckzähnen nach seiner Unterlippe und drehte uns, sodass ich halb auf ihm lag. Kankurou gab einen Laut der Überraschung von sich, wehrte sich aber nicht, sondern atmete nur scharf ein, als meine Zähne seine Lippe reizten. Tja, solche spitzen Beißerchen hatten durchaus auch ihre Vorteile, hehe.
Ich schickte meine Hand auf Wanderschaft über seinen Oberkörper, spielte mit den Ringen an seinen Nippeln. Ich küsste mich bis zu seinem Schlüsselbein hinab, knabberte an der empfindlichen Haut und ließ meine Hand in seiner Hose verschwinden. Er stöhnte auf, hielt mich aber am Handgelenk fest. Irritiert hob ich den Kopf und sah ihn fragend an, aber der Anblick der sich mir bot lenkte meine Aufmerksamkeit ab. Die Haare hingen ihm verstrubbelt in der Stirn, die Augen glänzten, während ein hübscher Rotschleier seine Wange zierte und die vollen Lippen leicht geöffnet waren, um hektisch Luft zu holen. Verdammt, er sah sexy aus. Aber seit wann, dachte ich eigentlich so über Männer? Oder war das nur bei Kankurou der Fall?
„Kiba“, murmelte er. „Nur das du es weißt, deine Hand reicht mir völlig.“ Ohne dass ich es verhindern konnte, schlich sich ein liebevolles Lächeln auf meine Lippen. Damit nahm er mir den Druck, von dem mir bis eben nicht mal bewusst gewesen war, dass er auf mir gelastet hatte. Ich beugte mich hinunter und küsste ihn sanft. „Danke“, wisperte ich gegen seine Lippen und fing an, meine Finger an seiner Erregung zu bewegen.
Erst waren meine Bewegungen stockend; ich kannte zwar grundsätzlich die Anatomie, aber hätte es bis jetzt nur mir selbst mit der Hand gemacht und da war der Winkel ja doch ein bisschen anders. Kankurou schien das aber nicht zu stören, er schloss entspannt die Augen und fuhr mit einer Hand durch meine Haare. Naja, er würde mir schon signalisieren, wenn ihm irgendwas nicht passte, von daher beschäftigte ich mich lieber wieder mit seinen Nippelpiercings. Ich knabberte leicht an dem zarten Fleisch und zupfte an den silbernen Ringen. Er stöhnte und zog an meinen Haaren, schien ihm also zu gefallen. Ich verstärkte den Druck meiner Finger und merkte, wie er sich leicht unter mir wand. Schade, dass ich kein Gleitgel zur Hand hatte. Das war ordentlich im Nachtschrank verstaut, aber ich war nicht in der Stimmung, jetzt von Kankurou abzulassen. Er hätte mich wohl auch nicht weggelassen, so wie er sich in meine Schulter krallte. Na gut, dann musste ich mir anders behelfen …
Ich ließ kurz von ihm ab, zog die Hand aus seiner Hose und spuckte mir auf die Handfläche. Kankurou gab ein unzufriedenes Geräusch von sich und öffnete träge die Augen. „Hey, was ...“, fing er an, lehnte sich aber wieder zurück und stöhnte befriedigt, als sich meine Hand erneut um seinen Schwanz legte. Ich grinste zufrieden, als ich den gelösten Ausdruck in seinem Gesicht sah. Dann widmete ich mich wieder seinem Hals, biss hinein, leckte darüber und saugte an den gereizten Stellen.
„Verdammt, Kiba“, knurrte Kankurou. „Mach schneller.“ Na wenn er mich so freundlich bat … aber ein bisschen musste ich mich doch für den befehlenden Tonfall rächen. Also beschleunigte ich den Rhythmus meiner Hand und senkte kräftig die Zähne in seinen Hals. Kankurou stöhnte laut fluchend auf, drückte den Rücken durch, presste meinen Kopf kräftig gegen seinen Hals und schwoll in meiner Hand noch größer an. Na, mit so ner heftigen Reaktion hatte ich jetzt nicht gerechnet, aber umso besser. Als er ruckartig meinen Kopf nach oben zerrte, entkam mir doch ein Laut der Überraschung und ich riss seine Haut auf. Das schien ihn nicht im mindestens zu kümmern, denn er presste mir seine Lippen auf und verwickelte mich in einen wilden Zungenkuss. Fuck, küssen konnte er wirklich gut. Einem Instinkt folgend löste ich mich nur ein kleines bisschen, nur um ihn in die Unterlippe zu beißen und kräftig daran zu saugen. Das reichte ihm wohl: ein Zittern ging durch den Körper unter mir, er verkrampfte seine Finger in meinen Haaren und kam mit einem lang gezogenen Stöhnen in meine Hand.

