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Curious

von Sigyn
GeschichteFreundschaft, Erotik / P18 / MaleSlash
Kankuro Kiba Inuzuka Naruto Uzumaki Sakura Haruno
07.04.2021
08.04.2021
3
16.004
2
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
07.04.2021 4.893
 
Hallo ihr lieben :)

Zu dieser kurzen Story hat mich HeartBEAT von TenCount inspiriert und sie war so lieb, mir zu gestatten, diese Geschichte zu veröffentlichen <3

Hier einmal der Link zur Original-Story:  https://www.fanfiktion.de/s/5fe9e342000c9beb208bb9b0/1/HeartBEAT
Meine Story setzt in Kapitel 13 an: Naruto erzählt nur Sakura von dem geplanten Abendessen, weil Kiba gerade nicht in der WG ist :)

Dazu gibt es noch einen One-Shot: https://www.fanfiktion.de/s/6011b73d000c9beb18608294/1/that-was-unexpected-

Und sie schreibt gerade an einer Geschichte, die aus den obigen beiden entstanden ist: https://www.fanfiktion.de/s/6060beea000c9beb19677e5f/1/HeartSTRINGS

Lest doch mal rein, ich find sie echt gut!!

Nur nochmal vorab:
- Die Geschichte spielt nicht im Naruto-Universum, lediglich die Charaktere wurden übernommen. Deshalb sind sie bestimmt etwas OoC geworden.
- Ich verdiene kein Geld mit der Geschichte und die Charakter gehören auch nicht mir, sondern Masashi Kishimoto.

Über Reviews würde ich mich sehr freuen und jetzt viel Spaß beim Lesen!


Liebst,
Sigyn


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But sometimes boys like me are curious
And can't be told no
You came along and had me saying
"What is this?"
Your sexiness had got me ready for the Genesis
Baby, grab a hold of the joystick
Take control of the motion
I can feel it when you huh-huh

~ Simon Curtis ~


POV Naruto

„So das Essen ist fertig“, rief Sakura und brachte den riesigen Topf mit Ramen ins Wohnzimmer. Ich lächelte sie dankbar an, ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft. Für kurze Zeit herrschte peinliche Stille am Tisch, aber auch hier war Sakura meine Rettung: sie plapperte munter drauf los, stellte jedem eine Frage reihum und schaffte es, das Eis zu brechen.
Normalerweise wäre das ja Kibas Job gewesen, der war auch super darin ein Gespräch mit jeder x-beliebigen Person anzufangen, aber wer wusste schon, wo der sich gerade wieder rumtrieb. Eigentlich schade, ich wollte, dass mein bester Freund Sasuke und die anderen beiden richtig kennenlernte, immerhin war mir seine Meinung genauso wichtig wie Sakuras. Aber dafür würden sich bestimmt noch einige Gelegenheiten bieten. Ich sah mich glücklich in der Runde um: alle schienen sich so weit zu verstehen. Besonders Shikamaru und Itachi unterhielten sich angeregt und tauschten den ein oder anderen zweideutigen Blick.
Ich stieß Sasuke mit dem Knie an und deutete auf die beiden, frei nach dem Motto: 'Siehst du, alles gut!'
In einer kurzen Gesprächspause hörte man aufgeregte Stimmen aus dem Treppenhaus. Sakura stutzte kurz und sah mich. „Klingt doch wie Kiba, oder?“, fragte sie und zog eine Augenbraue nach oben. Ich nickte unbestimmt. „Weißt du, wo der heute war?“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich hab ihn nur heute Morgen kurz gesehen, da hatte er noch nichts vor soweit ich weiß.“ „Na dann fragt ihn doch einfach“, schmunzelte Sai in dem Augenblick, als wir die Schlüssel im Schloss der Wohnungstür hörten.
„Bleib gefälligst hier stehen! Du machst sonst die ganze Wohnung dreckig und ich darf es dann aufwischen!“
„Ach und es ist besser, wenn ich hier draußen alles dreckig mache?“
„Halt die Fresse! Und beweg dich gefälligst nicht so viel, du verteilst die Farbe überall!“
Alle Anwesenden am Tisch hoben fragend die Augenbrauen, aber ich musste grinsen und wechselte einen Blick mit Sakura. Die zweite Stimme kannten wir doch: Sabukuno Kankurou. „Scheinbar hat Kiba das Hausverbot für Kankurou wieder aufgehoben“, gluckste Sakura und auch ich musste bei der Erinnerung lachen.

