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Emilia und die wilden Kerle

von Gerlacsi
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Fabi Leon Markus Maxi OC (Own Character) Vanessa
07.04.2021
12.04.2021
6
8.535
1
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08.04.2021 1.034
 
Als ich endlich aus meiner Erstarrung und Fassungslosigkeit erwachte, waren die 5 bereits im Haus verschwunden. Was war das denn gerade? Wie er mich angeguckt hat. Und die haben mir nicht mal geholfen, mein Zeug wieder aufzusammeln.
Völlig erbost und vor mich hin schimpfend, sammelte ich meine teilweise zerbrochenen Gegenstände ein und besah mir jedes einzelne Stück. Als ich endlich alles in meine Kiste gepackt hatte, erhob ich mich mit einem Stöhnen und lief die Treppe zum Haus hinauf. Und prallte fast mit jemanden zusammen.
„Mensch, pass doch auf. Meine Sachen sollen nicht noch weiter kaputt gehen.“ Ich blickte in ein gebräuntes Gesicht mit kurzen blonden Haaren und tief blauen Augen. Eine hochgezogene Augenbraue kam hinzu. „Du bist in mich hinein gerannt, Kleine. Ich kann nichts dafür, dass du keine Augen im Kopf hast und dazu tollpatschig bist.“
Damit ging er an mir vorbei, wieder hinaus und zündete sich eine Zigarette an. Während ich ihn anstarrte, fragte ich mich, ob alle Männer dämliche Idioten sind oder ob es wieder einmal mein Schicksal war, an diese Art von Mann zu geraten. Und als ob mich das Schicksal nicht schon schlimm genug bestrafte, lief der Braunäugige mit schnellem Schritt an mir vorbei und hinaus zum Blonden. Auch er rauchte eine Zigarette.
Anscheinend hatte ich irgendein Geräusch gemacht, denn die beiden drehten sich fragend zu mir um. „Ähm… Während ihr so freundlich, euch noch mal vorzustellen?“ Etwas besseres viel mir auf der Stelle nicht ein. Sie sahen sich mit hochgezogenen Augenbrauen an und grinsten. Dann kamen sie auf mich zu geschlendert, die Zigarette im Mundwinkel. „Du trägst deinen Krempel immer noch mit dir rum. Komm, ich helfe dir.“ Der Blonde nahm mir die Kiste ab und dabei berührten sich unsere Hände. Ein leichtes Kribbeln durchfuhr mich und ich räusperte mich schnell. „Danke.“ Oh man, das war ein Krächzen. Wie peinlich. „Keine Ursache, Beauty.“ Er zwinkerte mir zu und lief dann die Treppe mit meiner Kiste rauf. Und die Zigarette im Mundwinkel. Der Braunäugige schob mich ins Haus und die Treppe hinauf. Ebenfalls mit der Zigarette im Mund. Wenn Mom das mitbekam, waren die Jungs nicht mehr „entzückend“. Und hatte mich der Blonde tatsächlich Kleine und Beauty genannt?
„Ihr habt mir immer noch nicht eure Namen verraten. Und rauchen solltet ihr auch nicht im Haus. Und wo genau gehen wir hin?“
Während meiner Fragen konnte ich einen ersten Eindruck dieser stilvoll eingerichteten Villa erhalten. Die breite Treppe begann im Foyer, gegenüber der gläsernen doppelflügigen Haustür. An den Wänden hingen im selben Abstand Kunstwerke, die sicherlich einiges an Vermögen kosteten. Das Foyer war in beige gestrichen, der Boden bestand aus schwarzem Marmor.
Die obere Etage erstreckte sich links und rechts von der Treppe. Wir gingen nach links, einen beigen Flur entlang, auf dickem weinrotem Teppich. Hätten wir nicht lieber die Schuhe ausziehen sollen? Bevor ich meine Gedanken zu Ende gedacht habe, wurde ich in ein Zimmer geschoben. Insgesamt gab es 4 Zimmer in diesem Gang. Dieses war das letzte rechts.