Vorsichtig entließ ich seine Lippe aus meinen Fängen und leckte noch einmal darüber. Dann zog ich die Hand aus seiner Hose und ließ mich neben ihn auf die Matratze fallen. Reflexartig griff ich nach den Tüchern auf dem Nachttisch, säuberte meine Hand und reichte ihm welche. Dann lag ich einfach nur da, starrte an die Decke und lauschte seinen Atemzügen. Je ruhiger die wurden, desto unruhiger wurden meine Gedanken: was zur Hölle hatten wir getan?!?
Am Rande bekam ich mit, dass Kankurou sich aufrichtete und mich ansah.
„Geht‘s dir gut, Kiba?“ Ich brachte ein knappes Nicken zustande.
„Brauchst du ne Minute?“ Ich nickte nochmal.
„Okay. Willst du auch noch 'n Bier?“ Automatisch bewegte sich mein Kopf nach oben und wieder nach unten. „Gut, dann lass ich dich kurz allein und hol welches“, meinte er. Er erhob sich, tätschelte kurz mein Knie und verließ den Raum. Seine Berührung brachte mich wieder in die Gegenwart zurück: ich setzte mich auf, fuhr mir mit den Händen über das Gesicht und stützte den Kopf dann ab.
Okay, ganz ruhig Inuzuka … geh das der Reihe nach durch. Also Kankurou und ich hatten Sex gehabt; naja nicht richtigen Sex, aber definitiv mehr sexuellen Handlungen als in Freundschaften sonst so üblich war. Aber es hatte mir gefallen. Ihm scheinbar auch. Was die Frage aufwarf, was wir jetzt machen sollten. Hieß das, wir waren zusammen? Gott, das klang ja kitschig. Außerdem schätzte ich uns beide eher nicht als Beziehungstypen ein. Gegen eine Wiederholung hätte ich grundsätzlich nichts einzuwenden, waren wir dann sowas wie 'Freunde mit Vorzügen'? Konnte das klappen? Bei Hinata und mir hatte die F+ auch funktioniert, aber die Freundschaft zu Hinata war mit der zu Kankurou gar nicht vergleichbar. Klar, ich mochte sie schon und wir hatten auch irgendwann mal was einfach so unternommen, aber Kankurou war einer meiner besten Freunde! War unsere Freundschaft jetzt hin?
Erneut erschien er wie aufs Stichwort in der Tür. Er stellte die Bierflaschen auf seiner Seite des Bettes ab, öffnete eine und reichte sie mir. Die Flasche war angenehm kalt und ich leerte sie zur Hälfte bevor ich überhaupt den Mut aufbrauchte, Kankurou anzusehen. Er hatte die Tür geschlossen und sich ebenfalls ein Bier genommen. Mein Blick glitt über ihn: die Lippen, an die er gerade die Flasche setzte, waren vor noch gar nicht allzu langer Zeit an meinem Schwanz gewesen. Und ich hatte vor ein paar Stunden Theater gemacht, weil ich ihm die Kontaktlinsen rausnehmen sollte. Hätte ich da schon gewusst, dass ich meine Finger noch an ganz andere Körperstellen von ihm stecken würde …
Er bemerkte, dass ich ihn beobachtete und erwiderte meinen Blick. Langsam setzte er sein Bier ab. „Hat‘s dir gefallen?“ Okay, er übersprang einfach das obligatorische „Müssen wir drüber reden“ und rückte mit der Sprache heraus. Eine der Eigenschaften, die ich so an ihm mochte. Aber fragte er mich das im Ernst? Verdammt, das war der beste Orgasmus gewesen, denn ich jemals gehabt hatte und dass allein dadurch, dass er mir einen geblasen hatte! Wie es wohl wäre, wenn wir richtig … ich verschluckte mich und lief rot an. Während ich krampfhaft versuchte, meinen Hustenreiz wieder unter Kontrolle zu bringen, klopfte er mir mit der Hand behutsam auf den Rücken. Er nahm sie auch nicht weg, als ich mich wieder beruhigt hatte. Irgendwie angenehm dachte ich, aber da fiel mir ein, dass ich ihm noch eine Antwort auf seine Frage schuldete. „Ja, schon.“ Ich schwieg kurz, traute mich nicht in seine Richtung zu sehen. „Dir?“
„Nicht schlecht für den Anfang.“ Ich hörte das Grinsen aus seinem Tonfall heraus und konnte nicht anders als ihn anzusehen und es zu erwidern. Aber ich musste ihn trotzdem leicht in die Schulter stoßen. „War immerhin mein erstes Mal mit nem Kerl.“
„Übung macht ja bekanntlich den Meister“, zwinkerte er mir zu und nahm noch einen Schluck von seinem Bier. Ich grinste leicht, musste aber überlegen: das hieß doch, er hätte nichts gegen eine Wiederholung, oder? Scheiß drauf, einfach fragen. Wie peinlich konnte es schon werden?
