Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wo Will ist

von Sabe
GeschichteDrama, Romance / P16 / Gen
Louisa "Lou" Clark William "Will" Traynor
07.04.2021
17.11.2021
12
39.384
5
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
07.04.2021 3.614
 
„Clark kannst du meine Eltern reinrufen?“

Ich war nicht sicher ob ich ihn richtig gehört hatte.

„Hast du mich gehört?“

Ich konnte ihn nicht ansehen als Will mich anblickte und ich fühlte mich als würde mein Herz aufhören zu schlagen. Ich wusste das er sterben wollte, aber hier zu sein…

„Louisa…“, sagte er und mein Herz brach noch mehr für ihn als er meinen Vornamen benutzte.

„Bitte hole sie“, sagte er als er mich flehentlich ansah und ich nickte. Ich ging zur Tür als ich sie öffnete und seine Eltern und seine Schwester, Georgina, ansah, die im Flur standen. Vor sechs Monaten hatte ich zugestimmt und versucht Will zu überzeugen nach seinem Unfall zu leben und ich hatte gedacht, dass ich seine Meinung endlich geändert hatte. Ich hielt mich fest an dem Türgriff fest als sein Vater näher kam und mich flehend ansah.

„Ist er…?“ fragte Mr. Traynor.

„Er will das sie beide herein kommen“, sagte ich und konnte schwören das Mrs. Traynor kurz davor war ohnmächtig zu werden.

„Was ist mit mir?“ fragte Georgina.

„Er hat nur nach ihnen gefragt“, sagte ich und sie sah geschockt aus. Wir gingen zurück ins Zimmer während ich an der Tür stand und seine Eltern zum Bett gingen. Will sah sie beide an dann blickte er zu mir und der Muskel an seinem Kiefer zuckte. Ich sah den flehenden Ausdruck in seinen Augen und ging langsam zum Bett. Er sah einige Sekunden zur Wand dann schloss er seine Augen halb und ich fragte mich was in seinem Kopf vor sich ging.

„Tust du mir einen Gefallen?“ fragte er schliesslich nachdem er die Augen öffnete und mich ansah.

„Natürlich“, sagte ich.

„Ich will das du meine Sachen packst“, sagte er und Mrs. Traynors Augen weiteten sich.

„William!“ keuchte sie.

„Es ist in Ordnung“, sagte ich als ich anfing zu packen. Ich wusste das er mir vor dem Ende nur etwas zu tun geben wollte und ich faltete und legte seine Hosen vorsichtig in den Koffer.

„Vater, wirst du bitten den holen der das hier macht?“ fragte Will, blickte zur Tür und ich fühlte wie mein Herz anfing zu brechen.

„Ja“, sagte Mr. Traynor mit sanfter beinahe geschlagener Stimme als er langsam zur Tür ging und Will bemerkte den Ausdruck auf meinem Gesicht.

„Oh Clark hör auf mich so anzusehen. Es gibt einen Grund wieso ich sie sehen will.“

„Ja wir kennen allen den Grund“, sagte Mrs. Traynor mit Wut in ihrer Stimme.

„Mutter…“, sagte Will dann sah er zu mir und das nächste was aus seinem Mund kam liess mich das Shirt welches ich in den Händen hielt zu Boden fallen lassen. „Der Grund wieso ich sie sehen will ist, weil ich nachhause möchte.“

Das Zimmer war ruhig als wir auf den Bett ruhten und er mir nochmals sagte wieso er entschieden hatte zu warten. Ich fragte ihn was er getan hätte wenn ich nicht gekommen wäre und er sagte das er einfach weiter gewartet hätte.

„Clark geht es dir gut? Du bist zu ruhig“, sagte Will. Mein Kopf lag auf seiner Brust während ich sein Herz schlagen hörte, mir versicherte das er lebt und ich sah die Wand an. „Louisa?“

„Mir geht’s gut“, sagte ich als die Tür sich öffnete während Mr. Traynor in den Raum kam und ich vom Bett aufstand.

„Nein stehen Sie nicht wegen mir auf“, sagte er mit einem Lächeln und Will sah ihn genervt an.

„Vater…“ sagte Will mit einem barschen Tonfall.