Kankurou war vielleicht 1-2 Jahre älter als Kiba und studierte Kunst an unserer Uni. Obwohl er das mit dem Studieren wohl nicht so genau nahm, er ging hin und wieder mal zu einer Vorlesung, konzentrierte sich aber lieber auf seine eigenen Projekte oder Seminare, die ihm Spaß machten. Scheinbar war er aber in der hiesigen Szene von Künstlerinnen und Kunstinteressierten schon ziemlich beliebt, denn er stellte gefühlt jede Woche irgendwo anders etwas aus oder performte etwas. Nicht unbedingt große Aktionen, aber es sah schon meistens echt cool aus, auch wenn ich selbst keine Ahnung von Kunst hatte.
Als er noch häufiger hier gewesen war, hatte er auch gern bei Kiba im Zimmer gearbeitet, weil da 'der Lichteinfall so günstig war'. Kiba hatte dann grummelnd sein Zimmer geräumt, aber ihn machen lassen. Nur bei einem von Kankurous letzten Projekten war wohl irgendwas schief gegangen: er hatte es geschafft, Kibas Zimmer anzukokeln. Dabei waren wohl auch einige seiner Farben oder Utensilien drauf gegangen, auf jeden Fall hatte es noch Wochen später bestialisch in dem Raum gestunken. Kiba hatte ihn daraufhin aus der Wohnung geschmissen und ihm Hausverbot erteilt. Aber geschadet hatte es ihrer Freundschaft nicht.

Es raschelte und klang, als hätte Kiba seine Tasche und Schuhe irgendwo in den Flur geschmissen.
„Da, tritt auf die Zeitung und zwar VORSICHTIG.“
„Mann, jetzt hab dich doch nicht so. Es ist ein bisschen Farbe, das kriegt man alles wieder ab.“
„Achja? Wenn das so ist, warum hast du so ein Theater gemacht?“
„Weil es keine Körperfarbe ist, du Baka! Deidara hat die falsche gekauft und ich hab’s nicht mitbekommen. Aber vom Boden kannst du die einfach wegwischen.“
„Wer ist denn hier der Idiot, wenn du die falsche Farbe nimmst und dich damit einschmierst, hm?“
„Verdammt, ich hab’s halt überlesen, passiert mal.“
„Tja, dann kauf deine Scheißfarbe das nächste Mal selbst, damit ersparst du mir viel Ärger!“
„Ach fick dich doch, Kiba.“
In dem Moment erschien unser Mitbewohner in unserem Blickfeld: er legte tatsächlich Zeitungspapier im Flur aus und schien uns noch gar nicht bemerkt zu haben. Als ich aber die Person sah, die ihm folgte, fiel mir die Kinnlade runter. Es war zweifelsfrei Kankurou, aber über und über mit lila Farbe beschmiert. Und dann auch noch fast nackt. Gerade mal sein bestes Stück wurde von einem Lendenschurz verdeckt, sonst präsentierte sich der Kunststudent in all seiner Pracht.
„Seid ihr etwa so durch das Haus gelaufen?“, schrie Sakura und blickte mit riesigen Augen auf die Neuankömmlinge. Überrascht fuhr Kiba herum und sah die ganze Gesellschaft im Wohnzimmer versammelt. „Ääähh ...“, gab er sehr geistreich von sich. Ich konnte nicht anders und musste schon wieder lachen.
„Nicht nur durchs Haus, sondern auch durch einen Großteil der Stadt, weil der Busfahrer sich geweigert hat, mich einsteigen zu lassen“, murrte Kankurou. „Aber keine Sorge, Sakura, die einzige Person in dem Wohnkomplex, die mich gesehen hat, war die ältere Dame auf der ersten Etage. Und sie sah nicht mal halb so schockiert aus wie du“, setzte der Sabukuno hinzu und zwinkerte meiner besten Freundin zu. „Übrigens schön euch mal wieder zu sehen. Hey Naruto!“
„Hi“, erwiderte ich und winkte lachend zurück. „Kein Wunder, dass du nicht Bus fahren durftest. Die Farbe sieht noch ziemlich frisch aus.“ Kankurou zuckte die Schultern. „Nur die oberste Schicht.“
Ich konnte praktisch die Fragezeichen sehen, die Itachi und Sasuke in den Augen standen. Sai kannte die Auftritte des Kunststudenten schon, nur Shikamaru hatte den Blick stur auf seine Schüssel gerichtet. Bevor ich noch die anderen vorstellen konnte, erinnerte sich Kiba scheinbar an seine guten Manieren und stellte sich lächelnd meinen Gästen vor. „Hey, ich bin Kiba“, sagte er und reichte Itachi und Shikamaru die Hand. „Und der Exzentriker da hinten ist Kankurou.“
Der schnaubte empört: „Ich bin nicht exzentrisch, ich bin Künstler.“
Kiba verdrehte nur die Augen. „Alle Künstler sind exzentrisch.“
„Ach, wie viele kennst du denn?“
„Alle in deiner WG, das reicht doch!“
„Pfff...wir sind nur 5 Personen und arbeiten nicht mal ansatzweise in derselben Kunstrichtung.“
„Du und Deidara habt alle Kurse in der Uni zusammen.“
„Ja und? Das heißt ja nichts ...“