„Ja, stimmt. Stehst du denn als Versuchsobjekt für weitere Übungen zur Verfügung?“ Mensch, das klang ja lockerer als ich mich fühlte. Sein Grinsen wurde eine Spur breiter. „Durchaus.“
Erleichtert atmete ich aus und die Anspannung fiel von mir ab. Ich wusste, dass Kankurou eher selten bis gar nicht Kontakt zu den Personen hielt, die mit ihm das Bett teilten. Wenn das jetzt genauso so ne Sache geworden wäre …
„Hat dich das jetzt so belastet?“, hörte ich es ungläubig neben mir. Ich wandte den Kopf zum ihm und nickte leicht. Seine Augen weiteten sich.
„Jetzt tu mal nicht so, als würdest du sonst nicht die Betten schneller wechseln als … scheiße, Unterwäsche trägst du ja nicht mal“, schnaubte ich und er lachte kurz auf. „Und melden tust du dich danach ja auch nicht unbedingt. Hat mich sowieso gewundert, dass du so … ‚besorgt‘ warst.“ Ich drehte die Flasche in meinen Händen und pulte das Etikett vom Flaschenhals. Das klang ja fast schon zu … egal, aber bei der Vorstellung, dass es das jetzt hätte gewesen sein können, schnürte sich mir doch leicht die Kehle zu.
„Hey, hey! Kiba, sieh ich an“, murmelte Kankurou und setzte sich näher neben mich. Als ich seiner Bitte nicht nachkam, legte er seine Finger unter mein Kinn und hob meinen Kopf an. „Das mag sonst schon stimmen, aber diesmal ist es ja nicht irgendwer, sondern du. Und du bist mir halt … naja wichtig und so.“ Zum Ende des Satzes wurde er zwar leiser, löste aber den Blickkontakt nicht. „Deshalb wollte ich auch wissen, ob es dir gut geht und dass das für dich okay ist. Ich mein, … Alter, ich wollte unsere Freundschaft nicht kaputt machen oder so.“ Er legte den Kopf leicht schief und verzog den Mund zerknirscht.
Ich konnte nicht anders und musste lächeln. So sah er ja schon fast süß aus …
„Naaaa … ich würde eher sagen, unsere Freundschaft hat n Upgrade bekommen, oder?“, grinste ich ihn an. „Cool“, entgegnete er nur und lehnte sich wieder entspannt an das Bettgestell, seine Aufmerksamkeit dem Fernseher widmend. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich die ganze Zeit oberkörperfrei vor ihm gesessen hatte. Kankurou machte das öfter, nicht nur vor mir, sondern generell. Choujis nudistische Züge schienen da schon abgefärbt zu haben. Auch wenn ich stolz auf meinen Körper war, machte ich das normalerweise eigentlich nicht und dachte kurz darüber nach, mir mein Shirt wieder überzuziehen. Aber eigentlich war es albern: es war nicht kalt und Kankurou hatte ganz andere Körperstellen von mir gesehen. Also lehnte ich mich einfach zurück und versuchte, mich wieder auf die Serie zu konzentrieren. Klappte nur nicht ganz.
Immer häufiger driftete mein Blick zur Seite, studierte Kankurous Gesicht. Besonders seine Lippen hatten es mir angetan; verdammt, wenn ich nur nicht wüsste, wie es war ihn zu küssen! Gedankenverloren sah er gerade aus, fuhr sich mit dem Daumen über die Unterlippe … Der machte das doch mit Absicht!