„Entschuldige.“

„Hat Mutter mich schon entlassen?“

„Nein sie macht etwas anderes.“

„Sie macht etwas anderes?“

„Ja sie ruft eine Pressekonferenz ein.“

„Was?!“ fragte Will mit grossen Augen. „Wieso zur Hölle tut sie das?!“

„Will du musst verstehen. Es ist an die Presse gekommen und zu den Nachrichten was du tun willst und es gibt viele Leute die dagegen sind.“

„Aber es ist meine Wahl!“

„Will…“ sagte ich und er bemerkte den Ausdruck in meinen Augen.

„Hat…? Hat die Presse dich belästigt Clark?“ fragte er und ich kletterte zurück ins Bett. Ich kuschelte mich an ihn als ich meinen Kopf auf seine Schulter legte und seine linke Hand nahm. „Antworte mir.“

Ich erzählte ihm von den Reportern und den Mails während sein Körper sich anspannte und die Muskeln in seinem Kiefer zuckten. Ich setze mich auf und strich ihm sanft durch die Haare während er mich ansah und ich konnte sehen, dass er schreien wollte. Er beruhigte sich langsam als ich mich an ihn kuschelte und er sah seinen Vater an.

„Sag Mutter, dass ich mit ihnen sprechen will“, sagte Will.

„Will…“, sagte Mr. Traynor.

„Mach es!“ schrie er halb und sein Vater verliess den Raum. Ich war besorgt das er vielleicht einen AD Anfall bekam aber der Ausdruck in Wills Augen sagte mir, dass es ihm gut ging.

Der Kopf des Bettes wurde angehoben so das Will sass und ich kämmte Wills Haare während die Fernsehkameras aufgebaut wurden.

„Louisa hör auf dich aufzuregen“, sagte er mit einem leichten Lachen und ich hörte wie der Kameramann leicht kicherte.

„Du gehst nicht mit schlechten Haaren ins Fernsehen“, sagte ich mit einem Fingerwackeln und Will verdrehte die Augen. Ich hatte ihm geholfen seine Zähne zu putzen, hatte ihm sein Hemd angezogen und ihn dann rasiert und ich war erleichtert die sanfte warme Haut wieder unter meinen Fingern zu fühlen.

Mrs. Traynor sprach mit ein paar der Reportern während sie scharfe Instruktionen gab welche Fragen Will gestellt werden durften und ich konnte sehen, dass die Reporter sie fürchteten. Georgina hatte sich wieder im Stuhl zusammengerollt, aber sie weigerte sich mich oder Will anzusehen.

Endlich standen die Reporter am Ende des Betts als ich vom Bett aufstand und mich abwandte als Will meinen Namen rief.

„Komm zurück“, sagte er und ich errötete. Ich sass auf der Bettkante während er eine Augenbraue hob und die Stirn runzelte. „Nein, ich will dich neben mir.“

„Bist du sicher?“ flüsterte ich.

„Ja“, sagte er. Ich krabbelte auf das Bett und legte meinen Kopf gegen seine Schulter und er grinste.

Er beantwortete ihre Fragen mit einem Tonfall von dem ich dachte das er ihn nur für Geschäfte brauchte und schien komplett die Kontrolle zu haben. Er betonte das das was er tun wollte seine Entscheidung war und seine allein und er stimmte zu das es falsch war. Er wusste das jeder Fall von jemandem wie ihm anders war aber am Ende kam es auf das Recht der Person an zu leben oder zu sterben. Er erklärte im Detail wie es sich anfühlte in einem Körper zu sein der sich weigerte zu funktionieren oder ihn auf zahlreiche Weisen töten konnte und ich sah wie einige der Reporter die Gesichter verzogen.

Die Reporter sprachen dann mit seinen Eltern und Mrs. Traynor wirkte als wäre sie im Gerichtsaal. Ich fragte mich ob sie kündigen würde nachdem das alles vorbei war und ich bewunderte wie sie sich selbst gab.

Mr. Traynor beantwortete die Fragen mit kurzen Bemerkungen, aber ich bemerkte das er entweder etwas nervös oder genervt war.

