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Emilia und die wilden Kerle

von Gerlacsi
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Fabi Leon Markus Maxi OC (Own Character) Vanessa
07.04.2021
12.04.2021
6
8.535
 
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07.04.2021 1.044
 
Grünwald. Ein merkwürdiger Name für eine Kleinstadt im Süden Deutschlands. Dorthin sind meine Mutter und ich gezogen, weil sie sich unbedingt bei einer Immobilienkonferenz verknallen musste. Und es war egal, dass wir wieder einmal alles stehen und liegen lassen mussten und schon wieder umgezogen sind, wegen einer angeblichen großen Liebe. Das ist nun das dritte Mal in meinem jungen achtzehnjährigen Leben. Das dritte und angeblich letzte Mal, so sagte meine Mutter. Wer es glaubt. Und ich musste mein letztes Schuljahr in einer fremden Stadt mit fremden Klassenkameraden absolvieren. Wie reizend. Und einfach nur zum Kotzen.

Mit einem Seufzen stand ich mit einer Umzugskiste vor dieser unglaublichen Villa mit riesigem Garten. Und guckte und guckte und guckte und seufzte zwischendurch. Die Kiste in meinem Arm wurde immer schwerer, aber ich weigerte mich, auch nur einen Fuß auf dieses Gelände zu setzen. Ich wusste, ich musste irgendwann hinein gehen und den neuen Kerl meiner Mutter sowie meinen neuen Stiefbruder kennen lernen, aber ich würde mich bis zuletzt davor drücken. Erwachsenes Verhalten? Ganz und gar nicht. Aber ich hatte echt keinen Bock drauf. Musste ich eigentlich freundlich zu den neuen „Familienmitgliedern“ sein?
Mit einem weiteren Seufzen wandte ich mich meiner Mutter zu, die mich laut rief und energisch auf mich zu schritt. „Emilia. Wo bleibst du denn? Jon und Fabian warten bereits auf dich.“ Mit einem Stirnrunzeln sah ich meine Mutter an. „Aha. Wie wäre es, wenn sie beide mal mit anpacken würden, anstatt die ganze Arbeit auf uns abzuwälzen?“ Nun war es an ihr, die Stirn zu runzeln. „Emilia, sei nicht albern. Sie haben Personal für sowas. Und niemand hat gesagt, dass du dein Zeug selber rein tragen musst. Also los, ab mit dir. Du wirst sie eh irgendwann kennen lernen.“
Und schon scheuchte sie mich vorwärts, immer noch mit meiner Kiste in der Hand. Ich muss nicht erwähnen, dass sich mein Gesicht immer mehr in eine Gewitterwolke verwandelte. Ein tiefes Lachen riss mich kurzeitig aus meinen Gedanken. Ich drehte meinen Kopf nach rechts und konnte nur erstaunt meine Augenbrauen hochziehen. Wieso habe ich sie nicht vorher bemerkt?
Dort standen bzw. liefen 4 Jungs, und passten sich einen Ball in ziemlich hoher Geschwindigkeit zu. Erstaunt ging ich einige Schritte näher und es musste so kommen, wie es kommen musste. Der Ball flog in rasanter Geschwindigkeit auf mich zu und ich guckte wie ein Reh im Scheinwerferlicht dem Ball entgegen. Ein blonder Junge rannte dem Ball hinterher, aber es war zu spät. Der Fußball traf meine Kiste und durch die Wucht wurden wir beide nach hinten geschleudert. Der Inhalt verteilte sich wie in Zeitlupe über mir, während mein Rücken und Kopf Bekanntschaft mit der neuen Einfahrt machten, die alles andere als gemütlich war.
„Kacke Verdammte, Maxi. Du kannst doch nicht einfach deinen stärksten Schuss einsetzen. Du hast sie beinahe umgebracht.“ Völlig verwirrt lag ich immer noch auf dem Boden, während sich zu der Stimme 3 weitere Gesichter dazu gesellten und auf mich hinab blickten. Völlig geschockt starrte ich die 4 Jungs an, die mich wiederum anstarrten. „Hast du dich verletzt?“ Mein Blick glitt zu der tiefen Baritonstimme. Braune Augen sahen schuldbewusst auf mich hinab. „Sry, ich habe ein bisschen übertrieben.“ Ich sah ihn weiterhin nur an.