„Sag mal“, wandte ich mich an ihn und drehte meinen Oberkörper zu ihm. Er schreckte auf und sah zu mir. „Mmh, was?“
„Wie sieht‘s aus mit Knutschen?“
„Hä?“
„Naja, wenn wir fummeln und so, wann immer wir Bock haben, kann ich dich dann auch küssen, wenn mir danach ist?“
Er runzelte kurz die Stirn, als würde er überlegen, ob ich die Frage tatsächlich ernst meinte. Dann hoben sich seine Mundwinkel und ein belustigtes Funkeln trat in seine Augen. „Da hat wohl jemand Blut geleckt.“ Ich grinste, zuckte die Achseln und fuhr mit der Zunge über meine Eckzähne. Und wie ich das hatte.
„Na komm schon her“, meinte er nur, legte die Hand in meinen Nacken und zog mich zu sich hin. Verdammt und er küsste natürlich immer noch so gut, ich hatte mir das nicht eingebildet. Ich stützte mich mit der rechten Hand ab (in der linken hielt ich immer noch mein Bier) und lehnte mich ihm mir entgegen, um den Kuss zu vertiefen. Unsere Zungen trafen sich zu einem sanften Spiel und er knabberte leicht an meiner Unterlippe. Ich seufzte leise in den Kuss; es war so gut, ich wollte gar nicht mehr aufhören.
Nach einer gefühlten Ewigkeit lösten wir uns, Sauerstoff und so. Zufrieden richtete ich mich auf; ja, das konnten wir noch oft wiederholen. Weit kam ich aber nicht, da Kankurou mich festhielt und an sich zog. Ein bisschen verdutzt landete ich an seiner Brust und sah ihn irritiert an.
„Was? Mir ist grad danach, also hab dich nicht so“, murrte er und wurde leicht rot. Ja, so verlegen sah er definitiv süß aus. Ich schnalzte mit der Zunge: hätte mir jemand gestern gesagt, dass ich heute Kankurou süß nennen und mit ihm kuscheln würde, hätte ich die Person für verrückt erklärt. Aber gut, wenn er es so wollte …
Also lehnte ich mich auf seiner linken Seite gegen ihn, platzierte die rechte Hand auf seinem Oberschenkel und streckte mich vorsichtig, immer darauf bedacht, mein Bier nicht zu verschütten. Auch wenn wirklich nicht mehr viel drin war.
Kankurou legte seinen linken Arm über meine Schulter und malte sinnlose Zeichen auf meine Brust. Ich seufzte entspannt und schloss für einen kurzen Moment die Augen. War schon ganz angenehm so. Irgendwie musste ich daran denken, was wir für ein Bild für Außenstehende abgeben mussten und schmunzelte. Hatte ich gerade eben nicht noch gemeint, dass wir beide keine Beziehungsmenschen wären und das viel zu kitschig für uns wäre?
„Was ist?“, fragte Kankurou leise. „Ich musste gerade daran denken, was wir für ein Bild für Außenstehende abgeben müssen. Dazu musst du noch wissen, dass Sai uns während du duschen warst mit einem alten Ehepaar verglichen hat, weil wir immer streiten.“
Ich spürte Kankurous Lachen. „Nach der Theorie hatten wir sozusagen 'Versöhnungssex'?“
Ich lachte auf, so hatte ich das Ganze noch nicht betrachtet. „Ja, könnte man vielleicht so sagen. Zumindest entspräche das Sais Logik.“ Wir schwiegen kurz.
„Macht‘s dir was aus, was die anderen denken?“ Ich meinte zu spüren, dass er sich bei der Frage leicht verspannte. Daher nahm ich beeilte ich mich zu antworten. „Nö, gar nicht. Ich weiß, dass Shino, Sakura und Naruto cool damit wären. Deine WG auch, also wär das kein Problem.“ Er atmete hörbar aus. „Gut.“
„Wieso fragst du? Macht‘s dir was aus?“, stellte ich die Gegenfrage.