Georgina beantwortete Fragen mit einem kalten Ton in ihrer Stimme und ich hoffte das sie Will eines Tages vergeben würde.

Dann wandten sich die Reporter an mich. Will bemerkte wie unwohl ich mich fühlte während er sie anstarrte und ich bemerkte das seine Augen eine stürmische graue Farbe angenommen hatten.

„Ich möchte die unnötige Belästigung die Miss Clark und ihre Familie und Freunde von der Presse und den Medien erhalten haben ansprechen. Sie hatte wirklich keine Idee davon was ich geplant hatte zu tun als sie angefangen hat für mich zu arbeiten. Sie hat es nicht gebilligt. Sie wollte das ich meine Meinung ändere selbst wenn ich mich weigerte es zu tun. Ich hatte nie jemanden ausser meiner Eltern, meiner Schwester, meinem Freund Nathan und den Rest meiner Familie der sich so um mich gesorgt hat“, sagte er und ich sah ihn mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht an. „Ich habe alles getan damit sie wegging aber sie stand fest. Sie hat es ertragen das ich sie ignorierte und versuchte habe damit sie aufgibt. Sie hat Dinge recherchiert um meine Situation ganz zu verstehen genauso wie Sachen um mich glücklich zu machen. Sie hat Ausflüge geplant…selbst wenn einige nicht so funktioniert haben wie sie wollte. Sie hat geholfen sich um mich zu kümmern und wurde nie krank beim Anblick gewisser Dinge die getan werden mussten. Sie war sehr besorgt aber geriet nicht in Panik als ich plötzlich krank wurde und ist bei mir geblieben wenn sie einfach nachhause hätte gehen können. Sie hat zu ihrem Geburtstag in das Haus ihrer Eltern eingeladen und sie haben mich wie ein Teil der Familie behandelt. Sie hat den besten Urlaub für mich geplant aber war genau so enttäuscht wie ich als ich Pneumonie bekam und wir nicht gehen konnten. Anstatt den Trip zu streichen, hat sie einen anderen Urlaub geplant. Aber das verblüffendste…das verblüffendste war das sie sich in mich verliebte. Ich habe sie nie darum gebeten aber sie hat ihr Herz diesem gebrochenen Mann geschenkt und ich wäre ein Idiot es abzulehnen. Nein ändern sie das. Ich war ein Idiot. Ich…ich habe sie abgelehnt. Ich habe sie verletzt. Ich verletzte sie noch immer. Sie ist nur hier weil ich sie darum angefleht habe. Ich wollte sie hier um mich zu verabschieden. Ich wollte das sie das letzte ist was ich sehe. Es ist grausam und ich hoffe das sie mir eines Tages vergeben wird. Ich hoffe auch das sie mich noch genauso liebt wie ich sie liebe.“

Ich sah tief in seine leuchtenden grau blauen Augen und Tränen glitzernden darum. Ich war nicht sicher ob er mich überhaupt sehen konnte.

„Kannst du mir vergeben?“ fragte er mit leicht gebrochener Stimme.

„Ja“, sagte ich mit einem leichten Nicken.

„Liebst du mich noch?“

„Ja“, flüsterte ich. Ich erinnere mich nicht daran meine Hand gegen seine Brust gelegt oder geschluchzt zu haben. Ich war nicht sicher wer es tat aber sein Arm wurde um mich geschlungen und ich fühlte wie jemand über mein Haar fuhr. Ich erinnere mich das die Leute den Raum verliessen bis Will und ich die einzigen Leute im Raum waren und ich legte meinen Kopf gegen seine Brust.

Eine Woche später sassen wir im Flugzeug nachhause während ich neben Will sass und er seine Augen geschlossen hatte. Die Ärzte wollten sicher gehen das er fit war zum Fliegen oder er sicher war, dass er nicht sterben wollte und ich konnte noch immer das Lächeln sehen, dass er hatte als wir das Gebäude verliessen.

Georgina war ohne ein Wort zurück nach Australien gereist und die Traynors waren mit einem anderen Flug nachhause gegangen.

Ich dachte daran wie süss Will mit einem kleinen Mädchen gewesen war welches fragte wieso er im Rollstuhl war und ihre Mutter hatte nichts dagegen das er mit ihr redete.