Ich blickte erschrocken in das Gesicht von Leon, der es sich zusammen mit dem anderen rothaarigen Jungen auf dem Doppelbett gemütlich machte. Der Blonde stellte meine Kiste in eine Ecke ab, drehte sich um und sah mich an. „Was?“ Verwirrt sah ich alle 4 Jungs an, als sich die Tür hinter mir schloss und sich der Braunäugige dagegen lehnte. „Was wird das jetzt?“ „Kein Grund zur Panik. Wir wollen dir nur dein neues Zimmer zeigen und dich willkommen heißen.“ Der rotgelockte Junge stand auf und kam auf mich zu. Er umarmte mich kurz. „Ich bin Fabian, aber alle nennen mich Fabi. Ich bin dein neuer Stiefbruder.“ Er grinste auf mich hinab. Seine Augen wanderten an mir hinab.
„Hi, Fabi. Nett dich kennen zu lernen.“ Fabi wurde von mir weg gezerrt, bevor ich selbst einen Schritt zurück treten konnte. Seine Blicke waren mir dann doch unangenehm gewesen. Immerhin waren wir nun Geschwister. Irgendwie.
Der Blonde schubste Fabi auf mein Bett und reichte mir seine Hand. Zögerlich ergriff ich diese und schon spürte ich wieder dieses Kribbeln, das sich meinen Arm hinauf zog und mir eine Gänsehaut bescherte. „Ich bin Markus.“ Ein Zwinkern und schon ließ er meine Hand los.
„Und ich“ Zwei starke Hände legten sich plötzlich von hinten auf meine Schultern und drehten mich ruckartig um „bin Maxi“, sagte der Braunäugige. Wir standen ziemlich dicht beieinander. Man, hatte der schöne Augen. Ich konnte mich glatt in ihnen verlieren.
„Hey, ihr zwei Turteltauben.“ Zum Glück unterbrach uns Leon. Ich sah völlig verwirrt zu ihm. Die Jungs machten mich alleine durch ihre Berührungen und Blicke gefühlsmäßig fertig. Als ob ich betrunken wäre. Ergo, niemals in ihrer Gegenwart Alkohol trinken, sonst passierte sicherlich etwas, was ich nüchtern nie machen würde.
„Ok, danke das ihr mir mein neues Zimmer gezeigt und euch endlich vorgestellt habt, aber ihr könntet mir gerne noch einen Gefallen tun.“ Mit einem verschmitzten Lächeln sah ich alle 4 an. „Und was kriegen wir dafür?“ „Was willst du denn haben?“ Markus Augen blitzten auf. „Wenn wir uns das nächste Mal sehen, werden wir unseren Gefallen einfordern.“ Oh nein. Dieses unverschämte Lächeln konnte nichts Gutes heißen. „Also wenn du so anfängst..“ „Ach, erst eine große Klappe haben und jetzt Schiss haben?“ Leon stand mit einem spöttischen und herablassenden Gesichtsausdruck vom Bett auf und kam auf mich zu. Dicht vor mir blieb er stehen. Leider roch er verdammt gut.
„Trau dich. Wo bliebe sonst der Spaß? Wir werden dich zu nichts zwingen, was du nicht selbst willst.“ Er strich mit seiner rechten Hand an meiner Wange hinunter und blieb an meinem Hals liegen. Meine Schlagader pochte heftig. Konnten die nicht mal aufhören, mich die ganze Zeit gefühlsmäßig Achterbahn fahren zu lassen? Ich kriege sonst einen Herzinfarkt! Verflixt und zugenäht.
Ich entzog mich seiner Berührung und schaute ihn herausfordernd an. „Na gut, ich bin kein Feigling. Ihr tragt alle Kisten vom Umzugswagen ins Haus. Nicht das Personal, sondern ihr werdet das tun und im Gegenzug schulde ich euch einen Gefallen.“ Zuerst sahen sie nicht begeistert aus, aber schließlich zuckten sie nur mit den Schultern und gingen an mir vorbei zur Tür. Ein letztes Mal drehten sie sich um und ich hatte das ungute Gefühl, einen Pakt mit den Teufeln geschlossen zu haben.
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