„Nee. Nur ist es so einfacher, wenn wir nochmal … also wenn‘s nochmal passiert, dass wir da keinen Stress haben, von wegen es darf uns keiner sehen oder so.“
Ich schnaubte belustigt. „Das klingt nach so nem schlechten Liebesfilm: zwei Personen fangen was miteinander an, aber verheimlichen das aus irgendwelchen dummen Gründen, werden entdeckt und beenden ihre Affäre darauf hin. Und dann durch die Trennung bemerken sie, wie viel sie einander bedeuten ...“
„Du scheinst ja ein richtiger Experte auf dem Gebiet zu sein. Schaust solche Schnulzen immer heimlich, wenn niemand hier ist?“, neckte mich Kankurou. Ich lachte und stieß ihn leicht in die Seite. „Früher haben wir immer Motto-Filmabende gemacht, also Mum, Hana und ich. Da war zwangsläufig auch mal so was dabei.“
„Jaja und jetzt die Familie vorschieben. Gib einfach zu auf sowas stehst“, zog er mich noch ein bisschen auf.
Ich verdrehte die Augen, war aber gerade zu zufrieden um groß auf seine Provokation einzugehen. „Ach fick dich doch, du Penner.“
„Warum übernimmst du das nicht für mich?“, hauchte er mir da auf einmal ins Ohr.
Prompt verschluckte ich mich, erschauderte und das Blut schoss mir in die Wangen. Zumindest der Teil, der sich noch nicht in meinen Unterleib verabschiedet hatte. Kankurou lachte los und zog mich wieder an sich. „Alter, deine Reaktion! Das hätte ich aufnehmen sollen!“
„Nicht witzig“, grummelte ich, konnte mich aber nicht der Wirkung seines Lachens entziehen. Jedoch musste ich jetzt unweigerlich darüber nachdenken, wer von uns welchen Part übernehmen würde, sollten wir jemals … „Ähh... Kankurou?“
„Ja?“, lies er sich immer noch erheitert vernehmen.
„Also, wie war das denn bisher, wenn du mit nem Typen … also warst du …“, stotterte ich herum. Verdammt, Inuzuka frag jetzt einfach! So schwer ist es doch nicht!
„Ich bin flexibel“, kam er mir zuvor.
„Okayyyyy ...“, meinte ich gedehnt.
„Himmel, Kiba! Jetzt zerbrich dir nicht dein hübsches Köpfchen über Dinge, die noch gar nicht relevant sind“, erwiderte er und schnippte mir gegen die Brust. „Darüber reden wir, wenn wir mal so weit sind und du dir sicher bist, ob du das überhaupt willst. Und wenn du nicht willst, ist das auch vollkommen okay“, setzte er sanfter hinzu.
„Danke“, nuschelte ich und kratzte mich am Kinn.
„Dafür nicht“, murmelte Kankurou und gab mir tatsächlich einen Kuss auf die Schläfe. Ich spürte förmlich, wie ich schon wieder rot wurde. Mist, das fühlte sich ja fast wie das erste Mal Verknallt sein an. So oft errötet wie an diesem Abend, war ich im vergangenen Jahr nicht. Unweigerlich drückte ich mich ein bisschen enger an ihn, er sollte nun wirklich nicht noch die Aussicht auf mein tomatenrotes Gesicht genießen.
„Kiba?“
„Mmmhh?“
„Kann ich eigentlich hier pennen?“
Ich schnaubte belustigt und sah zu ihm auf. „Davon bin ich jetzt mal ausgegangen.“
Er grinste zurück und küsste mich. „Perfekt“, murmelte er und machte es sich noch eine Spur bequemer in meinem Bett. Wenn ich nicht an ihm gelehnt hätte, hätte ich wohl den Kopf über ihn geschüttelt. Er hatte doch nicht wirklich angenommen, dass ich ihn jetzt nach Hause schicken würde? Ich lehnte den Kopf gegen seine Schulter und sah träge zum Fernseher. Mir fiel noch ein, dass Kankurou es wirklich sehr effektiv geschafft hatte, mich von der Geräuschkulisse meines Mitbewohners abzulenken. Der Gedanke brachte mich zum Schmunzeln.


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AN:

Im Original bezeichnet Sai Shin sogar als seinen Bruder, daher konnte ich nicht widerstehen, ihn hier auch mal zu erwähnen ;)
Shin: https://naruto.fandom.com/de/wiki/Shin

Für alle die es nicht wissen, Pakura ist übrigens eine Kunoichi aus Suna : https://naruto.fandom.com/de/wiki/Pakura
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