„Louisa?“ murmelte Will in seinem Schlaf als ich über seine Wange strich und er stöhnte.

„Ich bin genau hier“, flüsterte ich und sein Daumen strich über meinen. Die Flugbegleiterin kam herüber und fragte ob es ihm gut gehe und ich versicherte ihr, dass er nur träumte. Seine Augenlieder öffneten sich als ich in seine grau blauen Augen sah und ich wischte mit einem Taschentuch den Dreck aus den Ecken. „Geht es dir gut?“

„Ja“, sagte er sanft. „Holst du mir etwas zu trinken?“

Ich bat die Flugbegleiterin um ein Glas Wasser und einen Strohhalm dann half ich ihm zu trinken und er hatte einen ernsten Ausdruck auf dem Gesicht.

„Ich muss dir etwas sagen“, sagte er dann hielt er inne um Luft zu sammeln um fortzufahren. Ich dachte dass er sich wieder von mir trennte und schluckte den Kloss in meinem Hals. „In der Nacht bevor ich sterben sollte, hatte ich den lebhaftesten Traum. Ich hatte sie schon vorher aber sie drehen sich hauptsächlich um mein altes Leben.“

„Worum ging es in dem Traum?“

„In diesem Traum…“ sagte er als er gerade aus sah und seine Augen schienen an dem Traum zu hängen. „In diesem Traum, gingst du den Gang einer Kirche in diesem fantastischen Hochzeitskleid entlang. Ich stand aber nicht am anderen Ende. Ich sass in diesem verdammten Stuhl. Das komische es war mir egal. Alles was mich kümmerte…alles was ich sah…alles drehte sich um dich und unsere Hochzeit. Alles andere war egal. Ich kann mich an alles erinnern. Ich erinnere mich an die Zeremonie und unsere Gelübde. Ich erinnere mich an alle Ansprachen. Ich erinnere mich an die Kleider die die Brautjungfern trugen und die Anzüge die die Männer trugen. Ich erinnere mich an die Gesichter der Leute die auf den Kirchenbänken sassen. Ich erinnere mich an das Lied das spielte während wir auf dem Empfang „tanzten“. Ich erinnere mich daran wie der Kuchen aussah und was wir zu Abend gegessen haben. Ich erinnere mich daran wie Nathan mir geholfen hat das Strumpfband zu werfen und wie die Frauen darum gekämpft haben den Brautstrauss zu fangen. Aber der beste Teil Clark…der beste Teil war das ich es wollte! Ich wollte das der Traum war ist! Mehr als jeder Traum den ich in meinem Leben hatte! Und der einzige Weg wie er wahr werden konnte war in dem ich LEBE!“

Die Art wie er „Lebe“ sagte liess mein Herz flattern und einige Tränen flossen über seine Wangen. Ich wischte die Tränen vorsichte mit einem Taschentuch weg und er schien etwas ausser Atem. Er beruhigte sich langsam als die Ankündigung zur Landung über die Lautsprecher kam und er blickte zu mir.

„Bereit nachhause zu gehen?“ fragte er mit einem Grinsen und ich nickte.

„Wusste du würdest es nicht tun“, sagte Nathan nachdem wir in den Anbau zurückkehrten und schlug leicht gegen Wills Schulter. Ich fragte mich ob er gekündigt hatte aber seine Aussage sagte mir das es ihm egal war was die Leute sagten und er uns im Anbau treffen würde.

„Auch hallo“, sagte Will. Wir gingen ins Schlafzimmer während das leise Summen seines Rollstuhls, von dem sein Vater herausgefunden hatte, dass er niemandem anderen gegeben wurde, die Luft erfüllte. Ich fing an auszupacken während Nathan Will ins Bett hob und den Kopf des Bettes hob so das Will in einem Neunziggradwinkel sass. Ich beendete gerade seine Sachen fortzupacken als Nathan ging um einige Medikamente für Will zu holen und ich setzte mich vorsichtig auf das Bett neben ihn.