Sakura lachte auf, sah zu mir und schüttelte nur den Kopf. Ja, die Freundschaft zwischen Kiba und Kankurou war schon echt einmalig. Kiba war ein geselliger und friedliebender Typ, der für jeden Spaß zu haben war; aber mit Kankurou konnte er scheinbar nur streiten. Immer wenn der selbsternannte Künstler hier gewesen war, diskutierten die beiden wie wild. Das fing bei banalen Sachen an, wie z. B. was sie essen wollten, ging zur Filmauswahl und endete bei tiefphilosophischen Themen was nach dem Tod passiert und dem Glauben an die Reinkarnation.
Aber ich musste meinem besten Kumpel recht geben: Kankurou war exzentrisch. Und das war wohl noch das freundlichste Wort, das Kiba nutzte. Die zwei schmissen sich noch ganz andere Sachen an den Kopf. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen verstanden sie sich so gut, auch wenn keine außenstehende Person das nachvollziehen konnte.
Ich räusperte mich und unterbrach die beiden Streithähne. „Also Kankurou, das hier ist mein Freund Sasuke“, meinte ich und lächelte dem Schwarzhaarigen an meiner Seite zu. „… das ist Itachi, sein Bruder ...“
„Sasuke? Wie in Uchiha Sasuke?“, unterbrach mich Kankurou und rührte sich ein wenig. Die minimale Bewegung wurde von Kiba mit einem Knurren kommentiert und er stampfte aus dem Zimmer, um mehr Papier aufzutreiben. Sasuke schaute überrascht; ich konnte nur nicht erkennen, ob es an der Tatsache lag, dass Kankurou seinen Namen kannte oder Kibas animalisches Gehabe ihn irritierte. „Ja, Uchiha ist unser Nachname“, antwortete Itachi anstelle seines Bruders. „Warum fragst du?“
„Meine Schwester hat mal von dir erzählt“, meinte Kankurou und nickte Sasuke zu. „Ihr tanzt im selben Studio.“ Sasuke runzelte die Stirn und schien nachzudenken. Auch ich musterte den Kunststudenten erneut und versuchte festzustellen, wem aus dem Studio er denn ähnlich sah. Ich kannte bis jetzt nur Temari persönlich, aber die war nicht brünett und hatte auch ganz andere Gesichtszüge als Kankurou. Sasuke hatte es scheinbar aufgegeben und fragte daher: „Wer ist deine Schwester?“ „Sabukuno Temari.“
Irritiert hob mein Freund eine Augenbraue. „Temari? Sie hat mal von ihrem Bruder erzählt, aber der heißt soweit ich weiß Gaara. Ist Kankurou dein 'Künstlername'?“, fragte er nach und es gelang ihm sogar, seinen leicht spöttischen Unterton auf ein minimales runterzuschrauben. „Gaara ist der jüngste von uns“, antwortete Kankurou knapp und mit einem unbestimmten Unterton. Ich runzelte die Stirn: das klang ganz danach, als wären Itachi und Sasuke nicht die einzigen Geschwister, bei denen der Haussegen leicht schief hing.
Daher beeilte ich mich, vom Thema abzulenken. „Und das ist Shikamaru, ein guter Freund von mir“, meinte ich und deutete auf den Zopfträger. Sasuke stieß mich unter dem Tisch an und warf mir einen tadelnden Blick zu, den ich mit einem frechen Grinsen erwiderte. Ich war so sehr in den Anblick von Sasukes wunderschönen Augen vertieft, dass mir beinahe Kankurous Kommentar entging. „Ja, ich erinnere mich. Wir kennen uns schon.“