„Kannst du nicht sprechen?“ Die genervte Stimme gehörte einem Schwarzhaarigen, der sichtlich angepisst auf mich hinab sah. Wieso war der bitteschön angepisst? Ich war doch diejenige, die von diesem Ball ausgeknockt wurde und nicht er.
Die Wut half mir, meine Schockstarre zu überwinden und ich richtete mich auf. „Verdammt. Wieso hast du mich abgeschossen?“ Ich starrte den Braunhaarigen wütend an. „Das tat verdammt weh. Wegen dir habe ich nun Kopfschmerzen.“ Ich sah auf meine verstreuten Sachen hinab. „Na toll, wegen dir sind auch noch einige meiner Sachen kaputt. Ganz toll gemacht.“ Wütend nahm ich zwei Einzelteile einer Keramikfigur in die Hand. „Ähm…“ Mehr kam nicht von dem Braunhaarigen.
„Wer bist du eigentlich? Und wieso bist du hier?“ Ich sah den Schwarzhaarigen an. Nun da ich stand, wurde mir der Größenunterschied zwischen den Jungs und mir noch deutlicher bewusst. Und das sie eindeutig keine Jungs waren. Sie waren heranwachsende Männer. Ziemlich heiße sogar. Diese breiten Schultern und schlanken Hüften und muskulösen Arme und…
Ich unterband meine Gedanken und bemerkte meine rotanlaufenden Wangen. Oh nein. Schnell wandte ich mich ab und lief eilig auf die Haustür zu. Peinlicher ging es wirklich nicht.
„Hey, ich rede mit dir. Wer bist du, dass du einfach auf Fabis Grundstück mit deinem Krempel marschierst und uns beim Fußballspielen störst?“ Hallo? Was redete dieser aufgeblasene Schnösel da bitte. Ich besaß keinen Krempel. Diese Gegenstände waren mir wichtig, ergo kein Krempel. Ich wollte ihm gerade meine Meinung sagen, als meine Mutter aus der Tür trat und mit einen erschrockenen Aufschrei auf mich zueilte.
„Emilia! Was ist denn hier passiert. Bist du wieder einmal gestolpert und hast deine Sachen fallen lassen?“ „Mom, ich…“ „Oh, und wer sind diese entzückenden jungen Herren, neben deinem Stiefbruder?“ Ich sah verwirrt zu den Jungs, die anscheinend ganz angetan von meiner Mutter waren. Wer konnte es ihnen verübeln? Sie sah immer noch wie Mitte 20 aus, war jedoch den 50ern deutlich näher. Ich hoffte, ich hatte ihre Gene geerbt. Zumindestens besaß ich ihre wunderschönen langen blonden Haare und diese strahlend blauen Augen, die selbst mir manchmal im Spiegel unheimlich waren. Mehr hatten wir jedoch nicht gemeinsam, außer der schlanken Figur. Sie besaß aber deutlich mehr Busen, was den Jungs anscheinend auch aufgefallen ist, denn die glotzten ganz ungeniert auf ihre Oberweite, die sie nur in einem Top zur Schau stellte. Oh man eh.
„Ähm, ich habe keine Ahnung, wer diese … Jungs sind, Mom.“ Der Schwarzhaarige räusperte sich, sah vom Busen meiner Mutter auf und in ihr Gesicht. „Ich bin Leon. Das sind Markus und Maxi. Wir haben gerade ihre entzückende Tochter kennen gelernt.“ Er sah mich mit einem Haifischlächeln an. Und ich sah nur angepisst zurück. Sein Grinsen wurde noch breiter und leider wurde er dadurch nicht weniger attraktiv.
„Hallo Leon, ich bin Elaine. Wie wäre es, wenn ihr mit rein kommt und ich euch eine Erfrischung bringe? Ich habe gerade selbstgemachten Eistee hergestellt.“ Leon sah mich weiterhin an. „Sehr gerne, Elaine.“ Und lief mit seinen Kumpels an mir vorbei ins Haus. Fassungslos sah ich den fünf hinterher.
Wo war ich hier nur gelandet?
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