„Willkommen zuhause“, sagte ich, gab ihm einen Kuss auf die Wange aber Will sah gerade aus. Ich wusste das er sich abschottete also seufzte ich und fing an meine Füsse zusammen zu schlagen. Er hob seine Augenbraue während er mich ansah und ich sah zu ihm hinunter. „Wo bist warst du?“

„Ich kann nirgendwo hin Clark“, sagte er und wurde wütend.

„Ich spreche von hier drin“, sagte ich während ich an seine Stirn tippte.

„Ich habe dir gesagt, dass ich die meiste Zeit damit verbringe an mein altes Leben und die Dinge die ich getan habe zu denken.“

„Du hast mir von den meisten erzählt aber es macht mir Angst. Ich habe das Gefühl das du dort hin gehst um vor all dem zu fliehen und nie zurückkommen willst“, sagte ich ihm und er sah traurig aus.

„Es gibt Zeiten wo ich es nicht will. Deshalb…“

„Ah mach das nicht“, sagte ich, legte meinen Finger an seine Lippen. Seine Lippen waren so sanft und er blickte auf meinen Finger hinunter. Ich zog ihn zurück als er mich ansah und gab sein bestes um zu seufzen.

„Es tut mir leid, dass ich dir Sorgen bereite“, sagte er und ich sah den verletzten Ausdruck in seinen Augen. Ich stieg vom Bett gerade als Nathan mit Wills Medikamenten zurückkam und Nathan grinste uns etwas an.

„Störe ich?“ fragte Nathan und Will verdrehte die Augen. Nachdem Will seine Medikamente genommen hatte machte Nathan die täglichen Untersuchungen und Will sah gerade aus. Ich schwöre er lächelte etwas als Nathan das Equipment weglegte und dann auf die Bettkante sass.

„Willst du das ich dir etwas zu essen hole?“ fragte ich and Will blickte zu mir.

„Ich könnte etwas essen. Danke“, sagte er als ich den Raum verlass und dann stoppte. Ich wusste, dass er allein mit Nathan sprechen wollte aber ich hoffte das er nicht wieder zurückrutsche wieder sterben zu wollen. Ich stand vor der Tür als Will die Stirn runzelte und Nathan sah Will besorgt an.

„Geht es dir gut Kumpel?“ fragte Nathan.

„Geht so“, sagte Will während er sich im Raum umsah.

„Fühlst dich etwas gefangen he?“ fragte Nathan und Will sah in verwirrt an. „Vergiss es Kumpel. Ich bin mit euch in den Urlaub gefahren und habe gesehen wie viel Spass ihr hattet. Nicht nur Lou. Du! Du warst entspannt. Du hast gelächelt. Du hast gelacht. Es war dir egal wenn ich allein losgezogen bin weil du Lou hattest du auf dich aufgepasst hat. Du bist sogar schwimmen gegangen. Nun es war mehr treiben, aber du hast es verdammt nochmal getan. Als wir zurückkamen war es Business as usual und ich habe gesehen, dass du nicht mehr hier sein willst.“

„Du hast recht. Wollte ich nicht“, sagte Will und die Wut in seiner Stimme machte mir Angst.

„Willst du wissen was ich denke?“ fragte er. „Vielleicht brauchst du eine Veränderung.“

„Was für eine Veränderung?“

„Ist dir nicht aufgefallen, das dieser ganze Ort aussieht als gehöre er in ein Reha Krankenhaus.“

„Meine Mutter hat es dekoriert. Nun ihre Innenausstatter haben es getan.“

„Hat sie dich überhaupt gefragt was du willst?“ fragte Nathan und verschränkte die Arme über seiner Brust.

„Du hörst dich an wie Louisa“, sagte Will mit einem leichten Lächeln und ich nahm es als mein Stichwort zu gehen. Ich gab zu das der Anbau etwas zu steril aussah aber er war schön dekoriert und ich dachte Will würde es gefallen. Ich kam einige Minuten später mit einem Tablett zurück und Nathan verliess uns für den Tag. Will sah die Wand an während ich das Tablett auf seinen Schoss legte und mich neben ihn setzte. Ich hatte ihm Salat gemacht, etwas Tee und hatte einen Becher Kirscheis im Gefrierschrank gefunden. Er konnte Eis ertragen und ich wusste das er Kirschen mochte. Wir sassen ruhig da während ich ihn fütterte und er ass alles davon.