Überrascht sahen wir alle zwischen den beiden hin und her: Shikamaru war rot angelaufen und hielt den Blick weiterhin gesenkt, Kankurous Lippen kräuselten sich und ein belustigtes Funkeln stand in seinen Augen. In dem Augenblick erschien Kiba wieder. „Ihr kennt euch, woher?“, fragte er neugierig. „Von irgendeiner Party, ist schon eine Weile her.“ Er und Kiba tauschten einen Blick und scheinbar wusste der nun, was Sache war, denn er grinste breit und präsentierte seine ungewöhnlich spitzen Eckzähne. Wir anderen waren noch nicht im Bilde und Shika sah auch nicht so aus, als würde er irgendetwas über die Umstände ihres Treffens verlauten lassen.
„Ich hoffe, du hast dich danach nicht erkältet? Du bist so schnell geflüchtet, da hab ich es nicht mehr geschafft, dir deine Jacke hinterherzuschmeißen.“
Okay, spätestens jetzt waren die Umstände klar. Ich grinste und wackelte mit den Augenbrauen und stupste Shikamaru mit dem Fuß unter dem Tisch an. Der hob jetzt endlich mal den Kopf und strafte mich mit einem bösen Blick. „Nur um das klar zu stellen: ich bin nicht geflohen. Aber am frühen Morgen gleich sowas ...“
„Was ist denn passiert?“, rief ich neugierig dazwischen. Ich konnte einfach nicht an mich halten. Shika schwieg verbissen und verspannte sich, zumindest bis Itachi die Hand auf seinen Oberschenkel legte und scheinbar sacht mit den Fingern darüber strich. Man konnte die sprichwörtlichen Funken zwischen den beiden schon sprühen sehen. Es war offensichtlich, dass der mir nicht antworten würde, also wandte ich mich an Kankurou. Der stand, die Arme vor der Brust verschränkt, immer noch im Türrahmen und sah gerade auf sein Handy, das Kiba ihm hinhielt. Dass mein bester Kumpel sogar die Kombination für das Smartphone des Kunststudenten kannte, sprach ja auch für sich.
Kankurou nickte kurz und fing meinen Blick auf. „Kiba hat doch bestimmt mal von meinen Mitbewohnern erzählt, oder?“ Sakura lachte auf. „Ja, definitiv. Klingt schon echt witzig, aber wohnen möchte ich in eurem Chaos nicht.“ Der Kunststudent nahm das lachend zur Kenntnis, bevor er weitersprach. „Naja, die haben es halt ein bisschen übertrieben und einen so nachhaltigen Eindruck bei Shikamaru hinterlassen, dass er schon weg war, bevor ich überhaupt aus dem Bett raus war.“
„'Ein bisschen' sagst du?“, mischte sich Shika nun doch ein. „Das ist doch die Untertreibung des Jahrhunderts. Erst der blonde, der einen mit seinen Explosionen weckt; dann der Brillenträger, dem seine Insekten entlaufen und der seine Zeichnungen überall verteilt; in der Küche dann der braunhaarige, der nackt am Kochen ist und ein Schlachtfeld hinterlässt und dann kommt dieser Irre blutverschmiert mit einer Sense in der Hand aus seinem Zimmer und schreit irgendwelchen unverständlichen Kram, während ihm ein Messer in der Handfläche steckt!“  
Er hatte sich ein wenig in Rage geredet, was unglaublich untypisch für Shikamaru war. Aber er beruhigte sich auch sofort wieder, als Itachi sacht über seinen Arm strich und ihm ein sanftes Lächeln zuwarf.
„Bitte was?“, brachte Sasuke hervor und starrte fragend auf die beiden Braunhaarigen im Türrahmen. Kankurou wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, wurde aber von Kiba unterbrochen. „Also die Kurzversion: Deidara studiert auch Kunst, lässt aber gern Sachen zu jeder Uhrzeit explodieren. Shino zeichnet gern und viel, vor allem möglichst naturgetreu und sammelt Insekten. Eigentlich passt er auch sehr gut auf die auf, aber die Terrarien sind durch Deidaras Experimente ein bisschen in Mitleidenschaft geraten und schließen nicht mehr zu 100%. Chouji kocht gern, aber vor allem nackt, weil er so am besten denken kann. Und Hidan ist eigentlich Musiker und hat sich für seine Auftritte ein Image gebastelt zu dem eine Sense gehört. Das mit dem Blut und dem Messer war tatsächlich mal ein Versehen und das unverständliche Schreien ist seine Art zu singen.“
Sasuke sagte nichts, sondern lehnte sich nur in seinem Stuhl zurück. „Und Kiba ist mit Shino zusammen aufgewachsen. Daher kennt er Kankurou und die WG ziemlich gut“, ergänzte Sakura noch freundlich, um alle möglichen Ungereimtheiten zu beseitigen.
„Und warum genau musstest du das jetzt erzählen?“, fragte Kankurou Kiba.
„Weil es bei dir viel länger gedauert hätte und du jetzt duschen sollst. Sonst trocknet noch alles fest.“
„Was heißt denn, ich hätte länger gebraucht? Wer von uns kann denn seine große Klappe nie halten?“
„Du laberst immer so viel Scheiße, dass ...“
„Aber ausgerechnet du Kiba! Ich kenne keinen Menschen, der so viel quasselt wie du.“
„Was ist mit Hidan?“
„Der zählt nicht, der hat Komplexe zu kompensieren.“
Unzufrieden grunzte Kiba, scheinbar fiel ihm keine passende Erwiderung ein. Die beiden wollten sich gerade zum Gehen wenden, als Itachi sie ansprach. „Sagt mal, dieser Hidan von dem ihr redet: heißt der zufällig Yuga mit Nachnamen?“ Beide nickten. „Und hat er auch silbern gefärbte Haare und komische Augen?“ Kankurou nickte erneut. „Er trägt immer violette Kontaktlinsen. Die ich heute habe, sind auch von ihm.“
Erst da fiel mir, dass der Braunhaarige tatsächlich violette Augen hatte. Aber ich war bis jetzt einfach von seiner generellen Erscheinung zu sehr abgelenkt gewesen, um mich auf ein kleines Detail wie die Augenfarbe konzentrieren zu können. Die Nicht-Körperfarbe sah nicht überall gleichmäßig aus; an einigen Stellen war ich mir ziemlich sicher, ein bisschen Glitzer zu erkennen. Außerdem schien jemand zusätzlich dunkle Symbole auf Kankurous Haut gemalt zu haben, aber das könnten auch von der Farbe verdeckte Tätowierungen sein. Sogar seine Piercingkugeln (zumindest die sichtbaren) hatte er farblich angepasst. Meine Güte, abgesehen von der Haarfarbe, war der wirklich aufs Ganze gegangen.
„Ich glaube, ich kenne ihn“, meinte Itachi und kratzte sich nachdenklich an der Nase. „Noch von früher, als ich neben der Schule gearbeitet habe. Er war genau wie ich auch Aushilfe in einem Supermarkt. Aber er durfte nie Kundenkontakt haben, die meisten hatten Angst vor ihm. Er hat immer irgendwas von einem Gott und Opfern gefaselt.“
Kiba fuhr sich durchs Haar und nickte. „Das klingt nach Hidan.“ Kankurou brummte zustimmend und beantwortete die unausgesprochene Frage, die mitten im Raum stand. „Er ist in so ne Sekte reingeboren wurden, die haben ihm und allen anderen Kindern so ne Art Gehirnwäsche verpasst. Irgendwann wurde die Organisation verboten, auch ziemlich viele Mitglieder festgenommen und das Jugendamt hat sich um die Kinder gekümmert. Hidan kam dann hier her. Es hat ein bisschen gedauert, aber er hat sich gutgefangen. Er verarbeitet das alles in seiner Musik.“
Verstehend nickte Itachi. „Achso, das wusste ich nicht. Er war mir nur immer suspekt und ich hab mich von ihm ferngehalten.“
„Verständlich, geht den meisten so. Tatsächlich kenne ich nur eine Handvoll Leute, die bei der ersten Begegnung mit Hidan nicht sofort abgehauen sind.“
Kiba nickte zwar, aber meinte dann: „Okay, jetzt genug mit der Märchenstunde. Scher dich duschen, du verdirbst mit deinem Anblick ja noch allen den Appetit.“
„Fresse, Köter! Was soll das denn nun wieder?“
„Nicht alle können einfach so neben nackten Personen essen, auch wenn das bei euch in der WG zur Tagesordnung gehört.“
„Ist doch nichts dabei, alles natürlich und menschlich. Wir haben eben alle ein gesundes Verhältnis zum menschlichen Körper.“
„Ja und Chouji ganz besonders.“
„Apropos Chouji: der hatte letztens Besuch.“
„Und was geht mich das an? Mach dich ins Bad!“
„Von Hinata.“
Kurzes Schweigen, dann folgte ein entgeistertes „Echt jetzt?“ Kankurou grinste schadenfroh und beobachtete Kibas Mienenspiel. Das sah aber auch zu witzig aus, ungläubig schüttelte er immer wieder den Kopf. „Du verarscht mich.“
„Nein, Mann! Jetzt ehrlich nicht, die sehen sich seit kurzem extrem häufig und nicht gerade leise.“
„Und für Chouji sagt sie mir, dass unsere F+ nicht mehr klar geht??“
„Ohhh, armer Kiba“, neckte Kankurou, was allen anderen am Tisch ein Schmunzeln entlockte. Der stemmte die Hände in die Hüften. „Ich kann’s nicht glauben. Ich mein, Chouji ist cool, aber warum?“
Kankurou zuckte die Schultern. „Vielleicht steht sie lieber auf kräftige Kerle, was weiß ich denn. An dir ist ja nun nicht so viel zum Anpacken dran“, meinte er und versuchte, Kiba in die Seite zu piksen.
„Hey!“, empörte sich Kiba und wich einen Schritt zurück. „Das Shirt ist sauber aus dem Schrank!“ Dann funkelte er den anderen zornig an. Wäre die Farbe nicht gewesen, bin ich mir sicher, jetzt hätte es geknallt. Kiba war unglaublich stolz auf sein Sixpack und ging dafür fast täglich trainieren. Musste er auch, so oft wie wir irgendwelches Fastfood aßen oder was trinken waren. Zum Glück hatte ich einen so guten Stoffwechsel, dass mir übermäßiges Sporttreiben erspart blieb.
„Aber Kiba, wenn die Persönlichkeit passt, ist das Aussehen doch nicht mehr so wichtig“, ließ sich Sakura beschwichtigend vernehmen.
Der brummte versöhnlich und murmelte etwas von, ‚es ihnen gönnen‘ und ‚nur überrascht‘, da meldete sich Kankurou wieder zu Wort. „Tja und in der Rubrik Persönlichkeit ziehst du halt leider den Kürzeren“, feixte er.
„Sagt ja der richtige“, brauste Kiba auf. „Du kannst weder beim einen noch beim anderen punkten!“
„Wovon träumst du nachts? Ich sehe besser aus als du. Aber abgesehen davon, ist das sowieso irrelevant für kunstschaffende Personen…“
Frustriert warf Kiba die Arme in die Luft. „Das ist doch kein Argument! Du kannst nicht einfach immer behaupten Künstler zu sein, wenn dir nichts mehr einfällt!“
„Ich behaupte nicht, ich bin …“
„Und außerdem…“, unterbrach Kiba den anderen rigoros. „…habe ich nicht gesagt, dass Chouji nicht gut aussieht, wenn das eben der Typ ist, der gefällt.“
Kankurou schnaubte. „Und du Hete willst jetzt einschätzen können, ob ein Kerl gut aussieht?“
Ein erneutes Knurren verließ Kibas Kehle. „Ich bin vielleicht nicht schwul, aber definitiv nicht blind! Ich kann meine Augen benutzen, um die Attraktivität von Personen zu ermessen.“
Sakura und ich mussten ein Kichern unterdrücken. Kibas Ausdruckweise ließ darauf schließen, dass der Kunststudent ihn wirklich bis auf äußerste gereizt hatte. Und in solchen Fällen, hatten sich die beiden tatsächlich schon die Köpfe eingehauen.
Ein zufriedenes Grinsen erschien auf Kankurous Gesicht, er wusste ganz genau, dass mein bester Kumpel nicht mehr lange ruhig bleiben könnte. Aber scheinbar war der Drang Kiba zu reizen doch größer.
„Na, wenn deine Augen so gut sind, sollte es dir ja nicht schwerfallen festzustellen, dass ich besser aussehe als du“, ließ er mit einem süffisanten Lächeln verlauten.
„Im Gegensatz zu dir habe ich mir meinen gesunden Menschenverstand noch nicht mit irgendwelchem Malzeug weggeätzt und bin in der Lage, die visuellen Wahrnehmungen mithilfe meiner Synapsen korrekt zu verarbeiten, um dann die offensichtliche Schlussfolgerung ziehen zu können, dass dies nicht der Fall ist.“
Ich konnte nicht mehr, es war einfach zu viel. Ich prustete vor Lachen los und hörte wie Sakura nur eine Sekunde später einstimmte. Ich musste mir den Bauch halten und konnte durch die Tränen in meinen Augen gerade noch so erkennen, dass Kiba mir einen wirklich bösen Blick zu warf. „Ach, fickt euch doch“, brummte er und packte den grinsenden Kankurou am Arm. „Beweg endlich deinen Arsch, sonst schlägst du hier noch Wurzeln!“ Bevor er noch protestieren konnte, wurde der Sabukuno davon geschleift. „Mensch, Kiba, wir lieben dich doch Mann!“, rief ich ihm immer noch lachend hinter her. „Jaja, du mich auch, Naruto“, erklang es noch, bevor eine Tür knallte und die Stimmen der beiden nur noch gedämpft zu uns drangen.
Ich beruhigte mich langsam wieder und auch Sakura schien ihre Selbstbeherrschung wiedergefunden zu haben. Sasuke grinste mich an und strich mir durch die Haare. „Es ist schön, dich so herzhaft lachen zu hören“, murmelte er mir ins Ohr und küsste mich auf die Wange. Ich grinste ihn an.
Itachi räusperte sich. „Sind die beiden immer so?“ Ich nickte bestätigend. „Keine Ahnung, warum. Kiba ist super locker, aber er und Kankurou können nicht anders, als immerzu zu streiten. Scheint die Essenz ihrer Freundschaft zu sein.“ „Aber wir müssen der Gerechtigkeit halber festhalten, dass Kankurou auch nie eine Möglichkeit auslässt, ihn zu provozieren“, warf Sakura noch ein. „Da platzt eben auch einer gechillten Person wie Kiba mal der Kragen.“
Itachi lächelte und nickte verstehend. „Deshalb war das zwischen euch nur was Einmaliges, oder?“, wandte er sich an Shikamaru. Der nickte hastig. „Der ist mir viel zu anstrengend. Ich hab mich nie bei ihm gemeldet.“ Ich meinte, so etwas wie Erleichterung in Itachis Gesicht wahrzunehmen, aber da wurde meine Aufmerksamkeit schon wieder von Sasuke in Anspruch genommen.

Nach nur kurzer Zeit kam Kiba zurück ins Wohnzimmer, eine schon halbleere Bierflasche in der Hand. „Noch wer?“, fragte er in die Runde. Als alle verneinten zog er sich erschöpft einen Stuhl an den Tisch. „Ist noch was da?“, fragte er auf den Topf deutend und nahm einen großzügigen Schluck von seinem Bier. „Ja, warte. Ich gebe dir was“, meinte Sakura und hantierte schon am Topf. „Danke, du bist die beste“, lächelte Kiba und machte sich über sein Essen her.
„Na, ihr zwei schafft euch aber auch immer, oder?“, meinte Sakura und lächelte. Kiba verdrehte nur die Augen, grinste aber. „Ihr zwei seid witzig“, ließ sich Sai vernehmen. „Öhm …danke?“, entgegnete mein bester Freund, nicht wirklich wissend, wie er diese Aussage einordnen sollte. „Ein bisschen, wie ein altes Ehepaar“, fügte Sai noch hinzu. Während sich auf den Gesichtern von Sasuke, Itachi und Shikamaru ein Grinsen ausbreitete, zogen sich Kibas Augenbrauen zusammen. Sakura warf Sai einen tadelnden Blick zu und ich wusste, es war Zeit einzuschreiten. So lieb Kiba auch war, seine Toleranzgrenze war an diesem Abend schon ausgereizt.
„Nicht, dass es mich stört, dass er hier ist, aber warum duscht er nicht bei sich in der WG?“, fragte ich schnell. Das hatte mich schon die ganze Zeit beschäftigt. Kiba wandte sich zu mir. „Die haben schon länger kein warmes Wasser mehr, weil die Deppen vergessen haben, die Rechnung zu bezahlen. Aber ohne geht die Farbe zu schwer ab.“
Ich verzog das Gesicht und schüttelte mich. „Wie widerlich, kalt duschen geht gar nicht.“ Zustimmendes Murmeln erklang in der Runde. „Lieb von dir, dass du nicht so herzlos bist, ihn im kalten duschen zu lassen“, meinte Sakura, runzelte aber kurz darauf die Stirn. „Es kommt doch jetzt aber nicht die gesamte WG vorbei, um unser Bad zu belegen?“
Kiba schnaubte belustigt. „Nein, nein. Shinos Brüder wohnen ja nicht sooo weit weg von ihnen, die gehen da duschen. Beziehungsweise ist Deidara jetzt häufiger bei Sasori und Hidan duscht genau wie ich auch immer im Fitnessstudio. Unsere WG war nur näher zu seinem Auftrittsort, deshalb ist er da.“
„Warte mal“, warf ich ein. „Shino hat mehrere Brüder? Ich kenn nur den Sportstudenten, der mit dem Cousin von Hinata zusammen ist. Wie hieß der doch gleich … irgendwas mit T …“ Sasuke sah mich an, als könnte er nicht glauben, dass ich mir tatsächlich die Namen anderer Männer merkte.
Kiba lachte und schüttelte den Kopf. „Du hast aber gerade zwei verschiedene Personen beschrieben.“ „Hää?“, machte ich und sah fragend zu Sakura. Die kannte Shino auch, vielleicht wusste sie, auf was Kiba hinauswollte? Aber meine beste Freundin sah genauso schlau aus wie ich. Und da die anderen am Tisch Shino offensichtlich nicht kannten, durfte ich von ihnen keine Antwort erwarten.
„Also“, ließ Kiba sich nun doch dazu herab, seine Aussage zu erläutern. „Der Cousin von Hinata heißt Tokuma, Hyuuga Tokuma. Und er ist mit Shinos Bruder zusammen, aber nicht mit dem Sportstudenten. Shino hat nämlich zwei ältere Brüder: Muta und Torune. Tokuma ist mit Muta zusammen und den solltest du kennen, denn er ist Hiwi bei Prof Hiruzen und Shino hat uns mal seine Notizen für die eine Vorlesung besorgt. Achja und bei dieser einen Cluberöffnung haben wir die beiden auch mal gesehen.“
Ich nickte, jetzt konnte ich mich wieder erinnern. „Okay, der studiert also auch Elektrotechnik, nur im höheren Semester. Dann ist der andere der Sportstudent?“
Kiba nickte erneut. „Genau, Torune studiert Sport. Und der ist mit Yamanaka Fuu zusammen, dem Cousin von Ino.“ Sakura Lippen formten ein lautloses „Oh“, als sich die Erkenntnis auf ihrem Gesicht breit machte. „Kennst du den?“, fragte Sai seine Freundin. Sie nickte: „Klar, ich hab ihn öfter mal bei Ino gesehen. Der hat ziemlich auffällige Haare.“ Kiba und ich tauschten einen irritierten Blick. „Inwiefern auffällig?“ Sakura räusperte sich. „Naja, der Großteil von Inos Familie ist blond, also richtig helles blond. Es gibt nur alle paar Generationen mal einen, der diese rotbraune Haarfärbung hat. Deshalb fällt Fuu bei Familientreffen immer auf.“ Ich zuckte die Schultern, ich kannte, mit Ausnahme von Ino, die Yamanakas nicht, also konnte ich das nicht beurteilen.
Da fiel mir aber noch etwas ein. „Sag mal Kiba, bei dieser Cluberöffnung von der du eben gesprochen hast: hast du da nicht Hinata zum ersten Mal abgeschleppt?“ „Stimmt“, rief Sakura dazwischen. „Da hab ich die beiden auch mal gesehen, sie sahen dermaßen süß aus! Und Tokuma war froh, als er dir Hinata vorgestellt hat und Shino sich für dich verbürgt hat, weil er und Muta dann abhauen konnten, nicht wahr?“
Kiba grummelte und wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, da ertönte ein langgezogenes „KIBAAA!“ aus dem Badezimmer. Mein bester Kumpel verdrehte die Augen. „WAS IST?“, brüllte er zurück. „KOMM MAL HER“, erschall die Antwort. „Vergiss es du Penner, ich hab Hunger!“, gab Kiba zurück und stopfte sich die nächste Fuhre Ramen in den Mund. „Wenn du nicht sofort herkommst, laufe ich nackt und nass in dein Zimmer und schmeiße mich auf dein Bett“, drohte Kankurou.
Das zeigte Wirkung, Kiba sprang auf. „Ist ja gut, du Nervensäge. Ich komme ja schon“, antwortete er. „Hätte ich ihn mal doch kalt duschen lassen“, murmelte er noch und machte sich auf den Weg Richtung Bad.
Sakura und ich sahen ihm schmunzelnd hinterher, Sai bewunderte das Lächeln seiner Freundin, Itachi und Shikamaru waren zu sehr miteinander beschäftigt, um Kibas Abgang mitzubekommen und Sasuke warf mir einen fragenden Blick zu. „Sag mal, was ist eigentlich mit seinen Zähnen? Mir ist vorher nie aufgefallen, dass die so … spitz sind.“
Als ich daran dachte, musste ich lachen. „Kiba ist als Kind beim Spielen hingefallen und hat sich den einen Zahn halb abgebrochen. Da es ihn nicht weiter gestört hat und die Kosten für ein künstliches Stück zu hoch gewesen wären, hat sich sein Zahnarzt damals darauf beschränkt, den nur glatt abzufeilen. Aber irgendwann im Rausch sind Kiba und Shino wohl darauf gekommen, dass es viel cooler aussehen würde, wenn der andere Zahn auch so aussehen würde.“
Sasuke zog die Augenbraue nach oben. „Und dann hat er sich auf die Fresse schlagen lassen?“ Ich lachte. „Nein. Sie haben selbst angefangen, an dem Zahn zu feilen. Unnötig zu erwähnen, dass es dem Idioten nicht gut bekommen ist.“
Mein Freund schnaubte nur, als könne er nicht fassen, wie blöd die Aktion doch gewesen war. „Dann habe ich ja Glück, dass ich mit dem schlauen von euch beidem zusammen bin“, murmelte er und grinste. „Hey! Kiba ist nicht dumm, das war nur …“, begann ich zu widersprechen. Der Rest meines Protests wurde jedoch in einem liebevollen Kuss erstickt.


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AN:

Ich weiß auch nicht genau woher der Drang kommt, vollkommen random irgendwelche Nebencharaktere aus dem Narutoverse in meine Geschichten einzubauen. Aber er ist einfach da :D
Falls ihr nicht wisst, welche Chraktere ich meine, verlinke ich euch hier mal die Seiten zu den Narutopedia-Artikeln:

Hyuuga Tokuma: https://naruto.fandom.com/de/wiki/Tokuma_Hyuuga
Aburame Muta: https://naruto.fandom.com/de/wiki/Muta_Aburame
Aburame Torune: https://naruto.fandom.com/de/wiki/Torune_Aburame
Yamanaka Fuu: https://naruto.fandom.com/de/wiki/Fuu_Yamanaka
 
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