„Bist du froh zuhause zu sein?“ fragte ich und wischte mit einem Taschentuch über seinen Mund.

„Würdest du in Panik geraten wenn ich nein sagen würde?“ fragte er mit einem ausdruckslosen Gesicht.

„Nur wenn du zurück in die Schweiz willst“, sagte ich. Er wusste das ich Spass machte aber er schloss halb die Augen und wurde ruhig. „Ich nehme an du bist nicht glücklich.“

„Ich bin froh hier zu sein“, sagte er mit immer noch halb geschlossenen Augen. Er wurde wieder still. „Ich meine hier in der Stadt aber ich bin nicht glücklich hier zu sein. In diesem Zimmer. In diesem Anbau. Ich fühle mich gefangen. Als würde ich versteckt. Ist dir aufgefallen wie weit weg wir vom Haupthaus sind?“

„Es ist nicht so weit.“

„Es ist weit genug“, sagte er mit Wut in der Stimme. „Wusstest du das ich im oberen Stock in einem Raum geschlafen habe der doppelt so gross war?“

„Und du hast ihn eingerichtet?“

„Ja“, sagte er und öffnete die Augen. „Jedes Möbelstück. Jedes Poster, Statue oder Gemälde. Alles davon war meine Wahl.“

Ich erinnerte mich daran wie ich mein altes Zimmer eingerichtet hatte nachdem meine Schwester und mein Neffe ausgezogen waren. Ich hatte die Wände in den Farben gestrichen die ich wollte und es nach meinem Geschmack eingerichtet. Will sah mich an und hob seine Augenbrauen.

„Wo warst du?“ fragte er.

„Was?“

„Du scheinst mit deinem Kopf wo anders zu sein.“

„Nun weisst du wie ich mich fühle“, sagte ich und er lächelte. „Ich habe nur daran gedacht wie ich mein Zimmer neu eingerichtete habe nachdem meine Schwester…“

Plötzlich erinnerte ich mich an den Streit mit meiner Mutter darüber was Will tun wollte und mein Herzschlag beschleunigte sich.

„Was ist los?“ fragte er und sah mich besorgt an.

„Wenn ich es dir sage will ich das du versprichst, dass du dir dafür nicht die Schuld gibst.“

„Fahr fort“, sagte er und ich erzählte es ihm. Seine Augen weiteten sich als ich seine rechte Hand nahm und unsere Finger miteinander verschlang. „Wie zum Teufel soll ich mir dafür nicht die Schuld geben?!“

„Will…“

„Ruf sie an!“ verlangte er mit einem leichten knurren in der Stimme.

„Jetzt?“

„Ja!“ sagte er und seine Augen schienen zu einem stürmischen grau zu werden. Ich wusste das er explodieren würde wenn ich es nicht tat also liess ich seine Hand los und verliess das Zimmer. Ich ging zum Tisch wo ich meine Tasche gelassen hatte fischte mein Handy heraus und sah auf den Bildschirm. Ich ging zurück ins Zimmer setzte mich neben ihn und hielt das Handy so das er den Bildschirm sehen konnte.

Treena ich muss Mom anrufen. Es ist wichtig.

Wir wissen das Will lebt. Wir haben das Interview im Fernsehen gesehen.

Wie hat Mom es aufgenommen?

Sie hat geweint und wusste das du ihn davon abhalten würdest.

Habe ich nicht. Es war alles Wills Idee.

Geht es ihm gut?

Ja und er weiss von unserem Streit.

Du hast es ihm gesagt?!

Ja.

Ich werde Mom anrufen. Du weisst das sie kommen werden und ihn sehen will.

Ich sah Will an als er lächelte und ich fühlte Schmetterlinge in meinem Bauch.

Will sagt das es in Ordnung ist wenn sie vorbeikommen will.

Ich atmete aus als ich das Handy auf den Nachttisch legte und mich dann an Will kuschelte und auf den Sturm wartete der Josie Clark war wenn sie wütend war.

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das Original stammt von ninewood welche mir erlaubt hat das ganze zu übersetzten. Hier der Link zum Original https://www.fanfiction.net/s/12272645/1/Where-There-s-Will
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast